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Quendel
Der Sand-Thymian oder Feld-Thymian, auch Quendel und Rainkümmel, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Thymiane innerhalb Familie der Lippenblütler. Es sind zwei Unterarten bekannt.
Der Quendel ist der wilde Bruder des Thymians. Er ist in Mitteleuropa heimisch und wächst an Stellen, die anderen Pflanzen zu trocken, steinig und sonnig sind. Dort an steinigen Plätzen, auf die die Sonne knallt, bildet der Quendel ganze Teppiche, die im Sommer rosafarben blühen und schon von weitem herbwürzig duften. In der Pflanzenheilkunde kann man den Quendel sehr ähnlich einsetzen wie den Thymian. Er hilft gegen Husten, stärkt die Verdauung und lindert Frauenbeschwerden. Auch gegen entzündliche Hautprobleme und Gelenkschmerzen kann man diese vielfältige Heilpflanze verwenden.
Der Quendel ist der kleine Bruder des Thymians. Beide Pflanzen gehören zwar zur selbeN Gattung, dennoch hat der Quendel gegenüber dem Thymian einige Unterschiede, die vor allem im Aroma zu suchen sind. Der auch als Feldthymian bekannte Quendel ist eine bedeutende Heilpflanze, macht aber auch in der Küche als Gewürz eine gute Figur.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Eigenschaften: antibakteriell, beruhigend, blutstillend, entzündungshemmend, krampflösend, schleimlösend, schweißtreibend, Atemwege: Bronchitis, Husten, Keuchhusten, Reizhusten, Hustenkrampf, Asthma, Erkältung, Halsentzündung, Heiserkeit, Luftröhrenkatarrh, Verdauungssystem: Verdauungsschwäche, Sodbrennen, Blähungen, Magenbeschwerden, Durchfall, Mundgeruch, Frauenheilkunde: Menstruationsfördernd, Unterleibskrankheiten, Periodenkrämpfe, Geburtserleichternd, Wechseljahresbeschwerden, Nervensystem: Nervenschwäche, Schlaflosigkeit, Epilepsie, Bewegungsapparat:  Verstauchungen, Verrenkungen, Quetschungen, Gelenkschmerzen, Haut: Schlecht heilende Wunden, Entzündete Wunden, Ekzeme, Gesichtsrose, Erysipel, Gürtelrose
wissenschaftlicher Name: Thymus serpyllum
Pflanzenfamilie: Lippenblütler = Lamiaceae
englischer Name: Wild Thyme
volkstümlicher Name: Feld-Thymian, Sand-Thymian, Betony, Feldbulla, Feldkümmel, Feldpoley, Geismajoran, Geschwulstkraut, Grundling, Hollaien, Hühnerbolle, Immenkraut, Keale, Kinderkraut, Kounala, Kranzlkraut, Kudelkraut, Kückenkümmel, Kundenkraut, Kunderle, Liebfrauenbettstroh, Marienbettstroh, Quandl, Quenula, Rainbadkraut, Rainkinderle, Rauschkraut, Rainkümmel, Violetter Bohler, Wilde Meron, Wilder Thymian, Wilder Zimt, Wurstkraut
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Kraut
Inhaltsstoffe: Ätherische Öle, Bitterstoff, Borneol, Carvacrol, Citronellol, Flavone, Gerbstoff, Gerbsäure, Geraniol, Camphen, Pinen, Terpineol, Thymol
Sammelzeit: Mai bis September
 
Anwendung
Der Sand-Thymian wird zerstreut bis selten als Zierpflanze in Steingärten, Einfassungen und Naturgärten, in Sandgebieten auch in Heidegärten genutzt. Es gibt einige Sorten. Die oberirdischen Teile werden getrocknet als Pflanzenheilmittel verwendet. Sie beinhalten die Wirkstoffe Terpene, Carvacrol und Thymol. Ein Aufguss aus Sand-Thymian wird bei grippalen Infekten eingesetzt. Aus dem blühenden Kraut wird auch das ätherische Quendelöl gewonnen. Sand-Thymian ist eine verhältnismäßig gute Bienenweide. Auf einer mit ihm bestandenen Fläche von 1 Hektar kann sich pro Blühsaison ein Honigertrag von bis zu 149 kg ergeben.
