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Judendorn
Die Chinesische Jujube, auch Chinesische Dattel (oder Kumul-Dattel), Rote Dattel oder Azufaifa genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Kreuzdorngewächse. Sie stammt aus Nord- und Nordostchina und wird heute weltweit kultiviert. Sie bringt kleine, ovale und essbare Früchte hervor.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Bronchitis, Husten, beruhigend
wissenschaftlicher Name: Zizyphus jujuba
Verwendete Pflanzenteile: Früchte
 
Nutzung
In China wurden sie bereits im Shennong ben cao jing unter dem Namen Zao als wichtige Arzneidroge beschrieben. Dort, und davon abgeleitet in der weiteren Tradition, wurde den Jujubefrüchten zugeschrieben, dass sie die Verdauung kräftigen, nach überstandener Krankheit die Gesundheit festigen und bei regelmäßiger Einnahme lebensverlängernd wirken. In der koreanischen Küche werden die Früchte Daechu genannt und für Tees und für die Hühnersuppe Samgyetang verwendet. In der taiwanischen Küche werden die Früchte ebenso für Suppen und Tees verwendet. Bereits in der Antike gelangte die Jujube ins Mittelmeergebiet. Plinius berichtete über sie:
„Gleichfalls fremd sind die Brustbeeren und die Tuberes, welche beide erst kürzlich, diese aus Afrika, jene aus Syrien nach Italien gekommen sind. Sextius Papinius, den ich als Consul gekannt habe, brachte sie zuerst zu uns in den letzten Lebensjahren des Kaisers Augustus und ließ sie im Lager auspflanzen. Sie gleichen mehr den Beeren als den Äpfeln, dienen aber den Wällen zur großen Zierde, denn sie reichen jetzt schon bis an die Dächer.“  
Die positive Wirkung der Jujubenfrüchte auf die Brust und auf die Lungen wurde erstmals von Gargilius Martialis beschrieben und später von arabischen Autoren bestätigt. Im 16. Jahrhundert waren die Früchte in Mitteleuropa bekannt als Brustbeerlein (Hieronymus Bock) oder Rot-Brust-Beerlin (Clusius und Dodoens). Bei Krünitz sind ausführliche Informationen über rote, schwarze und weiße Brustbeeren zu finden. Heute gilt die Jujube im Mittelmeergebiet, Südosteuropa und Kleinasien als eingebürgert, in Mitteleuropa gedeiht sie nur in Gebieten mit Weinbauklima, ihre Früchte reifen dort nur in Jahren mit vielen warmen Sommertagen. Besonders bekannt für die Ernte von Brustbeeren (ital. = giuggiole) ist das oberitalienische Städtchen Arquà Petrarca bei Padua, in dem einmal jährlich im Herbst die Festa delle Giuggiole stattfindet. Dort werden verschiedene Produkte aus den Früchten hergestellt, wie etwa Schnäpse und Konfitüren. In getrockneter Form dienen die Früchte als Brusttee bei Erkältungen; aus diesem Grunde sind sie bei Apothekern häufig auch als Brustbeere bekannt.
 
Beschreibung
Die Chinesische Jujube ist ein Baum oder seltener ein Strauch, der Wuchshöhen bis zu 10 Meter erreicht. Er ist lang und kurz bedornt oder ohne Dornen und lang verzweigt. Die Borke ist braun bis grau-braun. Die Rinde junger, biegbarer Zweige ist purpurn-rot oder auch schon grau-braun und weich. Die Nebenblätter sind zu zwei Dornen umgebildet oder fehlen ganz. Lange Dornen sind gerade und bis zu 3 Zentimeter lang. Kurze Dornen entwickeln sich an älteren Zweigen und sind umgebogen. Die Blütezeit reicht von Mai bis Juli, die Fruchtreife von August bis Oktober.
