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Wermut
Der Wermut ist mit seinen graufilzigen Blättern und dem herbwürzigen Duft, den er verströmt, ein Inbegriff der Mittelmeerländer. In Mitteleuropa wird Wermut in Gärten kultiviert, wie es die Mönche im Mittelalter vorgemacht haben. Mit seinem stark bitteren Aroma gehört der Wermut zu den wichtigsten Bitterkräutern, die zur Stärkung der Verdauung verwendet werden. Aber der Genuss des Wermuts ist auch ein zweischneidiges Schwert, denn seine ätherischen Öle wirken bei Langzeitgebrauch in hoher Dosierung sinnverwirrend, wie viele Künstler in der Blütezeit des Absinth-Getränks leidvoll erfahren mussten.
(Gemeiner) Wermut, Echt-Wermut oder Wermutkraut, auch Bitterer Beifuß oder Alsem, ist eine Pflanzenart in der Gattung Artemisia aus der Familie der Korbblütler.
Der Gemeine Wermut oder Wermutkraut ist Vielen vor allem durch dessen bitteren Geschmack sowie als Zutat der weltbekannten Spirituose Absinth ein Begriff. Das zu den Artemisien gehörende Wermutkraut hilft als Heilpflanze gegen Magen- und Verdauungsbeschwerden. In der Küche wird Wermut gelegentlich als Gewürz bei fettreichen Wildgerichten und deftigen Suppen zum Einsatz.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Verdauungsschwäche
Heilwirkung: blutbildend, blutreinigend
Anwendungsbereiche: Allgemeine Schwäche, Blähungen, Magenschwäche, Mundgeruch, Würmer, Gallenbeschwerden, Gelbsucht, Nierenschwäche, Kreislauf stärkend, Menstruationsfördernd, Wehen fördernd, Ohrenschmerzen, Offene Wunden, Verstauchungen, Quetschungen
wissenschaftlicher Name: Artemisia absinthium
Pflanzenfamilie: Korbblütler = Asteraceae
englischer Name: Vermouth
andere Namen: Absinth, Aetsch, Bermet, Bitterals, Else, Eisenkraut, Gottvergesse, Hilligbitter, Magenkraut, Mottenstock, Ölde, Wärmede, Wermat, Wörmken, Würmut, Wiegenkraut, Wolfszausert
falsche Schreibweisen: Wermuth, Wehrmut
Verwendete Pflanzenteile: Kraut, Blätter
Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl, Absinthol, Glykosid Absinthin, Bitterstoffe, Artemisin, Absinthiin, Anabsinthiin, Bernsteinsäure
Sammelzeit: Juni bis August
 
Anwendung
Wermut wird seit der Antike als Heilpflanze eingesetzt. Ihm wurden zahlreiche Wirkungen zugeschrieben, darunter die Förderung von Appetit, Verdauung und Menstruation sowie Hilfe bei Kopfschmerzen, Gelbsucht und Entzündungen. Im alten Griechenland war die Pflanze der jungfräulichen Jagdgöttin Artemis geweiht, in Ägypten, wo sie auch als Liebeszauber eingesetzt wurde, der Fruchtbarkeitsgöttin Bastet. Im Mittelalter wurde der Einsatz als Heilpflanze unter anderem von Hildegard von Bingen ausführlich beschrieben, die vor allem die äußerlichen Anwendungen betonte. Daneben wurde Wermut zur Abwehr von Mäusefraß an Büchern in Schreibtinte verwendet und gegen Motten in Kleiderschränke gehängt. Er galt außerdem als wirksames Abwehrmittel gegen Hexerei und dämonische Einflüsse und wurde bei verschiedenen Ritualen sowie in Kräutermützen gegen Schlaflosigkeit eingesetzt. Auch heute wird eine Wirksamkeit zur Appetitanregung, bei Beschwerden des Verdauungstraktes, wie Gastritis oder Blähung, zur Anregung der Leberfunktion sowie bei krampfartigen Störungen des Darm- und Gallenwegbereichs vermutet. Die verdauungsfördernde Wirkung wird dabei auf die enthaltenen Bitterstoffe zurückgeführt. In der Homöopathie wird Wermut auch gegen Erregungszustände und Krampfleiden eingesetzt. Verwendet werden Bruchstücke der Zweigspitzen blühender Pflanzen. Diese werden in verschiedenen kommerziell erhältlichen Phytopharmaka als wässrige oder wässrig-alkoholische Auszüge verarbeitet oder können als Tee zubereitet werden. Nebenwirkungen können bei starker Überdosierung oder der Verwendung alkoholischer Extrakte auftreten und gehen auf die toxische Wirkung des Thujons zurück. Sie können Benommenheit, Erbrechen, Bauchschmerzen und in schweren Fällen Nierenschäden und Störungen des Zentralnervensystems umfassen. Wässrige Auszüge enthalten im Gegensatz zu alkoholischen relativ geringe Mengen an Thujon. Das reine ätherische Öl wird aufgrund des Thujongehalts von bis zu 40% nicht medizinisch verwendet. Neben der Verwendung als medizinische Droge kann Wermut auch als verdauungsförderndes Gewürz zu fetten Speisen verwendet werden. Wermut ist Bestandteil des Absinth, eines alkoholischen Getränks mit Auszügen von Wermut, Fenchel, Anis und Melisse, das besonders im 19. Jahrhundert zur Modedroge wurde und aufgrund des Thujongehalts und der vermuteten gesundheitsschädlichen Wirkung zeitweise in verschiedenen europäischen Ländern verboten war. Wermutkrautextrakte werden auch verwendet zur Herstellung des Getränks Wermut, eines mit Gewürzen und Kräutern aromatisierten und aufgespritzten Weins. Wermutkraut kann man wahlweise als Tee oder als Tinktur anwenden. Die häufigste Art, Wermut anzuwenden ist der Tee.
