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MISTEL t
Die Mistel ist eine wundersame Pflanze, die erst in den Wintermonaten, wenn die Bäume kahl sind, richtig sichtbar wird. Sie wächst in Kugelform auf verschiedenen Baumarten und saugt den Bäumen Wasser und Nährstoffe aus, was sie zu einem Halbschmarotzer macht. In früheren Zeiten war die Mistel eine wichtige magische Pflanze, die von den Druiden mit goldenen Sicheln geerntet wurde und nicht zu Boden fallen durfte, denn sonst würde sie ihre besondere Wirkung einbüssen. Aufgrund der magischen Wichtigkeit galt die Mistel früher auch als Allheilmittel. Zur Zeit der Wintersonnenwende und als Weihnachtsschmuck wird sie auch gerne an die Haustüren gehängt, um das Haus vor Schaden zu bewahren. Wer sich unter Misteln küsst, soll ein glückliches Liebespaar werden. In der modernen Pflanzenheilkunde wird die Mistel gegen Bluthochdruck und gegen Krebs eingesetzt. Doch sie kann noch viel mehr.
Misteln sind Pflanzen der Gattung Viscum aus der Familie der Sandelholzgewächse. Früher wurden die mehr als drei Dutzend Viscum-Arten und die ihnen nahestehenden Gattungen wie z. B. Arceuthobium und Korthalsella in eine Familie namens Viscaceae gestellt. Misteln sind halbparasitische, epiphytische Sträucher. Vor allem in den Tropen und Subtropen kommt diese Lebensform auch in anderen Pflanzenfamilien vor, z. B. in den entfernt verwandten, artenreichen Riemenblumengewächsen (Loranthaceae).
 
Steckbrief
Heilwirkung: beruhigend, blutstillend, entzündungshemmend, harntreibend, krampflösend, tonisierend, Bluthochdruck, Herzschwäche, Beschleunigter Puls, Arteriosklerose, Ödeme, Fieber, Verdauungsschwäche, Verstopfung, Magenschwäche, Bauchspeicheldrüsenschwäche, Diabetes (leichte Formen), Gallenschwäche, Nervenschwäche, Kopfschmerzen, Schwindel, Chronische Arthrosen, Chronisches Rheuma, Gelenkentzündung, Wechseljahresbeschwerden, Menstruationsbeschwerden, Gebärmutterschmerzen, Gebärmutterblutungen, Gebärmuttergeschwülste, Weißfluss, Epilepsie, Heuschnupfen, Krampfadern, Ekzeme, Geschwüre, Eitrige Wunden, Krebs (therapiebegleitend)
wissenschaftlicher Name: Viscum album
Pflanzenfamilie: Sandelholzgewächse = Santalaceae
englischer Name: Mistletoe
volkstümliche Namen: Affalter, Albranken, Birnäpsel, Bocksfutter, Donarbesen, Donnerbeseb, Drudenfuss, Geisskraut, Heil aller Schäden, Heiligkreuzholz, Hexenbesen, Hexenchrut, Hexennest, Immergrün, Kenster, Kinster, Klüster, Knisterholz, Marenstocken, Nistel, Offölterholz, Vogelchrut, Vogelleimholz, Vogelmistel, Wintergrün, Wintersamen
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Zweige
Inhaltsstoffe: Alkaloid, Asparagin, Bitterstoff, Harz, Histamin, Inositol, Oleanolsäure, Pyridin, Saponine, Schleim, Tyramin, Viscalbin, Viscin, Viscotoxin, Xanthophyll, Zink
Sammelzeit: Spätherbst, Winter und Frühling
 
Anwendung
Das Haupteinsatzgebiet der Mistel ist der Bluthochdruck. Auch als begleitende Therapie gegen Krebs ist die Mistel sehr beliebt. Aber das Mistelkraut hat noch eine Menge anderer Heilwirkungen. Früher galt sie sogar als Allheilmittel. Sie ist jedoch leicht giftig und sollte behutsam angewandt werden.
Innerlich als Tee
Misteltee wird immer als Kaltauszug angesetzt. Im kalten Wasser lösen sich die schwach giftigen Stoffe nicht auf und daher ist der Kaltauszug der Mistel ungiftig. Auch die Heilwirkung der Mistel soll durch Erwärmen gemindert werden. Der Tee wird in erster Linie zur Senkung des hohen Blutdrucks angewandt; er hilft auch bei Herzschwäche und Arteriosklerose. Bei niedrigem Blutdruck kann Misteltee den Blutdruck sogar steigern, was auf den ersten Blick wie ein Widerspruch klingt. Aber da die Regulierung des Blutdrucks über eine Normalisierung des Kreislaufs und eine Stärkung des Herzens erfolgt, leuchtet es schließlich ein, dass die Mistel sowohl gegen zu hohen als auch gegen zu niedrigen Blutdruck helfen kann. Der Misteltee steigert auch Verdauung und Stoffwechsel, sodass sie bei Beschwerden der Verdauungsorgane und Stoffwechselstörungen eingesetzt werden kann. Durch die Stoffwechsel-Wirkung hilft die Mistel bei rheumatische Beschwerden. Sie stärkt auch die Nerven und kann daher Kopfschmerzen und Schwindel lindern. Durch die Nervenstärkung kann sie auch bei Epilepsie helfen und die Anfälle seltener machen. Auch gegen die Neigung zu wiederholten Fieberkrämpfen bei Kindern soll die Mistel helfen. In den Wechseljahren kann die Mistel die typischen Wechseljahresbeschwerden lindern. Auch gegen Menstruationsbeschwerden hilft die Mistel und durch ihre blutstillende Eigenschaft kann sie auch Gebärmutterblutungen stoppen. Das macht die Mistel zu einer wertvollen Heilpflanze nach Geburten, denn sie kann den Wochenfluss abkürzen und abschwächen.
