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EICHE
Die Eiche gilt in Deutschland als der König der Bäume, was auch durch das lang-lebige, stabile Holz gerechtfertigt ist. Die Eicheln, die im Herbst heranreifen, schmecken zwar bitter, aber durch ausgiebiges Wässern kann man die Bitterstoffe entfernen und die getrockneten Früchte zu Mehl verarbeiten, was so manche Hungersnot gelindert hat. Auch als Kaffeeersatz eignen sich die Eicheln, wenn man sie röstet und mahlt. Die Rinde der Eiche wirkt stark zusammenziehend, was sie zu einem wertvollen Heilmittel bei Blutungen und Entzündungen macht. Sie wird vor allem äußerlich als Bad oder Umschlag angewendet. Die Blüte der Eiche wird als Bachblüte Oak eingesetzt. Die Eichen sind eine Pflanzengattung in der Familie der Buchengewächse.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Ekzeme, Schlecht heilende Wunden, Durchfall
Heilwirkung: adstringierend, antibakteriell, blutstillend, entzündungshemmend
Anwendungsbereiche: Halsschmerzen, Mundschleimhautentzündungen, Durchfall, Magenschleimhautentzündungen, Magengeschwüre, Darmschleimhautentzündungen, Hämorrhoiden, Blutzucker senkend, Diabetes (leichte), Blasenentzündung, Augenlidentzündungen, Ekzeme, Fußschweiß, Fußpilz, Frostbeulen, Krampfadern, Brandwunden (leichte), Furunkel, Zahnfleischbluten, Druckgeschwüre (Dekubitus), Schnittwunden, Afterjucken
wissenschaftlicher Name: Quercus robur, Quercus pedunculata, Quercus petraea, Quercus sessiliflora
Pflanzenfamilie: Buchengewächse = Fagaceae
englischer Name: Oak
volkstümliche Namen: Stieleiche, Sommereiche, Deutsche Eiche, Traubeneiche, Wintereiche, Eke, Eik, Ferkeleiche, Masteiche, Oachen
Verwendete Pflanzenteile: Rinde, Eicheln
Inhaltsstoffe: Gerbstoff, Gerbsäure, Tannine, Bitterstoff, Gallussäure, Quercin, Quercetin
Sammelzeit: Rinde: März bis Mai, Eicheln: Oktober
 
Anwendung
Als heilkräftiger Pflanzenteil der Eiche wird die Rinde der dünnen Äste und Zweige verwendet. Die Rinde enthält sehr viele Gerbstoffe und daher ist die Eiche eine wichtige Gerbstoffpflanze. Eichenrinde kann man wahlweise als Tee oder als Tinktur anwenden. Die häufigste Art, Eichenrinde anzuwenden ist äußerlich bei Ekzeme und schlecht heilende Wunden. Innerlich wird Eichenrinde als Mittel gegen Durchfall und Darmentzündungen verwendet.
Tee
Für einen Eichenrindentee (Abkochung) übergießt man ein bis zwei Teelöffel Eichenrinde mit einer Tasse kaltem Wasser und lässt das Wasser mit der Eichenrinde zusammen aufkochen. Den Eichenrindentee lässt man drei bis fünf Minuten kochen. Anschließend abseihen und in kleinen Schlucken trinken oder äußerlich anwenden. Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich.
Tinktur
Tinkturen aus Eichenrinde sind weniger gebräuchlich aber durchaus möglich. Um eine Eichenrindentinktur selbst herzustellen, übergießt man Eichenrinde in einem Schraubdeckelglas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen. Von dieser Tinktur nimmt man ein bis dreimal täglich 10-50 Tropfen ein oder wendet sie verdünnt äußerlich an. Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.
Innerlich
Eichenrinde kann man innerlich, als Tee gegen Durchfall einsetzen. Außerdem hilft Eiche bei Magen- und Darmgeschwüre, denn sie wirkt entzündungshemmend und kann gleichzeitig die offenen Geschwüre quasi zusammenziehen und ihre Abheilung beschleunigen. Bei Formen von Diabetes, die mit Entzündungen der Verdauungsorgane einhergehen, kann Eichenrindentee lindernd wirken. Man kann Eichenrinde auch bei leichte innere Blutungen anwenden, natürlich nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt. Bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum gurgelt man mehrmals täglich mit lauwarmem Eichenrinden-Tee.