Die wechselständigen Laubblätter sind 1 bis 6 Millimeter lang gestielt, an Jungtrieben auch bis zu 1 Zentimeter lang. Sie sind obseits kahl und unterseits spärlich behaart. Die eiförmigen bis eilanzettlichen, elliptischen oder rundlichen Blattspreiten sind hellgrün und oberseits dunkelgrün. Sie sind zwischen 3 und 7 Zentimeter lang und 1,5 bis 4 Zentimeter breit und 3-nervig, papierartig mit leicht ungleicher, abgerundet bis stumpfer Basis. Der Blattrand ist fein gezähnt und die Spitze abgerundet bis stumpf, seltener spitz oder bespitzt.
Die Blüten stehen einzeln oder zu zweit bis acht in achselständigen, kurz gestielten zymösen Blütenständen. Die Blütenstiele sind zwischen 2 und 3 Millimeter lang. Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig, kahl und von gelb-grüner Farbe. Der Diskus ist dick, fleischig und fünflappig. Die Kelchblätter sind breieiförmigen sowie mittig, adaxial gekielt und rundspitzig. Die spatel- und kapuzenförmigen, schmalen Kronblätter sind alternierend zu den Kelchblättern angeordnet und etwa so lang wie die Staubblätter die am Rand des Diskuses sitzen. Der Fruchtknoten ist halboberständig und leicht in den Diskus eingesenkt. Der zweiästige Griffel ist bis etwa zur Hälfte gespalten.
Es werden rote bis rot-purpurne Steinfrüchte gebildet. Sie sind länglich bis schmal-eiförmig und zwischen 2 und 3,5 Zentimeter lang sowie 1,5 bis 2 Zentimeter im Durchmesser. Das Mesokarp ist fleischig und dick. Es schmeckt mildsüß oder leicht säuerlich. Der hellbraune, runzlige Stein ist an beiden Enden spitzig bis abgerundet. Er enthält zwei Kammern und ist ein- oder zweisamig. Die orange-braunen Samen sind abgeflacht-elliptisch und etwa 1 Millimeter lang und 0,8 Millimeter breit.

Engelwurz
Die Arznei-Engelwurz oder Echte Engelwurz ist eine Pflanzenartinnerhalb der Familie der Doldenblütler. Sie ist in den kühl-gemäßigten bis subarktischen Breiten auf der Nordhalbkugel weitverbreitet und wird in der Volksmedizin verwendet. Sie sollte nicht mit dem Riesen-Bärenklau verwechselt werden.
Die mannshohe Angelika ist eine alte Heilpflanze aus dem Norden. Früher stand sie in jedem Garten, inzwischen findet man sie jedoch häufiger verwildert als in Hausgärten. Sie gehört zur großen Familie der Doldenblütler und ist eine von den großen Vertretern dieser Familie. Trotz der Größe besteht Verwechslungsgefahr mit dem tödlich giftigen Wasserschierling. Sie sieht auch dem Kümmel oder Anis sehr ähnlich. Man sollte die Pflanze also sehr gut kennen, bevor man sie sammelt. Die Angelika hat einen angenehmen aromatischen Geruch und einen süßen Geschmack. Es gibt noch weitere Angelika-Sorten, insbesondere in der Chinesischen Medizin z.B. chinesische Angelika und Taiwan Angelika, diese sind aber keine Alternative zur heimischen Angelika. Die Angelika wird in Deutschland, Frankreich und Belgien landwirtschaftlich angebaut.
 
Steckbrief
Heilwirkung: antiseptisch,  abwehrsteigernd,  blähungstreibend (karminativ),  galletreibend (cholagog), kraftspendend, krampflösend (spasmolytisch),  magensaftfördernd, Appetitlosigkeit, Appetitmangel, Blähungen, Erkältungskrankheiten, Erschöpfungszustände, Kreislauf stabilisierend, Migräne, Rheuma, Gicht, Leberschwäche, Magen-Darm-Krämpfe, Magenschwäche, Magersucht (Anorexie), Menstruationsbeschwerden, Verdauungsprobleme, Verstopfung, Wechseljahresbeschwerden
wissenschaftlicher Name: Angelica archangelica L.
volkstümliche Namen: Artelkleewurz, Brustwurz, Dreieinigkeitswurzel, Edle Angelika, Engelwurz, Engelswurz, Engelbrustwurz, Gartenangelik, Geistwurz, Giftwürze, Glückenwurzel, Gölk, Heiligenbitter, Heiligengeistwurz, Heiligenwurzel, Luftwurz, Theriakwurz, Waldbrustwurz, Zahme Angelika, Zahnwurzel
Pflanzenfamilie: Doldenblütler = Apiaceae
englischer Name: Angelica
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel, Blätter, Samen
Gegenanzeigen: nicht bei Schwangerschaft
Nebenwirkungen: Erhöht die Empfindlichkeit für Sonnenlicht.
