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CALABAR ttt
Die Kalabarbohne, auch Gottesurteilbohne, ist eine Pflanzenart in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler. Sie ist in Westafrika beheimatet und vor allem auf Grund ihrer Giftigkeit bekannt.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Achtung! Stark giftig. Nur in verschriebenen Fertigpräparaten oder homöopathisch anwenden. Verwendet in der Tiermedizin, Koliken
wissenschaftlicher Name: Physostigma venenosum
Verwendete Pflanzenteile: Samen
 
Anwendung
Achtung! Stark giftig. Calabar nur in verschriebenen Fertigpräparaten oder homöopathisch anwenden.
Extrakte aus der Kalabarbohne wurden in der Vergangenheit in der Augenheilkunde als Miotikum zur Pupillenverengung eingesetzt. In der europäischen Medizin wird sie erstmals im Jahr 1855 als Miotikum erwähnt. Auch ist Physostigmin ein wirksames Gegengift bei Atropin-Vergiftungen. Kalabarbohnen wurden auch als Cholinergikum eingesetzt, da Physostigmin als ein Acetylcholinesterase-Inhibitor wirkt.
 
Beschreibung
Die Laubblätter sind unpaarig, dreiteilig gefiedert. Die Blattspreiten sind eiförmig und zugespitzt. Die seitenständigen, gestielten, herabhängenden traubigen Blütenstände sind bis zu 2,5 Zentimeter lang. Die Blütenstandsrhachis ist mit knöllchenförmigen Knoten übersät. Die Tragblätter fallen in einem frühen Stadium der Anthese ab. Die typischen Schmetterlingsblüten sind schneckenartig eingerollt. Schiffchen und Flügel der Blüten sind dunkelpurpurfarben. Die Fahne ist gefaltet, zurückgebogen und von hellerer Färbung. Schiffchen und Flügel sind fast vollständig von der Fahne verdeckt. Das Schiffchen ist an der Spitze spiralig verdreht. Der Stempel hat einen gestielten Fruchtknoten mit einem schlanken Griffel, der mit dem Schiffchen gebogen ist. Er ist auf der Innenseite bartartig behaart. Das einzige Fruchtblatt ist gestielt. Der Griffel hat eine geweitete, dreieckige, flügelartige Verlängerung hinter der Narbe. Die dicken, braunen Hülsenfrüchte sind bis zu 15 Zentimeter lang. Jede Frucht enthält zwei oder drei Samen. Die tief schokoladenbraunen Samen sind bei einer Länge von etwa 2,5 Zentimeter schwach nierenförmig mit abgerundeten Enden. Die Oberfläche ist rau aber zumindest teilweise glänzend. An der Stelle, wo der Same an der Plazenta angewachsen war, bleibt eine Narbe zurück. Die Früchte schwimmen und die Ausbreitung der Diasporen findet so hydrochor statt.
 
BLUTWURZ
Die Pflanzenart Blutwurz, auch Dilledapp, Durmentill, Natter(n)wurz, Rotwurz, Ruhrwurz, Siebenfinger oder Tormentill genannt, gehört zur Familie der Rosengewächse. Die Blutwurz ist eine mittelgroße, verästelte Pflanze mit leuchtend gelben Blüten. Wie der Name schon andeutet, enthält der Wurzelstock einen roten Farbstoff, der schon früher im Rahmen der Signaturlehre dafür sorgte, dass die Wurzel als Mittel bei Blutungen verwendet wurde. Durch ihren Gerbstoffgehalt kann die Blutwurz jedoch auch Entzündungen im Mund- und Rachenraum lindern, und bei Durchfall wirken. Dank ihrer wundheilenden und blutstillenden Eigenschaften kann man sie auch äußerlich bei Wunden einsetzen.
