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Wegwarte
Die Gemeine oder Gewöhnliche Wegwarte, auch Zichorie genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Korbblütler. Sie wächst in Mitteleuropa häufig an Wegrändern. Kulturformen sind Chicorée, Zuckerhut (Fleischkraut), Radicchio, Schnittzichorie und die Wurzelzichorie. Die Gemeine Wegwarte war 2005 „Gemüse des Jahres“ und 2009 „Blume des Jahres“ in Deutschland.
Die Wegwarte wächst mit ihren himmelblauen Blüten bevorzugt an Wegrändern. Dort wird sie häufig übersehen, weil ihre Gestalt luftig und durchlässig ist. Im Altertum und Mittelalter war die Wegwarte als Zauberkraut bekannt. Als solche war sie sehr wertvoll. Heutzutage kennt man die Wegwarte vor allem zur Stärkung der Verdauungsorgane, aber auch als Kaffeeersatz spielt sie eine wichtige Rolle. Die Wegwarte ist unter dem Namen "Chicory" auch eine der Bachblüten.
Die Wegwarte zählt zu den häufigsten Wildkräutern in Mitteleuropa und erfreut mit ihren blauen Blüten viele Menschen. Die auch als Zichorie bekannte Pflanze ist eine bedeutende Heil- und Kulturpflanze. Vor allem die Wurzeln der Wegwarte finden in der Naturheilkunde bei Verdauungsbeschwerden sowie als Ersatzkaffee häufig Verwendung. Übrigens: Die durch natürliche Züchtung entstandenen Gemüsesorten Radicchio und Endivie sind Unterarten der Wegwarte.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Leberschwäche
Heilwirkung: adstringierend, anregend, blutreinigend, entzündungshemmend
Anwendungsbereiche: Gallensteine, Gallenschwäche, Verdauungsschwäche, Verstopfung, Leberprobleme, Leberschwellung, Pfortaderstauung, Milzschwellung, Hämorrhoiden, Krampfadern, Stoffwechselschwäche, Diabetes, Kopfschmerzen, Geschwüre, Hautunreinheiten, Haarausfall, Gebärmutterschwäche, Afterjucken
wissenschaftlicher Name: Cichorium intybus
Pflanzenfamilie: Korbblütler = Asteraceae
englischer Name: Chicory
volkstümliche Namen: Blaue Distel, wilder Endifi, Hartmann, Hasenmilch, rauher Heinrich, Hundsläufte, Irenhart, Kaffeekraut, Sonnendraht, Sonnenwirbel, ArmeSünder-Blume, Wasserwart, Wegleuchte, Zichori, Zigeunerblume, Zigori
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel, Blätter, Blüten
Inhaltsstoffe: Inulin, Bitterstoffe, Intybin, Zucker, Harz, Kalisalze, Cichoriin, Gerbsäure, ätherisches Öl, Mannan, Petein, Lacoulin
Sammelzeit: Wurzel: März bis April und Oktober und November, Kraut: Juni bis September, Blüten: Juli bis September
 
Anwendung
Die Wegwartenwurzel kann man als Tee oder Tinktur gegen Verdauungsprobleme einnehmen. Die Blätter helfen auch gegen Hautprobleme. Aufgrund des hohen Inulingehaltes ist die Wegwartenwurzel auch als Nahrungsergänzung für Diabetiker geeignet.
Wegwarte als Heilkraut
Die Wegwarte gilt heute wie damals als wirkungsvolle Heilpflanze, vor allem bei Verdauungsbeschwerden. Sie ist vom Verein NHV Theophrastus zur Arzneipflanze des Jahres 2020 gekürt wurden, was ihre heutige Bedeutung durchaus unterstreicht.
Aus den Kräuterbüchern des Mittelalters und der frühen Neuzeit geht hervor, dass Wegwarten und die auch damals schon bekannte Endivie vor allem bei Leberbeschwerden, Gelbsucht und Verstopfung genutzt wurden. Verwendet wurden vor allem die Blätter, die roh gegessen wurden oder als Aufguss verarbeitet wurden. Eine gewisse Berühmheit erreichte das so genannte Wegwartenwasser, die bei hitziger Leber eingenommen wurde. Bei Magenschmerzen wurde gelegentlich eine Mischung aus Wegwarte und Gerstenmalz verwendet. Diese Mischung wurde gekocht, in einem Tuch verteilt und auf den Oberbauch nahe dem Magenmund (früheren als Magenschlund bezeichnet) gelegt.