Äußerlich als Tee
Den Mistelkaltauszug kann man als Umschlag oder für Bäder äußerlich anwenden. Er hilft bei Krampfadern und Unterschenkelgeschwüre. Auch Ekzeme können durch Mistelbehandlungen behandelt werden. Mistelumschläge kann man auch zur Linderung rheumatischer und neuralgischer Schmerzen auflegen. Auch bei Arthrose helfen äußerliche Mistelbehandlungen. Gegen Heuschnupfen kann man Misteltee schnupfen.
Mistel in der Krebsbehandlung
Zur Begleitung einer Krebstherapie und auch zu deren Nachbehandlung kann man Mistelpräparate in spezieller anthroposophisch-homöopathischer Aufbereitung anwenden. Die Wirksamkeit dieser Mistelpräparate wurde auch durch Studien untermauert. Der Erfolg der herkömmlichen Krebstherapie kann dadurch in vielen Fällen verbessert und Nebenwirkungen von Chemotherapie gelindert werden. Als alleinige Behandlung gegen Krebs ist die Misteltherapie jedoch nicht zu empfehlen.
Heilkräftige Pflanzenteile
Gesammelt werden die kleineren Zweige mit den Blättern von Oktober bis Mitte Dezember und von März bis April. Die Beeren, die in der Volksheilkunde verwendet werden, sammelt man von November bis Februar.
Heil- und Wirkstoffe
Die Mistel weist ein ganze Reihe wirksamer Heilstoffe auf und obwohl sich gerade in neuerer Zeit eine Reihe von Forschern mit der Mistel sehr eingehend befassen, dürften noch nicht alle Heil- und Wirkstoffe entdeckt worden sein, bzw. sind bezüglich der Wirkung noch einige Wirkstoffe umstritten. Dies rührt daher, dass die Wirkstoffe je nach Herkunft der Mistel sehr stark schwanken. Bisher wurden nachstehende Heil- und Wirkstoffe festgestellt: das noch umstrittene Glycosid Viscalbin, das Viscin, flüchtige Alkaloide, das harzartige Visciflavin, neben Cholin und seinem Cholinester ein digitalisartig wirkender Stoff, ein blutdrucksenkender Stoff (ein reines Pyridin), ein Harzalkohol, Vitamin C, Glukose, Inosit, Stärke, fettes Öl, ein saures und ein neutrales Saponin, Oleanolsäure, Stearin, Essigsäure, Palmitinsäure, ferner Kalk, Kali und reichlich Phosphorsäure u.a.
Heilwirkung
Wenn bezüglich der Heil- und Wirkstoffe noch vereinzelte Meinungen auseinander gehen und dies in dem anschließenden Kapitel Heilwirkung seine Fortsetzung findet, so liegt diese Erscheinung darin, dass pharmakologische Urteile zumeist vom Tierexperiment ausgehen. Doch ist zwischen den pharmakologischen Tierversuchen und der Anwendung am kranken Menschen ein sehr erheblicher Unterschied!
Schon die Tatsache, dass bei den meisten pharmakologischen Tierversuchen ganz andere Vorbedingungen vorhanden sind und die Experimente eine zu rasche Beurteilung erfahren, werden bei Krankheiten beim Mensch, ob von akuter Erscheinung oder von chronischer Art, die gleichen Drogen einen wesentlich anderen Heileffekt auslösen. Vor allem dann, wenn die pflanzliche Droge durch einen längeren Zeitraum als beim Tierexperiment angewendet wird. Schließlich stützt die Heilkräuterkunde außerdem zumeist auf eine jahrhundertealte Erfahrung. Es können nicht dauernd die Ergebnisse von Versuchen an Mäusen, Ratten und Kaninchen unmittelbar auf den Menschen bezogen werden!
Auf diese Tatsache muss bei der ganzen Heilkräuterkunde immer wieder hingewiesen werden und wir können die erfreuliche Feststellung treffen, dass wir, trotz einiger negativer Tierexperimente, gerade in der Mistel eine hervorragende Heilpflanze für den kranken Menschen besitzen.
Aus der Fülle der Heilwirkungen der Mistel wollen wir zunächst festhalten, dass die Mistel einen erhöhten Stoffwechsel und eine Steigerung der Drüsentätigkeit des gesamten Verdauungsapparates auslöst. Diese hat zur Folge, dass durch Stauungen und mangelhafte Drüsentätigkeit hervorgerufene chronische Verstopfung mit den vielen unliebsamen Nebenerscheinungen (Völlegefühl, Bähungen, Behinderung der geistigen und körperlichen Arbeit, Unlustgefühle u.a) behoben und Anfänge der Gelbsucht zum Abklingen gebracht werden, die mangelhaften Absonderungen der Galle sich normalisieren, die Bauchspeicheldrüse wieder geregelt Arbeit und nicht zuletzt die Zuckerkrankheit ihre Entstehungsursache verliert.
Die Mistel wirkt den sogenannten Abnützungskrankheiten, wie der Arterienverkalkung und den altersbedingten Herzschäden wirksam entgegen. Bei gestörtem Kreislauf, sei nun der Blutdruck zu hoch oder auch zu niedrig, tritt durch die Anwendung der Mistel wieder eine Normalisierung ein. Es wurde wissenschaftlich einwandfrei bestätigt – die Volksheilkunde hat dies schon lange vorher immer wieder behauptet, durch eine Kreislaufstörung bedingte Blutdrucksenkung oder Blutdrucksteigerung in beiden Fällen durch die Mistel behoben wird! Dieser scheinbare Widerspruch der blutdrucksteigernden als auch blutdrucksenkenden Heilkraft der Mistel wird dadurch erklärt, dass die Heilstoffe der Mistel dahin wirken, dass der Kreislauf normalisiert wird, die Herztätigkeit gekräftigt und somit wieder normale, d.h. gesunde Verhältnisse angebahnt werden. Dass auch hier alle Begleiterscheinungen des einerseits zu hohen, andererseits zu geringen Blutdrucks, wie Blutdrang zum Kopfe, Wallungen, Schwindelgefühle, Kopfschmerzen und Ohrensausen zum Abklingen kommen, ist selbstverständlich.
