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FINGERHUT ttt
Der Rote Fingerhut, auch Fingerhut, Fingerkraut, Fuchskraut, Schwulstkraut, Unserer-lieben-Frauen-Handschuh, Waldglöckchen, Waldschelle genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Fingerhütein der Familie der Wegerichgewächse. Der Gattungsname Digitalis leitet sich vom lateinischen Wort digitus für Finger ab und bezieht sich auf die charakteristische Blütenform. Alle Pflanzenteile sind hochgiftig. Bereits der Verzehr von zwei Blättern kann zu einer tödlichen Vergiftung führen. Der Rote Fingerhut wurde 2007 zur Giftpflanze des Jahres gewählt. Der Fingerhut ist mit seinen markant geformten Blüten eine so auffällige Pflanze, daß man ihn kaum wieder vergisst, wenn man ihn einmal kennengelernt hat. Die meisten lernen ihn zuerst in Gärten kennen, denn dort wird er gerne als Zierpflanze angebaut. Er kommt in Europa aber auch häufig wild vor, vor allem auf Waldlichtungen und Kahlschlägen. Trotz seiner starken Giftigkeit werden die Wirkstoffe des Fingerhutes weltweit von Ärzten gegen Herzschwäche verordnet, denn die Digitalisglykoside gelten als die besten herzstärkenden Mittel. In der Naturheilkunde muss man wegen der Giftigkeit jedoch einen Bogen um den Einsatz des Fingerhutes machen, außer man setzt ihn in homöopathischer Dosis ein.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Achtung! Stark giftig. Nur in verschriebenen Fertigpräparaten oder homöopathisch anwenden. Herzschwäche, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, Angina pectoris, Ödeme
Heilwirkung: herzstärkend, herzschlagverlangsamend, tonisierend
Anwendungsbereiche: Früher: Abszesse, Bronchitis, Fieber, Furunkel, Gicht, Kopfschmerzen, Lungenentzündung, Unterleibszysten, Tuberkulose, Wassersucht, Wochenbettfieber, Wunden, Homöopathisch: Geschwollene Füße, Herzasthma, Herzinsuffizienz, Herzschwäche, Kurzatmigkeit, Migräne, Ödeme, Prostatahypertrophie, Prostatavergrößerung, Schlafstörungen, Wassereinlagerungen, Wassersucht
wissenschaftlicher Name: Digitalis purpurea, Digitalis lanata, Digitalis lutea
Pflanzenfamilie: Wegerichgewächse = Plantaginaceae, früher: Braunwurzgewächse = Scropholariaceae
englischer Name: Foxglove, dead men's timbles (Totenfingerhut)
volkstümliche Namen: Fingerhütlein, Fingerkraut, Fingerpiepen, Fuchskraut, Handschuhkraut, Klapprause, Liebfrauenhandschuh, Platzblume, Potschen, Schwulstkraut, Unserer-lieben-Frauen-Handschuh, Waldglocke, Waldglöckchen, Waldnönnchen, Waldschelle
Verwendete Pflanzenteile: Blätter
Inhaltsstoffe: Digitalis-Glykoside, Digitoxin, Herzaktivierende Glykoside, Acetylcholin, Cholin, Gallussäure, Gitaloxigenin, Gitoxin, Inositol, Saponine, Schleim
 
Anwendung
Der Rote Fingerhut ist in der Volksmedizin schon lange als Mittel gegen Herzinsuffizienz (Herzschwäche) bekannt und wird seit dem späten 18. Jahrhundert medizinisch verwendet. Dieser auffallenden Pflanze wurde weder im Mittelalter noch im Altertum große Bedeutung beigemessen. Eine Rezeptsammlung in walisischer Sprache aus dem 12. oder 13. Jahrhundert erwähnt erstmals eine äußerliche Anwendung der Blätter.
Auch Leonhart Fuchs berichtet in der deutschen Ausgabe seines Kräuterbuchs: „Ist in summa ein schön lustig kraut anzusehen, habs derhalben nit künden übergeen, unangesehen das es noch in keinem brauch ist bey den ärtzeten, so vil und mir bewüßt.“ Er berichtet aber weiter unter Krafft und würckung, wozu es in der Volksmedizin verwendet wird, und schließt dann: „Unnd in summa, haben allerley würckung so die Entian hat, welche wir oben in jrem Capitel erzelet haben. Wer selbigen begert zu wissen, der mag sie am gedachten ort suchen und lesen.“ Auch Tabernaemontanus wusste 1588 noch keine ärztliche Verwendung für diese Pflanze: „Wozu diese Kreuter zu gebrauchen seyn/ finde ich nicht bey den Authorn.“
Verwendet hat man ihn jedoch zu dieser Zeit bereits in Irland, verbunden mit magischen Bräuchen sollte er gegen den „Bösen Blick“ helfen. Die Engländer verwendeten die Pflanze als Brechmittel, zur Förderung des Auswurfs bei Bronchitis und um 1700 sogar gegen die Schwindsucht. 1748 zeigten Versuche der Académie Française, dass nach Verfütterung von Fingerhut an Truthähne deren Herz, Leber, Gallenblase und Lunge geschrumpft waren. Das führte dazu, dass auch die Engländer den Fingerhut seltener anwendeten. Erst der englische Arzt William Withering griff 1775 auf ein altes Familienrezept (zur Behandlung der Wassersucht) zurück und behandelte mit Blättern des Roten Fingerhuts erfolgreich Wasseransammlungen (Ödeme), die auf eine Herzschwäche zurückzuführen waren. Angeblich gestand ihm die Ehefrau eines seiner Patienten, dass sie eine Kräuterfrau um Hilfe gebeten hatte. Allerdings – so behauptet es die Legende – wollte die Kräuter-frau ihm nicht Namen und Wuchsort der Pflanze verraten; er ließ sie beobachten und fand, dass das Elixier der Kräuterfrau Digitalis enthielt. Von 1776 bis 1779 führte Withering eine Reihe von Experimenten an Dutzenden seiner Herzpatienten durch. Aufgrund seiner Beobachtungen schloss er auch, dass sich das Pflanzengift des Fingerhuts im Körper anreichert, da die Wirkung des Medikamentes bei längerer Verabreichung zunahm. 