Die Blutwurz oder Tormentill ist eine sehr alte Heilpflanze, die für zahlreiche Beschwerden verwendet werden kann. Die Wurzeln des Blutwurzes werden bei Zahn und Rachenentzündungen, bei Durchfallerkrankungen oder zur Wundheilung verwendet. Liebhaber von Likören schätzen Blutwurz als verdauungsfördernde Spirituose mit erdigem und bitterem Geschmack.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Mundschleimhautentzündung
Heilwirkung: adstringierend, antibakteriell, blutstillend, entgiftend, immunstimulierend, krampflösend
Anwendungsbereiche: Rachenentzündungen, Halsentzündung, Fieber, Abwehrschwäche, Appetitlosigkeit, Durchfall, Magenbeschwerden, Mundschleimhautentzündung, Zahnfleischentzündung, Hämorrhoiden, Blutzucker senkend, Diabetes, Gicht, Rheuma, Menstruationsfördernd, Wunden, Verbrennungen, Zahnfleischentzündungen, Quetschung, Afterjucken
wissenschaftlicher Name: Potentilla tormentilla
Pflanzenfamilie: Rosengewächse = Rosaceae
englischer Name: Tormentil
volkstümliche Namen: Aufrechtes Fingerkraut, Dilledapp, Heideckern, Natternwurz, Rotwurz, Ruhrwurz, Siebenfinger, Tormentill
Verwendete Pflanzenteile: Wurzelstock
Inhaltsstoffe: Gerbstoff, Gerbsäure, roter Farbstoff, Harz, Tormentillin, ätherisches Öl
Sammelzeit: Spätherbst und zeitiges Frühjahr
 
Anwendung
Blutwurz kann man wahlweise als Tee oder als Tinktur anwenden. Die Blutwurz hat ihren Namen von dem blutroten Saft, der beim Anschneiden aus dem gelblich-weißen Rhizom austritt. Im Mittelalter wurden mit Blutwurz noch verschiedene Drogen bezeichnet, denen man blutstillende Eigenschaften nachsagte, heute meint man damit ausschließlich den Tormentill, den die moderne Phytotherapie als ausgezeichnet verträgliche Gerbstoffdroge schätzt, die akute Durchfälle lindert. In einigen Regionen, z. B. im Bayerischen Wald, wird aus Blutwurz ein Likör oder Schnapshergestellt, der als Digestif gereicht wird.
Blutwurz in der Phytotherapie
In der Pflanzenheilkunde wird das schwarzbraune, bevorzugt im Frühjahr oder im Herbst (kurz vor oder kurz nach der Blüte) ausgegrabene, in der Sonne getrocknete, von den Wurzeln befreite und zerkleinerte Rhizom verwendet, entweder als alkoholischer Auszug (Tinktur), oder als Tee. Wirksame Inhaltsstoffe sind neben Gerbstoffen der rote Farbstoff Tormentol, das Glykosid Tormentillin, Flavonoide, Phenolkarbonsäure, Saponine, Harz, Gummi und ätherische Öle. Der Saft der Pflanze wirkt im Laborversuch hemmend auf das Wachstum von Bakterien und Viren. Blutwurz wirkt stark zusammenziehend, austrocknend und entzündungshemmend, Zubereitungen des Tormentill werden daher wie andere gerbstoffhaltige Drogen (Eichenrinde Ratanhiawurzel) äußerlich in Form von Spülungen oder Pinselungen bei entzündlichen Erkrankungen der Mund- und Rachenschleimhaut, bei Entzündungen des Zahnfleischs und anderen Erkrankungen des Rachens und des Kehlkopfes und bei Hämorrhoiden verwendet, außerdem bei Verbrennungen. Innerlich genommen werden sie bei akuten, unspezifischen Durchfallerkrankungen eingesetzt und sind indiziert bei Enteritis und Fieber sowie zur Stärkung des Magens. Die früher angenommene blutstillende Wirkung der aus dem Rhizom gewonnenen Stoffe wurde aus der Signaturenlehre hergeleitet und ist medizinisch unbegründet. Kaum verwechselt werden kann die im Mittelalter und später wie der Wiesen-Knöterich und andere Pflanzen auch als (herba) sanguinaria bezeichnete Blutwurz mit der weißblütigen Kanadischen Blutwurz, ebenfalls eine Heil- und Giftpflanze, die zu den Mohngewächsen gehört.
Tee
Für einen Blutwurz-Tee übergießt man ein bis zwei Teelöffel Blutwurz mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen. Anschließend abseihen und in kleinen Schlucken trinken. Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich. Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschließend kann man wieder sechs Wochen lang Blutwurztee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Blutwurzwirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.
Tinktur
Um eine Blutwurztinktur selbst herzustellen, übergießt man Blutwurz in einem Schraubdeckelglas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen. Von dieser Tinktur nimmt man ein bis dreimal täglich 10-50 Tropfen ein. Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.