Einige Kräuterkundige, wie z.B. Matthiolius oder Tabernaemontanus berichteten auch, dass Wegwartenzubereitungen bei dunklen Augen, bei Kopfschmerzen sowie bei bei Geschwulsten eine Linderung verschaffen. Verwendung fanden hier neben den Blättern vor allem auch die Blüten, die mit Essig oder Rosenwasser vermischt wurden.
In der heutigen Pflanzenheilkunde wird die Wegwarte nach wie vor verwendet. Es sind vor allem ihre zahlreichen Bitterstoffe, die vor allem eine alternative Behandlung einiger Magen- bzw. Verdauungsbeschwerden ermöglichen. Einige Bitterstoffe, wie z.B. die Stoffe Lactucin und Lactucopicrin haben darüber hinaus schmerzlindernde bzw. schmerzstillende Eigenschaften. Neben Bitterstoffen enthält die Pflanze noch Flavonoide, Gerbstoffe und Schleimstoffe. Bei letzterem sind besonders die Pentosane hervorzuheben, die eine heparinähnliche Wirkung auslösen und somit die Blutgerinnung hemmen können.
Der Bitterwert der Wegwarte liegt zwischen 700 und 900. Er ist zwar deutlich höher als ähnlich genutzte Pflanzen wie Löwenzahn, gilt aber dennoch als vergleichsweise mildes Bittermittel.
In der heutigen Naturheilkunde wird vor allem die Wegwartenwurzel (Zichorienwurzel) genutzt, seltener gibt es Anwendungen mit Wegwartenblätter und -blüten. Hintergrund ist, dass die medizinisch wertvollen Bitterstoffe in hoher Menge in den Wurzeln enthalten sind. Die üblichen Darreichungsformen sind Tees und Tinkturen, seltener Medizinweine.
Für die Zubereitung eines Wegwartentee (200 ml) werden ca. 1 bis 1 ½ Teelöffel getrocknete und zerkleinerte Zichorienwurzel (Wegwartenwurzel) benötigt, die mit heißem aber nicht kochend heißem Wasser übergossen werden.
Die Ziehdauer sollte sieben Minuten nicht überschreiten. Fünf Minuten genügen in der Regel völlig. Bei allgemeinen Verdauungsbeschwerden bzw. Appetitlosigkeit wird der Tee am besten 20 bis 30 Minuten vor den Mahlzeiten eingenommen. Pro Tag sollten nicht mehr als 2 Tassen getrunken werden. Die empfohlene maximale Tagesdosis sollte 3 Gramm nicht überschreiten.
Wegwarten spielen auch in der Bach-Blütentherapie eine Rolle. Als achte Pflanze in der Reihe soll sie vor allem gegen vielerlei negative Gefühle wie Egoismus, Selbstaufopferung, Selbstmitleid oder Gefühlsterror helfen.
Seit einiger Zeit ist bekannt, dass die Wegwarte auch leberschützende (hepatoprotektive) Eigenschaften aufweist. Hier sind es vor allem die Inhaltsstoffe in den Samen und Wurzeln der Heilpflanze, die sowohl in wässrigen als auch alkoholischen Extrakten dazu führten, dass sich Leberzellen (so genannte Hepatozyten) wieder regenerierten. Wässrige Extrakte haben laut Studien eine nahezu gleiche Wirkung wie das Silymarin der Mariendistel.
In Laborversuchen konnten tumorsenkende Eigenschaften beobachtet werden. Hier konnten mit verschiedenen Darreichungsformen tumorhemmende Wirkung u.a. bei Prostatakrebs, Brustkrebs und Darmkrebs erzielt werden. Diese Wirkung wird, neben einigen Anthocyanen, u.a. auf die Stoffe Cichoriin sowie die Bitterstoffe Lactucin und Lactucopicrin zurückgeführt. Ob und inwiefern diese Beobachtungen und Studien auf den Menschen übertragbar sind, steht aktuell jedoch noch aus.
Wegwarte in der Küche
Die Wildform der Gewöhnlichen Wegwarte lässt sich in der Küche ebenso vielseitig einsetzen, wie dessen Zuchtformen. Verwendung finden sowohl die Blätter, die Blüten als auch die Wurzel.
