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Kapuzinerkresse
Die Große Kapuzinerkresse ist eine Zier- und Nutzpflanze. Die weitkriechende und gelegentlich kletternde, krautige Pflanze ist ausdauernd, wird aber häufig einjährig kultiviert, da sie frostempfindlich ist. Sie ist die Arzneipflanze des Jahres 2013.
Die Kapuzinerkresse ist anders als die meisten anderen Pflanzen, die hier wachsen. Zuerst fallen nur ihre kreisrunden Blätter auf, an denen man die Kapuzinerkresse schon von weitem erkennt. Wenn sie dann zwischen Hochsommer und Herbst ihre leuchtenden Blüten entfaltet, verliert man die interessante Blattform fast aus dem Auge, denn die Blüten sind so schön anzusehen, das man sich an ihnen kaum sattsehen kann. Obendrein ist die Kapuzinerkresse so schattenverträglich, dass sie auch dunkle Stellen unter Bäumen oder andere Schattenplätze mit Grün und kräftigen Farben erfüllen. Man kann sowohl die runden Blätter als auch die Blüten essen und mit dem leicht scharfen Geschmack seine Speisen würzen. Das ist nicht nur lecker, sondern auch sehr gesund. Kapuzinerkresse hilft nämlich gegen Erkältung und Husten.
Die Kapuzinerkresse ist eine krautige Pflanze, die sich vielerorts mit ausufernden Ranken und leuchtenden Blüten in Gelb-, Orange- und Rottönen zeigt. Dabei können Kapuzinerkressen mehr als nur schön aussehen. Der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde hat die Kapuzinerkresse zur Arzneipflanze des Jahres 2013 gekürt, denn die medizinisch bedeutenden Inhaltsstoffe der Kapuzinerkresse haben sich in Untersuchungen wirksam im Kampf gegen Bakterien, Pilze und Viren erwiesen. In der Küche werden vor allem die essbaren Blüten des Krauts geschätzt.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Erkältungen
Heilwirkung: anregend, antibiotisch, blutreinigend, pilztötend, schleimlösend
Anwendungsbereiche: Bronchitis, Grippale Infekte, Halsentzündung, Verstopfung, Infektion der Harnwege, Menstruationsfördernd
wissenschaftlicher Name: Tropaeolum majus
englischer Name: Nasturtium
Pflanzenfamilie: Kapuzinerkressengewächse = Tropaeolaceae
andere Namen: Gelbes Vögerl, Kapuzinerli, Salatblume
falsche Schreibweisen: Kapuzienerkresse
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Blüten
Inhaltsstoffe: Vitamin C, Senfölglykoside
Sammelzeit: Juni bis August
 
Anwendung
Kapuzinerkresse wird in erster Linie als gesundes Gewürz gegessen.
Innerlich
Kapuzinerkresse kann man gegen Husten und Bronchitis einsetzen, weil sie schleimlösend wirkt. Außerdem hilft Kapuzinerkresse bei Hals- und Rachenentzündungen aufgrund der antibiotischen Eigenschaften der in ihr enthaltenen Senfölglykoside. Da sie auch das Immunsystem stärkt, weil sie viel Vitamin C enthält, ist die Kapuzinerkresse eine hervorragende Heilpflanze gegen Erkältungen. Mit ihren harntreibenden Eigenschaften in Kombination mit der Desinfektion kann sie auch gegen Probleme des Harnapparates helfen. Man wendet die Kapuzinerkresse jedoch nicht als Tee an, sondern würzt damit seine Speisen, um in den Genuss ihrer gesundheitlichen Fähigkeiten zu kommen.
