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Kamille
Die Kamille mit ihren charakteristischen Korbblüten ist eines unserer bekanntesten Wildkräuter. Gleichzeitig werden die Blüten der Kamille seit vielen Jahren in der Heilkunde geschätzt. Dort werden sie u.a. bei Magen- und Darmbeschwerden oder bei Hautproblemen verwendet. Doch auch in der Küche lassen sich die Blätter und jungen Blüten der Echten Kamille nutzen.
Die Echte Kamille ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Korbblütler. Die ursprünglich in Süd- und Osteuropa verbreitete Art ist heute praktisch in ganz Euro-pa heimisch. Sie ist eine Heilpflanze, die vor allem bei Magen- und Darmbeschwer-den sowie bei Entzündungen Verwendung findet. Die Echte Kamille wurde vom Verband Deutscher Drogisten (VDD) im Jahre 1987 zur ersten Arzneipflanze des Jahres gekürt. Außerdem wählte man sie zur Heilpflanze des Jahres 2002.
Die Kamille ist eine der allerbeliebtesten Heilpflanzen in Europa. Zu Recht verwen-den viele Großmütter die Kamille für alle Arten von Beschwerden, denn sie kann als wahrer Tausendsassa eingesetzt werden. Leider ist sie in der freien Natur kaum noch anzutreffen, weil sie die Nähe von Getreide liebt, dort aber bekämpft wird. Als Ausgleich dafür kann man sie aber in jedem Supermarkt zumindest als Beuteltee kaufen. Die Kamille ist so bekannt, daß wohl jeder ihren typischen Duft kennt.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Verdauungsschwäche
Heilwirkung: antibakteriell, austrocknend, beruhigend, blutreinigend, entzün-dungshemmend, harntreibend, krampflösend, schmerzlindernd, schweißtreibend, tonisierend
Anwendungsbereiche: Afterjucken, Allergien, Asthma, Aufstoßen, Blähungen, Blasenentzündung, Blasenschwäche, Darmkoliken, Darmschleimhautentzündung,  Durchfall, Ekzeme,  Entzündete Wunden, Erkältung, Erysipel, Fieber, Furunkel, Gesichtsrose, Gicht, Grippe, Geschwüre, Gürtelrose, Hämorrhoiden, Halsentzündung, Hexenschuss, Hautunreinheiten, Husten, Infizierte Wunden, Ischias, Juckreiz, Kopfschmerzen, Lymphknoten-Schwellungen, Magengeschwür, Magenkrämpfe, Magenschleimhautentzündung, Mandelentzündung, Menstruationsfördernd, Menstruationsbeschwerden, Mundgeruch, Mundschleimhautentzündung, Muttermilch fördernd, Nebenhöhlenentzündung, Nervenschmerzen, Nervosität, Neuralgien, Reizdarm, Reizmagen, Rheuma, Schnupfen, Schlaflosigkeit, Sodbrennen, Stress, Unterleibserkrankungen, Verstopfung, Weißfluss,  Wunden, Zahnfleischentzündung, Zwölffingerdarmgeschwür
wissenschaftlicher Name: Matricaria chamomilla
Pflanzenfamilie: Korbblütler = Asteraceae
englischer Name: Chamomile
volkstümliche Namen: Apfelkraut, Apfelblümlein, Ganille, Garnille, Gramillen, Haugenblume, Helmergen, Helmriegen, Hermel, Hermelin, Herminzel, Kamelle, Kammerblume, Kühmelle, Kummerblume, Laugenblume, Mägdeblume, Mariamagdalenakraut, Muskatblume, Mutterkraut, Remi, Romerei
Verwendete Pflanzenteile: Blüten
Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl, Azulen, Chamazulen, Apiin, Bitterstoffe, Flavone, Gerbstoff, Gerbsäure, Harz, Cumarin, Borneol, Werg, Farnesol, Herniarin, Hypero-sid, Oleanolsäure, Salicylate, Salizylsäure, Schwefel, Thujon, Umbelliferon
Sammelzeit: Mai - Juli bei Sonnenschein
 
Anwendung
Die Wirkungen der Kamille sind mannigfaltig. Sie wirkt krampfstillend, entzün-dungswidrig, beruhigend, austrocknend, blähungswidirg und wundheilend. Sie kann als Tee oder Tinktur eingesetzt werden.
