Direkt zum Seiteninhalt
SONNENHUT
Die Sonnenhüte, auch Scheinsonnenhüte oder Igelköpfe genannt, sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Korbblütler. Der botanische Gattungsname Echinacea ist vom altgriechischen Wort ἐχῖνος echínos für Seeigel abgeleitet und bezieht sich auf die gattungstypischen, die Röhrenblüten überragenden, auffälligen, stachelspitzigen Spreublätter. Alle Arten haben ihre Heimat nur im östlichen und zentralen Nordamerika. Der Sonnenhut hat die Fähigkeit das körpereigene Immunsystem anzuregen. Dies erreicht er unter anderem dadurch, dass er die Fresszellen im Blut und Gewebe aktiviert. Daher wundert es nicht, dass der Sonnenhut eine sehr beliebte Heilpflanze ist, die gegen Infektneigung eingesetzt wird, beispielsweise wenn man zu Erkältungen neigt oder bei schleichenden chronischen Infektionen. Auch bei schlecht heilenden Wunden wird er oft erfolgreich eingesetzt (äußerlich und innerlich). Der Sonnenhut, der auch als Echinacea bezeichnet wird, ist eine recht junge Heilpflanze. Bekannt wurde der Korbblütler durch seine Fähigkeit, das Immunsystem zu stärken und Infekte im Voraus abzuwehren. Als Heilpflanze kann der Sonnenhut jedoch auch einige Pilze bekämpfen und wirksam gegen Entzündungen vorgehen. Viele Gärtner bauen den Purpur-Sonnenhut oder den Schmalblättrigen Sonnenhut aufgrund seiner prachtvollen Blüten zudem gern als Zierstaude an.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Abwehrstärkung
Heilwirkung: antibakteriell, entzündungshemmend, immunstimulierend, schmerzstillend
Anwendungsbereiche: Abszesse, Bronchitis, Erkältung, Erysipel, Furunkel, Gelenkentzündung, Geschwüre, Grippale Infekte, Husten, Immunabwehr, Infektanfälligkeit, Karbunkel, Schlecht heilende Wunden, Schuppenflechte, Unterschenkelgeschwüre, Verbrennungen, Vorbeugung gegen Infektionen
wissenschaftlicher Name: Echinacea purpurea, Echinacea angustifolia, Echinacea pallida
Pflanzenfamilie: Korbblütler = Asteraceae
englischer Name: Echinacea
volkstümlicher Name: Amerikanischer Sonnenhut, Igelkopf, Kegelblume, Kleine Sonnenblume, Rudbeckie
Verwendete Pflanzenteile: Wurzelstock, Kraut
Inhaltsstoffe: Echinacin, Ätherisches Öl, Echinacosid, Harzstoffe, Betain, Laevulose, Glukose, Inulin, Pentosan, Vitamin C, Fermente
Sammelzeit: Kraut: Juli, Wurzel: März-April, Oktober
Herkunft: Nordamerika
Anbau: Mittlere Breiten
Standort: Trockener Sandboden
 
