Direkt zum Seiteninhalt
LÄRCHENSCHWAMM tt
Laricifomes officinalis ist ein holzzersetzender Pilz in der Reihenfolge Polyporales. Es verursacht braune Herzfäule auf Koniferen und ist in Europa, Asien und Nordamerika sowie Marokko zu finden.  Es ist allgemein als Agarikon bekannt, ebenso wie Chinin Conk wegen seiner extrem bitteren Geschmack. DNA-Analyse unterstützt L. officinalis im Unterschied zur Gattung Fomitopsis. Die Konche wurden einstmals intensiv zur Herstellung von medizinischem Chinin gesammelt, von dem man annahm, dass es wegen des bitteren Geschmacks des pulverisierten Conks darin enthalten war. Sie enthalten jedoch kein Chinin und haben keine antimalariden Eigenschaften. Die markanten Conks können groß, bis zu zwei Fuß lang, huf- oder säulen-förmig sein. Sie sind weich, gelb-weiß, wenn sie jung sind, und werden bald weiß und kreidig. Der Verfall ist braun, kubisch gesprungen, mit dicken weißen Filzen in großen Rissen. Der Geschmack von sowohl Conks als auch Filzen ist für diese Art bitter und ausgeprägt. Ein einzelnes Konk deutet normalerweise auf vollständige Auslese hin. Infizierte Bäume können Lebensraum für Arten sein, die sich anschlingen.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Achtung! Giftig. Nur in Fertigpräparaten, homöopathisch oder äußerlich anwenden. Früher gegen Verstopfung und schweißhemmend
wissenschaftlicher Name: Laricifomes officinalis
Verwendete Pflanzenteile: Pilz
 
Anwendung
Medizinische Verwendung
L. officinalis wurde von den alten Griechen verwendet, um den Verzehr (Tuberkulose) gemäß den Schriften von Pedanius Dioscorides im Jahr 65 n. Chr. und von einigen indigenen Völkern zur Behandlung von Pocken zu behandeln. Die Anwesenheit von Agarikon an Begräbnisstätten kann darauf hindeuten, dass seine Verwendung einst weitverbreitet war. Der Mycologe Paul Stamets hat zahlreiche Untersuchungen zu den biologischen Aktivitäten von Agarikon durchgeführt. Agarikon Extrakte haben antivirale Aktivität gegen eine Reihe von Viren in vitro gezeigt. Diese Aktivität wurde spezifisch gegen Viren der Pox-Familie, HSV-1 und HSV-2, Influenza A, Influenza B und Mycobacterium tuberculosis in vitro beobachtet. Andere Forscher haben neue chlorierte Cumarine im Organismus identifiziert, die besonders niedrige minimale Hemmkonzentrationen gegen den Mycobacterium tuberculosis-Komplex zeigten.
Heilkräftiger Pflanzenteil
In der von der Rinde befreite getrocknete und in kleinere Stücke zerschnittene Schwamm. Er wird fast ausschließlich in gepulverter Form angewendet.
Heilwirkung
Der Lärchenschwamm war früher eine sehr geschätzte Heilpflanze und war unter dem Namen Agaricus albus ein Bestandteil des berühmten Lebenselixiers im Altertum und im Mittelalter.
Vom gepulverten Lärchenschwamm eine kleine Messerspitze voll eingenommen, führt stark ab und befreit den Magen und die Brust vom zähen Schleim. Zumeist wurde er mit altem Weißwein genommen und diese Heiltrank mit Lavendel, Gewürznelken und etwas Ingwer geschmacksmäßig verbessert.
Kinder und schwächliche Personen sollen dieses radikale Abführmittel nicht gebrauchen.
 
Beschreibung
Botanik
Seine Oberfläche ist höckerig, ringförmig gefurcht und weist gelbe, weißliche und bräunliche Ringstreifen auf. Die Haut ist hart und wird später rissig. Der untere Teil des Schwammes ist aus sehr feinen gelblichen bis bräunlichen Röhren zusammengesetzt. Das innere Pilzgewebe ist bei jungen Schwämmen fleischig, bei alten Schwämmen oder in getrockneten Zustande korkigartig.
