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Zwetschge
Im frühen Herbst reifen die blauen Zwetschgen, auch Pflaumen genannt, an ihren Bäumen und laden ein zu Pflaumenkuchen und Pflaumenmus. Zwetschgen schmecken jedoch nicht nur lecker, sie sind auch ein nützliches Heilmittel, das vor allem die Verdauung erleichtert.
Die Echte Zwetschge ist eine Unterart der Pflaume. Sie wird in Europa, Westasien, Nordamerika sowie Nord- und Südafrika als Obstbaum angebaut. In Österreich wird der Name teilweise auch Zwetschke geschrieben, regional in Deutschland als Zwetsche oder auch Quetsche bezeichnet.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Appetitlosigkeit, Gicht, Halsschmerzen (Blätter), Leberleiden, Nierenprobleme, Rheuma, Verstopfung
wissenschaftlicher Name: Prunus domestica
Pflanzenfamilie: Rosengewächse = Rosaceae
volkstümliche Namen: Pflaume, Zwetschke, Zwetsche, Quetsche, Plummen, Prammen
Verwendete Pflanzenteile: Laub, Harz, Früchte
Inhaltsstoffe: Eiweiß, Kohlenhydraten, Fett Stärke, Rohrzucker, Mineralstoffe, Fruchtsäuren
Sammelzeit: Laub: Mai bis August, Harz: Mai bis Juli, Früchte: September bis Oktober
 
Anwendung
Zwetschgen werden neben dem Frischverzehr auch zur Herstellung von Pflaumenmus, Kuchen (Zwetschgenkuchen), Speiseeis, Trockenobst, Essigzwetschgen oder Obstbrand (Zwetschgenwasser) verwendet. Im Tiroler Oberland wird die Zwetschge seit Jahrhunderten in Höhenlagen um etwa 1000 Meter kultiviert. Die Stanzer Zwetschke ist im Register der Traditionellen Lebensmittel des österreichischen Lebensministeriums eingetragen und ist das Leitprodukt für die Region in der Genussregion Österreich. Im Gegensatz zu Pflaumen löst sich bei Zwetschgen der Stein leicht vom Fruchtfleisch, das gilt besonders, wenn man sie mit mittlerem Druck quer zum Stein rollt, wie bei ähnlichem Obst. Das Holz des Zwetschgenbaumes hat eine Rohdichte von 0,75 bis 0,85 g/cm³ und ist wegen seiner rötlichbraunen Farbe und Härte bei Tischlern für hochwertige Möbel begehrt.
Gedörrte Zwetschgen werden eingeweicht gern gegen Verstopfung eingenommen. Am Abend weicht man fünf bis zehn trockene Pflaumen ein und nimmt sie morgens zu sich. Die Zwetschgen enthalten viel Pektin, das aufquillt und den Stuhl dadurch weich macht. Diese eingeweichten gedörrten Zwetschgen helfen aber auch bei Nierenerkrankungen, Gicht, Rheuma und Problemen der Leber. Alternativ zu den Dörrpflaumen kann man auch Zwetschgenmus einnehmen, um den Stuhlgang zu fördern.
 
Pflanzenbeschreibung
Der Zwetschgenbaum wird drei bis zehn Meter hoch. Manchmal haben seine Zweige Dornen aber nicht immer. Die elliptischen Blätter sprießen im Mai gleich-zeitig mit den weißen Blüten. Die länglichen Früchte reifen im September bis Ok-tober. Sie sind blauviolett gefärbt. Andere Pflaumensorten haben auch andere Farben, beispielsweise rot oder orange. Im Innern der Zwetschge befindet sich ein Steinkern mit spitzen Enden und rauher Schale.
Der Zwetschgenbaum erreicht Wuchshöhen von bis zu 6, selten bis zu 10 Metern. Einjährige Zweige sind mehr oder weniger kahl. Ältere Äste sind bei den meisten Sorten mit bis zu etwa 5cm langen, starken Dornen besetzt. Die einfachen Laubblätter sind gekerbt bis gesägt, auf Ober- wie Unterseite meist kahl und nur selten zerstreut behaart; sie sind zur Blütezeit erst wenig entwickelt.
Die zwittrigen Blüten sind bei einem Durchmesser von 1,5-2cm radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind länglich und auf beiden Seiten zerstreut behaart. Die fünf grünlich-weißen bis gelblich-grünen Kronblätter sind länglich. Die Steinfrucht ist bei Reife blau bis blauschwarz, bereift, 4-8cm lang, länglich-eiförmig und verjüngt sich zu den beiden Enden hin deutlich. Der Steinkern ist ei- bis halbmondförmig, abgeflacht, an beiden Enden zugespitzt und beinahe stechend. Er ist 0,47- bis 0,58-mal so dick wie lang. Seine Oberfläche ist höckerig-netzig. An der Bauchseite ist er besonders stark gegen das Stielende vorgezogen. Die Rückenfurche ist schmal und weist schräge Kammstriche auf. Das Fruchtfleisch ist mäßig saftig, fest und löst sich leicht vom Kern und bei Ofenhitze behält es seine Form.