Innerlich
Blutwurz kann man innerlich, als Tee oder Tinktur bei Verdauungsbeschwerden ein-setzen. Außerdem hilft Blutwurz bei Menstruationsbeschwerden. Man kann ihn auch bei rheumatische Erkrankungen und Gicht einsetzen. Blutwurz steht im Ruf, den Blutzuckerspiegel zu senken, daher kann man ihn zur begleitenden Therapie von Diabetes anwenden.
Äußerlich
Äußerlich kann man Blutwurztee oder verdünnte Tinktur in Form von Spülungen, Umschlägen, Bädern oder Waschungen anwenden. Mit dieser Art der Anwendung kann man in erster Linie Entzündungen im Mundraum lindern. Blutwurz hilft äußerlich eingesetzt auch bei Wunden und juckende Hautentzündungen.
Verwendung als Heilkraut
Die Blutwurz ist heute in der Phytomedizin bzw. in der alternativen Heilkunde ein sehr beliebtes Heilkraut. Die Wurzeln der Pflanze und deren Heilwirkung sind jedoch seit Antike bekannt.
In der Heilkunde des Mittelalters ist die Blutwurz ein wichtiger Bestandteil gewesen, die für zahlreiche Beschwerden verwendet wurde. In nahezu allen alten Kräuter-büchern finden sich zahlreiche Anwendungsvorschläge und Rezepturen. Damals wie heute lag der Fokus auf Nutzung der Tormentillwurzel.
In den Kräuterbüchern von Matthioli und Leonard Fuchs wurden die Wurzeln des Blutwurzes u.a. gegen die Pest, bei Schwierigkeiten des Harndrangs, zur Vermeidung frühzeitiger Geburten, gegen Scharlach und gegen Fieber verwendet. Äußerlich wurde die Blutwurz hauptsächlich zur Blutstillung genutzt, was auch seinen Namen begründen dürfte. Ferner wurde das berühmte Heilkraut bei Menstruationsbeschwerden, zur Wundheilung und bei nicht näher bezeichneten Augenproblemen verwendet. Dargereicht wurden die Wurzelzubereitungen entweder als Saft, Kuchen (Tormentillkuchen), gesottener Wein oder Tee. Auch Anwendungen von Blutwurz mit Sauerampfer waren wohl häufig.
Heilkräftiger Pflanzenteil
Ist der Wurzelstock, der zeitlich im Frühjahr (März) oder im Spätherbst (November) ausgegraben wird. Nach rascher, gründlicher Reinigung auf zugigen Dachböden zum Vortrocknen aufgehängt, werden die Wurzelstöcke in Trockendarren oder sehr vorsichtig im Backrohr bei mäßiger Wärme nachgetrocknet. Die getrocknete Wurzel wird kleingeschnitten oder pulverisiert angewendet. Da der Gerbstoffgehalt (15 bis 25%, je nach Standort) durch den Trocknungsprozess rasch abnimmt, soll man möglichst frische oder nur kurz gelagerte Trockendrogen verwenden. Sie ist der aus Südamerika stammenden und vielgepriesenen Ratanhiawurzel in der Heilwirkung vollkommen gleichwertig.
Heil- und Inhaltsstoffe: Die Wurzel enthält vor allem Gerbsäure, zum Teil auch in glykosidischer Bindung, den Farbstoff Tormentillrot, das Glukosid Tormentillin, ätherisches Öl, Ellagsäure, Chinovasäure, Gummi, Stärke, harz und Kalziumoxalat.
Heilwirkung
Ob das pentephyllon – Fünfblatt des Dioskurides die Tormentillwurz ist, kann bezweifelt werden, da dieser so aufmerksame Pflanzenbeobachter nichts über die so auffallende rote Farbe der Wurzeln berichtet. In den mittelalterlichen Beschreibungen besteht kein zweifelt mehr, dass es sich um die Blutwurz handelt, die damals im höchsten Ansehen stand. Besonders in den Cholera- und Pestzeiten galt sie als die beste Heilpflanze gegen diese Seuchen.
„Eyn gemein regel / was man für eine artzney wider gifft und pestilentz bereitten will / soll alwegen der Tormentill nit vergessen werden.“ (Hieronymus Bock, um 1530) es gibt kaum eine Pestsage, wo nicht auch die Tormentill vorkäme.