Tee
Für einen Wermuttee übergießt man ein bis zwei Teelöffel Wermutkraut oder Blätter mit einer Tasse kochen-dem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen. Anschließend abseihen und in kleinen Schlucken trinken. Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich. Man sollte den Wermut-Tee nicht süßen, denn eine Abmilderung der Bitterkeit durch Süße würde die erwünschte Wirkung des Wermuts abschwächen. Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschließend kann man wieder sechs Wochen lang Wermuttee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Wermutwirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.
Tinktur
Um eine Wermuttinktur selbst herzustellen, übergießt man Wermut in einem Schraubdeckelglas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen. Von dieser Tinktur nimmt man ein bis drei mal täglich 10-50 Tropfen ein. Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.
Innerlich
Wermut kann man innerlich, als Tee oder Tinktur gegen Verdauungsschwäche ein-setzen. Außerdem hilft Wermut gegen eine Schwäche der Gallenblase. Selbst wenn die Gallenblase operativ entfernt wurde, kann man die Verdauung mithilfe von We-mut-Tee deutlich fördern. Bei Frauen wird die Menstruation durch Wermut deutlich angeregt. Wermut wirkt auch wehenfördernd, jedoch sollte die Benutzung von Wermuttee zur Unterstützung der Geburt mit dem Arzt abgesprochen werden.
Achtung! Wermut sollte nicht bei Magen- und Darmgeschwüren angewendet werden. Auch in der Schwangerschaft sollte man auf Wermut verzichten.
Missbrauch des Wermuts
Das ätherische Öl des Wermuts ist leicht giftig. Daher sollte man Wermut nicht in großen Mengen und auch nicht über einen sehr langen Zeitraum anwenden. Vor allem vor dem regelmäßigen Gebrauch des Wermuts als Genußmittel ist zu warnen. Als Absinth war Wermut-Schnaps einige Zeit sehr beliebt. Der häufige Genuss von Absinth führte jedoch zu Wahnvorstellungen, Schwindelanfällen und Delirien. Daher wurde Absinth auch verboten, aber dieses Verbot ist inzwischen teilweise wieder aufgehoben. Man sollte sich dennoch beim Absinthgenuss stark zurückhalten.
Äußerlich
Äußerlich kann man Wermuttee oder verdünnte Tinktur in Form von Umschlägen, Bädern oder Waschungen anwenden. Mit Wermutumschlägen auf dem Bauch versucht die Volksmedizin Magenkrämpfe zu lindern. Sogar Kopfschmerzen sollen durch solche Umschläge gelindert werden. Wermut hilft äußerlich eingesetzt auch gegen stumpfe Verletzungen des Bewegungsapparates und dient der Wundheilung.
Wermut als Heilkraut
Wermut wird bereits seit der Antike gegen viele Krankheiten und Beschwerden eingesetzt. Genau wie heute auch wird Wermut aufgrund der antiseptischen, antibakteriellen, krampflösenden und durchblutungsfördernden Wirkung bei Kopfschmerzen, Entzündungen und Menstruationsschmerzen verwendet. Und nicht zuletzt gilt Wermut als das Hausmittel bei Magenverstimmungen, Verdauungsstörungen, Appetitlosigkeit sowie Blähungen.
Hildegard von Bingen ging ihrerseits einen Schritt weiter und mystifizierte Wermut. Die heilkundige Nonne aus Rheinland-Pfalz empfahl Räucherungen mit Wermutkraut gegen unheilbringende Hexen und Dämonen. Aber auch schon Leber- und Nierenbeschwerden waren ihr bekannt, so dass Wermutkraut als Wein als Linderungsmittel eingesetzt empfohlen wurde.
Nebenwirkungen und Anwendungsbeschränkungen
Stillende Mütter und Schwangere sollten von Konsum von Wermut absehen - oder zumindest mit ihrem behandelndem Arzt besprechen. Wermut kann frühzeitige Wehen auslösen. Zu hohe Dosen von Wermut können zudem Vergiftungserscheinungen hervorrufen, die sich u.a. durch Erbrechen, Krämpfen und Durchfällen äußert. Ursache ist der Inhaltsstoffe Thujon, ein Bestandteil des ätherischen Öls, der in mittleren bis hohen Dosen als Nervengift wirkt. Wermut sollte daher immer mit Bedacht und am besten durch Rücksprache mit einem Arzt eingesetzt werden. Bei bekannten Magengeschwüren darf Wermut auf keinen Fall verwendet werden.
Achtung! Die innere Einnahme des ätherischen Öls bzw. von Wermutöl kann gesundheitsschädigend sein. Laut Risikoabschätzung des Bundesamts für Risikobewertung können Desorierentierung, krankhafte Unruhe und Schwindel auftreten. Diese Symptome sind akute Vergiftungserscheinungen und sollten unbedingt durch einen Arzt abgeklärt werden.
Verwendung von Wermut
Wermut gehört neben Enzian zu den Kräutern in Europa, die die stärkste Bitterkraft unter allen vorkommenden Kräutern aufweisen. Die Bitterstoffe im Wermut sind es auch, die die gesundheitsfördernde Wirkung ausmachen. Der Bitterwert des Wermuts beträgt rund 20.000 (zum Vergleich: Enzian 30.000; Andorn etwa 4.000).
