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Schlangenknöterich
Der mehrjährige Schlangenknöterich reckt auf Feuchtwiesen seine zarten hell-rosanen Blütenkolben in die Höhe. Wenn man ihn sieht, weiß man, dass es an der Stelle feucht ist. Man kann die Blätter als Wildspinat verwenden und aus den stärkereichen Wurzeln kann man Frikadellen zubereiten. Als Heilpflanze stärkt der Schlangenknöterich die Verdauung und hilft gegen Entzündungen im Mund.
Der Schlangen-Knöterich, auch Wiesen-Knöterich genannt, ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Knöterichgewächse gehört. Diese Art mit schlangenartig gewundener roter Grundachse wird auch Schlangenwurz und (Rote) Natterwurz genannt, obwohl unter diesem Namen auch Drachenwurz und andere Aronstabgewächse geführt wurden oder werden. Im Volksmund wird diese Pflanzenart wegen der Form des Blütenstandes auch Zahnbürste genannt. Wegen der Ähnlichkeit zu einer Schnittlauchblüte trägt die Pflanze auch den Namen Lauchelchen. In Sachsen, aber auch im Harz ist die Pflanze unter dem Namen Otterzunge bekannt und wurde in Kriegszeiten als Spinatersatz oder in Suppen verwendet.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Blähungen, Durchfall, Mundschleimhautentzündung
wissenschaftlicher Name: Polygonum bistorta
Pflanzenfamilie: Knöterichgewächse = Polygonaceae
volkstümliche Namen: Schlangenwurz, Wiesen-Knöterich
Verwendete Pflanzenteile: Wurzelstock
Inhaltsstoffe: Vitamin C, Oxalsäure
Sammelzeit: Mai, aber auch den Rest des Jahres über
 
Anwendung
Frisch ist der Schlangen-Knöterich ein wertvolles Viehfutter; er wird jedoch im Heu wertlos, weil die Blätter zerbröseln. Der Schlangen-Knöterich wird auch als Wildgemüse verwendet. Die stärkereichen Wurzeln, die auch Vitamin C enthalten, kann man von September in den Winter in feine Scheiben geschnitten über Nacht in Wasser einlegen und dann mit Blattgemüse oder als Bratling verarbeitet essen. Von April bis August kann man die Blätter als Grundlage für Blattsalat, Spinat oder Blattgemüsegerichte verwenden. Da alle Teile aber auch viel Oxalsäu-re und Gerbstoffe enthalten, sollten davon nur kleinere Mengen verzehrt werden. Das verdickte, schlangenförmige Rhizom galt früher als Heilmittel und wurde im Sinne der Signaturenlehre bei Schlangenbisen eingesetzt. Auf diesen Zusammenhang verweist auch der Name.
 
Pflanzenbeschreibung
Der Schlangen-Knöterich ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 100 cm erreicht, mit aufrechten, unverzweigten Stängeln. Das kräftige Rhizom ist s-förmig schlangenartig gewunden, davon leitet sich auch der deutsche Trivialname ab. Die Blattspreite der Grundblätter ist oval bis länglich und wird bis 15 cm lang. Die Oberseite der Laubblätter ist dunkelgrün, die Unterseite bläulichgrün. Die rosafarbenen Blüten sind 4 bis 5 mm lang und stehen in dichten zylindrischen Scheinähren, die etwa 2 bis 7 cm lang werden. Die Blüte besitzt acht Staubblätter und drei Griffel. Die Nussfrüchte sind dreikantig. Der Schlangenknöterich blüht von Mai bis Juli. Fruchtreife ist von August bis September.

Ehrenpreis
Der Echte Ehrenpreis oder Wald-Ehrenpreis ist eine Pflanzenart in der Familie der Wegerichgewächse. Volkstümliche Bezeichnungen sind unter anderem ArzneiEhrenpreis, Grundheilkraut, Wundheilkraut, Allerweltsheil und Frauenlist.