Die vielen Anwendungsgebiete der Tormentillwurz, wie sie das Mittelalter kannte (Blutflüsse, Blutbrechen, Gelbsucht, Lungen- und Lebermittel, Gicht- und Wundheilmittel u.a.) wurden, nachdem die Pflanze teils in Vergessenheit geriet, wieder vom Kräuterpfarrer Kneipp eingeführt und von der modernen Heilkunde anerkannt und sehr geschätzt.
Die Tormentillwurzel, eine ausgesprochene Gerbstoffdroge, eignet sich sehr gut zur Heilung chronischer bzw. infektiöser Darmkatarrhe, Ruhr, Paratyphus, Dickdarmentzündung, Gelb-sucht und Leberschwellung. Sie wird als eine der besten Mittel bei Darmtuberkulose bezeichnet. (Leclerc, Bentz, Weiß, Kroeber u.a.) Tormentillwurzel kann besonders bei jenen Darmerkrankungen bestens empfohlen werden, bei denen Durchfälle und Verstopfungen abwechseln, da sie eine keimtötende bzw. wachstumshemmende Kraft auf alle diesbezüglichen krankheitserregenden Darmbakterien besitzt. Wenn Säuglinge bereits an infektiösen Darmkatarrhen leiden, kann Tormentillwurzel in entsprechender Verdünnung verwendet werden. Den Frauen ist sie ein wohltuendes Heilmittel bei zu starker Periode.
Dass diese Heilpflanze in ihrer so vielseitigen Heilwirkung auch als Blutreinigungsmittel und zur Behandlung von Rheumatismus, Gicht und Zuckerkrankheit erfolgreiche Anwendung findet, wird uns nicht mehr verwundern, wenn wir ihre umfassende stoffwechselregulierende Heilkraft anerkennen. So können wir abschließend noch die Heilung von nässenden oder trockenen Ekzemen, Flechten, Entzündungen und Geschwürbildungen der Haut mittels dieser Pflanze empfehlen, wie auch ein Gurgelwasser aus dieser Wurzel bereitet zur Abheilung von Zahnfleischentzündungen und Zahnfleischeiterungen (Paradentose), Hals- und Rachenkatarrhen.
Die Teebereitung erfolgt am besten, indem wir 1 Teelöffel der geschnittenen, frischen oder getrockneten Wurzel, mit 1 Tasse kochenden Wassers kurz aufkochen und 1-2 Minuten ziehen lassen, abseihen und ungesüßt trinken. Man kann auch die Teemenge vorerst durch einige Stunden kalt ansetzen, den kalten Ansatz einmal kurz aufkochen lassen und unmittelbar abseihen. Je nach dem Zustand der Erkrankung trinke man 1-2 Tassen am Tage, schluck-weise.
TORMENTILLTINKTUR: 1 Teil feingeschnittene Wurzeln in 10 Teilen Weingeist durch 4-6 Wochen, bei täglichen mehrmaligen Umschütteln, in Herdnähe ziehen lassen und schließlich abfiltern. Je nach Bedarf 10-20 Tropfen, 2-3mal täglich mit etwas Wasser vermischt vermischt.
EMPFEHLENSWERTE KRÄUTERMISCHUNGEN: Zu gleichen Teilen mische man Tormentillwurz, Mistel und Zinnkraut, wobei wir die leichte Abkochung der Tormentillwurzel zuerst bereiten und mit dieser Abkochung heiß die Mistel- und Zinnkrautteile abbrühen. Diese Teemischung ist bei den genannten Darmerkrankungen sehr geeignet.
Als Einlauf bei Darmblutungen oder chronischer Diarrhoe, mische man Tormentillwurzel mit gleichen Teilen Eichenrinde und Kamillen. 1 ½ Esslöffel der Mischung in ½ - ¾ Liter Wasser kurz aufkochen, 5 Minuten ziehen lassen, auskühlen bis lauwarm geworden und als Klistiere anwenden.
Anwendung in der Volksheilkunde
Zur Abheilung von Hautausschlägen, Ekzemen, aufgesprungenen Lippen und Händen, Frostbeulen an den Füßen, wildes Fleisch (Akestom), bei Quetschungen und Blutergüssen verwendet die Volksheilkunde eine Salbe, die aus der Tormentilwurzel genauso wie die unter Beinwell beschriebene Schwarzwurzelsalbe bereitet wird.