Die Besserung der Blutkreislaufverhältnisse bringt auch bei den Frauen eine Norma-lisierung der Perioden mit sich, Gebärmutterstörungen mit den oft argen Schmerzen werden behoben, so dass Kneipp nur zu recht hatte, als er den Frauen die Mistel bestens empfahl. Besonders den Müttern kann ich die Mistel nicht genug ans Herz legen, sie mögen recht gute Bekanntschaft mit ihr machen.
Der Frischsaft aus den jungen Zweigen mit den Blättern findet wie einst auch heute Anwendung gegen die Unfruchtbarkeit der Frau, wenn diese ihre Ursache in Gebär-mutterstörungen, Gebärmutterblutungen, Gebärmuttergeschwülsten und Weißfluss hat.
Nicht minder heilend wirkt die Mistel bei Nachblutungen im Wochenbett. Neben dieser Normalisierung der Blutungen werden auch Lungenblutungen und Blutbrechen zum Abheilen gebracht.
Die Mistel hat, wie in jüngster Zeit wiederholt klinisch festgestellt wurde, ausgesprochen krebsverhütende, krebsentgegenwirkende Heilkräfte und wurde zuletzt neben der antineuralgischen, blutstillenden auch ausdrücklich die anticarcinomatöse Wirkung der Mistel, u.a. durch Dr. med. Karl Anton Kass, bestätigt.
Von den TEEZUBEREITUNGSARTEN bevorzugen wir bei der Mistel den sogenannten kalten Ansatz, da durch Erwärmen die Heilwirkung der Mistel herabgesetzt wird. Wenn wir eine Tagesgabe von 3 Tassen trinken, so bereiten wir für diese 3 Tassen sogleich den Tee auf einmal und setzen 6TL Mistelblätter mit 3 Tassen kaltem Wasser an und lassen 6-8 Stunden ziehen. Wenn wir diesen Kaltansatz am Abend bereiten, über Nacht ziehen lassen, können wir am Morgen des nächsten Tages den Tee abseihen und unter Tags schluckweise und zuckerlos trinken. Vereinzelte Beeren -  jedoch nicht von der Eichenmistel – können bei der Teebereitung dabei sein. Im allgemeinen verwendet man die Beeren jedoch für äußerliche Anwendung in der Volksheilkunde.
Zur Bereitung von MISTELFRISCHSAFT nehme man nur die jungen Zweige und Blätter. Nach dem Abernten werden diese mit kaltem Wasser bespritzt und nachdem sich das Wasser in der Zweige und Blätter eingesaugt hat, ausgepresst. Man nehme 2-4 Teelöffel am Tage. Im übrigen wird auf die in Fachgeschäften erhältlichen guten Mistelfrischsaftpräparate verwiesen, wodurch man sich die etwas mühsame Herstellung erspart.
Anwendung in der Homöopathie
Die homöopathische Essenz Viscum Dil D1 wird zur Bekämpfung von Schwindelanfällen und chronischer Magen- und Darmkatarrhe erfolgreich angewendet.
Ein sehr gutes Mistelpräparat gegen Gesichtsneuralgie empfahl seinerzeit Prof. Dr. Altschul, Univ.-Lehrer der Homöopathie in Wien: man nehme 1 Teil Saft der Blätter und Beeren von Eichenmisteln und vermische sie bei ganz mäßiger Wärme mit 2 Teilen gelbem Wachs. Leidet man an Gesichtsneuralgie, so streiche man von dieser Salbe ein Stück auf ein Haftpflaster und befestige dieses über der schmerzhaften Stelle. Dieses Pflaster bewirkt ein Gefühl der Wärme, jedoch ohne Rötung der Haut. Das Pflaster hat solange aufzuliegen, bis der Schmerzvöllig abgeklungen ist. Zuweilen erfahren die Kranken eine leichte Verwirrung und Einschläferung der Sinne. Nach Entfernung des Pflaster soll man die Stelle des früheren Schmerzes mit etwas süßem Mandelöl einreiben.
Anwendung in der Volksheilkunde
In der Volksheilkunde galt seit altersher die Mistel als ein nervenberuhigendes Mittel und wird bei Epilepsie stets empfohlen. Die neueren Forschungsergebnisse lassen uns wissen, dass die Epilepsie verschiedene Grundursachen hat und u.a. auch durch Störungen von Magen-Darmkanalausgelöst werden dürfte. Wenn diese Ursache für die Ursache für die epileptischen Anfälle vorliegt, hat die Mistel tatsächlich eine sehr gute Heilwirkung. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass, falls die Epilepsie durch Erregungen des Zentralnervensystems ihre Grundursache hat, auch in diesem Falle die Mistel einen günstigen Einfluss ausübt.
Sehr gut bewährt sich die Mistel bei Kinderkrämpfen.
Die Mistel gilt als das beste Mittel bei allen Erkrankungen durch Überfunktion der Schilddrüse.
Misteltee bewährt sich sehr gut bei allen inneren Blutungen, die Lungenblutungen, Nasenblutungen und Gebärmutterblutungen. Hier ist ein Teegemisch mit Zinnkraut zu empfehlen.
FRAUENTEE: Man bereite einen kalten Ansatztee von 4 Teelöffel Mistelblätter für 1 Tasse Tee. Nach 6-8 Stunden abseihen. Dann bereite man einen Teeaufguss, je 1 Teelöffel Frauenmantel und Schafgarbe für 2 Tassen Tee. Sobald diese 2 Tassen trinkreif sind, gieße man den Misteltee hinzu und trinke diese Teemischung unter Tags schluckweise und ungesüßt. Dauer der Teekur 1 bis 2 Wochen.
Beruhigender Tee bei Hysterie und auch bei Keuchhusten: Man bereite 1 Tasse Misteltee durch kalten Ansatz. Nachdem dieser nach Vorschrift bereitet, gieße man 2 Tassen Salbei-tee als Teeaufguss hergestellt und bis Trinkwärme ausgekühlt, hinzu. Von dieser Teemischung trinke man nach Bedarf, schluckweise, ungesüßt.
Teemischung bei Arterienverkalkung: Man bereits 1 Tasse Misteltee durch kalten Ansatz nach Vorschrift. Dann mische an 1 Tasse Schafgarbentee trinkwarm hinzu und trinke Teemischung ungesüßt und schluckweise unter Tags, durch längere Zeit, nach Bedarf.