Äußerlich
Äußerlich kann man Eichenrinden-Tee in Form von Umschlägen, Bädern oder Waschungen anwenden. Mit dieser Art der Anwendung kann man schlecht heilende Wunden und Geschwüre, wie beispielsweise Dekubitus lindern. Eichenrindenbäder können auch bei Fußpilz helfen. Eichenrinde hilft äußerlich eingesetzt auch bei Ekzeme. Krampfadern oder Hämorrhoiden schrumpfen durch die Behandlung mit Eichenrinde.
Heilkräftige Pflanzenteile
Als Heilpflanzen sind beide Arten vollkommen gleichwertig. Man sammelt die Rinde von den dünnen Ästchen oder jüngeren Zweigen, von Mai bis Juni.
Die Früchte, Eicheln genannt werden im September und Oktober gesammelt. Der Geruch der Rinde ist eigentümlich herb, der Geschmack herb, zusammenziehend, lohartig und bitter.
Die Eichenrinde wird geschält und im Schatten getrocknet. Die wirksamste Rinde ist die von möglichst jungen Zweigen und Ästchen.
Heil- und Inhaltsstoffen
Enthält die Rinde reichlich Gerbstoff, Eichengerbsäure, Ellagsäure, Gallussäure und fettes Öl.
Vor allem die gerbstoffhaltigen Bestandteile und die Eichengerbsäure der Eiche ergeben ein reichhaltig heilsames Anwendungsgebiet. An der Spitze der Ausführungen sei die Verwendung des Eichenrindentees gegen die entzündlichen Erkrankungen der Magen- und Darmschleimhäute genannt, wobei zur Bekämpfung von Darmkatarrhen in tiefer gelegenen Darmabschnitten der Eichenrindentee besonders wirksam ist. Dieser Tee wirkt auch leicht stopfend, wenn die Durchfälle auf eine Darmentzündung zurückzuführen sind. bei rein nervösen Darm-beschwerden ist jedoch der Eichenrindentee nicht angezeigt. Bei Magen- und Darmgeschwüren kann der Eichenrindentee sehr empfohlen werden, da die blutstillende und gewebsverdichtende Wirkung bald eine wesentliche Erleichterung und Abheilung herbeiführt.
Aber nicht nur bei akuten Magen- und Darmentzündungen, sondern auch bei allen chronischen Entzündungserscheinungen der Niere, bei Gelbsucht und Leberschwellung und bei jener Art von Zuckerkrankheit, die durch schwere Magen- und Darmentzündung entfacht wird und bei Abklingen derselben wieder zurückgeht, kann der Eichenrindentee bestens empfohlen werden.
Der Teeabsud von Eichenrinden ist die beste und sicherste ERSTE HILFE bei Ver-giftungen durch Herbstzeitlose, Nachtschatten, giftige Pilze bzw. Schwämme und Stechapfel. Auch schwere Nikotinvergiftung kann wirkungsvoll damit bekämpft wer-den.
Die Eichenrindentee hat schon vielen bei Bluthusten, Blutbrechen und sonstigen inneren Blutungen geholfen, wenn alle anderen Mittel versagt haben.
Warme Sitzbäder mit Eichenrindenabkochung sind bei Mastdarmvorfall angezeigt und wird die Heilwirkung erhöht, wenn anschließend an das Bad mit einer verdünnten Abkochung von Eichenrinde ein Klistier vorgenommen wird. Auch Mastdarmfisteln werden durch diese Heilbehandlung zum Abklingen gebracht.
Will man die stopfende Wirkung des Eichenrindentees bei innerlichem Gebrauch schwächen, so füge man die Eichenrinde die halbe Menge Faulbaumrinde bei.
Bei Hämorrhoiden, Afterfisteln oder bei Weißfluss sei ein Klistier angeraten, das aus einer Teemischung von gleichen Teilen Eichenrinde, Kamille und Salbei besteht.