Verwendung in der Pflanzenheilkunde
Kapuzinerkresse findet auch Verwendung in der Pflanzenheilkunde, da sie u.a. Senföle enthält, die bakteriostatisch, virustatisch und antimykotisch wirken. Sie kommen besonders reich in der Familie der Kreuzblütler und verwandten Gewächsen vor. Zu den bekannten Vertretern gehören Meerrettich, Radieschen, Senf und Kresse. Bei den Senfölglykosiden handelt es sich um so genannte sekundäre Pflanzenstoffe, die Pflanzen zu ihrem eigenen Schutz z. B. vor Fraßschäden durch Schädlinge oder als Abwehr gegen pathogene Mikro-organismen produzieren. Winter und Willeke entdeckten bereits in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts in der Kapuzinerkresse das leicht flüchtige, hochwirksame Benzylsenföl, eine antibiotisch wirksame Substanz mit breitem antimikrobiellen Spektrum. Untersuchungen belegen eine antibakterielle Wirkung des Benzylsenföls aus der Kapuzinerkresse gegen grampositive und gramnegative Keime. Auch eine antivirale Wirkung des Senföls aus Kapuzinerkresse konnte beobachtet werden. Schon 1958 wurde in wissenschaftlichen Untersuchungen von Winter und Willeke am exembryonierten Hühnerei unter dem Einfluss der Isothiocyanate aus der Kapuzinerkresse eine starke Hemmung der Vermehrung von Influenza-Viren nachgewiesen. Das Benzylsenföl wirkt außerdem bei einer Vielzahl von Pilzen und Hefen antimykotisch. Auch Sprosspilze und andere humanpathogene Candida-Spezies reagieren hochempfindlich. Die Kapuzinerkresse wird in der Praxis kombiniert mit Meerrettichwurzel als Phytotherapeutikum zur Behandlung und Prophylaxe von Atemwegs- und Harnwegsinfekten eingesetzt. In der 2017 aktualisierten S3-Leitlinie zur Therapie von unkomplizierten Harnwegsinfektionen wird der Einsatz von Arzneimitteln mit Kapuzinerkresse und Meerrettich als pflanzliche Behandlungsmöglichkeit bei häufig wiederkehrenden Blasenentzündungen empfohlen.
Kapuzinerkresse als Heilkraut
In alten europäischen Kräuterbüchern der Frühzeit und des Mittelalters wird die Kapuzinerkresse aufgrund ihrer amerikanischen Herkunft nicht erwähnt. Spanische Überlieferungen zu Beginn der frühen Neuzeit liefern jedoch Hinweise, dass die Pflanze als Heilkraut bereits bei den Inka weit verbreitet gewesen ist. Der spanische Arzt Francisco Hernandez war der erste Europäer, der die Kressenart beschrieb und festhielt, dass die Pflanze vor allem bei Hautkrankheiten und äußeren Verletzungen verwendet wurde.
Die Kapuzinerkresse wurde zur Arzneipflanze des Jahres 2013 gewählt und hat in der Naturheilkunde recht große Bedeutung. Die Heilwirkung der Pflanze ist u.a. an den antibiotischen, antiviralen und antimykotischen Eigenschaften begründet, die vor allem durch die enthaltenden Senfölglykoside hervorgerufen wird.
Auch für die traditionelle chinesische Medizin (TCM) hat die Kapuzinerkresse Bedeutung. Dort wird sie u.a. bei leichten Erschöpfungszuständen, fehlendem Antrieb, leichten Depressionen und auch bei Infektionen der oberen Atemwege sowie der Harnwege verwendet.
Kapuzinerkresse in der Küche
Wie weiter oben im Text bereits erwähnt ist der Geschmack der Kapuzinerkres-se sehr intensiv und pfeffrig, etwas schärfer als Gartenkresse. Der Grund für die Schärfe sind Senfölglykoside, die auch gesundheitsfördernde Eigenschaften haben.
Die Pflanze kann sehr vielseitig in der Küche eingesetzt werden. Von der bei uns vorwiegend angebauten Großen Kapuzinerkresse sind neben den Blüten auch die Blätter, Knospen, Früchte und Samen essbar. Dabei können die Pflanzenteile sehr schmackhaft und unterschiedlich in der Küche verwendet werden:
Blüten
Die essbaren Blüten der Kapuzinerkresse werden oft roh oder in Salaten verzehrt. Sie eignen sich auch als essbare Dekoration
Blätter
Junge Blätter haben ein mild-scharfen Geschmack und können in Salate, Quarks oder Butter verarbeitet werden.
Fruchtknospen und Samen
Die noch unreifen Knospen können wie Kapern in Essig und Salz eingelegt werden. Reife Samen hingegen geben einen Pfefferersatz ab.
