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AMPFER
Der Sauerampfer liebt feuchte Wiesen und Gebüsche. Dort wächst er mit großen lanzettartigen Blättern. Später treibt er einen Stängel aus mit kleineren Blättern und rötlich-grünen Blüten. Die Blätter schmecken säuerlich. Sauerampfer ist ein beliebtes Wildkraut, das als Salatgewürz gern verwendet wird. Da er viel Vitamin C enthält, erfrischt er und hilft gegen Frühjahrsmüdigkeit. Auch als Tee kann man getrockneten Sauerampfer zubereiten und zur Stärkung der Verdauung trinken. Wichtig ist jedoch, dass man nicht zu viel Sauerampfer verwendet, denn die darin reichlich vorhandene Oxalsäure und im Sauerampfer vorhandene Alkalisalze wirken in großen Dosen giftig. Ampfer ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Knöterichgewächse. Die Gattung kommt mit etwa 130 Arten meist in den gemäßigten Regionen der Nordhalbkugel vor. Die Arten sind zum Teil nur schwer zu unterscheiden, da zu einer genauen Bestimmung sowohl Blüten als auch Früchte und grundständige Laubblätter nötig sind. So unterscheidet sich der Wasser-Ampfer vom Teich-Ampfer nur durch das Fehlen der Schwielen an den Perigonblättern und im Verbreitungsgebiet, das auch in die Bergregionen hinaufreicht.
 
Steckbrief
Heilwirkung: adstringierend, blutbildend, blutreinigend, harntreibend, Fieber, Leberschwäche, Magenbeschwerden, Verdauungsschwäche, Verstopfung, Durchfall, Würmer, Skorbut, Blutarmut, Frauenbeschwerden, Wunden, Hautausschläge, Pickel, Furunkel, Geschwüre, Schwellungen
wissenschaftlicher Name: Rumex acetosa
Pflanzenfamilie: Knöterichgewächse = Polygonaceae
englischer Name: Sorrel
volkstümliche Namen: Großer Ampfer, Salatampfer, Sauergras, Sauerknöterich, Wiesen-Sauerampfer
Verwendete Pflanzenteile: Blätter
Inhaltsstoffe: Vitamin C, Oxalsäure, Kaliumbioxalat, Eisen, Flavonglykoside, Gerbstoff, Gerbsäure, Hyperosid
Sammelzeit: April bis Mai
 
Verwendung
Viele Ampfer-Arten dienen als Zutat für aromatische Salate, Kräuterquark und Kräutersuppen. Sie enthalten im Allgemeinen eine nennenswerte Menge von Vitamin A und C. Aufgrund des Oxalsäuregehalts sollte Ampfer nur in Maßen oder gemeinsam mit Milchprodukten konsumiert werden.  Ampfer kann auch in Butter angedünstet werden. Wird Ampfer wie Spinat oder Mangold gekocht, sollte ein emaillierter Topf verwendet werden, da blanke Stahl- und Aluminiumtöpfe mit der Oxalsäure reagieren und einen metallischen Beigeschmack verursachen können.
 
Beschreibung
Ampfer sind meist ausdauernde krautige Pflanzen, seltener sind es einjährige Arten oder Sträucher. Die Stängel sind aufrecht, selten aufsteigend oder niederliegend; sie sind verzweigt. Die Laubblätter sind grundständig und wechselständig; sie sind ganzrandig oder am Rand wellig. Die Ochrea ist zylindrisch und häutig. Der Blütenstand ist gewöhnlich endständig, manchmal auch endständig und achselständig; er ist eine Traube oder eine Rispe. Der Blütenstiel ist gegliedert. Die Blüten sind zwittrig oder eingeschlechtig. Die Blütenhülle besteht aus 6 Perigonblättern, die zur Fruchtzeit noch vorhanden sind und dann vergrößert sein können. Es sind sechs Staubblätter und drei Griffel vorhanden; die Narbe ist federig. Die Früchte sind dreikantig und eiförmig oder ellipsoidisch. Die Rumex-Arten sind unter anderem durch folgende charakteristische Merkmale gekennzeichnet: Als Valven werden die drei inneren Perigonblätter bezeichnet, welche an der Fruchterhalten bleiben und diese einhüllen. Als Schwiele bezeichnet man knotigharte, knorpelähnliche Verdickungen an den Valven. Je nach Art können nur einzelne oder alle Valven gleichmäßig oder auch ungleichmäßig mit Schwielen versehen sein. Die Schwielen können auch ganz fehlen.