Die höchste Würz- und Heilkraft entfaltet Wermut zur Erntezeit von Juni bis September.
Wermut in der Küche
Anders als z.B. Basilikum, Petersilie oder Dill ist Wermut kein klassisches Würzkraut, das eine bedeutende Rolle im Küchenalltag spielt. Der würzig-herbe und ausgesprochen bittere Geschmack ist nicht nur streng und eigenwillig, das Aroma passt auch nicht zu vielen Speisen. Vielmehr ist Wermut in der gut bürgerlichen Küche von Bedeutung, die auf deftige Gerichte setzt. Wermut passt gut zu fettreichen Speisen wie Eisbein, Gans oder Kaninchen; wird aber wegen der intensiven Würzkraft trotzdem nur sehr sparsam eingesetzt. Wermut hat ein sehr eigenes Aroma, welches das Würzaroma anderer Kräuter schnell aufheben kann.
Wermut kann sowohl frisch als auch getrocknet verwendet werden. Beim Kochen gehen die Aromastoffe nicht verloren. Um eine typische Würzkraft entfalten zu kön-nen, genügen oft schon ein bis zwei Messerspitzen des getrockneten Krauts.
Weitaus größerer Beliebtheit erfreut sich Wermut hingegen als Zutat in Kräuterweinen, Noilly Prat oder Absinth. Absinth - auch bekannt als die grüne Fee - besteht neben Wermut aus einer Reihe weiterer Kräuter, darunter Anis, Fenchel, Koriander, Muskat, Ehrenpreis, Zitronenmelisse, Angelika und Ysop. Aufgrund des ThujonGehaltes von Wermut war Absinth lange Zeit in vielen Staaten Europas verboten. Der Grund: zu hohe Thujon-Gehalte führen zu Sinnenswahrnehmungsstörungen. Im Jahr 1998 wurde das Absinth-Verbot in vielen Ländern aufgehoben und Absinth darf wieder hergestellt und verkauft werden. Allerdings gelten in der EU Vorgaben, was den Thujon-Gehalt von Absinth betrifft – abhängig vom Alkoholgehalt der Spirituose. Absinth mit weniger als 25 Vol-% Alkohol darf maximal 5 mg Thujon auf 1 kg Alkohol aufweisen, dahingegen sind bei Absinthen mit mehr als 25 Vol-% Alkohol bis zu 10 mg/kg erlaubt.
 
Pflanzenbeschreibung
Der Wermut ist eine ausdauernde, meist krautige Pflanze mit Wuchshöhen von 40 bis 60, gelegentlich bis 150 Zentimetern. Die Pflanze erscheint oberirdisch gräulichgrün und duftet stark aromatisch. Aus einem waagerecht wachsenden Rhizom gehen die aufrechten, dicht beblätterten Sprossen hervor, die am Grund manchmal verholzen und sich im oberen Bereich mehrfach verzweigen. Die Sprossachsen sind leicht gestreift, weisen sehr kleine punktförmige Öldrüsen auf und sind dicht anliegend behaart oder nahezu unbehaart. Die tiefer sitzenden Blätter weisen bis zu 10 Zentimeter lange Blattstiele und eine 8 bis 15 Zentimeter lange und 4 bis 8 Zentimeter breite, in 2 bis 3 Lappen je Seite gespaltene Blattspreite auf. Die oberen Blätter sind kürzer gestielt bis fast sitzend und weisen weniger sowie stärker lanzettlich geformte Lappen auf. Die Blätter im Bereich des Blütenstands sind klein, sitzend und dreilappig oder ungeteilt. Die Blattoberseiten sind dicht behaart. Die Blüten sitzen in kurz gestielten, hängenden Köpfchen, die in bis zu 30 Zentimeter langen, pyramidenförmigen, rispenartigen Gruppen zusammengefasst sind. Die Hüllblätter sind zwei bis drei mal drei bis fünf Millimeter groß und breit eiförmig. Die Kelchblätter sind außen dicht seidig behaart. Die einzelnen Blüten sind gelb mit ein bis zwei Millimeter langen Kronröhren, die bei den äußeren, 9 bis 20 rein weiblichen Blüten zwei Spitzen und bei den 30 bis 50 zwittrigen Blüten im Inneren des Köpfchens fünf Spitzen aufweisen. Die Früchte sind eiförmige bis zylindrische, etwa einen halben Millimeter lange Achänen.
Der Wermut ist in Südeuropa heimisch. Von Mönchen wurde er im Mittelalter auch nach Mitteleuropa ge-bracht, wo er in den Klostergärten kultiviert wurde. Er wächst bevorzugt auf kargen Böden, sogar Steine schrecken ihn nicht ab. Die mehrjährige Pflanze wird bis zu 100 Zentimeter hoch. Die Blätter sind dreifach fiederspaltig. Im unteren Bereich sind sie relativ groß und werden nach oben hin kleiner und einfacher. Sie sind grau, filzig und weich behaart. Die gelben, unscheinbaren Blüten erscheinen zwischen Juli und September.
 
Aussaat, Anbau und Pflege von Wermut im Garten
Wermut lässt sich verhältnismäßig einfach im Garten anbauen und ist relativ pflegeleicht. Am besten ist der Anbau im Kräutergarten oder Hochbeet geeignet. Der Anbau des Krauts auf dem Balkon sollte nur dann erfolgen, wenn eine südliche Ausrichtung besteht.
