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Eberraute
Die Eberraute ist eine Pflanzenart aus der Gattung Artemisia in der Familie der Korbblütler. Sie wird als Heil- und Gewürzpflanze verwendet.
Die Eberraute ist ein Verwandter des Beifusses und des Wermuts. Wie seine Brüder ist er eine mehrjährige Pflanze mit bitterem Geschmack und einem gewissen Cola-Aroma. Früher wurde die Eberraute als Gewürz für fette Speisen verwendet, doch inzwischen ist sie aus der Mode gekommen. Auch als Heilpflanze wurde die Eberraute früher höher geschätzt als heutzutage. Dabei hat sie vielfältige Heilwirkungen. Sie stärkt die Verdauungs- und die Harnorgane, man kann sie gegen Husten und Bronchitis verwenden. Außerdem lindert sie Frauenbeschwerden und aktiviert die Menstruation. Auch gegen Einschlafstörungen und Rückenschmerzen kann man die Eberraute verwenden.
Eberraute zählt zu den Gewürz- und Heilkräutern, die über die Jahre etwas in Ver-gessenheit geraten sind. Durch den sehr bitteren Geschmack und herb aromati-schen Duft ist das Artemisiengewächs nicht so populär, wie aromatische oder milde Kräuter wie Dill, Basilikum oder Oregano. Dabei ist Eberraute hervorragend geeignet für zum Würzen von deftigen Fleischgerichten. In der Naturheilkunde werden gelegentlich die verdauungsfördernden Eigenschaften der Pflanze gebraucht.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Eigenschaften: abwehrsteigernd, antibakteriell, beruhigend, harntreibend, krampflösend, schweißtreibend, tonisierend, Atemwege: Husten, Bronchitis, Fieber, Verdauungssystem: Appetitlosigkeit, Verdauungsschwäche, Durchfall, Bauchspeicheldrüsenschwäche, Würmer, Harnorgane: Blasenschwäche, Nierenschwäche, Frauenheilkunde: Menstruationsbeschwerden, Menstruationsfördernd, Wechseljahresbeschwerden, Nervensystem: Schlafstörungen, Bewegungsapparat: Rückenschmerzen, Ischias
wissenschaftlicher Name: Artemisia abrotanum
Pflanzenfamilie: Korbblütler = Asteraceae
englischer Name: Herb Royal
volkstümliche Namen: Abraute, Amberbaum, Colakraut, Eberreis, Staubwurz, Zitronenkraut
Verwendete Pflanzenteile: Kraut, Blätter
Inhaltsstoffe: Ätherische Öle, Abrotin, Bitterstoffe, Gerbstoffe
Sammelzeit: August
 
Anwendung
Man kann die Blätter der Eberraute als Tee anwenden. Dazu bereitet man einen Aufguss mit ein bis zwei Teelöffel Eberrautenblätter und lässt ihn fünf bis zehn Minuten ziehen. Davon trinkt man ein bis drei Tassen täglich. Auch als Tinktur kann man die Eberrautenblätter ansetzen. Davon nimmt man dreimal täglich 10-50 Tropfen ein.
Achtung! Die Eberraute darf nicht in der Schwangerschaft eingesetzt werden.
Die Pflanze scheint in Deutschland ab dem 9. und 10. Jahrhundert kultiviert worden zu sein. Das Capitulare de villis vel curtis imperii und andere Garteninventare nennen sie „Abrotanum“. Der Abt Walahfrid Strabo meinte im 9. Jahrhundert, sie besitze so viele Vorzüge wie Blätter. Beispielsweise nutzte man sie, um Fliegen und Parasiten zu vertreiben (Repellent). Sie erlangt als Zierpflanze in Trockengärten, Steingärten, Steppengärten oder Schottergärten wieder Popularität, da sie trockenheitstolerant ist.
