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Bittersüßer Nachtschatten tt
Der Bittersüße Nachtschatten ist ein giftiger Halbstrauch, der in Europa, Nordamerika und Asien zu finden ist. Auch als Zierpflanze findet sie sich in Gärten. Die Blüten sind violett und die reifen Beeren sind rot. Die Pflanze wird von Heilkundigen schon seit tausenden von Jahren eingesetzt, auch die Homöopathie nutzt den Bittersüßen Nachtschatten. Man selbst sollte auf die innere Anwendung dieser giftigen Pflanze verzichten.
Der Bittersüße Nachtschatten ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Nachtschatten in der Familie der Nachtschattengewächse. Zu seltener oder früher verwendeten Trivialnamen zählen Alpranke, Bittersüß, Hirschkraut, Heischkraut Mäuseholz, Saurebe, Seidelbeere, wilde Stickwurz und Wasserranke. Er ist giftig, er enthält das Saponin Solanin und andere Alkaloide. Die arzneilich genutzten Stängel werden Solani dulcamarae stipites genannt.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Hauterkrankungen, Gicht, Husten, Rheuma
Heilwirkung: Pflanzenheilkunde: adstringierend, antiallergisch, antimikrobiell, antimykotisch, antirheumatisch, auswurffördernd, beruhigend, blutreinigend, entzündungshemmend, fiebersenkend, gewebeverdichtend, harntreibend, kortisonähnlich, kühlend, narkotisierend, schleimhautreizend, schleimlösend, schmerzstillend, Homöopathie: abwehrstärkend, auswurffördernd, schweißtreibend
Anwendungsbereiche: Pflanzenheilkunde: Abführmittel, Asthma, Brechmittel, Cellulite, Cellulitis, Colitis ulcerosa, Dermatitis, Dickdarmentzündung, Drüsenschwellung, Ekzem, Entgiftung, Fieber, Gelbsucht, Gerstenkorn, Geschwulst, Geschwüre, Gicht, Hautauschläge, Hauterkrankungen, Hautjucken, Husten, Keuchhusten, Krebs, Neurodermitis Rheuma, Schmerzen, Schuppenflechte, Syphilis, Übelkeit, Warzen, Homöopathie: Blasenentzündung, Entgiftung, Gastroen-teritis, Gelenkschmerzen, Hautausschlag, Muskelschmerzen, Nesselsucht, Rheumatismus, Schnupfen
wissenschaftlicher Name: Solanum dulcamara L.
Pflanzenfamilie: Nachtschattengewächse = Solanaceae
englischer Name: Bitter Nightshade, Bittersweet, Bittersweet Nightshade, Woody Nightshade
volkstümlicher Name: Alfenkraut, Alpranke, Bittersüßer Nachtschatten, Hirschkraut, Mäuseholz, Natterholz, Pißranken, Rote Hundsbeere, Seidelbeere, Teufelsklatten
Verwendete Pflanzenteile: Beeren, Blätter, Stängel, Wurzelrinde
Inhaltsstoffe: Alkaloide, Atropin, Bitterstoffe, Campesterol, Cycloartenol, Gerbstoff, Gerbsäure, Saponine, Solacein, Solamarin, Solanein, Solanin, Solasodin, Steroidalkaloidglykoside, Stigmasterol, Tomatidenol
Sammelzeit: März-Mai, September-November
Nebenwirkungen: Lähmungen, Schwindel
Kontraindikation: Schwangere und Stillende
 
Anwendung
Wichtig: Innere Anwendung nur unter ärztlicher Aufsicht!
Für die innere Anwendung gibt es fertige Mittel, die eine bestimmte Menge an Wirkstoffen enthalten.
Tee
1TL mit 250ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen. Diesen Blutreinigungstee in kleinen Mengen über den Tag verteilt trinken. Die Dosis darf nicht gesteigert werden. Hilft bei Hautkrankheiten, Dickdarmentzündung, Husten, Rheuma, Gelbsucht, Übelkeit ...
Umschläge
Den Tee herstellen, Tuch tränken und auf die betroffene Stelle legen. Hilft bei Hautauschläge, Rheuma, Cellulite, Cellulitis ...
Waschungen
Mit dem Tee kann man auch Waschungen durchführen. Hilft bei Hautausschläge, Rheuma, Cellulite, Cellulitis ...
Salbe
Aus den Blättern kann eine Salbe bei Ekzeme hergestellt werden.
Beeren-Brei
Beeren zerquetschen und mit dreifacher Menge gekautem Brot zu einem Brei vermischen. Dieser Brei hilft gegen Gerstenkörner, wenn man den Brei etwa 30 Minuten auf das betroffene Augenlid gibt.
Homöopathie
Für das Mittel werden die jungen Triebe und Blätter vor der Blüte geerntet. Wird als Dulcamara D4 und C6 eingesetzt, z.B. bei Halsentzündung und Schnupfen, die durch Kälte und Nässe entstanden sind.
 