Zum äußerlichen Gebrauch eignet sich der Eichenrindenabsud ebenfalls gegen eine ganze Reihe von Leiden und Beschwerden. So werden vor allem Wunden, Eiterungen und Geschwüre sehr erfolgreich durch Bäder und Umschläge oder durch beide Behandlungsarten geheilt. Bei Fußschweiß werden tägliche Bäder empfohlen, doch helfen diese Bäder nur dann, wenn den Ursachen des abnormen Fußschweißes nachgegangen und diese Ursachen des abnormen Fußschweißes nachgegangen und diese Ursachen behoben werden. Frostbeulen werden durch warme Eichenrindenbäder günstig beeinflusst und die Schmerzen gelindert.
Bei leichten Brüchen bereiten Säckchen mit gefüllter, gemahlener eichenrinde, feuchtwarm aufgelegt, Erleichterung und Abheilung.
Die Umschläge bzw. Bäder können wir bereits bei Kleinkindern vornehmen, bei Ausschlägen oder wenn sie skrofulöse Anzeichen aufweisen.
ANWENDUNG DER GALLÄPFEL: Galläpfel sind nichts anderes, als die durch den Stich der Gallwespe erzeugte Auswüchse auf den Stielen und blättern der Eichen. Die zu Pulver gestossenen Galläpfel streut man auf blutende Wunden und wird durch die zusammenziehende Kraft des reichlichen Gerbstoffes, der in den Galläpfeln enthalten ist, die Blutungen der Wunden bald aufhören. Diese Pulver beseitigt auch das faule Fleisch auf alten Wunden, dieselben schließen sich in der Folge narbenlos zu.
Gegen heftiges Erbrechen siede man Galläpfel in ½ Liter Essige und ½ Liter Regenwasser gemischt, tauche Tücher darein, drücke sie etwas aus und lege dieselben möglichst warm auf den Magen.
Bei Blei-, Kupfer- und Zinnvergiftung nehme man reichlich Galläpfelpulver ein. Die Galläpfel sind offizienell (Gallae).
RICHTIGE ZUBEREITUNG VON EICHELKAFFEE: Der Eichelkaffee wird besonders bei der Englischen Krankheit der Kinder bei Skrofeln sowie bei Ruhr und Blasenleiden empfohlen. Alle Personen, die an übermäßiger Magerkeit leiden, zu Drüsenschwellungen, Ekzemen und Augenkatarrhen neigen, sollten den Eichelkaffee mindestens 1- bis 2mal wöchentlich regelmäßig trinken, wodurch bald eine Besserung eintreten würde.
Bei fortgeschrittenen Leiden ist eine öftere Anwendung angezeigt. Da die Bereitung jedoch sehr oft völlig unrichtig erfolgt, sei hier die richtige Zubereitung wiedergegeben.
Im Herbst, wenn die Eicheln reif sind, also von selbst abfallen, werden sie gesammelt. Die Kerne geschält, in kleine Stückchen in Größe von Kaffeebohnen geschnitten und bei nicht zu heißem Feuer geröstet. Die Aufbewahrung geschieht am besten in einem dichtverschlossenen und dunklen Glas. Es ist nicht ratsam, die Eicheln vor dem Rösten mit kochendem Wasser abzubrühen, um ihnen das Bittere zu nehmen. Es geht nicht nur der charakteristische Geschmack, sondern auch der Gehalt an Nähr- und Heilstoffen verloren. Die Eicheln enthalten außer dem Gerbstoff große Mengen von Stärke, Zucker, Eiweiß und Fett. Die zerkleinerten Eicheln werden wie Kaffeebohnen geröstet, aber nicht schwarz, sondern nur gut braun. Zu stark geröstete Eicheln verlieren den Geschmack und die Heilkraft. Auch werden die Eicheln nicht gemahlen, sondern in einem Mörser zu grobem Pulver gestoßen. Die Zerstoßen im Mörser muss unmittelbar nach dem Rösten erfolgen, da die Eicheln bald zäh werden. Das Eichelpulver wird mit heißem Wasser aufgesetzt und etwa 10 Minuten lang gekocht, abgeseiht, dann mit Zucker und zuletzt erst mit Milch vermengt.
Anwendung in der Volksheilkunde
Gegen geschwollene Füße wird ein Mischtee, bestehend aus gleichen Teilen Eichenrinde, Wermut und Zinnkraut empfohlen. Man verwendet einen Esslöffel von dieser Mischung für 1 Tasse im Aufguss und nimmt diesen Mischtee eßlöffelweise ein.
