Direkt zum Seiteninhalt
ADONISRÖSCHEN tt
Die Adonisröschen sind eine Pflanzengattung in der Familie der Hahnenfußgewächse. Die etwa 30 bis 35 Arten sind in Europa und den kühleren Regionen Asiens beheimatet.
Das Adonisröschen ist eine stark wirkende Heilpflanze, die ähnlich wirkt wie der Fingerhut und entsprechend auch giftig ist, wenn auch weniger giftig als der Fingerhut. In der normalen Hausapotheke hat das Adonisröschen deshalb nichts zu suchen, sondern gehört in die Hand eines Fachmanns. Im Gegensatz zum Fingerhut sammeln sich die Digitalis-Glykoside des Adonisröschens nicht im Körper an und sind daher eher geeignet, über einen längeren Zeitraum eingenommen zu werden. Das Haupteinsatzgebiet des Adonisröschens ist das Herz und seine verschiedenen Schwächen.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Funktionelle Herzbeschwerden
Heilwirkung: beruhigend, harntreibend, venenstärkend
Anwendungsbereiche: Asthma, Bronchialasthma, Epilepsie, Fieber, Herzinsuffizienz, eingeschränkte Herzleistung, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche, Husten, Hypotonie, Hyperthyreose, Kreislaufschwäche, Leichte Herzklappenfehler, Menstruationsbeschwerden, Morbus Basedow, Nervöse Herzbeschwerden, Nervosität, Niedriger Blutdruck, Ödeme, Prostatabeschwerden, Rheuma, Rheumatische Herzbeschwerden, Schilddrüsenüberfunktion, Tachykardie, Venenschwäche, Wassersucht
wissenschaftlicher Name: Adonis vernalis L.
Pflanzenfamilie: Hahnenfußgewächse = Ranunculaceae
englischer Name: False Hellebore
volkstümliche Namen: Frühlings-Adonisröschen, Frühlings-Teufelsauge, Frühes Adonisröschen, Feuerröschen, Blutauge, Falsche Nieswurz, Böhmische Nieswurz
Verwendete Pflanzenteile: Blühendes Kraut ohne Wurzeln (Adoniskraut, Adonidis herba)
Mittl. Tages-Dosis: 0,5 Gramm
Max. Einzel-Dosis: 1 Gramm
Max. Tages-Dosis: 3 Gramm
Interaktionen: Verstärkt die Wirkung anderer Medikamente, z.B. Abführmittel, Mittel zur Natriumausscheidung
Nebenwirkungen: Appetitlosigkeit, Brustvergrößerung bei Männern (Gynäkomastie), Depressionen, Durchfall, Erbrechen, Halluzinationen, Herzrhythmusstörungen, Kopfschmerzen, Psychosen, Pulsbeschleunigung (Tachykardie), Sehstörungen, Starrezustand (Stupor), Verwirrung
Gegenanzeigen: Nicht für Schwangere, Stillende, Kinder, bei Kaliummangel – Personen die empfindlich auf Digitalis-Glykoside reagieren
Inhaltsstoffe: Flavonoide; Verschiedene Digitalis-Glykoside: Adonidosid, Adonivernosid, Cymarin, Adonitoxin, Adonin, Cholin, Harz
Sammelzeit: April/Mai, Die Pflanze ist geschützt! Also nur sammeln, wenn man sie selbst angebaut hat.
  
Anwendung
Da das Adonisröschen giftig ist, sollte man nicht damit spaßen und auch nicht damit experimentieren. Die Wirkung ist wegen der langsamen Aufnahme schwer einzuschätzen. Das Verhältnis von Adonitoxin und Cymarin unterliegt starken Schwan-kungen und die Wirkung kann bei der nächsten Pflanze anders sein. Es ist im allgemeinen deutlich milder als der Fingerhut und kann diesen manchmal ersetzen, wenn man Fingerhut-Präparate nicht verträgt.
