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Acker-Ringelblume
Die Acker-Ringelblume ist eine Pflanzenart aus der Gattung Ringelblumen und innerhalb der Familie der Korbblütler. Die Acker-Ringelblume ist die wilde und kleine Schwester der sehr bekannten Ringelblume. Ab Juni taucht sie einige warme Ecken (z.B. Weinberge) in leuchtendes Gelb-Orange. Ihre kleinen Blüten sind ein hervorragendes Wundheilmittel. Man kann die Acker-Ringelblume auch innerlich anwenden, um Verdauungsbeschwerden zu lindern und gegen Frauenprobleme zu helfen. Die Acker-Ringelblume ist sehr selten und geschützt, sie darf nicht in der Natur gesammelt werden.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Hautentzündungen, Kopfschmerzen
Heilwirkung: abschwellend, adstringierend, antibakteriell, anregend, entzündungshemmend, krampflösend, pilztötend, reinigend, schweißtreibend
Anwendungsbereiche: Afterjucken, Angstzustände, Offene Beine, Blutergüsse, Brandwunden (leichte), Brechreiz, Ekzeme, Erysipel, Furunkel, Gallenbeschwerden, Geschwüre, Gesichtsrose, Gürtelrose, Hämorrhoiden, Entzündungen und Vereiterungen der Haut, Unreine Haut, Hautkrebs, Hautleiden, Krampfadern, Kopfschmerzen, Leberschwäche, Gesprungene Lippen, Lymphknotenschwellung, Magen- und Darmstörungen, Magengeschwür, Menstruationsförderung, Menstruationsschmerzen, Mundschleimhautentzündungen, Narbenwucherungen, Pickel, Quetschungen, Schlaflosigkeit, Schnittwunden, Schwindel, Schmerzen in Amputationsstümpfen, Sonnenbrand, Unterschenkelgeschwüre, Verstopfung, Warzen, Wechseljahrsbeschwerden, Windeldermatitis, Wunde Babypopos, Wunde Brustwarzen, Wunden, Schlecht heilende Wunden, Wundliegen, Zerrungen
wissenschaftlicher Name: Calendula arvensis L.
Pflanzenfamilie: Korbblütengewächse = Asteraceae
englischer Name: Field marigold
volkstümlicher Name: Acker-Ringelblume
Verwendete Pflanzenteile: Blüten, Blätter
Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Bitterstoffe, Calendula-Sapogenin, Saponine, Glykoside, Carotinoide, Xanthophylle, Flavonoide, Stigmasterol, Beta-Sitosterol, Salizylsäure, Taraxasterol, Violaxanthin
Sammelzeit: Juni-Oktober
Sammelhinweis: Geschützt! Darf in der Natur nicht gesammelt werden
 
Anwendung
Wichtig: Die Acker-Ringelblume ist geschützt!
Man kann die Acker-Ringelblume innerlich und äußerlich einsetzen. Die äußerliche Anwendung ist zwar bekannter, aber auch innerlich hat die Acker-Ringelblume einiges zu bieten. Innerlich kann man die Acker-Ringelblume als Tee, in Mischtees oder als Tinktur einnehmen. Für einen Acker-Ringelblumen-Tee übergießt man einen gehäuften Teelöffel Acker-Ringelblumenblüten mit kochendem Wasser und lässt ihn fünf bis zehn Minuten ziehen. Davon trinkt man bei stärkeren Beschwerden drei Tassen täglich.
Verdauungsorgane
Acker-Ringelblumen-Tee stärkt die Verdauungsorgane, lindert Brechreiz und hilft Magengeschwüre abzuheilen. Auch eine leichte Abführwirkung hat die Acker-Ringelblume. Außerdem werden Leber und Galle gestärkt.
Nervensystem
Acker-Ringelblumen-Tee oder Tinktur kann gegen Kopfschmerzen und Einschlafstörungen helfen. Schwindelanfälle werden gemildert. Man kann die Acker-Ringelblume auch gegen Panikattacken verwenden.