Eberraute in der Heilkunde
Madaus zufolge nutzten die meisten Autoren das Kraut oder die obersten Triebe, einige auch die Samen. Bei Hippokrates reinigt die Pflanze den Uterus, beschleunigt Geburten und hilft bei Lungenentzündung. Columella nennt sie bei Leibschmerzen der Tiere, Plinius als Bestandteil von Wundsalben, Scribonius Largus mit Wein bei Aconitvergiftung und Brustbeklemmung, Dioskurides bei Atemnot, inneren Brüchen, Krämpfen, Hüftweh, als Diuretikum, Emmenagogum und Antidot. Das Mittelalter nutzte Abrotanum wie im Altertum etwa bei Atemnot, Gelbsucht, Mutterleiden und Wunden. Hildegard von Bingen erwähnt es in einem Rezept für Magenwein. Paracelsus' Indikationen sind laut Madaus Nervenschmerz, Spasmus, Gliederschwäche, Asthma, Husten, Hüftweh, vaginale Ulcera, Spulwürmer, als Diuretikum und Emmenagogum. Das finde sich auch in Lonicerus‘ Kreuterbuch (1564) wieder, der das Kraut mit Sellerie bei Harnsteinen, äußerlich bei Eiterbeulen, mit Rettichöl bei Haarausfall und bei Fieber empfiehlt. Matthiolus‘ New-Kreuterbuch (1626) nennt Stabwurz bei Asthma, Harnverhalt, Harnwinden und Hüftweh. Heckers Praktische Arzneimittellehre (1814) vergleicht es mit der Wirkung von Kamille, Osianders Volksarzneymittel (1829) nennt es bei Menstruationskolik. Madaus zufolge nutzt man Abrotanum bei Tuberkulose auch des Darmes, Lungen- und Bauchwasser mit Kachexie, Anämie, Magengeschwür, Rheuma, Gicht, Frostbeulen, Elephantiasis, volksheilkundlich auch etwa äußerlich mit Bier gekocht gegen Schuppen. Die Homöopathie kennt Abrotanum bei Nabelabsonderungen von Neugeborenen oder bei Durchfall, der mit Magenweh, Hämorrhoiden, Rheuma abwechselt, mit Abmagerung trotz Heißhunger. Gemäß Tabernaemontanus 1625, 1588, half Eberraute – von ihm „Stabwurz“ genannt – gegen „das Keichen und Hertzgesperr“ und „tödtet und treibet auss die Würm von alten Menschen und jungen Kindern“, wenn es „gepülvert und mit Milch oder Honig eingenommen“ wird. Nach Nicholas Culpeper (The English Physitian Enlarged) war Eberraute auch ein wunderbares Mittel gegen männliche Glatzen: „Die Asche der Eberraute wird mit altem Salatöl vermischt und hilft denjenigen, denen das Haar ausgefallen ist und die kahl sind, dass das Haar wieder wächst, entweder auf dem Kopf oder am Bart.“ Medizinische Wirkung wurde bei nervösen Magenbeschwerden festgestellt. Auch eine appetitanregende Wirkung hat sich bestätigt.
Eberraute als Heilkraut
Im Mittelalter war Eberraute, die dort meistens als Stabwurz bezeichnet wurde, ein sehr beliebtes Heilkraut. Man sprach der Eberraute nicht nur eine aphrodisierende und belebende Wirkung zu, Eberraute wurde auch genommen, um Haarausfall zu beheben oder Darmparasiten wie Würmer zu vertreiben. Im Kräuterbuch von P. A. Mattioli (1590) wurde die Eberraute konkret gegen Würmer, Brustschmerzen und zur Behandlung von Geschwülsten verwendet. Eine wichtige Verwendung fand sie als Gegengift (Antidot). Das Kraut kam ferner bei Müttern zur Anwendung, die frisch gebärt haben. Dort wurden Tücher in einen Sud aus Eberraute getränkt und auf die Haut gelegt. Angewendet wurde die Eberraute zu dieser Zeit als Weinauszug, als Tee, als Wickel oder pur. Die Eberraute wurde auch in der Arzneimittellehre des Paracelsus erwähnt.
Eberraute hat teilweise gute antibakterielle Eigenschaften. In einigen Studien konnten u.a. hohe Wirksamkeiten gegen Pseudomonas, Klebsiella pneumoniae und Microccus luteus festgestellt werden. Das in der Eberraute (welches ebenso in anderen Artemisienarten wie Beifuss oder Wermut verkommt) enthaltende Artemisinin wird zudem bei der Behandlung von Malaria angewendet, welches vom Erreger Plasmodium falciparum verursacht wird. Der Gehalt an Artemisin in der Eberraute ist allerdings recht gering.
Das Kraut hat darüber hinaus antientzündliche, spasmolytische (entkrampfend) und antiödematöse Eigenschaften. Hierfür sind vor allem die in der Eberraute enthaltenden Flavonoide (Quercetin und Rutin) verantwortlich.
Von medizinischer Bedeutung unter den Inhaltsstoffen der Eberraute sind vor allem die Gerb- und Bitterstoffe. Diese regen die Produktion von Verdauungssäften in Magen, Galle und Leber an und sorgen für eine gute Verdauung, unterstützen den Appetit und verschaffen Linderung bei Magenproblemen und -krämpfen.