Weißdorn
Die Weißdorne sind eine Gattung von Sträuchern oder kleinen Bäumen der Kernobstgewächse innerhalb der Familie der Rosengewächse. In den gemäßigten Klimazonen der Nordhalbkugel gibt es 200 bis 300 Arten. Der Verbreitungsschwerpunkt liegt in Nordamerika, insbesondere im östlichen Teil. In Europa werden etwa 22 Arten unterschieden, in Deutschland drei, deren Unterschiede meist nur von Fachleuten wahrgenommen werden. Da die Arten innerhalb der einzelnen Regionen leicht miteinander bastardieren, ist eine sichere Bestimmung schwierig.
Der Weißdorn fällt an Wegrändern und Hecken durch seine üppigen Frühlingsblüten und später durch die glänzenden roten Früchte auf. Seine milde Wirkung zur Stärkung des Herzens macht ihn zu einer ganz besonderen Heilpflanze, denn er wirkt messbar, aber praktisch frei von Nebenwirkungen. Daher ist der Weißdorn das Mittel der Wahl, um ein schwaches Altersherz sanft zu behandeln. So findet man ihn in zahlreichen Präparaten zur Herzstärkung.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Herzschwäche
Heilwirkung: beruhigend, durchblutungsfördernd, gefäßerweiternd
Anwendungsbereiche: Altersherz, Angina Pectoris, Arteriosklerose, Augenringe, Bluthochdruck, Erschöpfung, Herzrhythmusstörungen, Kreislaufstörungen, Nervosität, Niedriger Blutdruck, Reizbarkeit, Schlaflosigkeit, Schwindel, Wechseljahresbeschwerden
wissenschaftlicher Name: Crataegus monogyna, Crataegus laevigata, früher: Crataegus oxyacantha
Pflanzenfamilie: Rosengewächse = Rosaceae
englischer Name: Hawthorn
andere Namen: Christdorn, Haakäsen, Hagapfel, Hagäpfli, Hagedorn, Hägele, Hagewiepkes, Heckendorn, Heinzelmännerchen, Mehlbaum, Mehlbeere, Mehldorn, Mehlfässchen, Müllerbrot, Weißheckdorn, Wibelken, Wubbelken, Wyßdorn, Zaundorn
Falsche Schreibweisen: Weisdorn
Verwendete Pflanzenteile: Blüten, Blätter, Früchte
Inhaltsstoffe: Oligomere Proanthocyanidine, Crataeguslacton (Crataegussäure), ätherisches Öl, Trimethylamin, Glykosid Oxyacanthin, Gerbstoff, Saponin, Fructose, Aluminium, Kalium, Natrium, Calcium, phosphorsaure Salze
Sammelzeit: Blüten: Mai und Juni, Blätter: Mai bis September, Früchte: August und September
 
Anwendung
Weißdorn kann man wahlweise als Tee, als Tinktur oder als Fertigpräparat an-wenden. Die häufigste Art, Weißdorn anzuwenden sind inzwischen wohl Weiß-dorntabletten, aber Tee und Tinktur haben nach wie vor ihre Berechtigung.
Tee
Blüten oder Blätter
Für einen Weißdorn-Tee übergießt man ein bis zwei Teelöffel Weißdornblüten und/oder Blätter mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen. Anschließend abseihen und den Weißdorntee in kleinen Schlucken trin-ken. Wer will, kann den Tee mit Honig süßen. Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich. Anders als bei den meisten Heilpflanzen, braucht man beim Weißdorntee keine Pause nach sechs Wochen einlegen, sondern kann ihn dau-erhaft täglich trinken.
Früchte (Beeren)
Einen Tee aus den Früchten bereitet man als sanfte Abkochung zu. Bevor man die Früchte ins Wasser gibt, sollte man sie leicht zerstoßen, damit sich die Wirkstoffe besser im Teewasser lösen können. Dann gibt man ein bis zwei Teelöffel der zerstoßenen Früchte zusammen mit einer Tasse Wasser in einen Topf und lässt das Wasser kurz aufkochen. Danach lässt man den Tee zehn Minuten ziehen und seiht ihn anschließend ab. Wie beim Weißdornblüten-Tee kann man den Tee süßen und ein bis drei Tassen täglich in kleinen Schlucken trinken.
