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Gelber Enzian
Der Enzian ist eine typische Gebirgspflanze, die inzwischen recht selten geworden ist und daher auch unter Naturschutz steht. Die Wurzel des Enzians kann man jedoch in Apotheken und Kräuterhandlungen beziehen. Sie wirkt vorwiegend aufgrund ihrer starken Bitterstoffe. So ist die Hauptwirkung der Enzianwurzel denn auch die Anregung der Verdauung, was eine typische Wirkung von bitteren Substanzen ist. Als Nebenwirkung ist der Enzian jedoch auch kräftigend und stärkt das Kreislaufsystem. Bei zu hohem Blutdruck und auch in der Schwangerschaft sollte man jedoch von der Verwendung des Enzians absehen.
Der Gelbe Enzian ist eine Pflanzenart aus der Gattung Enziane innerhalb der Familie der Enziangewächse. Er ist in den Gebirgen Europas und der Türkei weitverbreitet.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Verdauungsbeschwerden
Heilwirkung: antibakteriell, menstruationsfördernd, tonisierend
Anwendungsbereiche: Appetitlosigkeit, Blutarmut, Fieber, Herzbeschwerden, Kalte Füße, Kalte Hände, Krampfadern, Magenbeschwerden, Müdigkeit, Ohnmacht, Rekonvaleszenz, Rheuma, Schnupfen, Schwindel, Sodbrennen, Untergewicht, Verdauungsschwäche, Verstopfung
wissenschaftlicher Name: Gentiana lutea
Pflanzenfamilie: Enziangewächse = Gentianaceae
englischer Name: Gentian
volkstümlicher Name: Anzianwurzel, Bergfieberwurzel, Bitterwurzel, Butter-wurz, Darmwurzen, Gelbsuchtwurzen, Halunkenwurz, Istrianswurzel, Jänzene, Jäuse, Sauwurz, Zergang, Zinzalwurz
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel
Inhaltsstoffe: Bitterstoff, Gerbstoff, Gerbsäure, Gentianose, Gentiopikrin, Inulin, Schleim, Zink
Sammelzeit: Achtung! Die Pflanze ist geschützt! März, April, August, September
 
Anwendung
Verwendet werden die unterirdischen Pflanzenteile. Als Droge Enzianwurzel, Gentianae radix, dienen die getrockneten, zerkleinerten, unterirdischen Pflanzenteile. Sie sind reich an Zuckern (z. B. Gentiobiose) und Bitterstoffen (Gentianopicrin und Amarogentin). Die Bitterstoffe dienen eigentlich als Schutz vor Tierfraß. Arzneilich wird die Droge als Bittermittel, z. B. als appetitanregender Magenbitter, Aperitif und für Schnaps verwendet (z. B. Enzian und Suze). Der Gelbe Enzian wird auch als Fiebermittel benutzt; die Wirksamkeit gegen Fieber konnte jedoch nicht nachgewiesen werden. Es wird ein bitteres und verdau-ungsanregendes Tonikum gewonnen. Er wird eingesetzt gegen Müdigkeit, Untergewicht, Blutarmut und Appetitmangel in der Rekonvaleszenz. In der Volksmedizin findet er Anwendung gegen Fieber, Gicht, Hypochondrie, Malaria und Darmparasiten. Zur Herstellung des Enzianschnapses wird vor allem Gentiana lutea verwendet und gezielt angebaut, seltener die anderen hochwüchsigen Arten, zum Beispiel Gentiana punctata, da sie von allen Enzian-Arten den stärksten Gehalt an Bitterstoffen hat. Ein Extrakt schmeckt noch in einer wässrigen Verdünnung von ca. 1:20.000 deutlich bitter.
Die Hauptwirkung des gelben Enzians beruht auf den Bitterstoffen, die die Wurzeln enthalten. Sie machen die Enzianwurzel zu einem starken Magenmittel, das die Verdauung fördert. Man kann den Enzian als Tee trinken oder als Tinktur einnehmen.
