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Christrose tt
Die Schneerose, genannt meist Christrose oder Schwarze Nieswurz, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Nieswurz in der Familie der Hahnenfußgewächse. Diese Art und ihre Sorten mit den auffallend großen, weißen Blüten ist vor allem durch frühe Blütezeit und auch durch die Verwendung als Gartenzierpflanze bekannt. Die Christrose ist eine weißblühende Pflanze, die mitten im Winter blüht. Wegen der zeitlichen Nähe der Blütezeit zum Christenfest Weihnachten hat die Christrose ihren Namen bekommen. Die Christrose gehört zur Gattung der Nieswurze. Alle Nieswurze sind giftig. Die Christrose wächst in mittleren Berghöhen, vor allem in den westlichen Alpen. Früher wurden Wurzeln der Christrose gegen Epilepsie, Geisteskrankheit und Herzschwäche eingesetzt, doch die Giftigkeit verhindert heutzutage ihre Verwendung. Nur in homöopathischer Zubereitung wird die Christrose in unserer Zeit noch angewendet.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Achtung! Stark giftig. Nur homöopathisch anwenden. Homöopathisch ab D3!, harntreibend, Bronchitis, Fieber, Niesreiz auslösend, Nahrungsmittelergiftungen, Durchfall, Verstopfung, Herzschwäche, Ödeme, Geschwollene Füße, Wassersucht, Bluthochdruck, Krebs, Menstruationsfördernd, Geburt beschleunigend, Depressionen, Angstzustände, Migräne, Neuralgien, Ischias, Wadenkrämpfe, Juckreiz
wissenschaftlicher Name: Helleborus niger, Helleborus viridis
Pflanzenfamilie: Hahnenfußgewächse = Ranunculaceae
englischer Name: Black hellebore
volkstümliche Namen: Alröschen, Christblume, Christwurz, Eisblume, Güllwurz, Hainwurz, Krätzenbleaml, Krätzenblum, Märzenkaibl, Schelmrosen, Schneebleamal, Schneeblume, Schneekaderln, Schneerose, Schwarze Christrose, Schwarze Nieswurz, Teufelskraut, Weihnachtsrose, Winterrose, Wolfszahn, Wrangblume, Wrangenkraut
Verwendete Pflanzenteile: Wurzeln, Wurzelstock
Inhaltsstoffe: Digitalis-Glykoside, Hellebrin, Helleborein, Helleborin, Saponine, Cyclopamin
 
Anwendung
Achtung! Stark giftig. Christrose nur in verschriebenen Fertigpräparaten oder homöopathisch anwenden.
Aufgrund der Giftigkeit eignet sich die Christrose nicht für die Selbstbehandlung mit der frischen Pflanze. Früher wurde die gepulverte Wurzel der Christrose gegen Herzschwäche und Wahnsinn eingesetzt. Von dieser Anwendung ist man heutzutage weitgehend abgekommen, weil die potentiellen Folgen enorm sind. Die Christrose enthält zwar mehrere wirksame Herzglykoside, aber diese und andere Inhaltsstoffe der Pflanze haben eine zu starke Giftwirkung, um sie sinnvoll nutzen zu können. Die Herzwirkung der Christrose ist auch bei weitem nicht so gut wie bei anderen herzwirksamen Pflanzen, z.B. dem Fingerhut. Wenn man an der pulverisierten Wurzel riecht, muss man übrigens niesen. Diese Eigenschaft hat der ganzen Gattung den Namen gegeben. Ein Wirkstoff der Christrose, nämlich das Alkaloid Cyclopamin kann möglicherweise bei der schulmedizinischen Behandlung von Krebs eingesetzt werden. Diese Art der Anwendung ist jedoch noch nicht genügend erforscht. In homöopathischer Verdünnung kann man die Niewsurz zur Stärkung des Herzens, gegen hohen Blutdruck und Probleme des Nervensystems verwenden. Auch in der Frauenheilkunde kann man die verdünnte Christrose anwenden.