Standort
Das Wermutkraut mag warme und sonnige Standorte mit durchlässigen, trockenen und leicht kalkhaltigen Böden. Optimal sind leicht sandige oder gar kiesige Böden, die gut belüftet sind und einen raschen Wasserabfluss gewährleisten. Lehmige Böden sollten daher mit einigen Zuschlagstoffen wie Vermiculit, Lavasplitt oder Bimskies optimiert werden.
Aussaat
Die bräunlichen Wermutsamen können zwischen Ende April bis Anfang Juni direkt ins Freiland oder auf dem Balkon ausgesät werden. Da der Korbblütler ein Lichtkeimer ist, werden die Samen nur locker auf die Erde gestreut und leicht in den Boden gedrückt. Nach einer Keimdauer von etwa 10 bis 21 Tagen zeigen sich die ersten Keimblätter. Im Freiland sollte bei der Aussaat mehrerer Wermutpflanzen auf einen Pflanzabstand von mindestens 25 cm geachtet werden.
Bei der Aussaat von Wermut sollte darauf geachtet werden, dass ausreichend Platz zu den Nachbarpflanzen gegeben ist. Wermut bildet ohne Rückschnitt mächtige Sträucher und beeinträchtigt durch Ausscheidungen der Wurzeln (sog. Wurzelexsudate) negativ das Wachstum anderer Pflanzen. Wermutkraut gehört daher nicht in Kräuterspiralen oder in artenreiche Kräutergärten. Das Kraut verträgt sich allerdings mit anderen Pflanzen wie dem Storchenschnabel, Lampenputzergras oder Nelken. Andere Kräuter, die die Gesellschaft von Wermut tolerieren sind andere Artemisien wie Eberraute oder Rautengewächse wie die Weinraute.
Vermehrung
Wermut kann man sowohl über Samen als auch über Stecklinge vermehren. Für die Vermehrung über Stecklinge genügt ein etwa zehn Zentimeter langer Strauchabschnitt von der Spitze der Wermutpflanze. In die Erde gesteckt treiben schon nach kurzer Zeit Wurzeln aus. Daneben vermehrt sich Wermut selbst durch Ausläufer der Wurzel bzw. kann der Verbreitung von Wermut nachgeholfen werden, wenn der Wurzelstock geteilt wird.
Düngen
Für die Düngung des Krauts eignen sich Rinder- oder Pferdedung, die am besten vor der Aussaat untergemischt werden. Bei normaler Gartenerde ohne Düngung genügen meist einige Gaben Kompost oder schwache Gaben handelsüblicher NPK-Dünger. Falls Mist oder Kompost verwendet wird, muss in der Regel nicht mehr gedüngt werden.
Gießen
Wermutkraut benötigt nur wenig Wasser. Es ist nicht erforderlich die Pflanze täglich gießen. Ständiges feucht halten ist genau wie Staunässe schädlich und begünstigt Pflanzenkrankheiten. Auch wenn die Pflanze nicht viel Wasser benötigt, sollte vor allem an warmen und heißen Tagen wenigstens alle zwei bis drei Tage gegossen werden. Kraftlos herabhängende Blätter sind meist ein Zeichen dafür, dass die Pflanze Feuchtigkeit benötigt. In der Regel erholt sich das Kraut jedoch schnell davon.
Krankheiten und Schädlinge
Blattläuse oder andere Fraßschädlinge stellen kein Problem für Wermut dar, denn die ätherischen Öle und vor allem Bitterstoffe sind derart intensiv und abschreckend, dass Wermutpflanzen von Ungeziefer größtenteils verschont bleiben. Es lässt sich mitunter gut beobachten, wie bestimmte Insekten die Pflanze regelrecht meiden. Diese Wirkung machen sich einige im Haushalt zu Gute, in dem Wermut in Form von Sträußchen oder Duftsäckchen zur Vorbeugung und Vetreibung von Motten und Mücken eingesetzt wird. Aus diesem Grund hat sich die Pflanze bei Naturgärtnern in Form von Jauche oder Brühe als natürliche Bekämpfung von Rost und Milben auf anderen Pflanzen bewährt.
Wermutjauche und Wermutbrühe im Garten
Zur Herstellung einer Wermutjauche werden frische Wermutblätter mit einer Gartenschere zerkleinert und in einem Eimer oder einer Tonne mit reichlich Wasser aufgegossen und mit einem Deckel bzw. einer passenden Abdeckung locker verschlossen. Die Wermut-Wasser-Mischung wird etwa 3 Wochen ziehen gelassen. In dieser Zeit entsteht eine unangenehm riechende Jauche, die reif ist, wenn die Gülle nicht mehr schäumt. Zur Verwendung als Ungezieferbekämpfungsmittel wird ein Liter der Wermutgülle mit zehn Litern Wasser gestreckt und anschließend werden die betroffenen Pflanzen damit gegossen.
Überwinterung
Zum Überwintern wird Wermut nur ins Haus geholt, wenn er in Topfkultur gehalten wird. Die Pflanze ist gut winterhart und wird vor dem Frost leicht mit Laub oder Mulch abgedeckt.

Vogelmiere
Die Gewöhnliche Vogelmiere, auch Vogel-Sternmiere, Hühnerdarm (wohl in Bezug auf den kriechenden, runden und gewundenen Stängel), Hühnerscherbe oder Hustdarm genannt, ist eine Pflanzenart der Familie der Nelkengewächse. Die Gewöhnliche Vogelmiere ist als Kosmopolit weltweit verbreitet. Ihre Anpassungsfähigkeit resultiert aus dem gewöhnlich polyploiden Chromosomensatz und zeigt sich auch im Formenreichtum der Sippe. Das weit verbreitete Unkraut kann als Wildgemüse und Heilpflanze verwendet werden.