Anwendungsdauer:3 Wochen, länger nur bei medizinischer Betreuung.
Tages-Dosis: Wurzel 4 Gramm, Extrakt 2 Gramm
Inhaltsstoffe: ätherische Öle, Angelicin, Bergapten, Bitterstoffe, Furanocumarine, Imperatorin, Pentadecanolid, Umbelliferon, Xanthotoxin
Sammelzeit: Wurzel: zeitiges Frühjahr oder Spätherbst, Blätter: Vor der Blüte
Samen: Oktober-Dezember
 
Wirkung
Die Inhaltsstoffe entfalten schon im Mund ihre Wirkung, im Mund beginnt Speichel zu fließen. Im Magen werden Verdauungssäfte freigesetzt und die Gallenblase gibt ihre Gallenflüssigkeit frei. Auf dem Weg durch die Verdauungsorgane wirken die verschiedenen Wirkstoffe direkt am Ort der Probleme. Einige Inhaltsstoffe (Furanocumarine) erhöhen die Empfindlichkeit für Sonnenlicht und können bei empfindlichen Menschen eine Entzündung der Haut und Ekzeme verursachen.
 
Anwendung
Für einen Tee nimmt man einen halben TL trockene Wurzel auf eine Tasse Wasser. Der Tee wird kalt angesetzt, dann kurz aufgekocht und fünf Minuten ziehen gelassen. Davon trinkt man täglich bis zu zwei Tassen. Auch als Tinktur ist die Angelika geeignet. Von der Tinktur nimmt man 2-3 mal täglich 20 Tropfen. Statt der Wurzel kann man die sanfter wirkenden Samen oder getrockneten Blätter benutzen.
Heilkräftiger Pflanzenteil
Ist vor allem der Wurzelstock, der im Spätherbst des 2. Jahres nach erfolgter Aussaat ausgegraben wird. Die sorgfältig gesäuberten Wurzeln sollen zur Vermeidung des Verlustes an Aroma niemals in künstlicher Wärme getrocknet werden. Der Wurzelstock wird in der Regel der Länge nach gespalten, die Wurzeln oft zu Zöpfen geflochten und luftig am besten auf zugigen, rußfreien Dachböden aufgehängt.
Die Blätter werden vor und noch zu Beginnen der Blüte gesammelt und im Schatten getrocknet.
Die Samen sind im Spätherbst (November bis Anfangs Dezember) zu sammeln und vorsichtig zu trocknen. Das ätherische Öl der Blätter und Samen gilt als noch einer als das der Wurzel.
Heil- und Wirkstoffen
Verzeichnen wir Harz, Wachs, Bitterstoff, an organischen Säuren die Angelikasäure, ferner Apfel-, Baldrian-, Essig-,  Oxal- und Bernsteinsäure, ferner Cumarinformen wie das Angelicin, nicht zuletzt Pektin, Rohrzucker und ein ätherisches Öl mit einem sehr gewürz-haft-aromatischen Geruch.
Heilwirkung
Eine Abart unserer europäischen Angelikawurzel wurde bei Erkrankungen der Verdauungsorgane, als Nierenmittel, als Herz- und Kreislaufmittel bereits im Kräuterbuch des Kaisers Shing-nong (3.500 v. Chr.) sehr gepriesen. Tang-Kuei wurde sie genannt und der Name blieb bis heute im ganzen Fernen Osten. Die europäischen Arten der Angelika sind in den nordischen Ländern seit den ältesten Zeiten Kulturpflanzen und wurden auch als pflanzliche Nahrung verwendet. Die Lappen bereiten aus den aufgeblühten Dolden, mit kochender Rentiermilch übergossen einen Brei. Dieser topfenartige Brei wird in Tentierdärme gefüllt und diese zum Trocknen aufgehängt. Nach Wochen und Monaten werden die Därme in Scheiben geschnitten und gilt diese wohlschmeckende, käseartige Speise als sehr verdauungsfördernd. War die Angelikawurzel im Mittelalter eine berühmte Heilpflanze, so wurde sie in den pest- und Cholerazeiten zur wahren Engelwurz.