Eichelwasser gegen Milzerkrankung: Eicheln werden im reifen Zustande geschält und mit dem Messer fein geschabt. Das Geschabte wird mit etwa der 3fachen Menge Branntwein 1 Tag angesetzt und dann abgeseiht. Hievon nehme man täglich 3mal am Tage je 2 Teelöffel voll. Dieser Ansatz wird in der Volksmedizin als ein gutes Mittel geschätzt, um milz- und nierenkran-ken Säufern die Wassersucht zu heilen.
Eichenlohbäder werden bei Ekzemen und sonstigen Hautunreinigkeiten empfohlen.
Eine Abkochung von jungen Eichenrinden, davon wiederholt am Tage Umschläge um den Hals gemacht, wird als kropfheilendes Mittelgepriesen.
Gegen die lästige Schuppenflechte nehme man innerlich Eichenrindentee ein und bade außerdem die befallenen Hautstellen sehr fleißig mit einem Eichenrindenabsud.
Bei starkem Durchfall wird ein Mischtee aus gleichen Teilen Eichenrinde und Rosskastanienrinde hergestellt, 2 Teelöffel dieser Mischung kurz aufgekocht und schluckweise getrunken. Kein Zucker- und Honigzusatz!
Anwendung in der Tiermedizin
Eichenrindentee wird dem Vieh gegen bösartiges Drüsenfieber, gegen Nervenfieber, Wurmkolik und Durchfall eingegeben.
Stuten, die zwar normal aufnehmen, doch nicht trächtig werden, erhalten am Tage ½ bis 1 Liter Eichenrindentee.
Umschläge von Eichenrindenabsud sind gegen den gefährlichen Milzbrand-Karbunkel von bester Wirkung.
Mooreiche
Mooreichen im Naturerlebnisraum Burg (Dithmarschen) am Waldmuseum
Informationen zum Alter dieser Stämme. Eine Besonderheit stellt die Mooreiche dar. Dabei handelt es sich nicht um eine Baumart, sondern um Eichenstämme, die über Jahrhunderte in Mooren, Sümpfen oder in Flussufern gelegen hatten und ausgegraben wurden. Die Gerbsäure des Eichenholzes verbindet sich mit den Eisensalzen des Wassers, wodurch das Holz sehr hart wird und sich stark verfärbt. Die Verfärbung kann sehr unregelmäßig sein und variiert von hellgrau über dunkelgelb, dunkelbraun, blaugrau bis tiefschwarz. Diese subfossilen Eichen können 600 bis 8500 Jahre alt sein.
Eicheln
Die Früchte (Eicheln) sind reich an Kohlenhydraten und Proteinen und wurden zur Eichelmastgenutzt. Man trieb die Schweine zur Waldweide in die Wälder. In ur- und frühgeschichtlicher Zeit sowie in Notzeiten wurden Eicheln von Menschen als Nahrungsmittel genutzt. Von nordamerikanischen Indianern (z. B. den Maidu) wurden Eicheln regelmäßig als Grundnahrungsmittel genutzt. Zur Verwendung als Nahrung müssen die geschälten und zerstoßenen Eicheln durch mehrmaliges Baden in Wasser allmählich von den wasserlöslichen Gerbstoffen befreit werden, was sich durch die ausbleibende Verfärbung des Wassers leicht erkennen lässt, wobei eine höhere Temperatur den Vorgang beschleunigt. Sie enthalten in hohen Mengen Tannine. Danach können sie, zum Beispiel als Mehlersatz für Breie und Kuchen oder als Kaffeeersatz Muckefuck, verarbeitet werden, wobei bei letzterer Verwendung die Gerbsäure wahlweise auch nicht oder nicht vollständig entzogen werden kann, etwa aus medizinischen Gründen.
Rinde
Aus der jungen, glatten Rinde wurden Gerbstoffe für die Lohgerberei gewonnen (Eichenschälwald). Die Borke der Korkeiche wird als Kork zur Herstellung von Korken, Korkfußböden und mehr verwendet. Von allen Eichenarten eignen sich nur ungefähr 180 zur Herstellung von Weinfässern, siehe auch Barrique. In der Volksheilkunde wurde borkenlose Eichenrinde genutzt, um Entzündungen im Mund und der Schleimhäute zu heilen.