Geschichtliches
Seit der Zeit der Römer dürfte der Einsatz des Bittersüßen Nachtschattens zu Heilzwecken bekannt sein. Im Mittelalter war es vor allem ein Mittel gegen Gicht und Hautkrankheiten. Noch heute finden sich Pflanzen in der Nähe von Burgen, alten Mauern und verfallenen Gebäuden. In der Magie werden die Bittersüß-Zweige in das Schlafzimmer gehängt um Alpträume zu vertreiben. Es hilft auch gegen Schlafwandeln. Dazu werden Zweige unter die Matratze gelegt. Dem Vieh band man einen Kranz aus Bittersüßen Nachtschatten bei Atemprobleme um. Aus der Pflanze wurde auch ein Liebesmittel hergestellt. Pfarrer Kneipp nutzte den Bittersüßen Nachtschatten zur Entgiftung. Der Bittersüße Nachtschatten wird heute erfolgreich bei Hauterkrankungen wie Dermatitis, Ekzem und Neurodermitis eingesetzt.
 
Pflanzenbeschreibung
Bittersüßer Nachtschatten ist in Europa und Asien heimisch. Alle Pflanzenteile sind giftig. Er wächst bevorzugt in Auenwäldern, Gebüschen, Hecken und Geröllhalden. Der mehrjährige Halbstrauch wird bis zwischen 30 und 200 Zentimeter hoch. Der Bittersüßer Nachtschatten ist winterhart. Die lanzettlichen Blätter können am Grund 1-2 Lappen haben. Die violetten Blüten erscheinen zwischen Juni und August und haben einen Durchmesser von 1 cm. Aus den Blüten entwickeln sich von August bis Oktober die roten, eiförmigen, glänzenden Beeren. Die unreifen grünen Beeren sind sehr giftig, mit zunehmender Reife werden die Gifte abgebaut, nur die ganz reifen Beeren sind nahezu ungiftig, sollten trotzdem nicht gegessen werden.
Der Bittersüße Nachtschatten ist eine krautige oder verholzende Kletterpflanze, deren oberirdische Teile sich über 8 bis 10 Meter ausbreiten können. Unterirdisch können die Sprosse ausgebreitet oder kriechend wachsen. Die Sprosse sind nur selten unbehaart, meistens sind sie behaart, die Dichte der Behaarung kann stark schwanken. Die Trichome sind einfach und einreihig oder verzweigt, beide Formen können gemischt auftreten. Sie bestehen aus vier bis acht Zellen, werden bis zu 1,5 Millimeter lang und sind meist weiß. Die Borke älterer Sprosse ist grau bis gelblich grau gefärbt. Die sympodialen Einheiten beinhalten viele Laubblätter. Die Blätter sind sehr variabel und können sogar an einem Stamm unterschiedlichste Formen und Größen annehmen. Sie können einfach oder bis zu dreifach fiederspaltig sein, werden 2,5 bis 7 Zentimeter lang und 1,2 bis 6 Zentimeter breit. Der Umriss kann elliptisch oder eiförmig bis herzförmig sein. Die oberen Blätter sind meist geöhrt, spießförmig oder mit ein bis zwei Fiederzipfeln ausgestattet. Die Oberseite ist unbehaart bis mäßig mit einreihigen oder verzweigten Trichomen von bis zu 1,5 Millimeter Länge entlang der Adern und auf der Blattfläche behaart. Die Unterseite ist spärlich bis dicht und meist stärker als die Oberseite behaart, die Form der Trichome gleicht denen der Oberseite. Von der Mittelachse entspringen sechs bis neun Paar Seitenadern. Die Basis ist abgeschnitten oder herzförmig, die Blattränder sind ganzrandig oder meist zweifach oder selten öfter gelappt. Die Lappen befinden sich an der Basis der Blattspreite und verjüngen sich zu den Einschnitten hin. Nach vorn ist die Blattspreite spitz oder zugespitzt. Der Blattstiel ist meist 0,5 bis 2 Zentimeter lang, selten auch länger und weist eine ähnliche Behaarung wie die Stängel auf.