Ehrenpreis ist eine Pflanzengattung, die nach molekularbiologischen Untersuchungen zur Familie der Wegerichgewächse gezählt wird. In älterer Literatur wird sie in der Regel noch unter den Braunwurzgewächsen, Rachenblütlern oder als eigene Familie der Ehrenpreisgewächse geführt. Mit bis zu 450 Arten ist die Gattung Veronica sehr artenreich. Auch in Mitteleuropa kommen zahlreiche Vertreter vor. Der deutschsprachige Gattungsname Ehrenpreis rührt von der Wertschätzung des Wald-Ehrenpreises in der Naturheilkunde her: „Ihm sei Ehr und Preis als vera unica medicina, das einzig wahre Heilmittel“.
Der Ehrenpreis sieht aus wie ein harmloses kleines Unkraut, doch mit seinen leuchtend blauen Blüten verlockt er zu einem zweiten Blick, wenn man ihm beim Spaziergang in lichten Wäldern begegnet. Dieser zweite Blick lohnt, denn beim Ehrenpreis handelt es sich um eine sehr vielseitige Heilpflanze. Schon im Mittelalter stand er im hohen Ansehen, was man auch an Namen wie "Allerweltsheil" erkennen kann. Sogar eine Heilwirkung gegen Pest und Aussatz wurde ihm nachgesagt, aber heutzutage sind wir schon froh, dass er juckende Hautprobleme lindert und den Stoffwechsel anregt und uns somit im Kampf gegen das Übergewicht unterstützt.
Der Ehrenpreis dürfte vielen als zierliches und schön anzusehendes Wildkraut ein Begriff sein. Seine volkstümlichen Namen Allerweltsheil oder Wundheilkraut verraten schon, dass die Pflanze als Heilkraut Verwendung findet. Allerdings war die medizinische Bedeutung des Ehrenpreises im Mittelalter deutlich höher als heute, wo sie meist nur noch bei Husten oder bei chronischen Hautleiden genutzt wird.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Juckreiz
Heilwirkung: beruhigend, blutreinigend, harntreibend, schleimlösend, schweißtreibend, tonisierend
Anwendungsbereiche: Erkältung, Husten, Bronchitis, Asthma, Schnupfen, Halsentzündung, Heiserkeit, Appetitlosigkeit, Magenschwäche, Verdauungsschwäche, Durchfall, Leberschwäche, Übergewicht, Stoffwechsel anregend, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Nierenprobleme, Blasenentzündung, Blasenstein, Rheuma, Gicht, Menstruationsstörungen, Abszesse, Altersjucken, Ekzeme, Hautprobleme, Juckreiz, Neurodermitis, Akne, Furunkel, Verbrennung, Wunden, Augenentzündung, Afterjucken
wissenschaftlicher Name: Veronica officinalis
Pflanzenfamilie: Braunwurzgewächse = Scropholariaceae oder Wegerichgewächse = Plantaginaceae
englischer Name: Bird's Eye
volkstümliche Namen: Allerweltsheil, Bunger, Frauenlist, Grindheil, Grindkräutl, Grundheil, Heil aller Schäden, Hühnerraute, Köhlerkraut, Männertreu, Veronika, Steh auf und geh weg, Sta-up un ga darvon, Viehkraut, Wald-Ehrenpreis, Wundheilkraut, Wundkraut, Zittli
Verwendete Pflanzenteile: blühendes Kraut
Inhaltsstoffe: Aucubin, Aucubinglykoside, Bitterstoff, Gerbstoff, Gerbsäure, Harz, Iridoide, Kaffeesäurerverbindungen, Milchsäure, Saponine, ätherische Öle
Sammelzeit: Mai und Juni
 
Anwendung
Speziell der Wald-Ehrenpreis, auch Echter Ehrenpreis genannt, wird als Naturheilmittel zur äußeren und inneren Anwendung eingesetzt. Das bitterlich herb und etwas balsamisch schmeckende Kraut wird im Sommer mit den Blüten gesammelt. Aufgüsse davon werden als Brusttee getrunken; das frische Kraut dient dagegen zur Bereitung von Kräutersäften. Unter den Inhaltsstoffen des Ehrenpreises befinden sich Bitterstoffe, Gerbstoff und Saponine. Große Veronica-Bestände auf Viehweiden können bei Rindern zu Vergiftungserscheinungen durch die Saponine führen. Die Anwendungsmöglichkeiten des Ehrenpreises sind vielfältig, denn auch seine Heilkräfte betreffen nahezu alle Organsysteme.