Bachblüte
Als Bachblüte wird die Blüte der Eiche verwendet, die zwischen April und Mai blüht. Sie steht für Stärke und Pflichtbewusstsein.
Küche
In schlechten Zeiten wurden Eicheln als Ersatz für Mehl und Kaffee verwendet. Um die bitteren Früchte als Mehl nutzen zu können, müssen sie vorher entbittert werden. Dazu werden sie ausgiebig, mehrmals und lange gewaschen.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Eiche ist in den gemäßigten Klimazonen der Nordhalbkugel heimisch. Man findet sie sowohl in Nordamerika, wo es besonders viele Eichenarten gibt, als auch in Europa und Asien. In Deutschland spielt die Eiche eine besonders wichtige Rolle als Symbol der Stabilität. In Mitteleuropa wächst vor allem die Stiel-Eiche und die Traubeneiche. Die meisten Eichenarten sind für die gleichen Heilanwendungen nutzbar. Die Eiche wächst bevorzugt in Mischwäldern. Der stattliche Baum wird bis zu 40 Meter hoch und bis zu 800 Jahre alt, in seltenen Einzelfällen sogar noch älter. Der Stamm der Eiche kann einen Durchmesser von bis zu drei Metern haben. Die Rinde von Stamm und Ästen ist in jungen Jahren glatt und später rissig und rauh. Die Blätter der meisten Eichen-Arten, beispielsweise auch der in Deutschland häufigen Stieleiche, fallen im Winter ab und treiben im Frühjahr neu aus. Die Blätter der Traubeneiche fallen hingegen erst im nächsten Frühjahr ab. Die ledrigen Blätter sind buchtig gelappt und haben dadurch ein sehr typisches Aussehen. Von April bis Mai blühen die Eichen mit unauffälligen gelbgrünen Blüten, die in Rispen herabhängen. Aus den Eichenblüten entwickeln sich bis zum Herbst die nussartigen Eicheln, die in einem halbrunden Hütchen sitzen. Sie enthalten viele Bitterstoffe und sind daher nur nach ausgiebiger Entbitterung für Menschen genießbar. Von Schweinen werden sie jedoch sehr gerne gegessen, was früher auch viel genutzt wurde.
Eichenarten sind sommergrüne oder immergrüne Bäume, seltener auch Sträucher. Die wechselständigen und spiralig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind meist in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die dünnen bis ledrigen, einfachen Blattspreiten sind gelappt oder ungelappt. Die Blattränder sind glatt oder gezähnt bis stachelig gezähnt. Die unscheinbaren, extrapetiolaren Nebenblätter fallen früh ab.
Eichenarten sind einhäusig getrenntgeschlechtig. Die meist zu mehreren an der Basis junger Zweige sitzenden Blütenstände sind eingeschlechtig. Die Blüten sind sehr einfach gebaut, wie es bei windbestäubten Taxa häufig der Fall ist. Die männlichen Blüten sind in hängenden Blütenständen (Kätzchen) zusammengefasst. Die Blütenhüllblätter sind verwachsen. Die männlichen Blüten enthalten meist sechs (zwei bis zwölf) Staubblätter. Die weiblichen Blüten enthalten meist drei (bis sechs) Fruchtblätter und Stempel. Jede Cupula enthält nur eine weibliche Blüte. Eichen sind insbesondere an ihrer Frucht, der Eichel, zu erkennen und in den einzelnen Arten zu unterscheiden. Die Eichel ist eine Nussfrucht. Sie reifen im ersten oder zweiten Jahr nach der Bestäubung. Jede Nussfrucht ist von einem Fruchtbecher eingeschlossen, der Cupula genannt wird.
Botanik
Die Eiche entwickelt sich zu einem großen mächtigen Baume und kann ein Alter von über 1.000 Jahre erreichen. Die wichtigen. Die wichtigsten und augenfälligsten Unterschiede der zwei genannten Arten bestehen in den Stielen der Blätter und Früchte, der Blütezeit und den Laubabfall. Beide Arten sind einhäusig. Die Früchte sind eiförmig und sitzen in je einem Schüsselchen.
Fruchtreife
September bis Oktober
Standort
Beide Arten zählen zu den europäischen Waldbäumen. Während die Sommereiche die Niederungen und Täler bevorzugt, liebt die Wintereiche mehr höhere Lagen.

