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EFEU t
Efeu wuchert gern über alte Gemäuer und steht sinnbildlich für das Ewige. Manche Häuser oder auch Bäume sind über und über mit Efeu bewachsen. In der Heilkunde war der Efeu früher eine sehr wichtige und beliebte Heilpflanze, heute hingegen spielt der Efeu nur noch eine Nebenrolle in der Naturheilkunde. In starker Dosierung ist der Efeu giftig; das mag ein Hauptgrund sein, warum er heute eher selten eingesetzt wird. Äußerlich als Umschlag oder Packung angewendet, kann der Efeu seine Kräfte jedoch ungefährlich entfalten. Der Gemeine Efeu, auch Gewöhnlicher Efeu oder kurz Efeu, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Efeu innerhalb der Familie der Araliengewächse und wurde früher auch mit Epheu bezeichnet. Landschaftlich unterschiedlich wird diese Art auch Eppich genannt, eine Bezeichnung, die jedoch für mehrere verschiedene Pflanzen verwendet wird. Der Efeu wurde im November 2009 zur Arzneipflanze des Jahres 2010 gekürt.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Bronchitis, Geschwüre, Gicht, Keuchhusten, Menstruationsregelnd, Rheuma, Schmerzen, Schweißtreibend, Fiebersenkend, Wunden, Zellulitis
wissenschaftlicher Name: Hedera helix
Pflanzenfamilie: Araliengewächse = Araliaceae
englischer Name: Ivy
volkstümliche Namen: Immergrün, Wintergrün, Mauerpfau, Baumtod
Verwendete Pflanzenteile: Blätter (Blüten)
Inhaltsstoffe: Saponine, Helixin, Hederin
Sammelzeit: Mai - August
 
Anwendung
Nur die Blätter und in geringem Masse auch die Blüten des Efeus dürfen verwendet werden. Die schwarzen Beeren sind für Menschen giftig.
Innerlich
Bei der innerlichen Einnahme von Efeu muss man vorsichtig sein und ihn nicht zu stark und zu lange anwenden. Aufgrund seiner starken Kräfte, wirkt er als Tee jedoch recht ausgeprägt. Als Bestandteil von Mischtees ist der Efeu weniger heikel, weil seine Dosierung dann niedriger ist. Er findet sich häufig in Bronchialtees.
Äußerlich
Äußerlich kann man den Efeu unbedenklich anwenden. Gegen Cellulite, Wunden, Geschwüre und Schmerzen eignet er sich in Form von Kompressen, Breiumschlägen und Bädern. Auch als Ölauszug oder Salbe kann man den Efeu verwenden.
Giftigkeit und Verwendung in der Pflanzenheilkunde
Sämtliche Pflanzenteile des Gemeinen Efeus sind giftig. Bekannte giftige Inhaltsstoffe sind α-Hederin (Triterpensaponin), das sich durch Abbaureaktionen aus dem Hederasaponin C bilden kann (zu 80% enthalten) sowie Falcarinol. Zeichen der Vergiftung können schon nach Einnahme von zwei bis drei Beeren auftreten: Brennen im Rachen, Durchfall und/oder Erbrechen, Kopfschmerzen, erhöhter Puls, Krämpfe. Nach Aufnahme großer Mengen (unwahrscheinlich, da sehr bitter) können Schock und Atemstillstand auftreten. Häufig sind auch Kontaktdermatiden durch Reaktion des Falcarinols mit den Proteinen der Haut. Zubereitungen aus Efeublättern finden wegen – in niedrigen Dosen – expektorierender und spasmolytischer Eigenschaften Anwendung bei Bronchialerkrankungen, Krampf- und Reizhusten. In höheren Dosen wirkt der Extrakt jedoch reizend auf Schleimhäute und die Haut. Ungeachtet dessen konnten mit einem Efeublätter Trockenextrakt bei einer peroralen Dosis von 3 g/kg oder einer subkutanen Dosis von 0,5 g/kg keine toxischen Symptome im Tierversuch beobachtet werden. Die gleichen Versuche zeigten auch eine gute Verträglichkeit bei chronischer Verabreichung. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass maßgeblich für die Toxizität verantwortliche Stoffe wie Falcarinol unter den üblichen Extraktionsbedingungen nicht in Lösung gehen. In der Volksheilkunde wird ein Efeu-Umschlag bei Nervenschmerzen empfohlen. Historisch wird auch von der empfängnisverhütenden und sogar abtreibenden Wirkung der Pflanze berichtet, die wohl auf die toxische Wirkung zurückzuführen ist: „Alle frommen Frauen sollen sich hüten, von diesem Safte gekochte oder gebrannte Wasser zu sich zu nehmen.
 