In einigen Teilen Südamerikas ist die Kapuzinerkresse ein beliebtes Lebensmittel. Jedoch handelt es sich um eine bestimmte Sorte namens Tropaeolum tuberosum alias knollige Kapuzinerkresse, die Knollen im Wurzelbereich bildet - ähnlich wie Kartoffeln. Die Kapuzinerkressenknollen werden gekocht oder getrocknet verzehrt, sind kohlenhydratarm und ein wertvoller Vitamin C-Spender.
Vor allem die essbare Blüte der Kapuzinerkresse gewinnt zunehmend an Popularität, da sie in Wildkräutersalaten aber auch knackigen Gemüsesalaten nicht nur dekorativ wirkt, sondern auch durch die pikante Geschmacksnote überzeugt. Die Blätter werden ebenfalls roh gegessen, entweder in Rohkostsalaten, als Zutat für Kräuterquark und Kräuterbutter oder als Belag auf Brot.
Ein simples und leckeres Rezept, mit dem das Aroma der Kapuzinerkresse konserviert werden kann, die Herstellung eines Essigs mit den Blüten. Die unbehandelten Blüten werden mit Apfelessig soweit bedeckt, dass die Blüten komplett in der Flüssigkeit schwimmen; anderenfalls könnte sich Schimmel bilden. Anschließend wird das Gefäß fest verschlossen und an einen dunklen Platz gestellt. Die einsetzende Verfärbung des Essigs ist hierbei vollkommen normal. Die Farbe gleicht dann in etwas der der Blüten. Wichtig zu beachten ist, dass die Essig-Blüten-Mischung einmal am Tag gut geschüttelt wird. Nach ungefähr vier Wochen ist der Essig fertig und hat den Geschmack der Kapuzinerkresse angenommen.
Kapuzinerkresse als Kapernersatz
Die Knospen bzw unreifen Samen hingegen finden als Kapern-Ersatz Verwendung. Dafür werden die ungespritzten Knollen mit Wasser abgespült und zusammen mit Salz, Essig und Wasser kurz aufgekocht. Die noch warme Brühe wird mit den Knospen in ein sauberes Glasgefäß gefüllt und fest verschlossen.
Küche
Von der Kapuzinerkresse kann man sowohl die runden Blätter als auch die Blüten essen und sogar die Knospen lassen sich lecker einlegen. All diesen Pflanzenteilen gemeinsam ist der leicht scharfe würzige Geschmack, der ein wenig an Gartenkresse erinnert. Die beiden Pflanzenarten sind jedoch nicht miteinander verwandt. Die hübschen Blüten machen sich gut als Zierde in Salaten. Auch Nachtische lassen sich mit den Blüten hübsch garnieren, denn sie sind deutlich milder als die Blätter und daher auch für Süßspeisen geeignet. Die Blätter kann man kleingehackt in Salaten, Kräuterquark, Eierspeisen, auf Kartoffeln, auf Butterbrot und anderen Speisen einsetzen. Überall, wo man frisches, würziges Grün haben will, eignen sich die Blätter der Kapuzinerkresse. Blätter, Knospen, Blüten und Samen sind essbar und erinnern mit ihrem leicht pfeffrigen Geschmack an Brunnenkresse. Knospen und unreife Samen können als Gewürz verwendet werden, mariniert oder in Essig eingelegt werden sie wie Kapern verwendet. Blätter und Blüten werden meist als Salat angerichtet.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Große Kapuzinerkresse bildet niederliegende, fleischige Stängel und wird etwa 15 bis 30 Zentimeter hoch. Findet sie eine geeignete Unterlage, kann sie als Blattstielranker drei Meter hoch klettern. Die Blätter sind schildförmig, ganzrandig, die Blattspreite ist rund bis leicht nierenförmig mit einem Durchmesser von drei bis zehn (gelegentlich bis 17) Zentimeter. Vom Blattstiel, der in der Blattmitte ansetzt, gehen neun Blattadern aus. Die Blüten sitzen in den Blattachseln einzeln an einem sechs bis 13 Zentimeter langen Blütenstiel. Sie messen drei bis sechs Zentimeter und sind gelb, orange oder rot, häufig mit dunkleren Flecken. Die fünf Kelchblätter sind lanzettlich und bis zwei Zentimeter lang. Der wenig gekrümmte Sporn misst etwa drei Zentimeter. Die beiden oberen Blütenblätter sind ganzrandig, die unteren drei weisen am Übergang von der schmalen Basis zum breiten Vorderteil des Blütenblatts Fransen auf. Die acht Staubblätter sind ungleich geformt und nicht miteinander verwachsen. Der aus drei Fruchtblättern zusammengesetzte Fruchtknoten trägt einen Griffel, der in einer dreigeteilten Narbe endet. Die Frucht zerfällt bei der Reife in drei einsamige Teilfrüchte.