1785 veröffentlichte er dann seine berühmte Abhandlung „An account of the Foxglove and its medical uses“. Diese Form der Therapie setzte sich jedoch anfänglich nicht durch, und erst nach 1850 wurde Digitalis häufiger verschrieben. Dazu beigetragen hatten die Untersuchungen des französischen Arztes Drebeyne (1786–1867), der herausfand, dass Digitalis nicht nur harntreibend wirkt, sondern auch die Herztätigkeit stärkt. Der Chemiker Nativelle konnte 1868 dann den Wirkstoff isolieren. Weitere pharmakologische Untersuchungen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts führten danach zu einer Bestimmung einer Reihe weiterer Wirkstoffe in mit dem Roten Fingerhut verwandten Fingerhut-Arten. Man entdeckte außerdem, dass auch Pflanzenarten anderer Familien herzwirksame Substanzen – sogenannte Digitaloide – enthielten. Zu den Pflanzenarten, bei denen man vergleichbare Wirkstoffe fand, zählten das Maiglöckchen, der Oleander und die Christrose. Lediglich die Meerzwiebel zählte unter den in der Folge von Witherings Untersuchungen entdeckten Heilpflanzen zu den Arten, die bereits der Heilkunde der Antike bekannt waren. 1874 gelang Oswald Schmiedeberg (1883–1921) die Gewinnung des Digitoxin als erstes Reinglykosid. Die Wirkstoffe des Fingerhuts sind Herzglykoside, die heute überwiegend aus dem Wolligen Fingerhut gewonnen werden. Herzglykoside regen den geschwächten Herzmuskel an, sich wieder stärker zusammenzuziehen. Im therapeutischen Einsatz von Digitalis steht der die Herzfrequenz senkende Effekt von Digitalis immer mehr im Vordergrund gegenüber der Stärkung der Herzleistung. Alle Pflanzenteile des Roten Fingerhutes sind hochgiftig. Bereits der Verzehr von zwei bis drei Fingerhutblättern kann tödlich enden. Aufgrund des bitteren Geschmacks kommt es allerdings selten dazu. Iatrogene (durch ärztliche Maßnahmen hervorgerufene) Vergiftungen können im Rahmen einer Therapie vorkommen, da die Wirkungsbreite der Digitalisglykoside gering ist. Die ersten Anzeichen einer Vergiftung sind Übelkeit, Erbrechen, Ohrensausen, Schwindelanfälle und ein Sinken der Pulsfrequenz unter 50 Schläge pro Minute.
Achtung! Stark giftig. Fingerhut nur in verschriebenen Fertigpräparaten oder homöopathisch anwenden.
Innerliche Anwendung gegen Herzschwäche
Aufgrund seiner Giftigkeit wird der Fingerhut nur in seiner herzstärkenden Eigenschaft angewendet, denn für die anderen Heilwirkungen des Fingerhutes gibt es viele ungefährlichere Heilpflanzen. Bei Herzschwäche sind Produkte aus dem Fingerhut, die sogenannten Digitalispräparate, die Mittel der Wahl, auch in der Schulmedizin. Als Tee oder Tinktur wird der Fingerhut wegen seiner Giftigkeit nicht verwendet!
Wirkung
Die Herzwirkung des Fingerhutes ist dreifach:
positiv inotrop = Stärkung des Herzens
negativ chronotrop = Verlangsamung der Herzfrequenz
negativ dromotrop = Verzögerung der Erregungsüberleitung des Herzens
Diese Kombination von Wirkungen macht den Fingerhut so gut geeignet, um Herzinsuffizienz zu behandeln, denn meistens braucht man dazu alle drei Wirkungen. Die Digitalis-Wirkstoffe sammeln sich im Körper an. Daher hätte man bald Überdosierungsprobleme und Vergiftungserscheinungen, wenn das Digitalis-Präparat immer gleich hoch dosiert gegeben würde. Digitalis-Mittel müssen daher in ihrer Dosis sorgfältig eingestellt werden. Für eine günstige Heilwirkung darf man keinesfalls zu viel oder zu wenig davon nehmen, sondern nur genau so viel, wie vom Arzt verschrieben.
Giftwirkung
Der Fingerhut ist so giftig, dass er auf keinen Fall im Rahmen einer Selbstmedikation angewendet werden sollte. Schon der Verzehr von zwei Blättern kann zum Tode führen! Selbst bei bestimmungsmäßiger Einnahme von Fertigpräparaten kann es häufig zu Vergiftungserscheinungen kommen, weil die therapeutische Breite des Fingerhutes sehr schmal ist. Die "therapeutische Breite" ist die Dosierungshöhe, in der ein Mittel heilkräftig wirkt, aber noch nicht schädlich ist. Die herzwirksamen Digitalisglykoside fangen erst bei einer relativ hohen Dosis an zu wirken, die ziemlich dicht an einer giftigen Dosis ist. Vergiftungen durch die offizielle Einnahme von Digitalispräparaten kommen daher auch relativ oft vor, im Gegensatz zu Vergiftungen durch den Genuss der wilden Pflanze, denn die Blätter schmecken bitter und nicht gerade verlockend. Leichte Vergiftungszeichen durch Digitalisglykoside sind das Ohrensausen, Gelbsehen und andere Sehstörungen. Bei schwereren Vergiftungen kommt es zu Herzrhythmusstörungen, langsame Herzfrequenz, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, blaue Lippen, Atemnot und schließlich Herzstillstand.