Anwendung
Meistens wird der Sonnenhut als Fertigpräparat in der Apotheke erworben. Hierbei kann man im Allgemeinen zwischen Tinkturen und Tabletten wählen, die bei der innerlichen Verwendung keine großen Unterschiede in der Nützlichkeit aufweisen. Für die äußerliche Anwendung eignet sich vor allem die Tinktur. Wenn man den roten Sonnenhut im eigenen Garten anbaut, kann man das Kraut auch als Tee einsetzen. Oder man setzt selbst eine Tinktur aus Kraut oder Wurzelstock an. Bei manchen Kräuterhändlern kann man das Sonnenhut-Kraut auch kaufen, aber solche Angebote sind selten. Der Sonnenhut ist als alte Heilpflanze bekannt. Schon die Indianer Nordamerikas nutzten angeblich den Sonnenhut als Heilpflanze bei Husten, Halsschmerzen und Mandelentzündung. Heute wird er zur Unterstützung bei Atemwegs- oder HarnwegsInfekten sowie äußerlich bei schlecht heilenden Wunden eingesetzt. Dabei finden vor allem die Arten Echinacea purpurea, pallida und angustifolia Verwendung. Die medizinische Wirkung ist in der Wissenschaft umstritten; verschiedene Studien und Metastudien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Beim Purpur-Sonnenhut wird der ausgepresste Saft der oberirdischen Pflanzenteile oder die Zubereitung als Tee verwendet. Aus einigen Sonnenhutarten gewonnene Medikamente wirken möglicherweise stimulierend auf das Immunsystem. Dies soll durch die Beeinflussung der Aktivität der bakteriellen Gewebe-Hyaluronidase geschehen.  Im Handel sind zahlreiche Fertig-Arzneimittel erhältlich.
Wirksamkeit
Eine Systematische Übersichtsarbeit der Cochrane Collaboration von 2014 untersuchte 24 kontrollierte Studien zur Wirksamkeit von Echinacea-Präparationen zur Vorbeugung und Behandlung von Erkältungskrankheiten. Keine der Studien zeigte für sich eine vorbeugende Wirkung. Anhand einer statistischen Zusammenfassung (Metaanalyse) der Einzelstudienergebnisse schließen die Autoren eine geringe vorbeugende Wirkung allerdings nicht aus. Da sich die Studien jedoch stark bezüglich Durchführung und verwendeter Pflanzenteile unterschieden, ist die Aussagekraft einer solchen Metaanalyse gering, eine eindeutige Einschätzung der Wirksamkeit ist somit nicht möglich. Zur Behandlung von bereits eingetretenen Erkältungen ist die Studienlage widersprüchlich. Eine weitere Systematische Übersichtsarbeit von 2018 fasste Studien an Kindern zusammen und bestätigt die unklare Studienlage. Bei Untersuchungen der Kommission E des deutschen Bundesgesundheitsamtes wurden Daten zur Wirksamkeit von Arzneipflanzen gesammelt. Unter anderem wurde dabei von der Verwendung der Presssäfte der Wurzeln von Echinacea angustifolia und Echinacea pallidaeherba (schmalblättriges Sonnenhutkraut und blassfarbenes Kegelblumenkraut) abgeraten. Der Grund sind pflanzeneigene Gifte, die toxische Wirkungen mit ungeklärten Risiken für Schwangere und Allergiker haben können. 2004 und 2005 veröffentlichte Studien zeigen, dass Echinacea Substanzen enthält, die ähnlich wirken wie Cannabinoide, wobei aber keine psychomimetischen Effekte auftreten. Diese Fraktion wird als „Alkylamide“ zusammengefasst und hat eine sofort augenscheinliche Ähnlichkeit mit den körpereigenen Anandamiden. Diese Anandamide sind Liganden der Endocannabinoid-Rezeptoren und die Alkylamid-Fraktion aus Echinaceae bindet in vitro an CB-Rezeptoren. Forscher an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich haben 2006 gezeigt, dass N-Isobutylamide eine neue Klasse von Cannabino-Mimetika darstellen, die an die peripheren CB2-Cannabinoid-Rezeptoren auf Immunzellen (T-Lymphozyten) binden, aber nicht an die CB1-Rezeptoren im zentralen Nervensystem. Der so oft postulierte immunmodulatorische Effekt könnte also möglicherweise über eben solche CB-Rezeptoren stattfinden.
Nebenwirkungen und Anwendungsbeschränkungen
Echinacea darf nicht eingenommen werden, wenn eine Allergie gegen Korbblütler besteht. Darüber hinaus sollten Sonnenhutpräparate nicht bei bestehenden Autoimmunerkrankungen oder Systemerkrankungen eingenommen werden. In der Schwangerschaft sollte auf Sonnenhut grundsätzlich verzichtet werden.
Sonnenhut in der Küche
Echinacea ist als Küchenpflanze bedeutungslos. Weder die Blätter, noch die Wurzeln oder die Blüten sind schmackhaft noch entfalten sie entsprechende Würzkraft.
 