Frauenbeschwerden
Die Acker-Ringelblume hat einige Wirkungen in der Frauenheilkunde. Durch ihre krampflösenden Eigenschaften kann die Acker-Ringelblume Periodenkrämpfe lindern. Außerdem ist in der Acker-Ringelblume Beta-Sitosterol enthalten, ein östrogenartiger Wirkstoff, der unregelmäßige Zyklen ausgleicht und Beschwerden der Wechseljahre lindert. Der Inhaltsstoff Stigmasterol fördert den Eisprung und somit indirekt auch die Regulierung des Zyklus. Auch Unfruchtbarkeit kann behoben werden, wenn sie aufgrund von fehlendem Eisprung besteht.
Äußerlich
Das Haupteinsatzgebiet der Acker-Ringelblume ist die äußerliche Anwendung. Die zerquetschten Blätter helfen als Breiumschlag gegen Kopfschmerzen. Sie wirkt fördernd auf die Granulationsbildung beim Wachstum neuer Haut. Außerdem wirkt sie abschwellend, entzündungshemmend, antibakteriell und pilzhemmend. Häufig wird auf die Wirkungsverwandschaft von Ringelblume und Arnika hingewiesen. Die Ringelblume wirkt jedoch milder, was sie im Endeffekt stärker macht, weil man sie auch in Fällen einsetzen kann, wo Arnika zu scharf wäre. Man kann AckerRingelblumen-Tee als Umschlag, für Waschungen und als Bad anwenden. Auch mit verdünnter Acker-Ringelblumen-Tinktur kann man Ein-reibungen vornehmen und Umschläge machen. Außerdem wird die Ringelblume traditionell als Salbe angewandt. Man kann sie für nahezu alle Arten von Hautverletzungen und Hautentzündungen einsetzen. Auch leichte Brandwunden, Sonnenbrand und Ekzeme kann man mit Ringelblumen-Salbe behandeln. Nach Verletzungen hilft Ringelblumensalbe gegen Quetschungen, Verstauchungen und blaue Flecken. Auch Krampfadern und Krampfadergeschwüre können mit Ringelblumensalbe behandelt werden, ebenso wie Wunden durch Wundliegen (Dekubitus) und offene Beine. Warzen kann man mit frischen, zerquetschten Acker-Ringelblumen-Blättern bekämpfen.
Hautkrebs
Traditionell wird die Ringelblume auch gegen Hautkrebs eingesetzt. Hierbei geht es eher um den verbreiteten hellen Hautkrebs und weniger um Melanome. Ob die Acker-Ringelblume tatsächlich gegen Hautkrebs hilft ist fraglich und bislang nicht wissenschaftlich bewiesen. Die Ringelblume soll bei chronischen Geschwüren helfen, die Entwicklung zu einem Hautkrebs zu verhindern. Solange ein Geschwür noch kein Krebs ist, kann man das durch-aus versuchen (unter ärztlicher Aufsicht). Sobald sich aber ein Krebs entwickelt hat, sollte man unbedingt dem ärztlichen Rat folgen, der in den meisten Fällen auf eine operative Entfernung hinausläuft. Zur Nachbehandlung kann man dann aber wieder die Ringelblume einsetzen.
Salben und Cremes mit Acker-Ringelblume
Ausser all diesen Cremes ist traditionell auch noch Ringelblumen-Butter beliebt, die aus zerquetschten Ringelblumen-Blättern zu gleichen Teilen vermischt mit Ziegenbutter besteht. Sie wird genauso eingesetzt wie Ringelblumen-Salben.