Innerlich
Innerlich ist das Haupteinsatzgebiet der Kamille üblicherweise der Magen- Darmbereich. Aber auch bei den meisten anderen Beschwerden kann die Ka-mille hilfreich wirken.
Verdauungsbeschwerden
Ein Kamillentee lindert Bauchschmerzen kleiner Kinder und großer Erwachsener. Bei verdorbendem Magen kann ein in kleinen Schlucken getrunkender Kamillentee kleine Wunder bewirken. Denn die Kamille entkrampft nicht nur, sondern wirkt auch antibakteriell, was eventuell mit der Nahrung aufgenommenen Krankheitserregern das Leben schwer macht. Kamillentee hilft auch gegen Durchfall, aber auch gegen Verstopfung. Auch gegen Magengeschwüre kann man Kamillentee in kleinen Schlucken trinken.
Harnapparat
Leichte Nierenschwäche und Blasenbeschwerden können durch Kamille gelindert werden. Die Kamille entkrampft die Harnorgane, wirkt antibakteriell, entzündungshemmend und fördert die Harnproduktion. Hierzu sollte man dreimal täglich eine Tasse Kamillentee trinken, solange die Beschwerden bestehen.
Stoffwechsel
Durch die harntreibenden Eigenschaften reinigt die Kamille das Blut und hilft dem Körper schädliche Stoffe (z.B. Harnsäure) auszuscheiden. Dadurch kann Kamillen-tee die Beschwerden von rheumatischen Erkrankungen und Gicht lindern. Hierzu sollte man dreimal täglich eine Tasse Kamillentee trinken.
Nervensystem
Die Kamille wirkt beruhigend und entkrampfend. Diese Wirkung hilft daher bei nervösen Beschwerden und Schlaflosigkeit. Auch neuralgische Schmerzen wie Ischias oder Hexenschuss können durch die Kamille gelindert werden. Bei Bedarf eine Tasse Kamillentee aufbrühen und in möglichst ruhiger Umgebung langsam trinken.
Atemwegserkrankungen
Bei nahezu allen Arten von Erkrankungen der Atemwege kann die Kamille helfen.
Das beginnt bei der normalen Erkältung mit Schnupfen und Halsschmerzen und endet noch nicht bei der Nebenhöhlenentzündung oder Angina. Hierzu sollte man dreimal täglich eine Tasse Kamillentee trinken, solange die Beschwerden bestehen. Man kann den Tee auch mit Honig süßen, vor allem wenn auch Husten vorliegt.
Dampfbad gegen Nebenhöhlenentzündung und unreine Haut
Ein Kamillen-Dampfbad hilft bei Stirnhöhlenentzündungen, verstopfter Nase, aber auch bei unreiner Haut und Akne. Dazu brüht man einen starken Kamillentee in einer Schüssel auf. Die Schüssel stellt man auf einen Tisch (hitzefeste Unterlage nicht vergessen). Dann setzt man sich davor und beugt sich darüber. Ein großes Handtuch wird über Kopf und Schüssel ausgebreitet, damit sich der Dampf sam-meln kann. Den Dampf atmet man 10-15 Minuten lang ein und geht so nahe ans heiße Wasser, wie man aushält (natürlich nicht berühren). Anschließend trocknet man sich gründlich ab.
Frauenbeschwerden
Innerlich als Tee getrunken hilft Kamille gegen Menstruationskrämpfe, zu spät ein-setzende Menstruation und zu wenig Milchbildung in der Stillzeit (zusammen mit Anis). Als Sitzbad kann man die Kamille bei Scheidenentzündungen, wie beispiels-weise Weißfluss verwenden. Sitzbäder helfen auch unterstützend bei Menstruati-onskrämpfen und verschiedenen Arten von Unterleibsentzündungen.
Gurgeln und Spülen bei Mundentzündungen
Bei Entzündungen im Mundraum, auch bei Halsschmerzen kann man mit Kamillentee oder verdünnter Kamillentinktur gurgeln beziehungsweise spülen. Selbst Zahnschmerzen können durch Kamillespülungen vorübergehend gelindert werden. Allerdings sollte man zur Kariesversorgung den Zahnarzt aufsuchen.