Mischtee bei epileptische Leiden: Man bereite einen kalten Ansatz von 3 Teelöffel Mistelblätter und 1 Teelöffel Mistelbeeren für 1 Tasse. Ferner bereite man einen Teeaufguß von einer Teemischung bestehend aus 1 Teelöffel Pfingstrosenwurzel und 1 Teelöffel Orangenblüten (in der Apotheke oder Drogerie erhältlich) für 2 Tassen. Nach Trinkreife des Teeaufgusses beide Tee mischen und dem Patienten zum Schluckweise Trinken reichen.
In der Volksheilkunde wird der Heuschnupfen durch Aufschnupfen von Misteltee erfolgreich behandelt.
Bei Krampfadern, Frostbeulen und Unterschenkelgeschwüren können warme Lokalbäder mit Misteltee nicht genug angeraten werden. Bei Krampfadern mache man regelmäßige Umschläge mit Misteltee.
Bei Neigung zu Krebs infolge schlechter Blutmischung, gegen Bettnässen, Weißfluss und Gebärmuttergeschwülste trinke man regelmäßige Misteltee.
Bei kaltem Füßen infolge schlechter Blutzirkulation bereite man heiße Fußbäder mit Mistelblättern und Mistelbeeren.
Kinder sind vor dem Genuss der Mistelbeeren zu warnen!
Anwendung in der Tierheilkunde
Mistellaub bildet ein sehr gesundes Futter für Schafe und Kühe und die Tiere sind auf Mis-tellaub sehr gierig. Bei den Kühen hebt sich nicht nur die Milchleistung, die Tiere sehen auch gesünder aus. Die Beeren sind jedoch zu entfernen. Gegen die Unfruchtbarkeit weiblicher Haustiere erhalten diese kalte zubereiteten Misteltee, als täglichen Trank durch 1-2 Wochen, bei Wiederholung.
Achtung! Vor allem die Beeren der Mistel sind leicht giftig. Kinder sollten vor deren Verzehr gewarnt werden.
 
Aus Mythos und Geschichte der Mistel
Das hohe Ansehen, das der Mistel während des Mittelalter entgegengebracht wurde, war ein Rest von ihrer Stellung in der nordischen Mythologie. Die blinde Hödur tötete infolge einer Hinterlist Lokis mit einem Mistelzweige den jugendlich schönen Baldur. In der Edda lesen wir:
Gewachsen war hoch über den Wiesen
Der zarte, zierliche Zweige der Mistel.
Von der Mistel kam häßlicher Harm,
da Hödur schoß.
Frigga hatte allen Dingen der Erde den Schwur abgenommen, ihrem Sohne keinen Schaden zuzufügen. Nur die Mistel war, weil sie nicht auf der Erde wächst, vergessen geblieben. Dass der tödliche Pfeil gerade von der Mistel angefertigt war, weist auf die sinnige und poetische Naturbetrachtung der alten Völker hin. Während alle anderen Pflanzen in den Winterschlaf gesunken sind, grünt die Mistel, als ob alle Lebenskraft sich in sie zurück-gezogen habe. Sie war die Siegerin über den zur Zeit in tiefster Ohnmacht liegenden Sonnengott.
Die höchste Verehrung erfuhr die Mistel bei den keltischen Druiden. Ihnen war die Mistel die heiligste, von Gott selbst erkorene Pflanze. Auch die Eiche, auf der sie wächst, wurde dadurch besonders verehrt. Die Gottesverehrung geschah am 6. Tage nach dem ersten Winterneumonde. Nur ein Priester durfte mit einer goldenen Sichel die vom Himmel Gefallene vom Baume abtrennen und Männer standen am Fuße des Baumes mit ausgebreitetem Linnen, um die niederfallenden Zweige aufzufangen. Die Göttergabe durfte die unheilige Erde nicht berühren. Das Blut von Opfertieren mit Misteln und Lauch zu einem Tranke gekocht, verlieh jedem Segen und Gesundheit, der davon genoss.
Auch mit der griechischen Mythologie ist die Mistel verwebt. Die Zweige hatten die Kraft, die Pforten der Unterwelt für Äneas zu öffnen. Das Immergrün des Strauches hält die Hoffnung auf die Wiederkehr des Frühlings rege: die Mistel erschien deshalb als die Begründerin neuen Lebens und galt als Symbol der Fruchtbarkeit bei Menschen und Haustieren mit der Mistel und in den Rauhnächten wird heute noch auf manchem Bauernhöfe ein Mistelzweig an die Stämme der Obstbäume gebunden, damit sie, einer alten Überlieferung nach, im kommenden Jahre reichlich Früchte tragen möchten.
Von Theophrast, Dioskurides und anderen antiken Ärzten sowie Naturforschern wurde die Mistel stets eingehend gebracht. Plinius berichtete ausführlich über die Stellung der Mistel bei den alten Germanen und Druiden.
In allen Kräuterbüchern des Mittelalters finden wir immer wieder Hinweise auf die Mistel. So bei der Äbtissin Hildegard, bei Paracelsus, Matthiolus, Hieronymus Bock, Leonhard Fuchs u.a. Im Jahre 1729 erschien eine eigene Broschüre des englischen Arztes Colbath über die Mistel und ausführlich befasste sich Hufeland mit dieser seltsamen Pflanze. Die Mistel fiel aber in der Folge der Vergessenheit anheim und fand in Pfarrer Kneipp den neuen Verkünder ihrer Heilwerte.
Zahlreiche Ärzte, Biologen und Botaniker versuchen immer wieder das leben und die Heilkräfte dieser Pflanze weiter zu erforschen und in unseren Tagen hat die Wissenschaft den Schleier des Geheimnisvollen, der noch immer über der Mistel liegt, schon weitgehend enthüllt.