Herztee Teemischung
Mit Weißdorn als Hauptbestandteil kann man eine Teemischung zur Stärkung des Herzens zusammenstellen.
50g Weißdornblüten (evtl. plus Blätter), 30g Herzgespann, 20g Verbene (Zitronenverbene)
Von dieser Mischung nimmt man ein bis zwei Teelöffel pro Tasse Tee und übergießt die Kräuter mit kochendem Wasser. 10 bis 15 Minuten ziehen lassen und dann abseihen.
Für einen verbesserten Geschmack, eine aktivierende Wirkung auf den Stoffwechsel und ein hübscheres Aussehen kann man folgende Kräuter ergänzen:
10g Zimtblüten (oder Zimtrinde), 10g Ingwerstücke, 2g Kornblumenblüten
Diese Ergänzung ist vor allem dann sinnvoll, wenn man den Herzkraft-Tee regelmäßig als wohlschmeckenden Haustee mit Heilwirkung trinken will.
Tinktur
Um eine Weißdorn-Tinktur selbst herzustellen, übergießt man zerstoßene Weißdornfrüchte, und auf Wunsch getrocknete Weißdornblüten, in einem Schraubdeckelglas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen. Von diesen auch als Craetaegus-Tinktur bezeichneten, Herztropfen nimmt man ein bis drei mal täglich 10-50 Tropfen ein. Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.
Küche
Die Knospen der Weißdornblüten kann man im Salat essen. Zusammen mit den jungen Blättern kann man die Knospen auch als Gemüse zubereiten und leicht andünsten.
Homöopathisch
Weißdorn wird, unter dem Namen Crataegus, in niedrigen Potenzen ab D1 auch gerne homöopathisch angewendet. Die homöopathische Urtinktur von Crataegus wird aus den Früchten hergestellt, also ähnlich wie die selbstgemachte Tinktur. Vom homöopathischen Mittel Crataegus (D1 bis D3) nimmt man 3 Mal täglich 15 bis 20 Globuli oder Tropfen. Wie in der Kräuterheilkunde wird Crataegus auch homöopathisch gegen Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen verwendet. Leitsymptome und Modalitäten für die Auswahl von Crataegus sind: Schmerz unter dem linken Schlüsselbein, brennender Ausschlag und Verschlimmerung durch Wärme.
Verwendung in der Medizin (Phytotherapie)
Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt nicht eine Diagnose durch einen Arzt. Bitte hierzu den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!
Als Heilmittel wird der Weißdorn im europäischen Kulturraum erstmals im 1. Jahrhundert nach Christus von Pedanios Dioscurides erwähnt. Die Verwendung von Heilkräutern wie Weißdorn ist aber auch Bestandteil anderer Medizinsysteme wie etwa der Traditionellen Chinesischen Medizin; auch von Indianerstämmen in Amerika ist bekannt, dass sie Weißdorn verwendeten.
In der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) werden verwendet:
Die ganzen oder geschnittenen Blüten tragenden Zweige
Die Scheinfrüchte
Inhaltsstoffe sind oligomere Procyanidine (OPC), glykosidische Flavone wie Vitexin und Vitexin-Rhamnosid sowie glykosidische Flavonole wie Rutin und Hyperosid; außerdem finden sich mit einem Gehalt von 0,5 bis 1% Gerbstoffe.
Haupt-Indikation ist die chronische Myokardinsuffizienz mit daraus resultierendem zu niedrigem Blutdruck in den Stadien I und II nach Definition der New York Heart Association (NYHA). Volkstümlich finden Weißdorn-Blätter mit Blüten aber auch breitere Anwendung – zum Beispiel bei Nervosität.
Weißdorn steigert einerseits die Kontraktionskraft des Herzens, man spricht hier von einem positiv inotropen Effekt, andererseits erweitert er die Gefäße, insbesondere Herzkranzgefäße, und verbessert so die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels. Viele Herzerkrankungen sind auf einen Sauerstoffmangel des Herzmuskels zurückzuführen. Insbesondere Angina Pectoris und der Herzinfarkt gelten als Durchblutungsstörungen des Herzmuskels. Die Wirkung ist also einerseits teilweise mit Digitalis (positiv inotrop), andererseits mit einem ACE-Hemmer (gefäßerweiternd und darum durchblutungsfördernd) vergleichbar, allerdings über völlig andere Wirkmechanismen und bei anscheinend viel besserer Verträglichkeit, da die unerwünschten Wirkungen (u. a. Kumulierung) der Herzglykoside entfallen.