 
Geschichtliches
Acker-Ringelblumen wurden schon seit der Steinzeit in den wärmeren Regionen genutzt. Die Acker-Ringelblume ist vermutlich Vorfahr der großen Garten-Ringelblume. Nachdem die Ringelblume aus Südeuropa nach Mitteleuropa eingeführt wurde, fand sie ab dem 12. Jahrhundert ihren Platz in Kloster- und Bauerngärten. Schon Hildegard von Bingen schätzte die Ringelblume und nannte sie Ringula oder Ringella. Traditionell schmückt die Ringelblume auf Friedhöfen die Gräber und setzt mit ihrer lebendigen Wuchskraft einen Kontrapunkt zum Tod. Durch diesen Gebrauch hat die Ringelblume auch den Namen Totenblume bekommen. Der Name Calendula leitet sich von den Calendae ab, den römischen Bezeichnungen für den Monatsanfang. Die Ringelblume erhielt diesen Namen, weil sie an so vielen Monatsanfängen blüht, bis hinein in den Herbst. Gerne wurde die Ringelblume auch als Liebesorakel verwendet und zwar einerseits zum Zupfen mit der Frage er liebt mich - er liebt mich nicht, andererseits als Salbe mit Essig und Honig, die vor dem Schlafen aufgetragen Träume vom zukünftigen Liebsten bringen sollte, sofern man außerdem den Heiligen Lukas anrief. Heute ist die Acker-Ringelblume sehr selten geworden und ist geschützt, eingesetzt wird nur noch die normale Ringelblume. In den Zier- und Kräutergärten findet man immer öfter die Acker-Ringelblume, da im Internet Saatgut angeboten wird.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Acker-Ringelblume wächst als einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 5 bis 30 Zentimetern. Die niederliegenden oder bogig aufsteigenden, verzweigten Stängel sind bis zu den Blütenkörben beblättert. Die unteren Laubblätter sind spatelförmig, kurz gestielt, ganzrandig oder entfernt stumpf gezähnt, die oberen sind lanzettlich mit seicht herzförmigem, stängelumfassendem Grund. Die Körbchen wei-sen einen Durchmesser von meist 1 bis 2 (selten bis zu 3,5) Zentimetern auf. Die weit glockig Hülle besteht aus grünen Hüllblättern, die an der Spitze oft rötlich überlaufen und weißhäutig berandet sind. Die Blüten sind meist zitronengelb, seltener goldgelb. Die Zungenblüten sind 7 bis 12 mm lang und meist weniger als doppelt so lang wie die Hüllblätter. Die stark gekrümmten, am Rücken dornigen Achänen sind innerhalb eines Korbes meist von dreierlei Gestalt. Die äußeren, Hakenfrüchte genannten, enden in einem zweischneidigen Schnabel und sind ungeflügelt und doppelt so lang wie die Hülle, die mittleren, Kahnfrüchte genannten, sind schwach kahnförmig, die inneren, Larvenfrüchte genannten, sind ringförmig eingerollt und am Rücken quer gerieft. Die Acker-Ringelblume blüht in Mitteleuropa zwischen April und Oktober, im Mittelmeerraum meist von November bis Mai, selten auch ganzjährig.
Die Acker-Ringelblume ist in Südeuropa heimisch. Sie wächst bevorzugt an son-nigen Standorten (Weinberge). Die einjährige Pflanze wird bis zu 30 Zentimeter hoch. Die Blätter sind länglich. Die gelben bis gelborangen Blüten erscheinen zwischen Juni und November. Die Blüten haben einen Durchmesser von etwa 1 cm. Aus den Blüten entwickeln sich von Spätsommer bis Spätherbst die Samen.
 
Anbautipps
Die Acker-Ringelblume braucht einen warmen und sonnigen Standort. Der Boden sollte nicht zu mager und nicht zu nährstoffreich sein. Im Frühling direkt ins Freiland säen. Da die Ringelblume einjährig ist, muss sie jedes Jahr neu angesät werden. Im Spätsommer kann man dann einige der verblühten Blütenstände stehen lassen, damit sich Samen bilden können. Sobald die Samen braun sind, kann man sie ernten und für das nächste Jahr aufheben.

Sammeltipps
Geschützt, darf nicht in der Natur gesammelt werden. Von der Acker-Ringelblume werden in erster Linie die Blüten gesammelt. Dazu erntet man die ganzen, frisch aufgeblühten Blütenköpfe bei trockenem, sonnigen Wetter und trocknet sie ein paar Tage vor. Dann erst werden die Zungenblüten abgezupft und anschließend fertig getrocknet. Man kann aber auch die gesamten Blütenköpfe fertig trocknen und verwenden. In der Volksheilkunde werden auch die Blätter der Acker-Ringelblume verwendet. Man kann sie frisch auspressen und ihren Saft verwenden oder man zerquetscht die Blätter um einen Breiumschlag herzustellen.

Schwarze Königskerze
Die Schwarze Königskerze sieht nicht so finster aus wie sie heißt. Majestätisch wächst sie kerzengrade bis zu 1,4 m nach oben, und blüht auf einem Großteil ihrer Höhe mit leuchtendgelben runden Blüten mit einem violetten Tupfer im Blütenzentrum. Sie ist, wie ihre Schwestern, eine wichtige Heilpflanze bei Husten, vor allem bei Reizhusten. Hauptsächlich werden die Blüten in Tees verwendet, aber auch die Blätter können eingesetzt werden.