Erste Hilfe Maßnahmen
Im Fall einer Vergiftung durch Verzehr von Pflanzenteilen müssen sofort Magen und Darm entleert werden, am besten in einer Klinik durch Magen auspumpen. Falls eine Klinik nicht so schnell erreichbar ist, kann es helfen, reichlich medizinische Kohle zu geben, damit die giftigen Stoffe aufgesaugt werden. Auch ein starker Kaffee kann hilfreich wirken.
Äußerlich gegen Wunden
Ein äußerlicher Einsatzzweck der Volksheilkunde sollte vielleicht nicht unerwähnt bleiben. Abkochungen der Fingerhutblätter können als Umschlag angewandt die Heilung von Wunden fördern. Bei Menschen, die zu Allergien neigen, kann es bei Hautkontakt mit den Fingerhut-Wirkstoffen zu allergischen Reaktionen kommen. Dann entsteht ein Arzneimittelexanthem (Hautausschlag).
Homöopathisch
In der Homöopathie wird der Fingerhut unter dem Namen "Digitalis" meistens in den Potenzen D6 bis D12 verwendet. In diesen Potenzen ist der Fingerhut nicht mehr giftig. Auch in der homöopathischen Zubereitung wird Digitalis vor allem gegen Herzerkrankungen und ihre Folgen, wie beispielsweise Kurzatmigkeit und Wassersucht verwendet. Man kann ihn aber auch gegen Migräne, Schlafstörungen, Erschöpfung und Prostatabeschwerden verwenden. Ein typisches Leitsymptom sind Erstickungsängste beim Einschlafen oder Aufwachen.
Pflanzen mit ähnlichen Wirkungen
In der Natur gibt es eine ganze Reihe von Heilpflanzen, die eine ähnliche Wirkung auf das Herz haben wie der Fingerhut. Man spricht dann auch von einer digitalisähnlichen Wirkung und deren Wirkstoffe nennt man Digitaloide oder Digitalisglykoside. Diese Pflanzen sind zum großen Teil nicht mit dem Fingerhut verwandt und haben dennoch ähnliche Wirkstoffe ausgebildet. Es handelt sich unter anderem um die Meerzwiebel, Maiglöckchen, Salomonssiegel, Einbeere, Christrose, Oleander.
 
Magische Anwendung
In Irland wurde der Fingerhut als Schutz vor dem bösen Blick verwendet. Man dachte über den Fingerhut, dass die Blüten die Hüte von Elfen seien. In altmodischen Bildern werden Elfen auch häufig mit einer Fingerhutblüte auf dem Kopf dargestellt. Wenn man mit dem Fingerhut räuchert, soll das die Liebe vergrößern und vor schlechten Einflüssen schützen. Verliebte gingen zur Fingerhutpflanze und versprachen sich dort die Ehe. Falls die Ehe nicht zustande kam oder zerbrach, musste man wieder zu der Pflanze gehen und ihr (dem Pflanzengeist) erklären, warum es dazu kam. Sonst drohte Ärger. In der Bretagne glaubte man früher, dass man die Milch sauer werden würde, wenn man den Fingerhut ins Haus bringt.
 
Geschichtliches
Erstaunlicherweise war die heilkräftige Wirkung des Fingerhutes in der Antike und dem frühen Mittelalter bei den bekannten Heilkundigen, die Aufzeichnungen hinterlassen haben, unbekannt. In der Volksheilkunde in Mittel-, West- und Nordeuropa war sie jedoch bekannt und wurde erst nach und nach von offiziellen Heilkundigen erkannt und übernommen. Möglicherweise hängt diese Unbekanntheit der Fingerhut-Wirkung damit zusammen, dass der Fingerhut eher eine Pflanze des Nordens und Westens ist, als eine Pflanze Südost-europas, wo die meisten der sonstigen Heilpflanzen heimisch sind. Die Kräuterärzte der Antike konnten sie also gar nicht kennen. In England und Irland wurde der Fingerhut früher zunächst für ganz andere Zwecke eingesetzt, beispielsweise gegen Bronchitis oder Schwindsucht. Die ausgeprägte Herzwirkung wurde 1775 von dem englischen Arzt William Withering entdeckt, durch Inspiration aus der Volksheilkunde. Er benutzte den Fingerhut gegen Wassersucht und Herzprobleme. Im Laufe der Jahre wurde die Herzwirkung des Fingerhutes immer besser erforscht. Inzwischen werden fast nur noch synthetische Nachbauten der Digitalisglykoside in standartisierten Medikamenten verwendet. In dieser Form spielt der Fingerhut auch heutzutage eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Herzschwäche und Herzrasen. Im Jahr 2007 war der Fingerhut die Giftpflanze des Jahres.