Heilkunde
Die in der Antike beschriebene, aus heutiger Sicht nicht sicher identifizierbare, Pflanze Schwarze Nieswurz wurde beispielsweise als Purgiermittel bei Krampfleiden und Wutanfällen sowie Melancholie, als menstruationsförderndes Mittel, aber auch als Abtreibungsmittel (die mögliche embryotötende Wirkung war bereits Dioskurides bekannt) und gegen Zahnschmerzen, verabreicht. Die Wurzel der Schwarzen Nieswurz war seit dem 15. Jahrhundert als Radix hellebori nigrioffizinell, wobei erst im 18. Jahrhundert speziell die Schneerose als Lieferant festgelegt wurde. Sie wurde als Herzmittel und harntreibendes Medikament genutzt. Allerdings wiesen bereits im 16. und 17. Jahrhundert Kräuterbücher auf die Giftigkeit sowie auf die Gefahr einer Überdosierung dieser Pflanze hin: „Drei Tropfen machen rot, 10 Tropfen machen tot“. Im hochmittelalterlichen Compendium Salernitanum (1160–1170) finden sich Hinweise zu Helleborus, und auch Pietro d'Abano (1257–1315) zählt in seinem Conciliator die Nieswurz auf. In der frühen Neuzeit erwähnt Paracelsus (1493/94–1541) Helleborus niger im Herbarius als Diuretikum, Purgans und Geriatrikum. Um 1900 untersuchte erstmals R. Wybauw die Herzwirkung von Helleborus nigra. Es gelang allerdings nicht, ein medizinisches Präparat erfolgreich in den Handel zu bringen. Die Schwarze Nieswurz wird heute nicht mehr als Phytotherapeutikum, sondern nur noch in der Homöopathie benutzt. Durch die Kombination des Hellebrins mit Protoanemonin und Saponinen ist die Pflanze medizinisch nicht nutzbar. Nur isoliertes Hellebrin lässt sich verwenden. Von der Antike bis in die frühe Neuzeit wurde das gelegentlich mit dem aus dem Arabischen stammenden Begriff condisum bezeichnete Mark der Nieswurz nicht nur als harntreibendes, sondern auch menstruationsförderndes sowie überschüssige oder verdorbene Säfte purgierendes Arzneimittel benutzt. Laut Culpepers Herbal untersteht die Schwarze Hellebore dem Saturn und ist so finster, dass es sicherer sei, sie in der Zubereitung eines Alchemisten zu sich zu nehmen als in reiner Form. Auch seien, wegen des ausgeglicheneren Klimas, heimische Wurzeln besser als solche aus dem Ausland. Die Wurzel sei – wie bereits Dioskurides in der Antike beschrieben hatte – gut gegen alle Arten der Melancholie, beson-ders diejenigen, die lange andauern. Ferner helfe sie gegen Wechselfieber, Wahnsinn, Epilepsie, Lepra, Gelbsucht, Gicht, Ischiasund Zuckungen. Als Pessar genutzt führe die Wurzel zu sehr heftigen Monatsblutungen. Als Pulver auf Geschwüre gestreut verzehre sie das tote Fleisch und führe zu augenblicklicher Heilung. Culpeper gibt auch ein Rezept für Christrosen-Wein an. Dafür werden zwei Schneerosen kleingeschnitten (zwei Unzen) und mit zwei Pfund spanischen Weins gemischt, den man in einer Phiole oder verschlossenen Flasche während der Hundstage in die Sonne stellte. Gegen eine Vergiftung mit Hellebore helfe Ziegenmilch. Helleborus war im Altertum berühmt als Abführmittel und Heilpflanze, Melampus soll damit die Töchter des Königs Proitos vom Wahnsinn geheilt haben. Schon Hippokrates beschreibt seine Anwendung, Dioskurides empfiehlt es als Abführmittel, Emmenagogum, bei Epilepsie, Melancholie, Wutanfällen, Gicht, Lähmung, Schwerhörigkeit, Krätze und als Mundspülung. Kräuterbücher des Mittelalters kennen es. Es gab auch Anwendungen als Altersmittel zur Lebensverlängerung. In Matthiolus‘ New-Kreuterbuch von 1626 ist es abführend, galle- und schleimtreibend. Nach von Haller (1755) hilft es wider alle hartnäckigen Verstopfungen der Pfortader und der Milz“ und führt die dicken melancholischen Säfte aus. Auch bei Osiander und bei Hufeland kommt es vor. Die Neuzeit kennt auch Heilungsberichte bei Depression und Psychotrauma mit versiegtem Milch- und Regelfluss. Madaus zitiert noch Arbeiten zur russischen und tschechischen Volksmedizin. Er hält Helleborus niger für ein gutes Mittel bei Stauungen von Nieren, Uterus und Hirn, bei Meningitis, Eklampsie, Epilepsie, Hydrocephalus, stuporösen Psychosen, Kollaps, Schwindel mit Übelkeit beim Bücken. Es passe bei Scharlachnephritis, nach anderen auch bei Gicht, Gesichtsschmerz oder Hodenentzündung. Samuel Hahnemanns Habilitation De helleborismo veterum (1812) enthält einen Abschnitt zu Helleborus niger, mit historischen Indikationen wie Melancholie, Epilepsie, Lähmung, Gelenkkrankheiten, Leberentzündung und Hautkrankheiten. Im Übrigen kommt Hahnemann zu dem Schluss, die alten Griechen hätten bis nach Hippokrates ausschließlich Veratrum album als Helleborus (έλλεβόρου) gekannt. Die Homöopathie nutzt Helleborus bei ängstlicher Depression oder Denkstörung nach Hirnblutung. Die Anthroposophische Medizin sieht die Christrose seit Rudolf Steiner als mögliches Krebsmittel für Männer. Für Johannes Wilkens ist sie überhaupt eines der größten Heilmittel. In der Volksmedizin findet die Schneerose noch heute als Brech- und Abführmittel sowie gegen Wassersucht und Harnverhalt Verwendung. In der Tierheilkunde wurde die Pflanze in England des 17. Jahrhunderts als Mittel gegen Husten und Vergiftung eingesetzt. Dazu stach man dem betreffenden Tier ein Loch ins Ohr, durch das einen Tag und eine Nacht lang ein Stück Christrosenwurzel gesteckt wurde. Schweinen wurden gegen die Schweinepest Blüten ins Ohr gesteckt.
