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Bärlapp
Bärlapp ist ein Moos, das im Gebirge, in Wäldern und auf Wiesen wächst. In seinen kolbenartigen Fruchtständen wächst ein feines Sporen-Pulver, das sich gut als Puder gegen allerlei Hautkrankheiten eignet. Aber auch für die Harnorgane und für den Stoffwechsel bieten Bärlapp-Sporen ihre Heilkräfte.
Bärlappe, auch Schlangenmoos, Drudenfuß, Wolfsfuß genannt, sind eine Pflanzengattung aus der Familie Bärlappgewächse in der Ordnung der Bärlappartigen.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Sporen: Wund sein bei Babys, Nässende Hautausschläge, Blasenentzündung, Blasensteine, Harntreibend, Gicht, Rheumatismus, Stoffwechselfördernd, Leberstauung, Krampfadern, Kraut (Achtung! Leicht giftig.): Entzündungen der Geschlechtsorgane, Nierengries, Nierenkoliken, chronische Hautausschläge
wissenschaftlicher Name: Lycopodium clavatum
Pflanzenfamilie: Bärlappgewächse = Lycopodiaceae
englischer Name: Clubmoss
volkstümlicher Name: Drudenfuss, Denkraut, Gichtmoss, Hexenkraut, Teufelsklauen, Weingrün, Wolfsranke
Verwendete Pflanzenteile: Samen bzw. Sporen und Kraut
Inhaltsstoffe: Lycopodin, Clavatin, Clavotoxin, fettes Öl, Glycerin, organische Säuren, Palmitin, Stearin, Arachin, Hydrokaffeesäure, Zitronensäure, Apfelsäure
Sammelzeit: Sporen: August bis September, Kraut: Mai bis September
 
Anwendung
Die Sporen des Keulen-Bärlapps finden in der Homöopathie Verwendung. Bärlappe sind aber auch ein traditionelles Heilmittel bei Naturvölkern und fanden auch in Mitteleuropa traditionell Verwendung. Anwendungsgebiete waren und sind teilweise noch immer: als Wundmittel, besonders bei schlecht heilenden Wunden, bei Krämpfen aller Art, Gicht und Rheuma. Bei traditionell hergestellten Pillen wurden Bär-lappsporen als Trennmittel verwendet, um ein Zusammenkleben zu verhindern. Bärlappe enthalten ätherische Öle und Alkaloide. Auffällig ist auch eine starke Konzentration von Aluminium-Ionen im Zellsaft. Bärlappsporen werden bereits seit dem jungsteinzeitlichen Schamanismus weltweit zum Erzeugen pyrotechnischer Effekte benutzt. Sie werden von Feuerspuckern gern anstelle von brennbaren Flüssigkeiten verwendet. Der Effekt beruht auf einer Verpuffung, ähnlich einer Mehlstaubexplosion, da die Sporen im zerstäubten und trockenen Zustand eine große Teilchenoberfläche aufweisen.
Das Sporen-Pulver wird äußerlich als Mittel gegen allerlei Hautkrankheiten eingesetzt. Innerlich als Tee (Aufguss, nie kochen!) kann man Bärlapp-Sporen für Krank-heiten des gesamten Harnapparates verwenden. Durch die Steigerung der Urinaus-scheidung ist Bärlapp auch gut für den Stoffwechsel und kann dadurch bei Rheuma und Gicht benutzt werden. In der Volksheilkunde wird auch das ganze Kraut für die Anwendung bei Problemen des Harnapparates verwendet. Da das Kraut leicht giftig ist, sollte man mit dieser Art der Anwendung vorsichtig sein.