Die meisten Gartenbesitzer kennen die Vogelmiere mit ihren kleinen Sternblüten als lästiges Unkraut, dabei ist sie nicht nur ein Wildgemüse, das sie selbst anbaut, sondern auch ein wertvoller Schutz und Mulchersatz für den nackten Boden. Fast das ganze Jahr über kann man die Vogelmiere ernten, um daraus Salate, Suppen und Kräuterquark zu bereiten. Diese Speisen regen den Stoffwechsel und die Verdauung an. Auch gegen allerlei Hautprobleme hilft die Vogelmiere. Sogar Schuppenflechte und juckende Ekzeme kann sie lindern.
Die Vogelmiere ist eines der häufigsten Wildkräuter in unseren Breiten. Das kleine krautige Nelkengewächs ist eine beliebte Futterpflanze für Vögel und Kleinnager. Aufgrund der hohen Gehalte an Vitaminen und Mineralstoffen wird das Kraut auch als Salatpflanze gern gegessen. Doch auch als Heilpflanze gegen hartnäckigen Husten oder unterstützend bei Rheuma kann die Vogelmiere gute Dienste leisten.
 
Steckbrief
Heilwirkung: adstringierend, blutreinigend, blutstillend, harntreibend, kühlend, schleimlösend, Husten, Bronchitis, Lungenleiden, Frühjahrsmüdigkeit, Blähungen, Verstopfung, Hämorrhoiden, Gelenkentzündungen, Rheuma, Gicht, Nierenschwäche, Menstruationsfördernd, Milchbildungsfördernd, Augenentzündung, Gerstenkorn, Hautprobleme, Ekzeme, Schuppenflechte (Psoriasis), Juckreizlindernd, Geschwüre, Unterschenkelgeschwür, schlecht heilende Wun-den, Quetschungen, Schnittwunden, Furunkel, Pickel
wissenschaftlicher Name: Stellaria media
Pflanzenfamilie: Nelkengewächse = Caryophyllaceae
englischer Name: Chickweed
andere Namen: Sternenkraut, Hühnerabbiss, Hühnerdarm, Kanarienvögelkraut, Mäusedarm, Meier,  Vögelichrut, Vogel-Sternmiere
falsche Schreibweisen: Vogelmire
Verwendete Pflanzenteile: Kraut
Inhaltsstoffe: Vitamine, Saponine, Flavonoide, Cumarine, Mineralien, Oxalsäure, Schleim, Zink, ätherische Öle
Sammelzeit: Ganzjährig, besonders Frühjahr und Sommer
 
Anwendung
Der Vogelmiere werden schmerzlindernde Heilpflanzenqualitäten zugeschrieben. Neben den möglichen Heilwirkungen verfügt diese Pflanze auch über einen Wert als Nahrungsbeziehungsweise Genussmittel. Ihr Geschmack erinnert an jungen rohen Mais. Bereits 50 Gramm Vogelmierensalat entsprechen in etwa dem täglichen Vitamin-C-Bedarf eines Erwachsenen. Aufgrund des Saponingehalts sollten jedoch nicht zu große Mengen verspeist werden. Als Inhaltsstoffe sind Vitamine Saponine, Flavonoide, Cumarine, Mineralien, Oxalsäure, Zink und ätherische Öle bekannt. In der Naturheilkunde findet es vielfältige Anwendung. So wird ein Extrakt der frischen Pflanze zur Behandlung von Rheumatismus und Gelenkschmerzen verwendet. Als Tee ist es zur äußeren und inneren Anwendung im Gebrauch. Man kann sie auch als Frischfutterzusatz für Ziervögel und Nagetiere benutzen. Auf Grund der starken Vermehrung und der frühzeitigen Samenbildung wird sie jedoch häufig als besonders lästiges Unkraut betrachtet.
Wildgemüse
Die Vogelmiere bietet sich in erster Linie als nahezu ganzjähriges Wildgemüse an, denn man kann aus dem frischen Kraut Salat, Kräuterquark und Suppe zubereiten. Dank ihrer Vitamine, Mineralien und der Saponine gibt sie neue Lebenskraft und hilft bei vielerlei Mangelerscheinungen, z.B. Frühjahrsmüdigkeit. Sie wirkt harntreibend und regt den Stoffwechsel an, sodass man sie auch bei Schlankheitskuren und bei Stoffwechselerkrankungen wie beispielsweise Rheuma und Gicht essen kann. Auch die Verdauung wird durch den Genuss der Vogelmiere angeregt.
Tee - innerlich
Als Tee (Aufguss) kann man die Vogelmiere, getrocknet oder frisch, zur Anregung des Stoffwechsels trinken, um rheumatische Beschwerden zu lindern und Frühjahrskuren zu unterstützen. Auch gegen Erkrankungen der Atemwege kann man Vogelmierentee trinken. Er wirkt schleimlösend und hilft daher bei Husten und Bronchitis.
