Direkt zum Seiteninhalt
SCHNITTLAUCH
Schnittlauch, auch Graslauch, Binsenlauch, Brislauch, Grusenich, Jakobszwiebel oder Schnittling genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Lauch. Der Schnittlauch ist von den Mittelbreiten bis in die borealen wie subarktischen Zonen, mit Häufung in alpinen Höhenstufen der Hochgebirge der Nordhalbkugel, zirkumpolar verbreitet. Trotz der weiten Verbreitung und zahlreich vorkommender Ökotypen kann die Art nach genetischen Merkmalen nicht in Unterarten aufgesplittert werden. Schnittlauch wird als Gewürz verwendet und ist eine häufig vorkommende Kulturpflanze. Als Gewürz kennt jeder den Schnittlauch, aber dass er auch eine Heilpflanze ist, ist nicht so bekannt. In der Zeit, wenn er im Frühling aus der Erde sprießt, brauchen wir ihn am allernötigsten, denn er vertreibt die Frühjahrsmüdigkeit, reinigt das Blut und liefert uns Vitamin C. Der Schnittlauch ist eine Berühmtheit und doch vielmals unterschätzt. Schnittlauch hat eine desinfizierende Wirkung und ist verdauungsfördernd. Schnittlauch sollte nicht mitgekocht werden, denn die ätherischen Öle verflüchtigen sich sehr schnell. Schnittlauch wächst hervorragend auch am Fensterbrett in einem Blumentopf. Dann brauchen Sie nicht einmal mehr zu Tiefgefrorenem greifen, denn der frische Schnittlauch ist klarerweise unschlagbar. Für die schnelle Küche kann frisch gekaufter oder geernteter Schnittlauch geputzt werden, klein geschnitten werden und in entsprechenden Plastikgefäßen tiefgefroren werden. So haben Sie auch in stressigen Zeiten jederzeit fast frischen Schnittlauch parat. Tipp: Vollkornbrot mit wenig frischer Butter und viel frisch geschnittenem Schnittlauch ist eine Köstlichkeit die jedem mundet! Und die Kombination von Vollkorn mit verdauungsanregendem Schnittlauch wirkt garantiert Wunder. Schnittlauch gehört zu den Fixstartern unter den Küchenkräutern: Seine universelle Würze schmeckt angenehm lauchartig und erfrischend. Schnittlauch schmeckt kräftig würzig und leicht scharf. Sein Geschmack ist lauch- bis zwiebelartig, jedoch milder. Zum Verzehr geeignet sind auch die Blüten vom Schnittlauch. Die bei uns häufigste Sorte blüht rosa bis lila-violett und sieht besonders dekorativ aus . . .
 
Steckbrief
Heilwirkung: Appetitlosigkeit, Blähungen, Darmentzündung, Frühjahrsmüdigkeit, Gicht, Husten, Magenentzündung, Bluthochdruck, blutreinigend, harntreibend, schleimlösend
wissenschaftlicher Name: Allium schoenoprasum
englischer Name: Chives, Cives
Verwendete Pflanzenteile: Stängel
Inhaltsstoffe: Eisen, Arsen (Kleinstmengen), Vitamin C
Sammelzeit: März bis Oktober
Inhaltsstoffe, Geruch und Geschmack: Schnittlauch schmeckt kräftig würzig und leicht scharf. Sein Geschmack ist lauch- bis zwiebelartig, jedoch milder. Sein typisches Aroma entsteht durch ätherische Öle mit flüchtigen Schwefelverbindungen, die ihr Aroma erst nach Verletzung entfalten, d.h. Zerreiben bzw. Schneiden. Schnittlauch liefert wichtige Vitamine der B-Gruppe, Vitamin C sowie Carotinoide und wertvolle Mineralstoffe wie z.B. Kalium, Kalzium und Magnesium.
 
Anwendung
Der Schnittlauch wird am besten in der Küche angewandt, denn seine stärkste Heilwirkung entfaltet er, wenn er frisch gegessen wird. Heutzutage kann man Schnittlauch in den meisten Lebensmittelläden preisgünstig im Topf kaufen und dann auf der Fensterbank weiterwachsen lassen. Ein paar Schnipsel da-von auf Brot oder in die Suppe gestreut, schmeckt nicht nur gut, sondern dient auch der Gesundheit. Besonders wertvoll ist auch ein Kräuterquark mit frischem Schnittlauch. Man kann übrigens auch die Blüten essen, beispielsweise im Salat.
Geschichtlich, medizinisch
Schnittlauch ist seit dem frühen Mittelalter in Kultur. Andere Quellen besagen, Schnittlauch sei schon seit etwa 3000 vor Christus bei den Chinesen in Gebrauch und befinde sich seitdem in Kultur. Es gibt zahlreiche Sorten, die in Bezug auf Wuchshöhe und Blattdicke sehr unterschiedlich sind. Neben den typischen lilablühenden Formen treten auch weiß blühende auf. Im 17. Jahrhundert ließ sich der englische Apotheker Nicholas Culpeper nur auf besonderen Wunsch eines Landedelmannes dazu überreden, den Lauch in sein Kräuterbuch aufzunehmen, weil dieser nach seiner Ansicht den Schlaf störe und auch das Sehvermögen beeinträchtige. Gelegentlich wird Schnittlauch auch als Zierpflanze in Gärten, beispielsweise in Steingärten, sowie zur Dachbegrünung verwendet. Die medizinischen Wirkungen wurden untersucht.
Schnittlauch als Heilkraut
Schnittlauch ist kein Heilkraut im herkömmlichen Sinne. Allerdings ist der Verzehr des Krauts durchaus gesundheitsfördernd, ähnlich wie viele essbare Lauchgewächse wie Knoblauch, Zwiebel oder Bärlauch. Das geringe Anwendungspotenzial in der Naturheilkunde ist vereinfacht dadurch zu erklären, dass es deutlich wirkungsvollere Heilpflanzen gibt.
Zu früherer Zeit war das Bild noch etwas anders. Schnittlauch galt in der Antike und im Mittelalter durchaus als potente Arzneipflanze. Im späten Mittelalter bzw. in der frühen Neuzeit wurden Schnittlauch und Porree bezüglich ihrer Heilwirkung nicht sonderlich getrennt betrachtet. Im Kräuterbuch von P. A. Mattioli (1590) wurden Lauch und Schnittlauch in Verbindung mit Honig gegen Schlangenbisse empfohlen. Auch wurde erwähnt, dass Lauch – eingenommen mit Zucker – eine Art Aphrodisiakum darstellt (Lauch mit Zucker gessen/macht unkeusch). Weitere Anwendungsgebiete waren die Behandlung von Hämorrhoiden oder diverse Beschwerden in der Nasengegend. Eingenommen wurde es häufig als Saft sowie als Saft mit Essig.