Die Blütenstände stehen endständig oder seitlich, jedoch nicht den Laubblättern gegenüberstehend. Sie sind 4 bis 15 Zentimeter (manchmal jedoch nur 1 Zentimeter) lang, vielfach verzweigt, unbehaart bis mäßig behaart und beinhalten bis zu 40 Blüten, von denen immer nur wenige gleichzeitig geöffnet sind. Die Rachis ist oftmals purpurn überhaucht. Der Blütenstandsstiel ist meist 1 bis 7 Zentimeter (selten nur 0,5 Zentimeter) lang. Die Blütenstiele sind zur Blütezeit 6 bis 12 Millimeter lang, messen 1 Millimeter im Durchmesser und sind schlank, abstehend, oftmals purpurn-grün. Sie sind unbehaart bis spärlich behaart, die Trichome sind meist einreihig und nur selten verzweigt und bis zu 0,5 Millimeter lang. An der Basis ist der Blütenstiel gewinkelt und von einer kleinen Hülle umgeben, die einen auffällig geschwollenen Zapfen an der Blütenstandsachse hinterlässt. Die Blütenstandsachse ist zickzackförmig aufgebaut, die Kerben, die die Blütenstiele hinterlassen, stehen unregelmäßig weit auseinander, meist 1 bis 5 Millimeter, selten auch bis 10 Millimeter. Die Knospen sind gewunden, die Krone steht schon lange vor der Blütezeit über die Kelchröhre hinaus. Die Blüten selbst sind fünfzählig, alle Blüten eines Blütenstandes sind zwittrig. Die Kelchröhre ist breit konisch und 1 bis 1,5 Millimeter lang. Sie ist mit breit dreieckigen Kelchzipfeln besetzt, die weniger als 0,5 Millimeter lang sind. Sie sind unbehaart oder mit einreihigen, weißen Trichomen besetzt. Die Spitze ist zugespitzt, der Rand ist papillös. Die Krone misst 1,5 bis 2 Zentimeter im Durchmesser und ist tief (bis zu 3/4 der Strecke bis zur Basis) sternförmig gespalten. Sie ist purpurn, violett oder weiß gefärbt, an der Basis jedes Kronlappens finden sich grüne und leuchtend weiße Punkte. Die Kronlappen sind 6 bis 8 Millimeter lang und 2,5 bis 3 Millimeter breit, zur Blütezeit sind sie stark zurückgebogen, sie können an der Spitze und an den Rändern fein papillös sein oder sie sind vollständig unbehaart. Gelegentlich findet sich jedoch auf der Außenseite eine dichte Behaarung aus einreihigen, unverzweigten Trichomen.
Die durch die Verwachsung der Staubfäden entstehende Röhre ist sehr fein, die Staubfäden stehen auf 0,5 Millimeter einzeln voneinander, sie sind unbe-haart. Die Staubbeutel sind 4,5 bis 6 Millimeter lang, etwa 1 Millimeter breit, stark zusam-mengeneigt und zu einer einzigen Reihe verwachsen. Sie öffnen sich über Poren an den Spitzen, auch im Alter erweitern sich diese Poren nicht zu Schlitzen. Der Fruchtknoten ist unbehaart. Der Griffel ist 5 bis 9 Millimeter lang und ebenfalls unbehaart. Er trägt eine feine, köpfchenförmige Narbe mit papillöser Oberfläche.
Die Frucht ist eine kugelförmige bis elliptische Beere. Sie wird 0,6-1,1cm lang und 0,6-1,5cm breit. Zur Reife ist sie leuchtend rot gefärbt, das Perikarp ist dünn und glänzend. Die Blütenstiele haben sich an der Frucht auf bis zu 1,3cm verlängert und messen 1-1,5mm im Durchmesser. Sie sind abstehend und nicht auffällig holzig. Jede Frucht enthält mehr als 30 Samen. Diese sind flach nierenförmig, etwa 3 Millimeter lang und 2 Millimeter breit. Die Oberfläche ist blassgelb oder bräunlich, fein gekörnt, die Zellen der Samenschale sind fünf-seitig.
 