Tormentillwurzeltee stillt das Nasenbluten durch Aufschnupfen des lauwarmen Tees.
Das Pulver von der Tormentillwurzel, vermischt mit dem Frischsaft vom Spitz- oder Breitwegerich, hilft gegen das Bettnässen der Kinder oder alten Leute. Man nehme 2-3mal am Tage ein Likörglas voll ein.
Das Pulver der Wurzel in die Wunde gestreut, stillt das Bluten und die Wunde heilt schnell zu. Eine Handvoll zerschnittene Wurzelteile in verdünnten Weinessig rasch aufgekocht, 5-10 Minuten ziehen lassen, damit nass-warme Umschläge auf Ekzeme, Hautausschläge, harte Geschwülste, Grind und Geschwüre bereitet, heilt diese bei wiederholter Anwendung.
Anwendung in der Homöopathie
Die homöopathische Essenz aus der frischen Wurzel hergestellt, wird gegen alle genannten Darmleiden, besonders bei chronischen Durchfällen, empfohlen.
Anwendung in der Tiermedizin
Wenn eine Kuh blutige Milch gibt, vermische man je eine Handvoll Tormentillwurzel, Odermennig, Brennnessel und Baldrianwurzeln, übergieße die Kräutermischung mit Mostessig. Wenn die Kräutermischung den Essig aufgesaugt hat, vermische man diese ins Futter, wobei man in diese Zeit nicht mit Grünfutter, sondern mit Heu füttere.
Wunden und Verletzungen wasche man zuerst mit Tormentilltee aus und bestreiche sie mit der oben beschriebenen Salbe.
Nebenwirkungen und Anwendungsbeschränkungen
Blutwurz kann bei Überdosierung zu Magenbeschwerden führen. Es sollten daher immer nur die empfohlenen Verzehrmengen eingehalten werden. Ursache sind die hohen Gerbstoffgehalte. Besteht Unsicherheit in der Behandlung sollte ein Arzt oder Heilpraktiker befragt werden. Sollten Durchfallerscheinungen auftreten, die länger als zwei Tage andauern, ist umgehend ein Arzt zu konsultieren!
Verwendung als Küchen- und Gewürzkraut
Blutwurz ist in der Küche heute nahezu bedeutungslos. Im frühen Mittelalter wurde die Wurzel des Krauts jedoch u.a. für einige Süßspeisen verwendet. Matthioli publizierte ein Rezept für Blutwurz, indem Tormentillpulver mit zerstoßenem Muskat, Eigelb und Hafermehl vermischt und zu Kuchen geformt wurden.
Tatsächlich haben die Wurzeln nach dem Kochen einen leicht süßlichen Geschmack nach Pastinake, allerdings mit einem bitteren Unterton.
Die größte Bedeutung haben die Wurzeln der Blutwurz zur Herstellung von Blutwurzschnaps. Hierfür werden neben Blutwurzpulver meist noch Nelken, Kandiszucker, Zimt und Kardamom beigemengt. Als Grundlage dient in der Regel ein guter Wodka. Einige Spirituosenhersteller (z. B. Penninger) stellen Blutwurzlikör auch in größeren Mengen her.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Blutwurz ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von meist 10 bis 30 (5 bis 50) Zentimeter erreicht. Sie wächst aus einem kräftigen und kriechen-den Rhizom, das einen Durchmesser von 1 bis 3cm hat, verholzt und innen an Schnittflächen blutrot anläuft. Der aufrechte bis niederliegende Stängel ist oben mehrästig, beblättert und unterschiedlich behaart. Die lang gestielten Rosettenblätter sind dreiteilig (selten einzelne vier- bis fünfteilig), grob und gezähnt, im Gegensatz zu den sitzenden bis kurzgestielten Stängelblättern, die immer dreiteilig sind. Es sind drei bis fünf große Nebenblätter vorhanden, deshalb erscheinen die Laubblätter mehrteilig. Die auf langen Stielen einzeln in den Blattachseln entspringenden Blüten weisen einen Durchmesser von etwa 1 Zentimeter auf. Die Kelchblätter sind mehr oder weniger so lang wie Kronblätter. Die meist vier (zuweilen auch fünf oder sechs) gelben Kronblätter sind frei, verkehrt-herzförmig und 4 bis 5 mm lang. Die Blütezeit reicht von Mai bis Oktober.
