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TAUBENKROPF-LEIMKRAUT
Das Taubenkropf-Leimkraut wächst auf Magerrasen und Böschungen und hat einige Unterarten. Auffallend sind die aufgeblasenen kugeligen weißen Blüten, die man schon von weitem erkennen kann. Aus den Wurzeln wurde früher eine Seifenlauge gekocht und die stoffwechselanregenden jungen Triebe wie Gemüse gegessen. Als Heilpflanze ist das Taubenkropf-Leimkraut heute von geringer Bedeutung, aber es ist eine wertvolle Pflanze für den Wildpflanzengarten und Futterquelle für die Nachtfalter. Das Taubenkropf-Leimkraut auch Gewöhnliches Leimkraut, Aufgeblasenes Leimkraut, Klatschnelke, Blasen-Leimkraut oder Knirrkohl genannt, ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Nelkengewächse. Obwohl diese Wiesenpflanze zur Gattung der Leimkräuter zählt, ist sie nicht klebrig. Vom Namen Taubenkropf-Leimkraut her kann diese Art leicht mit dem Taubenkropf oder Hühnerbiss verwechselt werden, der auch eine ähnliche Blütenform aufweist.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: erweichende und pflegende Seifenlauge
Heilwirkung: erweichend, stoffwechselanregend
Anwendungsbereiche: Augenentzündung, Hautkrankheiten, Stoffwechsel
wissenschaftlicher Name: Silene vulgaris, Silene cucubalus
Pflanzenfamilie: Nelkengewächse = Caryophyllaceae
englischer Name: Bladder Campion
volkstümlicher Name: Aufgeblasenes Leimkraut, Knirrkohl, Taubenkropf-Leimkraut
Verwendete Pflanzenteile: frische Triebe, Kraut, Wurzel
Inhaltsstoffe: Bitterstoffe, Mineralstoffe, Saponine, Vitamine
Sammelzeit: Wurzel: jederzeit, junge Triebe: Frühling
 
Anwendung
Taubenkropf-Leimkraut als tiefwurzelnde, anspruchslose Staude ist eine ideale Pflanze für Stein- und Wildgärten. Da sie den ganzen Sommer blüht, kann sie an geeigneter Stelle als Blickfang dienen. Sie gedeiht dabei am besten in trocknen, sonnigen, kalkhaltigen Bereichen. Dort benötigt die weitgehend winterharte Pflanze weder Dünger noch muss sie bewässert werden. Als langblühende Pflanze in Wildgärten ist sie eine wertvolle Futterquelle für Nachtfalter. Früher wurde aus den Wurzeln Seifenlauge gekocht. Junge Triebe kann man vor der Blüte pflücken und wie Gemüse verwenden oder roh zu einem Salat geben sowie als frisches Wildkraut für einen interessanten süßlichen Geschmack nach Lakritze und Erbsen in den letzten 5 Minuten Garzeit einem Gericht hinzufügen. Als Heilpflanze ist das Taubenkropf-Leimkraut heute ohne Bedeutung. Es galt jedoch als anregend für den Stoffwechsel. In einer Untersuchung über lokale Ernährungsgewohnheiten im Mittelmeerraum wurde Auszügen aus den Blättern aber eine positive Wirkung bei Diabetes Typ 2 zugesprochen.
Frühjahrskur
Junge Triebe als Gemüse oder Suppeneinlage regen den Stoffwechsel an.
Waschung
Die Wurzelabkochung kann zu Waschungen oder Bäder von spröder, trockener und leicht entzündeter Haut eingesetzt werden.
Frischsaft
Der frische Saft der Pflanze diente früher als Augentropfen bei Bindehautentzündung. (Nicht anwenden!)
 
Geschichtliches
Die Abkochung der Wurzel diente als Seife und Waschlauge. Die jungen Triebe dienten als Gemüse. Heute im Wildpflanzengarten eine wichtige Futterquelle für die Nachtfalter.
 
