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THYMIAN
Der Thymian ist nicht nur eine interessante Gewürzpflanze, sondern auch eine wichtige Heilpflanze im Bereich Husten und Desinfektion. Die ausdauernde Pflanze wächst Jahr für Jahr tapfer im Kräutergarten und duftet würzig vor sich hin. Im Sommer lässt er kleine zartrosa Blüten sprießen. Bis in den Winter hinein kann man frische Blätter ernten. Die kleinen Blätter lassen sich ziemlich leicht vom holzigen Stängel rebeln und als Küchengewürz oder Tee verwenden. Povencalische Kochrezepte kann man sich ohne Thymian kaum vorstellen. Als Heilpflanze ist der Thymian der reinste Tausendsassa. Es gibt kaum ein Einsatzgebiet, wo der Thymian nicht helfen könnte. Seine größte Stärke liegt jedoch in seiner heilsamen Wirkung auf die Atmungsorgane.
Thymian schmeckt in frischem Zustand sehr kräftig, würzig aber auch typisch rauchig. Zugleich präsentiert er sich majoranartig, pfeffrig und ein wenig nelkig. Bei der Verwendung von Thymian sollte berücksichtigt werden, dass er in getrocknetem Zustand die dreifache Würzkraft besitzt. Thymian ist ein mit Oregano und Majoran verwandter Lippenblütler.

Anwendung
Sehr lecker schmeckt Thymian als Gewürz in der mediterranen Küche. Dort trägt er unauffällig zur Gesundheit bei. Er ist aber auch eine vielseitige Heilpflanze, die fast gegen das komplette Spektrum üblicher Beschwerden helfen kann.
Atmungsorgane
Der wichtigste Einsatzbereich des Thymians sind Erkrankungen der Atmungsorgane. Durch seine antibiotischen und entzündungshemmenden Eigenschaften bekämpft der Thymian Husten und Erkältungen, die durch Krankheitserreger verursacht wurden. Die krampflösende Eigenschaft hilft bei Spasmen beim Husten, was den Thymian auch gut gegen Keuchhusten, Reizhusten und Asthma wirken lässt. Außerdem löst der Thymian den Schleim, der dadurch besser abgehustet werden kann. Bei Husten oder anderen Problemen der Atmungsorgane kann man den Thymian als Tee oder Tinktur einnehmen.
Verdauungssystem
Durch seine ätherischen Öle und die Bitterstoffe hat der Thymian eine günstige Wirkung auf die Verdauungsorgane. Man kann ihn zur Stärkung der Verdauungsvorgänge als Gewürz oder als Tee einnehmen. Thymian hilft auch gegen Blähungen und Sodbrennen. Außerdem kann man ihn gegen Leberschwäche einsetzen.
Frauenheilkunde
Vor allem die Volksheilkunde betrachtet den Thymian als ein Frauenkraut. Durch seine krampflösende Fähigkeiten kann der Thymian Menstruationskrämpfe lindern. Er kann auch die Menstruation fördern und den Zyklus regulieren. Thymian regt außerdem den Eisprung an. Da er außerdem östrogenartige Substanzen enthält, ist der Thymian eine hilfreiche Pflanze gegen Wechseljahresbeschwerden. Die Geburt kann durch Thymian erleichtert werden.
Achtung! Thymian sollte nicht in großen Mengen in der Schwangerschaft verwendet werden.
Nervensystem
Auf das Nervensystem hat der Thymian eine beruhigende Wirkung. Man kann ihn bei Einschlafstörungen und Alpträume als Tee trinken. Früher wurde er sogar bei Epilepsie verwendet. Auch gegen Katzenjammer nach ausgedehnten Trinkgelagen soll er helfen. Vor einer Weile wurde sogar eine Wirkung des Thymians gegen Lepra entdeckt.
Äußerlich - Bewegungsapparat
Bei Verletzungen des Bewegungsapparates, wie Verstauchungen, Quetschungen usw. kann man Einreibungen mit Thymiantinktur durchführen. Auch bei rheumatische Gelenkschmerzen helfen Thymian-Tinktur-Einreibungen.
Äußerlich - Hautprobleme
Äußerlich kann man bei Hautprobleme in Thymian-Aufgüssen baden, Kompressen auflegen oder das ätherische Öl verdünnt oder unverdünnt einsetzen. Thymian hilft gegen schlecht heilende und entzündete Wunden und Ekzeme. Auch bei frische Wunden und Schnittverletzungen kann man den Thymian einsetzen. Außerdem hilft Thymian gegen unreine Haut, Pickel und Furunkel. Thymiantee oder -tinktur kann man auch zum Spülen bei Entzündungen im Mundraum verwenden.
 