 
Steckbrief
Haupt -Anwendungen: Heiserkeit, Husten
Heilwirkung: antiviral, entzündungshemmend, harntreibend, kreislaufanregend, reizmildernd, schweißtreibend
Anwendungsbereiche: Atemwegserkrankungen, Blasenerkrankungen, Erkäl-tung, Falten, Frostbeulen, Grippaler Infekt, Grippe, Hautentzündungen, Heisekeit, Husten, Katarrh, Magen-Darm-Beschwerden, Nierenerkrankungen, Prellungen, Rheuma, Warzen
wissenschaftlicher Name: Verbascum nigrum
Pflanzenfamilie: Braunwurzgewächse = Scrophulariaceae
englischer Name: Dark Mullein
volkstümlicher Name: Dunkle Königskerze, Dunkles Wollkraut, Schwarze-Königskerze
Verwendete Pflanzenteile: Blüten
Inhaltsstoffe: Ätherische Öle, Aucubin, Catapol, Flavonoide, Iridoidglykoside, Kaffeesäure, Phenolcarbonsäuren, Phytosterole, Schleimstoffe, Sterole, Triterpensaponine, Verbascosaponin, Verbascosid
Sammelzeit: Juni-Oktober
 
Anwendung
Meistens wird die Schwarze Königskerze Hustenteemischungen beigefügt. In diesen Mischungen mildern sie den Hustenreiz und wirken auswurffördernd. Auch pur, also ohne andere Hustenkräuter kann man sie im Tee trinken. Dazu bereitet man einen Aufguss. Eine verdünnte Tinktur kann man gegen Magen-Darm-Katarrhe einsetzen. Äußerlich kann man die Schwarze Königskerze als Ölauszug in Salben und Cremes anwenden, hilft gegen Falten, Hautentzündungen und Prellungen.
 
Geschichtliches
Königskerzen sind schon seit Jahrtausenden ein beliebtes Heilmittel und Zauberkraut, vor allem schützen die Königskerzen gegen Unheil. Wurde auch zum Färben von Stoffen und Haaren benutzt. Heute neben vielseitigem Heilmitteln auch als schön blühende Zierpflanze in Naturgärten immer beliebter.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Schwarze-Königskerze ist in ganz Europa heimisch, aber selten. Sie wächst bevorzugt in Waldlichtungen, an Wegen und auf Dämmen und Schutt. Die zweijährige Pflanze wird zwischen 60 und 140 Zentimeter hoch. Im Frühjahr treibt die Wurzel zunächst Blätter aus. In Bodennähe wächst dann eine Blattrosette. Erst im zweiten Jahr wächst dann der Stängel, der nach oben kantig wird. Die Blätter sind unten herzförmig und gestielt. Die Blätter werden nach oben immer kleiner, länglicher und ungestielt. Die gelben Blüten erscheinen zwischen Juni und Oktober. Die Blüten haben einen Durchmesser von etwa 18 bis 25 cm und vioetten Staubfäden. Aus den Blüten entwickeln sich bis in den Herbst die Samen in Kapseln.
Die Schwarze Königskerze ist eine mehrjährige oder zweijährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 50 bis 120, manchmal bis 150 Zentimetern erreicht. Der Stängel ist nach oben scharfkantig und oft dunkelrot überlaufen. Die Laubblätter sind unterseits graufilzig, oberseits – im Gegensatz zu vielen anderen Verbascumarten – jedoch fast kahl und dadurch frischgrün wirkend. Die grundständigen Laubblätter sind meist langgestielt, am Grund herzförmig und ungleichmäßig gekerbt, die mittleren Stängelblätter sind einfach gekerbt und länglich eiförmig.
Im verlängerten, drüsenlosen Blütenstand sitzen in ähnlich angeordneten Knäueln die Blüten. Der Blütenstand ist ährenförmig und unverzweigt, höchstens am Grund können einige wenige seitliche Trauben entspringen. Die längsten Blütenstiele sind jeweils doppelt so lang wie der Kelch. Die zwittrigen Blüten besitzen eine doppelte Blütenhülle. Die gelbe, am Grund oft rot gefleckte Blütenkrone ist außen dicht behaart und hat einen Durchmesser von manchmal über 2 Zentimetern. Die Staubfäden sind purpurviolett wollig behaart. Die Blütezeit reicht von Mai bis Oktober.