Atmungsorgane
Der wichtigste Einsatzbereich des Quendels sind Erkrankungen der Atmungsorgane. Durch seine antibiotischen und entzündungshemmenden Eigenschaften bekämpft der Quendel Husten und Erkältungen, die durch Krankheitserreger verursacht wurden. Die krampflösende Eigenschaft hilft gegen Spasmen beim Husten, was den Quendel auch gut bei Keuchhusten, Reizhusten und Asthma wirken lässt. Außerdem löst der Quendel den Schleim, der dadurch besser abgehustet werden kann.
Verdauung
Der Quendel regt die gesamte Verdauung an. Daher eignet er sich auch als Gewürz für schwer verdauliche Gerichte. Auch bei Blähungen und Sodbrennen kann der Quendel helfen.
Frauenheilkunde
Vor allem die Volksheilkunde betrachtet den Quendel als ein Frauenkraut. Durch seine krampflösende Fähigkeiten kann der Quendel Menstruationskrämpfe lindern. Er kann auch die Menstruation fördern und den Zyklus regulieren. Die Geburt kann durch Quendel erleichtert werden. Darauf deuten auch die Namen Kinderkraut, Liebfrauenbettstroh und Marienbettstroh hin. Mit Quendel und anderen Bettstroh-Kräutern wurden früher die Matratze von Wöchnerinnen ausgestopft, um ihnen die Zeit nach der Geburt und den Lebensstart für das Baby zu erleichtern.
Achtung! Quendel sollte nicht in großen Mengen in der   Schwangerschaft verwendet werden.
Nervensystem
Der Quendel gilt auch als Heilpflanze für das Nervensystem. Er soll Einschlafstörungen lindern können. Früher wurde er auch gegen Epilepsie eingesetzt.
Tee
Bei Husten, Verdauungsprobleme, Frauenkrankheiten und Nervenschwäche hilft der Quendel am besten in Form eines Teeaufgusses. Dazu übergießt man einen Teelöffel Quendelkraut mit einem Viertelliter kochendem Wasser und lässt den Tee fünf bis zehn Minuten ziehen. Man kann den Tee mit Honig süßen, um die Wirkung noch zu verstärken. Diesen Tee trinkt man in kleinen Schlucken und lässt auch den Dampf des Tees auf sich wirken.
Äußerlich
Äußerlich kann man den Quendel gegen die Folgen kleiner Unfälle, wie Quetschungen und Prellungen anwenden und auch gegen Wunden und Hautentzündungen. Für Einreibungen kann man eine Quendel-Tinktur ansetzen und verwenden. Mit Quendeltee kann man Bäder durchführen oder Waschungen und Umschläge.
Verwendung als Heilkraut
Quendel spielte bereits in der Antike und im Mittelalter eine große Rolle. Hildegard von Bingen behandelte mit dem Feldthymian Husten und Erkrankungen der Bronchien sowie verschiedene (nicht näher definierte) Frauenleiden. Im Kräuterbuch von P.A. Matthioli wurde Quendel u.a. bei Bluthusten, zur Entgiftung von Schlangenbissen und Wurmbefall, bei Kopfschmerzen und bei Husten. So steht im Original z.B.: “Der Geruch des Quendels thut dem Hirn wol“
Quendel mit Süßholz oder Honig / Anis und Wein gesotten / reinigt die Brust von dem zähen Husten / und stillt den kalten Harn
Hieronymus Bock erwähnte in seinem Kräuterbuch (1560) zudem die Behandlung von Lungen-, Leber- und Milzleiden sowie für die Stärkung des Magens. Angewendet wurde der Quendel in Form von Quendelessig, in Wein gesotten, in Verbindung mit Honig oder als Tee.
Verwendung als Gewürzkraut
Verglichen mit dem Echten Thymian ist der Geschmack von Quendel etwas weniger pikant, dafür jedoch meist etwas schärfer. Der Unterschied der Aromen von Quendel und Echtem Thymian wird besonders deutlich, wenn man an beiden Kräutern riecht. Quendel kann für die gleichen Gerichte und Speisen verwendet werden wie der verwandte Gartenthymian.
Quendel passt zu reichhaltigen und deftigen Fleischgerichten ebenso gut wie zu Fisch, Salaten und Kartoffelgerichten. Verwendet werden neben den zarten Blättern auch die Blüten. Die Blätter können sowohl frisch als auch getrocknet verarbeitet werden. Einbußen im Aroma sind nicht zu erwarten.
Soll bei gebratenen Speisen ein dezentes Quendelaroma erzielt werden, empfiehlt es sich ein bis zwei Zweige im Öl mit anbraten zu lassen. So gelangt das Aroma ins Öl und wird vom Fleisch oder Gemüse entsprechend aufgenommen. Das Kraut harmoniert hervorragend mit Bohnenkraut, Oregano oder Ysop.