Innerliche Anwendung
Besonders geeignet ist der Ehrenpreis in Mischtees, beispielsweise bei Atemwegserkrankungen, Verdauungsbeschwerden oder zur Anregung des Stoffwechsels. Als alleinstehender Tee ist er weniger gut geeignet, weil er dazu neigt, bitter zu schmecken, wenn man den Tee zu stark macht. Dank der blut-reinigenden Wirkung des Ehrenpreises wirkt er besonders gut gegen chronische Hauterkrankungen. Das er den Juckreiz lindert, hat er sich vor allem bei Altersjucken und anderen juckenden Hauterkrankungen, wie beispielsweise Neurodermitis bewährt.
Medizinische Nutzung
Als Heildroge dienen die getrockneten, zur Blütezeit gesammelten oberirdischen Pflanzenteile – Herba Veronicae (Synonyme: Veronicae herba, Herba Betonicae).
Bekannte Wirkstoffe des Ehrenpreises sind Iridoidglykoside wie Catalpol, Veroni-cosid, Verprosid, Mussaenosid; Flavonoide, Triterpensaponine, Phenolcarbonsäuren (Chlorogensäure, Kaffeesäure), Gerbstoffe.
Das Ehrenpreiskraut wird heute praktisch nur noch in der Volksheilkunde bei einer Vielzahl von Beschwerden eingesetzt, vorrangig bei Erkrankungen und Beschwerden der Atemwege, bei Gicht, Rheuma sowie bei Verdauungsbeschwerden. Heute wird es nur noch vereinzelt in Erkältungsteemischungen empfohlen, wo es eine leichte hustenauswurffördernde Wirkung haben soll. Äußerlich wird es als Gurgelmittel bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhäute erwähnt. Da die Wirksamkeit bisher nicht belegt werden konnte, wird eine Anwendung nicht befürwortet.
Verwendung findet der Echte Ehrenpreis jedoch in homöopathischen Arzneimitteln.
Äußerliche Anwendung
Bei Hauterkrankungen kann man den Ehrenpreis innerlich als Tee oder Tinktur einnehmen und zusätzlich äußerlich in Form von Waschungen, Umschlägen und Cremes.
Heilkräftiger Pflanzenteil
Ist das blühende Kraut (Herba Veronica), das während der Blütezeit, ohne Wurzel, gesammelt und im Schatten, einzeln ausgelegt, getrocknet wird. Erst die sehr gut getrocknete Pflanze darf kleingeschnitten werden.
Heil- und Wirkstoffe
Das große Lob, das dem Ehrenpreis seit jeher gezollt wird – siehe Volksnamen! – lässt die Vermutung zu, dass in dieser Pflanze auch entsprechend  viele Heil- und Wirkstoffe enthalten sind. Außer Bitterstoff, Gerbstoff, etwas ätherischem Öl, etwas Fett und Zucker,  ist in der Pflanze nur noch das Glukosid Aucubin in geringem Ausmaße enthalten. Der Saponingehalt ist umstritten. Und dennoch ist der Ehrenpreis ein hervorragendes Heilkraut.
Heilwirkung
Der Ehrenpreis ist ein Wundkraut, wirkt innerlich stärkend und ist ein Brust-, Harn-und Schweißmittel von hervorragender Wirkung.