Pflanzenbeschreibung
Der Rote Fingerhut wächst meist als zweijährige, krautige Pflanze. Im ersten Jahr bildet sie eine Grundblattrosette, aus der im Folgejahr eine bis zu 200cm hoher, meist unverzweigter, beblätterter Stängel austreibt. Diese Halbrosettenpflanze treibt seltener auch in weiteren Jahren aus den basalen Achselknospen wieder aus. Die grundständigen, bis 20 cm langen Laubblättersind lang gestielt und besitzen einen keilig verschmälerten Spreitengrund, die oberen sind ungestielt. Die Blattstellung ist spiralig, das sechste Blatt steht genau über dem ersten, was bei zwei Umläufen einem Divergenzwinkel von 144 Grad entspricht. Die eiförmige Blattspreite ist beidseitig, unterseits grau-weiß, behaart, der Blattrand kerbig gesägt. Im endständigen, traubigen Blütenstand stehen viele Blüten zusammen. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph. Die fünf purpurrot-violetten oder selten weißen Kronblätter sind zu einer 4 bis 6 cm langen, fingerhutähnlichen Krone verwachsen, die innen behaart und außen kahl ist. Die Krone ist zweilippig mit auffällig gefleckter Unterlippe. Es sind vier Staubblätter vorhanden. Die Narbe ist zweilappig. Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Es werden mit einer Länge von etwa 12 mm eiförmige Kapselfrüchte gebildet, die sich vor allem entlang der Scheide-wände öffnen und viele mit einer Länge von etwa 0,5 mm kleine Samen enthalten. Die Fruchtreife erfolgt im August.
Der Fingerhut ist in Europa heimisch. Er bevorzugt kalkfreie Böden wächst vor allem auf Waldlichtungen, an Waldrändern und auf Kahlschlägen. Auch in Gärten wird er oft als Zierpflanze angebaut. Die zweijährige Pflanze bildet im ersten Jahr eine Blattrosette mit großen spitzovalen Blättern aus. Im zweiten Jahr treibt ein bis zu zwei Meter hoher Stängel aus der Pfahlwurzel, der kleine wechselständige Blätter trägt. Die purpurroten Blüten hängen an einer Seite des Stängels und bilden eine Art Kerze. Die einzelnen Blüten haben die Form eines Fingerhutes, was der Pflanze auch den Namen gab. Sie kommen auch in weiß vor. Die Ausrichtung der Blüten erfolgt immer zur Sonne hin, sie hängen also immer an einer Seite. An sonnigen Standorten richten sich alle Blüten nach Süden aus, man kann sie also als Kompass benutzen.
Gelber Fingerhut
Der gelbe Fingerhut ist auch in Mitteleuropa heimisch, er kommt jedoch deutlich seltener vor. Seine Blüten sind gelblich und meistens kleiner als die des roten Fingerhutes. Die Wirkung und Giftigkeit ist vergleichbar mit dem roten Fingerhut.
Wolliger Fingerhut
Der in Ungarn und anderen Ländern Südosteuropas heimische wollige Fingerhut hat eine ähnliche Wirkung wie der rote Fingerhut. Er hat gelblich-hellbraune Blüten und fühlt sich im Blütenbereich wollig an. Für die Produktion von Digitalis-Präparaten wird häufig der wollige Fingerhut verwendet.
 
Anbautipps
Der Fingerhut lässt sich gut im Garten kultivieren. Wie seine Vorliebe für die Gebirge schon andeutet, mag der Fingerhut es nicht allzu warm. Daher ist er sehr gut geeignet, ein halbschattiges Eck im Garten zu bevölkern. Der Boden sollte kalkarm und etwas sauer sein. Vor dem Anbau der Fingerhüte sollte man den Boden gut auflockern und am besten etwas Humus hinzugeben. Kleine Fingerhutpflanzen kann man aus Samen anziehen. Die Samen werden zunächst in kleinen Anzuchttöpfchen ausgesät. Wenn die Pflanzen zu groß für die Anzuchttöpfe werden, kann man sie ins Freiland setzen. Alternativ kauft man fertige kleine Fingerhut-Pflanzen. Im ersten Jahr wird nur die Blattrosette gebildet. Erst im zweiten Jahr schießt der Stängel nach oben und lässt die schönen Blüten entstehen. Wenn sich die Fingerhut-Pflanzen im Garten sehr wohl fühlen, säen sie sich von selbst wieder aus und kommen immer wieder. Andernfalls muss man jedes Jahr neue Fingerhutpflanzen ansäen.
Achtung! Bei der Handhabung der Fingerhutpflanzen sollte man Handschuhe tragen, denn durch Berührung der Blätter kann man einen Hautausschlag bekommen. Manche Menschen bekommen sogar Kopfschmerzen und Übelkeit durch Fingerhutberührung.

Sammeltipps
Da der Fingerhut unter Naturschutz steht und außerdem nicht in der Selbstbehandlung angewendet werden kann, darf und sollte man den Fingerhut nicht sammeln.
Man kann ihn aber an seinem Standort bewundern und sich mit ihm vertraut machen.

ODERMENNIG
Der Gewöhnliche Odermennig, auch Gemeiner Odermennig, Ackerkraut oder Kleiner Odermennig genannt, ist eine Pflanzenart in der Unterfamilie der Rosoideae innerhalb der Familie der Rosengewächse. Sie ist in Eurasien weitverbreitet.
Schon Plinius und Dioskurides in der Antike kannten und empfahlen den Odermennig. Im Mittelalter gehörte Odermennig zu den häufig verordneten Heilpflanzen. Heutzutage hat er an Bedeutung verloren, weil es viele Pflanzen gibt, die, wie er, bei Problemen des Verdauungssystems und des Harnapparates helfen, aber in Teemischungen für Sänger und Redner können wir ihn immer noch oft antreffen.