Pflanzenbeschreibung
Thymian ist eine kleiner mehrjähriger Halbstrauch, aus der Familie der Lippenblütler, der ursprünglich in den Mittelmeerländern heimisch ist. Bis zu 50 cm wird der Thymian hoch und wenn er genügend Platz hat, kann er nach ein paar Jahren etwa einen halben Quadratmeter Fläche beanspruchen. Die Stängel verholzen im Laufe eines Jahres. An den Stängeln wachsen kleine ovale, dunkelgrüne Blätter, die stark duften. Die Blätter von winterharten Sorten bleiben das ganze Jahr über grün, können also auch im Winter noch für den direkten Bedarf geerntet werden. Die Blüten des Thymians sind klein und hellrosa. Sie wachsen in Kugeln oder Ähren an den Spitzen der Stängel.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Eigenschaften: anregend, antibakteriell, beruhigend, blutstillend, desinfizierend, entzündungshemmend, krampflösend, pilztötend, schleimlösend, schmerzstillend, schweißtreibend, tonisierend, Atemwege: Bronchitis, Husten, Keuchhusten, Reizhusten, Krampfhusten, Asthma, Erkältung, Halsentzündung, Heiserkeit, Kehlkopfkatarrh, Luftröhrenkatarrh, Zahnfleischentzündung, Verdauungssystem: Verdauungsschwäche, Sodbrennen, Blähungen, Magenbeschwerden, Durchfall, Mundgeruch, Leberschwäche, Stoffwechsel: Rheuma, Gicht, Harnapparat: Nierenentzündung, Blasenentzündung, Blasenschwäche, Frauenheilkunde: Menstruationsfördernd, Menstruationsstörungen, Unterleibskrankheiten, Periodenkrämpfe, Eisprung fördernd, Geburtserleichternd, Wechseljahresbeschwerden, Nervensystem: Nervenschwäche, Schlaflosigkeit, Alpträume, Epilepsie, Kater, Bewegungsapparat: Verstauchungen, Verrenkungen, Quetschungen, Gelenkschmerzen, Haut: Schwer heilende Wunden, Entzündete Wunden, Ekzeme, Schnittwunden, Pickel, Furunkel, Gesichtsrose, Erysipel, Gürtelrose
wissenschaftlicher Name: Thymus vulgaris
Pflanzenfamilie: Lippenblütler = Lamiaceae
englischer Name: Thyme
volkstümliche Namen: Chölm, Demut, Echter Thymian, Garten-Thymian, Immenkraut, Kunerle, Römischer Quendel, Spanisches Kudelkraut, Welscher Quendel, Zimis
Falsche Schreibweisen: Tymian
Verwendete Pflanzenteile: Blätter
Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, u.a. Thymol, Kampfer, Carvacrol, Zineol, Geraniol, Limonen, Linalool, Menthon, Terpinen, Bitterstoff, Gerbstoff, Flavonoide, Cumarine, Harz, Saponin, Salicylate, Pentosane, Stigmasterol, Beta-Sitosterol, Zink
Sammelzeit: April bis Oktober

WEINRAUTE
In den Klöstern des Mittelalters durfte die Weinraute nicht fehlen, weil sie als unentbehrliche Heilpflanze galt. Doch inzwischen wird sie fast nur noch von Liebhabern alter Pflanzensorten kultiviert und kommt selten verwildert auf Weinbergen vor. Dabei ist sie eine wertvolle Heilpflanze vor allem gegen Verkrampfungen. Auch in den Wechseljahren kann sie wertvolle Dienste zur Linderung der typischen Beschwerden leisten.
Die Weinraute, die botanisch als Ruta graveolens bezeichnet wird, galt im Altertum und im Mittelalter als mächtige Heilpflanze. Sie wurde u.a. gegen die Pest und schweren Erkrankungen der Lunge verwendet. Heute wird der Einsatz der Raute kritisch gesehen, da sie einige bedenkliche Inhaltsstoffe enthält. Als Gewürzkraut werden Weinrautenblätter jedoch in der mediterranen Küche sowie bei der Herstellung von Grappa auch heute noch verwendet.
 