Schnittlauch in der Küche
Schnittzwiebel - ein anderer Name für Schnittlauch, der sehr treffend die geschmackliche Ähnlichkeit zu Lauchgemüse beschreibt. Allerdings schmeckt Schnittlauch eine Note kräftiger und würziger, kommt aber nicht ganz an den Geschmack von Knoblauch oder Zwiebeln heran, die ebenfalls zur Familie der Lauchgewächse zählen.
Um in den Genuss des für Schnittlauch typischen Geschmacks zu kommen, braucht man nicht viel von dem Kraut. Besonders intensiv ist das Aroma, je feiner die Halme zerschnitten werden (mit der Küchenschere oder dem Messer), da so mehr ätherische Öle (allen voran Sulfidverbindungen) freigesetzt werden.
Zu den bekanntesten Rezepten, bei denen Schnittlauch zum Einsatz kommt, gehören neben dem Butterbrot mit Schnittlauchröllchen vor allem Eierspeisen – sei es als Omelette, Spiegelei, Eiersalat oder Rührei. Aber auch Frischblattsalate, Sour Cream, Kräuterdips, Kräuterbutter, Kräuterquark, Mayonnaise, Kartoffelsalat oder sämige Kartoffelsuppen erhalten durch Schnittlauch eine würzig-pikante Note. Optisch ansprechend und nicht minder delikat sind Schnittlauchblüten. Die essbaren Blüten schmecken ebenfalls lauchig und sind in Sommersalaten ein bunter Hingucker.
Da Schnittlauch empfindlich auf hohe Temperaturen reagiert, sollte das Würzkraut nicht mitgekocht werden. Besser ist es, gekochte Gerichte erst vor dem Servieren mit Schnittlauch zu garnieren.
 
Pflanzenkunde
Der Schnittlauch zählt wie alle anderen Lauchgewächse neuerdings zur Pflanzenfamilie der Narzissengewächse. Er ist eine mehrjährige Pflanze und kann über zwei bis vier Jahre mehrmals pro Jahr geschnitten werden. Es gibt fein-, mittel- und grobröhrige Sorten. Gegessen werden von der Pflanze die röhrenförmigen Blätter, aber auch die Blüten. Die bei uns häufigste Sorte blüht rosa bis lila-violett. Es gibt auch weiß-blühende Arten wie den chinesischen Schnittlauch, der flachere Blätter und einen knoblauchbetonteren Geschmack hat.
Tipp: Schnittlauch kann leicht selbst im Garten oder Blumentopf gepflanzt werden: Er mag es feucht und sonnig. Bodennahe schneiden! Topfzwiebeln sollten im Winter unbedingt durchgefroren werden, um gut keimen zu können.
 
Pflanzenbeschreibung
Schnittlauch ist eine mehrjährige Pflanze. Im Frühling treiben innerhalb kurzer Zeit aus dem Wurzelstock rundliche, hohle Stängel, das Schnittlauch. Diese Stängel werden bis zu 30 cm hoch. Nur wenige Monate später, meistens im Mai, wachsen einige Stängel, die deutlich härter sind als die anderen. An diesen Stängeln entfalten sich dann die rosavioletten Blüten. Die Blüten sind kugelförmig. Nach der Blütezeit wachsen wieder normale Stängel, bis sich der Schnittlauch Anfang Winter in die Erde zurückzieht.
Schnittlauch ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 5 bis 50 Zentimetern erreicht. Er bildet eine dünnhäutige, eiförmige bis zylindrische Zwiebel aus mit einem Durchmesser von 0,5 bis 1 Zentimetern. Daraus treiben ein bis zwei grüne oder graugrüne, im Querschnitt runde, röhrenförmige Laubblätter mit einem Durchmesser von 2 bis 6 Millimetern. Infolge unterirdischer vegetativer Vermehrung durch Tochterzwiebeln erscheint Schnittlauch oft in Gestalt vielblättriger Horste.
Die Blütezeit reicht je nach Standort von Mai bis August. Die Blütenstandsschäfte ähneln den Laubblättern, sind aber etwas fester und höher. Die endständigen, dichten, kugeligen bis eiförmigen, scheindoldige Blütenstände enthalten viele (30 bis 50) Blüten. Ihre Hüllblätter überragen den Blütenstand nie. Anders als beim WeinbergLauch oder dem Gemüse-Lauch bildet der Blüten-stand des Schnittlauchs keine Brutzwiebeln aus. Die kurzen Blütenstiele sind eineinhalb- bis dreimal so lang wie die Blüten. Die zwittrigen, glockenförmigen Blüten sind bei einem Durchmesser von etwa 5 Millimetern radiärsymmetrisch und dreizählig. Die sechs gleichgestaltigen, sich allmählich zuspitzen-den Blütenhüllblätter sind etwa 0,7 bis 1,1 (selten bis 1,7) Zentimeter lang und 3 bis 4 Millimeter breit. Die Farbe der Blütenhüllblätter ist violett-purpurfarben, selten auch weiß, manchmal etwas blaustichig, sie variiert von hell- bis dunkelrot; auffällig ist ein dunkler hervorgehobener Mittelnerv. Es sind zwei Kreise mit je drei zahnlosen Staubblättern vorhanden. Die Staubfäden sind meist ein Drittel bis ein Halb (selten bis zu zwei Drittel) mal so lang wie die Blütenhüllblätter; sie sind an ihrer Basis und auf einer Länge von 1–1,5 Millimetern mit den Blütenhüllblättern verwachsen. Die inneren Staubfäden sind nur halb so breit wie die äußeren. Die Staubbeutel sind purpurfarben. Drei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen, fast kugeligen Fruchtknoten verwachsen. Der Griffel endet in einer kopfigen Narbe. Die fast kugelige Kapselfrucht ist von den Blütenhüllblättern ballonartig umgeben. Die Samen sind schwarz.
 
Aussaat, Anbau und Pflege
Schnittlauch lässt sich recht einfach anbauen und zeigt sich im Vergleich zu vielen anderen Kräutern eher anspruchslos.