Ein poetischer Hauch weht aber heute noch um die Mistel, besonders wenn wir sie in nebelverhangenen Adventtagen heimwärts tragen. Weckt doch ihr Grün in unseren Herzen jene oft so nötige hoffnungsfreudige Zuversicht, die der Dichter in die Worte kleidete:
Hinter allem Winterleide
Liegt ein ferner Frühlingstag!
 
Pflanzenbeschreibung
Misteln sind immergrüne ein- oder zweihäusige Halbschmarotzer, die auf Bäumen oder Sträuchern wachsen. Ihre Äste verzweigen sich oft gabelig. Blätter erscheinen paarig oder in Wirteln. Bei einigen Arten, die zusätzlich zum Wasser auch ihre Nährstoffe vorwiegend von ihren Wirten beziehen, sind die grünen, zur Photosynthese fähigen Teile (Blätter, grüne Äste) sehr klein. Arten, die auf sukkulenten Wirten wachsen und so mit ihren Wirten saisonalen Wasser-mangel ertragen müssen, sind selbst sukkulent. Im Extremfall befindet sich mit Ausnahme der Blüten die gesamte Pflanze innerhalb des Wirtes. Diese ist also ein Vollparasit. Die männlichen oder weiblichen Blüten der Viscum-Arten sind unscheinbar, 1 bis 3 Millimeter im Durchmesser und grünlich gelb. Nach der Bestäubung durch Insekten und anschließend erfolgter Befruchtung entstehen weiße, gelbe oder rote Beerenfrüchte. In ihnen sind je einzelne Samen. Eine Besonderheit der Mistel-Früchte und Samen liegt darin, dass keine Samenschale ausgebildet wird. Stattdessen bildet das Mesokarp eine klebrige Schicht aus Cellulose, Hemicellulosen und Pektinen, die als Viscin bezeichnet wird. Die Samen werden von Vögeln verbreitet, die die Früchte oder wenigstens die Beerenhäute mit ihrer etwas nahrhaften Schleimauskleidung fressen. Die klebrigen Samen können dabei z. B. mit dem Schnabel gezielt an Zweigen abgestreift werden. Oder die Beeren ohne die unverdaulichen Häute passieren den Darm und werden über den After ausgeschieden, während die schleimentleerten Beerenhäute als Speiballen ausgewürgt werden. Das Viscin wird nicht vollständig verdaut und sorgt dafür, dass die Samen auch nach der Passage durch den Vogeldarm an Zweigen haften. Für die Keimung der Samen ist das Verschlucken ohne Bedeutung. Bei der Keimung entsteht unter den winzigen Keimblättern ein Schlauch mit endständiger Scheibe, aus der sich bei Kontakt mit einem geeigneten Wirt auf noch glatter Rinde ein Haustorium entwickelt, durch das der Keimling zu den Leitbahnen der Wirtspflanze vordringen kann.
Die Mistel ist ein Halbschmarotzer, der auf Bäumen wächst. Sie bezieht die benötigte Flüssigkeit und Nährstoffe aus den Bäumen, auf denen sie wächst, kann aber durch ihre grünen Blätter selbst Photosynthese betreiben. Bäume, die von vielen Misteln bewachsen sind, leiden darunter und sterben schließlich ab. Aber die Misteln wachsen langsam und vereinzelte Misteln können einem großen Baum nicht viel anhaben. Bestimmte Baumarten werden bevorzugt von Misteln bewachsen, beispielsweise Pappeln, Apfelbäume, Tanne und Robinien. Andere Baumarten wie Birnbaum, Eberesche, Kiefer, Linde und Weiden werden nur ab und zu von Misteln bewachsen und sehr selten wächst die Mistel auch auf Eichen, wo sie als besonders heilkräftig gilt. Die Misteln senken ihre Wurzeln durch die Rinde des Wirtsbaumes hindurch in die Cambiumschicht und bis hinein ins Holz. Dort verankern sie sich und ziehen aus den Säften des Baumes Flüssigkeit und Nährstoffe. Die Zweige der Mistel sind hellgrün und verzweigen sich immer wieder. Dadurch entsteht nach und nach eine Kugelform. An den äußersten Enden der Zweige wachsen jeweils zwei gebogene Blätter, die sich gegenüberstehen. Die Blätter sind länglich und verkehrt eiförmig, d.h. das dicke Ende ist außen. Ich finde immer, dass die Mistelblätter wie lustige Ohren aussehen. Ab Ende Februar blühen die Misteln. Männliche und weibliche Blüten wachsen auf getrennten Pflanzen. Beide Blüten sind leicht gelblich und duften schwach nach Orange, was viele Insekten anlockt. Die weiblichen Blüten sind kaum einen Millimeter hoch und die männlichen Blüten haben mehrere Staubbeutel. Ab September reifen die weißen Beeren. Die Beeren sind sehr klebrig und enthalten einen Samen.
Botanik
Die Mistel ist eine der interessantesten Heilpflanzen. Sie ist eine der wenigen Pflanzen unserer Regionen, die nicht aus der Erde hervorkommt, sondern auf einer ganzen Reihe einheimischer Bäume und auch Sträucher gedeiht. Sie wird teils als Halbschmarotzer angesehen, da sie der Wirtspflanze nur Wasser und anorganische Nährsalze entnimmt, nach andern Forschungsergebnissen dagegen wird sie als Vollschmarotzer beurteilt, da sie von der Wirtspflanze auch organische Stoffe entnimmt. Nach einer dritten Annahme ist die Mistel weder Halb- noch Vollschmarotzer, sondern es wird die Beziehung zwischen Mistel und Wirtspflanze als eine Lebensgemeinschaft (Symbiose) hingestellt, nach der die Mistel nicht nur von der Wirtspflanze lebt, sondern hingestellt, nach der die Mistel nicht nur von der Wirtspflanze lebt, sondern ihr auch im Winter als immergrüne Pflanze assimilierte Substanz abtritt. Jedenfalls ist die Mistel noch Gegenstand weiterer Forschung, die noch nicht abgeschlossen ist. Die Erfahrung zeigt, dass eine tiefe Abhängigkeit zwischen Mistel und Wirtspflanze besteht, denn viele Misteln bringen die Wirtspflanze zum Absterben, doch geht auch die Mistel zugrunde, wenn der bewohnte Baum abstirbt. Auch braucht die Mistel eine Wirtspflanze bzw. hat mit ihr eine für sie lebensnotwendige Gemeinschaft, denn Mistelsamen in Wasser oder in die Erde gelegt, gelangen nie zur Keimung. Die Mistel zeigt sich unserer Betrachtung als ein kleiner Strauch, vielgabelig verzweigt, fast kugelig, bald an der Oberseite eines Baumastes senkrecht aufsitzend, ebenso aber auch seitlich oder an der Unterseite des Astes in umgestürzter Lage förmlich angehaftet. Der gabelige Stängel und die Ästchen der Mistel haben eine gelb-grüne Rinde. Die immergrünen Blätter sind lederartig, gelb-grün, verkehrt eiförmig. Der Ausdruck „immergrün“ deutet aber nicht eine unvergängliche Lebensdauer der Blätter an. Sie fallen im Herbst des 2. Jahres ab, bleiben somit mir einen Winter über lebensfähig.