Wirkung
Die wichtigste Wirkung des Sonnenhutes ist die Vermehrung der weißen Blutkörperchen. Dadurch wird das Immunsystem gestärkt. Infektionskrankheiten können besser abgewehrt werden. Allerdings ist es ein Irrtum, zu glauben, dass der Sonnenhut eine Erkältung verhindern oder verkürzen kann, wenn die Erkältung schon begonnen hat. Vielmehr sollte man den Sonnenhut schon vorbeugend vor einer eventuellen Ansteckung einnehmen. Dadurch werden die weißen Blutkörperchen vermehrt und das Immunsystem auch anderweitig gestärkt, unter anderem durch die Stärkung der lymphatischen Organe. Ein solcherart gestärktes Immunsystem kann dann mit einer Ansteckung besser klarkommen und die Erkältung fällt aus oder verläuft sanfter. Außerdem hat der Sonnenhut eine antibakterielle Wirkung. Dadurch wirkt der Sonnenhut direkt auf bakterielle Infektionen, wie beispielsweise Hautinfektionen, Furunkel und dergleichen. Man kann den Sonnenhut dann wahlweise als Salbe oder als Umschlag mithilfe einer Tinktur oder eines Tees anwenden. Bei solchen äußerlichen Anwendungen wirkt der Sonnenhut auch leicht schmerzstillend. Vor allem, wenn eine Wunde schlecht heilt oder eitert, kann der Sonnenhut Abhilfe schaffen.
Nebenwirkung
Normalerweise kommt es nicht zu Nebenwirkungen durch die Anwendung des Sonnenhutes. Aber wie bei allen Korbblütlern kann es zu allergischen Reaktionen kommen.
 
Magische Anwendung
Von den Einwohnern Nordamerikas wurde der Sonnenhut vor allem zur Verstärkung von magischen Ritualen eingesetzt. Dazu wurde der Sonnenhut den Göttern geopfert. Geburten fanden häufig an Plätzen statt, wo der Sonnenhut gedeiht. Bei Beerdigungen wurde der Sonnenhut als Grabbeigabe mitgegeben.
 
Geschichtliches
Im europäischen Altertum ist der Sonnenhut nicht bekannt, weil er eine Pflanze Nordamerikas ist. Dort wurde der Sonnenhut aber schon sehr lange als Heilpflanze angewendet. Traditionell wurde der Sonnenhut von den Einwohnern Nordamerikas vor allem gegen Wunden eingesetzt. Sie benutzten den Sonnenhut aber auch für zahlreiche andere Zwecke, insbesondere gegen alle Krankheiten, die mit Infektionen einhergehen.
 
Pflanzenbeschreibung
Den Sonnenhut findet man in Mitteleuropa normalerweise nicht wildwachsend, denn er ist in Nordamerika heimisch. Weil er wegen seiner schönen Blüten gerne als Zierpflanze angepflanzt wird, und das schon seit Jahrhunderten, kommt er hin und wieder verwildert auch in Europa vor. Die Sonnenhutpflanze hat eine lange Pfahlwurzel, die tief in den Boden hineinreicht. Aus dieser Wurzel sprießt jedes Jahr aufs Neue die Sonnenhutpflanze, denn der Sonnenhut ist eine mehrjährige Staude. Der dünne Stängel wird zwischen 25 und 120 cm hoch. Er hat kurze Borstenhaare. Die Blätter sind oval bis oval-lanzettlich, teilweise rauh gesägt. Sie stehen zerstreut am Stängel. Die großen Blüten stehen einzeln oben auf dem Stängel. Sie blühen den ganzen Sommer über. Die Blüten sehen zuerst gar nicht wie richtige Blütenblätter aus, sondern eher wie Stacheln. Erst nach einer Weile sehen die Blüten wie richtige Blumen aus. Aus den Blüten entwickeln sich stachelige Samenstände, die an Disteln oder Karden erinnern. Echinacea-Arten wachsen als ausdauernde krautige Pflanzen, die je nach Art meist Wuchshöhen von bis zu 140 cm erreichen. Außer bei Echinacea purpurea besitzen alle Arten Pfahlwurzeln. Die aufrechten Stängel sind unverzweigt bis verzweigt. Die Pflanzen können verschieden behaart sein. Die wechselständig, grundständig und an den Stängeln verteilt angeordneten Laubblätter sind mehr oder weniger lang gestielt. Die einfache Blattspreite besitzt ein, drei oder fünf Blattadern. Der Blattrand ist meist glatt, manchmal gezähnt oder gesägt. Die Blattoberflächen sind manchmal glatt oder meist behaart. Die köpfchenförmigen Blütenstände stehen einzeln endständig auf relativ langen Stielen. Die kreisförmigen Blütenkörbe weisen Durchmesser von 1,2 bis 4 Zentimeter auf. In zwei bis vier Reihen stehen 15 bis 50 Hüllblätter; sie sind in Form und Größe fast gleich bis stark verschieden. Die Blütenstandsböden sind fast kugel- oder zylinderförmig. Es sind orangefarbene bis rötlich purpurfarbene Spreublätter vorhanden, die die Röhrenblüten, als auffälliges Merkmal der Gattung, wie kleine Igelstacheln (botanischer Name!) überragen. Die Blütenkörbe enthalten acht bis 21 Zungenblüten und 200 bis über 300 Röhrenblüten. Die ungeschlechtigen Zungenblüten (Strahlenblüten) sind gelb, weiß, dunkel purpurfarben bis hell rosafarben. Die zwittrigen, fertilen Röhrenblüten (Scheibenblüten) sind rosa- bis rötlich purpurfarben, grünlich oder gelb mit fünf Kronzipfel. Der Pollen ist meist gelb, bei E. pallida ist er meist weiß. Die drei- bis vierkantigen Achänen sind hellbraun oder zweifarbig mit dunkelbraunem Band. Der Pappus ist mehr oder weniger kronenförmig mit oder ohne bis zu vier markanten Zähnen.
 
