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MEERRETTICH
Als Verfeinerung von Fleischspeisen ist der Meerrettich bestimmt allen bekannt.
Doch dass er auch eine ausgeprägte Heilwirkung hat, wissen nur wenige. Die scharfe Wurzel des Meerrettichs hilft gegen allerlei Infektionskrankheiten und auch bei Schmerzen. Sogar Grippeerregern bietet der Meerrettich Paroli, was ihn zu einem unschätzbaren Helfer in der Hausapotheke macht. Im Herbst und Winter sollte man also immer eine Meerrettichwurzel im Kühlschrank oder Keller haben und regen Gebrauch von ihr machen.
Der Meerrettich gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse. Die Wurzel der Meerrettichpflanze wird als Gemüse, Gewürz oder in der Pflanzenheilkunde verwendet. Mit den Rettichen der Gattung Raphanus ist er nicht näher verwandt. Seine ursprüngliche Heimat liegt in Ost- und Südeuropa, wo er Kre(n) (auch Kreen) genannt wird, wie z. B. in Bayern, Österreich, Slowakei, Südtirol, Tschechien, Usbekistan u. a. Eine fränkische Variante wird entsprechend der Aussprache auch Kree geschrieben. Eine weitere fränkische Variante ist der Merch im itzgründischen Raum. Im alemannischen Sprachraum kennt man den Namen Meerettig. Weitere Namen sind Mährrettig oder Beißwurzel. Steirischer Kren g.g.A. ist eine anerkannte Herkunftsbezeichnung mit Regionenschutz sowie im Register der Traditionellen Lebensmittel eingetragen.
 
Steckbrief
Heilwirkung: antibakteriell, Stärkung des Immunsystems, Erkältungen, Grippe, Nebenhöhlenentzündung, Husten, Bronchitis, Asthma, Mandelentzündung (Angina), Fieber, schleimlösend, schweißtreibend, harntreibend, Blasen- und Nierenbeckenentzündung, Harnsteine, Neuralgische Beschwerden, Rheuma, Gicht, Muskelschmerzen, Appetitlosigkeit, Verdauungsschwäche, Blähungen, Verstopfung, Vitamin C Mangel, Skorbut, Kopfschmerzen, Menstruationsfördernd, Insektenstiche, Zahnschmerzen
wissenschaftlicher Name: Cochlearia armoracia
Pflanzenfamilie: Kreuzblütler = Brassicaceae
englischer Name: Horseradish
volkstümliche Namen: Kren, Bauernsenf, Fleischkraut, Krien, Märek, Mirch, Pfefferwurzel, Rachenputzer, Waldrettich
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel
Inhaltsstoffe: Vitamine (u.a. Vitamin C), ätherische Öle, Senföle, Allylsenföl, Allicin, Glucosinolate, Sinigrin, Gluconasturtiin, Mineralstoffe, Flavone, Quercetin, Kämpferol, Asparagin, Arginin, Pentosan, Alloxurbasen, organische Schwefelverbindungen, Oxydase
Sammelzeit: September bis März
 
Anwendung
Am besten verwendet man die Meerrettich-Wurzel frisch. Nur den Bereich der Wurzel, den man verwenden will, sollte man waschen und schälen. Dann wird die Wurzel am besten gerieben und sofort verwendet, denn die ätherischen Öle verziehen sich rasch (innerhalb von einer guten Viertelstunde). Das Reiben der Meerrettichwurzel stellt bereits eine Art Therapie für die Nasennebenhöhlen dar, denn die ätherischen Öl steigen scharf auf und reizen zu Tränen und Sekretion aus den Nasenschleimhäuten. Wenn man diese Behandlung nicht braucht bzw. haben will, dann kann man eine Taucherbrille aufsetzen, um den scharfen ätherischen Ölen zu entgehen. Nach dem Reiben kann man den Meerrettich einfach essen oder man fügt ihn Gerichten, wie beispielsweise Saucen oder Meerrettichquark zu. Gegen Insektenstiche kann man den geriebenen Meerrettich auf die betroffene Haustelle legen und leicht einreiben. Auch bei Zahnschmerzen kann man den Meerrettich an Ort und Stelle bringen und dort belassen, bis die Schärfe nachlässt.