Anbautipps
Im Frühling aussäen oder im Sommer durch Stecklinge vermehren. Feuchter Lehmboden. Halbschatten. Im Frühjahr zurückschneiden. Die Pflanze sollte für Kinder unerreichbar angebaut werden.
 
Sammeltipps
Geerntet wird von mindestens 2 Jahre alten Pflanzen. Stängel im Frühjahr (vor dem Blattaustrieb) oder Spätherbst (nachdem die Blätter abgefallen sind) sammeln, luftig und schattig trocknen. Wurzeln im Herbst ernten, gründlich waschen, schälen. Wurzelrinde luftig und schattig trocknen. Die giftigen Pflanzenteil gut beschriftet und sicher aufbewahren.

Amaranth
Der Amarant ist eine der ältesten Nutzpflanzen und ist auf der ganzen Welt verbrei-tet, es gibt etwa 70 Arten.
Der Samen einiger Arten sind ein hochwertiges glutenfreies Getreide mit hohem Proteingehalt. Daher gut für Zöliakie- und auch Neurodermitis-Kranke geeignet. Medizinisch genutzt werden aber überwiegend die Blätter. Die Ernährung mit Amarant-Blättern und Samen hält körperlich und geistig jung. Den Amarant gibt es auch als Topfpflanzen für die Fensterbank, die von den Inhaltsstoffen minderwertig sind.
Amarant, auch Fuchsschwanz genannt, manchmal auch Amaranth geschrieben, ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Fuchsschwanzgewächse. Die 60 bis 98 Arten sind fast weltweit verbreitet. Genutzt werden vor allem die feinkörnigen, an Hirse erinnernden Samen des Garten-Fuchsschwanzes, in der Andenregion bis heute unter dem Namen Kiwicha bekannt. Die Azteken nannten ihn huautli. Entgegen den Echten Getreidearten handelt es sich nicht um Einkeimblättrige, sondern um Zweikeimblättrige Pflanzen.
Die Gattung Amaranthus umfasst, je nach Autorenauffassung, etwa 60 bis 70 Arten, die auf allen Kontinenten außer der Antarktis vorkommen. Amaranthus-Arten sind in den wärmeren Zonen der Erde verbreitet, meist in trockenen Steppengebieten, Ödland und Kulturland. Die größte Artenvielfalt findet sich in Amerika, allein in Nordamerika gibt es etwa 38 Arten. Auf dieser Seite wird der bei uns häufig vorkommende Zurückgebogene Amarant beschrieben.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Blutstillung, Durchfall, Jungbrunnen
Heilwirkung: adstringierend, kühlend
Anwendungsbereiche: Blutstillung, Durchfall, Fieber, Kopfschmerzen, Menstruationsbeschwerden, Migräne, Mundgeschwüre, Rachengeschwüre, Schlafstörungen
wissenschaftlicher Name: Amaranthus hypochondriacus
Pflanzenfamilie: Fuchsschwanzgewächse = Amaranthaceae
englischer Name: amaranth, foxtail, pigweed
volkstümlicher Name: Amarant, Fuchsschwanz, Meyer, Wunderkorn
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Samen
Inhaltsstoffe: Alpha-Linolensäure, ungesättigte Fettsäuren, Lysin, Mineralien, Proteine
Sammelzeit: Blätter: Mai – Juli, Samen: September - Oktober
Blütenfarbe: blassgrün;
Blütenform/Anzahl: scheinähriger Gesamtblütenstand, unscheinbare fünfzählige Blüten;
Frucht-/Samenreife: August bis Oktober;
Vorkommen: Der Rauhaarige Amarant stammt aus den gemäßigten und wärmeren Gebieten des östlichen und zentralen Nordamerikas (nordöstliches Mexiko bis Kanada).
Er wurde inzwischen auf alle Kontinente verschleppt, nach Europa im 18. Jahrhundert. Der Zurückgekrümmte Fuchsschwanz ist in Mitteleuropa seit Anfang des 19. Jahrhunderts verwildert und ein Neophyt. Der erste Nachweis in Deutschland stammt aus dem Jahr 1815.
Verbreitungsschwerpunkt: Der Rauhaarige Amarant wächst als „Unkraut“ in Weinbergen, auf Äckern, in Gärten oder an Wegrändern und ist eine Charakterart stickstoffreicher Hackfrucht-Unkraut-Gesellschaften. Außerdem kommt er an den Ufern von Flüssen vor, da die Samen sich leicht über das Wasser verbreiten können.
Wuchshöhe:  15 cm bis 100 cm (meist 30 bis 40 cm)
Typisch: Blütenstand sehr dicht, erinnert an einen Fuchsschwanz (Namensgebend), fühlt sich stark borstig an.
 