Der Geruch des Schwammes ist eigenartig, mehlig und reizt zum Niesen. Der Geschmack ist süßlich, dann widerlich bitter.
Standort
Der Lärchenschwamm gedeiht zumeist an alten Lärchenstämmen in den Alpen.

MUSKATNUSS t
Wenn man an die Muskatnuss denkt, denkt man meistens auch gleich an Kartoffelbrei oder cremige, weisse Saucen, denn die Muskatnuss ist ein beliebtes Küchengewürz. Früher war die Muskatnuss so unglaublich kostbar, dass sogar Kriege darum geführt wurden. Heutzutage erhält man das exotische Gewürz relativ preiswert in jedem Supermarkt. Dass die Muskatnuss auch Heilwirkungen hat, ist hierzulande fast in Vergessenheit geraten. In Asien ist die Muskatnuss jedoch eine wichtige Heilpflanze zur Stärkung von Nerven und Verdauung. In Europa wurde die Muskatnuss im Mittelalter als Heilpflanze sehr geschätzt. Der Muskatnussbaum ist eine Pflanzenart aus der Familie der Muskatnussgewächse. Sein Samen, die Muskatnuss, und deren Samenmantel Macis werden als Gewürze verwendet. Das Wort ist eine Entlehnung aus französisch noix muscat das seinerseits von mittellateinisch nux muscata stammt und so viel wie „nach Moschus duftende Nuss“ bedeutet.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Nicht überdosieren! adstringierend, anregend, antibakteriell, beruhigend, krampflösend, Blähungen, Magenschwäche, Magenkrämpfe, Durchfall, Leberschwäche, Gallenschwäche, Kater, Rheuma, Gicht, Herzschwäche, Gedächtnisschwäche, Schlaflosigkeit, Menstruationsfördernd, Ekzeme, Flechten, Herpes
wissenschaftlicher Name: Myristica fragrans
englischer Name: Nutmeg
volkstümliche Namen: Muskat, Muskatblüte, Macis
Verwendete Pflanzenteile: Samen, Samenmantel, ätherisches Öl
Inhaltsstoffe: Ätherische Öle, Myristicin, Safrol, Elemicin, Harz, fettes Öl, Lignane, Lycopen, Terpen, Pinen, Eugenol
 
Anwendung
Von der Muskatpflanze wird der Samen als Muskatnuss und der Samenmantel als Muskatblüte verwendet. Die Muskatnuss ist erheblich verbreiteter und intensiver als die Muskatblüte. In erster Linie wird die Muskat-nuss als Küchengewürz verwendet, ihr Einsatz als Heilpflanze ist heutzutage weniger bekannt. Muskatnuss wird hauptsächlich als Gewürz oder Oleoresin, aber auch als Rauschmittel verwendet. In der Volksmedizin gilt sie als Aphrodisiakum und als Hypnotikum.
Verwendung in der traditionellen Heilkunde
Muskatnuss wird traditionell zur Konservierung (Haltbarmachung) von Speisen verwendet, sie besitzt hier antiseptische und desinfizierende Wirkung. In der traditionellen indischen Medizin des Ayurveda wird sie gegen Durchfallerkrankungen eingesetzt. Die Wirkung wurde in pharmakologischen Studien bestätigt. Außerdem wirkt sie als mildes Analgetikum. Die antimikrobielle Wirkung kann für Infektionskrankheiten sowohl bei innerer wie bei äußerlicher Anwendung hilfreich sein. In der indischen Unani-Medizin wird Muskatnuss gegen männliche Potenzstörungen verabreicht.