Zu diesem Zweck wird Eberraute entweder als Würzkraut gegessen oder als Tee getrunken, wobei in der Zubereitung der Ziehzeit abhängig davon ist, ob frische oder getrocknete Blätter verwendet werden. Für die Dosierung einer Tasse Eberrautentee werden 250 bis 300 ml kochendes Wasser benötigt und ein Teelöffel vom Kraut, das in der getrockneten Form zugedeckt 5 min ziehen gelassen wird und wenn frische Blätter verwendet werden, sollte die Ziehzeit 10 min nicht überschreite.
Die entkrampfende Wirkung der Eberraute kommt auch Frauen während der Menstruation zugute. Schwangere sollten deshalb vom Gebrauch der Eberraute absehen, um vorzeitige Wehen zu vermeiden. Daneben fördert Eberraute den Nieren und Blasenaktivität, wirkt beruhigend, ist antibakteriell und unterstützt den Schweißfluss – Eigenschaften, weshalb Eberraute nicht nur bei Magenproblemen zum Einsatz kommt, sondern auch bei Schlafproblemen und fiebrigen Erkältungen und Husten.
Für die Verwendung von Umschlägen mit Eberrauten werden ebenfalls Teeaufgüsse verwendet.
Eberraute wird nicht nur als würzendes und heilsames Kraut verwendet, Eberraute hat Tradition in der Bekämpfung bzw. Vorbeugung gegen Motten. Hierzu wird das getrocknete Kraut in Baumwoll- oder Organzasäckchen in den Kleiderschrank gehängt. Der intensive Duft der ätherischen Öle der Eberraute vertreibt die schadhaften, stofffressenden Insekten. Ferner wird Eberraute – speziell die Zitroneneberraute (auch Zitronenkraut genannt) als Bestandteil von duftenden Potpourris eingesetzt.
Eberraute in der Küche
Eberraute findet insbesondere Verwendung in der Würzung von fettigen Gerichten, allen voran werden Gans und Ente mit Eberraute gewürzt. Bei der Dosierung ist allerdings Vorsicht geboten, denn schon geringe Mengen der Würzpflanze Eberraute genügen, um das Essen kräftig zu aromatisieren und ihm einen würzigen und leicht bitteren Geschmack zu verleihen.
Verwendet wird Eberraute sowohl getrocknet wie auch in Form der frischen Blätter. Da das Aroma der Eberraute beim Trocknen nicht verloren geht, kann man die Pflanze zur Bevorratung trocknen, aber auch einfrieren.
Eberraute wird im Handel in zwei Geschmacksrichtungen angeboten: als Zitroneneberraute mit Duft nach Zitrusfrüchten und als Kampfereberraute, die wegen dem süßen, colaähnlichen Duft auch als Colastrauch oder Colaraute bezeichnet wird.
Eberraute ist heute keine gebräuchliche Gewürzpflanze mehr. Es gibt zwei Kulturtypen: Eine mit aufdringlichem Zitronengeruch (Zitroneneberraute) und eine neuere, die noch strenger riecht (Kampfereberraute, Kampferraute). Wegen ihres intensiven und bitteren Geschmackes muss sie sorgfältig dosiert werden. Als Würzkraut ist die Eberraute hauptsächlich zum Verfeinern fetten Fleisches geeignet. Die Bitterstoffe entfalten hierbei eine appetit- und verdauungsfördernde Wirkung. Bisweilen wird sie auch zartem Fleisch zugesetzt. Ähnlich wie Petersilie kann sie in ein Bouquet garni integriert werden.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Eberraute ist in Südeuropa heimisch. In Mitteleuropa wurde die Eberraute als Würz- und Heilpflanze schon im Mittelalter angebaut. Die mehrjährige Verwandte des Beifußes hat sehr viele, ganz feine Blätter, die an Federn erinnern. Die Blätter sind hellgrün.
Die Eberraute wächst als Halbstrauch oder ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von meist 50 bis 130, selten bis zu 170 Zentimeter. Sie ist aromatisch duftend. Die Wurzeln sind dick und verholzen. Jede Pflanze bildet relativ viele aufrechte, verzweigte Stängel, die an ihrer Basis verholzen können und braun, kahl oder spärlich behaart sind. Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind gestielt. Die bei einer Länge von (2 bis) meist 3 bis 6 Zentimeter und einer Breite von 0,2 bis 1,5 Millimeter im Umriss breit eiförmige Blattspreite ist zwei- bis dreifach fiederteilig. Die Blattabschnitte sind linealisch bis fadenför-mig. Die Blattoberseite ist kahl und die Blattunterseite ist spärlich behaart.