Äußerlich
Äußerlich kann die auf vielfache Weise zur Wundheilung beitragen. Bei der Wundh-eilung mit Kamille muß beachtet werden, daß sie eine stark austrocknende Wirkung hat, die nicht in allen Fällen erwünscht ist (z.B. bei besonders trockener Haut). Außerdem haben manche Allergiker Probleme mit Kamille, weil sie die Haut etwas reizt. Ansonsten kann sie als Tinktur oder Salbe aufgetragen werden oder als Bad (z.B. Sitzbad) oder Kompresse in Teeform wirken.
Kamillenblüten
Die pharmazeutische Droge der getrockneten Blütenstände wird als Matrica-riae flos bzw. Kamillenblüten bezeichnet. Der Gehalt an ätherischem Öl muss mindestens 4 ml pro kg getrockneter Droge betragen. Als Droge darf sie nur aus Blütenköpfchen bestehen. Die Kamillenblüten haben einen angenehmen Duft. Sie werden eingesetzt als Entzündungshemmer, zur Krampflösung, bei Blähungen und als Ma-genmittel. Sie haben ebenfalls desodorierende und bakterienhemmende Wirkung. Hauptanwendungsgebiete sind bei innerlicher Anwendung Magen- und Darmbeschwerden wie Gastritis, Enteritis, Colitis, Blähungen, krampfartige Beschwerden im Verdauungstrakt und Menstruationsbeschwerden. Äußerliche Anwendung findet die Echte Kamille bei Haut- und Schleimhautentzündungen, bei bakteriellen Hauterkrankungen, auch der Mundhöhle und des Zahnfleisches. Bei entzündlichen Erkrankungen der Luftwege werden Inhalationen vorgenommen. Bei Erkrankungen im Anal- und Genitalbereich werden Bäder und Spülungen vorgenommen. Von einer Anwendung des Aufgusses im Augenbereich wird abgeraten. Allergische Hautreaktionen auf die Echte Kamille sind sehr selten beschrieben worden. Ein diskutierter Auslöser, das Sesquiterpenlacton Anthecotulid wie es in Anthemis cotu-la vorkommt, kommt in der Echten Kamille nicht vor. Als Kandidat wird auch das Cumarin Herniarin diskutiert. Diese seltenen allergischen Reaktionen sind der Grund dafür, dass in der Standardzulassung von einer Anwendung im Augenbe-reich abgeraten wird. Für Kamillentee werden die Blüten, das Kraut und die Samen verwendet. Besonders in romanischen Ländern wird Kamillentee als Schlaftee und als Beruhigungsmittel verwendet. Eine italienische Teespezialität ist Camomilla setacciata aus den gelben Röhrenblüten der Kamille, die gern nach dem Essen oder vor dem Schlafengehen getrunken wird.
Kamillenöl
Das (ätherische) Kamillenöl oder Matricariae aetheroleum, wird durch Wasser-dampfdestillation aus frischen oder getrockneten Blütenköpfchen gewonnen. Hierbei entsteht in größeren Mengen aus farblosen Vorstufen das blau gefärbte Chamazulen, das dem ganzen Öl diese Farbe verleiht. Die Anwendungsbereiche entsprechen weitgehend denen der Kamillenblüten. Auch durch Einweichen in Pflanzenöle gewonnene Auszüge aus Kamillenblüten werden als (fettes) Kamillenöl bezeichnet, die Konzentration der enthaltenen Kamillenwirkstoffe darin ist deutlich geringer als beim ätherischen Kamillenöl. In der Aromatherapie wird das Kamillenöl für ein bes-seres Hautbild verwendet.
Verwendung als Heilkraut
Die Kamille gilt sicherlich als eines unserer am häufigsten genutzten Hausmittel. Hier kommt der Korbblütler meist bei leichteren Magen- und Darmbeschwerden zum Einsatz. Verschiedene Verbände haben die Echte Kamille als Heilpflanze sowie als Arzneipflanze des Jahres ausgezeichnet.