Pflanzenbeschreibung
Das Taubenkropf-Leimkraut ist in Europa heimisch. Sie wächst bevorzugt auf Magerrasen und Böschungen. Die mehrjährige Pflanze wird 20 und 60 Zentimeter hoch. Die blaugrünen Blätter sind eiförmig bis lanzettlich. Die aufgeblasenen kugeligen Blüten erscheinen zwischen Mai und September. Die Kronblätter sind 2teilig und weiß, selten rosa. Aus den Blüten entwickeln sich zwischen Juli und Oktober die hellbraunen 2 mm großen Samen.
Taubenkropf-Leimkraut ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von meist 20 bis 50 (15 bis 60) Zentimetern erreicht. Die Wurzeln können bis in eine Tiefe von 1 Meter eindringen. Jedes Pflanzenexemplar besitzt einige wenige oder nur einen einzelnen aufsteigend oder aufrechten Stängel, der im oberen Bereich verzweigt ist. Die oberirdischen Pflanzenteile sind kahl und nicht klebrig drüsig. Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind glatt, bläulich grün und eiförmig bis lanzettlich und am oberen Ende zugespitzt. Die Grundblätter sind bis zu 4 Zentimeter lang und 1,2 Zentimeter breit. Die Stängelblätter sind etwa 7 Zentimeter lang sowie 2,5 Zentimeter breit. Die Blütenstände sprießen zusammen mit zwei gegenständigen Blättern aus einem Knoten am Stängel.
Die Blütezeit reicht von Mai bis Mitte September. Der endständige, gabelige Blütenstand enthält mehrere (3 bis 20) aufrechten bis leicht nickende Blüten. Auffälligerweise blicken alle Blüten eines Wuchsortes meist in eine Richtung. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig. Die fünf Kelchblätter bilden eine charakteristische weiße oder hellrosafarbene, stark vernetzte 20-nervige Kelchröhre. Die Kelchröhre ist 1 bis 2 Zentimeter lang und nicht zylindrisch wie bei anderen Leimkraut-Arten, sondern aufgeblasen, daher der Trivialname Taubenkropf. Die fünf 15 bis 25 Millimeter langen etwa zu einem Drittel eingeschnittenen Kronblätter haben bei offener Blüte einen Durchmesser von etwa 1,5 Zentimetern. Sie erscheinen wachsartig und sind feinpulvrig beschichtet. Es ist keine Nebenkrone vorhanden. Die Blüten können weiblich, männlich oder zwittrig sein. Jede weiblich veranlagte Blüte trägt am Fruchtknoten drei lange Griffel. Die zehn Staubblätter und die Griffel ragen aus der Blüte heraus. Die kugelige Kapselfrucht öffnet sich oben mit in der Regel sechs zuerst aufrechten, dann nach außen gebogenen Zähnen und entlässt die Samen. Die grauen Samen sind bei einer Länge von etwa 1,5 Millimetern nierenförmig und fein stachelig.
 
Anbautipps
Die Samen im frühen Frühling direkt an den gewünschten Standort aussäen. Die Pflanze ist ein Wärmekeimer (20°C) und braucht zum Keimen eine feuchte Erde. Der Standort sollte trocken und sonnig sein. Der Boden sollte kalkig und lehmig sein.
 
Sammeltipps
Für das Frühjahrsgemüse werden die jungen Triebe geerntet, solang diese kleiner als 5cm sind. Für die Seifenlauge wird die Wurzel ausgegraben, gereinigt und an einem warmen, luftigen Ort getrocknet. Dicke Wurzeln sollten in Stücke geschnitten werden.