Die Blütezeit reicht vom Spätsommer bis Herbst. In bei einer Höhe von 10 bis 30 Zentimeter und einem Durchmesser von 2 bis 10 Zentimeter weit verzweigten Gesamtblütenständen sind zahlreiche, nickende, relativ kleine körbchenförmige Teilblütenstände angeordnet. Die eiförmige Körbchenhülle (Involucrum) enthält viele, dachziegelartig angeordnete, angedrückte und spärlich behaarte, länglich-elliptische Hüllblätter. Der flache Körbchenboden besitzt keine Spreublätter. Die Blüten sind alle röhrig. Die 14 bis 16 (selten bis zu 20) in der Mitte stehenden Blüten sind zwittrig und die meist vier bis acht (selten bis zu 15) randständigen weiblich. Die drüsigen, gelben Kronblätter sind zu einer 0,5 bis 1 Millimeter langen Röhre verwachsen. Die kahlen und oft hellbraunen Achänen sind bei einer Länge von 0,5 bis 1 Millimeter ellipsoid, zwei- bis fünfkantig sowie schwach gerippt.

Dill
Dill, Dille oder Gurkenkraut, auch Dillkraut und Dillfenchel genannt, ist die einzige Pflanzenart der monotypischen Gattung Anethum und gehört zur Familie der Doldenblütler. Sie stammt ursprünglich aus Vorderasien, wird heute jedoch weltweit angebaut. Dill ist im deutschsprachigen Gebiet eines der meistangebauten Gewürze.
Vor allem als Würzkraut für Gurken und Salate ist uns der Dill bekannt. Er hat jedoch, ähnlich wie sein Bruder, der Fenchel, zahlreiche Heilfähigkeiten. Besonders hervorzuheben ist seine milchfördernde Eigenschaft. Außerdem lindert er die Blähungen von Säuglingen.
Dill ist nicht jedermanns Sache. Manche mögen Dill, manche hassen sie. Doch ist dieses würzige Kraut schon seit tausenden Jahren ziemlich bekannt. Denn schon die Ägypter und die Römer liebten Dill als Küchen- und Heilkraut. Dill ist ideal geeignet zum Würzen von Fisch- und Gemüsegerichten. Allseits bekannt ist natürlich die beliebte Dillsauce. Dill kommt auch beim Würzen von eingelegten Essiggurkerln zum Zug.
Tipp: Tzatziki, das griechische Gurkenjoghurt, schmeckt natürlich am besten mit frischem Dill.
Die Dille ist ein vielseitiges Kraut, das im Geschmack an Anis und Kümmel erinnert. Man denkt bei ihr gleich an Gurken und Fisch. Dille sollte möglichst frisch verwendet werden, da sich ihr Aroma schnell verflüchtigt. Wird Dille mitgekocht, verliert sie leicht an Würzkraft – deshalb sollte man sie erst kurz vor dem Servieren beigeben . . .
Dill ist ein beliebtes Gewürzkraut, das heute vor allem mit Fisch und Gurken in Verbindung gebracht wird. Daher wird die Pflanze volkstümlich auch als Gurkenkraut bezeichnet. In der Vergangenheit wurde der Doldenblütler vorwiegend als Heilkraut verwendet, wie man anhand der Bedeutung des Namens Dill schließen kann. Das eigentlich aus dem Altenglischen stammende Wort „dylle“ wird mit beruhigen oder mildern übersetzt, bezugnehmend auf die blähungslindernde Wirkung von Dill.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Appetitlosigkeit, Blähungen, Hämorrhoiden, Magenbeschwerden, Milchfördernd, Schlaflosigkeit, Gebärmutterkrämpfe, Menstruationsbeschwerden, Geschwüre
wissenschaftlicher Name: Anethum graveolens
Pflanzenfamilie: Doldenblütler = Apiaceae
englischer Name: Dill
andere Namen: Däll, Gurkenkräutel, Kappernkraut, Till
falsche  Schreibweisen: Dille
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Samen
Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl, bisher unbekannte Wirkstoffe
Inhaltsstoffe, Geruch und Geschmack: Dille hat ein sehr intensives und charakteristisches Aroma mit leicht süßlichem Geschmack – ähnlich Anis und Kümmel. Dille liefert unter anderen die Mineralstoffe Kalium, Kalzium und Eisen sowie Vitamin A und C.