Fertigpräparate
Am sichersten ist die Anwendung von Fertigpräparaten, z.B. aus der Apotheke, denn in solchen Fertigpräparaten ist die Menge der Wirkstoffe immer einheitlich, sodass eine sichere Dosierung möglich ist. Selbst bei Anwendung von Fertigpräparaten darf man das Adonisröschen nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt anwenden. Die Fertigpräparate werden meistens aus dem Pulver der oberirdischen Teile des Adonisröschens zubereitet. Häufig enthalten diese Präparate auch Maiglöckchen, Meerzwiebeln und Oleander, es sind also Mischpräparate.
Tinktur
Generell ist eine Tinktur wirksamer als ein Tee, weil die Glykoside teilweise nicht wasserlöslich sind. Ein großer Teil der Wirkstoffe wird jedoch schon im Magen zerstört, denn die Glykoside reagieren empfindlich auf die Magensäure. Das Selbermachen von Tinkturen ist beim Adonisröschen nicht empfehlenswert. Das liegt einerseits an der Seltenheit des Adonisröschens und andererseits an der Giftigkeit, die das Adonisröschen in eigenen Tinkturen unberechenbar macht. Ärztlich verordnete Tinkturen des Adonisröschens sollte man nur nach Anweisung des Arztes anwenden.
Mischtees
Traditionell wurde das Adonisröschen in der Volksmedizin gerne in Mischtees gegen Herzbeschwerden eingesetzt. Die Volksheilkunde verwendet das Adonisröschen auch bei Menstruationsbeschwerden und Fieber. Außerdem wurde das Adonisrösc-hen in der Volksheilkunde bei Ödeme, vor allem gegen geschwollene Füße einge-setzt. Der Vorteil als Bestandteil in Mischtees ist, dass man dabei das Adonisröschen nicht so leicht über-dosieren kann.
Homöopathisch
Als homöopathisches Mittel wird Adonis vernalis in niedrigen Potenzen gegen ähnliche Beschwerden eingesetzt wie in der Heilpflanzenkunde. Außerdem verwendet man das homöopathische Adonis vernalis bei Kreislaufschwäche bei Infektionskrankheiten. Manchmal findet Adonis vernalis auch bei Prostatabeschwerden Anwendung. Von Adonis vernalis in homöopathischer Zubereitung nimmt man normalerweise 3 mal täglich 5 - 15 Tropfen ein.
Achtung! Wenn man Digitalisglycoside einnimmt, darf man nicht gleichzeitig auch Adonisröschen-Präparate anwenden.
 
Vergiftungs-Symptome
Bei Vergiftung mit dem Adonisröschen kommt es zu nervöser Unruhe. Außerdem kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Wenn der Verdacht auf Adonisvergiftung besteht, sollte man unbedingt sofort einen Arzt aufsuchen.
 
Geschichte
Das Adonisröschen ist ursprünglich eine Pflanze der kontinentalen Steppen Eurasiens. So hat es seine Herkunft in den westsibirischen Steppen. Nach den Eiszeiten ist das Adonisröschen stellenweise nach Westeuropa eingewandert. Überall, wo es steppenartig trocken ist und wo die Wiese durch Beweidung relativ kurz gehalten wurde, konnte sich das Adonisröschen heimisch machen. Daher steht die Ausbreitung des Adonisröschens in engem Zusammenhang mit der Schafhaltung. Weil die Schafzucht weniger geworden ist, wird auch das Adonisröschen immer seltener. An manchen Stellen werden extra Schafe gehalten, um die Trockenrasengebiete zu pflegen, und dadurch unter anderem die Lebensbedingungen für das Adonisröschen zu erhalten.
Mittelalterliche Anwendung
In Kräuterbüchern des 16. und 17. Jahrhunderts findet man das Adonisröschen als Mittel bei Herzschwäche und Wassersucht. Etwas später, im 18. Jahrhundert wurde das Adonisröschen zur Mode-Heilpflanze. Große Mengen der Wurzel wurden in Thüringen ausgegraben und in ganz Europa verkauft. Dadurch wurde das Adonisröschen stark dezimiert und ist heute eine sehr seltene Pflanze.