Als Arzneipflanze hat die Kamille schon seit dem Mittelalter Bedeutung. In alten Kräuterbüchern (z.B. Gart der Gesundheit, Kräuterbuch von P.A. Matthioli) lässt sich herauslesen, dass die Pflanze bereits rege verwendet wurde. Die Kamille wurde damals, wie auch heute, für die Behandlung von Magen- und Darmbe-schwerden benutzt. Übliche Darreichungsformen waren früher Medizinalweine oder ein Sud aus den Blüten. Auch wurde sie scheinbar für die Behandlung von Lungengeschwüren und Fallsucht genutzt, was heute jedoch medizinisch nicht mehr zu vertreten ist. Äußerlich wurde die Kamille bei Blässe, schmerzenden Hautblasen oder bei Entzündungen der Haut verwendet.
Nebenwirkungen
Die Echte Kamille ist im Allgemeinen eine sehr gut verträgliche Heilpflanze. Beschwerden verursacht die Kamille bei bekannter Allergie gegenüber Korbblütler. Auch kann ein Dauergebrauch der Kamille mit höheren Dosen zu Beschwerden wie Schwindel und Unruhe führen.
Kamille in Kosmetik- und Hygieneartikeln
Außerdem hat sich Kamille einen Namen in der Haarpflege gemacht. Spülungen aus starkem Kamillentee (4 Teebeutel auf einen Liter kochendes Wasser) verleihen als letztem Guss nach dem Haare waschen Glanz und - auf blondem Haar - einen goldenen Schimmer. Die aufhellende Wirkung der Kamille ist jedoch bei der echten Kamille nicht so ausgeprägt und intensiv wie bei der Römischen Kamille (Chamaemelum nobile).
Einige Hersteller von Naturpflegeprodukten verwenden gezielt Kamillenextrakt.
Verwendung in der Küche
Kamille wird eher selten als Gewürz- oder Küchenkraut verwendet. Dennoch sind sowohl die Blätter als auch die Blütenknospen essbar und auch empfehlenswert.
Kamillenblätter können als Gewürz für herzhafte Suppen, Eierspeisen oder für Kräuterquarks verwendet werden. Die Blätter haben einen feinwürzigen, mitunter dezent salzigen Geschmack und sollten ausschließlich frisch verwendet werden.
Die jungen Blütenknopsen können als Gemüse zubereitet werden. Hierzu legt man sich etwa 20 Minuten in Wasser ein und brät sie auf leichter Stufe mit einem ge-schmackvollen Öl (z.B. Olivenöl) an.
Frische und meist junge Kamillenblüten, lassen sich gut als vitaminreiche Beilage in Wildkräutersalaten verarbeiten. Die Blüten schmecken deutlich mild und erinnern an den Geschmacklich von Kamillentee. Gelegentlich werden Kamillenblüten auch zur Dekoration von Süßspeisen verwendet.
Eine delikate und kalte Süßspeise für den Sommer ist Kamilleneis. Hierfür werden frische Kamillenblüten, gern in Verbindung in frischen Malvenblüten zunächst schonen in einem Wasserbad gekcoht. Der Sud wird mit Honig und schließlich mit Joghurt oder Sahne vermischt. Abgeschmeckt werden kann mit Zitronen- oder Li-mettensaft, bevor die Masse in den Eisschrank gestellt wird.
Merke! Nie Kamille in die Augen!!!! Die feinen Härchen der Kamillenblüten reizen die Augen ganz stark. Daher darf sie nie bei Augenentzündungen ver-wendet werden. Auch nicht gut abgeseiht, weil die feinen Härchen normale Siebe durchdringen.
       
Pflanzenbeschreibung
Ursprünglich kommt die Kamille aus Süd- und Osteuropa, aber sie ist schon lange auch in Mitteleuropa heimisch. In vielen Ländern wird sie angebaut, weil ihre Blüten überall als Kräutertee begehrt sind. Ein besonders wichtiges Anbauland ist Frank-reich. Die Kamille ist anspruchslos was Boden und Nährstoffe angeht. Sie wächst gerne auf brachliegenden Feldern und am Wegrand. Im Garten kann man sie an sonniger Stelle anbauen. Die einjährige Pflanze wird 10-50 groß und hat einen runden, glatten aufrechten Stängel, der sich stark verzweigt. Die gefiederten Blätter sind grüngelb. Die Blüten sind goldgelbe Röhrenblüten mit hellweißen Zungenblüten. Sie erscheinen in warmen Gegenden schon ab Ende Mai, sonst eher ab Juni. Der Blütenboden wölbt sich stark nach oben, dadurch erhält die Kamillenblüte ihre prägnante Form. Die Kamille duftet ausgeprägt.