Die Kapuzinerkresse stammt ursprünglich aus Süd- und Mittelamerika. Doch inzwischen ist sie in Europa heimisch geworden, wie auch in anderen gemäßigten Zonen der Erde. Man kann bei ihr also von einem Neophyten sprechen, einem pflanzlichen Einwanderer.  Ihre Gattung bildet eine eigene Familie, die Familie der Kapuzinerkressengewächse. Kapuzinerkresse wächst bevorzugt auf relativ nähstoffreichem Boden und verträgt auch schattige Standorte. Die einjährige Pflanze wird bis zu 60 Zentimeter hoch, kann aber manchmal auch klettern und wird dann entsprechend höher. Aus den dicken, runden Samen sprießen im späten Frühjahr runde Stängel, an deren Ende nahezu kreisrunde Blätter wach-sen. Die runde Form der Blätter ist eine Besonderheit unter den heimischen Pflanzen. Sie haben zudem Eigenschaften wie Lotusblätter, denn sie weisen Schmutz ab. Dreck wird einfach mit dem nächsten Tau oder Regen abgespült. Die orangefarbenen, roten oder gelben Blüten erscheinen zwischen Juni und Oktober. Diese Blüten sind etwa fünf Zentimeter groß und ausgesprochen dekorativ. Am hinteren Ende haben sie einen Sporn, der ein wenig an die Kapuzen von Mönchskutten erinnert. Diese Sporne haben der Pflanze den Namen Kapuzinerkresse eingebracht.
 
Aussaat, Anbau und Pflege im Garten
Die Kapuzinerkresse ist eine ziemlich anspruchslose Pflanze, die sich leicht im Kräutergarten oder auf dem Balkon anpflanzen lässt.
Standort und Boden
Der Standort für das beste Wachstum ist sonnig, wobei auch Halbschatten vertragen wird. Der Boden sollte nährstoffreich und leicht feucht sein. Trockene und zu sandige Böden sollten vermieden werden oder zumindest mit Bodenhilfsstoffen wie Kompost oder Bentonit verbessert werden.
Kapuzinerkresse im Hochbeet
Die nützliche Rankepflanze kann auch problemlos im Kräuterhochbeet angebaut werden. Hier werden sie am besten jeweils am Rand eingepflanzt, so dass ihre dekorativen Blüten nach unten ranken können.
Damit die Pflanze über die Zeit jedoch nicht zu sehr wuchert, sollte über das Jahr immer wieder das Breitenwachstum beobachtet werden. Wuchert sie zu sehr, sollte sie stark gekürzt werden, um das Wachstum anderer Pflanzen nicht zu unterdrücken.
Aussaat - Wie sät man Kapuzinerkresse?
Die Kapuzinerkresse zählt zu den Dunkelkeimern. Je nach Sorte werden die Samen zwischen April bis Mai im Freiland oder auf dem Balkon ausgesät und vorsichtig etwa 1,5 bis 2 cm in die Erde gedrückt. Keimdauer: Bereits nach einer Woche, spätestens nach zwei Wochen zeigen sich erste Keimblätter, die schon bald zu einer imposanten Rankpflanze gedeihen.
Kapzuzinerkresse vorziehen
Wer die Kapuzinerkresse vorziehen möchte, fängt damit im März auf der Fensterbank an. Zum Vorziehen sollte Anzuchterde mit organischem Anteil verwendet werden.
Gießen
Mit dem Gießen sollte man es nicht übertreiben. Dennoch sollte dafür gesorgt werden, dass die Pflanzen bzw. der Boden immer etwas befeuchtet ist. Zuviel Wasser führt zu unnötig viel Stress, die dazu führen kann, dass die Blüte Schaden nimmt. Staunässe verträgt die Kapuzinerkresse ebenso wenig wie längere Trockenheit.