Name
Die Herkunft des Wortes Efeu ist unsicher. Althochdeutsch überliefert sind unter anderem ebihouwi, ebhouwe, ebihewe, ebah, ebahi, ebahboum, ebboum, mittelhochdeutsch ebehöu, ephöu, frühneuhochdeutsch Ebheu, Epheu. Die heutige Schreibung (und die davon ausgehende Aussprache) Efeu beruht auf einer im 17. Jahrhundert aufgekommenen Fehldeutung der Schreibung ph als f. Das Wort war schon früh nicht mehr durchsichtig; bereits in althochdeutsch ebihouwi liegt eine Umdeutung zur Zusammensetzung mit Heu (infolge der Nutzung als Laubheu), in althochdeutsch ebboum eine solche mit Baum vor. Für das Vorderglied eb- wurde schon Verwandtschaft mit lateinisch ibex Steinbock und damit eine Grundbedeutung Kletterer angenommen, doch bleibt dies hypothetisch.
Althochdeutsch ebah(i) und altniederdeutsch īfig leben in vielen deutschen Mundarten als Ebich, Ebch, Ebix, Ebx, Ebsch, Ewich, Ewisch, Ewix, Ewek und ähnlich weiter, althochdeutsch ebihouwi im Alemannischen als Abheu, Äbheu. Weitere Umdeutungen finden sich in alemannisch Räbheu (Anlehnung an die ebenfalls rankende Rebe) und in mittelniederdeutsch iwlōf, ifflōf (Anlehnung an Laub). Der Name Baumwinde ist mittelhochdeutsch bereits als boumwinde belegt.
 