 
Giftwirkung
Bei Vergiftung mit der Christrose kommt es zu Erbrechen, Durchfall, Schwindel, Ohrensausen und Herzklopfen mit verlangsamten Puls. In schweren Fällen kann es zum Delirium bis hin zum Tod kommen. Im Vergiftungsfall sollte man sofort den Notarzt zu Hilfe rufen. Als Erste-Hilfe-Maßnahme sollte man Erbrechen hervorrufen und Aktivkohle geben. Nach dem Erbrechen kann ein starker Wermut-Tee zusätzlich helfen.
Die Pflanze ist vor allem durch Inhaltsstoffe wie Saponine und Protoanemonin stark giftig. In der Gattung Helleborus kommen starke Herzgifte hinzu, Helleborin, und insbesondere das stark herzwirksame Steroidsaponin Hellebrin, das ähnlich wie die Herzglykoside der Gattung Fingerhüte (Digitalis) verwendet werden kann. Alle Pflanzenteile sind giftig. Die stärkste Helleborin-Konzentration findet sich im Wurzelstock, so dass Vergiftungen durch Schneerosen eher selten beobachtet werden. So heißt es: Heute gehen zuerst die Rinder daran zugrunde.
Vergiftungssymptome sind Schwindel, Durchfall und Kollaps. Sie ähneln denen einer Herzglykosid-Vergiftung.
 
Geschichte
Schon im Altertum wurde die Nieswurz in der Medizin eingesetzt. Plinius der Ältere verwendete sie gegen Wahnsinn und Epilepsie. Dabei unterschied er zwischen einer weißen und einer schwarzen Nieswurz. Bei der weißen Nieswurz handelt es sich eigentlich um den weißen Germer, der nicht mit den anderen Nieswurz-Arten verwandt ist. Gemeinsam ist ihnen jedoch, dass sie einen Niesreiz hervorrufen. Dem Niesreiz wird auch die vermeintliche Wirkung der beiden Pflanzen zugeschrieben, denn damals glaubte man, dass kräfti-ges Niesen gegen Epilepsie und Wahnsinn helfen könnte. Auch Dioskurides beschrieb die Nieswurz als Heilpflanze. In seiner Zeit wurde die Nieswurz meistens in Wein eingelegt, um einen Kräuter-Wein als Medizin zu erhalten. Die schwarze Nieswurz der Antike war wahrscheinlich nicht die Christrose, die heutzuge als schwarze Nieswurz bezeichnet wird (Helleborus niger), sondern eine verwandte Art. Die Christrose ist in der südlichen Mittelmeerregion nämlich nicht heimisch. Im Mittelalter waren die verschiedenen Nieswurz-Arten relativ beliebt als Heilpflanze. Sie wurden beispielsweise von Hildegard von Bingen und zahlreichen anderen erwähnt. Viele Autoren warnten schon damals vor einem zu großzügigen Einsatz der Nieswurz. Leonhart Fuchs (16. Jahrhundert) beschreibt sie ausführlich unter dem Namen Christwurz. Er beschreibt sie als sehr starkes Abführmittel und als Mittel gegen Fallsucht (Epilepsie). Weitere Anwendungsgebiete laut Fuchs sind: Wassersucht (Ödeme), Wahnsinn, Schmerzen, Auslösung der Menstruation. Fuchs unterscheidet zwischen der nützlichen Gartenpflanze Christwurz und dem wilden, stinkenden Läuskraut (stinkende Nieswurz), das medizinisch nicht so nützlich sein soll. In der Volksheilkunde verwendete man die Christrose früher als Brech- und Abführmittel. Die Substanz Helleborin wirkt nämlich schleimhautreizend und dadurch stark abführend. Diese Wirkung ist eine Art Vergiftung. Daher ist stark von dieser Nutzung der Christrose abzuraten.
Seit Plautus ist die Bezeichnung elleborum, elleborus (mittellateinisch helle-) gebräuchlich und bezeichnet zwei als Nieswurz gebräuchliche Giftpflanzen: Einerseits den Weißen Germer wie auch die Nieswurz, die jeweils als elleborus albus/candidus bzw. als elleborus niger bekannt waren. Die Unterscheidung durch das Farbadjektiv wird durch Plinius den Älteren erwähnt. Die Pflanzen wurden vor allem als Mittel gegen Wahnsinn und Epilepsie geschätzt, da nach der antiken Humoralpathologie psychische Erkrankungen durch einen Überschuss an schwarzer Galle erklärt wurden und Niesen als beste Abhilfe galt.
So sagt bei Plautus (in den Menaechmi 950) der Arzt: „elleborum potabis faxo aliquos viginti dies“ (du wirst Nieswurz trinken und das 20 Tage). Der Patient antwortet: „neque ego insanio“ (aber ich bin doch nicht verrückt).