Odermennig ist ein bei uns häufig vorkommendes Wildkraut, das auch unter Namen wie Klettenkraut, Magenkraut, Fünffingerkraut, Brustwurz oder Königskraut bekannt ist. Im Mittelalter galt der Odermennig als eine sehr mächtige Heilpflanze, die u.a. bei Verdauungsbeschwerden oder schwerem Husten verwendet wurde. In der Neuzeit hat die Pflanze viel von ihrem alten Glanz verloren und wurde nur noch selten eingesetzt. In den letzten Jahren hat die Naturheilkunde das alte Heilkraut wiederentdeckt und setzt es gern bei Durchfallerkrankungen oder Entzündungen ein.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Appetitlosigkeit, Durchfall, Gallen- und Leberleiden, Verdauungsstörungen, Magenprobleme, Darmprobleme, Blasenleiden, Nierenleiden, Harnsteine, Rachen- und Kehlkopfentzündungen, Stimmbandreizung, Zahnfleischentzündungen, Rheuma, Wassersucht, Fieber
wissenschaftlicher Name: Agrimonia eupatoria
Pflanzenfamilie: Rosengewächse = Rosaceae
englischer Name: Agrimony
volkstümliche Namen: Ackerblume, Ackermeng, Ackermännchen, Bubenläuse, Hawermünnkrut, Kletterkraut, Odermandli
Verwendete Pflanzenteile: Blühendes Kraut
Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Triterpene, ätherisches Öl, Kieselsäure, Schleimstoffe, Flavonoide
Sammelzeit: Mai und Juni
 
Anwendung
Mit dem Odermennig-Kraut kann man einen Tee kochen und diesen gegen die oben angegebenen Probleme trinken. Für Probleme im Mund- und Rachenraum kann man mit dem Tee gurgeln. Odermennig wird auch gerne in Teemischungen verwendet.
Odermennig als Heilkraut
Der Odermennig ist eine altbekannte Heilpflanze, die in der Neuzeit teilweise in Vergessenheit geraten ist. Sie spielt jedoch auch heute noch in der Volksmedizin sowie bei vielen homöopathischen sowie allgemeinen naturheilkundlichen Anwendungen eine große Rolle. In der medizinischen Forschung findet die Pflanze in den letzten Jahren wieder etwas mehr Beachtung.
Odermennig war in den vergangenen Jahrhunderten eine häufig verwendete Arzneipflanze. Schon in Aufzeichnung des griechischen Arztes Pedanios Dioscurides (~ 40 bis 90 v.Chr) und Plinius dem Älteren (23 bis 79), seines Zeichens römischer Universalgelehrter, wurde die der Odermennig als Heilpflanze beschrieben. Viele Jahre später befasste sich auch die deutsche Benediktinernonne und medizinisch bewanderte Hildegard von Bingen (1089 bis 1179) mit Odermenning als Heilkraut.
In den neueren Kräuterbüchern der frühen Neuzeit (z.B. P. Matthioli, L. Fuchs) wird der Odermennig meist zur Behandlung von Leberbeschwerden und zur Stärkung derselbigen. Matthioli empfahl Odermennig auch gegen Husten und Fieber sowie zur Behandlung äußerer Wunden. Als Anwendung wurde Odermennig entweder in Wein gesotten, mit Wasser erhitzt (Tee) oder mit Schweineschmalz vermischt. Im Kräuterbuch von L. Fuchs wird der Odermennig auch zur Behandlung von roter Ruhr (Dysenterie) empfohlen.
In den letzten Jahren sind die Vorzüge des Odermennigs wieder stärker in den Fokus gerückt. Die Blätter sowie die Blüten enthalten zahlreiche interessante Inhaltsstoffe. Zu nennen ist v.a. der hohe Gerbstoffgehalt der oberen Pflanzenteile sowie die enthaltenen Flavonoide. Die Blüten enthalten außerdem einige ätherische Öle, die derzeit jedoch nur unzureichend erforscht sind.
Heilkräftige Pflanzenteile
Gesammelt werden die Blätter oder die Pflanze im Mai und Juni. Die getrockneten Blätter werden zu Tee zerkleinert oder zu einem feinen Pulver zerstoßen.
Heil- und Wirkstoffe
Hauptsächlich in den Blättern ist Gerbstoff, Bitterstoff und ein wenig ätherisches Öl enthalten. Auch kann eine beachtliche Menge von Kieselsäure nachgewiesen werden.
Aus der Geschichte der Heilpflanze
Odermennig war eine der berühmtesten Heilpflanzen des klassischen Altertums und war der Götting Athene geweiht. Eupatorios wird von Dioskurides erstmalig als Wundmittel und als Mittel gegen Ruhr und Schlangenbiss gelobt. Als weitere Heilanzeige kam dann später noch die Anwendung des Krautes als Lebensmittel hinzu. Nach Plinius sei der Name Eupatorius auf den König Eupator (Mithridates VI.) von Pontos, gestorben 63 nach Christi, zurückzuführen, der das berühmte Gegengift Mithridat aus 54 Heilstoffen erstmalig zusammengesetzte. Doch könne sich der Name auch von hepatrios ableiten, dem Leberkraut, aus dem später ein eupatorios wurde. Sei es wie immer, die Pflanze hatte höchstens Ansehen und Walahfried Strabo, der kräuterkundige Abt des Klosters Reichenau am Bodensee, hatte im Jahr 827 n. Chr., in seinem berühmten Gedicht Hortulus auch den Odermennig besungen. In den mittelalterlichen Kräuterbüchern stoßen wir immer wieder auf den Odermennig, so bei Matthiolus, der die Odermennig-Rezepte im Kapitel Aus alten Kräuterbüchern behandelt. Hieronymus Bock lobt diese Heilpflanze mit den Worten:
Odermennig is das fürnembst Kraut der alten zu
allen verstopfften Leberen.