Tee - äußerlich
Äußerlich als Waschung, Umschlag oder Bad eingesetzt, kann man Vogelmierentee bei viele Arten von Hautproblemen einsetzen. Er hilft gegen Juckreiz und Ekzeme. Sogar gegen Schuppenflechte kann man die Vogelmiere versuchen. Auch schlecht heilende Wunden, Geschwüre und Abszesse können mit Vogelmieren-Umschlägen behandelt werden. Hierzu bieten sich auch Breiumschläge mit dem zerquetschten frischen Kraut an. Umschläge mit Vogelmieren-Tee kann man auch gegen Leberbeschwerden äußerlich auflegen. Gerstenkörner kann man durch Baden (Augenbadewanne) oder Umschläge mit Vogelmierentee behandeln.
Vogelmiere als Heilkraut
In der Naturheilkunde spielt die Vogelmiere meist nur eine untergeordnete Rolle. Dennoch besitzt das Nelkengewächs einige wertvolle Inhaltsstoffe, die vor allem bei Erkältungsbeschwerden sowie einigen äußeren Beschwerden Verwendung finden.
In der Heilkunde des Mittelalters war die Vogelmiere als Hühnerdarm oder Hühnerbiss bekannt. Im Kräuterbuch von Mattioli wurden die Blätter der Pflanze vor allem bei offenen oder schmerzhaften Wunden empfohlen. Angewendet wurde das Kraut vor allem als Auflage bzw. Umschlag, wobei vorher aus den Vogelmierenblättern ein Aufguss zubereitet wurde. In der Kräuterlehre Sebastian Kneipps wurde Vogelmiere bei Hämorrhoiden, Ausschlägen oder bei Bluthusten angewendet. Meist wurden Auszüge der Pflanze zusammen mit Ackerschachtelhalm und Spitzwegerich zubereitet.
Nebenwirkungen
Es sind derzeit keine Nebenwirkungen von Vogelmiere bekannt.
Verwendung von Vogelmiere
Die gewöhnliche Vogelmiere zählt zu den beliebtesten heimischen Wildkräutern in Mitteleuropa. Auch als Heilpflanze spielt sie in der Volksheilkunde eine gewisse Rolle. Sie wird heute jedoch vorwiegend als Salatkraut und wertvoller Vitaminspender verzehrt.
Vogelmiere in der Küche
Mit ihrem milden, leicht maisartigen und teils erbsenartigen Geschmack gilt die Vogelmiere als beliebtes Wildkraut. Die saftigen kleinen Blätter eignen sich hervorragend für die Verarbeitung in Wildkräutersalaten, Kräuterquarks oder Kräuterbutter. Eine köstliche und einfache Möglichkeit ist, die Vogelmiere auf ein frisches, leicht gesalzenes Butterbrot zu verteilen.
Die Blätter der Vogelmiere können außerdem zu einem Kräuterpesto verarbeitet werden. Besonders lecker ist eine Kombination von Giersch, Brennnessel und Vogelmiere. Die Kräuter werden zusammen mit Walnüssen oder Sonnenblumenkernen in einem Mörser zerkleinert und mit einem hochwertigen Speiseöl sowie Salz, Limettensaft und Pfeffer vermischt. Ein guter Hartkäse kann dem Pesto noch dem letzten Pfiff geben. Dazu passen beispielsweise Nudeln oder frisches Brot.
Vogelmiereblätter sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen wie Eisen und Kalium. Sie sind eine gesunde und schmackhafte Bereicherung für die Küche.
Salben
Traditionell wurde schon im Mittelalter eine Salbe aus der Vogelmiere und Schmalz zubereitet. Solche eine Salbe kann man gegen oben genannte Hauterkrankungen einsetzen.
Blütenessenz
Aus den Blüten der Vogelmiere kann man auch eine Blütenessenz herstellen, die für Durchhaltevermögen, Hartnäckigkeit und Selbstvertrauen steht.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Gewöhnliche Vogelmiere ist eine einjährige krautige Pflanze. Ihre niederliegenden 3 bis 40 cm langen Stängel bilden oft kleinere Rasenteppiche aus. Der Querschnitt des einreihig behaarten Stängels ist rund. Die Laubblätter sind eiförmig und spitz. Die im unteren Stängelbereich wachsenden Blätter sind gewöhnlich kurz gestielt, die oberen Blätter sitzen dem Stängel direkt an. Die Blüten stehen in wenig blütigen, doldenartigen Dichasien. Sie haben sowohl fünf Kelchblätter als auch fünf Kronblätter, besitzen also ein doppeltes Perianth. Die Kronblätter überragen die Kelchblätter kaum. Die fast bis zum Grund tief zweigeteilten weißen Kronblätter sind etwa 3 bis 5 mm lang und breit lanzettlich zugeschnitten. Manchmal fehlen sie auch ganz. Im Blütenzentrum stehen drei Griffel, die von etwa drei bis zehn Staubblättern mit violetten Staubbeuteln umgeben werden. Bei milder Witterung oder an geschützten Stellen bleibt die Blühfähigkeit der Pflanze das ganze Jahr über erhalten. Die fünf- oder sechsklappige Kapselfrucht ist etwa 3 bis 5 mm lang und hängt abwärts gekrümmt am Fruchtstiel. Die rötlich braunen Samen haben einen Durchmesser von 0,9 bis 1,3 mm und flache stumpfe Höcker.