Die Echte Kamille ist eine einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 15 bis 50 cm. Alle Pflanzenteile besitzen einen starken, charakteristischen Geruch. Die Stängel sind aufrecht oder aufsteigend und kahl, im oberen Teil sind sie meist sehr stark verzweigt. Die Laubblätter sind 4 bis 7 cm lang und zwei- bis dreifach fiederteilig. Die einzelnen Zipfel sind schmal linealisch, knapp 0,5 mm breit, und tragen eine Stachelspitze.
In einem Gesamtblütenstand stehen meist 7 bis 120 (1 bis 900) körbchenförmi-ge Teilblütenstände zusammen. Der Körbchenstiel ist 3 bis 10 cm lang. Das Aussehen erinnert an ein Gänseblümchen, obwohl diese viel kleiner sind. Die Blütenkörbchen weisen einen Durchmesser von 18 bis 25 mm auf. Die 20 bis 30 Hüllblätter stehen annähernd einreihig. Die Hüllblätter sind länglich, stumpf und haben einen hellen Hautrand. Der Körbchenboden ist zu Beginn der Blüte flach, wird später kegelförmig und hohl. Meist sind weiße Zungenblüten vorhanden, die zum Ende der Anthese zurückgeschlagen, 6 bis 9 mm lang und 2 bis 3 mm breit sind. Die Röhrenblütensind goldgelb und fünfzähnig. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten: meist Zweiflügler, seltener durch Käfer und Hautflügler. Die Blütezeit reicht von Mai bis September. Die Achänen sind 0,8 bis 1,5 mm lang, von hell graubrauner Farbe. Auf der Innenseite besitzen die Achänen vier bis fünf mit Schleimdrüsen besetzte Rippen, auf der Außenseite sind sie spärlich drüsig punktiert. Der Pappus ist klein bis fehlend; selten ist er bei Früchten der Zungenblüten deutlich vorhanden und gleich lang wie oder länger als die Frucht. Die Aus-breitung erfolgt auf verschiedenen Wegen: Tiere wie Schafe, Esel und Pferde fressen die Fruchtstände und verbreiten die Achänen, Endozoochorie genannt; die Früchte verschleimen und bleiben an Tieren kleben; und die Echte Kamille wird durch den Menschen weiterverbreitet. Die Blütezeit ist Mai bis Juli.  
Exkurs: Echte und Falsche Kamille unterscheiden
Häufig wird die Echte Kamille mit der Unechten Kamille verwechselt, da sich beide zum Verwechseln ähnlich sehen. Letztere ist jedoch deutlich größere. Während die Matriacaria recutita samt Blütenstand maximal einen halben Meter groß wird, erreicht die Unechte Kamille ein Wuchshöhe von bis zu 80 cm. Auch die Größe der Blütenköpfchen unterscheidet sich voneinander: Die der Falschen Kamille sind mit ca. 4 cm nahezu doppelt so groß.
Einfacher für die Bestimmung beider Kamillenarten ist der Geruchstest: Die Echte Kamille verströmt ein intensives, kräftiges Aroma, wie man es vom Kamillentee kennt. Die Falsche Art hingegen ist fast geruchslos und duftet, wenn nur sehr schwach - daher auch die botanische Artbezeicnung inodora = geruchslos bzw. Ge-ruchslose Kamille. Ein weiterer Anhaltspunkt zur Identifizierung ist der Aufbau der Blütenköpfchen: die von Matricaria recutita sind immer innen hohl.
 
Aussaat, Anbau und Pflege im Garten
Standort
Kamillen sind verhältnismäßig anspruchslos. In der Natur sind sie sowohl auf Brachflächen als auch auf Wildwiesen anzutreffen. Als optimaler Standort gelten je-doch sonnenexponierte Flächen mit nährstoffreichen und mäßig feuchten Misch-böden. Optimal erscheinen lehmige Böden, die sandige Anteile enthalten. Die Kamille toleriert sowohl schwach saure bis alkalische Böden.
Im Garten eignen sich lehmige bis schluffige Böden am besten. Rein sandige Böden sind eher nicht geeignet und sollten zunächst mit Humus oder Bentonit etwas dich-ter gemacht werden. Insofern die Kamille im Topf wachsen soll, eignen sich Universalerden am besten. Diese können nach Möglichkeit noch, wenn vorhanden, mit etwa 10 bis 20 Prozent Sand durchmischt werden.