Der deutsche Name der Heilpflanze hat eine ganze Reihe von Umgestaltungen und Namensanlehunungen erfahren. Die heutige Schreibweise laut Duden mit dem doppeltem „n“ ist unlogisch, soll eine Anlehnung an die Bleifarbe Mennig sein, wobei aber zwischen der Pflanze und der Bleifarbe keinerlei Zusammenhang besteht. Odermennig wird auch heute noch vom Volke sehr gesammelt und angewendet.
Heilwirkung
Die Pflanze ist offizinell und ist ein vorzügliches Wundkraut. Ferner zählt sie zu den besten Nieren-, Leber- und Milzheilpflanzen. Nicht minder lobenswert ist ihre Heilkraft bei Gallensteinerkrankung, Gelbsucht und bei Anlage zu Harnsäureablagerungen.
Diese Heilwirkungen werden durch die Inhaltsstoffe ausgelöst, die im wesentlichsten aus Gerbstoff, einem noch nicht näher bekannten Bitterstoff und dem ätherischen Öl bestehen.
Zur TEEBEREITUNG nimmt man 2 Teelöffel der getrockneten Blätter für 2 Tassen im Aufguss, die man als Tagesgabe schluckweise und ungesüßt trinkt. Man kann auch die getrockneten Blätter, zu feinem Pulver zerstoßen, einnehmen und teilt als Tagesgabe 6g Pulver in 3 Portionen ein.
In den letzten Jahrzehnten wurden der Odermennig zahlreichen Untersuchungen unterzogen und wurden die alten Anwendungsmöglichkeiten voll bestätigt.
Besonders wird die Anwendung des Odermennig bei Leberleiden, nervöser Übererregbarkeit sowie bei chronischen Gallenblasenleiden und bei Störungen der Sekretion im Verdauungskanal, empfohlen (Mattauch).
Anwendung in der Volksheilkunde
Der der Teeaufguss wird gerne als Gurgelmittel bei Mundausschlag, Angina und Entzün-ung der Rachenschleimhaut genommen.
Bei hartnäckigem Rheumatismus, bei Hexenschuss, Gliederschmerzen, bei Neigung zu Grieß- und Nierensteinbildung, trinke man täglich 2 bis 3 Tassen Odermennigtee.
TEE BEI LEBERLEIDEN: 100g Odermennig, 100g Labkraut und 100g Waldmeister
Von dieser Mischung bereite man einen Aufguss von 3 Schalen als Tagesgabe, pro Schale 1 Teelöffel voll der Mischung.
MISCHTEE bei Nierengrieß, Nierensteinen und Nierenentzündung: 200g Odermennig, 100g Hauhechel und 100g Rhabarberwurzel.
Man nehme für 1 Tasse im Aufguss 1 ½ Teelöffel der Mischung, trinke die erste Tasse am Morgen nüchtern, die weiteren zwei Tassen unter Tage schluckweise.
Hufeland lobte den Tee bei Blutharnen und empfahl ihn sogar gegen Lungenleiden, Schwindsucht, chronische Darm- und Blasenleiden.
Skrofulöse Kinder sollen täglich einmal ein Odermennigbad nehmen.
Vereinzelt wird in der Volksheilkunde auch die Wurzel des Odermennig verwendet. Ein Trank von der gesottenen Wurzel sieht aus wie schöner gelber Wein und ist auch wohlschmeckend. Er stärkt die kranke Leber und öffnet die Verstopfung.
Die zerstoßenen Blätter werden fein zu Pulver verrieben und dieses mit Schweineschmalz gut verrührt. Schwer heilende Wunden damit bestrichen, beginnen wieder zuzuheilen und stoßen alles Faule und Eitrige ab.
Bei verrenkten Gliedern bereite man folgenden Umschlag: man nehme grünen oder gedörrten Odermennig und Kleie und siede dies zu einem dicken Brei in Wein. Diesen dicken Brei lege man so warm als möglich auf die verrenkten Glieder.
Nebenwirkungen und Anwendungsbeschränkungen
Gemäß der Europäischen Arzneimittel-Agentur sind bislang keine Nebenwirkungen bekannt bzw. dokumentiert. Gleichwohl wird darauf hingewiesen, dass die derzeitige Studienlage unzureichend ist. Daher sollten Kinder unter 12 Jahren vorsichtshalber keinen Odermennig einnehmen. Aufgrund der höheren Gerbstoffgehalts kann eine Überdosierung möglicherweise Übelkeit auslösen.
Pro Tag sollten nicht mehr als 3 Tassen Odermennigtee getrunken werden. Als Tagesdosis sollten 6 Gramm des getrockneten Krauts nicht überschritten werden. Werden zusätzlich andere Medikamente eingenommen, sollte mit einem Arzt oder Apotheker mögliche Wechselwirkungen besprochen werden. Unter Umständen kann Odermennig die Aufnahmen bestimmter Wirkstoffe aus Arzneimitteln beeinflussen.
Odermennig in der Küche
Als kulinarische Delikatesse ist die Pflanze keine Berühmtheit. Der Geschmack von Odermennig ist als deutlich bitter wahrzunehmen und wartet bis auf die frischen, jungen Blätter im Frühjahr mit vergleichweise schwer kaubaren Blattgrün auf.
Verwendung als Färbemittel
Odermennig wurde in der Vergangenheit als Färbepflanze genutzt. Die in den Blüten und Blättern enthaltenen Gallotannine verursachen eine braune Färbung. Die Farbstoffe aus der Pflanze werden heute noch vereinzelt zur Färbung von Textilien genutzt. Allerdings sollte beachtet werden, dass nur eine begrenzte Waschechtheit erzielt werden kann.