Pflanzenbeschreibung
Das Typische am Efeu ist seine rankende Eigenschaft. Er wächst an Häusern hoch und auch an Bäumen. Wenn er keine Möglichkeit zum Hochwachsen findet, dann kriecht er auch über große Strecken auf dem Boden. Solange er jung ist, wächst Efeu eher langsam, doch wenn er erst mal Fuß gefasst hat, kann er riesige Areale überwuchern. Die Blätter des jüngeren Efeus sind drei- bis fünffach gelappt. Wenn er mindestens acht Jahre alt ist und sich an einer Stelle wohl fühlt, wachsen ihm Blätter in Birnenform, deren Stängel sich nicht festhaften, sondern frei in die Luft stehen. An diesen freistehenden Trieben bilden sich im Spätsommer kugelförmige Blüten. Im Laufe des Winters werden daraus schwarze Beeren, die für Menschen giftig sind, den Vögeln aber schmecken.
Der Gemeine Efeu ist eine immergrüne, ausdauernde Pflanze. Sehr variabel ist der Gemeine Efeu in seinen Lebensformen, es liegt Sprossdimorphismus vor. Es erfolgt eine epigäische Keimung. Zuerst entwickelt er sich dann als ausdauernde krautige Pflanze, so überwuchert der Efeu gelegentlich flächendeckend den Boden. Ihre Sprossachsen sind niederliegend bis kriechend, plagiotrop. Die Rinde junger Sprossachsen sind mit stern- bis schildförmigen Haaren flaumig bedeckt. An den Sprossachsen werden im dichten Abstand Adventivwurzeln gebildet. Sobald Bäume, Zäune oder Mauern erreicht werden, ist der Efeu in der Lage, durch Haftwurzeln daran emporzuklettern; dabei erklimmt er Höhen von 20 oder selten bis zu 30 Metern. Der Gemeine Efeu ist der einzige in Mitteleuropa einheimische Wurzelkletterer. Nach einigen Jahren beginnen die Sprossachsen zu verholzen und der Gemeine Efeu entwickelt sich vom Halbstrauch zum Strauch, Liane bis er selten baumartig wächst. Efeu kann ein Höchstalter von 450 Jahren erreichen, Altersformen können etwa 20 Jahre nach der Keimung auftreten. Adulte Exemplare besitzen rundliche und aufrechte, orthotrope Sprossachsen. Diese Sprossachsen sind stets wurzellos. Verholzte Stämme können einen Durchmesser von bis zu 30 Zentimeter erreichen. Beim Gemeinen Efeu liegt Heterophyllie vor.
Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die einfachen, ledrigen Blattspreiten sind kahl. An den Jugendformen sind die Blattspreiten bei einer Länge von meist 4 bis 10, selten bis zu 25 Zentimetern handförmig gelappt mit drei bis fünf dreieckigen, ganzrandigen Blattlappen. Bei den blühfähigen Altersformen sind die Blattspreiten bei einer Länge von 6 bis 10 Zentimeter eiförmig bis rhombisch und nicht gelappt. Die Blattoberseite ist glänzend dunkelgrün, oft mit helleren Blattadern, und die Blattunterseite ist heller. Manchmal werden die Blattspreiten im Spätsommer hellgrün bis gelblich und die Blattoberseite kann im Winter purpurfarben getönt sein. Es sind keine Nebenblätter vorhanden.
Endständig zu dritt bis sechst in rispigen Gesamtblütenständen oder einzeln stehen auf Blütenstandsschäften in halbkugeligen bis kugeligen, doldigen Blütenständen etwa 20 gestielte, unscheinbare Blüten zusammen. Die Blütenstandsschäfte und Blütenstiele sind filzig mit Sternhaaren bedeckt. Die relativ kleinen, gelblich-grünen Blüten sind zwittrig, radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind ziemlich klein und dreieckig. Die fünf, selten sechs, freien, gelblich-grünen Kronblätter sind bei einer Länge von 3 bis 4 Millimetern dreieckig-eiförmig und am oberen Ende etwas kapuzenförmig. Es ist nur ein Kreis mit fünf Staubblättern vorhanden. Fünf Fruchtblätter sind zu einem unterständigen fünfkammerigen Fruchtknoten verwachsen. Die fünf Griffel stehen zu einer Säule zusammen. Die Nektarsekretion erfolgt an einem gewölbten Diskus, der den Fruchtknoten umgibt.
In den Fruchtständen stehen die Früchte dicht zusammen. Die bei Reife bläulichen oder grünlich-schwarzen, selten gelben oder weißen Beeren sind bei einer Länge von 5 bis 9 Millimetern und einem Durchmesser von 6 bis 9 Millimetern kugelig und besitzen ein Durchschnittsgewicht von 281,5 mg. Die Beeren enthalten im purpurfarbenen Fruchtfleisch ein bis fünf Samen. Die Samen besitzen eine Länge von 5,7 Millimeter sowie einen Durchmesser von 3,7 Millimeter. Die weißliche Samenschale ist runzelig. Der kleine Embryo besitzt zwei Keimblätter (Kotyledonen). Das Endosperm ist ruminat.

MOSCHUS-MALVE
Die Moschusmalve ist eine mehrjährige wärmeliebende Malvenart, die nördlich des Mittelmeeres selten zu finden ist. Sie mag einen trockenen, kalkarmen und warmen Standort, daher findet man sie manchmal an Ackerrändern und Weinbergen. Die Moschus-Malve ist eine alte Heilpflanze, vergleichbar mit der gehaltvolleren Malve. In der Volksheilkunde macht man keinen Unterschied zwischen den verschiedenen Malvenarten. Die Heilwirkung ist schleimlösend und entzündungshemmend, hilft z.B. bei Husten. Da die Moschusmalve sehr selten ist, sollte man diese nicht in der freien Natur sammeln, zumal andere stärkere Malvenarten viel häufiger zu finden sind. Die Moschus-Malve ist eine Pflanzenart in der Unterfamilie der Malvoideae innerhalb der Familie der Malvengewächse und wird auch Abelmoschus oder Indische Hibiscus-Malve genannt. Sie ist eine alte Heilpflanze. Sie ist ein Beispiel für einen Neophyten, der schon vor einigen Jahrhunderten bewusst vom Menschen eingeführt wurde.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Schleimlöser, Husten
Heilwirkung: adstringierend, entzündungshemmend, erweichend, harntreibend, hustenstillend, lindernd, milchsekretionanregend, reizmildernd, schleimlösend, wundheilend
Anwendungsbereiche: Abführmittel, Altersflecke, Angina, Darmentzündungen, Frauenleiden, Halsentzündungen, Husten, Magenentzündungen, Wunden
wissenschaftlicher Name: Malva moschata L.
Pflanzenfamilie: Malvengewächse = Malvaceae
englischer Name: Musk Mallow
volkstümlicher Name: Abelmoschus, Moschus-Malve
Verwendete Pflanzenteile: blühendes Kraut, junge Triebe, Samen, Wurzel
Inhaltsstoffe: Anthocyanglykoside, Ätherische Öle, Chlorogensäure, Gerbsäure, Gerbstoffe, Kaffeesäure, Malvin, Polyphenole, Schleimstoffe
Sammelzeit: Junge Triebe: Frühling, Sommer, blühendes Kraut, Blüten: Sommer, Samen, Wurzel: Herbst
 