Standort
Als optimaler Standort für Schnittlauch gilt eine helle und sonnige bis halbschattige Stelle im Freilandgarten oder auf dem Balkon. Schnittlauch ist ein sehr pflegeleichtes Kraut, das zum Wachsen und Gedeihen einen humosen Boden mit lehmigsandigen Anteilen (guter Mischboden) und eine Boden-pH-Wert von 6 bis 7 braucht.
Aussaat
Mit der Aussaat der Schnittlauchsamen beginnt im Haus ab Mitte Februar, im Freiland zwischen Ende März und April. Die Samen können entweder reihenartig oder punktuell ausgesät werden, letztere bilden später büschelweise wachsende Schnittlauchhorste, die winterhart sind. Schnittlauch ist ein Kaltkeimer und benötigt eine Woche lang eine Kälteperiode von durchschnittlich 5 bis 9 °C. Bei der Anzucht im Haus sollten daher kältere bzw. ungeheizte Plätze bevorzugt werden.
Da Schnittlauch ein Dunkelkeimer ist, sollten die Samen mit etwa 2 cm Erde bedeckt werden. Bis sich die ersten Schnittlauchtriebe zeigen, vergehen zirka zwei Wochen. Der Anbau auf dem Balkon ist problemlos möglich. Geeignet sind jedoch eher tiefere Töpfe, so dass der Zwiebel samt Wurzelhaare ausreichend Platz geboten wird.
Pflege
Alle drei Jahre bietet es sich an, die Schnittlauchhorste zu trennen. Der Schnittlauchbüschel wird vorsichtig mit den Händen zerteilt und ausgedünnt. Schon bald zeigen sich neue, junge Triebe. Der optimale Zeitpunkt für die Trennung der Horste ist der späte Herbst. Ein Teil des zerteilten Schnittlauchs kann direkt in einen Topf eingepflanzt und als Wintervorrat im Haus gezogen werden. Damit die Pflanze besonders gut austreibt, wird Schnittlauch im Topf bei Nachtfrost für kurze Zeit ins Freie (Garten oder Balkon) herausgestellt. Die Halme verwelken anschließend, treiben bei Zimmerwärme aber wieder rasch aus. Im Freiland ist ein ähnlicher Ablauf zu erwarten sowie die Sonne den Boden erwärmt.
Durch das regelmäßige Abschneiden der Schnittlauchhalme werden der Neuaustrieb und das Wachstum gefördert. Besonders aromatisch bleibt der Geschmack, wenn zur Zeit der Blüte, die Blütenstände bereits vorher abgetrennt werden. So wird verhindert, dass die Pflanze einen Großteil ihrer Energie in die Blütenbildung steckt.
Gießen
Wichtig ist ebenso die regelmäßige Wasserzufuhr. Trotzdem sollte vermieden werden, dass die Pflanze im Wasser steht. Staunässe führt dazu, dass die Halme gelb werden und die Bildung von Schimmel unterstützt wird. Insbesondere bei der Haltung von Schnittlauch im Topf sollte auf eine gute Drainage geachtet werden, bspw. in Form von Blähton, Perlite und Lava am Boden des Topfes.
Düngung
Schnittlauch hat wie viele Lauchgewächse einen erhöhten Nährstoffbedarf. Vor allem Stickstoff benötigt die Pflanze kontinuierlich. Wächst das Lauchgewächs auf einem nährstoffreichen und humosen Boden im Freiland genügen kleinere Gaben Kompost, der im Frühjahr eingearbeitet wird. Bei Topfkulturen sind meist häufigere Düngezyklen notwendig. Je nach Topfgröße und Pflanzenanzahl pro Topf sollte etwa alle vier bis sechs Wochen ein stickstoffbetonter organischen Kräuterdünger verabreicht werden. Auf Dünger mit höherem Phosphoranteil sollte verzichtet werden, insofern der Schnittlauch keine Blüten austreiben soll.
Wirkung auf Schädlinge: Daneben kommt Schnittlauch im Garten eine ökologische Funktion zu. Schnittlauch steht auf dem Speiseplan von Regenwürmern, die dazu beitragen, das Kraut zu zersetzen und die im Schnittlauch enthaltenen Mineralstoffe über den sogenannten Wurmhumus den Pflanzen im Garten erneut zur Verfügung zu stellen. Zudem zeigt die Erfahrung, dass Schnittlauch neben andere Nutz- und Zierpflanzen gepflanzt, eine schädlingsabwehrende Wirkung hat. Die aromatisch duftenden Senföle des Schnittlauchs vertreiben viele Pflanzenschädlinge (v.a. Pilze wie Mehltau und einige Käfer), weshalb Schnittlauch an Beeträndern angepflanzt wird. Mit den filigranen Halmen und den rosafarbenen bis violetten Blüten ist Schnittlauch außerdem äußerst dekorativ.
Pflanzenkrankheiten
Selten kann es vorkommen, dass Schnittlauch selbst von Schädlingen heimgesucht wird. Zu nennen ist an dieser Stelle der Rostpilz Puccini allii: Schnittlauchrost. Der Rostpilz ist auf den Halmen aufgrund der rostroten, kleinen Erhebungen gut auszumachen. Dieser Pilz entsteht häufig bei Pflegefehlern, z.B. dass die Pflanze zu geringe Pflanzabstände zum Nachbarn hat. Die Bekämpfung des Schnittlauchrosts ist mitunter mühsam, da dieser spezielle Pilz nur bei Schnittlauch beobachtet wurde und gängig Anti-Fungizide nicht wirksam sind. Auch Frost und Kälte bekämpfen den Pilz nicht. Einzig mit einem Radikalschnitt der Pflanzen erzielt man eine nachhaltige Wirkung.
Ernte
Schnittlauch kann das ganze Jahr über geerntet werden. Schon kurze Zeit nach der Aussaat entwickeln sich die ersten zarten Halme, die - wenn sie etwa 10 cm lang sind - geerntet werden können. Die Halme werden ca. zwei Zentimeter über dem Boden abgetrennt. Neben den Halmen können auch die Blüten geerntet und gegessen werden.