Die Mistel ist zweihäusig, so wie bei den Weiden haben wir Pflanzen mit nur männlichen oder mit nur weiblichen Blüten vor uns. Die Narbe der weiblichen Fruchtblüte hebt sich kaum einen halben MiIlimeter empor, die männliche Blüten haben 4 Staubbeutel. Beide Blüten, schwach gelblich gefärbt, entwickeln Nektar und der auffällige orangenartige feine Duft lockt in erste Linie Fliegen (Anthrena-Arten) zum Besuch und damit zur Bestäubung ein.
Für die Erhaltung der Mistel hat aber noch eine 2. Tiergattung zu sorgen: die Vögel und da wieder in erster Linie die Misteldrossel, die den Samen verbreitet. Die Frucht der Mistel ist eine Beere, deren weißes und zähes Fleisch außen schleimig und klebrig ist. Dieser gummiartige Schleim verhütet das Austrocknen der Frucht, die bei monatelanger Trockenheit erhalten Keimlinge enthält, deren Würzelchen bereits aus dem Samen hervorlugen. Die Misteldrossel, die nun die fleischige Frucht als Nahrung annimmt, wetzt den klebrigen Samen gerne an einem Ast ab oder schluckt ihn. Da er hart und unverdaulich ist, wird er mit dem Kot wieder ausgeworfen und klebt nun meist wieder auf einem Ast der Wirtspflanze oder auf einem Ast eines anderen Baumes. Die Auffassung, dass die Mistelsamen nur dann keimen, wenn sie den Darm des Vogels passiert haben, ist nicht unbedingt richtig, denn zahlreiche Versuche haben gezeigt, dass die Samen, die dank ihrer klebrigen Masse direkt in den Ritzen des Baumastes festgehalten werden, ebenfalls zu keimen und zu wachsen begannen.
Bei der Keimung des Samens dringt das Würzelchen durch die Rinde hindurch in den Bildungsring (Cambium) und sogar ein Stück in das Holz ein. Die mikroskopische Untersuchung zeigt, dass die Gefäße der Wurzel sich saugend an den Bildungsring anlegen, wodurch dem Aste der Wirtspflanze ein beachtlicher Teil des Nahrungssaftes verloren geht. So interessant es wäre, müsse wir den weiteren Verlauf der Entwicklung der Mistel auf dem Wirtspflanze ein beachtlicher Teil des Nahrungssaftes verloren geht. So interessant so wäre, müssen wir den weiteren Verlauf der Entwicklung der Mistel auf dem Wirtsbaume hier beenden und abschließend noch berichten, dass neben dieser Verbreitung die Mistel sich auch außerdem noch durch Brustknospen verbreitet, aus denen neue Mistelpflanzen hervorgehen. Dadurch wird es verständlich, warum das bloße Abschneiden der Mistel den Obstbaum von seinen Parasiten nicht säubert, da der Wurzelausschlag der Brutknospen wieder in die Rinde eindringt und neue Mistelbüsche entstehen. Gründliche Abhilfe darf sich der Gärtner nur dann versprechen, wenn er den Ast unterhalb der befallenen Stelle absägt.
Jedenfalls auf Obstbäumen, besonders auf Apfel- und Birnbäumen ist der Nutznießer der Lebensgemeinschaft nur die Mistel und befallene Bäume leiden je nach Alter und Gesundheit. Bei mehreren Mitbewohnern gehen Obstbäume teilweise oder ganz ein.
Blütezeit
Ende Februar, Anfang März – April
Beerenreife
September, Oktober, November
Geruch und Geschmack
Die Blätter riechen frisch eigenartig, getrocknet sind sie geruchlos. Der Geschmack der Blätter und beeren ist säuerlich, dann bitter, scharf, je nach Standort.
Standort
Als bevorzugte Wirtspflanzen gelten: die Pappelarten, Apfelbaum und Weißtanne. An zweiter Stelle reihen Fichte, Eberesche, Kiefer, Linde, Ulme, Weidenarten, Esche Nussbaum, Birnbaum, Pflaumenbaum, Weißdorn, Haselnussstrauch und der Weinstock. Selten anzutreffen ist die Mistel auf Birke, Buche, Platane und Eiche. Bei der Eiche hängt dies jedoch vielfach vom Standort der Eiche ab. In Frankreich gibt es Eichenbestände mit reichlichstem Mistel vorkommen.
Achtung! Die Mistel   ist in Deutschland geschützt und darf nicht gesammelt werden! In anderen Ländern, beispielsweise Frankreich, gibt es mehr Misteln; dort dürfen sie   gesammelt werden.