 
Anbautipps
Im Herbst direkt an den gewünschten Standort aussäen, eine Umpflanzung vertragen Königskerzen nicht. Der Standort sollte warm und sonnig sein. Der Boden sollte sandig und mager sein. Wenn die Königskerze den Standort mag, braucht sie keine Pflege. Königskerzen vertragen keine Düngung.
 
Sammeltipps
Da die Pflanze relativ selten ist, sollte sie nicht in der freien Natur gesammelt werden. Gesammelt werden die Blüten ohne Kelch/Kelchblätter, wichtig ist, dass die Staubblätter/Staubgefäße erhalten bleiben. Am besten an einem sonnigen Tag am späten Vormittag sammeln, nachdem die Morgenfeuchtigkeit verdunstet ist. Auf keinen Fall dürfen die Blüten feucht sein. Nachmittags sollte man nicht sammeln. Die Blüten müssen zügig im luftigen Schatten getrocknet werden, auch im Backofen ist die Trocknung möglich, die Temperatur darf nicht über 50°C sein. Nach dem Trocknen nur die gelben Blüten nutzen, die zu braunen Blüten werden aussortiert. Die getrockneten Blüten müssen vor Feuchtigkeit geschützt gelagert werden. Schon geringe Feuchtigkeit sorgt für Schimmel.

Bachblüten
Man macht sich mehr Sorgen um das Wohlergehen, anderer Menschen als um das eigene (Red Chestnut)
Sie machen sich zu große Sorgen um das Wohlergehen ihrer Mitmenschen, als um das eigene Wohl
Mit der Blüte können sie das Sorgen machen abstreifen und machen sich jetzt eher um das eigene Wohl sorgen
Bachblüten
Man ist in innerer Panik, Terrorgefühle (Rock Rose)
Diese Menschen haben im inneren eine gewisse Panik und auch Terrorgefühle
Mit der Bachblüte können sie diese Panik besiegen
Grundsätze der Vollwerternährung
-     Bevorzugung pflanzlicher Lebensmittel
-     Bevorzugung gering verarbeiteter Lebensmittel
-     Reichlicher Verzehr unerhitzter Frischkost: ca. die Hälfte der Nahrungsmenge
-     Zubereitung der Speise aus frischen Lebensmitteln, schonend und mit wenig Fett
-     Vermeidung von Nahrungsmitteln mit Zusatzstoffen
-     Vermeidung von Nahrungsmitteln aus bestimmten Technologien, weil Gentechnik, Food Design, Lebensmittelbestrahlung
-     Bevorzugung von Erzeugnissen aus biologische Landwirtschaft
-     Bevorzugung von Erzeugnissen regionaler Herkunft und entsprechender Jahreszeit
Vollwerternährung: Grundsätze des Konzeptes
„Die Vollwert-Ernährung ist eine überwiegend pflanzliche (lakto-vegetabile) Ernährungsweise, bei der gering verarbeitete Lebensmittel bevorzugt werden. Gesundheitlich wertvolle, frische Lebensmittel werden zu genussvollen und bekömmlichen Speisen zubereitet. Die hauptsächlich verwendeten Lebensmittel sind Gemüse und Obst, Vollkornprodukte, Kartoffeln, Hülsenfrüchte sowie Milch und Milchprodukte, daneben können auch geringe Mengen an Fleisch, Fisch und Eiern enthalten sein. Ein reichlicher Verzehr von unerhitzter Frischkost wird empfohlen, etwa die Hälfte der Nahrungsmenge.“
So definiert die Gießener Formel die Vollwert-Ernährung.
Warum heißt sie „Gießener Formel“ und warum steht sie am Anfang dieses Beitrags?
In den 70er Jahren begründeten Prof. Dr. Claus Leitzmann gemeinsam mit Karl von Koerber und Thomas Männle an der Universität Gießen der Begründer der Vollwert-Ernährung. Sie waren die Vorreiter der ganzheitlichen Betrachtung unserer Ernährungsweise. Der neue und besondere Anspruch bestand darin, für die Ernährung des Menschen neben gesundheitlichen auch gesellschaftliche und ökologische Anliegen zu formulieren. Der Begriff „Nachhaltigkeit“ war damals noch nicht üblich.