MALVE
Die Malven sind eine Pflanzengattung in der Familie der Malvengewächse. Die 15 bis 30 Arten sind in Eurasien und Nordafrika verbreitet. Schon vor 5.000 Jahren wurde die Malve bei den Chinesen hoch geschätzt und sogar in der Bibel wird die Malve erwähnt, als Moses einem Fieberkranken Malventee gibt. So blieb es nicht aus, dass auch Dioskurides und Plinius ihre schleimlösenden und reizmildernden Eigenschaften erwähnen. Im Mittelalter gehörte die Malve zu den wichtigsten Kräutern. Heutzutage ist ihre Heilwirkung jedoch halbwegs in Vergessenheit geraten. Malventee wird zwar noch wegen seiner hübschen Farbe als Haustee angeboten, aber weniger als wertvolles Heilmittel. Zu unrecht. Die wilde Malve und die Wegmalve sind altbekannte Heilpflanzen, die seit der Antike für vielerlei Beschwerden verwendet wurden. Heute werden Malven vielerorts als Unkräuter wahrgenommen, was allerdings unberechtigt ist. Die auch als Käsepappel bezeichnete Pflanze enthält wertvolle Schleimstoffe und ist ein hervorragendes Heilkraut gegen Husten, grippale Infekte sowie gegen Entzündungen im Mund- und Rachenraum.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Bronchitis, Fieber, Ekzeme, Hautentzündungen, Weißfluss, Kehlkopf- und Stimmbänderentzündungen, Magen- und Darmschleimhautentzündungen, Mund- und Rachenentzündungen
wissenschaftlicher Name: Malva neglecta
Pflanzenfamilie: Malvengewächse = Malvaceae
englischer Name: Mallow
volkstümliche Namen: Käsepappel, Gänsepappel, Kasköpfe, Käslein, Katzenkrallen, Krallenblumen, Pappeln, Schafkas, Schwellkraut
Verwendete Pflanzenteile: Wurzeln, Blüten, Blätter, Samen
Sammelzeit: Wurzeln: März bis April und Oktober, Blüten: Juni bis August, Blätter: Juni bis August, Samen: August bis September
 