EINBEERE t
Wenn man die Einbeere das erste Mal in einem Buchenwald sieht, glaubt man entweder, die Natur hätte sich bei ihrer Erschaffung einen Scherz erlaubt, weil die Pflanze mit ihren vier Blättern und ihrer einzelnen Blüte bzw. Beere so seltsam aussieht. Oder man mutmaßt, dass es sich um eine alte Hexenpflanze handelt, denn Pflanzen mit solch bizarrem Äußeren wurden früher meistens Zauberkräfte nachgesagt. Dieser Verdacht erweist sich als zutreffend, denn die Einbeere galt unseren Vorfahren nicht nur als zauberkräftig, sondern auch als aphrodisierend, berauschend und narkostisierend. Sogar als Gegengift sollen die blauschwarzen Beeren der Einbeere wirken. Die moderne Medizin hält die Einbeere in erster Linie für leicht bis stark giftig und verwendet sie sicherheitshalber gar nicht. Dabei kann das Kraut der Einbeere, gut verdünnt, gegen Nervenschmerzen, Migräne und nervöse Herzbeschwerden helfen. Die Vierblättrige Einbeere, kurz Einbeere, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Einbeeren innerhalb der Familie der Germergewächse. Sie gilt als giftig.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Achtung! Nur niedrig dosieren oder in homöopathischer Verdünnung anwenden! narkotisierend, Rheuma, Nervöse Herzbeschwerden, Angina Pectoris, Kopfschmerzen, Migräne, Nervenschmerzen, Neuralgien, Schwindel, Drüsenerkrankungen, Brustentzündung, Augenentzündung, Ohrenentzündungen, Wunden, Geschwüre
wissenschaftlicher Name: Paris quadrifolia
Pflanzenfamilie: Liliengewächse = Liliaceae
englischer Name: Herb Paris
volkstümlicher Name: Augenkraut, Blatternblat, Fuchsauge, Fuchstrauben, Krähen-uge, Kreuzkraut, Moosbeere, Sauauge, Schlangenbeere, Schwarzblattlkraut, Sternkraut, Teufelsauge, Teufelsbeere, Wolfsbeere
Verwendete Pflanzenteile: Kraut
Inhaltsstoffe: Glykosid Paridin, Glykosid Paristyphnin, Pennogenin, Asparagin, Saponine
Sammelzeit: Mai und Juni
 
Anwendung
Die Schulmedizin verwendet die Einbeere nicht, weil sie sie für giftig hält. In hoher Dosierung muss man auch Übelkeit und Erbrechen befürchten, doch niedrig dosiert, bzw. stark verdünnt, kann man das Kraut der Einbeere durchaus verwenden.
Kraut als verdünnter Tee oder Tinktur
Aus der blühenden Pflanze kann man einen dünnen Tee oder eine dünne Tinktur zubereiten und stark verdünnt einnehmen. Diese Anwendung soll gegen rheumatische Schmerzen helfen. Die Volksheilkunde benutzt niedrig dosierte Einbeerentees auch bei Migräne, Nervenschmerzen und nervöse Herzbeschwerden. Auch krampfhafte Bronchitis und verschiedene Entzündungen können laut Volksheilkunde mithilfe der Einbeere gelindert werden. Auch in homöopathischer Verdünnung (D3 bis D6) wird die Einbeere gerne gegen diese Probleme eingesetzt.
Tinktur als Gegengift
Die Tinktur des Einbeeren-Krautes gilt in der Volksheilkunde als Gegengift bei Quecksilber und Arsen. Allerdings sollte man sich auf diese Gegengiftwirkung nicht verlassen, denn sie ist nicht durch wissenschaftliche Studien belegt.
Beeren
Die Beeren sind die giftigsten Teile der Einbeere. Da sie nicht gut schmecken, werden sie meistens nicht in großer Anzahl genascht, obwohl sie manchmal mit Heidelbeeren verwechselt werden. Der Genuss einer einzelnen Beere führt aber meist nicht zu großen Problemen, höchsten zu etwas Übelkeit und Durchfall. Die Beeren gelten als narkotisch wirksam.