Heilkräftige Pflanzenteile
Sind die Bärlappsamen (Semen Lycopodil). Aus ihnen wird die flüssige Aufweichung (Emuio Lycopodil) bereitet. Die Bärlappsamen, botanisch richtig Sporen bezeichnet, führen auch die Namen Bärlappmehl oder Hexenmehl. Die Sporen werden zur zeit der Sporenreife (August, September) aus den vorsichtig abgeschnit-tenen Fruchtähren ausgeklopft. Das Bärlappkraut (Herba Lycopodil) wird in der Volksmedizin verwendet. Es wird ab Mai bis September geerntet und im Schatten getrocknet.
Heil- und Wirkstoffen
Finden wir beim Bärlapp das Alkaloid Lykopodin, ein sauer reagierendes fettes Öl, ferner Glycerin, organische Säuren, gesättigte Säuren, wie Palmitin, Sterarin, Arachin, schließlich Hydrokaffeesäure, zitronen- und Apfelsäure. Auch Proteinstoffe, Zucker, Harze und Aluminiumverbindungen wurden festgestellt.
Das Bärlappmehl, desgleichen das kraut, ist fast geruch- und geschmacklos. Das Mehl soll in guter Qualität ein leichtes, fließendes, gelbliches Pulver sein. Es fühlt sich etwas fettig an und bleibt an den Fingern haften. Dies rührt daher, dass die Sporen ein fettes, riziniusänliches Öl enthalten. Dieses Öl wird nie ranzig.
Heilwirkung
Die Sporen dienen vor allem als Puder beim Wundsein kleiner Kinder sowie bei hartnäckigen, meist nässenden Hautausschlägen sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen. Dieses Naturheilmittel, bereits in den mittelalterlichen Kräuterbüchern empfohlen, wird vereinzelt auch heute noch gerne verwendet. Fettleibige sollen dieses Streupulver zum Einstreuen zwischen den Leisten- und Schenkelfal-ten zur Beseitigung der übelriechenden Transpirationserscheinungen regelmäßig verwenden.
Seltener ist die innerliche Verwendung des Bärlappmehles. So wird dieses mit Milchzucker verrieben, gegen gewisse Blasenleiden eingenommen, besonders gegen Blasenkatarrhe bei älteren Menschen, wenn sie beim urinieren über starkes Brennen in der Harnröhre oder über Blasenschmerzen klagen. Desgleichen werden Krämpfe in den Harnleitern behandelt und auch bei Steinleiden soll eine Erleichterung nach dem Einnehmen von Bärlappmehl festgestellt worden sein. Da nach größeren Dosen von Bärlappmehl eine erhöhte Urinausscheidung erfolgt und damit die Harnsäureausscheidung steigt, wäre eine gelegentliche Anwendung bei Gicht und Rheumatismus in Erwägung zu ziehen.
Anwendung in der Volksheilkunde
In der Volksheilkunde wird vielfach das ganze Kraut verwendet und davon ein Tee bereitet. Sowohl der Sporen- als auch der Kräutertee dürfen niemals kochen, sondern es darf die Menge von 1TL für 1 Tasse nur mit eben gekochtem Wasser überbrüht werden. Der Tee findet Anwendung für alle Erkrankungen der harn- und Ge-schlechtsorgane, bei Nierengrießbildung und bei Nierenkoliken. Ein weiteres Anwendungsgebiet in der Volksmedizin ist die Behandlung chronischer Hautausschläge. Ebenso gilt der Bärlapp als ein sehr geschätztes mittel gegen Skrofulose und Rachitis.