Anbautipps
Der Sonnenhut lässt sich gut im Garten anbauen. Vor allem auf trockenen, sandigen Böden gedeiht er gut. Da er mehrjährig ist, hat man jedes Jahr wieder Freude an ihm, es sei denn, man erntet die kompletten Wurzelstöcke. Die Anzucht aus Samen ist nicht ganz einfach, denn der Sonnenhut ist ein Kaltkeimer. Das heißt, dass man die befeuchteten Samen entweder einem Winter oder einer Phase im Kühlschrank aussetzen muss, bevor sie anfangen zu keimen. Im ersten Anbaujahr ist der Sonnenhut noch recht zaghaft, doch schon im zweiten Jahr schießt er kräftig aus dem Boden und bildet viele Blüten. Wenn die Pflanzen gut gedeihen, kann man im Herbst die Wurzelstöcke teilen, und den Sonnenhut dadurch vermehren.
Anbau, Aussaat und Pflege
Echinacea gilt bei vielen Gärtnern als beliebte Staude. Sie ist relativ anspruchslos und einfach zu kultivieren. Die Tipps sind für die Sonnenhutarten (Roter Sonnenhut, Schmalblättriger Sonnenhut, Prärie-Sonnenhut) gleichsam gültig.
Standort
Sonnenhüte kommen sowohl mit sonniger als auch halbschattiger Lage zurecht, wobei sonnige Lagen bevorzugt werden. Vollsonnige Standorte sollten nach Möglichkeit jedoch gemieden werden. Der Boden sollte nährstoffreich und humushaltig sein. Zu lehmige Böden sollten mit Zuschlagstoffen wie Sand oder Lavasplitt aufgelockert werden. Für Topf- und Kübelkulturen eignen sich handelsübliche Kräutererden.
Aussaat
Die Aussaat von Sonnenhut ist nicht immer ganz einfach. Die Samen können zwischen März und Anfang Juli direkt ins Freiland gestreut werden. Eine Vorkultur unter kontrollierten Bedingungen ist möglich und meist erfolgreicher. Empfohlen wird eine durchlässige und nährstoffarme Anzuchterde auf die die Samen nur leicht angedrückt werden (Lichtkeimer). Damit die Samen keimen können, wird eine kontinuierliche Keimtemperatur von etwa 20 °C benötigt. Nachtfröste behindern den Keimerfolg. Bei optimalen Bedingungen keimen die jungen Pflänzchen nach etwa 14 bis 21 Tagen.
Allgemeine Anbauhinweise
Im Freiland bzw. Garten sollten die Sonnenhutpflanzen mit einen Pflanzabstand von mindestens 25 cm gesetzt werden. Ein alternativer Anbau in Kübeln für Balkon oder Terrasse ist grundsätzlich möglich. Wer auf eine Aussaat verzichten will, kann auch fertige Pflänzchen verwenden. Diese sollten wenigstens eine Höhe von 7 bis 8 cm aufweisen. Grundsätzlich kann Sonnenhut gut in Nachbarschaft mit anderen Stauden wie Ringelblumen, Schafgarbe oder Goldmelisse angebaut werden.
Düngen
Im Freiland genügt ein gut vergedüngter oder mit Kompost versorgter Boden meistens aus, um Sonnenhut das erste Jahr über die Runden zu bringen. Im Folgejahr, wenn die Pflanzen ihre ersten Blüten entwickeln, sollten ein guter organischer oder organomineralischer Universaldünger verwendet werden. Auch Langzeitdünger wie Düngerpellets, die nennenswerte Anteile an Phosphor enthalten, können eingearbeitet werden. Topfkulturen benötigen mehr Düngergaben. Etwa alle 6 bis 8 Wochen kann ein organischer Universal-Flüssigdünger sparsam mit dem Gießwasser verabreicht werden. Weitere Informationen hierzu erhalten Sie in unserem Artikel Kräuter düngen
Gießen
Sonnenhut ist recht trockenheitstolerant. Die Pflanzen können mehrere Tage ohne Wasser auskommen. Ein normales Gießverhalten ist vollkommen ausreichend. An länger andauernden heißen Tagen ist es mitunter erforderlich, in den Abendstunden zu gießen, so dass die Pflanze keine Krankheiten entwickelt. Zu häufiges Gießen bis hin zur Staunässe sollte jedoch dringend vermieden werden, da dies zur Wurzel-fäule führen kann.
Krankheiten und Schädlinge
Bei guten Pflegebedingungen und nicht zu trockenen Wetter sind beim Sonnenhut nur selten Krankheiten und Schädlinge zu erwarten. Mitunter kann der Sonnenhut in den Sommermonaten vom Echten Mehltau befallen werden. Dies betrifft vor allem ältere Pflanzen, die längere Zeit größerer Trockenheit ausgesetzt sein. Pflanzen mit größerem Befall sollten unbedingt aussortiert werden. Darüber hinaus können Blattläuse und Blattälchen (Nematoden) sowohl jüngere als auch ältere Pflanzen befallen.
Überwinterung
Die meisten Sonnenhutarten sind grundsätzlich winterhart, so dass keine besonderen Überwinterungsmaßnahmen getroffen werden müssen.
 