Wenn im Mittelalter bis herauf in die Gegenwart der Ehrenpreis geradezu als ein Universalmittel für fast alle Krankheiten gepriesen wurde, so anerkennen wir dies heute bei der Kenntnis über die Wirkstoffe, die diese Heilpflanze birgt, insofern, als der Ehrenpreis als ausgezeichne-tes Magenmittel, Blutreinigungs- und Lungenmittel sowie als Leber, Milz-, Nieren- und Blasen-heilkraut den Gesamtorganismus aufs günstigste beeinflusst. Die heilende Wirkung auf alle diese wichtigen Organe des menschlichen Körpers verliehen zu Recht dem Ehrenpreis den Namen „Heil aller Schäden“.
Sehr zu empfehlen ist der frische Saft der blühenden Pflanze als Blutreinigungsmittel bei Hautleiden, Ekzemen, Abszessen und dergleichen, teelöffelweise 2- bis 3mal am Tage eingenom-men.
Ehrenpreis als Heilkraut
Der Ehrenpreis galt im Mittelalter als nützliches Heilkraut gegen zahlreiche Beschwerden. Heute ist der Naturheilkunde das Kraut zwar bekannt und wird gelegentlich auch verwendet, allerdings gibt es meist deutlich bessere Heilpflanzen für die jeweilige Therapie.
Im Mittelalter wurde Ehrenpreis innerlich meist bei Erkrankungen der Lunge und Bronchien, bei Epilepsie, bei eitrigen Geschwüren, bei Leber- und Milzbeschwerden oder zur Behandlung von inneren Vergiftungen verwendet. Äußerlich wurde es bei Wunden oder bei Insektenstichen verwendet. Man kann zusammenfassen, dass der Ehrenpreis zu jener Zeit fast ein universelles und vor allem sehr beliebtes Heilkraut gewesen ist. In älteren Kräuterbüchern (z.B. P. A. Matthioli, Hieronymus Bock) wurden dem Ehrenpreis meist mehrere Seiten mit zahlreichen Rezepten und Therapievorschlägen gewidmet. Dargereicht wurde das Kraut meist in Form von Aufgüssen, Ehrenpreiswein oder Essig.
Bis tief in die Neuzeit (Anfang 20. Jahrhundert) herein, war der Ehrenpreis ein hochgelobtes Heilkraut. So empfahl beispielsweise der Pfarrer Kneipp das Kraut gegen Epilepsie, Husten und Gicht.
In der heutigen Zeit wird der Ehrenpreis nur noch gelegentlich in der Naturheilkunde verwendet. Die in der Pflanze enthaltenden Flavonoide, Gerb- und Bitterstoffe sowie der auch im Spitzwegerich enthaltende Stoff Aucubin erlauben zwar durchaus eine Anwendung als Heilkraut, allerdings lassen sich viele andere Heilpflanzen meist spezieller und gezielter einsetzen. In vielen modernden Phytotherapiebüchern wird der Ehrenpreis nur noch selten oder wenn, dann am Rande erwähnt. Eine Ausnahme spielen Erkältungskrankheiten, bei dem die Inhaltsstoffe des Ehrenpreises unter anderem bei trockenem Husten eine gute Hilfe sein können.
Aus alten Kräuterbüchern und aus der Praxis der Volksheilkunde
In dem „Kreuterbuch“ von Hieronymus Bock, Straßburg, 1577, heißt es wörtlich: „ein fürtrefflich bewerte artzney für alle giftige pestilenzische Fieber / darvor muss das Gifft vom hertzen räumen vnd mit schwitzen ausfahren / eherenpreiswasser vertreibet den Schwindel / bringt gut gedechtnus / zertheilet die zähen feuchtigkeit / reinigt das geblüht / entwörmt den magen / eröffenet die leber / dempfft die lung vnd milz / reiniget die nieren / mutter vnd blasen / treibet aus das gifft / die gelsucht / den lendenstein / vnd allen gifftigen unrat / im gantzen leib.“
Der Naturarzt Weinmann, 1762, schrieb: „- - macht die brauschten Leute wieder nüchtern und soll das Pulver bei fettleibigen Frauen die Sterilität aufheben.“
Sebastian Kneipp wieder stellte fest, dass der Ehrenpreis „ein Schutzmittel gegen die Schwindsucht und gegen Gichtleiden sei, da er den Körper vom Schleim befreie“.