Die Angelikawurzel wird somit bei Erkrankungen der Verdauungsorgane, hauptsächlich als Mittel gegen Blähungen (Carminativum) und als appetitanregendes Mittel (Stomachicum) verwendet. Daneben werden sehr gute Heilerfolge erzielt bei Magenkatarrh bzw. Magenentzündung (Gastritis), Darmentzündung (Enteritis), Dickdarmentzündung (Colitis), bei Aufgeblähtheit des Bauches durch Gase (Meteorismus) und sogar bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren (Ulcus Ventriculi, bzw. Ulcus duoddeni) im Anfangsstadium. (Dr. Madaus). Daneben können wir auch von einer Förderung der Nierentätigkeit berichten, die durch das ätherische Öl ausgelöst wird.
Die Aufzählung der Heilkräfte dieser Wurzel ist aber noch nicht erschöpft, denn abschließend müssen wir noch berichten, dass sie auch als auswurfförderndes Heilmittel bei allen Katarrhen, Lungen- und Halsleiden sehr gute Dienste leistet.
Man kann die Wurzel getrocknet als Tee oder gepulvert verwenden. Bei der Teebereitung nehmen wir 1TL voll der kleingeschnittenen Wurzel, die man mit 1 Tasse Wasser kalt ansetzt und nach einer Weile ganz kurz aufkocht. Sehr wirkungsvoll ist auch der kalte Ansatz: am Abend kalt ansetzen, am Morgen abseihen und den abgeseihten Ansatz etwas anwärmen und schluckweise trinken. Von der gepulverten Wurzel nehmen wir 1 Messerspitze Pulver, 3-4mal täglich. Die Anwendung der Wurzel als Kräuterbad bei rheumatischen Beschwerden sowie bei nervösen Erschöpfungszuständen, hat sich gut bewährt.
Aus der Wurzel wird auch ein Destillat, der Angelika Spiritus (Spiritus Angelicae) hergestellt, leider immer seltener zu erhalten. 10-15 Tropfen, 2-3mal täglich eingenommen, sind ein innerliches antiseptisches und krampfwidriges Mittel, äußerlich wiederum als sehr gutes Einreibungsmittel bei rheumatischen Schmerzen zu gebrauchen.
Die Angelikasamen – 1TL für 1 Tasse im Aufguß, nach Bedarf – sind ein schweiß- und urintreibendes Heilmittel.
Die Blätter werden als Tee, sowie der Wurzeltee verwendet und dienen als Beigabe bei der Herstellung von magenstärkenden Kräuterschnäpsen.
Anwendung in der Volksheilkunde
Der frische Saft wird mehrmals auf Geschwüre und Abszesse geträufelt, worauf diese heilen.
Bei typhusartigen Durchfällen, kaue man fleißig die Wurzel.
Die Entzündungen des Brust- und Rippenfelles wird in der Volksheilkunde die Wurzel der Angelika als Tee oder als Einreibung verwendet.
Bei Kinderkrämpfen gebe man den Kindern Anglikatee schluckweise ein.
Bei Alkohol- oder Nikotinvergiftung verwendet die Volksheilkunde einen Teeabsud von der Angelikawurzel.
Um die Wirkung zu erhöhen verwendet die Volksheilkunde bei Magenbeschwerden, Appetitlosigkeit, Magenkrämpfen und Magenschwäche einen Mischtee mit Wermut oder mit Enzian. Bei Stuhlverstopfung eine Mischung mit Faulbaumrinde zu gleichen Teilen, jeweils 1TL der Mischung für 1 Tasse im Aufguss, 1-2 Tassen am Tage zuckerlos, schluckweise getrunken.