Tee
Die getrockneten Stücke der Wurzel kann man als Aufguss zubereiten. Dazu übergießt man einen halben Teelöffel Enzianwurzel mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt den Tee fünf bis zehn Minuten ziehen. Oder man bereitet den Enziantee als Kaltauszug zu. Dazu übergießt man einen halben Teelöffel Enzianwurzel mit kaltem Wasser und lässt es sieben bis acht Stunden ziehen. Danach abseihen und behutsam auf Trinkwärme erhitzen.
Tinktur
Für die Tinktur übergießt man die kleingeschnittenen Enzianwurzeln mit Doppelkorn oder Weingeist und lässt den Ansatz in einem verschlossenen Glas zwei bis sechs Wochen ziehen. Danach abseihen und dreimal täglich vor den Mahlzeiten zehn bis zwanzig Tropfen einnehmen.
Verdauung
Die Verdauung ist das Haupteinsatzgebiet des Enzians. Durch die Bitterstoffe wird die Bildung der Magensäfte angeregt. Der Appetit wird angeregt und Sodbrennen wird gemildert. Enzian wirkt außerdem leicht abführend und kann dadurch Verstopfung beheben.
Andere Einsatzgebiete
Außer zur Stärkung der Verdauung setzt die Volksheilkunde den Enzian auch zur Vorbeugung gegen Erkältungen ein. Er fördert zudem die Menstruation. Früher wurde Enzian auch bei Ohnmachtsanfälle und kalte Hände und Füße verwendet.
Achtung! Den Enzian sollte man nicht bei bestehendem Bluthochdruck einsetzen. Auch in der ersten Phase der Schwangerschaft sollte man auf den Enzian verzichten.

Geschichtliches
Der Enzian wurde aufgrund seiner intensiven Bitterstoffe schon frühzeitig als Heilpflanze geschätzt. Sein Name geht auf den illyrischen König Gentis des Altertums zurück, der heilkundig war und den Enzian gegen die Pest einsetzte.
Über alle Jahrhunderte hinweg wurde der Enzian häufig verwendet, vor allem bei Verdauungsbeschwerden, aber auch gegen allgemeine Schwäche und Blutarmut. Auch Kräuterpfarrer Kneipp schätzte den Enzian sehr und empfahl, ihn im Garten anzubauen, um seine Heilkraft immer zur Verfügung zu haben.
 
Pflanzenbeschreibung
Der gelbe Enzian ist eine typische Gebirgspflanze und wächst daher auf den bergen der Alpen. Er kommt auch auf den höchsten Bergen des Schwarzwalds und der Vogesen vor. Da der gelbe Enzian auf Kuhweiden eher ungeliebt ist und früher im großen Stil zur Gewinnung als Medizinalpflanze und für Kräuter-bitter eingesetzt wurde, wurde er immer seltener bis er so selten war, dass er unter Naturschutz gestellt werden musste. Inzwischen haben sich die Bestände durch den Schutz wieder erholt. Der Enzian ist eine mehrjährige Pflanze, die bis zu sechzig Jahre alt werden kann. Er wächst allerdings auch recht langsam und blüht meistens erst nach zehn Jahren. Die dicke, ästige Wurzel wird bis zu einen Meter lang. Besonders massive Exemplare können bis zu vier Kilo wie-gen. Außen sind die Wurzeln braun und innen gelb. Die Wurzeln des giftigen, weißen Germers, dessen Blätter denen des Enzian ähneln, sind deutlich kürzer und innen weiß. Das ermöglicht eine Unterscheidung der beiden Wurzeln. Sobald der Frühling weit genug fortgeschritten ist, dass der Schnee dauerhaft schmilzt, wachsen aus der Wurzel bodennahe Blätter. Die Blätter sind groß und spitz eiförmig. Sie haben mehrere ausgeprägte Nerven, die bogenförmig verlaufen. Wenn sich der Stängel nach oben streckt, wachsen die Blätter in Etagen gekreuzt gegenständig. Diese Blätter sind nach unten gebogen, sodass sie fast wie Schalen wirken. Ab Juni bis Anfang August blüht der Enzian mit gelben Blüten, die oberhalb der Blätteretagen in dichten Quirlen wachsen. Die Blüten sind fünfzählig und radförmig. Aus den Blüten entwickeln sich dicke aufrecht stehende Schoten, die kleine Samen enthalten. Der blaue Enzian, über den Lieder gesungen werden, ist übrigens ein naher Verwandter der gleichen Gattung. Er hat ähnliche Inhaltsstoffe, ist jedoch weniger heilkräftig.