 
Geschichtliches
Obwohl der Quendel in Mitteleuropa heimisch ist und das Mittelmeer eher die Heimat des Thymians ist, berichtet in der Antike schon Plinius Secundus vom Quendel, den er als Serpyllum bezeichnet, was heute noch sein wissenschaftlicher Artname ist. Plinius schreibt, dass der Quendel schon 200 v. Chr. ein Teil des berühmten Theriaks gewesen sein soll, ein Heiltrank, der gegen Gifte aller Art schützen sollte. Im Sizilien des Altertums wurde der Quendel zusammen mit Rosen der Göttin geopfert um die Liebe zu fördern. Die Germanen weihten den Quendel der Göttin Freya. Später wurde er zum Marienkraut umdefiniert, wie es so vielen Heilpflanzen der Frauenheilkunde erging. Auch Hildegard von Bingen erwähnt den Quendel unter der Bezeichnung Quenula. Das Volk glaubte auch lange, dass der Quendel Dämonen abwehren könnte. Kränze aus Quendel wurden geweiht und in Stall und Haus gehängt, um Blitze und böses Geister abzuwehren.
 
Pflanzenbeschreibung
Der Quendel ist in Mitteleuropa heimisch. Er ist ein naher Verwandter des Thymians, der eher in südlicheren Gefilden wächst. Auch wenn der mehrjährige Quendel nach Mitteleuropa gehört, liebt er dennoch trockene und warme Standorte. Er ist anspruchslos, was die Nährstoffe angeht, darum gedeiht er gut an steinigen Stellen. Je nach Standort hat er eine unterschiedliche Gestalt. Man hat über zwanzig Unterarten identifiziert. Eine lange Wurzel reicht beim Quendel in den Boden. Von dort aus breitet sich eine Pflanze bis zu einem Quadratmeter aus und bildet einen würzig duftenden Teppich. Die Ausläufer des Quendels kriechen über den Boden und lassen niedrige, beblätterte Triebe nach oben steigen. Meistens wird der Quendel nur 10cm hoch, in Ausnahmefällen kann er sich aber bis zu 60 cm über den Boden erheben. Die Blätter des Quendels sind sehr klein und schmal oval. Sie sind relativ hart und duften ausgeprägt balsamisch. Ab Mai blüht der Quendel mit rosafarbenen bis violetten Blüten, die in Kugeln oder Ähren stehen.
Der Sand-Thymian ist ein immergrüner, bodenbedeckender Halbstrauch, der Wuchshöhen von 2 bis 10 Zentimeter erreicht. Die Zweige sind immer ringsum behaart. Die Laubblättersind linealisch bis schmal elliptisch oder verkehrt-eiförmig, 1 bis 3 Millimeter breit und kurz gestielt oder sitzend. An den Blütentrieben sind sie in Größe und Form kaum unterschiedlich. Das oberste Paar der Seitennerven ver-liert sich meist, es vereinigt sich nicht zu einem Randnerv. Am Grund sind die Blätter bewimpert, die Spreite ist nur selten behaart. Ihre Sei-tennerven treten an der Unterseite stumpf hervor.
Die Blütezeit reicht von Juli bis September. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die oberen Kelchzähne sind breit dreieckig und ungefähr so lang wie am Grund breit.
 
Anbautipps
Man kann den Quendel aus Samen ziehen oder man verwendet Teilausläufer, die an der Stelle des Bodenkontakts kleine Wurzeln gebildet haben. Der Quendel gedeiht gut im Steingarten oder an anderen geschützten Stellen, die sonnig und eher trocken sind.
 
Sammeltipps
Man sammelt das blühende Kraut ohne Wurzel und ohne verholzte Teile. Der Quendel muss sehr schonend und mit möglichst wenig Berührung getrocknet werden. Am besten legt man ihn einschichtig an einen warmen, schattigen Platz.