Die Vogelmiere ist in Mittel- und Nordeuropa heimisch und in Nordamerika eingeschleppt. Auch in Nordasien und in anderen Gegenden der Welt kann sie vorkommen. Sie gehört zur Familie der Nelken, obwohl sie optisch nicht so aussieht. Das besondere an der Vogelmiere ist, dass sie sich selbst von Frosttemperaturen nicht abschrecken lässt. Bei geringen Minusgraden keimt und treibt sie sogar unter Schnee und bedeckt dann frisch umgegrabene Beete und Felder, wenn der Schnee weggetaut ist. Daher kann man die Vogelmiere teil-weise auch im Winter frisch ernten. Die einjährige Pflanze gilt als Unkraut, weil sie besonders üppig auf bearbeiteten Flächen wächst und sie nach kurzer Zeit wie ein Teppich bedeckt. Dabei ist sie eigentlich eine Labsal für den aufgerissenen, nackten Boden und verhindert die Erosion der Erde. Man kann sie als lebendige Mulchschicht betrachten. Da die Vogelmiere stickstoffhaltigen Boden mit guter Bewässerung besonders liebt, kann man an ihrer Verbreitung erkennen, ob ein Boden gut gedüngt bzw. fruchtbar ist. Die Stängel der Vogelmiere werden bis zu 40cm lang und liegen weitgehend auf dem Boden. Dort, wo sie die Erde berühren, bilden sie kleine Zusatzwurzeln. Die zahlreichen Blätter der Vogelmiere sind klein und eiförmig mit Spitze. Die Vogelmiere blüht von März bis Oktober mit weißen Blüten, die wie winzige Sterne aussehen. Die fünf weißen Kronblätter sind zweigeteilt, sodass sie auf den ersten Blick wie jeweils zwei Blütenblätter aussehen. Sie entfalten sich bei trockenem Wetter morgens um neun und blühen bis zum Abend. Bei feuchtem Wetter bleiben sie zusammengezogen. Aus den Blüten bilden sich Kapseln, in denen zahlreiche Samen heranwachsen. Eine Vogelmierenpflanze bildet pro Jahr bis zu 10.000 Samen. Diese Samen werden gerne von Vögeln gegessen, wie auch das Kraut, das Geflügel sehr gut mundet.
 
Anbau, Aussaat und Pflege
In den meisten Regionen Mitteleuropas findet sich die Vogelmiere in meist größeren Beständen, so dass ein Anbau nicht immer sinnvoll ist. Dennoch gibt es mitunter Wildkräuterliebhaber, die sich größere Mengen des Krauts für den Eigenbedarf wünschen und somit anbauen.
Standort
Die Vogelmiere hat einen großen ökologischen Toleranzbereich und kann sowohl an sonnigen wie auch an schattigen Standorten wachsen. Optimal sind jedoch halbschattige Lagen. An den Boden stellt die Vogelmiere einige Ansprüche. Die Pflanze liebt nährstoffreiche und zum Teil lehmhaltige bis lehmige Böden.
Aussaat
Vogelmiere ist sehr einfach anzubauen. Im Haus bzw. auf der Fensterbank kann sie nahezu das gesamte Jahr über angebaut werden. Im Freiland können die Samen der Sternmiere ab Mitte März ausgesät werden. Die Pflanze zählt zu Dunkelkeimern, d.h. die Samen sollten etwa 1 bis 1,5 Zentimeter in die Erde gedrückt werden. Direkt nach dem Säen sollte die Erde mäßig befeuchtet werden. In der Regel erscheinen die ersten Vogelmieresprossen nach 7 bis 14 Tagen. Ein Pflanzabstand ist im Freiland nicht zu beachten, da die Pflanzen Bodenkriecher sind und ein sehr oberflächennahes Wurzelsystem ausbilden. Ein Anbau auf Balkon oder Terrasse ist problemlos möglich. Hierbei reichen flache Töpfe oder Balkonkästen vollkommen aus.
Düngung
Vogelmiere gedeiht auf nährstoffreichen Böden. Stehen nur sandige Böden mit wenig Nährstoffpotenzial zur Verfügung, sollte die oberflächennahe Schicht mit Kompost und etwas Bentonit (Tonmineral) angereichert werden. In normaler Gartenerde oder Blumenerde ist eine zusätzlich Düngung meist nicht erforderlich.
Gießen
Das unscheinbare Nelkengewächs mag eher feuchte Böden. Regelmäßiges aber nicht zu üppiges Gießen ist optimal für die Pflanze. Kürzere Trockenphasen (3 bis 5 Tage) übersteht die Vogelmiere meist problemlos. Ausnahmen bilden vollsonnige Standorte an sehr heißen Tagen. In solchen Phasen kann es erforderlich sein, abends kräftig zu gießen, da das Blattwerk sonst zu Verbrennungen neigt. In Topfkulturen sollte die Erde am besten immer mäßig feucht gehalten werden.
Pflege
Besondere Pflegehinweise sind nicht zu beachten. Die Pflanze benötigt bei guten Boden- und Wasserbedingungen keine zusätzliche Pflege.
Überwinterung
Vogelmieren sind einjährige Pflanzen und sterben nach einer Vegetationsperiode ab. Häufig kommt es jedoch vor, dass die Blätter und Blüten bis in die tiefe Winterzeit zu sehen sind. Die Pflanze ist sehr frosttolerant.

Bachblüten
Ich bin gleichgültig, weil ich ständig an die Zukunft denke (Clematis)
Diese sind gleichgültig, da sie ständig an die Zukunft denken müssen
Mit Clematis können sie in der Gegenwart bleiben und sind deshalb kaum mehr gleichgültig
Bachblüten
Ich bin sehr empfindlich gegenüber Kleinigkeiten (Crab Apple)
Diese Menschen sind sehr empfindlich gegenüber Kleinigkeiten
Hier hilft Crab Apple um die Kleinigkeiten besser zu vertragen
Getränke
Mineralwasser, Leitungswasser, Kräuter- und Früchtetees, stark verdünnte Säfte
-     Unverdünnte Fruchtsäfte sind wegen ihres Energiegehaltes ungünstig und zählen nicht zu den Getränken. Stark verdünnt als Schorle (1 Teil Saft, 3 Teile Wasser) sind sie ok.