Die Wirkung beruht hauptsächlich auf oligomeren Proanthocyanidinen (OPC) und tritt im Vergleich zu anderen herzwirksamen Substanzen verzögert ein. Zur Herstellung werden die Enden der Zweige mit den Blüten und Blättern abgeschnitten und getrocknet, um daraus Fertigpräparate oder Tee herzustellen. Der Weißdorn wurde im Jahre 1990 zur Heilpflanze des Jahres gekürt.
In der Homöopathie wird Crataegus gelegentlich bei Herzinsuffizienz und Pulsunregelmäßigkeit mit Schmerz unter dem linken Schlüsselbein, brennendem Ausschlag und Verschlimmerung durch Wärme verwendet.
Verwendung von Früchten, Blüten, Blättern und Holz
Die Früchte des Weißdorns sind roh essbar und schmecken säuerlich-süß, sind allerdings sehr mehlig. Sie können zu Kompott oder Gelee verarbeitet werden und eignen sich dabei zum Mischen mit anderen Früchten, da sie gut gelieren. Ge-mischt mit anderen Früchten lassen sie sich auch zu vitaminreichem Saft oder Sirup verarbeiten. In Notzeiten wurden die Früchte als Mus gegessen und das getrocknete Fruchtfleisch als Mehlzusatz beim Brotbacken verwendet. Die Kerne dienten als Kaffeeersatz. Die getrockneten Blüten, Blätter und Früchte werden als Tee oder alkoholischer Auszug bei Herz- und Kreislaufstörungen angewendet. In China werden die Früchte oft zu Süßigkeiten verarbeitet. Das Holz ist sehr hart und fest (Rohdichte 0,8–0,9 g/cm³) und wurde früher häufig für Werkzeugstiele verwendet, gelegentlich auch für Schnitz- und Drechslerarbeiten.
 
Wirkung
Der Weißdorn enthält eine Vielzahl unterschiedlicher Substanzen, die wohl zusam-menwirken, um die einzig-artige Wirkungsweise des Weißdorns zu erzielen. Eine besonders wichtige Rolle dabei spielen vermutlich die oligomeren Proanthocyanidine, die zur großen Gruppe der Polyphenole gehören. Auch Crataeguslacton, die Crataegussäure, spielt wohl eine große Rolle bei der Herzwirksamkeit des Weißdorns. Das Besondere der Weißdornwirkung ist, dass das Herz gestärkt wird, und praktisch keine Nebenwirkungen auftreten. Die herzstärkende Wirkung wird im Fachjargon als positiv inotrop bezeichnet. Auch der Fingerhut (Digitalis), die wichtigste Heilpflanze zur Herzstärkung, wirkt positiv inotrop, aber er hat zahlreiche Nebenwirkungen, kann sich ansammeln und ist potentiell tödlich giftig. Der Weißdorn ist in dieser Hinsicht klar im Vorteil, allerdings wirkt er auch schwächer und hat nicht die starke Durchschlagkraft, die der Fingerhut bzw. Präparate daraus, in sehr schweren Fällen haben kann. Durch den Weißdorn werden die Blutgefäße erweitert und dadurch die allgemeine Durchblutung verbessert, vor allem die des Herzens. So kann der Weißdorn auch bei Angina pectoris helfen und gegen Herzinfarkt vorbeugen. Eine weitere Besonderheit des Weißdorns ist, dass er den Blutdruck reguliert, das heißt zu hoher Blutdruck wird gesenkt und zu niedriger Blutdruck wird erhöht. Er kann also auch Menschen mit niedrigem Blutdruck helfen, für die es nur wenige wirksame Heilpflanzen gibt. Als Nebeneffekt wirkt der Weißdorn leicht beruhigend, was unter anderem bei nervösen Herzbeschwerden hilfreich ist. Die Wirkung des Weißdorns setzt eher langsam ein, weshalb man den Weißdorn eine Weile anwenden muss, bevor man die Wirkung deutlich spürt. Dann kann man ihn langfristig nutzen, um eine dauerhafte Wirkung zu erzielen. Die Wirkung des Weißdorns ist in wissenschaftlichen Studien so gut untersucht worden, dass die Kommission E ihn für die Behandlung von Herzinsuffizienz empfiehlt.
Nebenwirkungen
Nebenwirkungen sind beim Weißdorn nicht bekannt.
 
Anwendungsgebiete
Das wichtigste Anwendungsgebiet für den Weißdorn ist die Behandlung des geschwächten Herzens, vor allem, wenn das Herz im Laufe des Älterwerdens schwächer geworden ist. Man spricht dann vom Altersherz.