Wenn manche Naturärzte anderer Länder das Lob über den Ehrenpreis nicht teilen, so mag dies seine Ursachen ausschließlich in Standortsbedingungen haben.
Die hohe blutreinigende Wirkung des Ehrenpreises, längere Zeit regelmäßig genommen, hat wiederholt gegen Aussatz geholfen.
Ehrenpreis eignet sich gut für die Behandlung von chronischen Ekzemen, besonders wenn sie mit einem lästigen Juckreiz verbunden sind. das im Alter oft auftretende Hautjucken wird mit einer Teekur wesentlich gebessert.
Ehrenpreis wird nicht immer allein eingenommen, sondern oft in Verbindung mit anderen Heilpflanzen. Hier einige Beispiele:
Nebenwirkungen
Es sind keinerlei negative Wirkungen durch die Einnahme von Ehrenpreis bekannt. Da es nur wenige wissenschaftliche Untersuchungen auf die Wirkung bestimmter Risikogruppen gibt, wird empfohlen Ehrenkraut nicht während der Schwangerschaft oder Stillzeit zu verwenden.
Ehrenpreis als Küchenkraut
In der Küche gilt der Ehrenpreis nicht als sonderlich beliebt. Die oberirdischen Pflanzenteile sind zwar grundsätzlich essbar, haben jedoch einen recht bitteren und wenig aromatischen Geschmack. Einige Wildkräuterliebhaber nutzen Ehrenpreis als Beigabe zu Salaten oder Wildkräutersmoothies. Meist werden dann die Blüten oder jungen Blätter verarbeitet. Grundsätzlich sind die Blätter als auch die Blüten reich an Vitaminen und Eisen.
 
Geschichte
Erstmals erwähnt wurde der Echte Ehrenpreis unter den Namen erenbris, veronica und über arzt gruntheil im Kleinen Destillierbuch des Hieronymus Brunschwig aus dem Jahre 1500. Brunschwig schrieb die Namensgebung einem französischen König zu, der durch äußerliche Anwendung des aus Ehrenpreis gewonnenen Safts von einer chronischen Hauterkrankung geheilt wurde. Zur Herstellung des Destillats sollte das im Anfang des Monats Juni gesammelte Kraut eine Nacht und einen Tag lang in Wein gebeizt und anschließend im Marienbad destilliert werden. Die von Brunschwig für das Ehrenpreiswasser angegebenen Indikationen waren – entsprechend dem Namen über arzt grundtheil – sehr zahlreich. Sie lassen sich im Wesentlichen in die Rubriken giftwidrig und blutreinigend einordnen.
In seinen lateinischen und deutschen Kräuterbüchern (1530–1537) erwähnte Otto Brunfels den Echten Ehrenpreis nicht. Sein Schüler Hieronymus Bock jedoch be-schrieb ihn ausführlich im Anschluss an den Gamander-Ehrenpreis und er bemerk-te:
„Vnsere Doctores brauchen das kraut auch / wiewol / sie nichts in der Schrifft darvon wissen / lernen täglich von den Empirischen Weibern / die der Circes Künst können.“ – Hieronymus Bock: Kreuterbuch 1539, I / 68.
Die Kommission E des ehemaligen Bundesgesundheitsamtes veröffentlichte im März 1989 eine (Negativ-)Monographie über Veronicae herba (Ehrenpreiskraut).