Meerrettichbreiauflagen
Meerrettichauflagen helfen bei hartnäckigem Husten, Kopfschmerzen und neuralgischen Schmerzen, z.B. Hexenschuss oder Ischias. Die betroffene Stelle sollte man einfetten, mit Öl, Salbe, Melkfett oder Vaseline. (Bei Husten nimmt man den Brustbereich, bei Kopfschmerzen den Nacken) Dann gibt man den frisch geriebenen Meerrettich auf ein Baumwolltuch. Dieses Tuch legt man mit der Meerrettichseite zur Haut auf die Körperstelle. Die Breiauflage bleibt solange auf der Haut, bis es anfängt zu brennen. Dann entfernt man die Auflage wieder, reinigt die Haut und fettet bei Bedarf nochmal nach.
Meerrettichwein
Mit Meerrettichwein kann man Blasensteine austreiben oder auch die Menstruation stark fördern. Außerdem wirkt Meerrettichwein stark harntreibend. Schneide acht bis zehn dünne Meerrettichscheiben. Gib diese Meerrettichscheiben in ein Glas. Übergieß die Meerrettichscheiben mit Wein. Lasse diesen Wein den ganzen Tag bedeckt stehen und ziehen (min. acht Stunden). Trinke den Meerrettichwein.
Meerrettichkur
Eine Meerrettichkur eignet sich, um das Immunsystem auf Trab zu bringen. Besonders in der Erkältungszeit hilft eine Meerrettichkur, um Erkältungen zu verhindern. Falls die Erkältung schon da ist, kann man sie mit einer Meerrettichkur lindern. Nimm morgens und abends je einen Teelöffel Meerrettich. Am besten frisch geriebenen Meerrettich, aber falls der nicht verfügbar ist, kann man auch Meerrettich aus dem Glas nehmen. Wiederhole die Meerretticheinnahme mindestens zwei Wochen lang. Etwas sanfter wirkt der Meerrettichhonig.
Medizinische Bedeutung
Im Mittelalter gab es eine ganze Liste von Krankheiten, gegen die der Meerrettich verabreicht wurde. Es wurde hauptsächlich als reizendes, hauterrötendes Mittel verwendet und gegen Skorbut eingesetzt. Meerrettich wurde dazu mehr äußerlich als innerlich angewendet. Außerdem wurde Meerrettich als nützlich gegen Vergiftungen in größeren Mengen gegessen, um das Erbrechen zu fördern. Er wurde weiters wie Senf gegen Verdauungsbeschwerden, Skorbut, Wassersucht, Amenorrhoe und bei Wechselfieber benutzt. Dazu wurde die Wurzel gerieben oder gepresst und löffelweise verabreicht. Auch gegen Ohren-weh und Dreitagefieber wurde er als nützlich angesehen. Heutzutage wird Meerrettich verwendet, um die Abwehrkräfte zu stärken und vor Erkältungskrankheiten zu schützen. Der Meerrettich enthält sehr viel Vitamin C. Die in den Apotheken käufliche Radix Armoraciae ist in Heilmitteln gegen Grippe und Harnwegsinfektionen enthalten. Er wirkt kreislaufanregend, hustenlösend und wird äußerlich als Breiumschlag bei Rheuma, Gicht, Insektenstichen, Ischias und anderen Nervenschmerzen angewandt. Auch bei Kopfschmerzen soll er helfen. Dazu muss man ein wenig Duft des geriebenen Meerrettichs einatmen, wodurch leichte Verspannungen gelöst werden. Der Meerrettich soll auch wirksam gegen Magen-Darm-Störungen sein und auf die Absonderung des Gallensaftes (Fettverdauung) günstig wirken. Zusätzlich enthält der Meerrettich auch bakterienhemmende (antibiotische) und krebsvorbeugende Stoffe. Das sind schwefelhaltige Substanzen, die auch im Knoblauch vorkommen (wie Allicin, Sinigrin) und den Meerrettich zu einem sehr gesunden Gewürzmachen. Wissenschaftlich belegt ist die antimikrobielle Wirkung der sogenannten Senföle im Meerrettich. Das ätherische Öl enthält Allylsenföl (ca. 90 %) und 2-Phenylethylensenföl. Je nach Dosis wirkt der Meerrettich bakteriostatisch bzw. bakterizid. Zur Senfölgewinnung wird nicht die Staude, sondern nur das unterirdische dickfleischige Wurzelwerk des Meerrettichs verwendet. Bereits in den 1950er Jahren konnte die antimikrobielle Wirkung flüchtiger und öliger Wirkstoffe aus dem Meerrettich bestimmt werden. In-vitro-Tests haben gezeigt, dass das Gesamtöl eine stark bakteriostatische Wirkung besitzt: das Allylsenföl aus der Meerrettichwurzel zeigt eine gute Wirksamkeit im gramnegativen Spektrum, während das 2-Phenylethylensenföl ein erweitertes Wirkspektrum im grampositiven Bereich aufweist. Auch eine antivirale Wirkung des Senföls aus Meerrettich konnte nachgewiesen werden. Meerrettichöl wirkt außerdem auf humanpathogene Pilze, Hefen, Spross- und Schimmelpilze gut fungistatisch.