Verwendung als Rauschdroge
Die Rauschwirkung der Muskatnuss wurde erstmals 1829 von Jan Evangelista Purkyně beschrieben. In den üblicherweise als Gewürz genutzten Mengen ruft die Nuss keine erkennbaren Rauschwirkungen hervor; hier-für sind wesentlich höhere Dosen erforderlich. Die Einnahme der Muskatnuss erfolgt in der Regel oral, sehr selten wird sie verbrannt und inhaliert. Aufgrund des in solchen Mengen brechreizerregenden Aromas und der unvorhersehbaren Wirkungen hat sich die Muskatnuss als Droge nicht etablieren können. Die berauschende Wirkung der Muskatnuss rührt vor allem von dem im ätherischen Öl enthaltenen Myristicin her. Es wurde lange angenommen, dass diese Stoffe im Körper zu Amphetaminderivaten verstoffwechselt werden, die für die Wirkung verantwortlich seien, nach neueren Untersuchungen, bei denen keine solchen Substanz-en im Urin nachgewiesen werden konnten, gilt eine direkte Wirkung als wahrscheinlicher. Anhand der Struktur wird über eine Wirkungsweise als Monoaminooxidase-Hemmer spekuliert. Die Angaben zur Wirkung beruhen vor allem auf anekdotischen Berichten, es wird, ohne klare Datenbasis, über Experimente in der Hip-pie- und Studentenkultur der 1960er und 1970er Jahre berichtet, außerdem gibt es Fälle einer Nutzung als relativ billige und leicht beschaffbare Ersatzdroge bei Personen ohne Zugang zu potenteren Psychopharmaka. Da, neben der erwünschten Wirkung, zahlreiche unangenehme Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerz und Durchfall auftreten, und auch unerwünschte psychische Wirkungen wie Bedrohungs- und Angstzustände nicht selten sind, blieb die Verwendung gering. Auch in der Muskatblüte (Macis) kommen halluzinogene Stoffe vor.
Sonstige Anwendungen
Ätherisches Muskatöl wird als Aromastoff in Zahnpasten und als Geschmackskorrigens in Medikamenten genutzt. In der Parfümerie wird es oft herb-würzigen Männerparfümen zugesetzt. Muskatnussbutter kann nach Abtrennen des ätherischen Öls als Ersatz für Kakaobutter dienen oder gemeinsam mit anderen Fetten wie beispielsweise Baumwollsamenöl oder Kokosnussöl verwendet werden. Muskatnussbutter wird in Indien aus minderwertigen Samen gewonnen; man stellt daraus Kerzen, Zahnpasten, Seife und Parfum her.
Innerlich als Heilpflanze
Auch für die Anwendung in der Heilkunde wird die Muskatnuss vorwiegend als Gewürz in den Speisen angewendet, denn das ist die einfachste und wohlschmeckenste Form der Muskatnuss-Anwendung. Am besten wird die Muskatnuss frisch gerieben und dem Essen sparsam als Gewürz beigegeben. Als regelmäßiger Bestandteil der Ernährung wird der Muskatnuss nachgesagt, dass sie das Verdauungssystem stärkt und das Herz kräftigen kann. Besonders der Darm soll durch die Muskatnuss besser arbeiten können. Die Darmwände sollen durchlässiger für die Nährstoffe werden. Außerdem entkrampft Muskatnuss bei Blähungen und wirkt gegen Infektionen mit Durchfall. Früher wurde Muskatnuss auch verwendet, um die geistige Leistungsfähigkeit zu verbessern. Dies war ein beliebter Einsatzzweck der Muskatnuss durch Hildegard von Bingen. Im Mittelalter sagte man der Muskatnuss sogar eine heilende Wirkung gegen Pest nach. Da die Muskatnuss antibakteriell wirkt, kann solche eine Wirkung nicht einmal völlig ausgeschlossen werden. Auch die indische Heilmethode Ayurveda setzt die Muskatnuss zur Beruhigung des Nervensystems und zur Entkrampfung ein.
Muskatnuss in Milch
Man kann die geriebene Muskatnuss oder Muskatblüte in Milch oder Buttermilch aufkochen und trinken. Durch die Aufkochung in Milch lösen sich nicht nur die wasserlöslichen Stoffe, sondern auch die fettlöslichen ätherischen Öle. Solch eine Muskatmilch könnte man beispielsweise eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen trinken, um die Nerven zu beruhigen und besser schlafen zu können.
Äußerlich als Heilpflanze
In den Anbauländern wird die Muskatnuss unter anderem aufgrund ihrer antibakteriell wirkenden ätherischen Öle auch zur äußerlichen Behandlung eingesetzt. Mit Wasser zu einem Brei vermischt, soll frisch geriebene Muskatnuss gegen entzündliche Hauterkrankungen helfen. Man kann auch das ätherische Öl der Muskatnuss in Öle und Cremes einarbeiten, um die Muskatnuss äußerlich anzuwenden.