Wegwartenblätter können vor allem im Frühjahr eine delikate Zutat für knackige Salate sein. Die zarten, jungen Blätter sind leicht bitter, haben eine angenehm milden Geschmack und liefern viele wertvolle Mineralien. Kurz vor bis nach der Blüte werden die Blätter zunehmend bitterer, da verstärkt Bitterstoffe in die Zellen der Blätter eingelagert werden. Die Blätter lassen sich dennoch als Spinatersatz verwenden. Jedoch sollten die Blätter etwa zwei bis drei Stunden vorher in Wasser eingelegt werden, so dass die Bitterstoffe aus den Zellen extrahiert werden können.
Die hübsch anzusehenen Wegwartenblüten eignen gut zum Garnieren von Wildkräutersalaten und Obstkompott oder Obstsalaten. Denkbar ist auch, dass die meist blauen Blüten kandiert werden.
Zichorienkaffee
Beliebt und verdauungsfördernd ist der Zichorienkaffee, der vor allem in Zeiten mit schlechter Kaffeeversorgung verbreitet war. Für die Herstellung des Zichorienkaffees schneidet man die Wurzel in kleine Stücke und trocknet sie. Anschließend werden sie langsam ohne Fettzugabe geröstet. Die gerösteten Wurzelstücke werden gemahlen. Das fertige Zichorienkaffeepulver kann man aufbrühen wie Bohnenkaffee. Das Aroma des Getränks erinnert schwach an Kaffee. Auch im Handel kann man fertigen Zichorienkaffee kaufen.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Gewöhnliche Wegwarte ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 140 cm erreicht. Sie besitzt eine tiefreichende Pfahlwurzel. Die Stängelstehen sparrigästig. Die Grundblätter und die unteren Stängelblätter sind schrotsägeförmig fiederschnittig, ihre Unterseite ist borstig behaart. Die Grundblätter sind 8 bis 25 cm lang und 1 bis 7 cm breit. Die oberen Stängelblätter haben eine länglich-lanzettliche Form, sind fiederspaltig bis ungeteilt und sind ohne Blattstiel sitzend mit geöhrtem Blattgrund. Die Blütenköpfchen bestehen nur aus Zungenblüten. Sie haben einen Durchmesser von 3 bis 5 cm, die seitlichen stehen meist zu zweit bis fünft. Sie sind kurz gestielt oder sitzend. Die Köpfchenhülle ist zweireihig, wobei die äußeren Hüllblätter kürzer sind und deutlich abstehen. Die Hüllblätter sind meistens drüsenhaarig. Die Zungenblüten sind himmelblau, selten auch weiß gefärbt; Blütezeit ist von Juni bis Oktober. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, vor allem durch Bienen und Schwebfliegen. Die auffälligen Blütenstände sind nur vormittags und jeweils nur für einen Tag geöffnet. Sind sie geschlossen, hebt sich die Pflanze kaum noch gegen ihre Umgebung ab. Die Achänen sind 2 bis 3 mm lang, eilänglich, eher kantig und haben keinen deutlich ausgeprägten Pappus; dieser besteht nur aus kurzen, eher unscheinbaren Schüppchen.
Wie der Name schon andeutet, wächst die Wegwarte bevorzugt an Wegrändern. Auch an anderen unbebauten Stellen, an Ackerrändern und Bahndämmen findet man die Wegwarte oft. Im Frühling wachsen die Rosettenblätter der Wegwarte, die an Löwenzahn erinnern, jedoch eher gröber gezackt sind. Später im Sommer wächst ein sparrig verzweigter Stängel bis zu einen Meter hoch mit kleinen Blättern etwa alle zehn Zentimeter. An diesen Blattachseln blühen im Spätsommer blaue Blüten bis hinein in den Herbst.

Seifenkraut
Das Gewöhnliche Seifenkraut, auch Echtes Seifenkraut, Seifenwurz oder Waschwurz genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Seifenkräuter innerhalb der Familie der Nelkengewächse. Sie ist in Eurasien weitverbreitet. Die für manche Tiere giftige Pflanze wurde früher als Waschmittel genutzt. Heute findet sie noch in der Naturmedizin Anwendung, wozu sie vorwiegend in China, Iran und der Türkei kultiviert wird.