Mit den unterirdischen Pflanzenteilen oder der ganzen Pflanze des Gemeinen Odermennigs wird auf mit Alaun vorgebeizter Wolle ein gelber Farbton erzielt. Die Licht- und Waschechtheit dieses Farbtons auf Wolle und Baumwolle werden als mittelmäßig bezeichnet. Je später im Herbst die Pflanze geerntet wird, desto dunkler wird die erzielte Gelbfärbung.
 
Pflanzenbeschreibung
Fast überall in Nord- und Mitteleuropa, teilweise auch in Südeuropa und sogar in Asien und Nordamerika kann man den Odermennig antreffen. Er bevorzugt trockene Wiesen, Wegränder und lichte Gebüsche. Odermennig ist eine mehrjährige Pflanze, die normalerweise etwa 50 cm, in Ausnahmen aber bis zu einem Meter hoch wird. Aus dem Wurzelstock wächst ein unverzweigter Stängel, aus dem im unteren Bereich die Blätter entspringen. Die Blätter sind unpaarig gefiedert und stehen in Bodennähe fast wie eine Rosette. Im oberen Bereich des Stängels wachsen die gelben Blüten, die von Juni bis September nach und nach von unten nach oben aufblühen.
Botanik
Der ausdauernde Wurzelstock treibt einen aufrechten, haarigen Stängel, der fast stielrund. Die Blätter sind gefiedert, die Blättchen oval bis länglich, lanzettlich, unterseits drüsenlos, dicht rauhhaarig bis graufilzig, am Rande gerne umgerollt. Die Blütentraube ist rutenförmig, der Kelch dicht rauhaarig, die Blüten sind klein, gelb und bringen kleine Früchtchen mit hakigen Borsten hervor.
Geruch und Geschmack
Die ausdauernde Wurzelstock treibt einen aufrechten, haarigen Stängel, der fast stielrund ist. Die Blätter sind gefiedert, dicht rauhhaarig bis graufilzig, am Rande gerne umgerollt. Die Blütentraube ist rutenförmig, der Kelch dicht rauhhaarig, die Blüten sind klein, gelb und bringen kleine Früchtchen mit hakigen Borsten hervor.
Geruch und Geschmack
Die Pflanze fast geruchlos, etwas grasig, deren Geschmack ist ein wenig bitter, etwas würzig und zusammenziehend.
Blütezeit
Juni bis September
Standort
Der Odermennig kommt in ganz Europa vor und bevorzugt Wegränder, sonnige Raine und Waldränder. Sehr gerne gedeiht er entlang von Holzzäunen.
Der Gewöhnliche Odermennig wächst als sommergrüne, ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von meist 15 bis 150, selten bis zu 180 Zentimetern. Er hat tief im Boden verwurzelte Rhizome, denen die Stängel entspringen. Sowohl die Sprossachse als auch die Blätter sind behaart. Der Stängel ist im oberen Bereich sowohl mit kurzen, als auch langen Deckhaaren besetzt. Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind typisch unterbrochen gefiedert. Die Laubblätter auf halber Stängelhöhe sind 10 bis 30 Zentimeter lang und besitzen 5 bis 9, selten bis zu 13 größere sowie 6 bis 10 kleinere Fiederblättchen. Auf der Unterseite sind sie grau-grün gefärbt, gewöhnlich dicht graufilzig. Im Filz versteckt befinden sich wenige sitzende Drüsenhaare. Der Blattrand zeigt sechs bis zwölf grob stumpfliche Zahnpaare.
Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis September. Die kurzgestielten Blüten sind in einem langgestreckten, traubigen Blütenstand angeordnet. Die Blüte besitzt einen krugförmig gewölbten Blütenbecher, dessen oberer Rand mit mehreren Reihen weicher, hakenförmig gekrümmter Borsten besetzt ist. Die Länge der Borsten variiert zwischen 1 und 4 Millimetern. Die zwittrige Blüte ist radiärsymmetrisch und fünf-zählig. Ein Außenkelch ist nicht vorhanden. Eingeleitet wird die Blüte von 5 Kelchblättern. Zu diesen stehen 5 gelbe, abgerundete Kronblätter in Lücke. Die Kronblätter sowie die fünf bis 20 Staubblätter entspringen dem Rand des Blütenbechers. Die zwei freien Fruchtblätter sind - typisch für den mittelständigen Fruchtknoten - in den Blütenbecher eingesenkt, jedoch nicht mit ihm verwachsen. Die verkehrt kegelförmigen Sammelnussfrüchte sind fast bis zum Grund tief und eng gefurcht. Die oberen Stacheln sind hakig, die untersten aufrecht bis gerade abstehend.
Pflanzenmerkmale und Systematik des Gemeinen Odermennigs
 
Aussaat, Anbau und Pflege im Garten
Gelegentlich wird Odermennig als Bienenweide oder als Heilpflanze im Kräutergarten angebaut. Die Pflanze lässt sich relativ leicht kultivieren und bedarf bei guter Standortauswahl nur wenig Pflege.
Standort
Der Odermennig bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte mit nährstoffarmen, lockeren und kalkhaltigen Böden. Das Kraut ist ziemlich anspruchslos und eignet sich auch für trockene Standorte.
Die Pflanze verträgt Böden mit einem neutralen bis leicht alkalischen pH-Wert. Sind die verwendeten Erden bzw. Böden zu sauer (pH-Wert unter 7) sollte etwas Garten oder Magnesiumkalk eingearbeitet werden.
Aussaat
Die Samen werden am besten am März direkt ins Freiland oder auf dem Balkon ausgesät. Empfohlen wird die Odermennigsamen im Herbst (Mitte Oktober) auszusäen, da das Kraut ein Kaltkeimer ist. Damit die Samen keimfähig werden, sind also tiefe Temperaturen notwendig.