Erwähnungen im Umfeld des antiken Griechenlands beziehen sich mit großer Sicherheit auf die Rundblättrige Nieswurz, evtl. auch auf die Orientalische Nieswurz, da die Schneerose dort nicht verbreitet ist. Ihr Areal endet auf der mittleren Balkanhalbinsel.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Christrose gehört zur Gattung der Nieswurze. Diese wiederum gehört zur Familie der Hahnenfußge-wächse, sie ist also mit dem gelben Hahnenfuß, der Sumpfdotterblume, dem Adonisröschen, der Kuhschelle, aber auch mit dem extrem giftigen Eisenhut verwandt. Wie die meisten Hahnenfußgewächse ist die Christrose giftig. Sie gehört sogar zu den stark giftigen Vertretern dieser Familie. Die Christrose ist in den mittleren Höhen einiger Gebirge heimisch. Am häufigsten kommt sie in den Alpen vor. Man findet sie aber auch im Balkan. In Mitteleuropa findet man sie fast ausschließlich in Gärten als Zierpflanze. Sie ist als Gartenpflanze beliebt, weil sie, anders als die meisten anderen Blütenpflanzen, im Winter und zeitigen Frühjahr blüht. In Deutschland ist die Christrose als Wildpflanze so selten, dass sie unter Naturschutz steht. Die Christrose ist winterhart und mehrjährig. Sie kann über zwanzig Jahre alt werden. Sie wird bis zu 30 Zentimeter groß. Der Wurzelstock ist schwarz, was der Christrose ihren wissenschaftlichen Namen eingebracht hat. Wenn man am frisch ausgegrabenen Wurzelstock riecht, muss man niesen, ein weiterer namensgebender Aspekt. Die Blätter der Christrose sind groß und geteilt. Die Christrose blüht im Winter mit weißen Blüten. In milden Jahren beginnt die Blütezeit manchmal schon im November, in strengen Winter kann es aber auch bis Februar dauern, bis die Blütezeit beginnt. In Gärten wird die Pflanze oft an einem geschützten Standort vor kalten Wintereinflüssen bewahrt, damit sie zu Weihnachten blüht. Die weißen Christrose-Blüten ähneln hängenden Anemonen-Blüten. Sie sind jedoch deutlich größer. Die Größe und Schönheit der Christrose und ihre winterliche Blütezeit haben zu ihrer Beliebtheit als Gartenpflanze beigetragen. Alle Teile der Christrose sind stark giftig.
Die Schwarze Nieswurz ist eine immergrüne, ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 30 Zentimetern. Sie besitzt ein schwarzes Rhizom und schwarze Wurzeln. Individuen können an geeigneten Plätzen bis zu 25 Jahre alt werden. Die am Grund lang gestielten Laubblätter sind fußförmig in sieben bis neun Abschnitte gegliedert. Die einzelnen Abschnitte sind lanzettlich mit ganzrandigem oder ge-zähntem Blattrand. Die ledrigen Grundblätter sind tiefgrün. Am Stängel befinden sich ein bis zwei (selten drei) blasse, ovale Hochblätter. Die frostempfindlichen Blätter sind an ihrem natürlichen Standort durch Schnee geschützt.
Hauptblütezeit ist von Februar bis April, kann jedoch je nach Schnee- und Höhenlage auch schon im November beginnen bzw. im Mai enden. Die Blüten sind endständig und stehen einzeln (selten zu zweit oder dritt) am meist unverzweigten Stängel. Die Blüte erreicht einen Durchmesser zwischen 5 und 10 Zentimetern. Die weiße oder rötliche Blütenhülle, setzt sich aus fünf eiförmigen Kelchblättern, die zu einem kronblattartigen Schauapparat umgestaltet wurden, zusammen. Die Blütenhüllblätter sind während des Abblühens grünlich oder durch Anthocyane rötlich überlaufen und bleiben lange erhalten. Die eigentlichen Kronblätter sind zu gelben bis gelbgrünen, tütenförmigen (österreichisch: stanitzelförmigen) Nektarblättern umgebildet. Diese sondern reichlich Nektar ab und duften anders sowie intensiver als die Blütenhülle. Die zahlreichen, gelben Staubblätter sind an der verlängerten Blütenachse spiralig angeordnet. Aus den drei bis acht nur an der Basis verwachsenen Fruchtblättern entwickeln sich Balgfrüchte mit zahlreichen Samen. Die Reifezeit der Samen, die einen Ölkörper (Elaiosom) besitzen, fällt in den Frühsommer.

Bohnenkraut
Die Bohnenkräuter sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Lippenblütler.
Das Sommer-Bohnenkraut, auch Gartenbohnenkraut oder Echtes Bohnenkraut genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Bohnenkräuter innerhalb der Familie der Lippenblütengewächse. Sie wird als Heil- und Gewürzpflanze verwendet.
Das Bohnenkraut ist geschmacklich hervorragend geeignet für Bohnen aller Art. Aber nicht nur das: auch in Suppe und allen möglichen Gemüsegerichten macht dieses wohlschmeckende Kraut eine gute Figur. Richtig gschmackig wird fast jede vielleicht noch so faade Gemüsesuppe. Mit Bohnenkraut werden aber auch eine vielzahl von Eintöpfen oder Gemüsegerichten verfeinert und bekommen eine feinen, herrlichen Geschmack.
Das Bohnenkraut wird schon jeher aufgrund der vielen Gerbstoffe und ätherischen Öle gegen die Gärung im Darm eingesetzt, vor allem aufgrund deren antibakteriellen Wirkung. Hildegard von Bingen hat das Bohnenkraut bereits empfohlen. Menschen die schwer verdauen können dieses Küchenkraut ruhig öfter verwenden.