Aussaat
Der richtige Zeitpunkt der Aussaat richtet sich nach dem Anzuchtort. Kamille, die im Haus vorgezogen wird, kann ab Ende März ausgesät werden. Die Direktsaat im Freiland bzw. im Garten erfolgt ab Anfang Mai. Grundsätzlich ist eine Vorkultur jedoch meist nicht notwendig. Die Kamille zählt zu den Lichtkeimern, die nach der Aussaat nicht mit Erde bedeckt werden müssen. Die Samen werden lose auf die Erde gestreut und vorsichtig angedrückt, um zu verhindern, dass der Wind die Kamillensamen ausbläst.
Kamille lässt sich auch problemlos auf dem Balkon anbauen. Geeignet sind sowohl Südlagen, wie auch West- und Ostlagen. Als Pflanzgefäße genügen relativ flache Töpfe, da es sich um einen Flachwurzler handelt und die Pflanze ohnehin nur einjährig gedeiht.
Dünger
Insofern die Kamille in handelsüblicher Blumenerde oder in einem nährstoffreichen Gartenböden wächst, ist eine zusätzliche Düngung während der Vegetationsperiode nicht nötig. Ausnahme bilden sandige Böden, die meist eine hohe Nährstoffauswaschung aufweisen. In solchem Fall kann mit leichten organischen Dünger bzw. Langzeitdüngern wie Rinderdungpellets gedüngt werden. Wichtiger kann ein zusätzliches Düngen bei Topfkulturen sein. Zeigen die Blätter erste Vergilbungen oder eine zunehmende Verblassung des Blattgrüns ist dies meist ein deutliches Zeichen für einen Nährstoffmangel. Häufig tritt eher Kaliummangel als Stickstoffmangel auf.
Gießen
Die beste Pflege ist, dass die Erde nicht austrocknet und gleichmäßig feucht gehalten wird. Gelegentliche Trockenphasen machen der Pflanze jedoch in der Regel nichts aus.
Krankheiten und Schädlinge
Trotz des verhältnismäßig anspruchslosen Pflegeaufwandes kann es vorkommen, dass Kamillen von Schädlingen befallen werden. Oft wird die Pflanze Opfer von Blattläuse und Mehltau. Da Kamillen wichtige Nutzpflanzen sind, genügen meist ökologisch vertretbare Lösungen wie ein Schachtelhalmsud oder verschiedene Insektenlarven. Die Larven der Florfliege, aber auch Gallmücken sowie die Larven des Zweipunktmarienkäfer fressen die Blattläuse und sorgen so für eine pflanzenun-schädliche Bekämpfung (Tipp: Nützlinge gibt es im Gartenfachmarkt, Onlineshops sowie teilweise in Bioläden zu kaufen). Alternativ können die Pflanzen mit einer Jauche aus Brennnesseln oder Ackerschachtelhalm behandelt werden.
Die Bekämpfung von Mehltau ist etwas aufwändiger. Man unterscheidet zwischen Echtem und Falschem Mehltau: Während der echte Mehltau auf der Blattoberseite als weißer, fein zerstäubter und mehlartiger Belage zu Tage tritt und sich mit den Fingern abreiben lässt, ist der Falsche Mehltau an der Blattunterseite, als nicht zu entfernender Belag zu erkennen. Beim Befall von Falschem Mehltau bleibt meist nur das Entfernen der ganzen Pflanze, um die Ansteckungen anderer Kräuter nicht zu provozieren. Echter Mehltau ist meist etwas einfacher zu entfernen.

Einbeere t
Wenn man die Einbeere das erste Mal in einem Buchenwald sieht, glaubt man entweder, die Natur hätte sich bei ihrer Erschaffung einen Scherz erlaubt, weil die Pflanze mit ihren vier Blättern und ihrer einzelnen Blüte bzw. Beere so seltsam aussieht. Oder man mutmaßt, dass es sich um eine alte Hexenpflanze handelt, denn Pflanzen mit solch bizarrem Äußeren wurden früher meistens Zauberkräfte nachgesagt. Dieser Verdacht erweist sich als zutreffend, denn die Einbeere galt unseren Vorfahren nicht nur als zauberkräftig, sondern auch als aphrodisierend, berauschend und narkostisierend. Sogar als Gegengift sollen die blauschwarzen Beeren der Einbeere wirken. Die moderne Medizin hält die Einbeere in erster Linie für leicht bis stark giftig und verwendet sie sicherheitshalber gar nicht. Dabei kann das Kraut der Einbeere, gut verdünnt, gegen Nervenschmerzen, Migräne und nervöse Herz-beschwerden helfen.