ANGELIKAWEIN: 602g Angelikawurzel; fein geschnitten, mit 1 Liter Weißwein durch 1-2 Tage ansetzen. Nach 24 bzw. 48 Stunden 2g Anis dazugeben und wieder 1-2 Tage ziehen lassen und schließlich abseihen. Bei Magen- und Verdauungsbeschwerden trinke man 1-2mal am Tag 1EL von diesem Wein.
Anwendung in der Homöopathie
Angelica, dil D 1-3, 3mal täglich 10-15 Tropfen werden in der Homöopathie gegen Verschleimung der Lunge und des Magens, gegen Schlaflosigkeit nervöse Beschwerden, Hysterie, bei asthmatischen Beschwerden und bei Gicht und Rheuma empfohlen.
Anwendung in der Tiermedizin
Angelikawurzeln als Tee eingegeben oder in kleinsten Mengen in das Futter eingestreut, verwendet man bei den Haustieren bei Krämpfen, Nervenstörungen und bei Verdauungsschwäche.
 
Nutzung
Verwendung finden vor allem die unterirdischen Pflanzenteile, die Bitterstoffe und ätherische Öle enthält, also zu den Amaradrogen gehört. Alkoholische Auszüge oder Tees werden gegen Appetitlosigkeit, leichte Magen- und Darmkrämpfe, Völlegefühl und Blähungen eingesetzt. Engelwurz wirkt karminativ, antimikrobiell bzw. antibiotisch und regt die Magensaft- und Bauchspeicheldrüsen-Sekretion an. In der Volksmedizin wird das ätherische Öl aus den Wurzeln innerlich bei Schlaflosigkeit und äußerlich bei Rheuma und Neuralgien angewendet. In größeren Mengen ist das ätherische Öl toxisch. Das Öl aus Wurzeln und Samen ist Bestandteil von Kräuterlikören und Bitterschnäpsen, wie Boonekamp, Bénédictine und Chartreuse. Kandierte Stängel werden als Süßigkeit und als Verzierung für Backwaren angeboten. Engelwurz ist auch Bestandteil des Schneeberger Schnupftabaks. Mit den Früchten werden Wermutwein, Gin und Chartreuse aromatisiert. Madaus nennt auch einen Choleralikör. Bei Wildsammlungen besteht eine Gefahr der Verwechslung mit anderen Doldenblütlern, etwa dem giftigen Gefleckten Schierling. Der kommerzielle Anbau erfolgt vorwiegend in Polen, den Niederlanden und Deutschland, in geringerem Ausmaß auch in Belgien, Frankreich, Italien, Schweiz und Tschechien. Angebaut werden vornehmlich Landrassen, die der Varietät sativa der Unterart archangelica zugerechnet werden und die manchmal als eigene Art Angelica sativa bezeichnet wird. Die Ernte erfolgt in der Regel im Oktober und November des zweiten Anbaujahres nach Eintritt der Vegetationsruhe. Die Erträge liegen zwischen 2,5 und 4 Tonnen pro Hektar. Der Sage nach zeigte ein Engel den Menschen die Pflanze, daher der Name. Die Lappen essen sie noch heute, bei den Grönländern sei sie nach Rikli fast die einzige pflanzliche Kost. Madaus empfiehlt besonders die frische, im Frühjahr gegrabene Wurzel der Pflanze, von ihm zitierte Autoren z.T. auch Kraut und Samen. Die Ärzte der Renaissance lobten die Hilfe der Engelwurz gegen die Pest, Paracelsus auch bei inneren Infektionen, als Herzmittel und bei Blähungen. Nach Lonicerus treibt sie Gift aus, wärmt u.a. bei Bauch- und Brustaffektionen, der Geruch soll das Herz stärken. Matthiolus schloss Fisteln mit dem Wurzelsaft. Hufeland verordnete Angelica bei Schwächezuständen während Typhus, Dysenterie, Peripneumonie und Nervenfiebern, Renner bei Hydrops, von Schwarz bei Febris puerperalis putrida, Clarus als Antiparalytikum und Stomachikum. Kneipp berichtet Erfolge bei Ruhr und Cholera, das Pulver reinige Magen und Darm, aber auch die Lunge und wirke wundheilend, bei Kolik, Unterbauchschmerzen, Hals- und Kehlkopfbeschwerden. Nach Leclerc helfen Aufguss oder Tinktur vor jeder Mahlzeit bei Appetitlosigkeit. Die Volksmedizin schätzt Engelwurz als schweißtreibendes, magenstärkendes, katarrh- und krampflösendes Mittel, in der Schweiz als Antidot und bei zähem Schleim. Kommission E empfiehlt Angelicawurzel bei Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden. Die Tagesdosis beträgt 4,5 g Droge bzw. 10-20 Tropfen ätherisches Öl. Kontraindikationen und Interaktionen sind nicht bekannt. Die enthaltenen Furanocumarine wirken UV-sensibilisierend.