Sage
Die Sage erzählt, dass der wunderschöne Adonis von Aphrodite geliebt wurde. Auf Zypern wurde Adonis im Rahmen eines Racheaktes der Göttin Artemis von einem Eber getötet. Wo immer nun das Blut des schönen Adonis hin tropft, wächst ein Adonisröschen. Hierbei ist jedoch die Sommerform des Adonisröschens gemeint, denn diese Blume blüht rot. Eine andere Variation der Adonisröschensage stammt aus der römischen Mythologie. Hier ist es der eifersüchtige Mars, der den Eber schickt, um Adonis zu töten. Adonis hatte sich mit der Göttin Venus eingelassen. Venus und Aphrodite sind verschiedene Namen der gleichen Göttin der Liebe.
 
Pflanzenbeschreibung
Das Adonisröschen gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse und gedeiht auf kalkhaltigem Boden an warmen eher trockenen Stellen. Es ist eine typische Pflanze des trockenen Kontinentalklimas. Seine bevorzugten Standorte sind Steppenrasen und Trockenrasen. Da diese Rasenarten selten sind, ist auch das Adonisröschen in den meisten Gegenden sehr selten. In Deutschland kommt das Adonisröschen am häufigsten in trockenen Gegenden Ostdeutschlands vor, beispielsweise in Brandenburg. Überall woanders trifft man nur an wenigen Stellen einige Exemplare an. Daher ist es auch kein Wunder, dass das Adonisröschen streng unter Naturschutz steht. Die mehrjährige Pflanze hat einen fingerdicken Wurzelstock mit vielen Nebenwurzeln. Aus dem Wurzelstock treiben im Frühling 15 bis 30 cm hohe Stängel aus. Die Blätter sind mehrfach gefiedert. Die einzelnen Blattabschnitte sind schmal linealisch, fast wie weiche Nadeln. Zwischen März und Mai blüht das Adonisröschen in kräftigem Gelb. Die Blüten werden bis zu sieben Zentimeter groß. Sie haben viele Blütenblätter. Man kann die Verwandtschaft zum Hahnenfuß und zur Sumpfdotterblume deutlich erkennen. Die Blüten des Adonisröschens sind jedoch sehr viel größer und prachtvoller. An einer Pflanze wachsen meistens mehrere Blüten.
Adonisröschenarten wachsen als einjährige oder ausdauernde krautige Pflanzen. Bei den ausdauernden Arten werden Rhizome als Überdauerungsorgane gebildet. Die aufrechten, manchmal verzweigten Stängel können behaart oder unbehaart sein. Die wechselständig am Stängel angeordneten Laubblätter sind gestielt. Die Blattspreite kann handförmig oder ein- bis dreifach fiederteilig sein, mit fadenförmigen Fiederblätt-chen. Die Blattränder sind meist glatt, selten gezähnt.
Die gestielten Blüten stehen meist einzeln und endständig ohne Hochblätter an den Stängelverzweigungen; selten stehen sie in einem wenigblütigen, endständigen Blütenstand zusammen. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch. Die fünf bis acht freien Kelchblätter sind mehr oder weniger grün und 6 bis 22 mm lang. Die 3 bis 24 freien Kronblätter sind 8 bis 35 mm lang; sie sind selten weiß, meist rot oder gelb, oft gestreift oder am Grund dunkel gefärbt. Nektarien fehlen. Es sind 15 bis 80 Staubblätter vorhanden mit dünnen Staubfäden. 20 bis 100 spiralig angeordnete, freie, oberständige Fruchtblätter enthalten jeweils nur eine Samenanlage. Sie besitzen einen Griffel, der in einer erkennbaren, kleinen Narbe endet.
Die vielen kleinen, ungestielten, fast kugeligen Nussfrüchtchen sitzen kopfig gedrängt und spiralig angeordnet in einer Sammelfrucht an einer auf 10 bis 40mm verlängerten Blütenachse, die je nach Art zwischen den Früchtchen deutlich zu sehen ist oder nicht. Auf den Früchtchen ist meist der Griffel noch gut erkennbar; er kann gerade oder stark gekrümmt sein.