Paprika
Die Pflanzengattung Paprika gehört zur Familie der Nachtschattengewächse. Sie ist vor allem wegen ihrer Früchte bekannt, die als Gemüse und Gewürz verwendet werden. Je nach Größe, Farbe und Geschmack sowie Schärfe werden für viele Sorten besondere Namen wie Chili, Spanischer Pfeffer, Peperoni, Peperoncini oder Pfefferoni gebraucht. Die am weitesten verbreitete Art, zu der auch die meisten in Europa erhältlichen Paprika, Peperoni und Chilis gehören, ist Capsicum annuum. Fast alle Paprika enthalten – in sehr unterschiedlicher Konzentration – den Stoff Capsaicin, der die Schärfe erzeugt. Paprika und Chili wurden vom Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) zum Gemüse des Jahres 2015/2016 in Deutschland gewählt. Namensherkunft: Paprika, der, wurde aus serbisch pàprika entlehnt. Dieses ist eine Weiterbildung zu serb. pàpar, deutsch ‚Pfeffer‘, das wiederum von lateinisch piper, deutsch ‚Pfeffer‘ kommt.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Gelenkentzündungen, Gewürz, Muskelschmerzen, Rheumatische Beschwerden, Verdauungsschwäche
wissenschaftlicher Name: Capsicum annum
Pflanzenfamilie: Nachtschattengewächse = Solanaceae
Sammelzeit: Juli bis September
 
Verwendung
Es gibt heutzutage kaum eine lokale Küche, in der Paprika nicht in irgendeiner Form eingesetzt wird. Jedoch ist die jeweilige Verwendung sehr unterschiedlich und stark an die regionalen Gewohnheiten angepasst. Einige Sorten wie Jalapeño, Serrano, Anaheim oder zum Teil die Gemüsepaprika werden im grünen, unreifen Zustand geerntet und verwendet. Die scharfen Sorten werden bevorzugt in warmen Regionen eingesetzt, da die durch das Capsaicin verursachte Hitzeempfindung ihrerseits die Schweißbildung fördert, wodurch die eigentliche Temperatur wieder gesenkt wird. Beispiele für diese Küchen sind in der ursprünglichen Heimat der Paprikas die mexikanische Küche, die Tex-Mex-Küche, aber auch die mittel- und südamerikanische Küche. Doch auch Asien ist für scharfe Kochstile bekannt, so unter anderem die chinesische, indonesische, thailändische, koreanische und indische Küche. In Europa sind bevorzugt die Mittelmeer-Gebiete zu nennen, so die spanische, türkische, italienische oder griechische Küche; aber auch auf dem Balkan und in Ungarn wird die Schärfe der Paprika geschätzt. Milde Paprika werden sowohl als Gemüse als auch als Gewürz in vielen anderen Küchen genutzt, unter anderem in der französischen Küche. Die Einbürgerung der Gewürzpaprika in der französischen Küche und damit in der „Haute Cuisine“ ist auf den Koch Auguste Escoffier zurückzuführen. Er ließ das Paprikapulver 1879 über den befreundeten ungarischen Koch Karoly Gundel aus Szeged in Ungarn nach Monte Carlo kommen und verschaffte damit dem ungarischen Gewürz internationale Beachtung. Zu den Gerichten, die er servierte, gehörte Poulet au Paprika (Paprikahuhn) – und Gulyas Hongroise (Gulasch). Ein weiteres bekanntes französisches Gericht, die Ratatouille, ist ohne Paprika undenkbar. Wie viele andere Nachtschattengewächse enthalten die grünen Bestandteile der Pflanze wie Blätter und Stängel Giftstoffe und sollten deswegen nicht verzehrt werden. Jedoch ist der Anteil dieser Giftstoffe nicht so hoch wie bei anderen Nachtschattengewächsen, so dass zum Beispiel in Indien auch die Blätter für eine Art Tee verwendet werden.