Anwendung
Die Blätter der Weinraute kann man als Tee trinken, von dem man täglich maximal drei Tassen trinken sollte (nicht mehr). Dieser Tee hilft gegen Verdauungsbeschwerden, die durch Verkrampfungen oder mangelnde Durchblutung hervorgerufen werden. Auch gegen Menstruationsbeschwerden, vor allem bei zu schwacher oder zu später Periode kann die Weinraute helfen. In den Wechseljahren wirkt sie gegen Hitzewallungen und Blutandrang im Kopf.
Weinraute in der Medizin und Volksmedizin
In der heutigen Pflanzenheilkunde außerhalb der Volksheilkunde findet die Weinraute keine Verwendung mehr. Die Pflanze ist phototoxisch, das heißt, sie kann Hautreizungen bei gleichzeitiger Berührung und Sonneneinstrahlung hervorrufen. Sie sollte außerdem nicht von schwangeren Frauen verwendet werden, da sie zu Fehlgeburten führen kann. Die Weinraute war jedoch sowohl im Altertum als auch im Mittelalter eine hochgeschätzte Heilpflanze, deren Bedeutung in der wissenschaftlichen und populärwissenschaftlichen Medizinliteratur mehrfach belegbar ist. Sie sollte bei Augenleiden helfen, ebenso bei Ohrenschmerzen und bei Wurmbefall. Sie stand außerdem in dem Ruf, ein wirksames Gegenmittel gegen Gift zu sein. Ihren Ruf als hervorragendes Heilmittel erlangte die Raute im 17. Jahrhundert zur Zeit der großen Pestepidemien. Sie war in dem berühmten Essig der vier Räuber enthalten, mit dem sich vier französische Diebe eingerieben hatten, bevor sie in Toulouse die Häuser von Pestkranken ausraubten, ohne sich anzustecken. Dieser Essig enthielt auch Salbei, Thymian, Lavendel, Rosmarin und Knoblauch – die Wirkung beruhte daher wohl nicht auf dem starken Rautengeruch, wie man damals annahm, sondern auf der keimtötenden Wirkung der anderen Pflanzenarten. Bekannt ist die Weinraute auch wegen ihrer abortiven Wirkung. In einigen Regionen Frankreichs trägt sie deshalb auch den Namen „herbe à la belle fille“ – Kraut der schönen Mädchen. Angeblich mussten im Botanischen Garten von Paris vor Jahrzehnten die Rautenpflanzen mit einem Gitter umgeben werden, weil junge Frauen die Bestände plünderten.
Achtung! Die Raute sollte nicht in der Schwangerschaft verwendet werden, da die Gefahr einer Fehlgeburt besteht!
Weinraute als Duftpflanze
Aufgrund der ätherischen Öle findet die Weinraute in der Parfümindustrie Verwendung. Hält man die Laubblätter gegen das Licht, erkennt man durchscheinende, nadelstichartige Löcher (da ist kein Loch, es ist nur durchscheinend) – die mit ätherischem Ölgefüllten Drüsen. Weinraute, in Küche oder Speisekammer aufgehängt, soll Ameisen fernhalten.
Weinraute als Gewürzpflanze
Die Laubblätter der Weinraute finden in der Herstellung von Grappa und ähnlichen Schnäpsen Verwendung, außerdem ist die Weinraute Hauptbestandteil des sogenannten Vierräuberessigs. Die Blätter der Weinraute kann man als Charaktergewürz der antiken römischen Küche ansehen. Die Blätter haben einen intensiven Geschmack, weswegen man sparsam damit umgehen muss. Die Würze wird zu verschiedenen Fleischgerichten (Wild, Hammel), zu Eiern, Fisch und Streichkäse, Salat, Soße, Gebäck und Kräuterbutter empfohlen. In Äthiopien werden auch die Weinrautenfrüchte getrocknet und als Gewürz verwendet. Wegen der abortiven Wirkung der Weinraute sollten Schwangere das Gewürz meiden.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Weinraute wächst verwildert auf Weinbergen, kommt aber nur selten vor. Früher war sie in den Klostergärten sehr verbreitet, weil sie als wichtige Heilpflanze galt. Die mehrjährige Pflanze hat rundliche, kleine Blätter, die oben breiter sind als am Ansatz. Ab Ende Juni blüht sie mit unscheinbaren, gelben Blüten.
Die Weinraute ist ein Halbstrauch mit am Grunde schwach verholzenden unteren Zweigen, der Wuchshöhen von bis zu 1 Meter erreicht. Die fein geteilten Laubblätter fallen durch ihre spatelförmigen Blättchen und ihre blaugrüne Farbe auf, die auf Bereifung mit einer Wachsschicht beruht.
Die Blütezeit reicht von Juni bis August oder November. Der reichblütige, trugdoldige Blütenstand ist ein rispiges Pleiochasium. Die fast geruchlosen Blütensind zwittrig. Die seitlichen Blüten sind vierzählig und die endständigen fünfzählig. Die Blütenkrone ist mattgelb bis gelb. Die bei einem Durchmesser von etwa 1 Zentimeter kugelförmigen Kapselfrüchte sind vier- bis fünffächrig.
 