Die Vierblättrige Einbeere, kurz Einbeere, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Einbeeren innerhalb der Familie der Germergewächse. Sie gilt als giftig.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Achtung! Nur niedrig dosieren oder in homöopathischer Verdünnung anwenden! narkotisierend, Rheuma, Nervöse Herzbeschwerden, Angina Pectoris, Kopfschmerzen, Migräne, Nervenschmerzen, Neuralgien, Schwindel, Drüsener-krankungen, Brustentzündung, Augenentzündung, Ohrenentzündungen, Wunden, Geschwüre
wissenschaftlicher Name: Paris quadrifolia
Pflanzenfamilie: Liliengewächse = Liliaceae
englischer Name: Herb Paris
volkstümlicher Name: Augenkraut, Blatternblat, Fuchsauge, Fuchstrauben, Krähenauge, Kreuzkraut, Moosbeere, Sauauge, Schlangenbeere, Schwarzblattlkraut, Sternkraut, Teufelsauge, Teufelsbeere, Wolfsbeere
Verwendete Pflanzenteile: Kraut
Inhaltsstoffe: Glykosid Paridin, Glykosid Paristyphnin, Pennogenin, Aspara-gin, Saponine
Sammelzeit: Mai und Juni
 
Anwendung
Die Schulmedizin verwendet die Einbeere nicht, weil sie sie für giftig hält. In hoher Dosierung muss man auch Übelkeit und Erbrechen befürchten, doch niedrig dosiert, bzw. stark verdünnt, kann man das Kraut der Einbeere durchaus verwenden.
Kraut als verdünnter Tee oder Tinktur
Aus der blühenden Pflanze kann man einen dünnen Tee oder eine dünne Tinktur zubereiten und stark verdünnt einnehmen. Diese Anwendung soll gegen rheu-matische Schmerzen helfen. Die Volksheilkunde benutzt niedrig dosierte Einbeerentees auch bei Migräne, Nervenschmerzen und nervöse Herzbeschwerden. Auch krampfhafte Bronchitis und verschiedene Entzündungen können laut Volksheilkunde mithilfe der Einbeere gelindert werden. Auch in homöopathischer Verdünnung (D3 bis D6) wird die Einbeere gerne gegen diese Probleme eingesetzt.
Tinktur als Gegengift
Die Tinktur des Einbeeren-Krautes gilt in der Volksheilkunde als Gegengift bei Quecksilber und Arsen. Allerdings sollte man sich auf diese Gegengiftwirkung nicht verlassen, denn sie ist nicht durch wissenschaftliche Studien belegt.
Beeren
Die Beeren sind die giftigsten Teile der Einbeere. Da sie nicht gut schmecken, werden sie meistens nicht in großer Anzahl genascht, obwohl sie manchmal mit Heidelbeeren verwechselt werden. Der Genuss einer einzelnen Beere führt aber meist nicht zu großen Problemen, höchsten zu etwas Übelkeit und Durchfall.Die Beeren gelten als narkotisch wirksam.
Anwendung im Laufe der Geschichte
Zeitweise hat die Volksheilkunde die Einbeere gerne verwandt, aber sie war dem einfachen Volk auch unheimlich, weil sie so ungewöhnlich aussieht. Die Menschen hatten Angst, dass es sich um eine Pflanze des Teufels handelt und haben daher die Finger von der Einbeere gelassen. Man glaubte, dass die Beere, in die Kleider eingenäht vor Pest bewahrt. Dazu musste die Beere aber zwischen 15. August und 8. September geerntet werden. Auch hoffte man, dass die Einbeere Menschen entzaubern könne, die von Dämonen verzaubert worden waren. Man sagte der Einbeere auch aphrodisierende Wirkungen nach und manch einer mutmaßt sogar, dass sie als psychoaktives Mittel verwendet wurde.