Verwendung als Gewürz
Die bekannteste Form, in der Paprika als Gewürz genutzt wird, ist das Paprikapulver. Zur Herstellung wer-den die Paprikafrüchte getrocknet und anschließend gemahlen. Je nach verwendeter Sorte und der damit verbundenen Schärfe sowie dem Anteil der Samen und Scheidewände kann Paprikapulver in verschiedene Kategorien eingeteilt werden. Ungarisches Paprikapulver wird (mit abnehmender Schärfe) wie folgt gegliedert: Rosenpaprika – Halbsüß – Edelsüß – Delikatess – Extra. Daneben gibt es noch unter anderem die spa-nischen Paprikapulver Dulce (vergleichbar mit Edelsüß) und das kräftigere Picante. Scharfes Paprikapulver wird oft als Cayennepfeffer bezeichnet, verweist aber eigentlich auf die verwendete Chilisorte Cayenne. Neben Paprikapulver wird eine Vielzahl an Würzsaucen und -pasten aus Paprika hergestellt. Wohl die bekannteste ist die durch Fermentation von Chilis hergestellte Tabascosauce. Oft wird auch eine Grundlage aus Essig und Gemüse (meist Tomaten) oder Früchten für Chilisaucen verwendet. Zu den bekanntesten Würzsaucen mit Paprika gehören Sambal Oelek (Indonesien), Ajvar in weiten Teilen Südosteuropas, Erős Pista (Ungarn), Adschika (Westkaukasus und Südrussland), Harissa (Nordafrika), Mojo(Kanarische Inseln), Lajiaojiang (China), Mole und diverse Salsas (Mexiko). Eine wenig verbreitete Spezialität ist das aus den Paprikasamen, die ca. 20% Öl enthalten, gewonnene Paprikasamenöl. Es weist einen intensiven Paprikageschmack und eine tiefrote Farbe auf. Lieferländer sind u. a. Ungarn und China. Getrocknete Paprika sind grob gemahlen oder als ganze Früchte erhältlich. Diese können sowohl ähnlich dem Paprikapulver als auch nach Einweichen in Wasser wie frische Früchte verwendet werden. Doch gerade in der mexikanischen Küche nehmen getrocknete Chilis einen besonderen Stellenwert ein. Durch die Trocknung erhalten einige der verwendeten Sorten erst ihr besonderes Aroma und werden dementsprechend benutzt. Meist besitzen Chilis der gleichen Sorte unterschiedliche Namen, je nachdem, in welchem Zustand sie verwendet werden. So heißen unreife Ancho-Früchte Poblano, getrocknete Mulato; Jalapeñosind zumeist unreif, die reifen, durch Räuchern haltbar gemachten und sehr aromatischen Jalapeño werden als Chipotle bezeichnet. Zur Bestimmung der Schärfe von Paprika wurde 1912 ein Vergleichsverfahren eingeführt. Aufgrund der nach dem Erfinder benannten Scoville-Skala wird heute noch die Schärfe von Chilis angegeben. Jedoch wird heute der Capsaicin-Gehalt chemisch-analytisch bestimmt. Die verschiedenen Paprikasorten können Scoville-Werte von 0 bis 2.200.000 erreichen. Pures kristallines Capsaicin entspricht einem Schärfegrad von 15.000.000 bis 16.000.000 Scoville-Einheiten. Als Beispiel eines solchen Chili-Erzeugnisses gilt Blair’s 16 Million Reser-ve. Ein Milliliter dieses Produkts müsste mit 16 Kubikmetern Wasser verdünnt werden, um die Schärfe zu neutralisieren. Die ungefähre Klassifizierung der Schärfe von Paprika reicht von mild (0 Scoville-Einheiten, z. B. Gemüsepaprika) über pikant(100 bis 1500 Scoville-Einheiten, z. B. Kirschpaprika, Peperoni, Peperoncini, Poblano, Pasilla) und mittelscharf (1500 bis 10.000 Scoville-Einheiten, z. B. Jalapeño, Guajillo, Wachspaprika) bis hin zu scharf: (mehr als 30.000 Scoville-Einheiten, z. B. Serrano, Cayenne, Chiltepin oder Habanero mit 100.000 bis 500.000 Scoville-Einheiten). Einige extrem scharfe Sorten überschreiten eine Million Scoville: Bhut Jolokia, Trinidad Moruga Scorpion und der aktuelle Rekordhalter Dragon’s Breath. Durch die Verwendung von Konzentraten ist es möglich, noch schärfere Chilisaucen herzustellen. Hände müssen mit Ölen, Fetten oder Alkohol gereinigt werden, da Capsaicin nicht wasserlöslich ist und sich somit durch normales Händewaschen nicht vollständig entfernen lässt. Um sich bei der Verarbeitung scharfer Sorten zu schützen, bieten sich Plastikhandschuhe an. Bei extrem scharfen Sorten kann es bei Kontakt auch geringster Mengen mit Augen, Schleimhäuten oder Haut zu teils schweren Reizungserscheinungen kommen. Will man die Schärfe mindern, dürfen nur die Fruchtwände ohne Plazenta und Samenscheidewände verwendet werden, da letztere 90 bis 99 Prozent des Capsaicins enthalten.
Verwendung als Gemüse
Nachdem durch Züchtung immer mildere Sorten verfügbar waren, setzte sich die Verwendung von Paprika als Gemüse immer mehr durch. Wie auch beim scharfen Paprika ist die Verwendung des Gemüsepaprika sehr vielseitig. So kann man Paprika roh in Salaten, gefüllt, sauer eingelegt, gedünstet oder gebraten verwenden. Frischer Paprika hält sich bei Zimmertemperatur etwa zwei bis drei Tage, im Kühlschrank (Gemüsefach) etwa eine Woche. Vor der Verwendung sollten Stiel, Plazenta, Samenscheidewände sowie Samen entfernt werden. Grüne (unreife) Paprikas sind etwas bitterer und kräftiger im Geschmack, während reife Früchte süßer sind.