Seifenkraut hat seinen Namen von seinem hohen Gehalt an Saponinen. Der Saponinanteil ist sogar so hoch, dass man mit Seifenkraut waschen kann. Die Saponine sind nicht nur zum Waschen geeignet, sondern sie helfen auch bei Husten und wirken harntreibend. Auch bei verschiedenen Hautleiden kann man Seifenkraut einsetzen.
Das Seifenkraut ist in vielerlei Hinsicht bewundernswert. Es ist nicht nur ein hervorragendes Heilkraut gegen Erkältung und Hautbeschwerden, sondern wird auch in der Naturkosmetik sowie zum Waschen von Wäsche verwendet. Viele Pflanzenfreunde geben dem Seifenkraut aufgrund der ästhetischen Blütenpracht auch gezielt einen Platz im Garten.
 
Steckbrief
Heilwirkung: schleimlösend, harntreibend, fungizid, abführend, blutreinigend, Bronchitis, Husten, trockene Nase, Verdauungsanregend, Pfortaderstauung, Bauchspeicheldrüsen anregend, Stoffwechsel anregend, chronische Hautleiden
wissenschaftlicher Name: Saponaria officinalis
Pflanzenfamilie: Nelkengewächse = Caryophyllaceae
englischer Name: Soapwort
volkstümlicher Name: Hustenwurzel, Rote Seifenwurzel, Waschlaugenkraut
Verwendete Pflanzenteile: Kraut, Wurzel
Inhaltsstoffe: Saponine, Flavonglykosid
Sammelzeit: Wurzel: März und April und September und Oktober, Blätter: Juni und Juli,
 
Anwendung
Das Gewöhnliche Seifenkraut ist für Wildpflanzengärten zu empfehlen. In Gärten kann man auch eine Form mit gefüllten Blüten finden. Alle Pflanzenteile enthalten (in der Wurzel 3 bis 8 %) Triterpensaponine mit dem Aglykon Quillajasäure. Als Hauptkomponenten finden sich dabei Saponariosid A, B, C, F und G neben weiteren Saponariosiden (wie zum Beispiel Gypsogenin).
Seifenkrauttee bereitet man, indem man einen Teelöffel Seifenkrautwurzel mit einem Viertel Liter kaltem Wasser ansetzt und einige Stunden ziehen lässt. Anschließend bringt man den Ansatz zum Sieden und seiht ihn dann ab. Bei Husten kann man zwei Tassen von diesem Tee täglich trinken. Auch für Waschungen und Umschläge kann man diesen Tee verwenden, am besten vermischt mit Kamillentee, sofern man Kamille verträgt. Anwendungen mit Seifenkraut sollte man keinesfalls überdosieren, denn aufgrund des hohen Saponingehaltes können Sie die Verdauungsorgane und den Harnapparat reizen.
Medizinische Verwendung
Als Arzneidrogen dienen die getrockneten Wurzeln und Rhizome, seltener die krautigen Pflanzenteile. Traditionell werden die Pflanzenteile seit dem Altertum als Expektorans bei Bronchitiden mit zähem, trockenem Sekret eingesetzt. Hierfür gibt es auch Fertigpräparate. Hierbei ist zu beachten, dass das Seifenkraut wie alle Saponindrogen in höheren Dosen Erbrechen auslösen kann und demnach schwach giftig ist. In der Tumorbehandlung wird das ebenfalls aus dem Seifenkraut gewonnene pflanzliche Proteintoxin Saporin bereits in Tests angewendet.
Seifenkraut als Reinigungsmittel
Das Gewöhnliche Seifenkraut ist ein Kulturbegleiter und wurde vermutlich seit der Jungsteinzeit gepflanzt. Wegen der waschaktiven Wirkung ihrer Inhaltsstoffe dienten Auszüge aus Rhizom und Wurzeln bis ins 19. Jahrhundert als Seifenersatz (Pflanzenname). Deshalb wurde das Gewöhnliche Seifenkraut auch in Europa noch bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts angebaut. In der Slowakei werden noch heute Wäschestücke mit angeschnittenen Rhizomstückchen eingeseift. Umweltbewusste Betriebe und Privatpersonen verwenden heute Seifenkrautlösung beispielsweise zur Teppich- und Polsterreinigung. In Restauratorenwerkstätten wird Seifenkrautlösung zur Reinigung von historischen Textilien und Möbelstücken verwendet.