 
Pflanzenbeschreibung
Der Echte Ehrenpreis ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 20 Zentimetern erreicht. Der niederliegende bis aufsteigende Stängel ist grau-grün, weich behaart, oben drüsig und wurzelt manchmal. Er bildet vegetativ oft kleine Teppiche. Die breit lanzettlichen bis eiförmigen Laubblätter sind kurz gestielt (2 bis 6 mm) und am Rand fein gesägt.
Die Blütezeit reicht von Juli bis September. Sie bilden dichtblütige, gestielte traubige Blütenstände. Die hellblauen, blasslila oder weißlichen Blüten haben einen Durchmesser von 6 bis 7 mm. Die Blütenstiele sind kürzer als die dreieckige, abgeflachte Kapselfrucht.
Der Ehrenpreis ist eine echte Pflanze Mitteleuropas. Er liebt lichte Wälder und Heiden, und ganz besonders haben es ihm abgebrannte Stellen angetan. Weil der echte Ehrenpreis gerne im Wald lebt, wird er auch Wald-Ehrenpreis genannt. Der mehrjährige Wurzelstock des Ehrenpreises treibt im Frühjahr harte, haarige Stängel aus, die nur etwa dreißig Zentimeter hoch werden. Die Blätter stehen gegenständig und sind verkehrt eiförmig und gesägt geformt. Sie haben weiche Haare. Im Mai und Juni erscheinen die leuchtenden, hellblauen Blüten mit einem weißlichen Fleck in der Mitte. Jede Blüte hat vier Blütenblätter. An-ders als das Vergissmeinnicht, deren Blüten trotz seiner fünf Blütenblätter auf den ersten Blick mit dem Ehrenpreis verwechselt werden könnten.
Ehrenpreis-Arten sind einjährige bis ausdauernde krautige Pflanzen. Die früher zur Gattung Hebegestellten Arten sind strauchig oder sogar baumförmig. Alles in allem sind es aber meistens kleinwüchsige Pflanzen mit kriechenden oder aufsteigenden Stängeln. Die gegenständigen Laubblätter sind kurz gestielt oder sitzend.
Oft viele Blüten sind in ährigen Blütenständen zusammengefasst. Die kleinen, meist blauen (seltener weißen) Blüten sind durch Wegfall eines Kelchblattes (bei manchen Arten Wiederauftreten eines kleineren fünften Kelchblattes) bzw. Verwachsen zweier Kronblätter vierzählig. Die Anzahl der Staubblätter ist von fünf auf zwei reduziert.
In der Gattung Ehrenpreis gibt es zahlreiche Arten. Einige dieser Ehrenpreis-Arten sind in Mitteleuropa wesentlich häufiger anzutreffen als der echte Wald-Ehrenpreis.
Botanik
Der ausdauernde Wurzelstock treibt niederliegende, fast holzige Stängel, welche behaart sind. die Enden der Ständel erheben sich etwa 20 bis 30cm  vom Boden. Die gegenstän-digen Blätter sind kurz gestielt, verkehrt eiförmig, grau-grün, kleingesägt und weichhaarig. Die Blütentrauben stehen in den Blattachseln und haben kleine blassblaue Blüten. Die Frucht ist eine verkehrt dreieckige Kapsel.
Das blühende Kraut hat einen schwachen, gewürzhaften Geruch, ist aber getrocknet vollkommen geruchlos. Der Geschmack ist balsamisch, etwas bitter und zusammenziehend.
Blütezeit
Mai und Juni
Standort
Über ganz Europa verbreitet, gedeiht der Ehrenpreis in lichten Wäldern, auf Heiden, trockene Standorte bevorzugt. Besonders aber liebt er abgebrannte Schläge und die Umgebung von Holzkohlenmeilern.
Gamander-Ehrenpreis
Der Gamander-Ehrenpreis mag sonnigere Standorte als der Wald-Ehrenpreis. Man findet ihn also in lichten Wäldern, aber auch an Wegrändern und Wiesen. Sein Blütenstängel ist wesentlich dünner ausgebildet. In der Pflanzenheilkunde kann man ihn genau so einsetzen, wie den echten Ehrenpreis. Seine Heilkräfte sind jedoch im Allgemeinen schwächer ausgeprägt.