Verwendung n der Medizin
Gerhard Madaus fasst unterschiedliche medizinische Literatur zusammen: Camerarius rühme das Dekokt gegen Wassersucht, andere empfahlen es mit Lorbeeren bei Wechselfieber. Matthiolus‘ New-Kreuterbuch von 1626 empfehle es bei Hydrops, Heckers Pract. Arzneimittell. bei Verdauungsschwäche, Torpidität und Verschleimung des Magens, Typhus, Malaria, Gliederlähmung, seröser Bräune und Star, Clarus‘Handb. d. spec. Arzneimittell. zur Anregung von Verdauung, Gefäß- und Nervensystem, äußerlich als Gurgel- und Kaumittel bei septischen Anginen, Turnbull bei Frostbeulen und Zahnweh. Potter empfahl Capsicum als Alkohol- und Opiumersatz für Süchtige, und für verschiedene urologische Störungen. Tierärzte kannten Liquor capsici compositi zum Einreiben bei Rheuma und innerlich für die Verdauung. Die französische Volksmedizin nutze Capsicum bei Hämorrhoiden, die lettische ließ reife Schoten mit Salz, gelber Seife und Kampfer in einer Flasche im Warmen gären und rieb damit schmerzende Glieder ein. In der Mongolei nehme man es bei Fieber, Hämorrhoiden, Parasiten und Karzinom.  Die Homöopathie kennt Capsicum annuum u. a. bei Mastoiditis, ausstrahlend schmerzendem, stinkendem Husten, Übergewicht und Schlafstörung bei Melancholie und Sucht. Die Medizin nutzt keine Gemüsepaprika, sondern Zubereitungen mit höherem Gehalt an Capsaicin. Bereits die amerikanischen Ureinwohner nutzten Paprika als Heilmittel, unter anderem gegen Zahnschmerzen oder Arthrose. Teile dieser Techniken wurden nach der Entdeckung Amerikas auch von Europäern in die Volksmedizin übernommen. Der heute bekannteste Einsatz von Paprika in der Medizin sind Wärmepflaster, die bei rheumatischen Schmerzen eingesetzt werden. Die 1928 entwickelte Wirkstoff-kombination enthält neben einem Extrakt aus Cayennepfeffer Arnika- und Belladonna-Bestandteile. Auch gegen andere Beschwerden wie Hexenschuss, Migräne, Gürtelrose, diabetische Neuropathie oder postherpetische und trigeminale Neuralgie werden capsaicinhaltige Produkte eingesetzt; weitere Möglichkeiten zur medizinischen Anwendung von Capsaicin werden regelmäßig bekannt. 2006 wurde beispielsweise festgestellt, dass eine hohe Dosis Capsaicin Prostatakrebszellen in Mäusen abtötet. Capsaicin soll durch die Stimulation von Herzmuskelzellen bei Mäusen auch den Herzschaden reduzieren, den sie bei einem Herzanfall erlitten, und könnte in der Zukunft in der Therapie von Myokardinfarkt eingesetzt werden. Koreanische Wissenschaftler stellten zudem in einer Studie mit 100 Frauen fest, dass ein erhöhter Konsum an scharfen Paprika mit einer Verringerung des Körperfett-Anteils in Zusammenhang steht. Jedoch steht Capsaicin und damit scharfes Essen auch im Verdacht, Symptome wie Blasenirritation, Inkontinenz, Gastritis, Durchfall und Magenschmerzen hervorzurufen.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Samen keimen oberirdisch, sie bilden zwei Keimblätter. Die meist mehrjährigen krautigen Pflanzen erreichen Wuchshöhen um 150 Zentimeter, aber es existieren sowohl bodendeckende als auch deutlich größere Arten und Sorten. Die Wurzeln bilden sich im Umkreis von 30 bis 40 Zentimetern knapp unter der Erdoberfläche aus und reichen bis zu 60 Zentimeter in die Tiefe. Als Keimling entwickelt sich zunächst ein Haupttrieb, der paarweise Blätter ausbildet, die kurz hinter-einander erscheinen können. Die Blattpaare sind untereinan-der um etwa 90° ver-setzt. Die Form der Laubblätter ist länglich oval bis eiförmig. Sie sind ganzrandig und gestielt, bis zu 30 Zentimeter lang und bis zu 15 Zentimeter breit. Nach frühestens drei Monaten – in etwa in einer Höhe von 30 Zentimetern bis einem Meter – verzweigt sich der Haupttrieb zum ersten Mal, in der Verzweigung bildet sich die erste Blüte. Die Nebentriebe verzweigen sich während des Wachstums erneut, auch hier finden sich in den Verzweigungen Blütenansätze. Im Alter treibt