BRENNNESSEL
Die Große Brennnessel ist eine Pflanzenart der Gattung der Brennnesseln (Urtica) in der Familie der Brennnesselgewächse. Die Kleine Brennnessel, auch Eiternessel genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Brennnesseln. Sie ist in Eurasien weit verbreitet und in einigen Gebieten der Welt ein Neophyt. Die scharfe Brennnessel kennt wohl fast jeder, und es gibt kaum einen Menschen, der nicht früher oder später die Bekanntschaft mit ihren brennenden Eigenschaften macht. Daher wird sie auch gerne gemieden, obwohl sie als wichtige Heilpflanze eigentlich einen Ehrenplatz in jedem Garten haben sollte. Diesen Ehrenplatz holt sie sich aber meistens schon selber, weil sie sehr ausdauernd und anspruchslos ist und fast überall wächst, wo man sie wachsen lässt. Die Brennnesseln bilden eine Pflanzengattung in der Familie der Brennnesselgewächse. Sie kommen fast weltweit vor. In Deutschland nahezu überall anzutreffen sind die Große Brennnessel und die Kleine Brennnessel, nur selten auch die Röhricht-Brennnessel sowie die Pillen-Brennnessel.
Die Brennnessel gehört zu den Nesselgewächsen. Sie ist eine krautige, mehrjährige und zweihäusige Pflanze. Sie kann leicht eine Höhe zwischen 30 und 120 cm erreichen. Die Stängel sind vierkantig und mit den charakteristischen Brennhaaren versehen. Die Blätter sind gegenständig. Sie sind oval bis lanzettlich geformt. Ihr Rand ist grob gezahnt. Auf den Blättern sind ebenfalls Brennhaare vorhanden. Die Blüten sind klein und unscheinbar. Sie sind eingeschlechtlich, gelbgrün gefärbt und stehen in den Achseln der Blätter. Die Blüten erscheinen in den Monaten Mai bis Oktober. Ungeliebtes Unkraut mit ungeahntem Potenzial an Geschmack und Gesundheitswert. Die Brennnessel weiß ihr Geheimnis allerdings gut zu verteidigen: mit Brennhaaren ausgestattet und bis zu mannshoch ist sie vielen in schmerzhafter Erinnerung . . . Die Brennnessel wird von vielen unterschätzt. Sie ist weitaus mehr als ein lästiges Unkraut mit schmerzenden Blättern. Ihre Inhaltsstoffe machen sie zu einem wertvollen Heilkraut gegen Harn-, Nieren- und Gelenkleiden. Doch auch als Küchenkraut macht das Kraut eine gute Figur in Form von Brennnesselsuppe, Spinat oder Smoothies.
 
Steckbrief
Heilwirkung: blutreinigend, blutbildend, blutstillend, Stoffwechselfördernd, Harnwegserkrankungen, Rheumatismus, Gicht, Haarwuchsfördernd, Schuppen, Frühjahrsmüdigkeit, Appetitlosigkeit, Verstopfung, Durchfall, Magenschwäche, Nierenschwäche, Diabetes (unterstützend), Bluthochdruck, Menstruationsbeschwerden
wissenschaftlicher Name: Urtica dioica, Urtica urens (kleine Brennnessel)
Pflanzenfamilie: Brennnesselgewächse = Urticaceae
englischer Name: Nettle
volkstümliche Namen: Donnernessel, Große Nessel, Hanfnessel, Nettel, Sanessel
Synonyme: Hanfnessel, Donnernessel, Scharfnessel
Falsche Schreibweisen: Brennesel, Brenessel, Brenesel, Brennnesel, Brenness-eltee, Brenesel
verwendete Pflanzenteile: Kraut, Samen, Wurzel
Inhaltsstoffe: Nesselgift, Vitamine, Mineralien, Eisen, Histamin, Sekretin
Wirkstoffe: In der Brennnessel sind neben Zucker auch Ameisensäure, Histamin, die Vitamine C und K enthalten.
Inhaltsstoffe, Geruch und Geschmack: Die Brennnessel ist eiweißreich und enthält u.a. die Mineralien Kalzium, Magnesium, Kalium, Eisen und Silicium sowie die Vitamine A und C. Die Samen enthalten Linolsäure, eine essenzielle mehrfach ungesättigte Fettsäure (Omega-6-Fettsäure) und Vitamin E. Die Triebspitzen der Brennnessel (Blätter) schmecken spinatähnlich, ihre Samen nussartig.
Sammelzeit: März bis August, Samen: Frühherbst
 
Anwendung
Die Brennnessel ist eine hervorragende Stoffwechsel-Pflanze. Vor allem als Frühjahrskur wirkt sie Wunder, indem sie all die Schlacken des Winters aus dem Körper ausspült. Man kann sie als Brennnesseltee trinken, im Salat, in der Suppe und wie Spinat essen. Gut gewürzt und mit zusammen mit anderen Kräutern schmeckt das alles wunderbar und gibt frische Kräfte. Brennnesseltee ist ein beliebter Tee zur Entschlackung und Anregung des Stoffwechsels. Als Tinktur kann man die Brennnessel gegen Haarausfall in die Kopfhaut einmassieren. Außerdem macht sie sich getrocknet in Nieren-Blasen-Teemischungen sehr gut. Sie hilft auch gegen Rheumatismus und Gicht, weil sie die Giftstoffe aus dem Körper ausspült. Besonders mutige Rheumapatienten lassen sich mit der ganzen Pflanze schlagen, um die Reizwirkung des Brennnesselgiftes auszunutzen. Bei dieser Methode sollte man jedoch vorsichtig sein, weil es auch zu Überreaktionen auf das Brennnesselgift kommen kann. Die Brennnesselsamen geben Kraft und wirken gut bei Erschöpfungszuständen. Auch die Brennnesselwurzel kann man als Heilkraut anwenden. Die meisten der folgenden Aspekte beziehen sich auf die Große Brennnessel, die unter anderem als Heil- und Nutzpflanze dient.
Heilkräftige Pflanzenteile
Sowohl das ganze Kraut, blühend oder nichtblühend oder die Wurzeln werden von Mai bis gegen Ende Juli gesammelt. Alle Pflanzenteile werden im Schatten getrocknet und erst nach dem Trocknen kleingeschnitten.
Heil- und Wirkstoffe seien genannt: die reichlich vorhandenen mineralischen Spurenelemente Eisen, Magnesium, Natrium, Kalium, Kieselsäure, Calcium, Phosphor. Ferner die auf den richtigen Blutzuckergehalt einwirkenden Hormone, das wichtige Enzym Sekretin, ferner Gerbsäure, Stärkemehl, Gallussäure und das Vitamin A. das sogenannte Nesselgift, mit dem wir als Kinder schon so unangenehme Bekanntschaft gemacht haben, ist jedoch keine Ameisensäure, wie bisher angenommen wurde, sondern setzt sich u.a. aus einem histaminähnlichen und weiteren Wirkstoffen zusammen. Trotz dieser Fülle an Heil- und Wirkstoffen, die doch die Wichtigkeit dieser Pflanze als Heilkraut unterstreichen, hat die Biologie im Verein mit der Bio-Chemie die Brennnessel noch nicht restlos erforscht.