-     Unverdünnte, zuckerhaltige Getränke wie Limonade, Colagetränke, Eistee und Fruchtsaftgetränke sind wegen ihres Zuckeranteils keine gute Durstlöscher. Sie sind wie Süßigkeiten zu behandeln
-     Milch und Kakao sind nicht in erster Linie Wasserlieferant, sondern für die Versorgung mit Eiweiß, Kohlenhydraten, Vitaminen und Mineralstoffen wichtig. Milch zählt deshalb nicht zu den Getränken, sondern zu den Milchprodukten
-     Kaffee und schwarzer Tee tragen zur Flüssigkeitszufuhr bei. Gegen bis zu vier kleinen Tassen ist bei Erwachsenen nichts einzuwenden
Getränk (Kollektivum zu Trank), auch Trunk, ist ein Sammelbegriff für zum Trinken zubereitete Flüssigkeiten. Getränke werden entweder zum Stillen von Durst und damit zur Wasseraufnahme des Körpers, als Nahrungsmittel oder auch als reine Genussmittel aufgenommen. Die englische Entsprechung Drink wird im deutschen Sprachgebrauch auch als Oberbegriff für Cocktails sowie für Einzelportionen von Spirituosen verwendet. Mit Mixgetränk sind ebenfalls oft Cocktails gemeint, Mischgetränk deutet auf die Zubereitung aus verschiedenen Flüssigkeiten wie bei Milchshakes oder Biermischgetränken hin.

Hildegard – ihr Leben, ihre Zeit
Die Äbtissin vom Rupertsberg ist eine berühmte Frau geworden. Ihr Ruf als heilkundige
Frau dringt weit, viele kommen in ihrer Not und bitten um Hilfe. Helfen kann sie oft, aber nur „wenn Gott will“. Ohne die Kraft, den Segen des Allmächtigen, helfen die besten Kräuter nichts, sagt die Äbtissin. Auch die Seherin Hildegard von Bingen ist weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannt geworden. „Prophetissa teutonica“, die deutsche Prophetin, wird sie genannt. In den Schreibstuben ihres Klosters werden kostbare Miniaturen gefertigt, Illustrationen von den Visionen der frommen Frau, damit auch all jene, die nicht lesen können, ihre Geschichten begreifen. Ihre Schriften werden kopiert, die Noten ihrer Lieder aufgeschrieben. Hildegard pflegt regen Briefverkehr mit hoch gestellten Persönlichkeiten. Fürsten und Kleriker bitten sie im Rat und Hilfe. Manch einem, mit dessen Wirken sie nicht einverstanden ist, schreibt Hildegard von sich aus. Höflich, aber unmissverständlich mahnt sie Kaiser Friedrich I. Barbarossa: „Gib acht, dass der höchste König dich nicht zu Boden streckt wegen der Blindheit deiner Augen.“ Das war in der zeit der blutigen Machtkämpfe zwischen Kaisertum und Kirche.
Brief der Hildegard von Bingen an Kaiser Friedrich I.:
Der da ist, spricht: die Widerspenstigkeit zerstöre Ich und den Widerstand derer, die Mir trotz, zermalme Ich durch Mich selbst. Wehe, wehe diesem bösen Tun der Frevler, die Mich verachten. Das höre, König, wenn du leben willst! Sonst wird mein Schwert dich durchbohren.

Kalte Bäder (Temperatur bis 15°C)
TECHNIK
Es gelten die Voraussetzungen und Bedingungen wie für jede kalte Anwendung. Der zu Behandelnde muss also vor der Anwendung warm sein. Auch muss der raum, in dem die Behandlung vorgenommen wird, unbedingt warm sein. Ein Umherstehen im entkleideten Zustand vor und nach der Anwendung muss vermieden werden. Es werden demnach bei Selbstanwendung alle Vorbereitungen im noch bekleideten Zustande getroffen. Die Dauer der Anwendung richtet sich nach dem Eintritt der Reaktion bzw. nach dem subjektiven Wärmegefühl, etwa 6-20 Sekunden. Das anfängliche Kältegefühl weicht in der Reaktion einem Wärmegefühl, es kann aber auch eine vorübergehende erhebliche Schmerzempfindung die kalte Anwendung begleiten. Dies ist ein Zeichen zur Beendigung des Bades und das Wärmegefühl tritt nach dem Bade auf. Nach dem Bade wird nicht abgetrocknet, sondern man zieht nach Abstreifen des Wasser mit der flachen Hand unverzüglich die Kleider wieder an. Zweckmäßig ist die Anwendung vom warmen Bett aus, entweder in der Frühe oder abends und nachts. Überempfindlichen sind kalte Bäder am Abend weniger bekömmlich. Auch soll unmittelbar vor (das heißt 1-2 Stunden) einer Mahlzeit und nach derselben (bis 2 stunden) keine kalten Badeanwendung gemacht werden.
WIRKUNG
Der Kältereiz bewirkt eine gesteigerte Durchblutung der Haut und eine Anregung des Stoffwechsels. Kalte Teilanwendung (Armbad, Fußbad) wirken ableitend.
Bei nervösen Menschen wirken die Teilbäder beruhigend und schlaffördernd, bei Gesunden bezwecken sie Auffrischung und Kräftigung.

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