Anwendung in der Homöopathie
In der Homöopathie hat der Bärlapp noch heute eine große Bedeutung, und  die vielseitige Anwendung zeigt, dass diese Heilpflanze in ihrem Werte wohl erkannt wird. Die Tinktur (Lycopodium, dil D3-D8) blass-gelb und fast geruchlos, wird bei Bläschenausschlag, Borkenflechte mit nächtlichen Brennschmerzen sowie bei eiternden und nässenden Flechten angewendet. Bei periodischen Furunkeln und alten bösartigen Fußgeschwüren, bei Kopfschmerzen, besonders wenn sie periodisch auftreten, Ausfallen der Haare nach schweren Krankheiten, wie Wochen-bettfieber oder Typhus. Bei Augenentzündungen der Neugeborenen, Ohrenfluss mit Schwerhörigkeit, chronischem Ohrensausen und Nasenbluten, Nasenbluten von Tuberkulosekranken, bei Zahnschmerzen, Caries der Zähne (Zahnfäule), Zahnfleischblutung, Entzündungen des Rachens, des Mundes und bei Soor. Bei bran-diger Halsentzündung, Angina, Scharlach, Geschwüren aller Art, bei Koliken und Leistenbrüchen, wenn bei letzteren angesammelte Gase die Ursache sind. Bei chronischer Hartleibigkeit, Erkrankungen der Harnwerkzeuge, Blasenkrampf der zahnenden Kinder, bei Blutharnen, Grieß- oder Sandabgang, bei Tuberkulosemit salzigem Auswurf und Blutspeien und eiternder Lugensucht. Bei Hodenschmerzen, Hodenverhärtungen, Weißfluss, chronischem Rheumatismus, Knochengicht, Gelenksentzündungen mit Veränderung der Gelenkformen (Arthritis deformans). Außerdem bei chronischem Magenkatarrh der Trinker, bei Hämorrhoiden, Leberentzündung, krankhaften Wucherungen des Bindegewebes besonders der Leber, Bett-nässen, sexueller Schwäche der Männer mit Reizbarkeit und schließlich bei Krampfadern.
Anwendung in der Tiermedizin
Bärlapp ist in der Tiermedizin ein ausgezeichnetes Mittel, und die Unfruchtbarkeit der Haustiere zu beheben. Man gebe 15 bis 20 Tropfen der Bärlapptinktur auf ein stück Brot und verabreiche dies einige Monate lang durch 8 bis 10 Tage dem betrefffenden Haustier.
Ferner ist es anzuwenden gegen Schwindel, Knotenauftreibungen, Krämpfe und krankhafter Abmagerung, Egelsucht, Harnruhr, Husten, Ruhr, Augenliderknoten, Beulen, Knochenfraß, Lungensucht und Wassergeschwülste.
Wenn man während der Säugezeit in der oben beschriebenen Weise dem Mutter- und Jungvieh täglich Bärlapp eingibt, bleiben die Tiere viel widerstandsfähiger gegen Krankheiten und besonders die jungen Tiere werden kräftig und gesund.
 
Pflanzenbeschreibung
Charakteristisch für die Gattung Lycopodiums. str. ist wie für die Flachbärlappe die Differenzierung des Sprosses in eine ober- oder unterirdisch kriechende Hauptachse und aufsteigende oder aufrechte, kürzere Seitenäste. Die Grundachse kann dabei Längen von mehreren Metern erreichen. Alle Sprosse sind dichotom ver-zweigt, allerdings können sowohl im Bereich der Grundachse als auch im Bereich der Seitensprosse sowohl anisotome (die beiden Zweige sind verschieden) wie isotome (die beiden Zweige sind gleich gestaltet) Verzweigungen auftreten, wo-durch sehr verschiedene Wuchsformen zustande kommen können. Im Gegensatz zu den Flachbärlappen sind die Laubblätter in der Gattung Lycopodium s. str. nadelförmig mit Längen von mehreren Millimetern. Sie sind spiralig allseitig um die Stängel der Seitensprosse angeordnet. Hierdurch werden diese im Querschnitt rundlich mit einem Durchmesser von 5 bis 12 Millimetern. Bei allen Lycopodium-Arten befinden sich die Sporophylle in deutlich abgesetzten ähren- oder keulen-förmigen, endständigen Abschnitten. Sie sind meist deutlich kleiner, immer jedoch verschieden von den Laubblättern.