In verschiedenen Untersuchungen wurde eine entgiftende Wirkung durch Meerrrettichöl bei Streptokokken- und Staphylokokken-Infektionen nachgewiesen, was sich durch Inaktivierung bzw. Zerstörung des Streptokokkentoxins Streptolysin O erklärt. In Untersuchungen am Hygieneinstitut Gießen wurde bereits 1963 festgestellt, dass ca. 100mg der Pflanze die Menge Wirkstoff enthalten, die erforderlich wäre, um das Dreifache derjenigen Staphylokokkentoxinmenge zu inaktivieren, die bis dahin als höchste Toxinkonzentration im menschlichen Organismus gefunden wurde. Meerrettichwurzel ist bei Katarrhen der Luftwege, Infektionen der ableitenden Harnwege und zur hyperämisierenden Behandlung bei leichten Muskelschmerzen (äußere Anwendung) angezeigt. Zur Anwendung kommen die frische oder getrocknete zerkleinerte Droge, der Frischpflanzenpresssaft oder andere galenische Zubereitungen zum Einnehmen oder zur äußeren Anwendung. Eine Kombination der Meerrettichwurzel mit anderen Pflanzenstoffen ist sinnvoll. Kombiniert mit Kapuzinerkressenkraut wird die Meerrettichwurzel in der Praxis als Phytotherapeutikum zur Behandlung von Atemwegs- und Harnwegsinfekten eingesetzt. Zahlreiche In-vitro-Studien belegen, dass eine Kombination der beiden Pflanzenstoffe ein breites antibakterielles Wirkspektrum gegenüber 13 klinisch relevanten Bakterienstämmen besitzt, u. a. gegenüber MRSA und Pseudomonas aeruginosa und auch entzündungshemmend wirkt In der 2017 aktualisierten S3-Leitlinie zur Therapie von unkomplizierten Harnwegsinfektionen wird der Einsatz von Arzneimitteln mit Kapuzinerkresse und Meerrettich als pflanzliche Behandlungsmöglichkeit bei häufig wiederkehrenden Blasenentzündungen empfohlen. Früher ging man davon aus, dass bei Blasen- und Nierenleiden kein Meerrettich gegessen werden sollte, da große Mengen Meerrettich Nierenbluten auslösen könnten. In heutiger Fachliteratur wird dieses Problem nicht mehr berichtet. Meerrettich eignet sich nicht für Patienten mit Magen- oder Darmgeschwüren sowie Schilddrüsenfehlfunktionen. Meerrettich kann in rohem geriebenem Zustand in Mund und Nase brennen, auf der Haut Rötungen und Blasen hervorrufen und in sehr großen Mengen eingenommen zu Durchfall oder Erbrechen führen. Diese Eigenschaft verliert sich durch Trocknung der Meerrettichwurzel.
Heilkräftige Pflanzenteile
Man sammelt die Wurzeln in allen jenen Monaten, die mit einer „r“ enden, somit von September bis Februar.
Die Kren- bzw. Meerrettichwurzel wird nur im frischen Zustande angewendet. Durch richtige Lagerung in frischen Kellern, eingeschlagen in feuchten Sand, bleibt der Kren in jenen Monaten, wo er nicht geerntet werden darf, vollwertig erhalten.