Sammeltipps
Die Wurzeln des Sonnenhutes werden im Frühjahr oder Herbst geerntet. Dazu gräbt man sie aus und befreit sie sorgfältig von Erde. Dann werden sie im Schatten an luftiger Stelle getrocknet. Wenn man das Kraut ernten will, nimmt man die frisch aufgeblühten Pflanzen. Man schneidet die ganzen Pflanzen dicht über dem Boden ab und trocknet sie im Schatten an luftiger Stelle.

AMERIKANISCHE KERMESBEERE tt
Die Amerikanische Kermesbeere ist eine 1 bis 3 Meter hohe Pflanze, mit dunkelroten bis schwarzen Beeren. Die aus Nordamerika kommende Pflanze ist bei uns immer öfter als Zierpflanze zu sehen, teilweise findet man sogar ausgewilderte Exemplare in der freien Natur. In ihrer Heimat werden ganz junge Pflanzentriebe als Gemüse oder Salat gegessen und als Heilpflanze genutzt. Alle Pflanzenteile sind giftig, am giftigsten ist die rübenartige Wurzel. Die jungen Blätter und Triebe enthalten fast kein Gift, je älter die Blätter und Stängel werden, desto giftiger werden diese. Bei den Beeren nimmt mit zunehmenden Reifegrad die Giftigkeit des Fruchtfleisches ab, die Samen allerdings bleiben giftig. Es gibt eine weniger giftige Schwester mit ähnlicher Wirkung aus Asien: Asiatische Kermesbeere. Die Amerikanische Kermesbeere, auch Amerika-Kermesbeere und Zehnmännige Kermesbeere genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Kermesbeeren innerhalb der Familie der Kermesbeerengewächse. Das natürliche Verbreitungsgebiet befindet sich in Nordamerika, sie ist in einigen Gebieten Eurasiens ein Neophyt. In Gebieten Süddeutschlands ist sie auf dem Weg, sich als invasive Art massiv zu verbreiten.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Entzündungshemmung, Husten, Rheuma
Heilwirkung: antiviral, blutreinigend, entgiftend, entzündungshemmend, hautwirksam, immunstärkend, schmerzstillend
Anwendungsbereiche: Volksheilkunde: Abführmittel, Autoimmunkrankheiten, Brechmittel, Drüsenverhärtung, Gicht, Geschwüre, Hämorrhoiden, Hautentzündungen, Immunschwäche, Katarrh, Krätze, Menstruationsstörungen, Mumps, Mundraumentzündungen, Oberbauchbeschwerden, Pilzinfektionen, Rachenraumentzündungen, Rheuma, Tumore, Verdauungsstörungen, Wunden, Homöopathie: Angina, Brustdrüsenentzündung, Grippaler Infekt, Grippe, Mundraumerkrankungen, Luftwegserkrankungen, Lymphsystemerkrankungen, Mandelentzündung, Mastalgie, Rachenraumerkrankungen, Rheuma
Wissenschaftlicher Name: Phytolacca americana
Pflanzenfamilie: Kermesbeerengewächse = Phytolaccaceae
englischer Name: American Pokeweed, Poke, Pokeweed, Virginian poke
volkstümlicher Name: Amerikanische Kermesbeere, Amerikanischer Nachtschatten, Scharlachbeere
Verwendete Pflanzenteile: Beeren, Blätter, junge Triebe, Wurzel
Inhaltsstoffe: Alpha-Spinasterol, Cyanfarbstoffe, Enzyme, fettes Öl, Gamma-Aminobuttersäure, Gerbstoffe, Harze, Histamin, Lectine, Lignane, Phytolaccagenin, Phytolaccanin, Phytolaccatoxin, Phytolaccosaponin, Phytolaccoside, Phytolaccoside, Pokeweed-Mitogene, Saponinglykoside, Triterpensaponine
Sammelzeit: Junge Triebe: Frühling, Blätter: Sommer, Beeren: Herbst, Wurzel: Herbst
Kontraindikation: Schwangerschaft, Stillzeit
Nebenwirkungen: Vergiftungserscheinungen
 