Dünger
Auf Dünger kann in der Regel verzichtet werden. Sollte die Kapuzinerkresse keine Blüten tragen, könnte das an einer Überdüngung liegen. Normalweise blüht die Kapuzinerkresse sehr üppig und ausdauernd von Ende Mai bis in den Oktober hinein. Wenn die Pflanze in relativ nährstoffreichem Boden gepflanzt worden ist, bedarf es keiner zusätzlichen Düngung.
Pflanzenkrankheiten und Schädlinge
Ein Problem, was viele betrifft, die Kapuzinerkresse im Garten oder auf dem Balkon anbauen, sind Blattläuse. Wohl kaum eine andere Pflanze wird so stark und häufig von schwarzen Blättläusen befallen wie die Kapuzinerkresse. Allerdings bedeutet das auch, dass benachbarte Pflanzen selten oder weniger von Blattläusen angezogen werden. Einhalt kann man den Blattläusen mit natürlichen Mitteln wie Brennnesseljauche oder Nützlingen wie Florfliegen und Larven von Marienkäfern gebieten.
Als Geheimtipp gegen schwarze Blattläuse gilt auch Kieselgur, welches mit einer dünnen Lage an der Kapuzinerkresse angebracht werden kann. Kieselgur sollte jedoch nur im Notfall eingesetzt werden, da auch andere Nützlinge im Zweifel davon betroffen werden.

Kanadisches Berufkraut
Das Kanadische Berufkraut ist eine ein Meter hohe Pflanze, die ursprünglich aus Kanada und dem Norden der USA kommt. In Europa ist es in milden Gegenden inzwischen sehr verbreitet. Da die weiß-gelben Blüten des Kanadischen Berufkrautes sehr klein sind, wirkt es unscheinbar trotz seiner Größe und wird meistens übersehen oder als Unkraut betrachtet. Als Heilpflanze kann man es gegen Durchfall, zur Blutstillung und in der Frauenheilkunde einsetzen.

Steckbrief
Heilwirkung: adstringierend, blutstillend, harntreibend, tonisierend, Durchfall, Würmer, Dysenterie, Typhus, Hämorrhoiden, Hämorrhoiden Blutungen, Rheumatismus, Gicht, Blutzucker senkend, Zu starke Menstruation, Menstruationsfördernd, Wechseljahresbeschwerden, Nasenbluten, Mundschleimhautentzündungen, Zahnfleischentzündungen
wissenschaftlicher Name: Erigeron canadensis, Conyza canadensis
Pflanzenfamilie: Korbblütler = Asteraceae
englischer Name: Butterweed, Canadian Fleabane, Horseweed
volkstümlicher Name: Berufskraut, Dürrwurz, Greisenblume, Hexenkraut, Kanadische Dürrwurz, Kanadischer Katzenschweif, Scharfkraut, Widerruf
Verwendete Pflanzenteile: Kraut
Inhaltsstoffe: Gerbstoff, Gerbsäure, Ätherische Öle, Citronellal, Linalol, Flavone, Cholin, Kaffeesäure, Beta-Sitosterol
Sammelzeit: Juni bis Oktober
 
Anwendung
Von April bis Juli können die Blätter in Kräutermischungen, Kräuterbutter oder Kräutersalz verwendet werden. Der Geschmack ist würzig bitter. Das Kanadische Berufkraut wird in Europa nicht sehr häufig als Heilpflanze verwendet, weil es in der Antike, in der die Traditionen der Pflanzenheilkunde entstanden, in Europa noch nicht bekannt war. In Nordamerika wird das Kanadische Berufkraut jedoch schon lange, vor allem gegen Durchfall und zur Blutstillung.
Tee
Das Kanadische Berufkraut eignet sich zur Anwendung als Tee. Dazu übergießt man einen Teelöffel des frischen oder getrockneten Krautes mit einen Viertelliter kochendem Wasser. Zehn Minuten ziehen lassen, abseihen und dann trinken. Von dem Tee trinkt man drei Tassen täglich.
Tinktur
Man kann aus dem Kanadischen Berufkraut auch eine Tinktur ansetzen und anstelle des Tees verwenden.