Bärlapp wächst auf Wiesen, auf Heiden, in trockenen Nadelwäldern und im Gebirge bis 2.000m. Es hat kriechende Stängel, die bis zu 2 m lang werden und moosartige Blättchen haben. Kleine gegabelte Ästchen steigen auf. An ihnen wachsen anstelle von echten Blüten die Fruchtähren mit dachziegel-artigen Blättchen. Zwischen die-sen Blättchen befinden sich die Sporenbehälter. In diesen Behältern wachsen die gelblichen Sporen, die ab August reif zur Ernte sind. Die Sporen lassen sich aus den Fruchtähren schütteln. Der Name Hexenmehl für die Sporen rührt daher, dass die Sporen mit leuchtenden Funken verbrennen, wenn man sie ins Feuer bläst.
Botanik
Die ausdauernde Pflanze hat moosartige, 1 bis 2m lange, auf dem Boden dahinkrie-chende, beblätterte Stängel mit aufsteigenden, gegabelten Ästchen. An der dem Boden zugekehrten Seite entwickeln, sich zahlreiche feine, kleine Wurzeln.
Der Bärlapp ist blütenlos. Die vierjährige Pflanze entwickelt auf den aufrechten Stielen, die weniger beblättert und dünner aussehen, meist gabelige Fruchtähren. In den Winkeln der dachziegelartig angeordneten Blättchen sitzen die Sporenbe-hälter. Diese enthalten die Sporen, die sich als ein sehr feines, blaß-gelbes Mehl aus den Sorenbehältern schütteln lassen. Das staubigartige Sporenmehl wird im Volke vielfach Hexenmehl oder Blitzpulver genannt, da es nur leuchtenden Funken verspritzt man es gegen ein Feuer bläst. Die Sporen keimen erst nach etwa 5 bis 7 Jahren, vorauf sich an diesen, dann die Geschlechsorgane entwickeln. Dies be-zeichnet man als Generationswechsel.
Sporenreife
August, September
Standort
Der Bärlapp wächst in ganz Europa in Nadelwäldern und auch auf Heiden, seltener auf trockenen Wiesen, kieselsäurehaltige Erde immer bevorzugend.

Alpen-Mutterwurz
Die Alpen-Mutterwurz, auch Adonisblättrige Mutterwurz genannt, ist eine Pflanzen-art innerhalb der Familie der Doldenblütler. Nach molekulargenetisch gestützten Daten durch Valiejo-Roman et al. 2006 ist die Gattung Mutellina von der Gattung Ligusticumsowie Pachypleurum zu trennen.
Die Alpen-Mutterwurz kommt als einst bekannte Arzneipflanze (Volksmedizin) oft in Alpensagen und Almsegensprüchen vor. Auch besitzt die aromatisch duftende Pflanze viele Volksnamen: viele Muttern, Madaun (vgl. Madautal in Lechtaler Al-pen), Matau (Bregenzerwald), Mutteli, Mutterkraut, Gamskraut, Bärenfenchel u. a.
Die meist rosa blühende Alpen-Mutterwurz ist eine alte Heilpflanze und ein wert-volles Viehfutter, das im Alpenraum auf Wiesen wächst. Die kniehohe und rosa blühende Pflanze riecht kräftig und würzig. Wegen der aromatischen ätherischen Öle, die an Fenchel und Liebstöckel erinnern, wird die Alpen-Mutterwurz auch in der Küche verarbeitet. Im Bayerischen Wald wird aus der Alpen-Mutterwurz der Bärwurz-Magenschnaps hergestellt. Es gibt eine ähnliche Pflanze, mit fast gleicher medizinischer Wirkung aber geringere Menge an Inhaltsstoffen, die den gleichen Namen trägt Bärwurz (Meum athamanticum Jacq.).