Der Gelbe Enzian ist eine graugrüne, kräftige, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 50 bis 150 Zentimetern erreicht. Dieser Rhizomgeophyt blüht erstmals mit zehn Jahren, kann aber 40 bis 60 Jahre alt werden. Als Überdauerungsorgan wird ein kräftiges, bis armdickes Rhizom gebildet. Die Hauptwurzel besitzt an älteren Pflanzen Längen bis zu 1 Meter und Durchmesser von 3 bis 5 Zentimeter. Die oberirdischen Pflanzenteile sind durch Haare (Trichome) etwas glänzend. Anfangs wird eine grundständige Blattrosette gebildet. Die kreuzgegenständig angeordneten Laubblätter sind einfach, bis zu 30 Zentimeter lang, bis 15 Zentimeter breit, im oberen Bereich ungestielt und im unteren Bereich kurz gestielt. Die Blattspreiten sind eiförmig bis elliptisch mit fünf bis sieben kräftigen, bogenförmigen Nerven.
In den Achseln der Hochblätter stehen drei bis zehn Blüten in trugdoldigen Teilblütenständen zusammen. Der Blütenstiel ist relativ lang. Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die Blüten sind im Vergleich zu anderen Enzian-Arten sehr einfach gebaut. Die fünf häutigen Kelchblätter sind blass-gelb. Die fünf Kronblätter sind nur an ihrer Basis verwachsen und goldgelb. Die Staubblätter sind fast so lang wie die Kronblätter mit großen Staubbeuteln. Auf dem oberständigen Fruchtknoten sitzt ein kurzer Griffel, der in einer zweiteiligen Narbe endet. Die bis gut 1,3 Meter hohen, steifen Fruchtstände mit oben bis zu 150 aufwärts gerichteten zweispaltigen Fruchtkapseln in bis zu 6 "Etagen" ragen als Wintersteher oft über die Schneedecke hinaus. Die knapp 6 Zentimeter lange, fachspaltige, windstreuende Kapselfrucht enthält bis zu 100, bräunliche, abgeflachte, elliptische bis rundliche, schmal häutig geflügelte Samen. Die schmalen Flügel umringen den Samen median. Die Samen sind etwa 0,5 mm dick, ca. 3–4 mm lang und 2,5–3 mm breit (mit Flügeln), die Flügel sind nur etwa 0,5 mm breit. Die geflügelten Samen breiten sich als Gleitflieger und Adhäsionshafter aus. Jede Pflanze erzeugt etwa 10.000 Samen. Fruchtreife ist von September bis Oktober. Die Samen sind Licht- und Kältekeimer. Die Tausendkornmasse beträgt ca. 1,0–1,3g.
 
Anbautipps
Man kann den Enzian relativ gut im Garten anbauen, obwohl er normalerweise nur im Gebirge heimisch ist. Am liebsten gedeiht er auf Kalkböden, Granit oder Gneiss, man kann aber auch normale Gartenerde für ihn verwenden. Da ein aus Samen gezogener Enzian meistens zehn Jahre lang braucht, bis er das erste Mal blüht, ist es einfacher, wenn man ihn als fertige Pflanze oder Wurzel-stock kauft und im Garten einpflanzt. In tiefgründiger Erde kann die Wurzel des Enzians besonders groß werden. Da der Enzian unter Naturschutz steht, darf man ihn auf keinen Fall in der Natur ausgraben, um ihn anschließend einzupflanzen.