Die Blutwurz ist in Europa heimisch. Sie wächst bevorzugt auf mageren Wiesen und in Mischwäldern. Auch in Niedermooren kann man sie finden. Die mehrjährige Pflanze wird bis zu 30 Zentimeter hoch. Im Frühjahr treibt aus dem Rhizom gefingerte Blätter aus. Die Blätter haben einen gezacktem Rand. Die gelben Blüten erscheinen zwischen Mai und Oktober. Sie haben meistens vier Blütenblätter. Manchmal besitzen die Blüten auch fünf oder sechs Blütenblätter.
Botanik
Der unregelmäßige, knollige Wurzelstock ist außen dunkelbraun, die Schnitt- oder Bruchfläche weiß, die sich rasch lachsblutrot verfärbt. Der Stängel ist aufrecht oder auch niederliegend, 20 bis 40cm lang. Die Stängelblätter sind festsitzend und dreizählig gefingert, die Grundblätter dagegen zumeist fünfzählig gefingert, kaum entwickelt schon rasch welkend. Der Stängel als auch die Blätter sind fein behaart, in alpinen Standorten stärker behaart. Die Blüten sind vierzählig, gelb und von langen Stielen getragen.
Geruch und Geschmack
Die Pflanze hat fast keinen Geruch, der Geschmack der Wurzel ist stark würzig, zusammenziehend.
Blütezeit
Juni bis August, in Hochlagen bis in den Herbst hinein.
Standort
In ganz Europa vorkommend, ausgenommen im südlichen Spanien und auf der südlichen Balkanhalbinsel. Wir finden die Tormentillwurz auf trockenen und nassen Wiesen, im Tiefland sowie in alpinen Regionen, sie ist ein Standortanzeiger für sogenannte Magerwiesen und gedeiht auch vereinzelt in feuchten Wäldern und Triften.
   
Anbau, Aussaat und Pflege
Blutwurz spielt als Zierpflanze keine große Rolle und wird nur verhältnismäßig selten angebaut. Meist findet sich die Blutwurz in Gärten, die einen eigenen Heilpflanzenbereich oder einen ausgeprägten Steingarten haben. Die Pflanze eignet sich jedoch gut als Bodendecker in Gärten mit kargen Böden, zumal der Anbau und die Pflege keinen Umstand bedeuten.
Standort
Als Standortbedingungen gelten vollsonnige bis sonnige Standorte mit eher trockenen, sandigen, durchlässigen und nährstoffarmen Böden als optimal. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass der Boden bzw. die Erde einen möglichst niedrigen pH-Wert (unter 6) hat. Lehmige Gartenböden, kalkhaltige Erden sowie handelsübliche Blumenerden sind für die Kultivierung des Tormentills nicht zu empfehlen und sollten mit Sand durchmischt werden.
Aussaat
In unseren Breiten kann Blutwurz direkt ins Freiland oder alternativ auf dem Balkon ausgesät werden. Optimal für die Direktsaat von Tormentill sind die Monate September bis Mitte März. Eine Vorkultur ist allerdings auch möglich und sollte zwischen Anfang Februar und Ende März durchgeführt werden. Die Blutwurz ist ein Kaltkeimer und benötigt zur Keimung Temperaturen zwischen +4 °C und -4 °C.
Bei der Aussaat der Blutwurzsamen sollte auf einem Pflanzabstand von mindestens 25 x 25cm geachtet werden. Der Anbau im Topf ist möglich, allerdings sollte ein etwas tieferer Topf gewählt werden, da der Wurzelstock tief wurzelt.
Überwinterung
Blutwurz gilt als winterharte Pflanze und benötigt keine besondere Behandlung an kalten Tagen. Die oberirdischen Pflanzenteile sterben zum Spätherbst ab. Die Pflanze selbst überdauert in Form ihres Wurzelstocks.
Gießen
Als Trockenspezialist benötigt die Blutwurz nur wenig Wasser und muss auch nicht regelmäßíg gegossen werden. Ausnahmen bilden sehr heiße Tage sowie Topfkulturen. Blätter die durch Trockenheit herabhängen, regenerieren sich in der Regel schnell.
Düngung
Die Blutwurz ist ein Überlebenskünstler unter den Wildkräutern und braucht nur verhältnismäßig wenig Nährstoffe. Im Gartenbeet sollte im ersten Jahr nicht oder nur sehr wenig gedüngt werden (höchstens mit Kompost). Im Folgejahr kann man einmalig in den Frühjahrsmonaten einige kleine Gaben leichte organische Dünger (Düngerpellets, verdünnte Kräuterjauche) untermischen.