Grundsätze der Vollwert-Ernährung
Die Vollwert-Ernährung ist eine Ernährungsform, die nicht das einzelne Lebensmittel, sondern das Gesamtbild der Ernährung betrachtet und damit die Anforderungen der Nachhaltig-keit erfüllt. Aus diesem Anspruch leiten sich nachstehende Grundsätze ab.
1. Genussvolle und bekömmliche Speisen
Bei aller Vernunft bezüglich Gesundheit und Umwelt sowie der Solidarität mit anderen Menschen ist der Genuss beim Essen besonders wichtig. Daher steht dieser Grundsatz an erster Stelle.
Genuss und gesundes Essen schließen sich nicht gegenseitig aus. Verbraucher werden motiviert, sich auf neue Geschmackserlebnisse durch bisher unbekannte Getreidearten, Kräuter oder Gemüse einzulassen. Dabei spielen nicht nur Lebensmittelauswahl und Zubereitung eine Rolle. Wichtig ist auch, sich ausreichend Zeit für das Essen und Trinken zu nehmen. Der Zeitfaktor ist wesentlich für die Bekömmlichkeit des Essens. Es gibt keine Empfehlungen für einzelne Lebensmittel (z.B. Äpfel essen), sondern nur für Lebensmittelgruppen (z.B. reichlich Obst und Gemüse essen), so dass jeder nach seinen persönlichen Vorlieben und der individuellen Bekömmlichkeit Lebensmittel auswählen kann.
2. Bevorzugung pflanzlicher Lebensmittel
Die Vollwert-Ernährung bevorzugt Getreide und Getreideerzeugnisse, Kartoffeln, Gemüse und Obst sowie Hülsenfrüchte. Sie empfiehlt den mäßigen Verzehr von Milch und Milchprodukten. Fleisch und Wurstwaren, Fisch und Eier spielen eine untergeordnete Rolle und sollten selten auf dem Speiseplan stehen.
Eine solche Ernährungsweise zeichnet sich allgemein durch ihre hohe Nährstoffdichte und ihren hohen Gehalt an Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen aus. Körpergewicht, Blutdruck und Blutfettwerte können positiv beeinflusst werden. Abgesehen von diesen gesundheitlichen Vorzügen begünstigt ein geringer Verzehr tierischer Lebensmittel die Lösung verschiedener ökologischer und sozialer Probleme.
3. Bevorzugung gering verarbeiteter Lebensmittel – reichlich Frischkost
Vollwert-Ernährung versteht sich als eine Ernährung mit Lebensmitteln mit dem „vollen Wert“. Der Grad der Naturbelassenheit bzw. umgekehrt der Verarbeitungsgrad eines Lebensmittels sind wichtige Maßstäbe für den Gesundheitswert. Durch Verarbeitungsschritte gehen In-haltsstoffe verloren und die Nährstoffdichte sinkt oftmals. Beispielsweise sinkt bei der Herstellung von Auszugsmehl aus Getreide der Gehalt an B-Vitaminen und Ballaststoffen.
Etwa die Hälfte der Nahrungsmenge soll frisch verzehrt werden, z. B. als Frischkornmüsli, Rohkost, Blattsalat, Nüsse oder Rohmilchprodukte. Die andere Hälfte kann als erhitzte Kost aufgenommen werden. Durch Erhitzen werden gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe beispielsweise bei Hülsenfrüchten zerstört oder Kartoffeln verdaulich. Die Lebensmittelauswahl ist abwechslungsreicher als bei einer reinen Rohkost-Ernährung, und so auch die ausreichende Vitamin- und Mineralstoffversorgung deutlich einfacher. Die Speisen sollen fettarm und nährstoffschonend zubereitet werden. Hoch verarbeitete Lebensmittel wie Stärke, Zucker oder Salz und Nährstoffpräparate gelten als nicht empfehlenswert. Technologien wie Gentechnik oder Bestrahlung werden ablehnend bewertet.
Die Bevorzugung frischer Lebensmittel hat nicht nur gesundheitliche Vorzüge. Es wird weniger Primärenergie für die verschiedenen Verfahren der Lebensmittelverarbeitung benötigt und in der Regel sind Grundnahrungsmittel preiswerter.
4. Ökologisch erzeugte Lebensmittel
In der Vollwert-Ernährung sollen ökologisch erzeugte Lebensmittel bevorzugt verwendet.