Heil- und Wirkstoffe
Der wichtigste Heilstoff beim Kren ist das Glukosid sinigrin, das auch im Senf enthalten ist. Außerdem sind kräftige ätherische Öle vorhanden, die in Verbindung mit anderen Wirkstoffen das Tränen der Augen und das Niesen beim Reiben der Wurzel verursachen. Ferner sind enthalten Asparargin, Schwefel, Arginin, Glutamin, Allocurbasen, Oxydase, Peroxydase, organische Schwefelverbindungen, Rhodanwasserstoff, Kaliumverbindungen und reichlich das Vitamin C.
Heilwirkung
Der Kren- bzw. Meerrettichwurzel ist sehr bekannt als Küchengewürz, als Beilage bei bestimmten Fleisch- und Wurstspeisen oder als Hauptbestandteil bei den Krensaucen, wo die Anwesenheit neben dem würzigen Wohlgeschmack eine gewisse Appetitanregung auslöst.
Wir betrachten jedoch den Kren in erster Linie als Heilpflanze und werden die nachfolgenden Ausführungen dies unter Beweis stellen.
Der Kren hat eine Reizwirkung auf die Schleimhäute des Magens und Darmes sowie auf die Verdauungsdrüsen.
Er ist eine hartreibende Heilpflanze, doch dürfen größere Mengen nicht auf einmal genommen werden, da dies bei zu großen Reizzuständen der Nieren Nierenblutungen auslösen kann. Sehr gute Erfolge wurden bei Blasen- und Nierenbeckenentzündungen mit kleinen Gaben von Kren, regelmäßig genommen, erzielt. Frisch geriebener Kren, mit etwas Weinessig verrieben und mit Traubenzucker abschließend vermischt, täglich 3 bis 4 Esslöffel voll eingenommen, macht bald einen reinen Urin, befreit von den krankhaften Bestandteilen.
Der frisch gepresste Krensaft vermag die Colibazillen rasch abzutöten.
Er ist daher in kleinen Gaben, 15-20 Tropfen, dreimal am Tage zwischen den Hauptmahlzeiten eingenommen, ein sehr gutes Heilmittel bei Dickdarmentzündung (Colitis) und allen jenen Darmerkrankungen, die durch Fäulnis- und Gärungsrückstände im Darm, den Colibazillen die nötige Unterlage bieten. Dadurch werden auch die Begleiterscheinungen, wie Blähsucht, träger Stuhlgang oder Durchfälle, Störungen der Magensaftproduktion behoben und die Darmtätigkeit normalisiert.
Der Reichtum an Vitamin C macht den Kren zu einem hervorragenden antiskorbutischen Mittel.
Wohltuend ist der Einfluss des Krens auf die erkrankte Lunge. In Verbindung mit Honig und Rohzucker wirkt er schleimverflüssigend und hustenreizlindernd. Diese Heilwirkung beschränkt sich nicht auf einfache Katarrhe, sondern wirkt auch bei asthmatischen Zuständen, ja sogar beim Husten der Tuberkulösen schleimfreiend und heilend. (Kneipp, Prof. Dr. Eckstein, Dr. Flamm u.a.)
Seine Anwendung soll man aber dann unterlassen, wenn gleichzeitig starke Durchfälle auftreten oder starke Nachtschweiße bestehen.
Zuckerkranke sollen regelmäßig Kren einnehmen, desgleichen Rheumatiker oder gichtisch veranlagte Personen.
Ähnlich wie der Senf, nur nicht so rasch und nachhaltig wirkend, ist der Kren ein Hautreizmittel mit vielseitigen Heilwirkungen.
Frisch geriebener Kren als Breiauflage auf ein Tuch gestrichen und dieses auf den Nacken gelegt, vertreibt Kopfschmerzen.
Die Breiauflagen auf die entsprechenden Körperteile aufgelegt, nimmt Nervenschmerzen, Ischias, Fuß-, Knie-, Rücken- und Armneuralgien, ja sogar schmerzhafte Beschwerden des Magens (Gastalgien) und bei Magengeschwüren. Die Breiauflage verbleibt solange, bis auf der bedeckten Hautstelle ein Brennen auftritt. Eine allfällige Hautrötung reibt man leicht mit Mamellinsalbe ein, die in jeder Apotheke erhältlich ist.