Auch die viele andere Erkrankungen rund ums Herz können mithilfe des Weißdorns erfolgreich behandelt werden, z.B. Herzrhythmusstörungen, Angina Pectoris (Herzenge), nervöse Herzbeschwerden, hoher oder niedriger Blutdruck, Durchblutungsstörungen. Dazu kann man den Weißdorn wahlweise als Tee, Tinktur oder in Tablettenform anwenden. Neben-Anwendungsgebiete des Weißdorns sind Beschwerden, die mit Unruhe in Verbindung stehen, beispielsweise Nervosität, Schlafstörungen, Reizbarkeit oder Stimmungsschwankungen.
 
Magische Anwendung
Dem Weißdorn wird eine große Kraft zur Abwehr des Bösen, seien es Geister oder Verhexung zugesprochen. Dieser Umstand hat wohl dazu beigetragen, dass der Weißdorn gerne als Hecke angepflanzt wird und wurde. Sein dichter Wuchs und seine Dornen machen den Weißdorn aber auch ganz ohne Geisterabwehr zu einer sinnvollen Heckenpflanze. Schon seit dem Altertum, bis hinein ins 18. Jahrhundert, wurde im Falle einer schweren Krankheit aus Weißdornzweigen ein Tor gewunden, durch das der Kranke gehen oder krie-chen musste. Die bösen Geister der Krankheit sollten dabei abgestreift werden, sodass der Kranke gesunden konnte. Im alten Rom trug man Amulette aus Weißdornholz, um sich zu schützen. Weißdornzweige an die Stalltür genagelt, sollten das Vieh vor bösen Geistern bewahren. Wenn man einen Weißdorn-Zweig an das Fenster des Kinderzimmers stellt, soll das gegen Dämonen helfen. Eine Kinderwiege, die aus Weißdornholz hergestellt war, sollte die Kinder vor bösen Feen schützen und davor, gegen ein Wechselbalg ausgetauscht zu werden. In vielen Kulturen steht der Weißdorn im engen Zusammenhang mit der Fruchtbarkeit, aber auch mit der Keuschheit. Bei Hochzeiten dient er als Raumschmuck, damit die Ehe fruchtbar wird. Wenn man jedoch will, dass jemand enthaltsam bleibt, werden ihm Weißdornblätter ins Schlafzimmer oder unter die Matratze gelegt. Der Weißdorn ist aber auch ein Hort für gute Elfen. Die Menschen banden Stoffstreifen und Haare um Weißdornzweige, in der Hoffnung auf gute Taten von Seiten der dankbaren Elfen. In England ist der Weißdorn Teil der Baumfeen-Dreiheit. Wenn Weißdorn, Eiche und Esche zusammen stehen, kann man dort Feen sehen. Manchmal sollen Feen auch unter einzeln stehenden Weißdornbäumen leben.
 
Mythologie
Vom Weißdorn sind vielerlei mythische und rituelle Bedeutungen aus unterschiedlichen Epochen überliefert. Die verschiedenen Namen resultieren aus seiner Verwendung als Heckenpflanze zur Abgrenzung von Grundstücken und aus seiner Kraft, böse Geister abzuwehren oder vor Verhexung zu schützen. In der römischen Antike war er dem Ianus heilig. Ein in das Fenster gestellter Zweig des Weißdorns schützte Kinder vor den nächtlichen Strigen. Außerdem gilt er als Wohnung der Elfen, weshalb man in Deutschland zu früheren Zeiten Stofffetzen und Haar in die Äste des Weißdorn flocht, da das die Elfen veranlassen sollte, gute Taten am Spender zu vollbringen. Kinderwiegen aus Weißdorn sollen verhindern, dass Kinder von bösen Feen ausgetauscht werden.
In der Ballade Lenore von Gottfried August Bürger heißt es in Strophe 15 und 16:
„Wir satteln nur um Mitternacht.
Weit ritt ich her von Böhmen:
Ich habe spät mich aufgemacht
und will dich mit mir nehmen!“ –
„Ach, Wilhelm, erst herein geschwind!
Den Hagedorn durchsaust der Wind,
herein, in meinen Armen,
Herzliebster, zu erwarmen!“
„Laß sausen durch den Hagedorn,
laß sausen, Kind, laß sausen!
Der Rappe scharrt, es klirrt der Sporn;
ich darf allhier nicht hausen.
Komm, schürze, spring und schwinge dich
auf meinen Rappen hinter mich!
Muß heut noch hundert Meilen
mit dir ins Brautbett eilen.“
In Richard Wagners Götterdämmerung heißt es in (Akt 2, Szene 3):
„Groß Glück und Heil lacht nun dem Rhein,
da Hagen, der Grimme, so lustig mag sein!