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Angelika ist eine zweijährige Pflanze. Im ersten Jahr bildet sie Blätter am Boden aus und im zweiten Jahr wächst sie hoch und blüht. Im blühenden Zustand wird die Angelika bis zu 2m hoch. Wie andere Doldenblütler bestehen ihre Blüten aus Dolden, die bei der Angelika eher rund als flach sind. Da sie nur sehr langsam keimt, ist es nicht so einfach, sie anzubauen. Wenn sie sich in einem Garten jedoch eingelebt hat, sät sie sich auch von selbst aus und kommt dann immer wieder.
Botanik
Als Doldengewächs hat die Angelika eine gewisse Ähnlichkeit mit Kümmel oder Anis. Der Stängel ist eine runde, gerillte, hohle, durch einen Wachsüberzug bläulich bereifte Röhre, bis zu 2m Höhe erreichend. Nach oben ist bei Stängel ästig verzweigt. Die unteren Blätter sind sehr groß, zwei- bis dreifach gefiedert, auf der Unterseite bläulich-grün. Die oberen Blätter sind bedeutend kleiner und einfach fiederteilig.
Die Blüten auf den Doldenstrahlen sind grünlich-weiß und duften honigartig. Die Doldenstrahlen haben kurze, borstige Hüllblättchen.
Die Farbe des Wurzelstockes ist braun bis rötlich-braun, der Geruch ist stark würzig, angenehm, der Geschmack ist süßlich, dann scharf und bitter.
Blütezeit
Juli und August
Standort
Selten als Wildpflanze, zerstreut auf feuchten Wiesen vorkommend, sowie an Flussläufen der deutschen Tiefebene. Weiter nördlich häufiger in den skandinavischen Gebirgen. Eine nordische Pflanze, die heute sehr viel angebaut wird. Anbaugebiete sind hauptsächlich in Deutschlang, Belgien, Frankreich, vereinzelt auch in Holland.
 
Ernte
Bei der Ernte sollten Handschuhe getragen werden, weil die Pflanzensäfte die Haut stark reizen. Die Wurzeln dürfen nicht bei Wärme oder im Backofen getrocknet werden, so sonst die wertvollen ätherischen Öle verdunsten. Gut geeignet ist ein trockener und luftiger Dachboden. Die Blätter erntet man vor der Blüte und trocknet diese sanft ohne zu erhitzen. Die Samen werden im Spätherbst oder frühen Winter geerntet und werden ohne starke Wärme oder gar Hitze sanft nachgetrocknet.
Die Arznei-Engelwurz ist eine sommergrüne, zwei- bis vierjährige, nur einmal blühende Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 1,2 bis 3 Meter, selten nur 50 Zentimeter. Sie besitzt eine dicke, manchmal gegabelte Pfahlwurzel, die bei Wildpflanzen oft rübenförmig ausgebildet ist, bei Kulturpflanzen meist kurz und mit vielen Adventivwurzeln besetzt ist. Der aufrechte Stängel ist zumindest an seiner Basis stielrund, schwach gerillt, innen markig-hohl, oben verzweigt und schmeckt sowie riecht würzig. Die grundständigen Laubblätter sind lang gestielt. Die Stiele der oberen Stängelblätter sind als weite, knospenumfassende Blattscheiden ausgebildet und haben eine weniger stark zerteilte Spreite als die unteren. Die meisten Blätter sind zwei- bis dreifach gefiedert, ihre Spreite ist hellgrün und oft 60 bis 90 Zentimeter lang. Die einzelnen Fiederabschnitte sind 5 bis 8 Zentimeter lang, eiförmig sowie am Rand grob und unregelmäßig gezähnt. Die Endfieder an der Blattspitze ist dreispaltig – im Gegensatz zur Wald-Engelwurz. Die Blattstiele sind rund und hohl. Die Blattscheiden sind fast ganz krautig bzw. häutig.