Kaum ein anderes Kraut wird häufiger mit Bohnen verwendet als Bohnenkraut. Die Gattung der Bohnenkräuter umfasst zahlreiche Arten, von denen das Sommerbohnenkraut und das Winterbohnenkraut am häufigsten im Handel zu finden sind. Geschmacklich unterscheiden sich beide Bohnenkrautarten nur geringfügig voneinander, doch in der Pflege und Lebensdauer gibt es einige Unterschiede.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Brechreiz, Darmkrämpfe, Durchfälle, Durstlindernd, Leberprobleme, Magenkrämpfe
wissenschaftlicher Name: Satureja hortensis
Pflanzenfamilie: Lippenblütler = Lamiaceae
Verwendete Pflanzenteile: Kraut, Blätter
Sammelzeit: Juni bis August
 
Nutzung
Das Sommer-Bohnenkraut, auch Gartenbohnenkraut genannt, und das WinteBohnenkraut, auch Berg-Bohnenkraut genannt, werden als Gewürz bzw. Küchenkraut besonders für Bohnengerichte verwendet. Die feingehackten Blätter sind sehr aromatisch und finden in Füllungen, Suppen, Omelettes und Salaten Verwendung. In alten Rezepten wird Bohnenkraut auch „Saturei“ genannt.
Verwendung in der Pflanzenheilkunde
Sommer-Bohnenkraut findet Verwendung als Heilkraut. Als Tee wird es eingesetzt zur Förderung der Verdauung, als Appetitanreger und gegen Blähungen, aber auch gegen Husten und bei Bronchialerkrankungen. Bei Durchfällen, die mit Gärungserscheinungen einhergehen, soll sich nach Pahlow recht schnell eine Besserung einstellen. M. Wood hält das Sommerbohnenkraut für eine nährende und stimulierende Pflanze, die bei einer Schwäche des endokrinen und sympathischen Nervensystems eingesetzt werden kann.
Bohnenkraut als Heilkraut
Schon im Mittelalter war Bohnenkraut ein bekanntes Heilkraut, welches vor allem unterstützend zu Speisen oder allgemein für Verdauungsbeschwerden verwendet wurde. So finden sich im Kräuterbuch von P. A. Matthioli Anweisungen, Bohnenkraut (welches dort als Saturey bezeichnet wurde) z.B. als Tee oder mit Honigwasser zuzubereiten. Weiterhin wurde Bohnenkraut gegen Kopfschmerzen und gegen Schlafbeschwerden verwendet.
Bohnen als Vertreter der Hülsenfrüchte sind nicht immer leicht verdaulich. Durch das Verfeinern mit Bohnenkraut werden Blähungen und Krämpfen in Magen und Darm zeitgleich vorgebeugt. Ein Tee, zubereitet aus dem frischen oder getrockneten Kraut (Ziehzeit frisches Bohnenkraut ca. 10 min und getrocknet ca. 5 min) hat den gleichen krampflösenden Effekt und hilft durch den Gerbstoffanteil im Bohnenkraut auch gegen Durchfall. Ebenso wirksam ist Bohnenkraut bei Husten – hierfür wird mit abgekühlten Tee gegurgelt. Bewährt hat sich Bohnenkraut auch in der Pflege fettiger, unreiner Haut. Ein Gesichtsdampfbad mit Bohnenkraut reguliert die Sebumproduktion (Sebum = Hautfett, Talg) und hilft, entzündliche Unreinheiten zu behandeln.
Beide Bohnenkrautarten haben antibakterielle Eigenschaften. Einige Quellen berichten darüber hinaus, dass Sommer-Bohnenkraut bei der Behandlung von Krankheiten, die durch Candida albans und Aspergillus (Schimmelpilze) ausgelöst wurden, unterstützend eingesetzt werden kann.
Heilkräftige Pflanzenteile
Wir verwenden das Kraut oder nur die Blätter. Bei der Ernte ist zu beachten, dass wir zwei Erntezeiten bei dieser Pflanze haben. Die beste Heil- und Würzkraft liegt in der zeit kurz vor dem Blütenknospenansatz. Die zweite Ernte können wir in der Zeit der Vollblüte vornehmen. Die Pflanze wird über dem Erdboden abgeschnitten, in kleinen Bündeln in einem schattigen, luftigen Raum getrocknet. Russfreie luftige Dachböden eigenen sich sehr gut.
Vollständig getronknet, werden die Pflanzen – außerdem dicken, holzigen Stängelpartien – kleingeschnitten und in luft- und lichtdichten Glasbehältern aufbewahrt.
Heil- und Wirkstoffen
Verzeichnen wir zwei verschieden ätherische Öle, Carvacrol, Cymol, Phenole, ferner Roheiweiß, Fette und Zucker.