Anwendung
Rohe oder nicht fertig gekochte Pflanzenteile sind giftig, da sie stark schleimhautreizende Saponine und giftige Lektine enthalten. Der Verzehr führt zu Erbrechen, blutigen Durchfällen, Schwindel und Blutdruckabfall. In schweren Fällen treten Krämpfe auf, die zum Tod durch Atemlähmung führen können. Die Beeren wurden jedoch früher in Frankreich, Spanien und Portugal zum Färben von Rotwein verwendet. Der rote Fruchtsaft wurde zum Färben von Zuckerfarben, als nicht sehr lichtechter Textilfarbstoff und als wenig permanente Tinte benutzt. Der Farbstoff Betacyan ähnelt dem der Roten Bete. Gekochte junge Schösslinge und Blätter wurden früher ähnlich wie Spargel und Spinat gegessen, und abgekochte Früchte als Küchenzutat verwendet. Aus dem Wurzelstock kann Seife gewonnen werden. In Nordamerika wurde Phytolacca americana auch als Brech- und Abführmittel eingesetzt. Sie wurde bei Rheuma, andere Autoimmunerkrankungen, Drüsenschwellungen, Ulkus, Bronchitis und Krebs eingesetzt. Die getrockneten Wurzeln und Beeren haben schmerzstillende, entzündungshemmende, antirheumatische, auswurffördernde und narkotisierende Wirkung. Die Anwendung im Bereich der antiviralen Therapie bei Grippe, Polio und HIV-Infektion wird erforscht. In der Homöopathie wird sie als Mittel bei Mandel- und Gelenksentzündungen und gegen grippale Infekte eingesetzt.
Die innerliche Anwendung ist mit gesundheitlichen Risiken verbunden, da je nach Alter der Pflanzenteile die giftigen Inhaltsstoffe stark schwanken können. Daher sollte man auf den innerlichen Einsatz älterer Pflanzenteile oder der Samen verzichten.
Tee
1 Teelöffel getrockneter Blätter mit 250ml kochendem Wasser übergießen, 5 Minuten ziehen lassen, abseihen. Hilft innerlich bei Rheuma und äußerlich bei Hautkrankheiten.
Gemüse
Die frischen Triebe und jungen zarten Blätter können als Gemüse gekocht werden. 15 Minuten kochen, Wasser wegschütten und noch nochmal mit frischem Wasser 15 Minuten kochen. Wirkt blutreinigend und harntreibend.
Wurzel
Abkochungen, Extrakte und Tinkturen, die aus der Kermeswurzel hergestellt wurden, wirken immunsystemstärkend und werden innerlich bei Immunschwäche, äußerlich bei Gicht und Rheuma eingesetzt. (Mittel nicht selbst herstellen!)
Homöopathie
Aus der frischen Wurzel wird ein Mittel hergestellt (Phytolacca D1-D4) und bei Angina, Brustdrüsenentzündung, Grippaler Infekt, ... eingesetzt.
 