Anwendung
Manche Malven-Arten werden aufgrund ihres Aromas in der Industrie vor allem für Kosmetikartikel verwendet oder als Malvenblütentee genutzt. Tee aus Blättern willder Malve ist außerdem ein Heilmittel gegen Reizhusten. Die Sorten einiger Malvenarten werden als Zierpflanzen genutzt.
Malve darf man nicht kochen, sondern nur als Kaltauszug zubereiten. Als Tee getrunken hilft die Malve gegen Erkrankungen der Atmungsorgane und Fieber. Mit ihren schleimlösenden und reizlindernden Eigenschaften eignet sie sich hervorragend bei Reizhusten. Auch bei Entzündungen der Verdauungsorgane kann die Malve helfen. Äußerlich kann man sie in Form von Kompressen oder Breiumschlägen einsetzen. Sie weicht die betroffenen Stellen auf und fördert die Heilung.
Verwendung der Malve in der Antike und im Mittelalter
Malven waren seit der Antike feste Bestandteile im Arzneiarsenal römischer und griechischer Ärzte. Der römische Feldarzt Dioskurides empfahl Malvensaft täglich zu trinken, um gegen allerlei Krankheiten gerüstet zu sein. In den Kräuterbüchern von P. A. Matthioli sowie im Gart der Gesundheit wurde zudem zahlreiche Beschwerden und Krankheiten mit der Malve behandelt. Stöbert man in alten Kräuterbüchern, so muss man wissen, dass die Malve im Mittelalter irreführenderweise als Pappel bzw. römische Pappel bezeichnet wurde. Ihr heutiger alternativer Name Käsepappel leitet sich im Übrigen davon ab.
Zu jener Zeit war die Malve eine universell eingesetzte Arzneipflanze, die sowohl für innerliche als auch äußerliche Beschwerden verwendet wurde. Ein täglicher Saft aus Salbei wurde beispielsweise für einen allgemeines Wohlbefinden getrunken, der vor allerlei Krankheiten behütet. Malvenwurzeln, -samen und –blätter wurden in Milch oder Wein gesiedet und u.a. gegen Erkrankungen der Lunge oder sogar bei Tuberkulose empfohlen. Auch als Kraut bei Magen- und Darmbeschwerden kam die Malve in Form von Arzneiwein oder als Tee in Verbindung mit Fenchel und Anis zum Einsatz.
Äußerlich wurde die Malve u.a. zur Behandlung von Hautgeschwüren verwendet, wobei hier das Kraut und die Samen der Pflanze mit Milch vermischt und auf die Haut aufgetragen wurden. Bei Mundfäule und Mundgeschwüre wurden Malvenblüten empfohlen, die in Wein oder Wasser zunächst gesiedet und mit Alaun vermischt wurden. Die Mischung wurde gegurgelt oder als Mundspülung genutzt. Sogar als Gegenmaßnahme gegen Schlangenbisse wurde die Malve verwendet: Malven wurden zusammen Zwiebeln und Schnittlauch vermischt, zerstoßen und die jeweilige Wunde gelegt.
Nebenwirkungen
Grundsätzliche Nebenwirkungen sind nicht bekannt, insofern der Tee innerhalb der üblichen Empfehlungen eingenommen wird. Bei Einnahme des Tees von länger als einer Woche, kann es dazu kommen, dass die Nahrung nicht mehr effizient genug verwertet wird.
Malve als Küchenkraut