 
Sammeltipps
Wild wachsender Enzian darf nicht gesammelt werden, weil der Enzian geschützt ist. Nur Enzian aus dem eigenen Garten darf geerntet werden. Dazu wartet man, bis die Enzianpflanze groß und kräftig ist. Das kann etliche Jahre in Anspruch nehmen, etwa zehn Jahre alleine bis zur ersten Blüte. Die Wurzel wird im Herbst nach der Blüte oder im Frühjahr vor dem Austrieb der neuen Blätter geerntet. Die Wurzel in tiefgründiger Erde kann bis zu vier Kilo schwer werden. In manchen Fällen wird sie bis zu einen Meter lang. Nach der Ernte schneidet man die Wurzel längs durch und hängt sie auf einen Faden gefädelt an einem trockenen, warmen Ort zum Trocknen auf. Als Alternative zum Trocknen kann man die frische Enzianwurzel auch verwenden, um eine Tinktur darauf anzusetzen.

Frauenminze
Die Frauenminze, auch Balsamkraut oder Marienblatt genannt, ist eine Heilpflanze aus der Familie der Korbblütler.
Die Frauenminze ist gar keine Minze, sondern eng verwandt mit Rainfarn und Mutterkraut, sie ist also ein Korbblütler. Den Namensteil Minze erhielt die Frauenminze wohl, weil sie minzähnlich duftet, denn sie enthält ähnliche ätherische Öle wie die Minzenarten. Die Heilwirkung der Frauenminze ist auch recht ähnlich wie bei den Minzen, sie stärkt also die Verdauungsorgane. Die Wirkung gegen Frauenbeschwerden gab der Frauenminze wahrscheinlich den vorderen Teil ihres Namens. Sie fördert die Menstruation und löst krampfartige Beschwerden während der Periodenblutung. Im Mittelalter war die Frauenminze eine hochgeschätzte Heilpflanze, die in jedem Kräutergarten angebaut wurde. Heutzutage ist sie weitgehend in Vergessenheit geraten.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Verdauungsschwäche
Heilwirkung: adstringierend, antiseptisch, harntreibend, krampflösend
Anwendungsbereiche: Fieber, Blähungen, Verdauungsstörungen, Verstopfung, Würmer, Leberschwäche, Nierenschwäche, Blasenschwäche, Ödeme, Geschwollene Füße, Ohnmachtsneigung, Menstruationsbeschwerden, Menstruationsfördernd, Periodenkrämpfe, Insektenabwehr, Läuse, Wunden
wissenschaftlicher Name: Tanacetum balsamita, Chrysanthemum balsamita, Pyrethrum balsamita, Balsamita vulgaris
Pflanzenfamilie: Korbblütengewächse = Asteraceae
englischer Name: Costmary
volkstümliche Namen: Balsamkraut, Marienbalsam, Marienblatt, Riechblättchen, Schmeckablaadl
Verwendete Pflanzenteile: Blätter
Inhaltsstoffe: Ätherische Öle, Borneol, Pinene, Kampfer, Camphene, Thujon, Gerbsäure
Sammelzeit: Spätsommer
 
Anwendung
Die erste Erwähnung dieser Art unter dem Namen costum findet sich in der wohl im letzten Jahrzehnt des 8. Jahrhunderts von Karl dem Großen erlassenen Landgüterverordnung Capitulare de villis vel curtis imperii. Die Deutung des costum als Frauenminze geht auf Johann Friedrich August Kinderlings Anmerkungen zum Capitulare de villis aus dem Jahr 1799 zurückund wurde nachfolgend von Kurt Sprengel, Anton Kerner, Rudolf von Fischer-Benzon, Hermann Fischer und Heinrich Marzell übernommen und bestätigt. Unter anderem die von spätmittelalterlichen Botanikern als costus (hortorum) bezeichnete Frauenminze diente als Ersatz für die einst in der Heilkunde hochgeschätzte Kostwurzel, die Indische Kostuswurzel, die in Europa nicht im