Anwendung im Laufe der Geschichte
Zeitweise hat die Volksheilkunde die Einbeere gerne verwandt, aber sie war dem einfachen Volk auch unheimlich, weil sie so ungewöhnlich aussieht. Die Menschen hatten Angst, dass es sich um eine Pflanze des Teufels handelt und haben daher die Finger von der Einbeere gelassen. Man glaubte, dass die Beere, in die Kleider eingenäht vor Pest bewahrt. Dazu musste die Beere aber zwischen 15. August und 8. September geerntet werden. Auch hoffte man, dass die Einbeere Menschen enzaubern könne, die von Dämonen verzaubert worden waren. Man sagte der Einbeere auch aphrodisierende Wirkungen nach und manch einer mutmaßt sogar, dass sie als psychoaktives Mittel verwendet wurde.
Salbe aus Samen und Frischsaft
Aus den Samen und dem Saft frischer Blätter wurde früher eine Salbe zubereitet, die gegen schlecht heilende Wunden und Geschwüre verwendet wurde.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Einbeere ist in Europa und Asien heimisch. Sie wächst bevorzugt in Buchenwäldern und kommt an ihren Standorten gehäuft vor. Obwohl man es der Einbeere nicht ansieht, ist sie eine Verwandte der Maiglöckchen und gehört zu den Liliengewächsen. Anders als die anderen Mitglieder der Familie hat sie vierzählige Blüten und netzartig geäderte Blätter, wo die anderen Blätter mit parallel verlaufenden Nerven haben. Der ausdauernde waagrecht verlaufende Wurzelstock treibt im Frühjahr bis zu 35cm hohe Pflanzen aus. Die Pflanzen tragen meist vier eiförmige, große Blätter, die wie ein Quirl um den Stängel stehen. Die Erscheinung dieser vier Blätter allein an einem Stängel sieht ungewöhnlich aus, und prägt die Einbeere ins Gedächtnis ein. Manchmal tragen die Einbeeren auch drei, fünf oder sechs Blätter, das sind Sonderformen der Pflanze. Im April blüht die Einbeere mit einer einzelnen grün-schwarzen Blüte, die später gelben Pollen sehen lässt. Die Blüte steht einige Zentimeter über dem Blätterquirl auf dem Stängel. Aus der Blüte entwickelt sich nach und nach eine blauschwarze Beere, die etwa die Größe einer dicken Heidelbeere hat. Zwischen Juli und September ist die Beere reif. Die Beere ist der giftigste Teil der Einbeere. Da sie mit ihrem fad-süßlichen Geschmack nicht besonders verlockend schmeckt, kommt es nur selten zu schweren Vergiftungen.
Die Einbeere ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 30 Zentimetern erreicht. Das monopodiale (mit durchgehender Hauptachse) Rhizom dieses Geophyten sitzt waagrecht bzw. kriechend. Die Rhizome können bis zu 14 Jahre alt werden. Aus Knospen in den Achseln von Nieder-blättern werden an der Rhizom-Oberseite Laubsprosse ausgebildet, die nach dem Fruchten absterben. An einem Stängel stehen in einem Quirl vier Blätter, selten fünf. Die Laubblätter sind einfach und ganzrandig.
Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni. An jedem Stängel wird nur eine endständige Blüte gebildet. Die zwittrige, radiärsymmetrische Blüte ist grün und vierzählig. Es ist ein sogenanntes heterotepales Perigon vorhanden, dabei sind die Tepalen unterschiedlich ausgebildet. Die inneren Blütenhüllblätter sind fadenförmig, die äußeren sind etwas breiter und 2 bis 3 Zentimeter lang. Es sind acht Staubblätter vorhanden. Vier Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen und es sind vier langlebige Narben vorhanden. Die Früchte sind vierfächrige, vielsamige, blauschwarze, heidelbeerähnliche Beeren, die einzeln stehen und einen Durchmesser von bis zu 1 Zentimetern erreichen. Die Fruchtreife tritt im Juli bis September ein.