Auch wenn die Malve als Küchenkraut nur wenigen bekannt sein dürfte, ist sie den-noch essbar und nutzbar. In früheren Zeiten wurden junge Malvenblätter u.a. in Sala-ten verarbeitet. Heute dürften die Blätter bei uns nur noch sehr wenige schätzen, da die Schleimstoffe der Malve durchaus zu spüren sind und auf viele eher abschreckend wirken. Es ist allerdings durchaus lohnenswert die jungen Blätter zu probieren, da sie sehr mild sind und einen überraschend angenehmen Geschmack haben.
In einigen südeuropäischen Ländern, z.B. Spanien oder Italien werden Malvenblätter jedoch auch mitgekocht oder sogar mit angebraten.
Einige Getränkehersteller verarbeiten Malvenblüten in Erfrischungsgetränken, meist mit Birne oder Zitronenmelisse. Es ist allerdings nicht ganz geklärt, ob es sich bei der dort angepriesenen Malve um die echte Malve oder lediglich um den Hibiskus handelt.
 
Pflanzenbeschreibung
An Wegrändern, auf Schuttplätzen und an Zäunen wächst die Malve. Ihr Stängel wird meist 30 bis 40 cm lang und wächst oft entlang des Bodens, manchmal jedoch auch aufrecht. Die runden, gelappten Blätter der Malve erinnern mit ihrer Herzform an die Blätter des Frauenmantels. Ab Juni entfaltet die Malve ihre violett-roten Blüten, die hübscher als manche Zierpflanze aussehen. Es gibt sehr viele verschiedene Malvenarten, doch alle haben ähnliche Heilwirkungen.
Malvenarten wachsen als aufsteigende oder aufrechte, ein- bis mehrjährige oder kurzlebig ausdauernde krautige Pflanzen. Die wechselständig an den Stängeln angeordneten Laubblätter sind gestielt. Die Blattspreiten sind handförmig gelappt oder gelegentlich tief eingeschnitten. Die bleibenden Nebenblätter sind ungestielt und meist bewimpert.
Die Blüten stehen entweder einzeln oder in Büscheln in den Blattachseln. Die drei meist unverwachsenen Hochblätter der Hülle, die auch häufig als Außenkelch interpretiert werden, variieren in der Form von linealisch bis eiförmig. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig. Die fünf Kelchblätter sind becherförmig verwachsen, vergrößern sich oft bis zur Fruchtreife und stehen dann von der Achse ab. Die fünf Kronblätter sind meist violett, gelegentlich auch weiß, rosa oder rot. An ihrer Spitze sind sie eingekerbt oder eingebuchtet. Wie bei allen Vertretern der Unterfamilie Malvoideae sind die vielen Staubblätter mit ihren Staubfäden zu einer den Stempel umgebenden Röhre, der sogenannten Columna, verwachsen, an deren Spitze jeweils die Staub-beutel entspringen. Die Staubbeutel sind jeweils nur mit einer Theca ausgestattet. Der oberständige Fruchtknoten weist neun bis fünfzehn Fächer auf. Jedes Fach enthält eine Samenanlage. Der Griffel ist in ebenso viele Äste verzweigt, wie der Fruchtknoten Fächer aufweist. Die Narben sind zum Blütenzentrum hin gerichtet. Aus der violettblühenden Wilden Malve isolierte Richard Willstätter 1915 erstmals den Anthocyan-Farbstoff Malvidin als Dimethylether des Delphinidins.
Die an den Polen abgeplattete Spaltfrucht besteht aus neun bis fünfzehn Teilfrüchten und öffnet sich nicht. Die Teilfrüchte besitzen eckige Seitenkanten, aber keine Dornen. Jede Teilfrucht beherbergt einen Samen, der an den Wänden der Teilfrucht haftet.
 