Heilwirkung
Das Bohnenkraut eignet sich als Heilpflanze nicht nur zur Heilung von Durchfällen aller Art, auch Magen- und Darmkrämpfe klingen ganz kurz nach dem Einnehmen des Tees ab, desgleichen der Brechreiz. Man verwendet 2-3 TL des getrockneten Krautes zur Herstellung eines Aufgusses für 2-3 Tassen, die zuckerlos, schluck-weise getrunken werden
Interessant ist, dass das Bohnenkraut auch für den Zuckerkranken eine Rolle spielt, da durch das Teetrinken das starke Durstgefühl – typisch für dieses Leiden – merklich zurückgeht. Als Diabetikertee wird der Tee ebenfalls als Aufguss bereitet und unbedingt zuckerlos getrunken. Der Kranke kann bei starken Durstgefühle zurückgehen, wird der Teegenuss eingeschränkt.
Anwendung in der Volksheilkunde
Das Bohnenkraut wird in der Volksheilkunde als Tee gegen Würmer, gegen Leber- und Gallenerkrankungen erfolgreich angewendet. Der Tee gilt vor allem als blähungstreibend und krampflösend.
Anwendung in der Tiermedizin
Bohnenkrautes ist eine überaus gesunde Bienentränke und bei der Bienenruhr unerlässlich. Das Bohnenkraut sollte ebenfalls um das Bienenhaus angepflanzt werden und ist die Pflanze in der Blütezeit eine sehr beliebte Bienenweide. – Bohnenkrauttee erhalten die Haustiere bei Durchfällen sowie bei Krämpfen aller Art.
Anwendung in der Küche
Die Anwendung des Bohnenkrautes als Pfefferersatz ist nur zu begrüßen, da der Pfeffer als Würze leider vielfach übertrieben wird. Das Volk empfindet den Pfeffer ohnehin als etwas Ungutes, Fremdes und wenn man einen unliebsamen Menschen weit weg haben möchte, so wünscht man ihn dorthin, wo der Pfeffer wächst. Die aus dem Pfeffergenuss sich ergebenden nachteiligen Folgen (Überreizung der Darmschleimhäute, Durstgefühl und dadurch zumeist erhöhter Alkoholkonsum) finden bei der Anwendung des Bohnenkrautes als Pfefferersatz jedoch nicht statt.
Besonders zu empfehlen ist das Bohnenkraut als Würze bei Bohnen-, Linsen- und Erbsengerichten und sollte auch beim Kohlgemüse nicht fehlen, um die fallweise blähungstreibenden Eigenschaften dieser Speisen merklich zu mindern und nachteilige Verdauungsvorgänge zu verhüten.
Eine gesundheitsfördernde und geschmacksverbessernde Würze liefert das Bohnenkraut -  allein oder in Mischung mit etwas Salbei, Thymian und Wacholderbeeren – bei Schöpsernem (Schafbraten), Kaninchen- oder Hasenbraten.
Bohnenkraut ist ein Klassiker im Gewürzschrank. Verwendet wird die Pflanze sowohl frisch wie auch getrocknet. Anders als es bei vielen anderen Kräutern ist Bohnenkraut auch in der getrockneten Version sehr aromatisch und kann bei guter Qualität sein Aroma sogar intensiveren. Der beste Zeitpunkt, um besonders geschmacksintensives Bohnenkraut zu ernten, ist die Phase unmittelbar vor der Blüte.
Der Geschmack von Bohnenkraut ist kräftig und herb mit einer leicht scharfen Note – entfernt vergleichbar mit einer Mischung aus Rosmarin und Thymian; wobei Winterbohnenkraut intensiver schmeckt als das Sommerbohnenkraut. Verantwortlich für den recht intensiven Geschmack sind die enthaltenden ätherischen Öle, allem voran Thymol und Carvacrol.
Nach Bohnen schmeckt Bohnenkraut nicht, harmoniert aber perfekt zu Bohnen in jedweder Version: egal, ob als Bohnensalat oder Bohnengemüse. Doch auch anderes Gemüse wird durch Bohnenkraut fein aromatisiert, allen voran Erbsen und Linsen sowie Kartoffel- und Kohlgerichte. Hervorragend macht sich Bohnenkraut ebenso zu Lammfleisch und Fischgerichten, insbesondere wenn man die zitronenfrische Varietät Satureja citridona verwendet.
Eine weitere Verwendung von Bohnenkraut ist die Zubereitung herzhafter Quark und Buttergerichte. Ausgezeichnet schmeckt Bohnenkraut beispielsweise in selbstgemachter Kräuterbutter. Lohnenswert kann auch die Verfeinerung von Kräuterquark oder Frischkäsespezialitäten sein. Bohnenkraut harmoniert im übrigen sehr gut mit anderen mediterranen Kräutern wie Lavendel, Oregano oder Salbei.
In der Küche findet meist das Sommer-Bohnenkraut Verwendung, welches insgesamt etwas milder schmeckt als das Winter-Bohnenkraut. Grundsätzlich können allerdings beide Arten verwendet werden; letztere passen mitunter zu deftigen Gerichten.
Da Bohnenkraut ein recht kräftiges Aroma hat, sollte es als Gewürz immer nur sehr sparsam verwendet werden. Bohnenkraut sollte nicht erst zum Schluss beigefügt werden. Beim Mitkochen gehen die Aromen nicht verloren sondern werden gut verteilt.
 
Geschichte
Bohnenkraut (um welche Art der Gattung es geht, wird hier nicht dargelegt) ist in Mitteleuropa seit der Römerzeit belegt. Verkohlte Samen wurden zum Beispiel im Kastell Valkenburg gefunden. Auch im Mittelalter wurde es in Mitteleuropa angebaut.