Verwendung in der Küche
In der Küche wird normalerweise frisch geriebene Muskatnuss verwendet, da ihr Aroma leicht flüchtig ist. Das Gewürz wird in Kartoffelgerichten, Suppen und Eintöpfen, in Feingebäck und häufig auch in Fleischgerichten wie Frikadellen und Schweinebratenverwendet. Es eignet sich auch als Gewürz für Spinat, Blumenkohl, Rosenkohl, Kohlrabi, Rotkohl, Erbsen und Karotten sowie Pastinaken. Aus dem gelb-orangen Fruchtfleisch wird Muskatnuss-Gelee und Muskatnuss-Sirup gekocht, der zu Pfannkuchen gegessen oder für Cocktails verwendet wird. Muskatöl spielt eine wichtige Rolle in der Lebensmittelindustrie. Gegenüber der Verwendung gemahlener Muskatnüsse bietet das Öl verschiedene Vorteile: Es ist wegen der standardisierten Würz-kraft besser dosierbar und auch besser haltbar; außerdem birgt es keine Risiken wegen möglicher Aflatoxin-Kontamination. Es wird als natürliches Geschmacksmittel in Backwaren, Sirupen, Getränken sowie Süßigkeiten verwendet und ist Bestandteil der oft unter dem Namen Muskatnuss-Würzer im Handel angebotenen Gewürzaromazubereitungen (meist auf Basis von Weizenkleie).
Gewürz in der Küche
Als Küchengewürz hat die Muskatnuss ein unverwechselbares Aroma, das bei manchen Gerichten kaum wegzudenken ist und zu vielen anderen Gerichten überhaupt nicht passen würde. Wichtig ist, dass man die Muskatnuss immer sehr sparsam dosiert, denn das Aroma ist nicht nur einzigartig, sondern auch sehr intensiv. Wo es in kleinen Mengen das Aroma der Speisen wunderbar stärken kann, kann es in zu großen Mengen den Geschmack vollständig verderben. Muskat passt wunderbar zu Kartoffelgerichten, Kohlgerichten, vielen Cremesuppen und Saucen. In Kartoffelbrei oder weißer Sauce darf ein Hauch Muskatnuss kaum fehlen. Auch zu Hackfleischgerichten und fettem Fleisch passt das herbe Muskataroma. Bei Süßspeisen ist Muskat vor allem Bestandteil in Kleingebäck, als Teil von Lebkuchengewürzmischungen. Zusammen mit Zimt (45%) und etwas Gewürznelke (10%) gehört Muskatnuss (45%) beispielsweise in die beliebten Energiekekse der Hildegard von Bingen, auch Nervenkekse genannt. Diese Kekse werden im Original aus der Gewürzmischung, Semmelbrösel und etwas Wasser hergestellt. Um den Genuss zu vergrößern, werden diese Kekse heutzutage gerne als Mürbeteig-Kekse gebacken, ähnlich wie gewöhnliches Weihnachtsgebäck.
Achtung! Von der Muskatnuss sollte man nicht zu viel einnehmen, denn sonst könnte man Kopfschmerzen, Schwindelanfälle, Wahrnehmungsstörungen und Übelkeit bekommen. Schon 4g Muskatnuss können zu   viel sein. Diese Menge erreicht man kaum als Gewürz von Mahlzeiten. Da die   Inhaltsmenge der Wirkstoffe in den Muskatnüssen sehr unterschiedlich hoch   ist, kann man einmal gemachte Erfahrungen mit der verträglichen Menge nicht   auf zukünftige Nüsse übertragen. Für Schwangere ist die Muskatnuss nicht   geeignet, weil sie menstruationsfördernd wirkt.