Heilwirkung
Wenn die Brennnessel auch vom römischen Dichter und Naturforscher Plinius der Älteren, gestorben 79 nach Christi, als die am meisten verhasste aller Pflanzen bezeichnet wurde, stand sie zu dieser zeit dennoch schon im hohen Ansehen, da der griechische Naturphilosoph Phanias ein ganzes Buch zu ihrem Lobe schrieb. Das erste dichterische Loblied wird der Brennnessel durch den römischen Dichter Catull, 57 nach Christi, zuteil, der in einem Gedicht die Brennnessel verherrlichte, nachdem sie seinen tüchtigen Schnupfen und Husten heilte.
In der altgermanischen Mythologie war die Brennnessel ein Symbol des Blitzgottes, dessen Strahl ebenfalls sengt und brennt. In vielen Gegenden wird die Brennnessel noch Donnernessel genannt, was auf Donarnessel deutet. In der neueren Volksdeutung heißt es, der Blitz kenne die Nesseln so gut wie der Mensch und hüte sich, in einen Brennnesselbusch zu fahren.
Im Volksglauben und in der Volkspoesie spielt die Brennnessel bis in unsere Tage hinein noch immer eine gewisse Rolle. In manchen Alpengegenden legt man in den Bauerngehöften beim Herannahen einen ewitters einige Brennnesseln ins Herdfeuer, damit der Blitz nicht ins Haus schlage. Vielfach wird die Wirkung der Brennhaare auch mit der Liebesleidenschaft in Beziehung gesetzt, die ja oft mit verzehrender Glut im Herzen brennen soll. Im Altertum hatte man den sogenannten Liebestränken Brennnesselsamen beigefügt und in dem altdeutschen Manuskript von der Sprache der Blumen heißt es, wer heiß brennende Liebe im Herzen fühlt, soll die sengenden Nesseln tragen. Interessant ist die Tatsache, dass in früheren Zeiten die Bierbrauer bei Herannahen eines Gewitters einen großen Busch Brennnessel auf die Gärbottiche legte, um zu verhindern, dass das Bier während des Gewitters sauer werde.
Der Brennnessel wurden stets die höchsten Heilkräfte zugeschrieben und wurde auch immer versucht, ihr Ansehen zu heben. Der altdeutsche Botaniker Otto Brunfels nahm Veranlassung, gerade in der Brennnessel die Macht Gottes zu bewundern, da dieser einem ansonst so zur Demütigung der Stolzen und Großen, den prächtigen Lilien und Narzissen vorgezogen habe.
Anwendung in der Homöopathie
Während für die obgenannten Heilzwecke alle Brennnesselarten angewendet werden können, schreibt die Homöopathie für die Bereitung der homöopathischen Präparate, vor allem der Essenz, nur die Verwendung der sogenannten kleinen Brennnessel vor.
Die Essenz und die entsprechenden Verdünnungen finden Anwendung zur Behandlung von Nierensteinleiden, Neigung zu Grieß-, Sand- und Steinbildung, für alle rheumatischen Erscheinungen, Gichtanfälle, Harnblasenkatarrh, alle Arten von Harnerkrankungen, Bettnässen, Harnverhalten, Milchschwellungen, besonders nach Malaria oder Infektionskrankheiten.
Ferner bei chronischen Durchfällen oder hartnäckiger Verstopfung, Nesselsucht oder nesselsuchtartigen Ausschlägen im Gesicht, scharfer Ausdünstung der Haut, abnormer Schweißbildung, schmerzendem Urinieren mit dunklem Urin, brennend und scharf, schließlich bei Folgen von zu starker oder schwacher Periode und solchen von Abstillen und unterdrückter Milchsekretion.
Äußerlich wird die Essenz für Umschläge bei Brandwunden angewendet.
Anwendung in der Volksheilkunde
Der Absurd der kleingeschnittenen Wurzeln der Brennnesseln, vermischt mit reinem Weinessig, gilt als Haarwuchsmittel gegen frühzeitigen Haarausfall und gegen Kopfschuppenbildung. Der Brennnesselessig wird innerlich (teelöffelweise) und gleichzeitig äußerlich als Haarwasser angewendet. Er wird hergestellt, indem man die kleingeschnittenen Brennnesselwurzeln in einem starken Weinessig durch einige Wochen ansetzt, die gut verschlossene Flasche ständig an die Sonne stellt und dann den Inhalt abseiht. Irgendeine Essigessenz oder sonstige künstliches Essigprodukte darf aber auf keinen Fall verwendet werden.
Der Brennnesseltee als wochenlange Kur (täglich 2 bis 3 Tassen) wird in der Volksheilkunde gegen Leber- und Gallenleiden, Milzerkrankungen, sogar Milztumor (!), Verschleimung des Magens und der Atmungsorgane, Magenkrämpfe, Darmgeschwüre, Magengeschwüre, Verdauungsstörungen, Lungenerkrankungen, Lungentuberkulose angewendet. Bei Lungenleiden wird reichlich Honigzusatz zum Tee empfohlen.
Die Volksheilkunde wendet auch den sogenannten BRENNNESSELSCHNAPS an, indem frische Brennnesselblätter, etwa 2 Handvoll gehäuft, mit 1 Liter Kornschnaps angesetzt werden und 4 bis 8 Wochen in der Wärme oder an der Sonne der Destillation unterzogen werden. Von diesem Schnaps nehme man bei Magenbrennen, Magenblutungen, Sodbrennen, Magengeschwüren, Darmgeschwüren je 1 Stamperl nüchtern am Morgen und am Abend 1 Stunde nach dem Nachtmahl. Mit diesem Ansatzschnaps werden auch Wunden ausgewaschen, eiternde Abszesse, Furunkel und Hautunreinigkeiten gereinigt und bei starker Kopfschuppenbildung der Haarboden damit eingerieben.
Anwendung in der Tiermedizin
Brennnesseltee wird dem kranken Haustier bei Koliken eingegeben. Aus kleingeschnittenen Brennnesselwurzeln, ausgelassen in Fett, wird eine Salbe hergestellt, mit der das Fell der Pferde bestrichen wird, um dem Tier ein frisches und gesundes Aussehen zu verleihen.