Anwendung
Die Samen des Garten- und Rispen-Fuchsschwanzes werden ähnlich wie Getreide verwendet. Botanisch allerdings ist Amarant ein Pseudogetreide: Es sieht zwar aus wie Getreide, und seine Samen werden auch so verwendet, es gehört aber nicht zu den Süßgräsern. Amarant ist glutenfrei. Dies macht es zu einem vollwertigen und verträglichen Getreideersatz bei Gluten-Unverträglichkeit (Zöliakie). Zudem ist der hohe Eisengehalt wertvoll bei Eisenmangelanämie und während der Schwangerschaft. Die Blätter aller Amarant-Arten werden außerdem als Gemüse gegessen und haben einen deutlichen Geruch nach Spinat (wenn man sie zerreibt) und schmecken nach sehr zartem Spinat oder Mangold. Der Eiweißgehalt von Amarant-Blättern übertrifft sogar den von Soja. Auch die jungen Blütenstände sind als Gemüse verwendbar. Die Samen und Blüten schmecken nussig, und zu Keimlingen gezogen sind sie ebenfalls essbar. Die Pfahlwurzel schmeckt süßlich und nach Rote-Beete oder Runkelrübe. Sie ist jedoch meist verholzt und muss zum Beispiel kleingerieben werden, um verwendet werden zu können. Die Nahrungsmittelindustrie verwendet Amarant heute in der Baby- und Kindernahrung, als Zumischung in Brot, Gebäck und Müsli, bei Eierkuchen und Pasta, auch in Wurstwaren sowie im Fast-Food-Bereich bei Riegeln und Snacks. Es gibt auch Versuche zur Herstellung von Getränken auf Basis von Amarant, unter anderem zum Brauen von glutenfreiem Bier. Amarant entfaltet beim Kochen seinen typisch nussigen Geruch. Vorbereitend sollte Amarant mit Hilfe eines Haarsiebs und warmem Wasser ausgewaschen werden. Der Verzehr kann im Müsli, als Grundlage in Salaten, in Gemüsepfannen oder als allgemeine Beilage erfolgen. Amarantmehl eignet sich pur nur begrenzt zum Backen, es sollte im Verhältnis 1:3 oder 1:2 mit glutenhaltigem Mehl vermischt werden, da das Klebereiweiß sonst fehlt. Der Naturkosthandel führt Amarantkörner pur oder als Zutat (auch gepoppt) in Müslimischungen.
Tee
1EL getrockneter Blätter mit 250ml heißem Wasser übergießen, 8 Minuten ziehen lassen und abseihen.
Gemüse
Die frischen Blätter wie Spinat zubereiten.
Samen
1 Tasse Samen in 2 Tassen Wasser aufkochen und bei kleiner Hitze 30 Minuten quellen lassen, ggf. noch etwas heißes Wasser beigeben.
Heilwirkung & medizinische Nutzung
Außer den ernährungsphysiologischen wertvollen Eigenschaften (Mineralstoffe und Vitamine) scheint der Zurückgebogene Amarant weder in Volks- noch Schulmedizin von Bedeutung zu sein. Zumindest konnte ich keine Aussagen (vertrauenswürdiger Quellen) über seine Nutzung in diesem Bereich finden.
Für die Gattung Amarant im Allgemeinen, sieht die Erfahrungsmedizin/Alternativmedizin eine Vielzahl an Heilwirkungen. Anwendungsbereiche sind hier: Blutstillung, Durchfall, Fieber, Kopfschmerzen, Menstruationsbeschwerden, Migräne, Mundgeschwüre, Rachengeschwüre, und Schlafstörungen.
 