 
Anbautipps
Das Adonisröschen gilt als schwer kultivierbar, dennoch lohnt ein Versuch. Für den Anbau des Adonisröschens braucht man einen kalkhaltigen Boden und einen sehr trockenen, sonnigen Standort. Da Schnecken das Adonisröschen sehr gerne essen, sollte man schon vor dem Anpflanzen Maßnahmen gegen Schnecken ergreifen. Das Wachstum benachbarter Pflanzen wird durch das Adonisröschen gebremst, daher eignet es sich nicht für Gruppen mit verschiedenen Blumenarten. Wenn man das Adonisröschen aussäen will, tut man das am besten im kalten Frühbeet sobald die Samen im Sommer reif sind. Die Samen brauchen meistens lange bis sie keimen. Sobald die Pflanzen gekeimt sind und das erste Jahr überstanden haben, kann man sie an ihren Platz im trockenen Beet pflanzen. Einfacher ist es, wenn man die fertigen Pflanzen kaufen kann. Man kann sie dann direkt ins Beet pflanzen.
 
Sammeltipps
Weil das Adonisröschen streng unter Naturschutz steht, darf man es in der Natur nicht sammeln. Auch bei Pflanzen im eigenen Garten sollte man mit der Ernte sehr zurückhaltend sein. Da die Wirkstoffe des Adonisröschens sehr unterschiedlich stark sind, je nachdem wie der Standort und das Klima ist, kann es sehr leicht zu Unter-oder Überdosierungen bei selbst gesammelten Pflanzen kommen. Am besten freut man sich am wunderschönen Aussehen der sonnengelben Blüten und kauft sich die Präparate aus dem Adonisröschen in der Apotheke.

BILSENKRAUT ttt
Das Bilsenkraut ist eine klassische Nachtschattenpflanze, verwandt mit Tollkirsche und Stechapfel, die früher vielfach für magische Zwecke verwendet wurde, weil ihre Giftwirkung halluzinatorische Effekte beinhaltet. In homöopathischer Verdünnung kann das Bilsenkraut jedoch gegen Asthma, Schmerzen und etliche andere Beschwerden verwendet werden. Früher hat die Volksheilkunde auch ein Öl aus dem Bilsenkraut zubereitet, das als Einreibemittel gegen Schmerzen eingesetzt wurde. Die Bilsenkräuter bilden eine Gattung krautiger Pflanzen aus der Familie der Nachtschattengewächse. Der Gattung gehören etwa 23 Arten an. Einige Arten, wie das Schwarze Bilsenkraut oder Hyoscyamus muticus, werden aufgrund der enthaltenen, parasympathikolytisch wirkenden Alkaloide seit langer Zeit als Arzneimittel oder als Rauschmittel verwendet.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Achtung! Stark giftig. Nur in verschriebenen Fertigpräparaten oder homöopathisch anwenden. Homöopathisch ab D4!, beruhigend, blutreinigend, harntreibend, krampflösend, schmerzstillend, Asthma, Kitzelhusten, Fieber, Magenkrämpfe, Durchfall, Seekrankheit, Rheuma, Krämpfe, Nervosität, Schlaflosigkeit, Schmerzen (Einreibung)
wissenschaftlicher Name: Hyoscyamus niger
Pflanzenfamilie: Nachtschattengewächse = Solanaceae
englischer Name: Henbane
volkstümliche Namen: Appolonienkraut, Becherkraut, Hexenkraut, Hühnertot, Rasewurzel, Schlafkraut, Teufelsauge, Zahnwehkraut, Zigeunerkraut
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Samen
Inhaltsstoffe: Alkaloide, Hyoscyamin, Scopolamin, Atropin, Gerbstoff, Gerbsäure, Cumarine
 
Anwendung
Achtung! Stark giftig. Bilsenkraut nur in verschriebenen   Fertigpräparaten oder homöopathisch anwenden.
Das Bilsenkraut war früher eine wichtige Heilpflanze, um starke Schmerzen zu lindern und schwere Entzündungen zu bekämpfen. Da das Bilsenkraut stark giftig ist, wird es heutzutage überhaupt nicht mehr als nor-male Heilpflanze eingesetzt. Nur in homöopathischer Zubereitung ab D3 wird Bilsenkraut noch verwendet. In dieser Form ist Bilsenkraut ungiftig. Als homöopathisches Mittel nimmt man Bilsenkraut gegen Schlafstörungen, Reizhusten, Durchfall und Krämpfe. In niedrigen Potenzen (D3 bis D6) kann man das homöopathische Bilsenkraut folgendermaßen dosieren: 3mal täglich 5-20 Globuli oder Tropfen.