Getrocknete Brennnessel können gar nicht genug in das Heu vermengen werden, da dies bei den Kühen die Milchsekretion anregt. Brennnesselheu ist eines der gesündesten Futtermittel!
Nebenwirkungen
In der Regel sind keine Nebenwirkungen zu erwarten. Bei bekannter Histaminintoleranz sollte die Einnahme von Brennnesselprodukten zunächst mit einem Arzt oder Apotheker besprochen werden. In seltenen Fällen kann die Einnahme von Brennnesseltee leichtere Magenschmerzen verursachen. Achten Sie bei der Einnahme bitte immer auf eine zusätzliche Flüssigkeitszufuhr.
Küche
In der Küche werden nur ganz junge Blätter und Blattspitzen von kleinen Pflanzen verwendet. In diesem Entwicklungsstadium haben sich in den Blättern noch keine Oxalatkristalle gebildet. Junge Blätter können im gekochten Zustand zur Verfeinerung von Suppen, Risotto, Füllungen und Omeletten verwendet werden. Weiterhin können die jungen Blätter wie Spinat zubereitet oder auch für eine wohlschmeckende Brennnesselsuppe püriert werden. Gern finden sie auch zur Herstellung von Nesselbier Verwendung.
Wenn man die Brennnessel lediglich als Unkraut kennt, fällt es schwer zu glauben, dass sie ein hervorragendes Küchenkraut ist. Sie lässt sich in Suppen, als Gemüse oder als Saft verarbeiten und schmeckt bei richtiger Zubereitung sehr gut.
Ein bekanntes Rezept ist die Brennnesselsuppe, die sich einfach zubereiten lässt und häufig im Frühjahr auch gegen Frühjahrsmüdigkeit gegessen wird. Sie besteht neben Brennnesselblättern aus roten Zwiebeln, Kartoffeln, Brühe, Créme fraiche und Butter. Die Blätter werden zunächst mit den Zwiebeln in Butter kurz angebraten und anschließend in den Suppentopf gegeben. Neben Salz und Pfeffer können Gewürze wie Knoblauchpulver, Estragon und Petersilie für ein geschmackliches Highlight sorgen.
Wer gern Spinat isst, kann statt diesem auch gern mal Brennnesselblätter probieren. Die Blätter lassen sich nämlich genauso zubereiten und stehen geschmacklich dem Spinat in nichts nach. Der Brennnesselspinat kann, wenn gewünscht, auch mit Milch, Sahne oder Kokosnussmilch vermischt werden um eine rahmige Note zu erhalten. Zusammen mit Kartoffeln und Rühreiern ist ein solcher Spinat eine Delikatesse.
Liebhaber von Pasta können sich auch einem Brennnesselpesto versuchen. Neben Pinienkernen oder Walnüssen, werden ein hochwertiges Öl, Salz, Zitronen und zermörserte Brennnesselblätter benötigt. Ein solches Kräuterpesto ist in Wildkräuterkreisen sehr beliebt.
Die schmerzenden Brennhaare werden durch Kochen, Dünsten oder Trocknen unschädlich gemacht. Auch das Pürieren in einem Mixer zerstört die Haare des Krauts, so dass sich Smoothies oder Säfte problemlos zubereiten lassen.
Brennnesselblätter sind sehr gesund. Sie enthalten reichlich Vitamin C, Eisen, Calcium, Magnesium und Eiweiß.
 
Brennnessel im Garten
In Gärten die gern naturnah bewirtschaftet werden, sind Brennnesselbrühe und Brennnesseljauche wohlbekannt. Während die Brühe meist zur Bekämpfung von Schädlingen wie Blattläusen und Pflanzenstärkungsmittel verwendet wird, dient die Jauche als organischer Stickstoffdünger.
Für die Herstellung einer Jauche werden frische Brennnesselblätter in Wasser eingelegt (pro Liter bis zu 5 große Pflanzen). Das Gefäß in dem sich die Flüssigkeit befindet muss täglich umgerührt werden, damit der Gärprozess ordnungsgemäß abläuft. Bis die Gärung abgeschlossen ist, können bis zu 6 Tage vergehen. Der Geruch lässt sich übrigens durch die Beimengung von Urgesteinsmehl oder Zeolithmehl deutlich verringern.
 
Pflanzenkunde
Die Brennnessel gehört zur Familie der Brennnesselgewächse. Man unterscheidet die bis zu eineinhalb Meter hohe Große Brennnessel von der Kleinen Brennnessel – beide sind zum Verzehr geeignet.
Die Blätter stehen paarweise gegenüber, sind grob gesägt und hell- (jüngere Blätter) bis dunkelgrau-grün (ältere Blätter). Die Stängel und Blätter sind reichlich mit Brennhaaren versehen. Bereits bei leichter Berührung brechen diese ab und setzen das Nesselgift frei. Es verursacht unangenehme, jedoch harmlose Hautirritationen. Umgehen kann man die schmerzhafte Erfahrung, indem die Pflanze von unten nach oben angefasst wird. Wer Brennnessel ernten möchte, verwendet dazu allerdings am besten Handschuhe.
Die Brennnessel findet man auf gepflegten Park- und Rasenflächen ebenso wie in der Naturwiese, am Waldesrand, in Auen oder anderen Feuchtgebieten. Eigentlich sollten sich Gärtnerinnen/Gärtner über ihre Anwesenheit freuen. Ist sie doch Indikator dafür, dass der Boden besonders fruchtbar und nährstoffreich ist.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Große Brennnessel ist eine zweihäusige, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 300 Zentimeter erreicht. Sie wurzelt bis 70 Zentimeter tief. Der aufrechte, unverzweigte oder verzweigte Stängel ist stark kantig und hat einen Durchmesser von 3 bis 5 Millimeter. Über ihr kräftiges Rhizom bildet sie Ausläufer und kann so zu großen Horsten heranwuchern. Blätter und Stängel sind mit kieselsäureverstärkten Brennhaaren bewehrt. Daneben sind zusätzlich kurze, graue Borstenhaare zu finden sowie kleine vierzellige Drüsenhaare, oft mit runden Perldrüsen an der Basis.
Die Blätter stehen gegenständig, die Blattstiele sind in der Regel weniger als ein Drittel so lang wie die herzförmige, zugespitzte Spreite. Diese ist matt, oberseits dunkelgrün und unterseits behaart, zwischen 6 und 20 Zentimeter lang und 2 bis 13 Zentimeter breit. Der Blattrand ist gesägt, selten doppelt gesägt. Die linealisch-pfriemlichen Nebenblätter sind frei.