Sammelzeit: Juni bis September
 
Anwendung
Dillsamen kann man als Tee oder in Wein gekocht gegen Blähungen, Magenkrämpfe und zur Milchförderung einsetzen. Als milder Tee hilft der Tee auch gegen Blähungen bei Babys, ähnlich wie der Fenchel. Wenn man das Kraut als Sitzbad benutzt, hilft es gegen Krämpfe der Gebärmutter, beispielsweise bei schmerzhafter Menstruation. Äußerlich als warme Kompresse in Olivenöl hilft Dill bei Geschwüre. Der häufigste Einsatzzweck des Dills ist jedoch die Küche. Dort würzt man damit Gurken, Salate und Saucen.
Verwendung als Arzneipflanze
Als Heildrogen dienen die getrockneten reifen Früchte und die ganze frische, blühende Pflanze. Wirkstoffe sind: Ätherisches Öl mit Carvon als Hauptbestandteil, Limonen und Dillapiol; den typischen Geruch geben Phellandren und Dilläther; weitere Wirkstoffe sind Cumarine und Kaffeesäure-Derivate. Anwendungen: Dillfrüchte haben mäßig verdauungsanregende, blähungstreibende und krampflösende Eigenschaften. Sie werden heute noch überwiegend in der Volksmedizin wie Kümmel, allerdings mit schwächerer Wirkung, bei Verdau-ungsstörungen mit Völlegefühl und Blähungen sowie bei leichten krampfartigen Beschwerden im Magen-Darm-Bereich verwendet. Für die Dillfrüchte wurden progesteronfördernde Wirkungen im Versuch nachgewiesen, was die bisweilen beschriebene Anwendung bei Zyklus-störungen und Infertilität zumindest plausibel macht. Daten aus klinischen Studien liegen hierzu jedoch nicht vor. Dill wird im Papyrus Ebers gegen Kopfweh und zur Erweichung der Blutgefäße empfohlen. Schon vor Hippokrates galt er als stuhlerweichend und uterus reinigend. Nach Dioskurides hilft er bei Bauchweh, Erbrechen und Blähungen, treibt Harn und Milchsekretion, soll auf Dauer aber der Sehkraft schaden. Hildegard von Bingen verordnete das Kraut bei Lungenaffektionen, äußerlich bei Nasenbluten, Paracelsus als Diuretikum bzw. das Öl der Samen als Karminativum, Stomachikum, Galaktogogum, bei Erbrechen, Mundgeruch, Sinusitis, Hämorrhoiden und Kondylomen (Feigwarzen). Mattioli empfiehlt ihn als Dampfbad bei Uterusschmerzen, bei Genitalgeschwüren und Nabelbrüchen. Auch von Haller lobt ihn bei Uterusbeschwerden, Leclerc seine prompte Wirkung bei Schluckauf und Erbrechen. Von Grot zufolge wirkt er zwar stopfend, als Zäpfchen aber abführend. Dill wurde laut Madaus früher viel in Apotheken umgesetzt bei Erbrechen, Schluckauf und Unterbauchkrämpfe. Die Volksmedizin behielt auch die Nutzung zur Schlaf- und Milchanregung und bei Blähungen von Kindern. Im Volksglauben vertrieb er Dämonen und sollte der Braut zur Herrschaft in der Ehe verhelfen (Ich habe Senf und Dille, Mann, wenn ich rede, schweigst du stille.). In einem Märchen nach Jenny von Droste-Hülshoff schützt Dill vor Verhexung.
Heilkräftige Pflanzenteile
Sind in erster Linie die Samen (Fructus Anethi), die zur Reifezeit gesammelt werden. Die Blätter und Blüten sammelt man während der Blütezeit bis zur Samenreife.
Heil- und Wirkstoff
Ist in den Dillsamen ein ätherisches Öl mit 50-60% Carvon enthalten. Da die vielen Heileffekte nicht allein durch das ätherische Öl ausgelöst werden, ist mit Recht anzunehmen, dass noch eine Reihe von Heil- und Wirkstoffen in der Pflanze enthalten sind, die bisher noch nicht erforscht.
Heilwirkung
Dill ist keine offizinelle Pflanze, doch wird sie als Heilpflanze schon seit dem Altertum bei den Völkern sehr geschätzt. In den Pharaonengräbern zu Theben aus der zeit um 1500 v. Chr. fand man Tongefäße nicht nur mit Weizenkörnern sondern auch mit Zweigstücken und Früchten vom Dillkraut. Im Capitulare Karl d. Gr. (812 n. Chr.) wird der Anbau von Dill empfohlen und sein Vorkommen in Mythos, Sage und Brauchtum lässt erkennen, dass der Dill seit jeher eine vielbeachtete Heilpflanze war.