Anwendung
Tee
1 Teelöffel getrocknetes Kraut mit 250ml lauwarmen Wasser übergießen, 5-8 Stunden ziehen lassen, in der Zeit ab und zu umrühren, abseihen. Nicht aufkochen. Der Tee darf mit Honig gesüßt werden. Hilft bei Husten und Magen-Darm-Reizungen. Den Tee kann man auch zum Gurgeln nutzen, hilft bei Entzündungen im Mund und Rachen.
Salat
Frische Triebe, junge Blätter und die Blüten können einen Salat ergänzen. Fördert schonend die Verdauung und regt den Stoffwechsel an.
Gemüse
Blätter können wie Spinat zubereitet oder fein geschnitten in Suppen gegeben werden. Fördert schonend die Verdauung und regt den Stoffwechsel an.
Umschlag
Umschläge aus frischem Pflanzenbrei helfen bei Hauterkrankungen und Hautflecken.
Salbe
Das Kraut in Butter gekocht, wurde für Klistiere und zur Erweichung genutzt.
Wurzelsud
Eine abgekühlte Abkochung der Wurzel abseihen und als Haarpflegemittel nutzen.
 
Geschichtliches
Eine alte Heilpflanze, die seit der Antike vor allem im Mittelmeerraum genutzt wurde. Die Malven waren zeitweise ein Universalheilmittel bei alle Krankheiten. Wurde dem Milchvieh zur Steigerung der Milchproduktion ins Futter gegeben und als Farbstoff genutzt. Außerhalb des Mittelmeerraumes als Zierpflanze eingeführt, die in günstigen Gegenden die Gärten verlassen hat.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Moschus-Malve ist eine ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 20 bis 60 Zentimetern. Die oberen Laubblätter sind bis zum Grund in fünf bis sieben Abschnitte geteilt, diese wiederum in weitere Abschnitte. Die einzelnen Abschnitte sind schmal, und die Ränder verlaufen näherungsweise parallel. Die unteren Laubblätter sind nur grob bis zur Hälfte handförmig geteilt. Die seitenständigen Blütenstände enthalten eine bis drei Blüten. Die angeblich nach Moschusduftenden, zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig. Die fünf weißen bis weißrosafarbenen Kronblätter sind meist 2 bis 2,5 Zentimeter lang. Bei der Unterfamilie Malvoideae sind die vielen Staubblätter zu einer den Stempel umgebenden Röhre verwachsen, der sogenannten Columna.
Die Moschus-Malve ist im Mittelmeerraum heimisch. Sie wächst bevorzugt auf Ackerrändern, Halbtrockenrasen, Wiesen und Weiden. Die mehrjährige behaarte Pflanze wird zwischen 20 und 80 Zentimeter hoch. Die Stängel sind aufrecht. Die fiedrigen Blätter sind rundlich. Die weißen über rosa bis hellroten Blüten erscheinen zwischen Juli und September. Die nach Moschus riechenden Blüten haben einen Durchmesser von 3-6 cm, die Blütenblätter sind 2-3 cm lang. Aus den Blüten entwickeln sich bis in den Herbst die nußartigen Samen in einem Kelch.
 