Steckbrief
Heilwirkung: krampflösend, Durchblutungsfördernd, Blähungen, Verdauungsschwäche, Magenkrämpfe, Reizmagen, Reizdarm, Kreislaufstörungen, Bluthochdruck, Kopfschmerzen, Menstruationsbeschwerden, Menstruationsfördernd, Wechseljahresbeschwerden, Hitzewallungen, Rheuma, Gicht
wissenschaftlicher Name: Ruta graveolens
Pflanzenfamilie: Rautengewächse = Rutaceae
englischer Name: Rue
volkstümlicher Name: Raute
Verwendete Pflanzenteile: Blätter
Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl, Rutin, Cumaringlycosid, Glykoside, Gummi, Harz, Stärke, Bitterstoffe, Apfelsäure
Sammelzeit: Mai und Juni

BACHBLÜTE IMPATIENS
Ich habe wenig Vertrauen zu anderen        
Diese Menschen haben nur wenig Vertrauen in ihre Mitmenschen
Hier hilft die Impatiens um das Vertrauen der anderen wiederzuerlangen
 

BACHBLÜTE LARCH
Ich traue mir nichts zu              
Diese Menschen trauen sich nicht zu
Hier hilft die Blüte um sich wieder etwas zu trauen

Hildegard-Heilpraxis von A bis Z
Augenerkrankungen
Im Rahmen der ganzheitlichen orientierten Hildegardmedizin ist ihre Augenheilkunde ein gutes Beispiel, wie durch die Einwirkung mit Naturheilmitteln auf den Stoffwechsel und den gesamten Organismus Augenerkrankungen beeinflusst werden können. Da Hildegard einen Zusammenhang zwischen Sehschwäche und eingeschränkter Nierenfunktion sieht, empfiehlt sie Wermut als Universalheilmittel:
„Der Wermut beseitigt in dir die Nierenschwäche und die Schwarzgalle und klärt deine Augen auf, stärkt dein Herz und lässt nicht zu, dass deine Lunge krank wird. Er wärmt den Magen (Darm) und reinigt die Eingeweide und bereitet eine gute Verdauung.“

ZUBEREITUNG DER HEILMITTEL (Kneipp)
Tinkturen oder Extrakte
Nachdem die Kräuter, Beeren usw. gut getrocknet sind, zerkleinere, zerschneide man sie wenn notwendig und bringe sie in eine verschließbare Flasche (Weinflasche). Diese wird nun mit echtem Kornbranntwein – den ich allem andern vorziehe – oder alternativ dazu mit Fruchtbranntwein aufgefüllt und luftdicht verschlossen für einige Zeit an einen mäßig warmen Ort gestellt. (Sämtöliche Kräuter, Beeren usw., die zu Extrakten dienen, können auch in Wein angesetzt werden, wie dieses an Ort und Stelle stets bemerkt ist. Dieser Wein dient indessen nur zum sofortigen, zumindest sehr schnell Gebrauch, nicht zum Aufbewahren.) ich habe derart gefüllte Flaschen schon ein Jahr lang und noch länger ruhig stehenlassen und dann erst den Alkohol als Extrakt abgegossen. Im Bedarfsfall kann man denselben schon wenige Tage nach dem Ansetzen im Gebrauch nehmen.
Die Tinkturen nimmt man tropfenweise, in gewissen Fällen (dies ist jedesmal ausdrücklich angegeben) wird auf den Kaffeelöffel (kleineres Maß) und auf den Eßlöffel (größeres Maß) hingewiesen.

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