die Pflanze aus Blattachseln und teilweise auch aus den Verzweigungen selbst neue Zweige aus, die ebenfalls nach einiger Zeit verzweigen. Bei einigen Sorten ist in den Verzweigungen, auf den Blättern und auch den Früchten eine violette Verfärbung zu beobachten, die teilweise bis in schwarze Farbtöne reicht und oft auch die ganze Pflanze betrifft. Diese Verfärbungen treten als Schutz gegen zu starke Sonneneinstrahlung auf. Zum Teil wurden diese Eigenschaften durch gezielte Selektion und Kreuzungen für Zierpaprikas verstärkt. Verfärbungen der Früchte sind nur bis kurz vor der Reife zu beobachten, da dann der oftmals rote Farbstoff überwiegt. Alle Paprikasorten sind mehrjährige Pflanzen, auch wenn der Name Capsicum annuum Einjährigkeit vermuten lässt. Der botanische Begriff bezieht sich nicht auf ein Kalenderjahr, sondern darauf, dass die Pflanze vom Keimen bis zur Samenreife keine Vegetationspausen einlegt. Pro Jahr wachsen die Pflanzen zwischen 0,3 und 4,6 Meter. Obwohl die Pflanzen leicht saure bis neutrale Böden bevorzugen, wachsen sie auch bei einem pH-Wert des Bodens zwischen 4,3 und 8,7. Ein zu hoher pH-Wert kann jedoch zu gelblichen Verfärbungen am Blattrand und geringem Wuchs führen. Die Pflanzen wachsen am besten in lockerem, sandigem bis lehmigem Boden. In Mitteleuropa werden Paprika meist einjährig (Keimung im Frühjahr – Fruchternte im selben Jahr – danach wird die Pflanze kompostiert) gezogen, da sie sehr kälteempfindlich sind. Bei Temperaturen zwischen sieben und 29 °C können Paprika jedoch problemlos auch im Freiland wachsen.
Je nach Art treten eine bis zehn Blüten pro Blattachsel auf. Die Blütenstiele sind 2 bis 2 Zentimeter lang. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der Blütenkelch ist glockenförmig, die Kelchblätter sind teilweise nach vorne zugespitzt, zum Teil auch gerundet. Die Blütenkronen sind meist weiß, es gibt jedoch auch viele grünliche und auch violette Blüten. Der Fruchtknoten ist unter-ständig.
Während die Frucht standardsprachlich und kulinarisch als Schote bezeichnet wird, handelt es sich bota-nisch gesehen um eine Beere (genauer gesagt um eine Trockenbeere, da das Perikarp bei der Reifung eintrocknet). Diese Fruchtwand besteht von außen nach innen aus einer festen Haut, auch Exokarp genannt, gefolgt vom eigentlichen Fruchtfleisch, dem Mesokarp, und schließlich der Innenwand, dem Endokarp. An der Innenseite der ehemaligen Fruchtblätter befindet sich das deutlich hellere plazentale Gewebe, das auch oftmals in Form von Scheidewänden das Innere der Frucht in verschiedene, nicht vollständig getrennte Kammern unterteilt. Auf der Plazenta und den Scheidewänden sitzen die Samen, die zum Teil den kompletten Innenraum der Frucht ausfüllen. Die Samen sind nierenförmig und glatt. Je nach Art ist ihre Farbe hellbraun bis schwarz, das Tausendkorngewicht beträgt zwischen fünf und acht Gramm. Die Früchte sind sehr formen- und farbenreich. Von schmal-zylindrisch bis kugelig gibt es viele Erscheinungsbilder. Unterschiedlich ist auch die Form der Spitze der Frucht – von kegelförmig zugespitzt über abgerundet bis hin zu von mehreren Rundungen eingekerbten Vertiefungen reicht die Vielfalt. Das Fruchtwachstum zeigt ein sigmoides Verhalten, d. h. in der Mitte der Reifeperiode ist das Wachstum am stärksten, während zu Beginn und Ende ein sehr geringes Wachstum zu beobachten ist. In 28 bis 35 Tagen nach der Befruchtung haben die Früchte ihre endgültige Größe erreicht, anschließend steigert sich das Fruchtgewicht durch Verdickung der Fruchtwand weiter. Abhängig von der Sorte und den äußeren Bedingungen sind Paprikas 50 bis 120 Tage nach der Befruchtung ausgereift. Reife Früchte können die Farbtöne rot, orange, gelb, braun oder auch weiß annehmen. Grüne, violette oder schwarze Früchte sind immer unreif; einige Sorten reifen über mehrere Farbstadien, z. B. von grün nach gelb zu rot.