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Magen, Gebärmutter, Verdauung
Heilwirkung: aphrodisierend, appetitfördernd, entblähend, entgiftend, entschlackend, harntreibend, herzstärkend, magenstärkend, menstruationsfördernd, milchproduktionssteigernd, tonisierend, wärmend, windtreibend
Anwendungsbereiche: Altersschwäche, Appetitlosigkeit, Blähungen, Blasen-erkrankungen, Darmkatarrh, Dysmenorrhoe, Gebärmutter, Geburten, Gelbsucht, Gicht, Hautausschläge, Herzschwäche, Koliken, Lungenverschleimungen, Menstruationsbeschwerden, Migräne, Nierenleiden, Periodenkrämpfe, Verdauungsstörungen, Vergiftungen, Viehheilmittel, Weißfluss
wissenschaftlicher Name: Ligusticum mutellina
Pflanzenfamilie: Doldenblütler = Apiaceae
englischer Name: Alpine Lovage, Italian Lovage, Mountain lovage
volkstümlicher Name: Alpen-Bärendill, Alpen-Liebstock, Alpen-Liebstöckel, Bärenfenchel, Bärwurz, Bärmutterkrut, Bärwurzel, Bergbärwurz, Bergpudel, Berwurtz, Gamskraut, Gebärmutterwurz, Herzwurz, Madaun, Metaun-Kümmel, Mutteli, Mutterkraut, Muttern, Mutterwurz
Verwendete Pflanzenteile: frische Blätter, Samen, Wurzelstöcke
Inhaltsstoffe: ätherische Öle, Fettes Öl, Gummi, Harz, Ligustilid, Monoterpene, Kaffeesäuren, Phthalide
Sammelzeit: Mai bis September
 
Anwendung
Frische Blätter
Können in der Küche wie Petersilie eingesetzt werden. Regt den Appetit an und fördert die Verdauung. Können als gequetsches Kraut für Umschlage gegen Hautkrankheiten oder Gichtschmerzen eingesetzt werden.
Tee
1 Teelöffel getrockneter Blätter mit 250 ml heißem Wasser übergießen und 10 Minu-ten ziehen lassen, dann abseihen, hilft gegen Verdauungsprobleme. 1 Teelöffel Samen mit 250 ml heißem Wasser übergießen und 20 Minuten ziehen lassen, abseihen. Hilft bei Migräne, Appetitmangel, Blasenleiden.
Abkochung
Eine Abkochung der Wurzeln hilft vor allem bei Verdauungsproblemen.
Tinktur
Um eine Alpen-Mutterwurz-Tinktur selbst herzustellen, übergiesst man Wurzeln der Alpen-Mutterwurz in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen. Von dieser Tinktur nimmt man ein bis drei mal täglich 10-50 Tropfen ein. Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.
Äusserlich
Äusserlich kann man Alpen-Mutterwurz-Tee oder verdünnte Tinktur in Form von Umschlägen, Bädern oder Waschungen anwenden. Mit dieser Art der Anwendung kann man Hautkrankheiten lindern.
Volksmedizin
Die intensiv aromatische Wurzel wurde in der Volksmedizin früher bei Blähungen, Verstopfungen, Leber-, Nieren- und Blasenleiden sowie bei zahlreichen Frauener-krankungen verwendet. Der Absud des Krautes galt als magenstärkend. Den ätherischen Ölen der Pflanze wurde eine appetitanregende Wirkung zugeschrieben.
Verwendung in der Küche
Die Verwendung ist ähnlich frischer Petersilie. Außerdem wird sie zum Würzen von Käse genutzt. Der Extrakt der Wurzel ist fester Bestandteil von zahlreichen Kräuterlikören und -schnäpsen. Auch die als Bärwurz bekannte Spirituose aus dem Bayerischen Waldverdankt bei einigen Herstellern ihr charakteristisches Aroma der Alpen-Mutterwurz und nicht der Bärwurz, wie oft fälschlich behauptet wird.