BACHBLÜTE CHERRY PLUM
Du stehst unter starker innerer Spannung            
Diese Menschen stehen unter einer starken inneren Anspannung
Cherry Plum hilft diese Anspannung zu lösen

BACHBLÜTE CHESTNUT BUD
Langsame Leser, Lern-Blockade                           
Diese Menschen bzw. Kinder sind langsame Leser oder haben gar eine Lern-Blockaden
Mit der Blüte können sie das langsame und die Lern-Blockade auflösen

Hildegards Lebens- und Heilmittel
Getränke
OBSTSAFT
Wighard Strehlow empfiehlt Apfel-, Orangen- oder Zitronensaft als Erfrischungsgetränk, das mit Wasser verdünnt werden kann. Obstsäfte sind bekömmlicher, wenn man dazu Brot oder Zwieback isst. Von Birnensaft wird abgeraten, da er Kopfschmerzen verursachen kann.
TEE
Zur Zeit Hildegards von Bingen waren Schwarz- und Grüntee noch nicht bekannt, weshalb sie nur Aussagen zur Wirkung von Kräutertees trifft. Tee gilt bei ihr nicht als Durstlöscher, sondern als Heilmittel. Deshalb sollten die meisten Teesorten nur gezielt und über einen begrenzten Zeitraum getrunken werden. Eine Ausnahme ist der Fenchel-tee, der unbedenklich auch im Alltag getrunken werden kann, ebenso wie Hagebuttentee.
WASSER
In Causae et curae behandelt Hildegard ausführlich die unterschiedliche Qualität von Wasser, das sie in zwölf Kategorien unterteilt: Je nach Art der Quelle, Salzgehalt, Verlauf, Fließrichtung und Berührung mit der Luft, um nur einige Faktoren zu nennen, eignet sich das Wasser mehr oder weniger für den menschlichen Gebrauch: „Das Wasser aus Brunnen, die tief in die Erde hineingegraben sind, sodass das Wasser darin steht, ist besser und angenehmer für Speisen und Getränke und den sonstigen menschlichen Gebrauch.“ Oberflächenwasser aus Flüssen sowie Regen- und Schmelzwasser sind höchstens zum Waschen geeignet: „Regenwasser beseitigt, wenn es getrunken wird, durch seine Schärfe den Magenschleim, verursacht jedoch Darmgeschwüre. Schneewasser löscht, wenn es getrunken wird, den Durst nicht genügend, weil es dünn ist und rasch verdaut wird. Das Wasser, das ein plötzlicher Wolkenbruch überreichlich ausschüttet und der Hagel sind so gefährlich wie kochendes Wasser, worin Schweineborsten und Haare von anderen Tieren zerkocht werden, falls es jemand beim Essen oder Trinken zu sich nähme.“

Krankheiten der Atmungsorgane
Heiserkeit
Rührt die Heiserkeit von Schnupfen oder Erkältung her, muß zuerst auf die Entzündung eingewirkt werden. Hier empfiehlt Kneipp täglich eine Oberkörperwaschung, diese nimmt die Fieberhitze und regt die Transpiration an, zudem täglich 1-2 Gießungen: zuerst Rückenguß (4 Tage lang) sowie ein Halbbad und einen Schenkelguß mit Oberkörperwaschung.
Die Wirkung beschreibt er folgendermaßen:
Durch diese Anwendungen wurde eine gleichmäßige Zirkulation erreicht und das Blut, welches nach oben gedrungen war, wieder nach unten geleitet. Gelinder Schweiß trat ein, es löste sich auch nach innen eine Masse Schleim ab und so kam in kurzer Zeit die Stimme wieder.
Man kann ferner Umschläge auf den Hals machen, sie wirken recht günstig, müssen aber mit der größten Vorsicht angewendet werden, denn wenn der Halswickel warm oder heiß wird, dann zieht er noch mehr Blut zum Halse hin und der Schaden wird ärger. Wird er aber richtig angewandt, so wirkt er kräftig auf den Hals ein, löst auf, scheidet aus und ist darum ein gutes Heilmittel.
Der Halswickel soll so gut anliegen, daß sich keine Luftblasen bilden können. Nach längsten 20 Minuten wird er erneuert und so eine bis eineinhalb Stunden fortgefahren.
Wie von außen, so kann auch von innen auflösend eingewirkt werden. Kneipp rät, täglich 5-6 Löffel Tee einzunehmen oder den Hals damit zu gurgeln. Für die Zubereitung eignet: Wollblume, Holunderblüten, Zinnkraut, Salbei, Huflattich und Eichenrinde.

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