Anwendung in der Volksheilkunde
Zwei Teelöffel geriebenen Kren in ¼ Liter Rotwein gesotten und alles zusammen eingenommen, wirkt anregend auf die Menstruation.
Wenn man 8 bis 10 Krenscheiben in einen Trunk weißen Weines legt, diesen nach 8 bis 10 Stunden trinkt, treibt dies mit Macht den Stein, den Harn und die Frauenzeit.
Wer nicht urinieren kann, zerreibe Meerrettich, röste ihn mit Butter und schlage das Ganze warm über die Blase.
Ein Zahnwasser bei Neigung zur Zahnfäule: 50g fein geriebener frischer Kren, 20g Fenchelsamen und 20g Pfefferminze in 1 Liter Branntwein 3 Monate angesetzt lassen, nach Geschmack verdünnen und damit den Mund spülen.
Bei Appetitlosigkeit nehme man 60g frisch geriebenen Kren, 40g Brunnenkresse und lasse dies in 2 Liter Weißwein einige Tage ziehen. Man trinke täglich am Morgen nüchtern 1/8 Liter.
Bei Fieber fädle man Krenscheiben an einen Zwirnfaden auf und hänge diese Krenkette um den Hals. Kren wirkt fiebersenkend.
Frisch geriebener Kren auf Bienen-, Wespen- oder auf andere Insektenstiche aufgelegt, nimmt – vorausgesetzt dass der Stachel entfernt wurde – fast schlagartig die Schmerzen.
Wohltuend und heilend wirken Krenbäder bei Frostbeulen bzw. Erfrierungen an Händen und Füßen. 1-2 Handvoll geriebener Kren, je nachdem ob Fuß- oder Handbad, in gut warmes Badewasser geben und diese Bäder öfters anwenden.
Bei Magenbeschwerden trinke man Krenwein (50g geriebener Kren in 1 Liter Weißwein durch 8 Tage angesetzt), täglich 2mal je 1/8 Liter, am Morgen nüchtern und am Abend.
Anwendung in der Homöopathie
Die aus den frischen Wurzeln hergestellte homöopathische hellbraune Essenz, hat einen zweibelartigen Geruch und Geschmack, sie wird bei Husten und langwierigen Bronchialkatarrhen Anwendung finden, bedarf jedoch der ärztlichen Dosierung.
Kren – ein kosmetisches Mittel: Krenessig (geriebener Kren in Weinessig 8 Tage angesetzt) in verdünnter Lösung ist ein kosmetisches mittel, da es die Sommersprossen, Leberflecke und Akne (eine Hautunreinigkeit mit Knötchenbildung) vertreibt.
Meerrettich aufheben
Meerrettich wird in der Landwirtschaft in feuchtem Sand aufgehoben. So hält er sich den ganzen Winter. Wenn man einen kühlen Keller hat, kann man Sand in einen Eimer füllen und dort die Meerrettich-Wurzeln reinstecken. Wenn nicht, kann man die Meerrettich-Wurzeln auch in feuchte Küchentücher schlagen und ins Gemüsefach des Kühlschranks legen. Dort hält sich der Meerrettich wochenlang.
 
Pflanzenbeschreibung
Ursprünglich kommt der Meerrettich aus Osteuropa und Südeuropa. In Mitteleuropa wird er kultiviert, kommt aber auch verwildert vor. Der Meerrettich bevorzugt einen tiefgründigen Boden. Der ausdauernde Wurzelstock hat walzenartige Form, wie eine Art Knüppel. Er wird etwa einen halben Meter lang und gut vier Zentimeter im Durchmesser. Außen ist die Wurzel hellgelb und innen weißlich. Im Frühjahr treibt die Meerrettichwurzel große Blätter aus. Später erscheint der Stängel der Blüte, an dem auch kleinere Blätter sitzen. Ab Mai blühen die kleinen weißen Blüten in Rispenform. Im Herbst bis hinein ins Frühjahr wird die Meerrettichwurzel geerntet.
Botanik
Der ausdauernde ein- oder vielköpfige Wurzelstock ist walzen- oder rübenförmig. Die Blätter sind sehr groß, langgestielt, länglich gekerbt, solange die Pflanze nicht blüht. Schießt jedoch der Blütenstängel empor, so erscheinen unten kleine fiederspaltige Blätter, während die am Stängel ungestielt sitzen und eine linear-lanzettliche Form haben. Die Blüten-rispe hat weiße Blüten. Die Schötchen sind meist taub.