Futterpflanze
Die Alpen-Mutterwurz gehört zu den besten Futterpflanzen der Alpen. In jungem Zustand ist sie reich an Roheiweiß und Fetten. Für das Vieh ist es eine gute Nahrungs- und Heilpflanze. Sie fördert die Milchleistung und -güte und wirkt im Darm erwärmend, hilft bei Koliken und schützt vor Erkältungen.
 
Geschichtliches
In der Hexenmedizin ist es eines der Mutterkäuter und wird zur Geburt eingesetzt. Haupteinsatz war die Linderung schwerer Geburten.
Kräuter-Schnäpse aus dem Bayerischen Wald werden aus der Wurzel hergestellt, einige Kräuter-Liköre werden mit den Samen ergänzt. Diese Getränke haben teil-weise eine jahrhundertelange Tradition.
Blätter und Samen zum Würzen von Suppen und Käse.
Bärwurz wurde oft in Klostergärten angebaut, doch welche Bärwurz in den Kloster-gärten angebaut wurde und dessen Anwendung in Kräuterbüchern zu finden ist schwer zu beurteilen.
Eine gute eiweißreiche Futterpflanze, die Milchleistung und Milchqualität erhöht, sowie Viehkrankheiten lindert und vorbeugt. Dies spiegelt sich in einigen Überliefe-rungen wider:
Die Alpen-Mutterwurz soll nach dem Volksglauben da wachsen wo die Milch der hl. Maria auf die Erde gefallen ist.
Von den Melkerinnen wurden Alpen-Mutterwurz und einige andere Pflanzen ver-flucht (Teufel möge das Gras wegnehm), damit die Kühe weniger Milch geben und weniger Arbeit zu tun war.
Heute wird die Alpen-Mutterwurz immer seltener, da viel gesammelt wird. Es dauert mindestens 7 Jahre bis eine Alpen-Mutterwurz groß geworden ist.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Alpen-Mutterwurz ist in den Alpen heimisch und auch an einigen Stellen im Schwarzwald zu finden. Der Wurzelstock ist winterhart. Sie wächst bevorzugt auf mageren Berg- und Gebirgswiesen von 1000 m bis fast 3000 m. Die mehrjährige Pflanze wird zwischen 15 und 50 Zentimeter hoch. Die Blätter sind haarfein ge-fiedert.
Die rosa bis purpurnen (selten weißen) Blüten erscheinen zwischen Juli und August auf einer meist 7-10 strahligen Blütendolde. Aus den Alpen-Mutterwurz-Blüten ent-wickeln sich im Herbst die Samen. Die Samen sind ca. 6 mm lang und 3 mm dick.
Die Alpen-Mutterwurz wächst als mehrjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 20, selten bis 50 cm. Der Stengelgrund besitzt einen typischen dichten Faserschopf. Der aufrechte Stengel selbst ist unten rund und oben oft zunehmend kantig. Die Laubblätter sind im Umriss dreieckig und doppelt bis dreifach gefiedert. Sie sind überwiegend grundständig; aber auch der Stengel besitzt meist 1-2 kleinere Laubblätter. Die Pflanze wurzelt bis über einen Meter tief. Die Pflanzen-teile duften aromatisch, dieser Duft bleibt selbst noch im Heu enthalten.
Die Blütezeit reicht von Juni und August. Der doppeldoldige Blütenstand besitzt im Gegensatz zur Zwerg-Mutterwurz (Pachypleurum mutellinoides) keine (oder 1-2 hinfällige und ganzrandige) Hüllblätter und ist 7- bis 15-strahlig. Die jeweils etwa 3 mm großen fünfblättrigen Blütenkronen sind selten weiß, in der Regel jedoch pur-purfarben bis rosafarben/rot. Die stets gerippte Frucht ist etwa 5 mm lang und etwas 3,5 mm dick.