Der Hagedorn sticht nun nicht mehr;
zum Hochzeitsrufer ward er bestellt.“
Bertolt Brecht dichtete in der Dreigroschenoper (3. Akt, „Lied aus der Gruft“):
„Nun hört die Stimme, die um Mitleid ruft
Macheath liegt hier nicht unter’m Hagedorn
nicht unter Buchen, nein, in einer Gruft
hierher verschlug ihn des Geschickes Zorn“
Von Wilhelm Raabe gibt es eine Ballade Der Hagedorn.
Auch in Marcel Prousts Auf der Suche nach der verlorenen Zeit spielt der Weißdorn und seine Blüte eine bedeutende Rolle. Aber ich mochte mich noch so lange vor dem Weißdorn aufhalten, ihn riechen, in meinen Gedanken, die nichts damit anzufangen wußten, seinen unsichtbaren, unveränderlichen Duft mir vorstellen ... Er steht leitmotivisch in seiner Blütenfülle für Kindheitserinnerungen des Erzählers.
 
Geschichtliches
Der Weißdorn wird erstmals von dem berühmten Arzt Dioscurides im 1. Jahrhundert n.Chr. als Heilpflanze erwähnt. Insgesamt spielte er im Altertum aber vermutlich keine sehr große Rolle in der Medizin, denn man findet bis zum späten Mittelalter nur wenig Hinweise auf ihn. Sein Holz ist sehr hart, weswegen es früher gerne für Werkzeugstiele verwendet wurde. In Notzeiten wurden bis ins 20. Jahrhundert hinein die mehligen Früchte als Mus und Mehlersatz verwendet. Die gerösteten Kerne dienten als Kaffeeersatz. Im 19. Jahrhundert wurde der Weißdorn und seine Heilkräfte erstmals wissenschaftlich untersucht und zwar von französischen und englischen Ärzten. Im Jahr 1990 war der Weißdorn die Heilpflanze des Jahres.
 
Pflanzenbeschreibung
Als Gattung sind Weißdorne vergleichsweise einheitlich und einfach zu bestimmen. Weißdorne finden sich in den gemäßigten Klimazonen der Nordhalbkugel in Wäldern und Gebüschen, kultiviert auch in Parks und Gärten. Sie sind sommergrüne Sträucher oder kleine, rundkronige Bäume, die dicht verzweigt und normalerweise dornig sind. Ihre Rinde ist glatt, grün-braun bis dunkelbraun und im Alter schuppig-rissig. Die Stämme alter Bäume sind oft spannrückig (mit Längswülsten und Furchen versehen – muskelbepackt). Ihr Holz ist hart und schwer. Die wechselständigen Blätter sind häufig auffällig gesägt, tief eingeschnitten oder gebuchtet. Die auffälligen weißen, seltener rosa oder roten Blüten stehen in Doldenrispen die Einzelblüten sind 0,7 bis 2,5 Zentimeter breit. Die meist „Beeren“ genannten, kleinen Apfelfrüchte sind 0,7 bis 2,0 Zentimeter groß und normalerweise rot oder orange, bei einigen Arten blau, schwarz oder gelb. Sie enthalten einen bis fünf aneinander geballte Steinkerne. Ihr Fruchtfleisch ist meist trocken und mehlig, nur bei wenigen Arten auch saftig. Die einzelnen Arten sind dagegen sehr schwer zu unterscheiden, da sie sich zum einen in viele Unterarten und Varietätenaufspalten (Sippenbildung), zwischen denen es wiederum Übergangsformen gibt, und zum anderen sämtliche Arten – zumindest innerhalb der einzelnen Regionen – leicht und oft miteinander bastardieren. Je nach Zählung kann sich so die in Beschreibungen der Gattung angegebene Zahl der Arten bis auf ein Mehrfaches des oben angegebenen Zahlenbereichs von 200 bis 300 steigern. Weißdorn ist auf der gesamten Nordhalbkugel im gemäßigten Klima heimisch. Er wächst bevorzugt an Waldrändern oder Hecken an möglichst sonnigen Standorten. Am liebsten wächst er auf Lehmboden, Kalkböden mag er weniger gern. Weißdorne können sehr alt werden. Einige Exemplare sind über 500 Jahre alt. In einigen Bundesländern ist der Weißdorn sehr selten geworden, sodass man ihn als bedrohte Art bezeichnen kann. In