Dill ist nicht nur ein gesundes Gemüse (Dillensauce), oder ein Würzkraut (bei eingemachten Gurken), sondern birgt auch Heilkräfte, die denen des Fenchels oder des Kümmels nicht nachstehen.
Aus der Praxis der Volksheilkunde und aus alten Kräuterbüchern
Dillsamen und die obersten Schosse mit der kaum oder vollerblühten Dolde, mit gutem Weißwein oder Wasser abgebrüht, getrunken, stillt das schmerzhafte Bauchgrimmen und Würgen im Magen, zerteilt die Winde und Blähungen, fördert wohltuend den Stuhlgang, treibt den Harn und fördert den stillenden Müttern die Milchabgabe.
Aber nicht nur für die Mutter ist der Dillentee wichtig, auch der kleinste Erdenbürger, das Baby, benötigt gar bald und oft den warmen Dillentee, wenn ihm Bauchgrimmen oder Blähungen plagen. Ist Vati nervös oder leidet an Schlaflosigkeit, so erhält er einen Dillentee mit Honigbeigabe. Dill ist ein richtiges Hausmittel für die ganze Familie.
Der Tee aus Dillsamen, ungesüßt getrunken, ist ein angenehmes und prompt wirkendes Mittel bei Schlucksen und Erbrechen. Man nehme 1 Teelöffel Dillsamen für eine Tasse im Aufguss.
Bei Nabelbrüchen der Kleinkinder werden Dillenkraut-Umschläge, möglichst warm oder die Dillendampfbäder empfohlen.
Ein Sitzbad aus dem leichteren Absud von grünem Dillenkraut und auch Samen dazugegeben, lindert rasch die Gebärmutterschmerzen, Magen- bzw. Darmkoliken.
Das Kauen von Dillsamen nimmt den üblen Mundgeruch.
Wermutkraut und Dillensamen mit heißem Wein abgebrüht, ziehen lassen, abge-seiht und waren schluckweise getrunken, ist ein vorzügliches Hausmittel gegen alle Magenbeschwerden und regt den verlorenen Appetit wieder an. Zerstoßener Dillsamen in Olivenöl gut angewärmt, damit einen Wattebauch getränkt und aufgelegt, zerteilt die Geschwülste und zeitigt die Geschwüre  auf. Die obengenannten Umschläge helfen auch sehr gut bei Drüsenstockungen oder bei skrofulösen Augenentzündungen.
Dill als Heilkraut
Dill ist in der Volksheilkunde eine altbekannte Heilpflanze. In der Antike wurde Dill für verschiedene Zwecke eingesetzt. Beispielsweise haben sich Gladiatoren und Schaukämpfer mit Dillöl eingerieben, da Dill als schmerzlindernd und wundheilend galt. Ebenso wurden die Kräuter im alten Äqypten für Beschwerden wie Kopfschmerzen verwendet.
In den Kräuterbüchern des Mittelalters wurde Dill für vielerlei Beschwerden genommen. Äußerlich wurde die Samen des Kraut zur Wundheilung verwendet. Außerdem wurde Dillöl wurde bei der Behandlung von Geschwülsten sowie allgemein zur Schmerzlinderung genutzt. Innerlich kam das Kraut v.a. bei Schwangeren zum Einsatz, die Schwierigkeiten mit der Milchbildung hatten. Dillsamen dort in Wasser oder Wein gesotten. Auch bei der Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden, wie Vollegefühl, Blähungen oder Durchfälle wurde Dill verwendet.
Dill wird in der Volksmedizin nicht häufig verwendet, da es deutlich wirksamere Kräuter aus der Familie der Doldenblütler (u.a. Anis, Kümmel, Fenchel) gibt.Grundsätzlich enthalten die Samen und Blätter der Pflanze jedoch zahlreiche bekannte Inhaltsstoffe.
Nebenwirkungen und Anwendungsbeschränkungen
Bei akuten Bescherden wie Entzündungen im Magen-Darm-Bereich sollte Dill nicht verwendet werden. Dillsaat schmeckt leicht süßlich und erinnert mitunter etwas an Fenchel. In der Schwangerschaft sollte auf die Einnahme von Dillsamen verzichtet werden, da eine Anwendung möglicherweise frühzeitige Wehen auslöst. In einer randomisierten klinischen Studie wurde zum Beispiel festgestellt, das die Einnahme von Dillsamenaufgüssen einen Einfluss auf die Uteruskontraktion haben kann.