 
Beschreibung
Die Bohnenkraut-Arten sind zweijährige oder ausdauernde krautige Pflanzen oder Zwergsträucher. Die Stängel sind meist aufrecht. Die Blätter sind lineal bis schmal-lanzettlich, der Blattrand ist ganzrandig oder trägt seichte Zähne. Meist sind die Blätter nicht in Stängel- und Hochblätter differenziert. Die Blüten stehen in lockeren bis dichten, dann jedoch armblütigen Teilblütenständen. Die Blüten sind zygomorph. Der Kelch ist röhren- bis glockenförmig, etwas undeutlich 10- (selten bis 13-)nervig und hat fünf fast gleiche Zähne, selten ungleiche. Der Kelchschlund ist meist behaart. Die Krone ist zweilippig mit gerader Kronröhre. Die Farbe reicht von violett über rötlich bis weißlich. Die Oberlippe ist flach und ganzrandig oder ausgerandet. Die Unterlippe besteht aus drei Lappen, die meist abgerundet sind. Von den vier fruchtbaren Staubblät-tern sind zwei länger, zwei kürzer. Sie liegen der Oberlippe mehr oder weniger an und sind gebogen. Sie sind – wie auch der Griffel – kürzer oder nur ein wenig länger als die Oberlippe. Die Griffeläste sind annä-hernd gleich lang. Die Teilfrüchte sind eiförmig und leicht behaart.
Das Sommer-Bohnenkraut ist eine oft stark verzweigte, einjährige, krautige Pflanze mit einer starken Hauptwurzel. Die vierkantigen, in den unteren Partien verholzenden Stängel erreichen Längen von bis zu 25 Zentimeter, bei manchen Sorten bis zu 60 Zentimeter. Die Laubblätter sind ungestielt, linealisch bis lanzettlich, spitz zulaufend, ganzrandig und dunkelgrün, gelegentlich violett überhaucht und schwach behaart, sie besitzen Öldrüsen.
Die Blütezeit reicht von Juli bis Oktober. Die Blütenstände sind einseitswendige Scheinähren oder Scheinwirtel aus meist fünf Blüten. Die zwittrigen, zygomorphen Blüten sind fünfzählig. Der Kelch ist gleichmäßig fünfzähnig. Die fünf weißen, blassrosa oder lila Kronblätter sind zu einer Krone verwachsen, die einen rot punktierten Schlund aufweist. Die Krone besteht aus einer einfachen und fast flachen Oberlippe und einer dreigelappten Unterlippe mit vergrößertem Mittellappen. Die vier Staubblätter sind in der Krone eingeschlossen, die beiden oberen sind kürzer als die seitlichen.
Die Samen sind dunkelbraun, rundlich bis eiförmig und erreichen eine Länge von 1 bis 1,5 Millimeter, das Tausendkorngewicht beträgt 0,5 bis 0,8 Gramm.
Botanik
Einjährig, selten überwinternd, mit stark verzweigter Wurzel, Stängel bis 40cm hoch werdend, mit meist buschig verzweigten Ästen, am Grunde auch verholzend. Die Laubblätter sind schmal, ganzrandig, stumpf.
Die Blüten sehr kurz gestielt, der Kelch glockig, grün oder etwas violett, die Krone lila, rosa oder weiß, feinflaumig, die Staubblätter kaum aus der Krone hervorragend.
Geruch und Geschmack
Dieser ist pfefferartig, daher vielfach in der Küche als sehr guter Pfefferersatz verwendet.
Blütezeit
Ende Juni bis Anfang August
Standort
Frei in der Natur kommt das Bohnenkraut auf den felsigen Hängen und Geröllhalden im östlichen Mittelmehr vor. In Mitteleuropa als Gewürzpflanze kultiviert, hie und da verwildert auf Äckern, Eisenbahndämmen und auf Friedhöfen. Für die Kultur sind lockere, nährstoffreiche Böden notwendig. Die Pflanze ist sehr wärmebedürftig. Vollsonnige Lagen sind für den Anbau günstig. Das Bohnenkraut ist auch sehr frostempfindlich. Bei Trockenperioden reichlich gießen, jedoch nur mit lufttempera-turwarmem Wasser.
 
Aussäen und pflanzen
Bohnenkraut ist ein sogenannter Lichtkeimer. Um aus dem Samen Pflanzen zu ziehen, werden die Bohnenkrautsamen nur leicht auf die Anzuchterde gedrückt und an einen hellen Platz gestellt. Optimal ist die Fensterbank, wo am besten mit der Aussaat im April begonnen wird. Im Freien wartet man die Eisheiligen ab und sät Bohnenkraut ab Ende Mai direkt auf die Erde aus. Dabei ist es wichtig zu beachten, dass zwischen den Pflanzen genügend Abstand eingehalten wird, da Bohnenkraut voluminös wächst. Die Erfahrung zeigt, dass 20 cm Entfernung zur nächsten Pflanze ausreichen.