Seifenkraut als Heilkraut
Seifenkraut wird heute vorwiegend als Heilkraut genutzt. Die in den Blättern und in der Wurzel enthaltenden Inhaltsstoffe eignen sich vor allem bei Erkältungsbe-schwerden und leichteren Hauterkrankungen. Verantwortlich sind hierbei vor allem die enthaltenden Saponine. Das die Pflanze eine Vielzahl dieser Stoffe enthält wird auch an ihrem botanischen Namen Saponaria officinalis deutlich.
Verwendung als Heilkraut in der Antike und im Mittelalter
Wie und in welcher Weise das Seifenkraut in der Antike und im Mittelalter verwendet wurde, kann heute nicht genau hergeleitet werden. Es gibt nur wenig überlieferte Quellen, die auf eine die Nutzung sowie eine exakte Pflanzendarstellung hinweisen. Eine erste überlieferte Nutzung wurde in der Frühzeit von arabischen Ärzten beschrieben, die das Seifenkraut u.a. bei Flechten, Geschwüre und Lepra einsetzten.
In vielen Standardwerken des Mittelalters, dem Gart der Gesundheit sowie dem Buch von P. A. Matthioli fand das Seifenkraut keine Erwähnung. Ebenso wenig bei Hildegard von Bingen oder Paracelsus. Erste Beschreibungen in bekannten Kräuterbüchern finden sich im Werk von Hieronymus Bock (Mitte 16. Jh.), der das Kraut u.a. auch als Speichelwurz bezeichnete. Dort wurde das Seifenkraut innerlich bei nicht näher bezeichneten Leber- und Milzbeschwerden verwendet sowie für Bronchialbeschwerden (keuchende Menschen mit schwerem Atem). Äußerlich nutzte man das Seifenkraut gegen Grind, bei Augenbeschwerden sowie gegen Fieberbeulen.
Verwendung fand meist die Wurzel. Innerlich wurde die Seifenkrautwurzel zerstoßen bzw. pulverisiert, dann mit Honig vermischt und schließlich eingenommen. Außerdem wurde Saft und Wurzelpulver durch die Nase gezogen, was heute natürlich nicht mehr empfohlen wird. Ein Sud aus der Wurzel half u.a. gegen äußerliche Beschwerden.
Seifenkraut in der Küche
Als Küchen- bzw. Gewürzkraut findet Seifenkraut keine Verwendung. Da es in höheren Dosen zudem leicht giftig ist, hat es in der Küche folglich nichts zu suchen.
Lebensmittelzusatzstoff
Seifenkraut wird als Aufschlagmittel etwa in der Herstellung von Halva eingesetzt.
 
Pflanzenbeschreibung
Seifenkraut wächst an sandigen Ufern, auf Schutt- und Geröllhalden, an Hecken, Gebüschen und in Auwäldern. Das Seifenkraut wird bis zu 80 cm hoch und ist im oberen Bereich verzweigt. Die länglichen Blätter stehen gekreuzt gegenständig. Zwischen Juni und September blüht das Seifenkraut mit zartrosa Blüten, die büschelig in Rispen angeordnet sind. Jede Blüte hat fünf Blütenblätter.
Das Gewöhnliche Seifenkraut ist eine ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 80 Zentimetern. Sie bildet stark verzweigte, unterirdische Ausläufer, die zu fingerdicken Rhizomen auswachsen. Die Primärwurzel ist dabei rübenartig verdickt. Der aufrechte, meist unverzweigte Stängel ist weich behaart und dicht belaubt. Die kreuzgegenständig angeordneten Laubblätter sind drei- bis fünfnervig, bei einer Länge von 5 bis 10 Zentimetern lanzettlich und relativ breit.
Die Blütezeit reicht von Juni bis Oktober. In den Achseln der Stängelblätter stehen dichte, trugdoldige Blütenstände. Die schwach duftenden Blüten sind fünfzählig. Die Kelchblätter sind zu einer 20 bis 25 Millimeter langen Kelchröhre verwachsen. Die fünf ungeteilten, blassrosafarbenen bis weißen Kronblätter bilden einen Kreis von gut 2 Zentimetern Durchmesser und eine kleine Nebenkrone am Schlundeigang. Die Fruchtreife tritt von September bis Oktober ein. Die trockenen Kapselfrüchte öffnen sich oben vierzähnig. Die schwarzbraunen, rauen Samen sind mit einer Länge von etwa 1,5 Millimetern relativ klein und rundlich, nierenförmig.