Geschichtliches
In Nordamerika schon seit Jahrtausenden als Gemüse und Heilpflanze genutzt. Die Beeren wurden von Weinpanschern auf der ganzen Welt in großem Umfang zum Färben von farbarmen Rotweinen genutzt. In den USA im 19. Jahrhundert ein verbreitetes Heilmittel. Heute in der Medizin zum Behandeln von Immunschwächekrankheiten im Test.
Phytolacca stammt aus Phyto (Pflanze) und Lacca sei eine lateinamerikanische Form von Lack. Tatsache ist, dass der uramerikanischer Name Po-Keweed kommt von dem Wort Pokon, das sich bei den Shawnee Indianern aus Virginia auf die Färbepflanzen bezieht, deren roter Saft an Blut erinnert (Pok).
Die französischen Siedler, die in Nord-Amerika mit den indianischen Stämmen der Shawnee aus Virginia in Kontakt standen, haben die Pflanze in ihre Färbekunde und Kräuterapotheke aufgenommen und deshalb auch später auf europäischem Boden eingeführt.
Die Shawnees verzehrten sie traditionell im Poke Cooked Salat (junge Blätter, mehrmals in Wasser gekocht, wobei das Wasser nach jedem Kochen erneuert werden muss. Mangels dieser Maßnahme wird über tödliche Vergiftungen berichtet).
Die Wurzel wurde in niedrigen Mengen intern verwendet, um verschiedene Atemwegsinfektionen, Angina, Arthritis und Rheuma zu behandeln. Als Salbe oder Umschlag wurden dermatologische Probleme wie Pilzinfektionen, Akne oder Krätze behandelt. Schließlich wurde angenommen, dass es entzündungshemmende, antivirale und mitogene Eigenschaften hat.
Spätestens 1615 wurde die Pflanze nach Europa eingeführt, da sie im selben Jahr in der Liste der Arten des Kew Royal Botanic Garden in England erwähnt wurde. Es wurde auch von Parkinson 1640 erwähnt.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Amerikanische Kermesbeere ist in Nordamerika heimisch. Die Pflanze ist in Europa vor allem in Weingebieten ausgewildert zu finden. Sie wächst bevorzugt auf nährstoffreichen Böden an sonnigen Standorten. Die mehrjährige Pflanze wird zwischen 1 und 3 Meter hoch. Die Wurzel ist rübenförmig und giftig. Die Blätter sind eiförmig bis lanzettlich. Die zunächst grün-weißen und später rötlich werdenden Blüten erscheinen zwischen Juli und August in Trauben. Aus den Blüten entwickeln sich von August bis Oktober die dunkelroten bis schwarzen flachen Früchte. Die Blüten- und Fruchtstände sind abstehend oder herabhängend.
Die Amerikanische Kermesbeere ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die eine Wuchshöhe von 1 bis 3 Metern erreicht. Ihr kräftiger und gefurchter Stängel wächst aufrecht, die Basis kann etwas verholzen. Die Stängel sind oft purpurfarben und gabelig verzweigt. Die wechselständig angeordneten Laub-blättersind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die einfache Blattspreite ist eiförmig-lanzettlich und von matt-grüner Farbe.
Die Blütezeit reicht von Juli bis September. Es werden mehr oder weniger bogig überhängende bis hängende, traubige Blütenstände und Fruchtstände gebildet. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und meist fünfzählig. Die fünf grünlichen bis blass-rosafarbenen Kelchblätter sind breit-eiförmig. Kronblätter fehlen. Es sind meist zehn Staubblätter vorhanden. Die meist zehn Fruchtblätter sind mindestens bis zur halben Länge verwachsen. Die unreifen Früchte sind abgeplattet kugelig und zehnfach gefurcht, die reifen Früchte sind schwarz-purpurfarbene, kugelige, glatte und ungefurchte Beeren.
 
Anbautipps
Aussaat Herbst oder Frühling, Vermehrung durch Wurzelteilung ist möglich. Die Kermesbeere braucht nährstoffreichen und feuchten aber durchlässigen Boden. Die Pflanze braucht einen sonnigen Standort und Winterschutz. In kalten Gegenden besser im großen Topf kultivieren.
 