Heilkundliche Anwendung
Seit dem Altertum wurde das Bilsenkraut medizinisch verwendet, insbesondere zur Schmerzstillung, aber spätestens seit den Hippokratikern auch zur Behandlung von Geschwüren und Geschwülsten sowie weiteren Leiden.
Vor allem das Öl aus den Samen des Bilsenkrauts wurde (neben Opium) als Schmerzmittel eingesetzt. Etwa zur Therapie von Zahnschmerzen und als Bestand-teil von Einreibungsmitteln bei Rheuma.
Zur Anwendung gelangte in den europäischen Apotheken sowohl das Schwarze Bilsenkraut als auch das Weiße Bilsenkraut, wobei die Weiße Bilse als weniger gefährlich galt. Bereits in Antike und Mittelalter wurde vom Schwarzen Bilsenkraut abgeraten, so dass für die medizinischen Anwendungen eher Hyoscyamus albus (Weißes Bilsenkraut) bzw. Hyoscyamus muticus (Ägyptisches Bilsenkraut), Hyoscyamus aureus und Hyoscyamus reticulatus (Rotes Bilsenkraut) sowie Hyoscyamus pallidus, als bis in die Frühe Neuzeit übliche Bilsenkraut-Arten angesehen werden können.
Im Mittelalter findet sich die volksmedizinische Verwendung des Bilsenkrautöls als Zusatz zu einem bei schmerzhaften Befall mit dem Zahnwurm eingesetzten Arzneimittel. Bilsenkraut wurde in einem Kommentar von 1874 zum Deutschen Arzneibuch als ein dem Opium ähnlich, aber weniger verstopfend wirkendes Narkotikum beschrieben.
In der Volksheilkunde wurde die narkotisch und halluzinogen wirkende Pflanze als krampflösendes Mittel und als Räuchermittel bei Asthma bronchiale eingesetzt. Die Blätter und auch die leicht dosierbaren Samen des Bilsenkrautes werden wegen ihres berauschenden Effekts geraucht. Heute ist der Einsatz als obsolet anzusehen, da der Wirkstoffgehalt stark schwankt und es häufig zu Vergiftungen kam.
 
Bis ins 17. Jahrhundert wurde auch Bier mit den Samen des Bilsenkrautes versetzt, um seine Wirkung zu verstärken. In einer Trinkszene des deutschen Volksbuchs Der abenteuerliche Simplicissimus von 1668 heißt es zuletzt dürmelten sie alle herum, als wenn sie Bilsensamen genossen hätten.
Verschiedentlich wurde angegeben, dass der Name der Stadt Pilsen, aus der das bekannte Pilsner Bier stammt, in Zusammenhang mit dem Anbau des Bilsenkrauts (Pilsenkraut, von mittelhochdeutsch auch bilse) stehe. Diese (volks-)etymologische Zuordnung ist jedoch umstritten.
Literarisch gewann das Bilsenkraut in den deutschen Shakespeare-Übersetzungen an Publizität, indem das Gift Hebenon, mit dem Hamlets Onkel dessen Vater vergiftete, als Bilsenkraut übersetzt wurde – die eigentliche Interpretation von Hebenon bleibt jedoch umstritten:
Da ich im Garten schlief. Beschlich dien Oheim meine sich’re Stunde. Mit Saft verfluchten Bilsenkrauts im Fläschchen. Und träufelt’ in den Eingang meines Ohres
Das schwärende Getränk!
In der Homöopathie wird Bilsenkraut zur Herstellung der Urtinktur die ganze Pflanze im blühenden Zustand verwendet.
Extrakte des Bilsenkrauts wurden auch zur Herstellung von Opiumtinktur (Laudanum) verwendet.
 
Inhaltsstoffe und Giftigkeit
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (bei-spielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Angaben ohne ausreichenden Beleg könnten demnächst entfernt werden. Bitte hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.
Alle Pflanzenteile sind giftig, besonders aber die unterirdischen Pflanzenteile und die Samen.