Ernte
Von der Blutwurz werden in der Regel die Wurzelstöcke geerntet. Diese können ab dem zweiten Wuchsjahr ausgegraben werden. Die darüber- und darunterhängenden Wurzeln sollten entfernt werden. Optimaler Zeitpunkt zum Ernten der Blutwurzrhizome sind die Monate Oktober und November.

BACHBLÜTE CHICORY
Ich fühle mich einsam                                            
Diese Menschen fühlen sich recht häufig einsam
Mit der Blüte können sie das einsame abschütteln
BACHBLÜTE CLEMATIS
Ich bin unkonzentriert, weil ich zu oft an die Zukunft denke
Diese Menschen sind sehr unkonzentriert, das sie nur zu oft an die Zukunft denken
Hier hilft die Clematis die Konzentration wieder zu erlangen und dass sie kaum mehr an die Zukunft denken
Hildegards Lebens- und Heilmittel
Getreide
Dinkel enthält das vor Allergien schützende Rhodanid, weshalb er von Weizenaller-gikern gut vertragen wird. In der Hildegardmedizin spielt auch die Darmsanierung in Kombination mit einer konsequenten Dinkelkost eine entscheidende Rolle bei der Vorbeugung und Heilung von Allergien.
Bei Zöliakiepatienten, die an einer Verdauungsschwäche des Dünndarms infolge Getreideunverträglichkeit leiden, erfolgt der Einstieg in der Dinkelkost sehr behutsam, indem man täglich einen Esslöffel weich gekochten Dinkel dem Essen beimengt.
Therapieerfolge sind auch bei chronischen Darmentzündungen, Neurodermitis und allergiebedingte rheumatischen Beschwerden zu verzeichnen.
Dinkel ist bekannt für seine magen- und darmfreundlichen Eigenschaften. Seine vitalen Inhaltsstoffe werden aufgrund ihrer ausgezeichneten Wasserlöslichkeit schnell vom Körper aufgenommen, sodass die Verdauung ohne große Arbeit gut funktionieren kann. Als Krankenkost eignen sich in Wasser weich gekochter Dinkelkörner mit etwas Butter, Eidotter und Salz.

Der Wadenwickel
Der Wadenwickel, der etwas kräftiger als der Fußwickel ist, beginnt oberhalb der Knöchel und reicht hinauf bis zum Knie. Die Anwendung ist sehr einfach und kann selbst vorgenommen werden.
TECHNIK
Der Unterschenkel wird vom Knöchel bis zum Knie in ein nasses Tuch eingeschlagen und der Stoff glattgestrichen. Ebenso verfährt man mit dem Zwischen- und dem Wolltuch.
Dieser Wickel bleibt gewöhnlich 1-2 Stunden, oft auch die ganze Nacht hindurch, je nach es der Zustand des Kranken erfordert.
Wenn ich eine Reise von mehreren Stunden machen musste und meine Füße zu warm geworden waren, so nahm ich ein Handtuch, tauchte es ins Wasser, umwand damit die Waden und in kurzer Zeit war die Hitze genommen und alle Müdigkeit entfernt. Und so wiederholte ich während des Tages das Eintauchen zwei- bis dreimal. Es reicht sogar ein einziges Handtuch aus, wenn es ziemlich lang ist, weil dann nur die eine Hälfte eingetaucht wird, während die trockene Hälfte über die feuchte gewunden wird. Ebenso reicht ein einfacher Wickel oder auch ein Strumpf als Umhüllung über den feuchten Wickel recht gut aus.
WIRKUNG
Kneipp empfiehlt diesen Wickel nicht nur zur Vertreibung der Müdigkeit, sondern auch zur Ausleitung von Hitze im Oberkörper sowie zur Lösung quälender Winde und Gase. Auch heutzutage ist der Wadenwickel (kalt mit wärmeentziehender Wirkung angewendet) ein sehr geläufiges Mitte zur Senkung von Fieber. Warm verabreicht, hilft er bei rheumatischen Erkrankungen oder Schmerzen der Muskulatur.
Nicht geeignet ist der warme Wadenwickel bei Venenerkrankungen!

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