NIESWURZ ttt
Die Nieswurz-Arten sind Pflanzen der mittleren Berghöhen, vor allem in den westlichen Alpen sind sie heimisch. Mitten im Winter blüht die Christrose (schwarze Nies-wurz) mit großen Blüten, die an Anemonen erinnern. Die grüne Nieswurz blüht erst im Frühling. Alle Nieswurzarten sind stark giftig. Früher wurden die Niesreiz auslösenden Wurzeln gegen Geisteskrankheit und Herzschwäche eingesetzt, doch die Giftigkeit verhindert heutzutage ihre Verwendung, außer in homöopathischer Verdünnung. Die grüne Nieswurz ist eine Pflanze der mittleren Berghöhen, vor allem in den westlichen Alpen ist sie heimisch. Die grünen Blüten erscheinen zwischen März und April, also meist deutlich später als die der verwandten Nieswurze. Die ganze Pflanze ist stark giftig. Früher wurden die Niesreiz auslösenden Wurzeln gegen Geisteskrankheit und Herzschwäche eingesetzt, doch die Giftigkeit verhindert heutzutage ihre Verwendung, außer in homöopathischer Verdünnung.
Die Pflanzengattung Nieswurz, auch Christrosen, Schneerosen oder Lenzrosen genannt, gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse. Die 15 bis 25 Arten sind von Europa über Kleinasien bis Zentralasien und China verbreitet.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Achtung! Stark giftig. Nur homöopathisch anwenden. Läuse
wissenschaftlicher Name: Helleborus viridis
Pflanzenfamilie: Hahnenfußgewächse = Ranunculaceae
englischer Name: Green hellebore
volkstümliche Namen: Bärenfuß, Feuerkraut, Feuerwurz, Läusekraut, Lenzrose, Schelmwurz, Teufelskraut, Wolfszahn, Wrangblume
Verwendete Pflanzenteile: Wurzeln, Wurzelstock
Inhaltsstoffe: Digitalis-Glykoside, Helleborein, Helleborin, Saponine, Cyclopamin
 
Anwendung
Unter den Nieswurz-Arten werden insbesondere die Christrose und ihre Sorten als Zierpflanzen verwendet. Als Art, die am besten auch Sonne und Trockenheit toleriert, gilt die Korsische Nieswurz mit ihren becherförmigen grünen Blüten. Mittlerweile wurden auch eine Reihe von Hybriden gezüchtet. Zu diesen gehört beispielsweise die Sorte Helleborus ‘Queen of the Night’, eine Kreuzung der Orientalischen Nieswurz und der Purpur-Nieswurz. Durch die Verwendung als Heilpflanzen wurden zwei Nieswurz-Arten in Mitteleuropa eingebürgert. Sowohl die Christrose als auch die Grüne Nieswurz wurden über Gartenabfälle verschleppt und siedelten sich in der freien Natur an. Die Grüne Nieswurz ist besonders im Alpenvorland in lichten Wäldern und an Weinbergrändern zu finden. Der erste schriftliche Nachweis stammt aus dem Jahre 1798.
Nieswurzen als Gift- und Heilpflanze
Nieswurz-Arten enthalten einige pharmakologisch wichtige und nutzbringende Inhaltsstoffe: Saponin und die Glykoside Helleborein und Hellebrin sind in der ganzen Pflanze zu finden. Helleborein hat Digitaliswirkung. Der Geruch der Inhaltsstoffe führt zu einem starken Niesreiz. Die Giftwirkung der Nieswurz-Arten, wozu in Antike und Mittelalter auch die Weiße Nieswurz gezählt wurde, war schon im Altertum bekannt. So wird berichtet, dass Solon während des Ersten Heiligen Kriegs im Jahre 600 v. Chr. einen Bach mit zerkleinerten Helleborus-Rhizomen vergiftete und damit die Bewohner von Krissa, die aus dem Bach tranken, durch Durchfall kampfunfähig machte. Auf die gleiche Episode bezieht sich auch Frontinus, der in seinen Stratagema von der Vergiftung der Einwohner von Krissa mit elleboro durch den Tyrannen Kleisthenes von Sikyon berichtet. Der von Plinius zitierte Herophilos von Chalkedon bezeichnete helleborus, vermutlich das Liliengewächs Weißer Germer, in einer militärischen Metapher als starken Feldherrn. Nieswurzen wurden auch in der Vergangenheit häufig als Heilpflanze verwendet, wie man aus den Erwähnungen bei Hippokrates, Hildegard von Bingen und anderen mittelalterlichen Quellen, Paracelsus, Hieronymus Bock, Pietro Andrea Mattioli und Christoph Wilhelm Hufeland schließen kann. Nach Demokrit half die Nieswurz gegen Torheit, die bei seinen Mitbürgern, den Abderiten weit verbreitet war. Als Heilpflanze wurde die Christrose seit dem 16. Jahrhundert in Gärten gezogen. Der dunkelbraune Wurzelstock wurde pulverisiert als Herzmittel und harntreibendes Medikament eingesetzt. Die Kräuterbücher des 16. und 17. Jahrhunderts wiesen auch auf die Giftigkeit der Pflanze hin und warnten vor Überdosierung. In Der Klosterjäger von Ludwig Ganghofer warnt der Titelheld einen Frater, dem er die Nieswurz bringen soll: Zwei Tröpflein machen rot, zehn Tropfen machen tot. Die Verwendung als Niespulver verbietet die Bedarfsgegenständeverordnung.
Achtung! Stark giftig. Die Nieswurz wird nicht medizinisch angewendet.
Aufgrund der Giftigkeit eignet sich die grüne Nieswurz nicht für die Behandlung mit der frischen Pflanze. Einige andere Nieswurzarten wurden früher gegen Herzschwäche und Wahnsinn eingesetzt. Die grüne Nies-wurz galt jedoch als zu schädlich für die medizinische Anwendung. Sie wurde jedoch als äußerliches Mittel gegen Läuse und andere Insekten verwendet. Daher nannte man sie und ihre Schwester, die stinkende Nieswurz, auch Läusekraut. Obwohl eine homöopathische Anwendung der grünen Nieswurz denkbar wäre, wird sie im Allgemeinen nicht homöopathisch angewendet. Stattdessen ist ihre Schwester, die Christrose (schwarze Nieswurz) ein beliebtes homöopathisches Mittel. In der Volksheilkunde wird die grüne Nieswurz hin und wieder gegen Herzschwäche, Verstopfung, Epilepsie und psychische Probleme eingesetzt. Ihre Wirkung ist jedoch noch giftiger als die der schwarzen Nieswurz. Daher ist von der Anwendung der grünen Nieswurz stark abzuraten.