Persischer Ehrenpreis
Der persische Ehrenpreis stammt ursprünglich aus dem Kaukasus und wurde in Mitteleuropa in Gärten als Zierpflanze angepflanzt. Aus diesen Gärten entkam der persische Ehrenpreis und hat sich inzwischen in ganz Mitteleuropa verbreitet.
Man findet ihn fast überall, wo der Mensch die Erde bearbeitet hat, beispielsweise in Weingärten, an Wegrändern, als Unkraut im Garten oder auf anderen Ruderalflächen. Er schätzt nährstoffreiche Böden. Dort gehört er im Frühjahr zu den ersten Blühern und im Herbst zu den letzten Pflanzen mit Blüten. Mitunter findet man sogar im Winter blühende persische Ehrenpreise. Im Unterschied zum echten Ehrenpreis hat der persische Ehrenpreis keinen traubigen Blütenstand, sondern seine Blüten wachsen einzeln am oberen Ende der Pflanzen. Die Blätter sind gekerbt und haben einen herzförmigen Grund. Sie erinnern an Gundermann-Blätter. Der persische Ehrenpreis wird als Heilpflan-ze gegen Husten verwendet. Außerdem wirkt er schweißtreibend, harntreibend und entzündungshemmend, ähnlich wie der Wald-Ehrenpreis. Man kann ihn zudem bei Alterserscheinungen, Arthritis, Arteriosklerose einsetzen. Japanische Wissenschaftler haben Stoffe im persischen Ehrenpreis entdeckt, denen sie eine potentielle Wirkung gegen Krebs zuschreiben.
 
Aussaat, Anbau und Pflege
Aufgrund seiner Blütenpracht ist der Ehrenpreis auch bei vielen Gärtnern beliebt, die der Pflanze gern einen Platz im Beet oder im Kübel einräumen. Der Anbau ist grundsätzlich nicht schwer, obgleich einige Anforderungen an den Standort zu beachten sind. Einmal angepflanzt, ist Veronica officinalis sehr pflegeleicht.
Standort
Für den Anbau wählt man am besten einen sonnigen bis halbschattigen Standort, wobei sonnige und windgeschützte Standorte bevorzugt werden. Am besten gedeiht der Ehrenpreis auf leicht sauren, nährstoffreichen und leicht lehmigen Böden. Stehen eher sandige Böden zur Verfügung, so empfiehlt den Platz mit reichlich Kompost oder Bentonit (Tonmineral) zu vermischen.
Aussaat
Die beste Aussaatzeit sind die Monate März bis Mitte Mai. Die Samen des Echten Ehrenpreises können direkt ins Freiland ausgesät werden. Bei der Aussaat sollte ein Pflanzabstand von mindestens 20 bis 25 cm eingehalten werden, da Ehrenpreis meist kleine Teppiche bildet. Die Pflanze ist Lichtkeimer, daher sollten die Samen nur flach angedrückt werden. Der Aussaatstandort sollte immer leicht feucht aber niemals vollkommen nass sein. Auch ein Austrocknen des Substrats ist zu vermeiden. In der Regel erscheinen die ersten Keimlinge nach 12 bis 30 Tagen. Je kälter es ist, umso länger dauert die Keimung. Ein Anbau auf Balkon oder Terrasse ist problemlos möglich. Als Substrat kann hier eine handelsübliche Kräutererde oder Mutterboden mit 50 Prozent Kompost verwendet werden.