Neben Fischgerichten wertet Dill mit seinem milden, eigentümlichen Geschmack auch zahlreiche Speisen auf, und sorgt nebenbei für eine gut funktionierende Verdauung
Verwendung als Küchen- und Gewürzkraut
Die beste Zeit der Dillernte liegt im Sommer. In zahlreichen Supermärkten liegen große Bündel - zumeist direkt neben Gewürzgurken. Dill ist ein traditionelles und oft beliebtes Gewürzkraut, das sich großer Beliebtheit als Aromageber beim Einwecken von Gurken erfreut - was dessen Alternativnamen Gurkenkraut erklärt (nicht zu verwechseln mit Borretsch, der ebenfalls unter dem Synonym Gurkenkraut gehandelt wird).
Verwendung in der Küche
Gartendill ist eine vielseitig verwendete Gewürzpflanze. Er wird für Salate verwendet. In Saucen auf Grundlage von Salatöl, Joghurt, Quark und in Gewürzbutter ist Dill beliebt und als Brotaufstrich geeignet. Des Weiteren dient er auch zum Würzen von Fisch- und Fleischspeisen. Durch Destillation wird das Dillöl auch für die Likörindustrie angereichert. Frisch und getrocknet kann es auch für Konserven und für Kräuteressenzen verwendet werden. Blätter wie Blütendolden sind ein wichtiges Gewürz für Gewürzgurken, insbesondere für Salz-Dill-Gurken. Meist werden die Dillspitzen verwendet, in frischem, getrockneten, tiefgefrorenem oder gefriergetrocknetem Zustand. Seltener wird das Dillkraut (das junge Kraut) oder die ganze oberirdische Pflanze verwendet. Das frische Dillkraut hat den besten Geschmack und wird auch auf gegarte Kartoffeln gestreut.
 
Pflanzenkunde
Die Dille (Anethum graveolens) ist ein einjähriges Kraut und zählt zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Die bis zu über einen Meter hohe Pflanze hat gefiederte Blätter mit leicht grün-bläulichem Schimmer. In der gelbblühenden Doppeldolde bilden sich viele kleine Früchte. Dille ist auch bekannt unter den Bezeichnungen Garten- und Gurkenkraut. Es gibt verschiedene Sorten wie z.B. Bouquet, Dukat, Herkules sowie die Indische Dille.
Tipp: Dille kann leicht selbst im Garten gepflanzt werden. Zum Anbau in Blumenschalen ist sie weniger geeignet, da sie ein Tiefwurzler ist. Sie ist eine eher anspruchslose Pflanze, die es feucht mag.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Stängel des einjährigen Dills werden zur Blütezeit bis zu einem Meter hoch. Die fadendünnen Blätter sind bläulich und zart doppelt gefiedert. Die gelben Blütendolden sind groß aber luftig. Die eigentlichen Blüten sind sehr zierlich. Die gesamte Pflanze riecht deutlich nach Dill. Daran kann man sie auch von anderen Doldenblütlern unterscheiden.
Dill ist eine sommerannuelle, einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von meist 30 bis 75 Zentimetern, selten bis zu 120 Zentimetern. Alle oberirdischen Pflanzenteile sind kahl und die Farbe variiert von Hellgrün bis Grün-Türkis. Alle Pflanzenteile duften stark aromatisch. Die Stängel wachsen aufrecht und verzweigen sich meist im oberen Abschnitt. Besonders die unteren Laubblätter sind drei bis vierfach fiederschnittig, fein zerteilt in borstliche Abschnitte. Die oberen Laubblätter sind weniger stark geteilt und kleiner. Nebenblätter fehlen. Die Blattscheiden haben eine Länge von 1 bis 2 Zentimetern und sind oben gehörnt.