Sammeltipps
Junge Triebe im Frühling ernten und nur gekocht als Gemüse nutzen. Blätter im Sommer ernten und trocknen. Sowohl die Früchte als auch die Wurzeln im Herbst ernten. Früchte und Wurzeln zügig trocknen. Beeren und vor allem Wurzelsaft können die Haut stark reizen, bei dem Wurzelsaft bis zur Blasenbildung. Keinen Saft an die Schleimhäute oder Augen bringen.

BACHBLÜTE ASPEN
Leidest unter Verfolgungs- und Bestrafungsängsten         
Diese Leiden unter Verfolgungs- und Bestrafungsängsten
Hier ist Aspen ein Blüte die die Ängste vor Verfolgung und Bestrafung zu akzeptieren

BACHBLÜTE BEECH
Ich neige zu Perfektionismus                                 
Sie neigen sehr zu Perfektionismus
Mit Beech können sie die Perfektionismus ablegen

Hildegards Lebens- und Heilmittel
Honig
Honig ist das einzige Süßmittel, das schon in europäischen Mittelalter bekannt war. Bereits Hippokrates  schätzte seine medizinische Wirkung, da neben Zucker wertvolle Enzyme, Mineralstoffe und Vitamine enthalten sind. Honig entsteht aus Blütennektar und Honigtau, der von Bienen gesammelt und im Bienenmagen durch körpereigene Enzyme in Trauben- und Fruchtzucker gespalten wird. Üblich ist die Unterscheidung in Blüten-, Blatt- und Honigtauhonig, seltener gibt es ihn auch als naturbelassenen Scheiben- oder Wabenhonig.
Hildegard empfiehlt besonders den Verzehr von erwärmten Honig. Mit dieser Ansicht steht sie im Gegensatz zur modernen Diätetik, nach der wertvolle Enzyme und Vitamine durch die Erhitzung verloren gehen. Sie schreibt: „Ein Mensch, der dick ist und viel Honig isst, bekommt davon eine Verschleimung oder sogar Auszehrung. Aber wenn ein dürrer und magerer Mensch gekochten Honig isst, tut ihm dies keinen Schaden. Gerade gekochter Honig schadet weder Fette noch Mageren und weder Gesunden noch Kranken.“
In der Naturheilkunde gilt Honig schon lange als Mittel zur Verbesserung der Wundheilung und zur Eindämmung von Infektionen. Die antibakterielle Wirkung von Honig konnte in jüngster Zeit wissenschaftlich bestätigt werden. Es gelang sogar, das Wachstum von Bakterien, die gegen Antibiotika resistent waren, mit Honig zu verlangsamen. Ob diese antibakterielle Wirkung von den Enzymen im Bienenmagen herrührt oder von Stoffen, die bereits im Blütennektar enthalten sind, ist noch nicht eindeutig geklärt. Fest steht jedoch, dass diese Wirkung durch den Einfluss von Licht und Wärme schwindet. Es empfiehlt sich daher, nur hochwertigen Honig aus ökologischer Bienenhaltung zu verwenden und ihn dunkel und kühl zu lagern.

Krankheiten der Atmungsorgane
Heiserkeit
Es kommt sehr häufig vor, besonders zur Frühlings-, Herbst- und Winterzeit, daß wenn ein rascher Witterungswechsel von Nässe und Trockenheit stattfindet, kalte und warme Luft eingeatmet wird. Dann geschieht es wohl, daß man innerhalb einer halben Stunde die Stimme fast gänzlich verliert, heiser wird und nur mit Mühe sprechen kann. Ein solcher Zustand hält oft recht lang an und wenn auch viele Mittel angewendet werde, so wird doch oft recht wenig oder gar keine Hilfe erreicht. Wie eine Stauung in der Schleimhaut der Nase und des Rachens vorkommen kann und hierdurch der Schnupfen entsteht, so kann auch eine Stauung in der Schleimhaut des Kehlkopfes erfolgen, dann werden die beiden Stimmbänder, welche im gesunden Zustand weiß sind, rot – ein Beweis, daß sie sich mit Blut angefüllt haben. Sie werden durch diese Füllung steifer gemacht und unfähig zu einer deutlichen Aussprache, denn durch den engen Raum können sich die Worte nur mit Gewalt zwängen.
Die Zirkulation des Blutes ist vieles Störungen unterworfen und nach meinem Dafürhalten können solche Störungen auch auf die Stimmbänder einwirken.
Zurück zum Seiteninhalt