Geruch und Geschmack
Geruch und Geschmack der Wurzel sind scharf, reizend, rettichartig, zerrieben zu Tränen reizend.
Blütezeit
Juni, Juli
Standort
Die Heimat des Krens ist Südeuropa. Bei uns wird er vielfach in Gemüsegärten oder in Großkulturen (Nürnberg, Erlangen u.a.) gepflanzt. Hie und da kommt er auch verwildert in der freien Natur vor. Die Gartenform verlangt einen tiefgründigen, gut, jedoch nicht frisch gedüngten Boden.
Der Meerrettich wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 50 bis 120 (selten bis 200) Zentimeter. Diese winterharte Pflanze hält Temperaturen bis −50 °C aus. Als Überdauerungsorgan wird eine senkrechte, walzenförmige Pfahlwurzel gebildet, die eine Länge von 30 bis 40 Zentimeter und einen Durchmesser von 4 bis 6 Zentimeter erreicht. Unter guten Bedingungen mit leicht durchwurzelbarem Boden (Moor, Sand) wird die Pfahlwurzel bis zu 60 Zentimeter lang. Zum Stängel hin ist die Wurzel vielköpfig und am Wurzelende ästig mit vielen Seitenwurzeln und Wurzelfasern. Die unregelmäßig gerillte Wurzel ist außen schmutzig gelb-braun, aber das Innere ist weiß und etwas faserig. Alle Pflanzenteile sind unbehaart. Die grundständigen und am Stängel verteilten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der immer an seiner Basis deutlich verbreiterte Blattstiel kann bei den Grundblättern bis zu 60 Zentimeter lang sein, dagegen ist er bei den obersten Blättern sehr kurz. Die meist einfache, selten fiederteilige Blattspreite ist bei den Grundblättern oval-lanzettlich bis bei den oberen Stängelblättern lineal-lanzettlich. Die Blattspreite ist meist 20 bis 45 (10 bis 60) Zentimeter lang und 5 bis 12 (3 bis 17) Zentimeter breit. Der Blattrand ist bei den Grundblättern stark gekerbt und etwas gewellt oder kraus bis bei den unteren Stängelblättern ganz grob gekerbt und bei den oberen Stängelblättern fast glatt. Die Blattflächen besitzen stark hervorstehende Nerven. Die Blätter am Stängel sind unten kurz geteilt, häufig fiederspaltig und ganzrandig.
Im Frühjahr beginnen sich die Blütenstände zu bilden; die Blütezeit reicht von Mitte Mai bis Juli. Die runden Blütenstandschäfte erreichen Wuchshöhen von bis zu 1,20 Meter. Der traubige Blütenstand besitzt Durchmesser von bis zu 40 Zentimeter. Es sind keine Hochblätter vorhanden. Die Blüten duften stark. Die zwittrigen Blüten sind vierzählig mit doppelten Perianth. Die vier länglichen und stumpfen Kelch-blätter sind 2 bis 4 Millimeter lang. Die vier weißen Kronblätter sind mit meist 5 bis 7 (bis 8) Millimeter bis zu doppelt so lang wie die Kelchblätter und bis zu 1,5 Millimeter lang genagelt. Zwischen den Staubfäden befinden sich sechs Drüsen, zwei seitlich am Grund der kurzen und je eine zwischen den langen Staubfäden und dem Kelch. Es sind sechs Staubblätter vorhanden mit 1 bis 2,5 Millimeter langen Staubfäden und 0,5 bis 0,8 mm langen Staubbeuteln. Der Griffel ist nicht wahrnehmbar oder bis zu 0,5 Millimeter lang. Die Narbe ist halbkugelig mit einer Furche oben. Die Blüten/Fruchtstiele wachsen bis zur Fruchtreife zu einer Länge von 8 bis 20 Millimetern. Die Schoten bilden sich nicht immer vollständig aus. Die Schote ist 4 bis 6 Millimeter lang. In jedem Schotenfach befinden sich keine oder vier bis selten sechs Samen. Die zusammengedrückt wirkenden Samen sind oval, braun und fast glatt.