BÄRLAUCH
Der Bärlauch ist eine Pflanzenart aus der Gattung Allium und somit verwandt mit Schnittlauch, Zwiebel und Knoblauch. Die in Europa und Teilen Asiens vor allem in Wäldern verbreitete und häufige, früh im Jahr austreibende Pflanzenart ist ein geschätztes Wildgemüse und wird vielfach gesammelt. Bärlauch wird auch Bärenlauch, Knoblauchspinat, wilder Knoblauch, Waldknoblauch, Rinsenknoblauch, Hundsknoblauch, Hexenzwiebel, Zigeunerlauch, Ramsen oder Waldherre genannt. Im Frühling gibt es Stellen im Wald, die stark nach Knoblauch duften. Dort wächst der Bärlauch, manchmal in großen Familien, denn wenn er erst einmal irgendwo heimisch geworden ist, breitet er sich gerne üppig aus. Ein Kräuterquark mit reichlich Bärlauch gehört zu den leckersten Frühjahrserlebnissen und ist obendrein noch sehr gesund. Er fördert nicht nur die Verdauung, sondern verhindert auch Arteriosklerose und senkt den Blutdruck und kann somit sogar Herzinfarkt und Schlaganfall vorbeugen. Dadurch ist der Bärlauch das reinste Labsal gegen Zivilisationskrankheiten. Jedes Jahr, wenn der Frühling Einzug hält, zieht der Bärlauch Duft durch die Wälder. Bärlauch ist nicht nur ein würziges Kraut, sondern macht für viele Feinschmecker die Frühlingsküche lebendig. Denn Bärlauch ist ein besonders aromatisches Kraut. Aber Achtung! Zuviel von Bärlauch kann auch zu Magenverstimmungen führen. Schlimmer noch, wenn Bärlauch von Unkundigen wild gesammelt wird.
Bärlauch gehört zu den ersten Wildkräutern im Jahr. Er gehört zur Familie der Liliengewächse. Die krautige Pflanze ist mehrjährig. Sie besitzt eine längliche Zwiebel. Diese ist von einer bräunlich grauen Haut bedeckt. Die Blätter sind oval bis elliptisch. Sie haben eine Länge zwischen 10 und 20 cm und befinden sich an einem langen geflügelten Blattstiel. Die Blütenstängel sind aufrecht und dreieckig. Sie können eine Höhe von 20 bis 40 cm erreichen. Viele kleine und weiße Blüten bilden einen großen schirmständigen Blütenstand. Die Blüten erscheinen in den Monaten Mai bis Juni. Der Bärlauch ist eines der bekanntesten heimischen Wildkräuter. Die zu den Lauchgewächsen gehörende Pflanze mit dem botanischen Namen Allium ursinum, ist Heilkraut und Gewürzkraut zugleich. Im Frühjahr wird der Bärlauch frisch für Pestos, Aufstriche, Wildkräutersalate und Saucen verwendet. In der Naturheilkunde wird die auch als Hexenzwiebel oder Waldknoblauch bezeichnete Pflanze vor allem bei Verdauungsstörungen genutzt.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Arteriosklerose, Frühjahrskur
Heilwirkung: adstringierend, anregend, antibiotisch, blutreinigend, Cholesterinspiegel senkend, durchblutungsfördernd, entzündungshemmend, Galle treibend, harntreibend, hautreizend, schleimlösend, schweißtreibend, Stoffwechsel anregend, tonisierend
Anwendungsbereiche: Appetitlosigkeit, Asthma, Blähungen, Bluthochdruck, Bronchitis, Durchfall, Durchblutungsstörungen, Fieber, Frühjahrsmüdigkeit, Gedächtnisschwäche, Kalte Hände, Kalte Füße, Kopfschmerzen (häufige), Leistungsschwäche, Rheuma, Schlechte Wundheilung, Verdauungsstörungen, Würmer
wissenschaftlicher Name: Allium ursinum
Pflanzenfamilie: Zwiebelgewächse = Alliaceae
englischer Name: Ramsons
volkstümliche Namen: Hexenzwiebel, Hexenzwiefel, Ramsen, Waldknoblauch, wilder Knofel, Zigeunerlauch
Synonyme: Zigeunerlauch, Waldknoblauch, Hexenzwiebel
falsche Schreibweisen: Baerlauch, Beerlauch, Berlauch
Verwendete Pflanzenteile: Blätter
Inhaltsstoffe: Allicin, Vitamin C, Ätherisches Öl: Vinylsulfid, Merkaptan, Mineralsalze, Eisen, Schleim, Zucker
Wirkstoffe: Im Bärlauch sind neben ätherischen Ölen auch organische Salze und Vinylsulfid enthalten.
Sammelzeit: April und Mai
 