Hauptwirkstoffe: In den Blättern findet man einen Gesamtalkaloidgehalt von 0,06 bis 0,17%, in den Wurzeln 0,08 %, in den Samen 0,05 bis 0,3%. Dazu gehören die Alkaloide: (–)-Hyoscyamin (bei Isolierung entsteht das Racemat Atropin) und (–)-Scopolamin (stellen 40 % der Gesamtalkaloide dar) sowie weitere Alkaloide wie Apoatropin, Cuskhygrin und andere.
Mehltaupilze senken den Alkaloidgehalt der Pflanzenteile.
Da die Verwendungsmöglichkeit des Bilsenkrauts als Rauschmittel seit langem bekannt ist und sein Ruf als Hexensalbenzutat (Bilsenkraut bzw. Bilsenkrautöl war angeblich Bestandteil sogenannter Hexensalben) es für manche interessant macht, werden immer wieder Selbstversuche mit Extrakten des Bilsenkrauts vorgenommen. Da jedoch einerseits die Grenzwerte von berauschender und toxischer Dosis sehr nahe beieinander liegen und andererseits der Wirkstoffgehalt (bei variabler Wirkstoffzusammensetzung) drastisch schwankt, können sehr schnell schwere Vergiftungen auftreten, die aufgrund der hohen Toxizität der Stoffe auch tödlich enden können. Die tödliche Dosis liegt bei Scopolamin bei 50mg, niedrigere Dosen können jedoch bereits durch Atemlähmung den Tod herbeiführen.
Vergiftungssymptome: Hautrötung, trockener Mund, Unruhe, Schläfrigkeit oder Halluzinationen, Verwirrtheit, Pupillenerweiterung, Herzrhythmusstörungen und koma-töse Zustände, Bewusstlosigkeit und Tod durch Atemlähmung.
Die Rauschwirkung kann mehrere Tage bis zu einer Woche anhalten. Irreversible Schäden wie Gedächtnisverluste und Verhaltensstörungen können aufgrund der Neurotoxizität der Inhaltsstoffe auftreten.
 
Geschichtliches
Im Mittelalter war das Bilsenkraut eine der wichtigsten Pflanzen der Hexen und Kräuterheilkundigen. Es wurde für Heilzwecke bei schweren Erkrankungen und als magische Pflanze verwendet. Wegen seiner berauschenden Wirkung soll Bilsenkraut sogar dem Bier beigegeben worden sein, um es stärker zu machen. Das Pils und die Stadt Pilsen sollen nach dem Bilsenkraut benannt worden sein.
 
Pflanzenbeschreibung
Das Bilsenkraut ist in Europa, Asien und in Afrika heimisch. Man findet es heutzutage jedoch nur noch selten.
Am liebsten wächst das Bilsenkraut auf Schutthalden, an Mauern oder Unkrautfluren, also dort, wo der Boden gestört wurde. Der Boden sollte bevorzugt nährstoffreich sein. Das Bilsenkraut ist ein- oder zweijährig und wird bis zu 60 cm hoch. Die Blätter sind länglich und eiförmig und haben gezähnte Buchten. Sie sind fein behaart mit wenigen weißen Haaren. Zwischen Juni und Oktober erscheinen im oberen Bereich der Pflanze die Blüten. Die Blüten sind trichterförmig und weiß mit dunkelroter Maserung. Manchmal fehlt diese Maserung auch, vor allem bei einjährigen Pflanzen. Aus den Blüten entwickeln sich zwischen August und Oktober Kapseln, die zahlreiche kleine Samen enthalten.
Bilsenkräuter sind einjährige, zweijährige oder ausdauernde krautige, aufsteigende oder niederliegende Pflanzen mit einer Höhe von (3 bis) 10 bis 80 (bis 150) cm. Die Wurzel ist bei den kurzlebigen Arten rüben-förmig verdickt. Die ausdauernden Arten besitzen ein mehrköpfiges, manchmal verholztes oder fleischiges Rhizom. Meist sind sie mit ein- oder mehrzelligen Flaum- oder Drüsenhaaren bedeckt, aber es existieren auch unbehaarte Vertreter. Die eiförmig-länglichen, elliptischen oder eiförmigrhombischen Laubblätter sind (0,8 bis) 2 bis 20 (bis 30) cm lang, gezähnt oder gelappt, selten auch zerschlitzt. Gelegentlich bilden sie eine Rosette, für gewöhnlich sind die oberen Blätter stängelständig, sitzend, manchmal stängelumfassend, während die unteren oder teilweise auch alle Blätter an 1,2 bis 5,0 cm langen Blattstielen stehen.