Anbau, Aussaat und Pflege
Wachsen Wilde Malve und Wegmalve an einem optimalen Standort, ist die Pflege der insektenliebenden Pflanze sehr einfach.
Standort
Als optimaler Standort für die Malve gelten sonnige bis vollsonnige Standorte mit nährstoffreichen, humusreichen und eher kalkhaltigen Böden. Lehmhaltige bzw. schwerere Böden werden bevorzugt, jedoch wachsen Malven auch in leicht sandigen Böden.
Der Anbau der Malve erfolgt am besten über Aussaat, die zwischen Mitte März und Mitte Mai erfolgen sollte. Die Malvensamen können direkt im Freiland oder aber in einen tieferen Pflanztopf oder -kübel eingearbeitet werden. Im Freiland sollte ein Pflanzabstand von mindestens 40cm eingehalten zur nächsten Pflanze eingehalten werden. Die Samen selbst sollten etwa einen Zentimeter in die Erde gedrückt und mit Erde bedeckt werden, da es sich um einen Dunkelkeimer handelt. Beim Aussaatsubstrat muss nichts Gesondertes beachtet werden. Nach etwa 10 bis 14 Tagen sollten die Keimlinge emporkommen.
Düngung
Malven können recht groß werden, sind recht hungrige Pflanzen und gelten als Starkzehrer. Eine optimale Nährstoffversorgung mit einem guten organischen Dünger ist daher ganzjährig erforderlich. Optimal sind stickstoffbetonte Dünger. Gut geeignet sind Pferde- oder Rinderdung, Hornspäne oder auch Kompost. Auf rein mineralische Dünger sollte verzichtet werden, da diese meist zu hohe Nährstoffmengen von Kalium und Phosphor enthalten und nicht in der Lage sind Humus aufzubauen. Im Freiland genügt eine Düngung – je nach Düngertyp – zwischen 6 und 8 Wochen, insofern die Pflanze eine Wuchshöhe von etwa 40 cm erreicht hat. Topfkulturen sollten alle 3 bis 5 Wochen gedüngt werden, wobei hier flüssige handelsfertige Kräuterdünger vollkommen genügen.
Gießen
Im Freiland muss die Pflanze nicht häufig gegossen werden. Bei normalen Witterungsbedingungen, kommt die Malve mit kurzzeitiger Trockenheit gut aus. Bei langanhaltenden Sonnentagen ohne Regen sollte das Beet allerdings kräftig gegossen werden. Topfkulturen müssen häufiger gegossen werden, da das pflanzenverfügbare Wasser in der Erde deutlich schneller verdunstet. Je nach Größe sollte alle 6 bis 10 Tage gegossen werden. Bei sehr sonnigen und heißen Tagen kann es erforderlich sein, alle zwei bis drei Tage zu gießen.
Überwinterung
Wilde Malve und Wegmalve gelten als winterhart und tolerieren Fröste bis zu -18 °C. Im Herbst (und auch im Frühjahr) sollten alle abgestorbenen Pflanzenteile entfernt werden.
Krankheiten
Malven gelten als recht robuste Pflanze. Bei schlechten Bodenbedingungen oder langjähriger ungünstigem Wetter (viel Regen, wenig Sonne) kann das Kraut vom Malvenrost befallen werden. Der Malvenrost ist ein so genannter Ständerpilz, der sich durch bräunliche bis rostbraune runde Pusteln auf den Blättern bemerkbar macht. Beim Befall mit dem Pilz sollten die jeweiligen Blätter und angrenzenden Pflanzenteile entfernt und mit einem biologischen Fungizid behandelt werden. Entfernte Blätter unbedingt vom Boden auflesen und im Hausmüll entsorgen (nicht auf dem Komposthaufen). Bei großflächigem Befall sollte die komplette Pflanze entfernt werden, um angrenzende Malven nicht zu belasten.
Eine Besonderheit sind die häufig zu findenden Löcher in den Malvenblätter. Verantwortlich ist ein kleines Insekt namens Malvenflohkäfer, der bevorzugt Malven und Stockrosen befällt. Der Malvenflohkäfer, auch als Gewöhnlicher Malven-Erdfloh bezeichnet, ist meistens bis zu 5 mm lang und durch seinen gelbroten Kopf und dunkelblauen Flügeldecken meist schnell festzustellen. Meistens werden diese Schädlinge der Pflanze nicht gefährlich. Bei zu hoher Vermehrung kann es jedoch erforderlich sein, schnelle Maßnahmen zu ergreifen. Biologische Alternativen können mit Kieselgurpulver oder Neem durchgeführt werden.