Freiland gezogen werden kann. Gestützt wird die Vermutung, dass mit costum beziehungswei-se costus die Frauenminze gemeint ist, durch die noch heute im Italienischen übliche Bezeichnung der Pflanze als erba costa, erba costina; in Griechenland wird sie costus genannt. In dem im frühen 9. Jahrhundert entstandenen St. Galler Klosterplan ist ein Beet für die Pflanze costo vorgesehen, eine weitere Erwähnung findet sich in dem im Jahr 827 abgefassten Lehrgedicht Liber de cultura hortorum des Walahfrid Strabo innerhalb der Beschreibung der Pflanze Sclarea (Salvia Sclarea). Nach Stoffler geht zwar aus dem Hortulus eindeutig hervor, daß Costus im Klostergarten gezogen wurde, unklar sei jedoch, ob damit Tanacetum balsamita L. oder Tanacetum balsamitoides Schultz. Bip. Gemeint sei. Das erste neuzeitl-iche Kräuterbuch, das die Frauenminze erwähnt, ist das erstmals im Jahr 1539 erschienene Das Kreütter Buch, Darinn Underscheidt, Namen vnnd Würckung der Kreutter, Stauden, Hecken vnnd Beumen … von Hieronymus Bock, der nicht nur eine ausführliche Beschreibung der Pflanze liefert, sondern auch ihre Anwendung als innerliches und äußerliches Heilmittel beschreibt: In wein gesotten vnnd getruncken helfe sie gegen verschiedene tierische Gifte, stillet auch den bauchfluss/vnd das Grimmen im leib, äußerlich angewendet als Fomenta [Umschläge] und schweissbäder auss dem kraut sei die Frauenminze menstruationsfördernd und schmerzstillend; Das kraut zerstossen vnd pflasters weiss auffgelegt/zertheilt die harten knollen/vnd andere geschwulst. Conrad Gessner erwähnt im Jahr 1561 die Frauenminze in seinem Werk Horti Germaniae unter dem Namen ovaria (Eierkraut), wohl weil – wie Marzell annimmt – die Blätter als Gewürz zu Eierspeisen in der Küche verwendet wurden. Die Pflanze wurde ab dieser Zeit bis in das 19. Jahrhundert hinein regelmäßig in Arzneimittellisten erwähnt, geriet dann aber in Vergessenheit. Im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts beschrieb der Arzt M. Stirnadel die wohltuende Wirkung der Frauenminze bei Gallenleiden.
Die Frauenminze wird kaum noch als Heilpflanze angewendet. Früher galt sie jedoch als wichtiges Heilmittel und wuchs in jedem Klostergarten. Die häufigste Art, Frauenminze anzuwenden ist der Tee.
Tee
Für einen Frauenminze-Tee übergießt man ein bis zwei Teelöffel Frauenminze mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen. Anschließend abseihen und in kleinen Schlucken trinken. Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich. Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschließend kann man wieder sechs Wochen lang Frauenminze-Tee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Frauenminze-Wirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.
Innerlich
Frauenminze kann man innerlich gegen Verdauungsbeschwerden einsetzen. Be-sonders gut soll sie gegen Verstopfung helfen. Außerdem hilft Frauenminze gegen Beschwerden bei der Menstruation. Früher wurde die Frauenminze auch eine stär kende Wirkung auf die Harnorgane nachgesagt. Sie regt den Harnfluss an und soll so auch gegen Wasseransammlungen im Gewebe helfen können. Im Mittelalter wurde die Frauenminze auch gegen Fieber und die Neigung zu Ohnmachtsanfällen verwendet.