Das Schwarze Bilsenkraut ist eine krautige Pflanze und kann – je nach Zeitpunkt der Keimung – ein- oder zweijährig sein. Bei zweijährigen Pflanzen erscheint im ersten Jahr nur eine Blattrosette. Im darauffolgenden Jahr kommt die Pflanze dann zum Blühen und Fruchten. Den einjährigen Pflanzen fehlt oft der purpurne Blütenfarbstoff. Sie erreicht meist Wuchshöhen von 30 bis 60, in Extremfällen bis zu 170 Zentimetern. Die Wurzel ist spindelförmig und nach oben hin rübenförmig, der Stängel ist durch Drüsenhaare klebrig.
Die Rosettenblätter sind gestielt, die Stängelblätter stängelumfassend. Die Blatt-spreiten sind länglich-eiförmig und grob buchtig gezähnt.
Die Blüten sind sitzend oder stehen an kurzen, 5 bis 10 mm langen Blütenstielen, als Ausnahme treten auch bis zu 50 mm lange Blütenstiele auf. Die unteren Blüten stehen einzeln in den Blattachseln, die oberen Blüten bilden einen dichten, beblätterten, trauben- oder ährenähnlichen, zymösen Blütenstand. Der Kelch der fünfzähligen Blüten ist (6 bis) 10 bis 16 (bis 28) mm lang, röhrig-glockenförmig, urnenförmig, verkehrt-kegelförmig oder selten becherförmig, der Rand ist gezähnt oder gelappt. Die Kronröhre der zygomorphen Krone ist genauso lang oder bis zu 2,5 mal länger als der Kelch, die Krone ist 8 bis 15, selten bis 20 mm lang oder aber in Ausnahmefällen bis zu 45, noch seltener bis 50 mm lang. Die Farbe ist goldgelb, gelblich weiß, schmutzig violett oder weißlich, zum Teil durch ein dunkles Netz der Nervatur durchzogen. Die Kronlappen sind ungleichmäßig groß, kurz und abgerundet. Die Fortpflanzungsorgane der Blüte sind hervorstehend oder knapp hervorstehend, die Staubfäden ungleichmäßig, die untere Hälfte ist behaart, normalerweise in der Mitte oder leicht über der Mitte der Kronröhre mit dieser verwachsen. Die 2,9 bis 3,8 mm langen Staubbeutel sind am Rücken befestigt und deutlich kürzer als die Staubfäden. Die mittelgroßen (37 bis 42 µm) oder großen (67,5 bis 73,5 µm) großen Pollenkörner sind fast kugelförmig, dreifaltig und besitzen ein gerilltes Exine (Pollenkornwand). Die Nektarien sind nicht oder nur kryptisch vorhanden, der Griffel ist fadenförmig, kahl oder fein behaart, die Narbe ist kopfförmig, feucht und papillös.
Die Blütezeit erstreckt sich im Wesentlichen über die Monate Juni bis Oktober. Die Blüten sind in den Blattachseln angeordnet. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch mit doppelter Blütenhülle. Die trichterförmige Blütenkrone ist schmutzig gelblich weiß und violett geadert.
Die Frucht ist eine bauchige circa 1,5 Zentimeter lange Deckelkapsel, die vom Kelch umschlossen wird. Der Samen ist graubraun, grubig vertieft und circa 1 mal 1,3 Millimeter groß.