 
Geschichte
Im alten Ägypten war die Muskatnuss sehr wahrscheinlich nicht bekannt, die bei Mumien aufgefundenen Nüsse erwiesen sich als Palmfrüchte, auch wurde keine Muskatbutter zur Einbalsamierung verwendet. Umstritten ist, ob den Ärzten der Antike die Muskatnuss schon bekannt war. Theophrastus beschrieb ein Gewürz (Comacum) welches ähnliche Eigenschaften hat. Plinius beschrieb dieses im 1. Jahrhundert bereits als Nuss. Im 6. Jahrhundert war sie in Byzanz schon bekannt, auch in China wurden die Nüsse schon eingeführt. Um das Jahr 1000 beschrieb der persische Gelehrte Ibn Sina die „Nuss aus Banda“. Die „Früchte“ des Muskatnussbaumes gelangten vermutlich mit den Kreuzfahrern nach Europa. Die ersten gesicherten Überlieferungen in Europa stammen von Konstantin dem Afrikaner und dem byzantinischen Arzt Simon Seth, der im 10. Jahrhundert über die Muskatnuss schrieb, dass sie dem Magen, der Leber und dem Herzen nütz, aber auch bereits vor deren übermäßigem Verzehr warnte, weil sie dann den Eingeweiden schade.
Nachdem der portugiesische Seefahrer Afonso de Albuquerque den Weg zu den sogenannten Gewürzinseln freigemacht hatte, begannen die Portugiesen ab 1512 damit, die Muskatnuss als Handelsware von den Banda-Inseln erstmals nach Europa einzuführen. Die Gewürzinseln waren zu der damaligen Zeit der einzige Ort auf der Welt, wo Muskatnüsse und Gewürznelken wuchsen. Der portugiesische Arzt Garcia da Orta veröffentlichte 1563 eine Schrift, in der neben circa 50 anderen Pflanzen auch Cannabis, Opium und die Muskatnuss beschrieben werden. Die Muskatnuss entwickelte sich dann im 16. Jahrhundert zum Gold Ostindiens. Briten, Spanier, Portugiesen und Niederländer bekriegten sich wegen der Frucht des Muskatnussbaumes. Im Jahre 1621 kam der niederländische Generalgouverneur Jan Pieterszoon Coen mit 2000 Mann auf den Banda-Inseln an und begann sofort mit der Exstirpation (Ausrottung) der einheimischen Bevölkerung, d. h. der größte Teil der Inselbevölkerung wurde umgebracht, schätzungsweise 15.000 Menschen, und durch Sklavenarbeiter aus anderen Gebieten ersetzt. Mit diesem brutalen Vorgehen sicherten sich die Niederländer den Muskatnuss-Monopolhandel für die nächsten 150 Jahre. Erst im Jahre 1753 gelang es Pierre Poivre, dem französischen Statthalter von Mauritius (damals Île de France), einige Muskatnussgewächse aus Niederländisch-Indien herauszuschmuggeln und damit einen Plantagenanbau auf Mauritius zu beginnen. Das holländische Monopol wurde Ende des 18. Jh. von den Engländern durch die Eroberung der Molukken gebrochen. Diese führten dann den Muskatnuss-Anbau in Singapur, Penang, Sumatra, Sri Lanka und den westindischen Inseln ein.
Im Kampf um das Muskatnuss-Monopol wurde ein geschichtsträchtiger Tausch getätigt. Am 18. April 1667 tauschten die Briten die kleine Insel Run im Ostindischen Archipel gegen die viel größere Insel Manhattan an der amerikanischen Ostküste ein, die bis dahin in niederländischer Hand war und damals weniger als 1000 Einwohner hatte. Heute findet man die Insel Run, wie auch die anderen Banda-Inseln, kaum noch auf einer Karte. Auf Kupferstichen des 17. Jahrhunderts wurde der Name der Insel in unverhältnismäßig großen Buchstaben dargestellt. Die Insel Run ist nur etwa 3000 Meter lang und 750 Meter breit. Sie galt als Ort sagenhafter Reichtümer, da sie mit Muskatnussbäumen bewachsen war.
Zur Zeit der niederländischen Vormachtstellung wurden auf vielen anderen Inseln die Muskatnussbäume abgeholzt. Die Niederländische Ostindien-Kompanie (VOC) wollte damit eine Monopolstellung im Handel aufbauen, was ihr zeitweise auch gelang. Als der Muskatnuss in England während der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zugeschrieben wurde, die einzig wirksame Medizin gegen die Pest zu sein, waren die Preiserhöhungen nicht mehr aufzuhalten. 1735 verbrannten die Holländer 570 Tonnen Muskatnüsse um den Preis in die Höhe zu treiben.