anderen Gegenden gehärt der Weißdorn zu den häufigen Sträu-chern. Eigentlich kann man gar nicht von dem Weißdorn sprechen, denn es gibt viele Weißdorn-Arten, die sich gerne miteinander kreuzen. Daher gibt es auch zahlreiche Mischlinge (Hybriden), die sich für den Laien oft kaum erkennbar von den eigentlichen Arten unterscheiden. In Deutschland gibt es vorwiegend zwei richtige Arten, den eingriffeligen Weißdorn und den zweigriffeligen Weißdorn. Ersterer hat Blüten mit einem Griffel (ein Teil der Blüte) und letzterer hat Blüten mit zwei und mehr Griffeln. Ansonsten unterscheiden sich die beiden Arten kaum voneinander. Daher werden sie und ihre Mischlinge auf dieser Webseite wie eine einzige Heilpflanze beschrieben. Der mehrjährige Strauch oder Baum wird bis zu 5 Meter hoch. Die Äste sind weit verzweigt und tragen eine gräuliche, glatte Rinde. Die Zweige haben Dornen, die etwa 2 Zentimeter lang sind. Der ganze Strauch riecht ein wenig nach Bittermandeln, sodass der feinnasige Kenner ihn schon von weitem riechen kann. Die glänzenden Blätter sind insgesamt eiförmig, haben aber mehrere Ausbuchtungen, sodass sie gelappt aussehen. Die Blatträndern sind häufig etwas gesägt. Kurz nachdem im Frühjahr die Blätter gewachsen sind, erscheinen im Mai bis Juni die weißen Blüten, die in Trugdolden stehen. Diese Blüten sehen ähnlich aus wie Apfel- und Kirschblüten und zeigen die Verwandtschaft zu diesen Bäumen. Sie haben fünf weiße, manchmal rosa angehauchte Blütenblätter. Die Blüten werden bis zu 1,5 cm groß und riechen nach Mäuseurin, wie das Deutsche Arzneibuch schreibt. Aus den Blüten entwickeln sich bis August oder September rote, glänzende Früchte, die ein wenig wie Mini-Äpfel aussehen. Der Geschmack die Früchte ist vor allem mehlig und ein wenig säuerlich.
 
Anbautipps
Weißdorn ist unkompliziert in Hinblick auf die Bodenqualität. Lehmboden ist ihm lieber als kalkreicher Boden. Er jedoch einen weitgehend sonnigen Standort. Am einfachsten ist der Anbau des Weißdorns, wenn man fertige Pflanzen kauft und einpflanzt. Diese Pflanzen setzt man am besten im Frühling in den Boden. Könner können Stecklinge vom halbreifen Holz schneiden, und den Weißdorn so vermehren. Diese Vorgehensweise ist beim Weißdorn jedoch nicht einfach.
 
Sammeltipps
Beim Sammeln von Weißdorn-Pflanzenteilen sollte man besonders darauf achten, dass der Weißdorn abseits der Straßen wächst und auch nicht in der Nähe von konventionell bewirtschafteten Feldern. Wenn man solche abseits wachsende Weißdorne gefunden hat, kann man zwei bis drei Mal im Jahr davon sammeln, denn drei verschiedene Pflanzenteile sind heilkräftig. Zwischen Mai und Juni sammelt man die weißen Blüten, eventuell auch zusammen mit Blättern. Die Blätter kann man zwischen Mai und September sammeln, also deutlich länger als die Blüten. Die Zeit für die roten Früchte kommt zwischen August und September. Wenn man Weißdorn-Teile für Tee verwenden will, sollte man sie zügig und schonend trocknen. Für die Blüten und Blätter heißt das, dass man sie geschützt im Halbschatten trocknet. Danach sollte man sie gut verschlossen aufbewahren, weil sich die Wirkstoffe durch lange Lagerung mit Luftkontakt leicht verflüchtigen.
Die Früchte werden zunächst ein paar Tage, nebeneinander liegend, in einem warmen Raum vorgetrocknet. Dann beendet man die Trocknung bei sanfter Hitze (ca. 40°) im Backofen oder im Dörrgerät. Alle heilkräftigen Teile des Weißdorns sollten jährlich neu gesammelt werden, weil sich die Wirkstoffe schnell verflüchtigen.