Hinsichtlich des Nährstoffgehaltes finden sich nur relativ geringe Vorteile gegenüber konventionell erzeugten Lebensmitteln. Vieles deutet auf höhere Gehalte an sekundären Pflanzenstoffen in Bio-Lebensmitteln hin. Bei ökologisch erzeugtem Obst und Gemüse werden im Durchschnitt geringere Belastungen mit chemischsynthetischen Pflanzenschutzmitteln und Nitrat festgestellt. Bio-Fleisch enthält weniger oder keine Rückstände von Medikamenten.
Für die Verarbeitung sind nur 50 (statt 316) Zusatzstoffe und wenige Hilfsstoffe erlaubt. Völlig gestrichen sind künstliche Farb- und Konservierungsstoffe und die Zugabe von Geschmacksver-stärkern wie z.B. Glutamat. Einsetzen dürfen Bio-Hersteller Hefeextrakt, der geschmacksverstär-kend wirkt. Er gilt rechtlich nicht als Zusatzstoff, sondern als Zutat.
Was den Geschmack angeht, ist ein Vergleich schwierig zu bewerten. Jedenfalls hat der ökologische Landbau hohe Voraussetzungen für eine bessere Geschmacksqualität. Das gilt besonders für Fleisch, da die Mast weniger intensiv ist und das Tier mehr Zeit zum Wachsen hat.
Bioprodukte bieten ökologische und soziale Vorteile. Im ökologischen Landbau wird beispielsweise auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel, mineralische Dünger und Importfuttermittel verzichtet. Man achtet auf Fruchtfolge, eine standortangepasste Sortenwahl und einen geringen Verbrauch nicht erneuerbarer Energien.
Abzuraten ist von Bio-Produkten aus fernen Ländern, die als Flugware importiert werden.
5. Regionale und saisonale Erzeugnisse
Die Vollwert-Ernährung empfiehlt den Verzehr regional erzeugter und der Jahreszeit entsprechender Lebensmittel. Damit können Primärenergieverbrauch und Schadstoffbelastungen durch Transporte oder ein hoher Energieverbrauch durch Beheizung von Gewächshäusern oder Folien-tunneln bei Treibhausgemüse gemieden werden. Beide Teile des Grundsatzes „regional-saisonal“ sollten gleichzeitig erfüllt sein (z.B. sind Gurken im Winter aus dem Treibhaus regional, aber nicht saisonal).
Mit diesem Aspekt unterstützt die Vollwert-Ernährung die Wirtschaftskraft im ländlichen Raum und die Erhaltung der ländlichen Struktur unserer Heimatregionen.
1. Umweltverträglich verpackte Produkte
In der Vollwert-Ernährung werden Lebensmittel ohne aufwändige Verpackung empfohlen. Obst, Gemüse, Kartoffeln und Getreide können lose eingekauft und in eigenen Mehrwegtaschen nach Hause transportiert werden. Bei Getränken wird ein Mehrwegsystem aus Glasflaschen gegenüber Einwegflaschen bevorzugt.
Stark verarbeitete Lebensmittel werden wegen notwendiger Zwischentransporte und der Transportverpackungen nicht empfohlen. Ebenso werden Kleinstverpackungen, z.B. in der Gastronomie abgelehnt.
2. Fair gehandelte Lebensmittel
Bei Produkten wie Kaffee, Tee, Kakao oder Schokolade sollten Lebensmitteln aus fairem Handel bevorzugt werden, um die Produzenten in Entwicklungsländern mit dem Kauf zu unterstützen. Fair gehandelte Lebensmittel werden neben Fair-Handelshäusern, Reformhäusern und Naturkostläden zunehmend auch in herkömmlichen Supermärkten und Discountern angeboten.
Der faire Handel bietet eine nachhaltige Entwicklung für die beteiligten Produzenten, denn hier sinkt der Zwischenhandel, Importeure zahlen im Voraus und bieten langfristige Abnahmegarantien. Daneben gibt es zwischen den Handelspartnern standortabhängige Umweltschutzauflagen, Kinderarbeit ist verboten und mit den erzielten Gewinnen werden auch soziale Projekte gefördert. Es geht also um mehr als fair im ökonomischen Sinn. Das Fair im sozial-ethischen Sinn steht im Vordergrund - ein Plus an sozialer Gerechtigkeit.

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