Die Frucht ist eine Pyxidium (Deckelkapsel) genannte Sonderform der Kapselfrucht, die länglich geformt, (5 bis) 9 bis 15 mm lang und vollständig vom sich vergrößernden, dann urnenförmigen bis verkehrt-kegelförmigen und (1 bis) 2 bis 4 cm großen Kelch umschlossen ist. In Ausnahmefällen sind die Kelchzipfel zurückgebogen, so dass die Frucht nicht unbedingt vollständig vom Kelch umschlossen ist. Der Kapseldeckel ist zugespitzt, stark konvex, konvex oder flach, die Kapsel enthält zwischen 200 und 500 Samen. Diese sind im Normalfall (0,8 bis) 1,1 bis 1,5 (bis 1,8) mm lang, nur die Art Hyoscyamus turcomanicus hat größere Samen von 2,4 bis 2,9 mm.

BACHBLÜTE MUSTARD
Ich bin schwermütig                                              
Diese Menschen können sehr schwermütig sein
Durch die Bachblüte kann das Schwermütige hinter einem bleiben
BACHBLÜTE OAK
Ich fühle ich verkrampft                                         
Diese fühlen sich deren öfteren verkrampft
Oak hilft das Gefühl des verkrampft seins ablegen
Hildegards Grundlagen der richtigen Ernährung
Ganz konkret empfahl Hildegard das Fasten bei 28 seelischen Krankheiten, die sie in ihren Werken „Heilen mit der Kraft der Seele“ dargelegt hatte. Dort beschreibt sie 35 krank machende psychische Risikofaktoren (Laster) und die entsprechenden heilenden Prinzipien (Tugenden). Die positiven Wirkungen des Fastens beschränken sich nicht nur auf die Gewichtsabnahme und die seelische Reinigung – auch die Arbeit aller Körperorgane wird vereinfacht. Dadurch werden Heilungsprozesse im Körper erleichtert, weshalb in der Naturheilkunde das Fasten auch als „Operation ohne Messer“ bezeichnet wird. Organe, die mit den Verdauungsprozessen zu tun haben, werden entlastet und können ausruhen oder sogar ausheilen. Der Stoffwechsel muss in Ermangelung der Nährstoffzufuhr von außen auf seine eigenen Reserven und Einlagerungen zurückgreifen. Dadurch werden neben Fett auch Stoffwechselschlacken ausgeschwemmt wie beispielsweise Harnsäurerückstände und absterbende Gewebezellen. Die Arbeit von Herz und Kreislauf wird durch die Entleerung von Magen und Darm erleichtert, was wiederum zu einer besseren Durchblutung führt.
Der Schenkelguß
Der Schenkelguß ist eine Steigerung des Kniegusses und eine mildere Alternative
zum Unterguß, da ein weniger starker Reiz ausgelöst wird. Es werden die Beine sowie das Gesäß begossen.
Achtung: Bei kranken Menschen muss vor der Behandlung ärztlicher Rat eingeholt werden!
TECHNIK
Für den Schenkelguß entkleidet man den ganzen Körper. Das Schema ist das gleiche wie beim Knieguß: Man beginnt mit dem rechten Bein am äußeren Fußrücken und fährt hinten entlang des Beines bis zum Gesäß. Hier bewegt man den Wasser-strahl für 5 Sekunden leicht hin und her und geht dann an der Beininnenseite hinab bis zur Ferse. Nun wechselt man zum linken Bein und verfährt ebenso. Für die Begießung der Vorderseite der Beine - auch hier beginnt man wieder zuerst rechts – fährt man am Schienbein hoch bis zur Leiste. Erst zum Schluß werden die Fußsohlen begossen.
Auch hier gilt wieder: Wer das Wasser am gleichmäßigsten auf den Schenkel gießt, so dass es über den ganzen Schenkel wie eine Wasserplatte hinunterläuft, der gießt am besten. Wer aber das Wasser nur so planlos auf die Schenkel gießt und sich damit zufriedengibt, bei dem werden weder die Schenkel gleichmäßig begossen, noch wird eine angenehmen Wärme in den Füßen eintreten können.
WIRKUNG
Die Wirkung ist eine Steigerung des Kniegusses. Der Schenkelguß eignet sich daher nicht als Erstanwendung und sollte deshalb erst nach einer gewissen Trainingszeit, z.B. nach einigen Kniegüssen, angewendet werden.
Nicht angewendet werden darf der Schenkelguß bei Nieren- und Blasenentzündungen sowie bei Erkrankung des Unterleibes!

Zurück zum Seiteninhalt