Essbarkeit & Verwendung in der Küche
Amarant hat einen höheren Gehalt an Eiweiß und Mineralstoffen als die meisten weltweit traditionell angebauten Getreidesorten. Die Proteine bestehen zu einem hohen Anteil aus essentiellen Aminosäuren, der Gehalt an Calcium, Magnesium, Eisen und Zink ist sehr hoch, vor allem wegen des hohen Eisenanteils wird Amarant besonders für Schwangere empfohlen. Ein relativ hoher Anteil der Kohlenhydrate sind Ballaststoffe. Amarant enthält viele ungesättigte Fettsäuren. Als pflanzliches Produkt ist Amarant cholesterinfrei. Die Inhaltsstoffe sind in einem für die menschliche Ernährung günstigen Verhältnis kombiniert.
Allerdings enthält Amarant bestimmte Gerbstoffe, die die Aufnahme und Verdauung von Vitaminen, Proteinen sowie Spurenelementen hemmen können. Zudem ist Amarant sehr reich an Oxalsäure, weswegen Personen, die zu oxalathaltigen Nierensteinen neigen, von übermäßigem Verzehr absehen sollten.
Blätter und Triebspitzen
Die Blätter aller Amarant-Arten werden außerdem als Gemüse gegessen und haben einen deutlichen Geruch nach Spinat (wenn man sie zerreibt) und schmecken nach sehr zartem Spinat oder Mangold. Der Eiweißgehalt von Amarant-Blättern übertrifft sogar den von Soja. Besonders die zarten Blätter junger Pflanzen (etwa von März bis Juni) können roh als Beigabe zu Salaten oder sogar als Hauptbestandteil üblicher Gemüsegerichte genutzt werden.
Blüten
Auch die jungen Blütenstände (etwa Juni bis Ende August) sind als Gemüse verwendbar. Sie eignen sich im knospigen wie im blühenden Zustand für Gemüsegerichte.
Samen
Die Samen der Wilden Fuchsschwanzarten sind, im Vergleich zu wirtschaftlich genutzten Arten, sehr klein und hart und somit nur eingeschränkt (wohl am besten vermahlen) gut nutzbar.
Die Samen von Wirtschaftlich genutzten Amarant-Arten (z.B.: Garten-Fuchsschwanz, Rispen-Fuchsschwanz und Trauer-Fuchsschwanz) werden ähnlich wie Getreide verwendet. Botanisch allerdings ist Amarant ein Pseudogetreide: Es sieht zwar aus wie Getreide, und seine Samen werden auch so verwendet, es gehört aber nicht zu den Süßgräsern. Amarant ist glutenfrei. Dies macht es zu einem vollwertigen und verträglichen Getreideersatz bei Gluten-Unverträglichkeit (Zöliakie). Zudem ist der hohe Eisengehalt wertvoll bei Eisenmangelanämie und während der Schwangerschaft.
Geschmack
Der Grundgeschmack der Pflanze ist sehr mild, kaum würzig und kaum bitter. Die Samen schmecken (vermahlen) getreideartig.

Geschichtliches
Amarant wird seit vielen tausend Jahren in Amerika als Heilpflanze und als eine Art Getreide genutzt. In Europa geht die Nutzung bis in die Steinzeit zurück, es wurden aber nur die Blätter für die Ernährung genutzt.
Die Inkas und Azteken ernährten sich überwiegend von Amarant-Samen, der Fleisch fast vollständig ersetzen konnte. Die spanischen Eroberer verboten den Amarant, weil sie die heilige Pflanze der Bevölkerung war. Die Folge war eine große Hungersnot mit über 10 Millionen Toten. Die roten Farbstoffe wurden zum Färben genutzt. In den letzten 30 Jahren wurde der Amarant neu als wertvolles Heil- und Lebensmittel neu entdeckt und wird landwirtschaftlich angebaut. Amarantprodukte gibt es in vielen Bioläden.
 