 
Anbautipps
Üblicherweise wird die Alpen-Mutterwurz durch Wurzelteilung nach der Blüte ver-mehrt, es reichen schon kleine Wurzelstücke um daraus eine Pflanze zu ziehen. Deutlich schwieriger ist die Anzucht aus Samen. Möglichst im November in Töpfen aussäen oder sehr früh im Frühling im Freien wenn noch Frost zu erwarten ist, die Samen sind nicht lange keimfähig und müssen stratifiziert werden um die Keimung anzuregen (Frostkeimer). Die Alpen-Mutterwurz mag sandigen, lehmigen, mageren und feuchten Boden, der Standort sollte sonnig oder halbschattig sein. Man kann die Alpen-Mutterwurz auch in größeren Töpfen aufziehen. Es dauert etwa 7 Jahre, bis man die Wurzel ernten kann. Da die Pflanze gleichmässige Bedingungen liebt, z.B. gleiche Bodenfeuchtigkeit, ist sie etwas schwierig zu kultivieren. Leider sind die Inhaltsstoffe im Flachland geringer als in den Bergen.
 
Sammeltipps
Die Wurzel (Bärenwurzel, Bärenfenchelwurzel) der Alpen-Mutterwurz sollte nur geerntet werden, wenn man sich mit der Bestimmung der Pflanze auskennt, da es ähnlich aussehende aber giftige Pflanzen gibt. Am besten ist es die Alpen-Mutter-wurz im eigenen Garten anzubauen, denn die Alpen-Mutterwurz ist durch die vielen Wildsammlungen leider selten geworden, deshalb sollte gerade die Wurzel nicht mehr in der Natur gesammelt werden. Die Wurzel wird gereinigt, geschnitten und im luftigen Schatten gut getrocknet. In einem geschlossenen Behälter lagern, damit sich die ätherischen Öle nicht verflüchtigen. Die feinen Blätter sollten geerntet werden, wenn diese frisch ausgetrieben sind. Die Samen sammelt man sobald die reif sind, am besten nachtrocknen.

Bachblüten
Liebe, die an Bedingungen, geknüpft ist: `Ich liebe dich, wenn …` (Chicory)
Bei diesen Menschen ist die Liebe an Bedingungen geknüpft, wie ´ich liebe dich, wenn …´
Mit Chicory können sie diese Bedingungsliebe abstreifen
Bachblüten
Man wittert hinter vielem etwas Negatives (Holly)
Diese Menschen wittern hinter allem etwas Negatives
Mit der Bachblüte können sie das negative Wittern ablegen
Essig
Essig ist ein beliebtes Würzmittel, um Speisen eine sauren Geschmack zu verlei-hen. Darüber hinaus findet Essig als Konservierungsmittel Anwendung. Es spielt als Zusatz in Haut- oder Körperpflegeprodukte sowie in Desinfektions- und Rein-igungsmitteln eine wichtige Rolle.
Essig (von mittelhochdeutsch ezzich; lateinisch Acetum) ist ein sauer schmecken-des Würz- und Konservierungsmittel, das durch Fermentation alkoholhaltiger Flüs-sigkeiten mit Essigsäurebak-terien (Essigmutter) hergestellt wird. Essig ist im Wes-entlichen eine verdünnte Lösung von Essigsäure in Wasser.
Die Essigaufbereitung zählt zu den ältesten Lebensmittelherstellungsverfahren der Menschheit. In Deutschland darf Speiseessig nach der Verordnung über den Ver-kehr mit Essig und Essigessenz von 1972 zwischen 5% und maximal 15,5% Essigsäure enthalten; Essigessenz maximal 25%. Essig aus dem Handel hat meistens eine Essigsäurekonzentration von 5% bis 6%. Auch mit Wasser verdünnte Essigsäure oder Essigessenz wird oft als Essig bezeichnet, muss jedoch als solche deklariert werden. Essig enthält höchstens geringe Mengen (0,2–1,5 % vol.) an Al-kohol. Eisessig ist hochkonzentrierte Säure (99 bis 100 %), die dementsprechend sehr wenig oder gar kein Wasser enthält
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