Die großen Blütenstände sind tragblattlose, 15- bis 30-strahlige Doppeldolden, selten bis zu 50-strahlig. Sie weisen einen Durchmesser von 5 bis 15 Zentimetern auf und enthalten zehn bis 25 Döldchen. Die Döldchen weisen einen Durchmesser von 3 bis 5 Zentimetern auf und enthalten 15 bis 25 Blüten. Die Blütenstiele sind 6 bis 10 Millimeter lang. Die kleinen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig. Die fünf Kelchblätter sind verwachsen. Die fünf Kronblätter sind (dotter-)gelb. Es ist nur ein Kreis mit fünf Staubblättern vorhanden. Die Staubblätter sind länger als die eingerollten Kronblätter. Zwei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen Fruchtknoten verwachsen, der länglich und etwas zusammengedrückt geformt ist. Die zwei Griffel sind kurz. Die Blüte besitzt einen nektarabsondernden Diskus und wird von verschiedenen Insekten, besonders jedoch von Käfern bestäubt. Die Blütezeit reicht von teils schon Mai, jedoch meist Juni bis August.  Die eiförmigen, braunen, trockenen Spaltfrüchte (Doppelachänen) sind 3 bis 5 Millimeter lang, 1,8 bis 2,5 Millimeter breit und 0,6-0,8 Millimeter dick. Die Tausendkornmasse liegt zwischen 1 und 2g. Sie zerfallen in zwei schmal geflügelte Teilfrüchtchen mit grau-weißen Längsrippen. Die Früchte reifen meist zwischen Juli und September. Als Flügelflieger werden sie über den Wind ausgebreitet, ferner bei Nässe auch als Adhäsionshafter.
Botanik
Der Dill ist einjährig, hat einen stilrunden, glatten, dungelgrün und weißlich gestreiften, bläulich zart gefleckten Stängel, der bis 1m hoch wird. Die Blätter sind etwas bläulich-grün, doppelt gefiedert, dem Fenchel ähnlich, nur nicht so dicht, mit fadendünnen Blättchen. Die Blütendolden sind gelb, groß, flach und ohne Hüll- und Hüllenblätter. Die Samen sind eirund und gerippt. Wegen allfälliger Verwechslung mit dem verwandten, jedoch sehr giftigen Schierling. Die ganze Pflanze hat gewürzhaften Geruch und Geschmack.
Blütezeit
Von Juni bis Ende August.
Samenreife
Von Anfang August bis Ende September
Standort
Dill wächst in Südeuropa frei in der Natur unter dem Getreide. In unseren Gegenden wächst er nur angebaut. Aus Gemüsegärten durch die Vögel vertragen, gedeihen die Samen auch frei, doch verwildern die Pflanzen bald.

Bachblüten
Man nimmt jeder Hilfe von anderen als selbstverständlich entgegen und befremdet dadurch auf die Dauer diejenigen, die einem helfen (Willow)
Sie nehmen jede Hilfe von ihren Mitmenschen als selbstverständlich an und befremden so dadurch auf Dauer die die einem helfen
Mit der Blüte können sie die Hilfe ihrer Mitmenschen annehmen, jedoch sehen sie es nicht mehr als selbstverständlich an
Bachblüten
Man muss immer in Bewegung sein, um nicht zum Nachdenken zu kommen (Agrimony)
Sie müssen immer und immer in Bewegung sein, um nicht zum Nachdenken zu kommen
Hier können sie die Bewegung zurückstellen und können wieder Nachdenken
Colitis ulcerosa
Die Colitis ulcerosa befällt ausschließlich den Dickdarm (Colon). Im akuten Entzündungsschub der Colitis ulcerosa ist die Kapazität des Dickdarms, Waser aus dem Nahrungsbrei zu nehmen, in der Regel stark eingeschränkt. Dadurch werden Durchfälle noch gefördert.
Die Colitis ulcerosa ist eine vom Enddarm ausgehende chronisch-entzündliche Darmerkrankung. Sie ist durch einen entzündlichen Befall des Dickdarms bzw. des Colons gekennzeichnet. Im Gegensatz zum Morbus Crohn ist von der Entzündung nur der Dickdarm kontinuierlich betroffen und diese ist auf die Darmschleimhaut (Mukosa) und die darunter liegende Bindegewebsschicht (Submukosa) beschränkt.
Häufigkeit
Etwa 160 bis 250 von 100.000 Einwohnern in der westlichen Welt leiden an einer Colitis ulcerosa, wobei es in Deutschland 3 bis 3,9 Neuerkrankungen pro Jahr unter 100.000 Einwohnern gibt. Die Zahl der Erkrankten in der BRD wird auf über 150.000 geschätzt. Die höchste Prävalenz wurde in Norwegen (505 pro 100 000), in den USA (286 pro 100 000) und in Kanada (319) per 100 000 festgestellt. Frauen und Männer sind gleich häufig betroffen. Das typische Erkrankungsalter liegt zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Nachdem die Krankheitshäufigkeit (Prävalenz) in Nordamerika und Europa über Jahrzehnte gestiegen ist, beginnt sie dort zu stagnieren. In Asien, Afrika und Südamerika, wo die Erkrankung früher selten war, ist allerdings ein deutlicher Anstieg der Neuerkrankungen zu bemerken.
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