Mitte des 16. Jahrhunderts verkauften die einheimischen Händler auf den Banda-Inseln zehn Pfund Muskatnuss für weniger als einen englischen Penny. In England wurde Muskatnuss für mehr als zwei englische Pfund und zehn Schilling verkauft (damals mehr als der Wochenlohn eines Arbeiters), also ein Preisverhältnis von 1 zu 600.
 
Pflanzenbeschreibung
Bei Myristica fragrans handelt es sich um einen immergrünen Baum, der Wuchshöhen von 5 bis 18 Meter erreicht. Die Borke und die grünlichgraue bis olivfarbene Rinde älterer Zweige sind glatt, anfangs flaumig behaart. Die wechselständigen Laubblätter sind einfach und sechs bis zwölf Millimeter lang gestielt. Die fast ledrige, elliptische Blattspreite weist eine Größe von vier bis acht Zentimeter auf, ist oberseits dunkelgrün und unterseits heller. Myristica fragrans ist diözisch, d. h., es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Vier bis acht oder mehr männliche Blüten befinden sich im 2,5 bis 5 Zentimeter großen, kurz gestielten Blütenstand. Die 10 bis 15 Millimeter lang gestielten männlichen Blüten besitzen drei bis vier blassgelbe, 5 bis 7 Millimeter lange Blütenhüllblätter und neun bis zwölf Staubblätter. Eine bis wenige weibliche Blüten befinden sich in einem Blütenstand. Die acht bis zwölf Millimeter lang gestielten weiblichen Blüten besitzen sechsmal vier Millimeter große, blassgelbe Blütenhüllblätter und einen Stempel mit extrem kurzen Griffel mit zwei winzgen Narben. Die Blütezeit reicht von März bis Juli. Auf Plantagen werden hauptsächlich weibliche Bäume kultiviert. An einem 10 bis 15 Millimeter langen Stiel befindet sich die bei Reife ockergelbe oder orangefarbene, birnenförmige bis fast kugelige Balgfrucht, sie ist beerenartig, springt aber auf. Die Frucht weist eine Länge von acht bis zehn Zentimeter und einen Durchmesser von 3,5 bis 5 Zentimeter auf. Die zwei bis dreimal etwa zwei Zentimeter großen, rundlichen Samen sind von einem rötlichen, fleischigen, ölhaltigen Samenmantel umgeben. Der Kern des Samens, wie auch der Samenmantel, wird sowohl als Gewürz wie auch als Droge verwendet. In der Umgangssprache bezeichnet man den Samen als Muskatnuss oder Muskat und den Samenmantel als Muskatblüte oder Macis. Die kurzen, gekrausten Keimblätter sind an ihrer Basis verwachsen.
Der Muskatnussbaum ist ursprünglich auf verschiedenen indonesischen Inseln heimisch gewesen. Schon lange wurde er jedoch in vielen Gegenden im Bereich des indischen Ozeans angebaut. Inzwischen wird er weltweit in tropischen Gebieten angebaut, beispielsweise in der Karibik und auf der Antilleninsel Grenada, wenn jedoch auch nirgendwo so intensiv wie in Indonesien. Der Baum wird bis zu 20 Meter hoch, bleibt aber auch häufig bei fünf Metern Höhe. Seine graugrüne Rinde ist glatt. Die elliptischen Blätter sind auf der Ober-seite dunkelgrün. Zwischen März und Juli blüht der Muskatnussbaum mit gelblichen Blüten. Männliche und weibliche Blüten wachsen auf unterschiedlichen Bäumen. Nur die weiblichen Bäume tragen anschließend die aprikosenartigen Früchte. Außen sind die Früchte fleischig und aprikosengelb. Diese Frucht springt auf, wenn die Muskatnuss reif ist.
Der Samen wird von einer rötlichen Hülle umgeben. Diese Hülle wird getrocknet als Muskatblüte angeboten, obwohl sie gar keine Blüte ist. Der innere Kern des Samens ist die Muskatnuss.