Salbe aus Samen und Frischsaft
Aus den Samen und dem Saft frischer Blätter wurde früher eine Salbe zubereitet, die gegen schlecht heilende Wunden und Geschwüre verwendet wurde.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Einbeere ist in Europa und Asien heimisch. Sie wächst bevorzugt in Buchenwäldern und kommt an ihren Standorten gehäuft vor. Obwohl man es der Einbeere nicht ansieht, ist sie eine Verwandte der Maiglöckchen und gehört zu den Liliengewächsen. Anders als die anderen Mitglieder der Familie hat sie vierzählige Blüten und netzartig geäderte Blätter, wo die anderen Blätter mit parallel verlaufenden Nerven haben. Der ausdauernde waagrecht verlaufende Wurzelstock treibt im Frühjahr bis zu 35cm hohe Pflanzen aus. Die Pflanzen tragen meist vier eiför-mige, große Blätter, die wie ein Quirl um den Stängel stehen. Die Erscheinung dieser vier Blätter allein an einem Stängel sieht ungewöhnlich aus, und prägt die Einbeere ins Gedächtnis ein. Manchmal tragen die Einbeeren auch drei, fünf oder sechs Blätter, das sind Sonderformen der Pflanze. Im April blüht die Einbeere mit einer einzelnen grün-schwarzen Blüte, die später gelben Pollen sehen lässt. Die Blüte steht einige Zentimeter über dem Blätterquirl auf dem Stängel. Aus der Blüte entwickelt sich nach und nach eine blauschwarze Beere, die etwa die Größe einer dicken Heidelbeere hat. Zwischen Juli und September ist die Beere reif. Die Beere ist der giftigste Teil der Einbeere. Da sie mit ihrem fad-süßlichen Geschmack nicht besonders verlockend schmeckt, kommt es nur selten zu schweren Vergiftungen.
Die Einbeere ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 30 Zentimetern erreicht. Das monopodiale (mit durchgehender Hauptachse) Rhizom dieses Geophyten sitzt waagrecht bzw. kriechend. Die Rhizome können bis zu 14 Jahre alt werden. Aus Knospen in den Achseln von Niederblättern werden an der Rhizom-Oberseite Laubsprosse ausgebildet, die nach dem Fruchten absterben. An einem Stängel stehen in einem Quirl vier Blätter, selten fünf. Die Laubblätter sind einfach und ganzrandig.
Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni. An jedem Stängel wird nur eine endständige Blüte gebildet. Die zwittrige, radiärsymmetrische Blüte ist grün und vierzählig. Es ist ein sogenanntes heterotepales Perigon vorhanden, dabei sind die Tepalen unter-schiedlich ausgebildet. Die inneren Blütenhüllblätter sind fadenförmig, die äußeren sind etwas breiter und 2 bis 3 Zentimeter lang. Es sind acht Staubblätter vorhanden. Vier Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen und es sind vier langlebige Narben vorhanden. Die Früchte sind vierfächrige, vielsamige, blau-schwarze, heidelbeerähnliche Beeren, die einzeln stehen und einen Durch-messer von bis zu 1 Zentimetern erreichen. Die Fruchtreife tritt im Juli bis Septem-ber ein.

Bachblüten
Man versucht vieles auf indirektem Weg zu erreichen (Chicory)
Diese Menschen versuchen sehr vieles auf indirektem Wege zu erreichen
Mit der Blüte können sie es umkehren und gehen den direkten Weg
Bachblüten
Man verdächtigt andere leicht (Holly)
Diese verdächtigen ihre Mitmenschen recht leicht
Mit der Blüte können sie diese Verdächtigungen abwenden
Bachblüten
Ich bin ein unschlüssiger Mensch (Larch)
Diese Menschen sind und können sehr unschlüssig sein
Mit Larch können sie diese Unschlüssigkeit den Kampf ansagen
Tierische Lebensmittel
Durchschnittlicher pro Kopf Verzehr in Österreich im Jahr
-     Fleisch 68kg
-     Milch 92l
-     Käse 17kg
-     Butter 5kg
-     Eier 221 Stück
-     Tierische Fette 6,5kg
-     Fisch 5,4kg
-     (pflanzliche Öle 11l)
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