Äußerlich
Äußerlich kann man Frauenminze-Tee in Form von Umschlägen, Bädern oder Waschungen anwenden. Mit dieser Art der Anwendung kann man die Wundheilung fördern. Frauenminze wurde früher auch gegen Läuse eingesetzt, ähnlich wie ihr Verwandter der Rainfarn.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Frauenminze ist eine mehrjährige, krautige Pflanze mit kräftigem Wurzelwerk. Über ihr Rhizom bildet sie Ausläufer, die große Horste bilden. Die verzweigten und flaumig behaarten Stängel erreichen eine Wuchshöhe zwischen 80 und 150 Zentimetern. Die lederigen, ungeteilten, länglich bis eiförmigen, am Rand gesägten, bläulich-grünen Laubblätter werden bis zu 20 Zentimeter lang, sind lang gestielt und auf der Unterseite fein behaart. Die erst spät im Sommer erscheinenden doldigen Rispen enthalten viele gelb-grüne Röhrenblüten, die einen Durchmesser von 4 bis 8 Millimetern haben und stark ätherisch riechen. Zungenblüten fehlen meist. Die Frauenminze ist in Südeuropa und Asien heimisch. Im Mittelalter wurde sie durch Mönche nach Mitteleuropa gebracht. Hier war sie lange Zeit eine wichtige Heilpflanze und wurde durch die Verordnung Capitulare von Karl dem Großen in allen Klöstern und staatlichen Gärten angebaut.
Die Frauenminze ist keine Minze-Art, sondern gehört in die Korbblütler-Familie. Sie ist eng verwandt mit dem Rainfarn und Mutterkraut. Die mehrjährige Staude bevorzugt nahrhaften und lockeren Boden. Sie wird bis zu 1,50 m hoch, bleibt meistens aber etwa einen Meter groß. Aus dem Rhizom treiben im Frühjahr neue Stängel aus. Die lederartigen Blätter sind länglich, eiförmig und werden bis zu 20 cm lang. Die Blütezeit ist erst spät im Sommer. Die Blüten stehen in doldigen Rispen und erinnern stark an die Blüten des Rainfarns. Sie sind jedoch etwas unscheinbarer und eher gelbgrün als leuchtend gelb. Die Blätter der Frauenminze duften sehr intensiv. Der Duft erinnert an Minze, was der Pflanze wohl ihren Namen gab.

Bachblüten
Geistig bin ich träge (Hornbeam)
Diese Menschen sind geistig etwas sehr träge
Mit der Blüte können sie ihren Geist auf Schwung bringen
Bachblüten
Ich bin leicht gereizt (Impatiens)
Diese Menschen sind sehr leicht gereizt
Mit der Bachblüte können sie das gereizte ablegen
Milch und Milchprodukte
Milchprodukte, Milch, Joghurt, Kefir, Buttermilch, Quark, Käse (möglichst unter 45% F. i. Tr. bzw. unter 20% absolut)
-     Milch ist wegen ihres hohen Nährwertes kein Getränk und zählen nicht zu den Durstlöschern. WICHTIG!: Kinder brauchen in der Pause neben der Schulmilch zusätzlich etwas zu trinken.
-     Diät-Quark, Kinderjoghurt und die meisten speziellen Kindermilchprodukte mit einem hohen Zucker (auch Traubenzucker) und/oder Fettanteil sind nicht empfehlenswert und damit den Süßigkeiten zuzuordnen
-     Butter und Sahne werden zwar aus Milch gewonnen, bestehen jedoch überwiegend aus Fett. Sind also bei den Fetten und Ölen einzuordnen.
Milch und die Vielzahl der daraus hergestellten Produkte sind ideale Lebensmittel mit hohem ernährungsphysiologischen Wert. In Mitteleuropa gehören sie zu den Grundnahrungsmitteln. Sie sind vom Kleinkind bis ins hohe Alter Lieferanten wichtiger Nährstoffe.