Ferner kann Bohnenkraut über Stecklinge oder Teilung der Pflanze am Wurzelballen vermehrt werden. Allerdings gilt dieser Schritt nur für das mehrjährige Winterbohnenkraut alias Bergbohnenkraut. Sommerbohnenkraut - auch Sommersatureja genannt – ist einjährig.
Beide Bohnenkrautarten eignen sich sowohl für den Anbau im Garten wie auch für die Topfkultur in Blumenkästen oder größeren Pflanztrögen. Wichtig ist, dass Bohnenkraut sonnig und warm steht und der Boden wasserdurchlässig und leicht kalk-haltig ist. Staunässe wirkt sich ungünstig auf das Wachstum aus und sollte vermie-den werden. Bei dichten bzw. lehmhaltigen Böden sollten daher Zuschlagstoffe wie Quarzsand, Bims oder Zeolith eingearbeitet werden, um den Wasserabfluss zu unterstützen. Zusätzlich empfehlenswert sind gelegentliche Kalkgaben.
Gedüngt wird Bohnenkraut lediglich zu Beginn der Vegetationsperiode im Frühjahr. Das Kraut ist an eher nährstoffarme Standorte angepasst und relativ sensibel gegenüber übermäßigem Düngen. Ebenso sparsam wird beim Gießen umgegangen. Trockene Phasen übersteht Bohnenkraut einfacher als zu feuchte Erde. Ist die oberflächlich trockene Erde auch in etwa 2 cm Tiefe trocken, wird gewässert.
Bohnenkraut, das in Topfkultur wächst, wird im Winter in den Wintergarten oder ins kühle Treppenhaus geholt. Auch wenn das mehrjährige Bergbohnenkraut immergrün ist, empfiehlt es sich, im Frühjahr einen Rückschnitt vorzunehmen, um das buschige Wachstum zu fördern.

Bachblüten
Ich bin leicht gereizt (Beech)
Sie sind sehr leicht gereizt
Mit der Blüte die gereizte Art abstreifen
Bachblüten
Ich bin leicht beeindruckbar durch Meinungen anderer (Centaury)
Sie sind leicht beeindruckbar durch Meinungen ihrer Mitmenschen
Centaury hilft ihnen dass sie kaum mehr durch die Meinungen anderer beeindrucken lassen
Sich Zeit nehmen und genießen (Regel 9)
Essen sie nicht nebenbei! Lassen sie sich Zeit beim Essen. Das fördert ihr Sättigungsempfinden.
Achtsam essen und genießen Gönnen Sie sich eine Pause für Ihre Mahlzeiten und lassen Sie sich Zeit beim Essen. Langsames, bewusstes Essen fördert den Genuss und das Sättigungsempfinden.
Hildegard – ihr Leben, ihre Zeit
Hildegard kommt also in ihrer Position als Visionärin, als Sprachrohr Gottes und droht Abt Kuno auch gleich mit dem Schlimmsten: „Deshalb wird Gottes Strafgericht euch vernichten.“ Es muss ein beeindruckender Auftritt gewesen sein. Eine schwache, alte – damals war eine Frau über fünfzig einfach alt – unendlich zornige Frau, die den Abt, der gewohnt war, mit Höflichkeit und Untertänigkeit angesprochen zu werden, einfach niederblaffte. Eine Szene wie aus dem Alten Testament.
Die Aktion hatte Erfolg. Leider starb der Abt kurze Zeit darauf und mit seinem Nachfolger musste wiederum verhandelt werden. Diesmal ging es um finanzielle Dinge – um Schenkungen, die den adeligen Damen des Klosters von Bingen zustanden, vom Männerkloster am Disibodenberg aber beansprucht und nicht herausgegeben wurden. Für das Frauenkloster ging es um das finanzielle Überleben, bei den Mönchen nur um Neid und Missgunst gegen das aufstrebende Kloster mit der berühmten Äbtissin. Jahrelang dauerte der Streit, erst im Frühling 1158 wurde er mit Hilfe des Erzbischofs geklärt und beigelegt – zugunsten Hildegards von Bingen.
Hildegard wird immer öfter auch als „Prophetin“ bezeichnet. Viele suchen ihren Rat, erbitten den Segen oder wollen sie einfach einmal persönlich sehen. Auch hoch gestellte Persönlichkeiten sind darunter. Parallel dazu wächst ihr Ruf als heilkundliche Frau. Schon 1151, kurz nach Fertigstellung ihres ersten Buches, hat sie mit dem Aufschreiben der heil- und naturkundlichen Schriften begonnen. Das Wissen über Kräutermedizin und Pflanzenkunde ist in den Klöstern sehr gepflegt, bewahrt und weitergegeben worden. Das Hildegard die Schriften der antike Heilkunst bekannt waren, kann vorausgesetzt werden, das war damals sozusagen Grundwissen einer gebildeten heilkundigen Frau.

Die Leibwaschung
TECHNIK
Man fährt mit dem nassen Tuch mit kreisförmigen Strichen 20 bis 30mal über den Leib, beginnend an der rechten Seite (Blinddarmgegend).
WIRKUNG
Die Leibwaschung wird besonders häufig aufgrund ihrer schlaffördernden Wirkung für die Abendstunden verordnet. Darüber hinaus hilft sie auch bei Verdauungsstörungen wie beispielsweise Darmträgheit und Blähungen.

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