Pflanzenbeschreibung
Der Amarant ist in Amerika und Europa heimisch. Er wächst bevorzugt an sonnigen Standorten. Die einjäh-rige Pflanze wird bis zu 200 Zentimeter hoch. Die eiförmigen Blätter sind dunkelgrün bis rotgrün. Der Stängel ist kräftig. Die Blüten erscheinen zwischen Juli und August. Aus den Amarant-Blüten entwickeln sich bis in den Herbst etwa 50.000 Samen je Pflanze. Die runden diskusförmingen Samen sind weniger als 1 mm dick.
Bei Amaranthusarten handelt es sich meist um einjährige, selten mehrjährige, krautige Pflanzen. Die Stängel sind meist verzweigt. Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert.
Die Blütenstände sind meist sehr vielblütig. Die Blüten sind immer eingeschlechtig. Die Pflanzen sind entweder einhäusig getrenntgeschlechtig oder zweihäusig getrenntgeschlechtig. Bei den weiblichen Blüten können Blütenhüllblätter fehlen oder es sind ein bis fünf und ein Stempel vorhanden. Bei den männlichen Blüten sind drei bis fünf Blütenhüllblätter und drei bis fünf Staubblätter vorhanden.
Erscheinungsbild
Der Rauhaarige Amarant wächst als einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 15cm bis 100cm (meist 30 bis 40 cm) erreicht. Der aufrechte und meist aufrecht abstehend verzweigte Stängel ist flaumig-zottig bis kurz behaart und manchmal insbesondere im unteren Teil mit rötlichen Streifen überlaufen. Die Farbe der oberirdischen Pflanzenteile kann blass-grün, grasgrün oder bläulichgrün sein. Der obere Teil der bis einen Meter tiefen, dicken Wurzel ist oft rötlich oder rosafarben gefärbt.
Blätter
Die wechselständigen und lang gestielten Laubblätter sind bei einer Länge von etwa 5 manchmal bis zu 10 cm lang elliptisch-zungenförmig, rhombisch bis oval. Von der Mittelrippe der Blätter gehen mehr oder weniger parallele Seitennerven ab.
Blüten
Der dichte, scheinährige Gesamtblütenstand setzt sich aus dichasialen Blütenknäueln zusammen und endständig einem dichten, traubigen bis ährigen Teilblütenstand. In den Blattachseln sitzen weitere, kleinere Blütenstände. Die Blütenstände sind aufrecht oder an der Spitze geneigt. Die Blüten stehen in den Achseln längerer Vorblätter. Diese etwa 5 mm langen Vorblätter der Blüten sind steif und bespitzt. Hierdurch fühlen sich die Blütenstände rau bis stachelig an. Die unscheinbaren Blüten sind fünfzählig. Die Blütenhülle ist strohig-trocken. Die Perigonzipfel der weiblichen Blüten verbreitern sich nach der Blüte vorne und werden von der Form her spatelförmig und vorne ausgerandet oder gestutzt, manchmal auch mit einer kleinen Stachelspitze. Die Blütezeit reicht von Juli bis September.
Früchte/Samen
Die Kapselfrucht öffnet sich oben mit einem tellerförmigen Deckel. Die Früchte sind dünnschalige, unregelmäßig aufreißende Kapseln, die einen glänzend schwarzen Samen bergen. Fruchtreife ist von August bis Oktober.
 
Anbautipps
Der Amarant wächst fast von alleine: Samen im Frühling (wenn keine Fröste mehr zu erwarten sind) auf den feuchten Boden am sonnigen Standort säen und fertig. Man sollte bedenken, dass eine Pflanze zwischen 30.000 und 60.000 Samen produziert, die sich im ganzen Garten verteilen und viele Jahre keimfähig bleiben. Mit nur 100 Gramm Samen kann man ohne weiteres einen ganzen Hektar an Pflanzen anziehen.
 
Sammeltipps
Blätter für Salat und Gemüse vor der Blüte ernten. Für Tees die Blätter auch vor der Blüte ernten und an luftigem und schattigen Ort trocknen. Samen ernten wenn die Samen reif werden. Am besten die Pflanze abschneiden und über Backpapier aufhängen. Will man Amarant-Samen ohne großen Aufwand in der Küche verarbeiten, sollte man auf die geeignete eher helle Sorte achten, der aber weniger wertvolle Blätter hat. Der schwarze Amarant-Samen ist sehr schwierig in der heimischen Küche zu verarbeiten. Will man Blätter und Samen braucht man zwei verschiedene Sorten.