BACHBLÜTE AGRIMONY
Ich stehe gerne im Mittelpunkt                     
Diese stehen nur allzu gerne im Mittelpunkt bei Freunden oder in einer größeren Gesellschaft
Im Positiven Zustand sind sie Teil der Gesellschaft und zwicken sich nicht mehr in den Mittelpunkt

BACHBLÜTE ASPEN
Bei Geräuschen reagiere ich überempfindlich       
Bei gewissen Geräuschen reagieren diese Menschen auch extrem überempfindlich
Im positiven Zustand können sie diese Geräusche akzeptieren und reagieren gelassen darauf

Essen nach den Jahreszeiten
Wenn ein Mensch rohe Äpfel oder rohe Birnen oder rohes Gemüse oder andere rohe Speisen zu sich genommen hat, die weder auf dem Feuer noch mit irgendeinem Gewürz zubereitet wurden, können sie in seinem Magen nicht leicht gar werden.                                         Hl. Hildegard
Der Winter ist auch die Zeit der Suppen. Da gibt es dicke Gemüsesuppen oder Suppen aus Getreideflocken, -körnern oder -grieß. Klug gewürzt ergeben sie eine gute Speise, die satt macht, den Organismus stärkt und so richtig von innen her durchwärmt. Joghurt sollte nach dem Hildegardprinzip im Winter gar nicht gegessen werden, weil es kühlt, es ist eine Speise für die heißen Sommermonate.
Hildegard empfiehlt unter den Gemüsesorten besonders den Fenchel. Sellerie sollen jene meiden, die an „Melancholie“ leiden und Rettich sollen nur „Kräftige und Fette“ essen, den „Kranken und Mageren“ schadet er. Zwiebeln, sagt Hildegard, sind überhaupt nur im gekochtem Zustand gut verträglich und magenkranken wird geraten, sie gänzlich zu meiden.

Der Kopfguß
Der Kopfguß ist eine außerordentlich starke Anwendung und wird heutzutage kaum mehr durchgeführt.
Achtung: Niemals dar er ohne ärztliche Verordnung angewendet werden!
In der modernen Kneipp-Literatur ist er nur noch selten beschrieben, dennoch der Vollständigkeit halber hier der Originaltext:
TECHNIK
Er wird gemacht, indem man von der rechten oder linken Seite oder hinter dem Ohr zu gießen beginnt, bis man auf die Mitte des Kopfes kommt. Auch hier soll wiederum das Wasser gleichmäßig über den Kopf laufen. Ein Gießer voll Wasser reicht gewöhnlich aus, ist jedoch der Körper robust und kräftig, so können mitunter auch zwei Gießer voll Wasser genommen werden.
Der Kopfguß darf nicht oft genommen werden und es ist viel besser, ihn für sich allein zu nehmen. Wenn jedesmal mit dem Oberguß zugleich ein Kopfguß vorgenommen würde, so würde man einerseits zu viel Blut in den Kopf leiten, andererseits könnte aber auch die oftmalige Durchleiten, anderseits könnte aber auch die oftmalige Durchnässung der Kopfhaare verschiedene Krankheiten hervorrufen wie Kopfweh, Krämpfe usw. Nach vielen Versuchen habe ich es für das Beste gefunden, den Kopf nur selten mit Wasseranwendungen zu traktieren und wenn man es tut, dabei recht vorsichtig zu Werke zu gehen. Es soll also bei den gewöhnlichen Gießungen der Kopf nicht begossen werden, außer er sei schon hinlänglich abgehärtet, wer jedoch wirklich einen Kopfguß zu nehmen hat, der nehme ihn gesondert und zwar mit großer Vorsicht.
WIRKUNG
Der Zweck des Kopfgusses ist, alle Teile des Kopfes zu kräftigen und zu stärken. Wie eine ermüdete Hand, wenn sie mit frischem Wasser gewaschen wird, wiederum neu gekräftigt ist, so nimmt auch ein Kopfguss die Schwäche hinweg und kräftigt den ganzen Kopf.

Zurück zum Seiteninhalt