 
Giftwirkung
Bei Vergiftung mit der Nieswurz kommt es zu Erbrechen, Durchfall, Schwindel, Ohrensausen und Herzklopfen mit verlangsamten Puls. In schweren Fällen kann es zum Delirium bis hin zum Tod kommen. Im Vergiftungsfall sollte man sofort den Notarzt zu Hilfe rufen. Als Erste-Hilfe-Maßnahme sollte man Erbrechen hervorrufen und Aktivkohle geben. Nach dem Erbrechen kann ein starker Wermut-Tee zusätzlich helfen.
 
Pflanzenbeschreibung
Verwechslungsmöglichkeit
Hier werden Nieswurze der Gattung Helleborus beschrieben. Es gibt auch den weissen Germer, der auch Nieswurz genannt wird. Der Germer gehört jedoch zu einer   ganz anderen Pflanzenfamilie. Beide Pflanzengattungen sind stark giftig.
Die grüne Nieswurz wächst vorwiegend in bergigen Gegenden. Man findet sie vorwiegend in den westlichen und südlichen Alpen. Dort gedeiht sie vorwiegend in lichten Wäldern der mittleren Höhen. In Gärten wird sie hin und wieder wegen ihrer interessanten grünen Blüten angepflanzt. Sie sind in Deutschland wildwachsend so selten, dass sie unter Naturschutz stehen. Die grüne Nieswurz ist winterhart und mehrjährig. Sie werden bis zu 25cm hoch. Die Blätter der Nieswurz sind groß, gestielt und gefingert. Die grüne Nieswurz blüht im Frühjahr mit grünen Blüten. Die Blütenfarbe hat ihr ihren Namen gegeben. Alle Teile der grünen Nieswurz sind stark giftig.

 
Helleborusarten sind ausdauernde krautige Pflanzen, die meist Rhizome als Überdauerungsorgane ausbilden. Die relativ großen Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattspreite ist meist geteilt.
 
An einem Blütenstand (es ist eine Zyme) befinden sich ein bis viele Blüten. Sie besitzen laubblattförmige Hochblätter. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch. Die Blütenfarben reichen von rot bis violett und weiß bis grün. Die fünf Kelchblätter sind groß und dekorativ in unterschiedlichen Farben und sind meist auch noch während der Fruchtreife vorhanden. Die 5 bis 15 Kronblätter sind klein. In jeder Blüte sind viele (30 bis 60) Staubblätter und zwei bis zehn freie Fruchtblätter vorhanden. Alle Arten sind giftig.
BACHBLÜTE ROCK WATER
Ich bin zu gewissenhaft                                         
Diese sind zu gewissenhaft
Mit der Blüte kann das gewissenhafte geschmälert werden
BACHBLÜTE SCLERANTHUS
Ich bin orientierungslos                                         
Diese Menschen sind orientierungslos
Hier hilft Scleranthus die Orientierungslosigkeit lösen
Hildegards Grundlagen der richtigen Ernährung
Dinkelfasten
Das Dinkelfasten ist die einfachste Form des Heilfastens und kann ohne Risiken von jedermann durchgeführt werden. In der Regel ernährt man sich vier bis sechs Wochen lang dreimal täglich nur von Dinkel, Obst und Gemüse. Tierisches Eiweiß, Milcheiweiß und fettreiche Speisen werden weitgehend gemieden. Dinkel kann in verschiedenen Formen verzehrt werden, so zum Beispiel als Brei, Habermus oder als Brötchen. Für die Mittagsmahlzeit stehen Dinkelreis, -nudeln, -grieß auf dem Speiseplan. Das Abendessen enthält Dinkel in Form von Dinkelbrot, Grießsuppe oder Dinkelbrei. Jahreszeitlich vorkommende Gemüse, Salate und Obst ergänzen in einer breiten Auswahl die Getreidemahlzeiten.

Der Rückenguß
Der Rückenguß ist eine der reizstärksten Kneippschen Anwendung. Daher darf er nur nach ausreichenden Training durch mildere Anwendungen verabreicht werden. Er ist eine Verlängerung des Untergusses, da der gesamte Rücken begossen wird.
Achtung: Der Rückenguß ist eine sehr stärke Anwendung und darf nicht ohne ärztlichen Rat angewendet werden!
TECHNIK
Diese Anwendung kann nicht alleine durchgeführt werden. Eine zweite Person muss beim Begießen helfen. Ganz wichtig ist es aufgrund der starken Reizwirkung, dass der Patient während des Gusses eine ruhige und regelmäßige Atmung hat.
Der Körper wird vollständig  entkleidet und man beginnt nach dem gleichen Schema wir beim Schenkelguß: am rechten Bein an der Außenseite bis hoch zum Gesäß und an der Innenseite wieder hinunter bis zum Fuß. Man wechselt zum linken Bein und geht ebenfalls an der Außenseiten hinauf zum Gesäß. Der Behandelte nimmt etwas Wasser in die Hand und benetzt damit die Herzgegend, um eine Schickwirkung zu verhindern. Der Helfer greift nun den Schlauch in der sog. Kletterhaltung, d.h. der Schlauch wird senkrecht gehalten, damit der Wasserstrahl ähnlich einem Springbrunnen heraussprudelt. Jetzt beginnt er an der rechten Hand, fährt den Arm hoch bis zum Schulterblatt, verweilt dort 5-10 Sekunden, indem er den Strahl so hält, dass das Wasser breit und gleichmäßig die rechte Rückenhälfte hinunterfließt. Dann geht man den Rücken hinunter über das Gesäß und wechselt zum linken Arm. Hier verfährt man genauso wie auf der rechten Seite: am Arm hoch bis zum Schulterblatt und wieder 5-10 Sekunden verweilen, dann auf der linken Rückenseite hinab. Bei der Begießung ist besonders darauf zu achten, dass die Wirbelsäule selbst nicht berührt wird, sondern nur die Partie rechts und links davon.

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