Bachblüten
Ich bin erschöpft (Vervain)
Diese Menschen sind deren öfteren sehr erschöpft
Mit Vervain können sie diese Erschöpfung hinter sich lassen
Bachblüten
Ich halte meist andere Menschen für dumm (Vine)
Sie halten ihre Mitmenschen meistens für dumm
Mit der Bachblüte können sie dies überwinden und halten sie nicht mehr für dumm
Regeln für die Kinder- und Jugendernährung
Regel 9: Gemüse und Obst – reich an wichtigen Nährstoffen
Regel 10: Obst ist als Frischobst am wertvollsten. Obstkonserven haben meist hohe Zuckerzu-sätze
Regel 11: Milch – unentbehrlich für Kinder
Regel 12: Fleisch – magere Sorten in mäßigen Mengen
Regel 13: Seefisch – wichtige Jodquelle
Regel 14: Fett sparsam und die Sorte Beachten
Regel 15 Süßigkeiten – in Maßen und zur richtigen Zeit
Hildegard von Bingen
Hildegard von Bingen war eine große Heilende, eine Heilkundige, wie es die Kräuter-frauen der keltischen und germanischen Frühzeit gewesen waren. Da sich ihre Heilerfolge oft nicht rational erklären ließen, wurden sie als eine Art Wunder betrachtet. Da Hildegard zugleich Prophetin des Wortes Gottes und Äbtissin war, galt ihr Heilwirken als göttliche Wundertätigkeit. Ohne diese Hintergrund wäre sie wohl eher als Hexe gebrandmarkt worden wie so viele erfolgreiche Heilerinnen über Jahrhunderte, deren ungewöhnliche Heilerfolge sich die Kirsche zur damaligen zeit nicht erklären konnte und deshalb glaubte, der Teufel sei dabei im Spiel. Die schlimmsten Auswirkungen dieser Verurteilung nicht erklärbarer Heiltätigkeit zeigten sich später in den Hexenprozessen der Inquisition. Vielleicht ist dieses Vorgehen der Kirche mit ein Grund dafür, dass Hildegards Verdienste so lange in Vergessenheit geraten waren.
Hildegard hatte noch weitere Fähigkeiten, die sie in die Nähe der Kräuterfrauen (He-xen) rückte. Sie war eine Naturkundige, eine Naturforscherin wie ihr naturkundliches Werk Physica belegt und kannte sich bestens in der Tier- und Pflanzenwelt ihrer Hei-mat aus. Ihre Sicht der Natur ist dadurch geprägt, dass sie die gesamte Welt, den sogenannten Makrokosmos, in der Entsprechung zum menschlichen Körper betrachtete, den Hildegard in dieser Sicht als kleine Welt, als Mikrokosmos, bezeichnete. Die gesamte Weltsicht einschließlich des Menschen und aller Lebewesen ist für Hildegard von Bingen von einer einheitlichen Kraft durchdrungen, der heiligen Grünkraft (sancta viriditas), die man in der heutigen Sprache als kosmische oder göttliche Energie bezeichnen würde. Als von Gott gegebene Kraft wirkt das Grüne in allen Dingen, bei allen Lebensvorgängen. So wird etwa auch die Erzeugung eines neuen Menschen bei der Vereinigung von Mann und Frau dieser Grünkraft zugeschrieben. Generell gilt für Hildegard: „Aus lichtem Grün sind Himmel und Erde geschaffen und alle Schönheit der Welt.“ Man hat sich schon viele Gedanken gemacht, weshalb Hildegard das Grün als heilige Farbe wählte, obwohl das Grün in der Tradition der heiligen Farben bis dahin nicht von Bedeutung war. Ob es unbedingt psychologischer oder farbanalytischer Deu-tungsversuche bedarf, diese Wahl zu begründen, sei dahingestellt. Nahe liegt vielmehl, dass Hildegard, wenn sie hinaus in die Natur ging, überall dort, wo sich blühen-des leben zeigte, das Überwiegen des Grünen sah.

Sebastian Kneipp
Die fünf Therapien der Kneipp-Behandlung:
  1. Hydrotherapie (Wasserheilkunde):  Sie ist das Kernstück der Kneippschen Lehre und beruht auf der Anwendung  und der Wirkung des Wassers zur Heilung von Krankheiten.
  2. Phytotherapie (Pflanzenheilkunde): Sie stellt auf der Grundlage verschiedener Heilpflanzen eine sanfte Alternative bzw. eine natürliche Ergänzung zur allgemeiner Behandlung mit Arzneien dar.
  3. Bewegungstherapie: Sie praktiziert alle Möglichkeiten der aktiven und passiven Bewegung sowie der Abhärtung.
  4. Ernährungstherapie: sie weist den Weg zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung, durch die der Körper optimal versorgt und Krankheiten vorgebeugt wird.
  5. Ordnungstherapie: Sie basiert auf einer übergeordneten Lehre, mit der Psychosomatik vergleichbar, die sich mit dem natürlichen Lebensrhythmus im Einklang mit der Seele befaßt.
Kneipp vertrat die Lehre von einer umfassenden, einer ganzheitlichen Behandlung. Es soll deshalb nicht nur auf körperliche Beschwerden eingegangen, sondern auch der geistige und seelische Zustand jeweils mit einbezogen werden.
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