Anbautipps
Samen im Frühling direkt ins Freiland aussäen. Die Moschus-Malve mag trockene, kalkarme und stickstoffreiche Böden. Der Standort sollte sonnig sein.
 
Sammeltipps
Die Moschus-Malve ist selten, daher nicht in der freien Natur sammeln. Blüten direkt nach dem Aufblühen und die Blätter ohne Stängel ernten. Blüten an einem luftigen und schattigen Ort auf Papier/feinem Gitter ausbreiten und zügig trocknen. Das Kraut bündeln und an einem luftigen und schattigen Ort trocknen. Die getrockneten Blüten und Blätter vor Licht geschützt lagern.

BACHBLÜTE SWEET CHESTNUT
Man weiß, dass jetzt etwas grundsätzlich Neues kommen muss
Diese Menschen wissen, dass demnächst etwas grundsätzlich Neues kommen muss
Hier hilft die Bachblüte das Neue anzunehmen und wissen nicht immer, dass was Neues kommt

BACHBLÜTE VERVAIN
Ich fühle mich ruhelos                                  
Diese Menschen fühlen sie ständig ruhelos
Mit der Blüte kommt die Ruhe allmählich wieder zurück

Hildegards Lebens- und Heilmittel
Geflügel
ENTE
Nach Hildegard ernährt sich die Hausente von Unreinem und ist daher nur für gesunde Menschen geeignet. Besser ist das Fleisch der Wildente, das sie reiner ist. „Gesunde werden mit dem Fleisch der Hausente fertig. Kranken aber taugt sie nicht. Eine Ente esse man gekocht, sondern nur gebraten. Wildente ist gesünder als die zahme Hausente, da sie sich am Wasser aufhält.“
GANS
Über Gänsefleisch schreibt Hildegard: „Gänsebraten ist nur für Gesunde zu verkraften, weil die Ganz im Menschen Schleim und Geschwüre hervorruft. Das Gänsefett soll man nicht essen, da es den Magen des Menschen durch seine falschen Säfte krank macht.“

Kinderkrankheiten
Die Kinder bekommen oft schon in den ersten Wochen, Monaten oder Jahren, wenn sie auch vorher gesund und kräftig sind, gerötete Flecken, man bezeichnet sie mit den Namen Masern, Scharlach, Nesseln, Flechten. Man findet diese Krankheiten aber nicht bloß bei Kindern, sondern auch gerne bei Erwachsenen, selbst bei den kräftigen Naturen.
Scharlach
Der Scharlach ist laut Kneipp eine gefährliche Kinderkrankheit, die besonders Kinder im Alter von zwei bis acht Jahren befällt, jedoch auch Erwachsene heimsuchen kann.
Am meisten tritt der Scharlach im Winter oder im Übergang vom Herbst zum Winter auf und er verbreitet sich manchmal mit solcher Schnelligkeit, daß in wenigen Tagen ein ganzer Ort angesteckt werden kann. Was für eine schlimme Krankheit der Scharlach ist, werden diejenigen wohl am besten wissen, welche mit ihm zu tun gehabt haben. Ich bin der vollsten Überzeugung, daß, wenn der Scharlach richtig behandelt wird, z.B. wenn auf Ausscheidung der schlechten  Stoffe durch das kalte Wasser eingewirkt wird,  diese Krankheit bedeutend von ihrer Bösartigkeit verliert.
Die Anfangssymptome der Krankheit sind Kopfweh, Drücken auf Magen und Brust, Müdigkeit, Wechsel von Hitze und Frost. Bald stellt sich ein heftiges Fieber ein, der Puls schlägt sehr schnell und der Kranke klagt über einen eingenommenen Kopf. In diesem Zustand verbleibt er einige Tage, dann kommt noch als weitere Erscheinung hinzu, daß sich am Körper rote Flecken bilden, bei den einen in höherem, bei den anderen wieder in geringerem Maße. Während dieser Zeit befindet sich der Kranke in fortwährender Fieberhitze und fühlt sich einen quälenden Durst. Die roten Flecken dauern gewöhnlich 5-8 Tage, dann fangen sie an abzublassen und abzuschuppen.

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