Durchfall stoppend
Der Haupteinsatzzweck des Kanadischen Berufkrautes ist seine Wirkung bei Durchfall. Sogar gegen Typhus wurde es früher manchmal angewendet.
Blutstillend
Das Kanadische Berufkraut gilt als blutstillend. Man kann es zum Stillen von innerlichen und äußerlichen Blutungen verwenden. Andere blutstillende Kräuter z.B. Hirtentäschel sind jedoch wirksamer als das Kanadische Berufkraut.
Frauenheilkunde
In der Frauenheilkunde kann man das Kanadische Berufkraut gegen zu starke Monatsblutungen einsetzen. Auch gegen andere Arten von Gebärmutterblutungen kann man das Kanadische Berufkraut versuchen. Bei Gebärmutterblutungen mit ungeklärter Ursache sollte man jedoch immer der Arzt aufsuchen. Nach Geburten kann man das Kanadische Berufkraut zur Stillung des Wochenflusses verwenden, wenn dieser zu stark oder zu lange anhaltend ist. Das Kanadische Berufkraut steht auch in dem Ruf, die Menstruation zu fördern, wenn diese zu spät kommt. Der Wirkstoff Beta-Sitosterol, der im Kanadischen Berufkraut enthalten ist, ähnelt dem Östrogen. Daher kann das Kanadische Berufkraut auch gegen Wechseljahresbeschwerden helfen, sofern diese durch einen Mangel an Östrogen verursacht werden.
Küche
Die jungen Blätter kann man als Gewürz in Salaten, Kräuterquarks und Gemüsegerichten verwenden.
 
Geschichtliches
Im 17. Jahrhundert wurde das Kanadische Berufkraut in Europa eingeführt. Seitdem hat es sich stark verbreitet, weil es so viele Samen bildet, die zudem recht fruchtbar sind. Außerdem hat es lange Wurzeln, sodass es auch an Standorten gedeiht, die anderen Pflanzen zu trocken sind. Weil das Kanadische Berufkraut erst so spät nach Europa kam, gibt es naturgemäß keine Anwendungstradition seit der Antike, denn die damaligen Kräuterkundler kannten die Pflanze nicht. Da die mittelalterlichen Autoren von Kräuterbüchern sich meistens auf die Klassiker der Antike bezogen, wurde das Kanadische Berufkraut auch in deren Büchern nicht erwähnt. So drang es auch nur langsam in das Bewusstsein der Volksheilkunde. Da das Kanadische Berufkraut keine besonders starken oder einzigartigen Wirkungen hat, konnte es sich bis heute nicht durchsetzen. Nur in Ermangelung anderer geeigneter Kräuter bekommt es Gelegenheit, sich zu bewähren. Das Kanadische Berufkraut gehört zu den Berufkräutern und ist auch verwandt mit dem einjährigen Berufkraut, dem es aber kaum ähnlich sieht. Berufkräuter sind Pflanzen, die benutzt wurden, um vor bösen Geistern zu schützen. Vor allem bei Neugeborenen hatte man früher Angst, dass sie von bösen Mächten beschrien oder berufen würden, was sich unter anderem darin äußerte, dass die Säuglinge viel schrien. Zur Bekämpfung solcher Berufungen wurden die Berufkräuter in die Wiege gelegt, oder ein Tee aus den Kräutern wurde als Badezusatz verwendet.