IRLÄNDISCH MOOS
Das irländische Moos ist eigentlich eine Rotalge und kommt an den Küsten des Nordatlantiks vor. Die Algen sind gallertartig und fleischig und meistens rot oder violett gefärbt. Sie verzweigen sich geweihähnlich und werden bis zu fünfzehn Zentimeter lang. Da sie reichlich Schleim enthalten, können sie Husten lindern. Auch Reizungen der Verdauungsorgane können durch das irländische Moos beruhigt werden. Sie wird zur Gewinnung von Carrageen kultiviert.
 
Steckbrief
Heilwirkung: reizlindernd, schleimlösend, Husten, Bronchitis, Katarrhe der oberen Luftwege, Reizhusten, Verstopfung, Verdauungsstörungen, Magenschleimhautentzündung
wissenschaftlicher Name: Chrondrus crispus
englischer Name: Carragaheen
volkstümliche Namen: Carrageen, Felsenmoss, Irländischer Perltang, Irländisches Moos, Karragaheen, Knorpeltang, Perlmoos
Verwendete Pflanzenteile: Die Alge
Inhaltsstoffe: Schleim, Proteine, Mineralien, Jod, Brom
Sammelzeit: Ganzjährig
 
Nutzung
Angetriebener Knorpeltang wurde in Irland und Schottland seit langem als Nahrungsmittel und Tierfutter gesammelt. Getrocknet wurde dieses Irische Moos oder Carrageen, das meist eine Mischung mit dem ähnlichen Kraussterntang Mastocarpus stellatus und anderen Rotalgen war, seit dem 19. Jahrhundert als schleimlösendes Volksheilmittel bei Atemwegserkrankungen verwendet. Eine weitere Anwendung für CarrageenMoos bestand bei der Herstellung von Marmorpapier als Grund (sog. Schlichte) zum Auftrag der Farben.
In geringem Umfang wird der Knorpeltang in Irland auch heute noch zum Kochen und für Gesundheitstränke gesammelt. In Kanada werden bunte Varietäten gezüchtet und getrocknet als Salatneuheit vermarktet.
Heute wird der Knorpeltang vor allem in Kanada und Frankreich als bedeutende Quelle zur Gewinnung des Rohstoffs Carrageen kultiviert. Dieser Emulgator und Stabilisator wird vor allem in der Nahrungsmittelindustrie, pharmazeutischen Industrie und Kosmetikindustrie eingesetzt.
In Deutschland ist eine Kosmetikserie nach dem Irisch Moos benannt.
 
Beschreibung
Der Knorpeltang besitzt einen aufrechten Thallus von 10 bis 15 (selten 20) Zentimeter Höhe. Seine Färbung ist dunkelrot bis purpurbraun, unter Wasser manchmal bläulich irisierend, bei Exemplaren, die in Felstümpeln starkem Licht ausgesetzt sind, dagegen meist grünlich-gelb. Am steinigen Untergrund ist er mit einer mehrjährigen Scheibe festgewachsen, woraus Thallusbüschel verschiedenen Alters entspringen. Deren unterer stielartiger Teil ist direkt über der Scheibe rund, weiter oben zusammengedrückt. Der Thallus verbreitert sich allmählich in einen flachen, häutigknorpeligen blatt- oder fächerartigen Teil, der sich wiederholt gabelig teilt und oben abgerundet endet. Die Alge zeigt ein sehr vielfältiges Erscheinungsbild: sie kann bei starker Verzweigung an einen wellig-krausen Schwamm oder an Grünkohlblätter erinnern oder bei geringer Verzweigung flach blattartig aussehen. An den Rändern finden sich gelegentlich kleine Auswüchse. Vermutlich sind die unterschiedlichen Standortbedingungen für die große Variabilität entscheidend.
Wie bei den meisten Rotalgen gleichen sich Gametophyten und Tetrasporophyten. Auf den häufig vorkommenden Tetrasporophyten werden zu jeder Jahreszeit in dunkelroten, flach-warzenförmigen Flecken (Sori) die Tetrasporen gebildet. Diese werden freigesetzt, keimen aus und wachsen zu männlichen und weiblichen Gametophyten heran. Auf den weiblichen Gametophyten entstehen in den jüngeren Thallusabschnitten eingesenkte ovale Fortpflanzungsorgane (Zystokarpien), welche nach Befruchtung der Eizellen die dritte Generation, den Karposporophyten umhüllen. Durch Degeneration der Zellen der Umhüllung werden die Fortpflanzungszellen (Karposporen) frei. Aus ihnen entstehen wieder Tetrasporophyten.