Düngung
Wächst der Ehrenpreis in einem nährstoffreichen Boden, so ist eine Düngung in der Regel nicht notwendig. Bei sandigen Substraten sowie bei Topf- und Kübelkultur kann eine kleine Gabe Dünger vor der Blütezeit notwendig werden. Auf mineralische Dünger (z.B. Blaukorn) sollte dringend verzichtet werden, da diese zu nährstoffreich und häufig zu salzhaltig sind. Organische Dünger wie Kompost, Rinderdung oder organische Fertigdünger sind hier optimal.
Gießen
Die Erde sollte immer leicht feucht gehalten werden. Kurzfristige Trockenperioden übersteht der Ehrenpreis zwar, sollten aber nach Möglichkeit vermieden werden. Dauerhaftes Gießen, zu nasse Erde oder sogar Staunässe sind jedoch zu vermeiden. Hier besteht das Risiko, dass die Wurzeln faulen oder Schädlinge sich an der Pflanze bedienen.
Vermehrung
Ehrenpreis lässt sich relativ einfach durch Teilung vermehren. Hierzu empfehlen sich vor allem die Phasen vor oder nach der Blüte. Hierzu werden die Wurzelballen geteilt und in ein bestenfalls leicht vorgedüngtes Substrat eingearbeitet. Wächst die Pflanze mehrere Jahre am selben Standort, sollte die Pflanze ohnehin geteilt werden. Der Ehrenpreis gedeiht in der Regel besser und blüht dann üppiger.
Krankheiten und Schädlinge
Der Echte Ehrenpreis wie auch viele andere Ehrenpreisarten sind meist sehr robust und werden nur selten von Schädlingen befallen. Bei unsachgemäßer Pflege, z.B. wenn die Pflanze häufiger zu trocken gehalten wird, kann Echter Mehltau entstehen. Selten wird Ehrenpreis zudem von Blattläusen befallen, die jedoch die Gesundheit der Pflanze meist nicht beeinträchtigt.
Überwinterung
Der echte Ehrenpreis ist frosttolerant und winterhart. Die oberirdischen Pflanzenteile sterben zum Herbst hin ab. Aus dem Wurzelstock erscheinen dann im Folgejahr zum Frühling wieder neue Triebe. Es sind keine Maßnahmen zur Überwinterung notwendig.
Ernte: Will man den Ehrenpreis für heilkundliche Zwecke gebrauchen, so sollte das Kraut vor der Blütezeit (bis Ende Juni) geerntet werden. Das Kraut selbst sollte ausschließlich im Schatten getrocknet werden.

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Fleischdefinition
Unter Fleisch versteht man alle Teile von warmblütigen Tieren, frisch oder zubereitet, die für den menschlichen Genuss geeignet sind.
Laut Lebensmittel-Codex/Fleischbeschaugesetz fallen sogenannte Schlachtabfälle z.B. Blut, Innereien, ebenfalls darunter, was subjektiv oft als abstoßend empfunden wird – objektiv betrachtet handelt es sich um ernährungsphysiologisch genauso hochwertige Fleischbestandteile.
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird unter Fleisch die quergestreifte Skelettmuskulatur mit eingebettete Fett und Bindegewebe verstanden.
Fleisch (von althochdeutsch fleisc) bezeichnet im Allgemeinen Weichteile von Mensch und Tieren. Im Besonderen steht der Begriff für Teile von Säugetieren und Vögeln, die zur Ernährung des Menschen genutzt werden. Dazu zählen neben Muskelgewebe mit Fett- und Bindegewe-be sowie Knorpelgewebe auch Sehnen sowie bestimmte innere Organe. In der Heilkunde kann mit Fleisch auch Granulationsgewebe gemeint sein. Im Weiteren wird Fleisch auch zur Bezeichnung für die als Nahrungsmittel genutzten Weichteile wechselwarmer Tiere wie Fische, Krebse, Muscheln und Schnecken verwendet; verbreitet sind Wortzusammensetzungen wie Krebsfleisch oder Muschelfleisch.
Es wird unterschieden nach den Fleischsorten (Tierarten) und den Fleischarten, den verschiedenen Teilen einer Fleischsorte.
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