Bachblüten
Man kann in einer tröstungsbedürftigen Situation keinen Trost annehmen (Star of Betlehem)
Gerade in der tröstungsbedürftigen Situation können diese Menschen keinen Trost annehmen
Mit der Blüte können sie den nötigen Trost wieder annehmen
Bachblüten
Man hat das Gefühl, den äußersten Grad der Belastungsfähigkeit erreicht zu haben  (Sweet Chestnut)
Diese haben das Gefühl, den äußersten Grad der Belastbarkeit erreicht zu haben
Mit der Bachblüte können sie diese Gefühl der Belastbarkeit abstellen
Regeln für die Kinder- und Jugendernährung
Regel 1: abwechslungsreiche Mischkost – eine vollwertige Ernährung
Regel 2: Einseitigkeit führt leicht zur Fehlernährung
Regel 3: kalte und warme Mahlzeiten ergänzen sich
Regel 4: Kinder sind auch beim Essen keine kleine Erwachsene
Regel 5: jedes Kind hat seinen individuellen Bedarf
Regel 6: Wasser, das wichtigste Lebensmittel
Regel 7: Getreide - am besten Vollkorn
Regel 8: Kartoffeln und Getreidebeilagen verdienen mehr Beachtung
Hildegard von Bingen
Beim Volk, so steht zu vermuten, war Hildegard vor allem wegen ihrer heilkundlichen Fähigkeiten und ihrer nimmermüden Hilfe für die Armen und Kranken beliebt. Sie stand ganz in der Tradition mittelalterlicher Klostermedizin und der Vorschriften, die der heilige Benedikt in seiner Regel (Regula Benedicti) für die Sorge um Kranke formuliert hatte. Nach heutigen Vorstellung kann man Hildegard am ehesten als Naturheilkundlerin bezeichnet, die ihr immenses Wissen über die Wirkungskräfte der Natur in zwei Werken niedergeschrieben hat: der Physica (Naturkunde) und Causae et curae (Ursachen und Behandlung von Krankheiten). In ihnen sind keine Behandlungsmethoden oder – techniken im modernen Sinn notiert, sondern konkrete Anleitungen zu einer gesunden Lebensordnung und -führung sowie die Kunde von der Heilung des Men-schen. Sie schuf ein eigenständiges medizinisches Werk über die Heilkräfte in Pflanzen, Tiere, Edelsteinen und in den Elementen Feuer, Luft, Wasser und Erde. Hildegard selbst betonte immer wieder, dass sie ihre Kenntnisse und Anleitungen als göttliche Vision empfangen habe mit dem Auftrag, diese niederzuschreiben: „In der Natur sind starke Heilmittel verborgen, die niemand wissen kann, wenn sie einem nicht von Gott offenbart worden sind.“
Faszinierend ist für uns vor allem das ganzheitliche Welt- und Menschenbild Hildegards, das sowohl in ihren religiösen als auch in ihren naturkundlichen Schriften zum Ausdruck kommt. In allen ist der Mensch unmittelbar mit den kosmischen Kräften verbunden, in ihrer Theorie bestehen psychosomatische Zusammenhänge zwischen seelischem und körperlichem Befinden. Krankheiten entstehen erst dann, wenn der Mensch nicht mit Gott und der Welt in Einklang ist – eine Sicht, die auch viele heutige Naturheilpraktiker mit Hildegard von Bingen teilen. Eine umfassende Heilung kann für Hildegard nur dann gelingen, wenn neben den therapeutischen Mitteln eine persönliche Hinwendung zum Kranken stattfindet, im christlichen Sinne der Barmherzigkeit.

Sebastian Kneipp
Eine der wichtigsten Lehren des Wasserdoktors lautet, dass jeder für seine Gesundheit selbst verantwortlich ist:
Gesund bleiben und lange leben will jedermann, aber die wenigsten tun etwas dafür. Wenn die Menschen nur halb soviel Sorgfalt darauf verwenden würden, gesund zu bleiben und verständig zu leben, wie sie heute darauf verwenden, um krank zu werden – die Hälfte ihrer Krankheiten bliebe ihnen erspart.
Mich hat nicht der Beruf oder die Vorliebe für das Medizinieren dazu gebracht, die heilsame Wirkung des Wassers zu erproben, sondern die bittere Not. Not lehrt beten und seinen Verstand gebrauchen! Nach dem Urteile zweier vorzüglicher Ärzte war ich im Jahre 1847 am Rande des Grabes, beide hielten mich für verloren, durch die Hilfe des Wassers allein lebe ich heute noch und bin munter und guter Dinge. Allerdings hat letzteres nicht das Wasser allein zuwege gebracht, ich habe meinen vorzüglichen Gesundheitszustand gewiß auch meiner einfachen, von der Gewohnheit gar vieler Menschen allerdings etwas abweichenden Lebensweise zu verdanken. (Aus dem Vorwort von So sollt ihr Leben!)
Auch wenn man den Namen Sebastien Kneipp meist mit den Wasseranwendungen in Verbindung bringt, besteht die Lehre Kneipps nicht nur aus der Wasserheilkunde, wissenschaftlich Hydrotherapie genannt.

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