Hohe Nährstoffdichte in der Milch
Milch ist ein Lebensmittel mit hoher Nährstoffdichte, das heißt, sie hat in Relation zum Energiegehalt viele wichtige Nährstoffe. Besondere Bedeutung hat das Milcheiweiß: Es ist biologisch hochwertig (enthält viele essentielle Aminosäuren) und gleichzeitig eine der billigsten Eiweißquellen.
Durch Kombination von Milchprodukten mit pflanzlichen Lebensmitteln (Brot, Kartoffeln, Nudeln) in einer Mahlzeit, wird die Eiweißwertigkeit zusätzlich erhöht. Diesen Umstand können sich Vege-tarier, die kein Fleisch und keinen Fisch essen möchten, zunutze machen, um eine ausreichende Versorgung mit hochwertigem Eiweiß zu sichern.
Milchprodukte als Kalzium-Quelle
Milchprodukte haben einen hohen Stellenwert als Kalzium-Quelle. Etwa 1 Gramm Kalzium benötigen wir pro Tag, um u. a. den Aufbau und Erhalt von Knochen und Zähnen zu gewährleisten. Ohne Zufuhr von Milch und Milchprodukten ist diese Menge nur sehr schwer zu erreichen.

Gesunde Ernährung nach Hildegard
Essen und Trinken im Mittelalter
In diesem und anderen spätmittelalterlichen Kochbüchern sind überwiegend Rezepte des Adels und der reichen, städtischen Bürgerschicht aufgezeichnet, die wenig mit dem „gemeinen Volk“ zu tun hatten. So bleibt zur Rekonstruktion der Nahrungsmittel und Küche des Früh- und Hochmittelalters nur der Rückgriff auf andere Informationsquellen, vor allem der Archäologie. Bei Ausgrabungen mittelalterlicher Siedlungen und Kirchen fand man versteinerte und verkohlte Reste von Nahrungsmitteln wie beispielsweise Getreidekörner und Bohnen. Als wahre archäologische Fundgrube erweisen sich mittelalterliche Latrinen. Auf dem Weg alles Vergänglichen blieb, luftdicht in der Sickergrube versenkt, so manches organische Material erhalten, das den Wissenschaftlern heutzutage relativ genaue Aussagen über die Essgewohnheiten der damaligen Menschen ermöglicht.
Getreide stand im Mittelpunkt der Ernährung. Seit dem 10. Jahrhundert breitete sich der Anbau von Roggen in ganz Europa aus und entwickelte sich zum Hauptnahrungsmittel der Bauern, während aus feinem Weizenmehl zubereitetes Weißbrot Privileg der Reichen blieb. Auch Getreidebrei und -mus war aus der bäuerlichen Küche nicht wegzudenken. Neben Gerste und Hafer verarbeitete man Dinkel, Rispenhirse, Emmer, Einkorn und seit dem 15. Jahrhundert, auch Buchweizen.

Badezusätze
Wirkung der Pflanzenextrakte:
Fichtennadelextrakt
Fichtennadelextrakt ist ebenfalls ein häufig verwendeter, hautreizender Badezusatz in der Kneippkur. Er wirkt beruhigend auf den Stoffwechsel und das Nervensystem und hilft bei Erkrankungen der oberen Luftwege.
Haferstroh
Haferstroh hat eine ähnliche Wirkung wie Heublumen und ist auch bei den gleichen Krankheiten anzuwenden, besonders eignet es sich jedoch zur Behandlung von schwachen und nervösen Patienten.
Heublumen
Heublumen sind der gebräuchlichste Badezusatz bei Kneipp. Sie wirken hautreizend und entkrampfend auf Gallenblase, Magen, Darm und Nieren. Vor allem zu empfehlen bei Blutergüssen, Sehnenscheidenentzündung, Gicht und rheumatischen Zuständen.
Kamille
Kamille hat äußerst gute wundheilende und entzündungshemmende Eigenschaften und ist daher ideal zur Behandlung von juckenden, entzündeten Ekzemen. Bei Krampfzuständen von Bauch und Unterleib wirken Kamillensitzbäder krampflösend.

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