Bachblüten
Du kannst nicht verzeihen, bist unversöhnlich (Willow)
Diese Menschen können einfach nicht verzeihen, sie sind unversöhnlich
Hier kann Willow helfen, dass sie wieder verzeihen können und sich auch versöhnen können
Bachblüten
Seine eigene Sorgen und seine innere Ruhelosigkeit verbirgt man hinter einer Maske von Witz und Heiterkeit. Motto: immer lächeln … (Agrimony)
Die eigenen Sorgen und innere Ruhelosigkeit verbergen sie geschickt hinter einer Maske von Witz und Heiterkeit. Ihr Motto ist, immer nur lächeln
Hier können sie mit der Blüte ihre Sorgen und Ruhelosigkeit nach außen kehren und verstecken sich auch nicht hinter einer Maske und ihr lächeln verschwindet auch allmählich
Flüssigkeitshaushalt
Der Mensch besteht zu ca. 60% aus Wasser, weshalb zahlreiche Stoffwechselvorgänge von einem inaktiven Flüssigkeitshaushalt abhängig sind. täglich verlieren wir rund 2 ½ l Flüssigkeit durch Schwitzen, Atmung und Körperausscheidungen, beim Sport leicht die doppelte oder dreifache Menge!
DEFINITION: Als Flüssigkeitshaushalt bezeichnet man die Aufnahme, Verteilung und Abgabe von Wasser und seinen Inhaltsstoffen durch den Organismus. Diese Prozesse im Körper sind eng verknüpft mit dem Elektrolythaushalt.
Der erwachsene Mensch besteht zu etwa 60% aus Wasser. Rund zwei Drittel davon befinden sich in den Zellen. Durchschnittlich nimmt ein Erwachsener täglich 1 l Flüssigkeit durch Getränke und 0,7l mit fester Nahrung auf. 0,3l Wasser entstehen im Körper durch die Verbrennung von  Kohlenhydraten und Fetten. Erwachsene sollten etwa 1,5l Flüssigkeit durch Getränke und 1l durch feste Nahrung zu sich nehmen. Stillende Mütter brauchen noch mehr Flüssigkeit. Bei Anstrengung oder großer Hitze kann sich der Flüssigkeitsbedarf verzehnfachen.
Das Wasser wird zu zwei Dritteln vom Dünndarm und zu einem Drittel vom Dickdarm aufgenommen. Es wird mit den darin enthaltenen Mineral- und Nährstoffen über das Blut im Körper verteilt. Wasser dient außer zum Transport von Nähr- und Wirkstoffen der Wärmeregulation des Körpers und der Ausscheidung von Stoffwechselprodukten. Wasser wird über Urin, Stuhlgang, Haut und Lungen ausgeschieden.
Nimmt der Mensch zu wenig Flüssigkeit auf, verdickt sich das Blut. Dadurch wird der Transport von Nähr- und Wirkstoffen zu den Zellen verlangsamt, der Betroffene verliert an Leistungskraft. Beim Verlust von mehr als 10% der Körperflüssigkeit, zum Beispiel durch anhaltenden Durchfall, kann es zu Kopfschmerzen, Verwirrung und Bewusstseinstrübung kommen. Ein Verlust von mehr als 20% ist lebensbedrohlich.
Der Flüssigkeitsbedarf wird vom Körper über das Durstgefühl geregelt. Durst empfindet man, wenn der Salzgehalt im Körper auf ein bestimmtes Maß absinkt, zum Beispiel durch Schwitzen. Bei älteren Menschen ist das Durstgefühl weniger ausgeprägt, weshalb sie häufig zu wenig trinken. Weiterhin bewirkt ein Hormon, das im Hypothalamus, einer Struktur des Zwischenhirns, gebildet und von der Hirnanhangdrüse ausgeschüttet wird, dass die Nieren weniger Wasser ausscheiden.
Bei Patienten auf der Intensivstation ist es im Rahmen der Pflege notwendig, eine Flüssigkeitsbilanzierung vorzunehmen, das heißt, dass die Flüssigkeitszufuhr durch Ernährung oder Infusionen und die Ausscheidungen durch Urin, Stuhl oder Erbrochenes protokolliert werden, um einen Verlust an Flüssigkeit oder eine zu starke Flüssigkeitszufuhr zu vermeiden oder auszugleichen.

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