 
Pflanzenbeschreibung
Beim Kanadischen Berufkraut handelt es sich um eine ein- bis zweijährige krautige Pflanze, die schlank aufrecht eine Wuchshöhe von 30 bis 100 Zenti-metern erreicht, an günstigen Standorten auch mehr. Sie wurzelt über 1m tief. Der Stängel ist erst im Bereich des Blütenstandes verzweigt. Die dicht stehenden, wechselständigen Laubblätter sind linealisch bis lineal-lanzettlich mit einer Breite von maximal 1 Zentimeter. Die unteren, rosettig stehenden Laubblätter sind ein wenig breiter als die oberen, schmal oval oder schmal spatelförmig und auch häufig grob gezähnt. Stängel und Blätter sind locker zottig behaart. In einem rispigen Gesamtblütenstand stehen die in der Regel sehr zahlreichen Blütenkörbchen (über 100 bis zu einigen Tausend). Die Blütenkörbchen sind etwa 3 bis 4 mm lang. Die unbehaarten Hüllblätter stehen in zwei bis drei undeutlichen Reihen, die inneren sind etwas länger als die äußeren. Jedes Blütenkörbchen enthält 50 bis 65 Blüten. Die zwittrigen Röhrenblüten sind gelblich bis grünlich, die 25 bis 45 randlichen Zungenblüten weißlich oder grünlich, ab und zu auch mit einem Violettstich. Die Zungenblüten sind nur einige Millimeter lang, mehr oder weniger aufrecht und überragen die Hülle nur um etwa 1 mm. Die Blütezeit geht in Europa von Juli bis Oktober. Bei Reife bildet sich auf den um 1mm langen Achänen ein schmutzig-weißer Pappus aus einfachen und gezähnten Haaren von 2 bis 3 mm Länge.
Das kanadische Berufkraut ist, wie der Name schon andeutet, ursprünglich in Nordamerika heimisch. Im 17. Jahrhundert kam es nach Europa und hat sich hier und im Rest der Welt stark verbreitet. Am besten gedeiht das Kanadische Berufkraut auf kalkreichem Boden an sonnigen Plätzen. Man findet es in Gärten, an Wegrändern, auf Böschungen, Schuttplätzen und Waldlichtungen. In rauhen Gegenden kommt es nur selten vor, bei mildem Klima ist es sehr häufig. Die einjährige Pflanze wird zwischen 20cm und einen Meter hoch, an besonders günstigen Stellen wird es auch höher. Die Wurzel ragt bis zu einen Meter in die Tiefe, darum gedeiht das Kanadische Berufkraut auch an trockenen Standorten. Die lanzettlich geformten Blätter wachsen quirlartig direkt am Stängel. Sie sind kurz behaart und an den Rändern leicht borstig. Ab Juli verzweigen sich die Stängel im oberen Bereich und beginnen mit der Blüte. Die zahlreichen Blüten sind sehr klein, im Durchmesser nur etwa drei Millimeter. Sie wachsen in lockeren Rispen. Die Röhrenblüten im Inneren sind gelblich oder grün, die äußeren Zungenblüten sind weiß, hellgrün oder hellviolett. Aus den Blüten entwickeln sich, wie bei Korbblütlern üblich, eine Art Pusteblumen, die die Blütenrispen in hell-bräunliche Watte hüllen. Die zahlreichen Samen fliegen durch die Luft und vermehren sich massenhaft.
 
Sammeltipps
Während der Blütezeit schneidet man die ganze oberirdische Pflanze etwa 20 cm über dem Boden ab. Dann bündelt man sie und hängt sie kopfüber an einem schattigen, luftigen Platz zum Trocknen auf. Sobald die Pflanzen getrocknet sind, trennt man die trockenen Blätter und Blütenstände vom Stängel, zerkleinert die Blätter und hebt sie möglichst kühl und trocken auf.

Bachblüten
Man lebt nicht in der Gegenwart (Honeysuckle)
Diese Menschen leben nicht in der Gegenwart
Mit der Bachblüte können sie wieder in der Jetztzeit verweilen
Bachblüten
Freude und Vitalität (Hornbeam)
Diesen Menschen fehlt einfach die Freude und die Vitalität
Mit Hornbeam können sie die fehlenden Freud und Vitalität wieder erlangen
Aufgaben von Eiweiss
-     Dem Aufbau von körpereigenem Eiweiß in den Zellen
-     Dem Aufbau von Enzymen, Hormone und Antikörper (Immunglobulinen), die an vielen Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt sind
-     Der Reproduktion der Zellensubstanz, die einem ständigen Verschleiß unterliegt
-     Der Stütz- und Schutzfunktion
Protein ist in verschiedenen Formen wichtig für den Körper. Gebildet wird es aus sogenannten Aminosäuren, die in unzähligen Kombinationen zu Eiweißen verkettet werden. Sie bilden Gitter, die stabil und trotzdem beweglich sind und die zum Beispiel Stoffe durch das Blut transportieren können. Bisher haben Forscher rund 20.000 verschiedene Grundformen unterschiedlicher Eiweiße allein im Menschen gefunden.
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