BACHBLÜTE HORNBEAM
Ich fühle mich überfordert                                      
Diese Menschen fühlen sich häufig überfordert
Mit der Blüte können sie das Gefühl der Überforderung abstreifen
BACHBLÜTE IMPATIENS
Ich bin sehr impulsiv                                    
Diese Menschen sind sehr impulsiv
Mit der Blüte können sie diese impulsive Art abstreifen
Hildegards Grundlagen der richtigen Ernährung
Die Grünkraft (Viriditas) und die Subtilität der Heilmittel
„Es gibt eine Kraft aus der Ewigkeit und diese ist grün.“
Viriditas ist ein Schlüsselbegriff in Hildegards Weltbild und Gesundheitsprogramm, der allgemein mit Grünkraft übersetzt wird. Sie steht für die grünende Lebenskraft der göttlichen Liebe, die von Gott in der Schöpfung angelegt ist. Diese Grundkraft oder Lebensenergie wohnt allem Existierenden inne. Sie ist „das Lebensfeuer, der Funken, der das Leben entzündet, er leuchtet in den Schönheiten der Natur und brennt in den Sternen, der Sonne und dem Mond. Sie ist das Fundament des Universums, auf dem das Leben beruht.“ Die Grünkraft existiert nicht nur in Materie, sondern darüber hinaus auch in seelisch-geistigen Zuständen, auch Vernunft und Gewissen sind nach Hildegards Auffassung grün. Nur wenn die Grünkraft im Menschen ihre Wirkung entfalten kann, bleibt er gesund und steht mit seiner Umwelt im Einklang. Hildegard schreibt zur kosmischen Bedeutung der Grünkraft: „Wie durch den Schlund die Speisen in den Magen geschickt werden, nachdem sie im Mahlwerk der Zähne aufgelöst worden sind und wie die Brust die Menschen im Bedenken alles Wissenswerten mäßigt und so wie der Bauch die Eingeweide des Menschen zusammenhält und einschließt, genauso sendet auch die Luft ihre grünenden Kräfte in die Saaten und erhält alles, was in der Welt ist, zum Heil für den Menschen am Leben.“

Der Knieguß
Der Knieguß sollte bei regelmäßiger Anwendung nur in Verbindung mit dem Oberguß vorkommen.
TECHNIK
Für den Knieguß werden nur die Unterschenkel und der untere Teil der Oberschenkel entkleidet. Enge oder einschnürende Bekleidung würde die Blutzirkulation beeinträchtigen. Nun beginnt man mit dem Guß am rechten Bein an der Außenseite des Fußrückens, langsam an der Wade hoch, nach hinten oberhalb der Kniekehle. Hier verweilt man mit dem Wasserstrahl ca. 5-10 Sekunden (nicht auf demselben Punkt, sondern unter leichtem Kreisen), dann fährt man auf der Innenseite des Unterschenkels herab und wechselt zum linken Bein, das auf die gleiche Art begossen wird. Als letztes werden die Fußsohlen begossen.
Auch bei kranken, bettlägrigen Menschen kann ein Knieguß angewendet werden: Sie setzen sich auf die Bettkante, die Füße werden auf dein kleines Bänkchen o.ä. gestellt, das sich ein einer Wanne befindet. Man verfährt nach dem gleichem Schema.
Rekonvaleszenten, blut- und säftearmen Personen – allen, deren Fußknochen nicht kernige Muskeln, sondern nur dünne, armselige Fleischmäntelchen tragen -, rate ich, die erste Zeit nie mehr als 2-3 Gießkannen, auch bei jedem Anfänger soll das erste Mal die Zweizahl nicht überschritten werden. Sie können in den folgenden Tagen auf 4-6 und noch später auf 8-10 Kannen steigen. Nach 8-10 Kniegüssen ist jedes Schmerzgefühl verschwunden, mit Behagen, mit einem gewissen Sehnen erwartet man den nächsten Strahl, der in so kurzer Zeit die verweichlichten Füße so bedeutend gestärkt hat.

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