Der Stiel des Tragblattes ist meist kürzer als der Blütenstand, eine Rispe. Die radiärsymmetrischen Blüten sind unscheinbar grünlich oder bräunlich. Die männlichen Blüten sind aufrechtstehend, das Perigon bis zur Mitte gespalten, der Zipfel am Ansatz am breitesten. Die weiblichen Blüten hängen oder sind zurückgebogen. Die äußeren Blütenhüllblätter sind linealisch bis schmal spatelförmig oder lanzettlich und 0,8 bis 1,2 Millimeter lang, die inneren Blütenhüllblätter sind eiförmig bis breit eiförmig, 1,4 bis 1,8 Millimeter lang und 1,1 bis 1,3 Millimeter breit. Der Fruchtknoten ist oberständig.
Die Frucht ist eine eiförmige bis breit eiförmige, 1 bis 1,3 (selten bis 1,4) Millimeter lang und 0,7 bis 0,9 Millimeter breite Nussfrucht. Die Samen haben ein Tausendkorngewicht von 0,14 Gramm und sind frostkeimend.
Die Blütezeit reicht von Juli bis Oktober.
Die Kleine Brennnessel wächst als einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 60 Zentimetern. Die einfache, dunkelgrüne Blattspreite ist meist weniger als 5 cm lang und eiförmig-elliptisch mit keilförmiger bis stumpfer Spreitenbasis. Der Blattrand ist eingeschnitten gesägt. Der Endzahn ist nicht länger als die Seitenzähne.
Die Blüten der Kleinen Brennnessel sind getrenntgeschlechtig (monözisch) einhäusig. Die Blütenstände sind meist kürzer als der Blattstiel. Die Blüten sind eingeschlechtig. Es wird eine einsamige Nussfrucht gebildet.
Fast jeder kennt die Brennnessel. Schaut sich doch jeder das Kraut genauer an, was einem grade solch ein unangenehmes Brennen auf der Haut verursacht hat. Die Brennnessel ist in Mitteleuropa heimisch und kommt fast überall häufig vor. Sie wächst meistens in Gruppen und oft auf bearbeitetem Boden, der möglichst nahrhaft ist. Daher ist sie häufig ein Kulturfolger und begleitet die Menschen in ihre Dörfer und Städte. Sie wird bis zu einen Meter hoch und ist an ihren gegenständigen gesägten Blättern zu erkennen, die mit kleinen Brennhaaren besetzt sind. Diese Brennhaare sind es, die die Brennwirkung der Brennnessel verursachen, denn bei Berührung brechen sie ab und entleeren ihr Brennnesselgift auf die Haut. Die Blüten der Brennnessel sind recht unscheinbar. Sie sind gelblich und hängen in Rispen von den oberen Blattständen.
Ähnliche Arten
Die kleine Brennnessel ist sehr ähnlich wie die große Brennnessel und wird auch ähnlich als Heilpflanze verwendet.
Botanik
Die Brennnessel hat einen ausdauernden Wurzelstock und ist zweihäusig. Der Stängel wird 70 bis 150cm hoch und ist vierkantig. Sowohl der Stängel als auch die Blätter sinid mit Brennhaaren besetzt, die mit einer harten, spröden Spitze enden. Die Brennhaare sind innen hohl und mit Wirkstoffen gefühlt. Bei geringster Berührung stechen die Spitzen dieser Brennhaare, brechen ab, der Inhalt des hohlen Haares ergießt sich auf die Haut und erzeugt das bekannte Brennen. Die Blätter sind herzförmig, länglich und grob gesägt. Die Blütenzweige tragen in der Regel entweder nur männliche oder nur weibliche Blüten. Diese sind unscheinbar, grün und windblütig. Die Frucht ist ein kleines einsamiges Nüsschen.
Neben dieser, der sogenannten großen Brennnessel gibt es u.a. noch die kleine oder Garten-Brennnessel, Urtica urens L., mit kleinen, eiförmigen Blättern.
Beide Arten sind jedoch, je nach Standort, in Blattform und Behaarung vielgestaltig, so dass eine Reihe von Variationen festzustellen wäre. Der praktische heilpflanzensammler braucht aber diese feinen botanischen Unterschiede nicht berücksichtigen, da alle bei uns vorkommen-den Brennnessel-Arten und -Variationen die gleiche wertvolle Heilwirkung besitzen.
Geruch und Geschmack
Die Brennnessel hat einen eigenartigen Geruch, der nicht als ausgesprochen unangenehmen Geschmack.
Blütezeit
Ab Juli bis Herbst
Samenreife
Herbst
Standort
Die Brennnesselarten kommen in ganz Europa vor, wo Menschen hausen. Sie wachsen in der Nähe der Wohnungen und Stallungen, an Zäunen, Hecken, an Mauern, meist auf überdüngtem Boden.
 
Anbau, Aussaat und Pflege
Sicherlich gehört die Brennnessel nicht zu den beliebtesten Kräutern, die in unseren Gärten angebaut werden. Dennoch gibt es durchaus Menschen, die das Heil- und Küchenkraut zu schätzen wissen und ihr einen Platz im Gartenbeet reservieren. Der Anbau von Brennnesseln ist nicht sonderlich schwer, bei der Pflege sind jedoch einige Dinge zu beachten, da die Pflanze in punkto Stickstoff sehr hungrig ist.
Standort
Die große Brennnessel fühlt sich sowohl an halbschattigen als auch an sonnigen Standorten wohl, wobei volle Sonne vermieden werden sollte. Optimal erscheinen zudem nährstoffreiche, humose und feuchte Böden. Ein Boden der zu Staunässe neigt ist jedoch nichts für die Nessel, da sonst das Wurzelwerk faulen würde.
Aussaat
Brennnessel können direkt ins Gartenbeet gesät werden. Eine Vorkultur ist zwar möglich, aber nicht erforderlich. Der optimale Zeitpunkt für die Aussaat ist von Ende März bis Mitte Mai. Es ist auch möglich die Samen bereits im späten Herbst auf das Beet aufzubringen. Da viele Vögel jedoch Gefallen an den Samen finden, sind die Frühjahrsmonate vorzuziehen. Außerdem werden mindestens 10 °C benötigt, damit die Samen beginnen zu keimen. Die Brennnesselsamen können direkt auf der Erde aufliegen oder nur ganz leicht in den Boden angedrückt werden (Lichtkeimer!). Da die Pflanzen im späteren Verlauf sehr hungrig werden, sollte zwischen den Pflanzen ein Abstand von mindestens 25 bis 35 cm eingehalten werden. Nach Ausbringen des Saatguts erscheinen die Samen in der Regel nach etwa 10 bis 14 Tagen.