Die Pflanze ist zudem ein Dunkelkeimer. Die Samen sollten daher bei der Aussaat etwa 2 bis 3cm tief in den Boden gedrückt und bedeckt werden. Bei der Aussaat mehrerer Pflanzen sollte ein Pflanzabstand von wenigstens 40 x 40 cm eingehalten werden, da sonst Nährstoffkonkurrenz auftritt. Eine Topfkultur auf Balkon oder Terrasse ist aufgrund der sehr langen Rhizomsysteme nur dann zu empfehlen, wenn die Pflanzgefäße ein recht großes Volumen aufweisen. Sie hierzu Kräuter auf dem Balkon anbauen.
Düngung
Das Kraut benötigt relativ wenig Nährstoffe. Als Dünger reichen einige Gaben Kompost oder etwas organischer Langzeitdünger (Hornspäne, Mistpellets) im Frühling. Auf dem Balkon empfiehlt es sich etwa alle 4 bis 6 Wochen kleinen Mengen eines Kräuterdüngers zu verabreichen.
Gießen
Odermennig ist eine robuste Pflanze, die unter Umständen auch längere Trockenheitsphasen überdauen kann. Trotz der hohen Toleranz, sollte die Pflanze wenigstens einmal pro Woche kräftig bewässert werden. Wächst die Pflanze in einem Kübel oder Topf ist ggf. Öfteres Gießen notwendig. Zu üppiges Gießen sollte unterbleiben.
Krankheiten und Schädlinge
Der Gemeine Odermennig kann als sehr robuste Pflanze beschrieben werden, die kaum von Schädlingen oder Krankheiten heimgesucht wird. An Standorten mit Kalkmangel zeigt die Pflanze jedoch Mangelsymptome wie braune Blätter schnell an. In solchen Fällen sollte dem Boden etwas magesiumhaltigen Kalk zuführt werden.
Überwinterung
Maßnahmen zur Überwinterung müssen nicht getroffen werden, da der Odermennig eine hohe Frosttoleranz hat. Die Blätter fallen zum Herbst hin ab und bilden sich im darauf folgenden Frühjahr wieder neu aus.

BACHBLÜTE OLIVE
Ich habe Schwächezustände                                  
Diese Menschen neigen sehr zu Schwächezustände
Mit der Bachblüte können sie die Schwächezustände minimieren
BACHBLÜTE PINE
Ich leide an Minderwertigkeitsgefühlen                 
Diese Menschen leiden an großen Minderwertigkeitsgefühlen
Mit der Bachblüte können sie die Minderwertigkeitsgefühle loswerden
Hildegards Grundlagen der richtigen Ernährung
Die meisten Menschen fasten, weil sie ihr Gewicht reduzieren wollen. Fällt man nach der Fastenkur aber wieder zurück in die alten Ernährungsgewohnheiten, so sind die verloren geglaubten Pfunde meist schnell wieder da. Wichtig ist daher eine nachhaltige Umstellung der Ernährung:
+ „Maßvolle“ Mengen, am besten bis kurz vor dem Eintreten des Sättigungsgefühls,
+ wenig Fleisch und Wurst,
+ wenig Fett (Süßigkeiten!),
+ frisches Gemüse statt Tiefkühlkost oder Konserven,
+ Vollkorn-Lebensmittel statt Weißmehlprodukte.
Auch Hildegard von Bingen führt Übergewicht vor allem auf falsche Ernährung zurück: „Wenn ein Mensch zu fettes Fleisch und anderes fettes Essen oder zu blutreiche Speisen isst, wird er davon eher krank als gesund. Diese überfetten Speisen können nämlich wegen der zu großen schlüpfrigen Feuchtigkeit, die sich in ihnen befindet, nicht bis zur richtigen, gesunden Verdauung im Magen des Menschen bleiben. Daher soll der Mensch nur mäßig fettes Fleisch und mäßig blutreiche Speisen essen, damit er diese Speisen bis zur guten, richtigen Verdauung behalten kann.“

Der Unterguß
Der Unterguß ist eine Art Verlängerung des Schenkelgusses bis zum Rippenbogen.
Achtung: Der Unterguß ist eine starke Anwendung und darf nicht ohne ärztlichen Rat angewendet werden!
TECHNIK
Wie beim Schenkelguß begießt man zuerst die äußere Hinterseite des rechten Fußes, fährt am Bein hoch über das Gesäß bis zum Rippenbogen oder verweilt dort ca. 5 Sekunden mit dem Wasserstrahl (den Strahl leicht bewegen und darauf achten, daß er möglichst flach auftrifft, da sonst die Gefahr einer Reizung der Nieren droht). Dann geht es unter den Gesäßmuskulatur hindurch an der Innenseite des Beines hinunter bis zum Fuß. In gleicher Weise wird auch das linke Bein begossen. Dann wechselt man auf die rechte Vorderseite: wieder entlang des Beines bis zum Rip-penborgen. Hier führt man einige Kreisbewegungen von rechts nach links über den Bauch aus, wobei die Blasengegend ausgespart werden sollte. Nun fährt man an der linken Vorderseite abwärts. Ganz am Schluß werden die Fußsohlen begossen.
WIRKUNG
Auch hier handelt es sich wieder um eine Steigerung der Wirkung im Vergleich zum Schenkelguß. Zusätzlich wirkt der Unterguß auch auf den Bauchraum und hilft bei Verstopfung.
Jedoch nicht geeignet bei Krampfzuständen von Magen und Darm, bei Nieren- und Blasenerkrankungen sowie Erkrankungen des Unterleibes!

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