Bachblüten
Man sieht immer nur das Beanstandungswerte und die Schwäche einer Situation, kann aber nicht das Positive wahrnehmen, das daraus entstehen könnte (Beech)
Sie sehen immer und immer wieder nur das Beanstandungswerte und die Schwäche und können nicht das Positive wahrnehmen, dass daraus entsteht
Mit der Blüte können sie das Beanstandungshaltung ablegen und sehen das Positive dieser Situation
Bachblüten
Ich bin vollkommen angepasst, ich kann nicht nein sagen (Centaury)
Sie sind vollkommen an ihr Umfeld angepasst, da sie nicht nein sagen können
Mit der Blüte passen sie sich nicht mehr an und sagen auch wieder nein
Hilfe bei Blähungen
-     Verzicht auf blähungsfördernde Lebensmittel
-     In Ruhe und langsam Essen, gründlich kauen
-     Üppige Nahrung vermeiden
-     Ballaststoffanteile in der Nahrung langsam steigern (zur Gewöhnung)
-     Sport und Bewegung
-     Kreisende Massage um den Bauchnabel im Uhrzeigersinn
-     Blähungsmildernde Gewürze verwenden: Kümmel, Anis, Zimt, Koriander, Frauenmantel, Wacholderbeeren
Ein ausgewogener Speiseplan schützt leider nicht immer vor Verstopfung oder Blähungen. Wir klären auf, woran das liegt!
Blähungen können nicht nur schmerzhaft und unangenehm, sondern für viele Betroffene auch ein emotionales wie optisches Problem sein. Tipps, wie Sie einen Blähbauch und Flatulenzen in den Griff bekommen.
Sprechen wir über Blähungen
Fast jeder kennt sie, aber keiner spricht darüber: Blähungen! Dabei ist es ganz normal, dass unser Darm im Verlauf eines Tages Gase produziert. Die üblichen Darmgase nehmen wir meist gar nicht wahr, da sie durch ihre Entstehung im oberen Magen-Darm-Trakt geruchlos sind und unbemerkt wieder verschwinden. Wenn Sie jedoch nach einer Mahlzeit einen Druck in der Magengegend verspüren oder an Blähungen leiden, kann das nicht nur unangenehm sein, sondern in vielen Fällen zu einer schmerzhaften Angelegenheit werden.
Flatulenzen vs. Meteorismus
Zunächst muss man zwischen zwei Erscheinungsformen unterscheiden: Wer unangenehm riechende Darmgase ausstößt, leidet unter Blähungen, die medizinisch als Flatulenzen bezeichnet werden. Diese entstehen durch ballaststoffreiche Nahrungsmittel, große Kohlenhydrat-Mengen oder Eiweiß. Bei der Zersetzung durch Darmbakterien entstehen Kohlenstoffdioxid, Methan und Wasserstoff. Wenn die Darmgase jedoch nicht ausweichen können und sich im Verdauungstrakt sammeln, spricht man von Meteorismus – oder umgangssprachlich von einem Blähbauch, dem meist ein unangenehmes Völlegefühl vorangeht.
Wenn Darmbeschwerden wie Blähungen bei Ihnen bereits zum Alltag gehören und Sie nach jeder Mahlzeit unter Beschwerden leiden, sollten Sie einen Arzt zu Rate ziehen. Denn wiederkehrende Blähungen oder Meteorismus können ein Anzeichen für Unverträglichkeiten wie Laktose-, Fruktose- oder Glutenintoleranz (Zöliakie), Aufnahmestörungen des Darms (Maldigestion oder Malabsorption) sowie ernste Erkrankungen (z.B. Reizdarm-Syndrom oder Darmkrebs) sein.
Gehen die Blähungen mit einer Verstopfung einher, können Abführmittel die Beschwerden lindern. Oral eingenommene Abführmittel mit den Wirkstoffen Natriumpicosulfat und Bisacodyl gelten als gut verträglich.

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