Topfkulturen
Es ist auch möglich Brennnesseln in Töpfen zu halten, um sie auf dem Balkon oder auf der Terrasse zu kultivieren. Hierfür sollten jedoch breite und tiefe Töpfe gewählt werden, da die Brennnessel recht hoch wird und die Wurzeln Platz brauchen.
Düngen
Soll eine reiche Ernte erzielt werden, so ist auf eine gute Stickstoffversorgung zu achten. Kompost kann, insofern vorhanden, im Frühjahr in die Erde untergemischt werden. Nach Möglichkeit sollte ein organischer Stickstoffdünger mit Langzeitwirkung eingearbeitet werden. Gute Düngemittel sind beispielsweise Hornspäne oder Hornmehl. Bei Topfkulturen sollte etwa alle drei bis vier Wochen ein stickstoffbetonter organischer Dünger verabreicht werden.
Gießen
Auf eine gute Wasserversorgung muss dringend geachtet werden. Brennnesseln lieben feuchte Standorte und haben nur eine kurze Toleranz gegenüber Trockenheit. Der Boden sollte am besten immer leicht feucht sein. Staunässe ist dabei zu vermeiden. Eine gute Möglichkeit Wasser pflanzenverfügbar zu speichern, ist die Beimischung von Blähton.
Überwintern
Die Brennnessel ist winterhart und hat eine hohe Frosttoleranz. Es sind keine Maßnahmen erforderlich.
Ernte
Will man Brennnesseln als Küchen- oder Heilkraut nutzen, so erntet man die Blätter am besten, wenn man von unten nach oben streicht. Wird in entgegengesetzter Richtung geerntet, so besteht die Gefahr, dass die Brennhaare ein schmerzhaftes Erlebnis hinterlassen.

BACHBLÜTE WILD OAT
Man fühlt trotz vieler Möglichkeiten keine Neigung zu einem bestimmten Beruf, dieses In-der-Luft-hängen lässt einen verzagen                       
Diese fühlen trotz vieler Möglichkeiten, keine Neigung zu einem bestimmten Beruf und dieses In der Luft hängen lässt sie verzagen
Mit der Blüte Wild Oat können sie endlich eine Neigung zu bestimmten Berufen und das in der Luft hängten verschwindet
BACHBLÜTE WILD ROSE
Ich bin sehr traurig                                       
Diese Menschen sind sehr traurig
Mit der Blüte können sie diese Traurigkeit lösen
Hildegards Lebens- und Heilmittel
Milcherzeugnisse
Übergewichtigen rät Hildegard von Bingen, Weichkäse zu essen. Überbackene Speisen sind nichts für erkältungsanfällige oder lungenkranke Menschen, da sie zu Verschleimung führen. Die Bekömmlichkeit von Käse kann durch Würzen mit Mutterkümmel verbessert werden.
SAUERMILCHPRODUKTE UND SAHNE
Lebensmittel aus Sauermilch und Sahne werden bei Hildegard von Bingen nicht erwähnt. In der Diätküche hat man jedoch hinsichtlich ihrer Verträglichkeit gute Erfahrungen gemacht, weshalb diese Produkte in vielen sogenannten Hildegardrezepten verwendet werden. Wighard Strehlow empfiehlt saure Sahne mit mindestens 15 Prozent Fettgehalt sowie Joghurt, Kräuterquark und Sauermilch.
BUTTER
Hildegard schreibt: „Ein abgemagerter Mensch mit Husten und Atemnot esse jeglicher Art von Butter und sie heilt ihn innerlich und trägt zu seiner Erholung bei. Einem normal gewichtigen Menschen ist es gut, Butter zu essen. Wer aber Übergewicht hat, esse nur wenig Butter, damit er nicht noch dicker wird. Ein Gesunder und Kranker können Milch, Butter und Käse von der Kuh essen, wenn sie das nötige Maß einhalten. Andernfalls würde ihr Leib an Umfang zunehmen.“
Butter ist gut bekömmlich und kann in Maßen auch bei schwacher Konstitution ohne Bedenken gegessen werden. Sie enthält neben vielen Mineralstoffen etwa 76 natürliche, gesättigte und ungesättigte Fettsäuren, ihr Fettgehalt liegt bei mindestens 82 Prozent. Lange Zeit dachte man, dass Butterkonsum den Cholesterinspiegel in die Höhe treibt und dies wiederum Herzinfarkte auslöst, Mittlerweile gilt dies als widerlegt – allerdings führt zu viele Butter zu Fetteinlagerung und Gewichtszunahme.
Butter sollte nicht erhitzt werde oder zum Anbraten von Speisen verwendet werden, da sie dadurch an Bekömmlichkeit verliert.

Kinderkrankheiten
Masern
Während vom Scharlach nicht gar so viele Kinder befallen werden, wird man selten, wird man selten ein Kind treffen, besonders in den Städten, das nicht schon an den Masern einmal erkrankt wäre. Am häufigsten treten Masern auf in der Zeit vom zweiten bis zum neunten Lebensjahr, in den ersten Lebensjahren sind sie gefährlicher als in den letzteren, weil in den späteren Jahren der Körper besser ausgebildet und daher widerstandsfähiger ist.
Masern und Scharlach sind so ziemlich miteinander verwandt, es treten bei beiden Krankheiten fast dieselben Erscheinungen zutage, wie Fieber, Tränen in den Augen und ein trockener Husten. Nach und nach werden linsengroße Flecken sichtbar, die zuerst im Gesicht sich zeigen und nach einigen Tagen sich fast auf den ganzen Körper erstrecken. Während dieser Zeit ist große Vorsicht anzuraten, vor allem muß man sich vor Erkältung sehr hüten. Nach etwa drei oder vier Tagen beginnen die Flecken zu verblassen und gehen allmählich in gelbe Stellen über. Wie bei allen diesen Krankheiten Fieber vorhanden ist, so ist dies auch hier der Fall und darum muss man zuerst darauf bedacht sein, die Fieberhitze einzudämmen und dazu sind die Waschungen mit kaltem Wasser am geeignetsten. Sind die Kinder noch klein, so müssen sie täglich zwei- bis dreimal ins kalte Wasser schnell eingetaucht und sofort wieder ins warme Bett zurückgebracht werden.

Zurück zum Seiteninhalt