Die endständigen, halbkugeligen, doppeldoldigen Blütenstände enthalten viele Blüten. Die Doldenstiele sind nur in den obersten Bereichen behaart. Es gibt 20 bis 40 Doldenstrahlen, sie sind mindestens an den Innenseiten rauflaumig. Eine Doldenhülle ist meist nicht vorhanden. Die Hüllchenblätter sind zahlreich, von lineal-pfriemlicher Form und kürzer als bis gleich lang wie das Döldchen. Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchzähne sind undeutlich ausgebildet. Die fünf grünlich-weißen bis gelblichen Kronblätter sind nicht genagelt und bei einer Länge von 1 bis 1,5 Millimeter sowie einer Breite von 0,75 bis 1,25 Millimeter elliptisch und oben in eine ein-gebogene Spitze verschmälert. Die Griffel sind während der Anthese kurz. Die Blüten duften nach Honig und werden durch Insekten bestäubt. Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Die blassgelbe Spaltfrucht, in dieser Familie auch Doppelachäne genannt, ist bei einer Länge von 5 bis 8 Millimeter sowie einer Breite von 3,5 bis 5 Millimeter breit-elliptisch. Die rückenständigen Hauptrippen sind fädlich bis leicht gekielt und leicht vorspringend. Die Randrippen sind flügelig ausgebildet und relativ dick. Die Ölstriemen sind zahlreich, klein und umgeben das Nährgewebe ringförmig. Die Griffel sind zur Fruchtreife zurückgebogen, bis 2 Millimeter lang, dabei doppelt so lang wie das Griffelpolster.
 
Geschichte
Die Angelika wurde nicht nur als Heilmitteln, sondern auch als Nahrungsmittel genutzt. Dazu wurden die Samen mit Milch in Därmen als eine Art gewürzte Käsewurst verarbeitet, die lange lagerbar war. In Zeiten der Cholera und Pest war die Angelika ein wichtiges Heilmittel. Bauern setzten die Wurzeln auch bei ihren Tieren ein, um Koliken und andere Verdauungsprobleme zu heilen.

Bachblüten
Ich fühle mich elend (Olive)
Diese Menschen fühlen sich elendig
Hier können sie mit der Bachblüte, das elendige ablegen
Bachblüten
Ich suche die Schuld immer bei mir (Pine)
Diese suchen die Schuld von den Geschehnisse immer wieder bei sich
Die Bachblüte hilft, die Schuld die sie plagt hinter sich zu lassen
Vielseitig essen (Regel 1)
So abwechslungsreich wie möglich essen, heißt die Devise.
Die Vielfalt des Lebensmittelangebotes genießen: es gibt keine „gesunden“, „ungesunden“ oder gar „verbotenen“ Lebensmittel. Entscheidend ist die Menge, Auswahl und Kombination der Lebensmittel.
Kein Lebensmittel allein enthält alle Nährstoffe. Je abwechslungsreicher Sie essen, desto geringer ist das Risiko einer einseitigen Ernährung.
Treffen Sie eine bunte Auswahl aus allen Lebensmittelgruppen. So gelingt es Ihnen leicht, vollwertig zu essen und zu trinken.
Pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Getreide und Kartoffeln liefern viele Nährstoffe, Ballaststoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe und gleichzeitig wenige Kalorien.
Pflanzenöle und Nüsse sind zwar kalorienreich, aber auch wertvolle Nährstofflieferanten.
Um die ausreichende Versorgung mit Nährstoffen zu erleichtern, ist es sinnvoll, die pflanzlichen Lebensmittel durch tierische Lebensmittel wie Milch, Milchprodukte, Fisch, Fleisch und Eier zu ergänzen.

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