BACHBLÜTE PINE
Ich fühle mich unglücklich                 
Diese fühlen sich häufig unglücklich
Mit der Blüte können sie das unglücklich sein entgegensteuern

BACHBLÜTE RED CHESTNUT
Starke innere Verbundenheit mit anderen geliebten Personen  
Sie haben eine starke innere Verbundenheit mit geliebten Personen
Mit der Bachblüte können sie diese starke Verbundenheit lösen

Hildegardmedizin
Hildegardmedizin ist, so sagen ihre Anhänger, eine alles umfassende Medizin, in der verschiedenste Verfahren zu einer einzigartigen Form der Heilkunst zusammengefasst sind. Da wird mit Heilkräutern gearbeitet, mit der Heilkraft der Steine, mit Ausleitungsverfahren wie Aderlass und Schröpfen und mit therapeutischen Bädern. Große Bedeutung haben die Themen Ernährung und Fasten und sogar eine echte Hildegard-Psychotherapie gibt es.
Hildegard schafft es auch heute noch, zu polarisieren. Es gibt Medizinier und Historiker, die es für gewagt halten, von einer Hildegardmedizin zu sprechen. Ein kühnes Unterfangen sei das, denn die Methoden der Hildegard hätten heute keine Gültigkeit mehr. Und dann wiederum gibt es Ärzte, die sich sehr stark an den Schriften der Hildegard von Bingen orientieren. Der wichtigste und bekannteste war Dr. Gottfried Hertzka (1913 – 1997) aus Bad Gastein, der erste moderne Mediziner, der sich mit Begeisterung und Bedingungslosigkeit an der Erforschung und Erprobung der medizinischen Anleitung dieser heilkundigen Frau des Hochmittelalters gemacht hat. Als echte Wald- und Wiesenapotheke bezeichnet er die Sammlungen der Hildegard liebevoll. Fünfhundert Heilmittel hat Dr. Hertzka in der Hildegard Apotheke wie er sie nennt, gefunden, die seines Erachtens nach praktisch unbekannt waren. Diese Anleitungen der Hildegard, sagt Gottfried Hertzka, können keinen Arztbesuch ersetzen. Sie nehmen denen die sie nutzen, auch die Eigenverantwortlichkeit nicht ab – im Gegenteil. Sie können aber eine Anregung sein, eine Fundgrube, eine wunderbare Ergänzung für alle, die Hilfe suchen und brauchen. Der Mediziner Hertzka hat sich nicht gescheut, auch Rezepte auszuprobieren, die uns heute kurios erscheinen. So hat er zum Beispiel eine Eichelhähersalbe bereitet und damit einer Patientin einen hartnäckigen Schulter-Arm-Schmerz kuriert. Selbst vor pulverisiertem Walfischherz schreckte er nicht zurück. Die Rezepte, in denen Steine – z.B. Lapislazuli, Topas oder Diamant – verwendet werden, sind dagegen ohnehin beinahe alltäglich. Hertzka hat sich auf die Spur von Kräutern gemacht, die unter der von Hildegard genannten Bezeichnung heute unbekannt sind und zumeist hat er die entsprechende Pflanze schließlich doch gefunden. Nur die wenigen Rezepte, die ihm „nicht bedenkenlos“ erschienen sind, hat er verworfen.
Grundsätzlich verdanken wir Gottfried Hertzka eine Menge Rezepte aus der Hldegardmedizin, die in moderne Worte gefasst und mit klugen, praktischen Kommentaren versehen worden sind. Sein Buch „Große Hildegard-Apotheke“ ist tatsächlich wegweisend.

Nieren- und Blasenleiden
Nierenentzündung
Über die innere Einwirkung schreibt Kneipp:
Nach innen werden Mittel gebraucht, welche möglichst viel Urin ausleiten und die Nieren reinigen. Die hervorragendsten und besten Mittel sind nämlich ein Absud von Rosmarin, der in zwei Drittel Wasser und einem Drittel Wein gesotten wird. Davon wird stündlich ein Löffel voll genommen sowie ferner Tee von Hagebutten, Salbei und Attichwurzeln. Um auch den Magen in einen besseren Zustand zu bringen, kann diesem Tee noch ein wenig Wermut oder Tausendgüldenkraut beigemischt werden.
Ein Beispiel aus der Praxis:
Ein Bürger erzählt: „Ich habe häufig Blut im Urin und meistens beim Wasserlassen Schmerzen sowie in der Nierengegend beständig Schmerzen. Von Zeit zu Zeit ist mein Unterleib voller Krämpfe, der Stuhlgang meistens hart.“
Hier fehlt es sicher an den Nieren.
Folgende Anwendungen haben das Übel innerhalb drei Wochen behoben:
1.              In der Woche dreimal einen kurzen Wickel, in Heublumenwasser getaucht, warm 1 ½ Stunden lang,
2.              In der Woche zwei warme Sitzbäder, 12 Minuten lang und ein kaltes, eine Minute lang [Aus heutiger Sicht ist die angegebene Zeitdauer für das kalte Sitzbad zu lang, eine Dauer von 6-10 Sekunden ist völlig ausreichen!], aber nicht beide an einem Tag,
3.              Täglich den ganzen Körper kalt waschen.
Nach innen: Tee von Schafgarbe, Johanniskraut und Zinnkraut.
Nach 14 Tagen war die Kur beendet und später kräftigen in der Woche zwei Halbbäder die ganze Natur.
Die Heublumen wie auch das warme Sitzbad lösen auf und leiten aus, das kalte Sitzbad verhindert zu große Verweichlichung. Schafgarbe, Zinnkraut und Johanniskraut wirken reinigend und stärkend, die Halbbäder stellen einen guten Abschluß dar.

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