Wirkung
Wegen seiner knoblauchähnlichen Substanzen wirkt der Bärlauch ähnlich wie der Knoblauch. Er reinigt die Blutgefäße und wirkt dadurch bei Arteriosklerose. Infolgedessen kann der Bärlauch bei Schlaganfall und Herzinfarkt vorbeugen. Auch bei alltäglichere Folgen der Arteriosklerose kann der Bärlauch helfen, sei es der Bluthochdruck, die kalten Füße oder Hände, schlechte Hautheilung durch Mangeldurchblutung, Kopfschmerzneigung, Schwindel, manche Gedächtnisstörungen, Schmerzen beim Gehen oder Leistungsschwäche. Außerdem wirkt der Bärlauch stärkend auf den Stoffwechsel und die Verdauung. Man kann ihn auch bei Frühjahrsmüdigkeit anwenden. Er soll sogar den Bären nach ihrem Winterschlaf auf die Beine helfen und ihnen neue Kraft geben. Der Bärlauch verleiht also Bärenkräfte.
 
Anwendung
Der Bärlauch kann nicht getrocknet werden, denn dann gehen seine Wirkstoffe verloren. Daher verwendet man ihn am besten frisch. Man kann die möglichst jungen Bärlauchblätter verwenden, aber auch die Knospen schmecken gut. Die Blätter kann man zu zahlreichen Rezepten verarbeiten und die Knospen kann man einlegen wie Kapern oder einfach so essen, z.B. im Salat. Als Tee ist der Bärlauch wegen seines zarten Knoblaucharomas nicht so geeignet, dafür umso mehr für die Frühjahrsküche oder die mittelalterliche Küche.
Bärlauchrezepte
Besonders lecker schmeckt der Bärlauch im Kräuterquark, denn man zusammen mit Kartoffeln servieren oder einfach als Brotaufstrich verwenden kann. In schmale Streifen geschnitten schmeckt der Bärlauch auch einfach auf Butterbrot oder als Garnierung von Käsebrot, Tomatenbrot usw. Auch als Bereicherung von Salaten ist er köstlich.
Bärlauch in der Küche
Der Bärlauch ist eine altbekannte Gemüse-, Gewürz- und Heilpflanze. Die Pflanze ist zwar komplett essbar, genutzt werden aber vorwiegend die Blätter, oft auch mit den Stängeln, frisch als Gewürz, für Dip-Saucen, Kräuterbutter und Pesto oder ganz allgemein als Gemüse in der Frühjahrsküche. Erntezeit für die Blätter ist im März und April. Durch Milchsäuregärung erzeugtes Bärlauchkimchi kann auch für viele Monate haltbar bleiben. Durch Hitzeeinwirkung werden die schwefelhaltigen Stoffe verändert, wodurch der Bärlauch viel von seinem charakteristischen Geschmack verliert. Daher wird er meist roh und kleingeschnitten unter Salate oder andere Speisen gemischt. Im Frühjahr kann Bärlauch auch den Schnittlauch oder das Zwiebelkraut ersetzen. Nicht so bekannt ist die Verwendung der Knospen zur Herstellung von Bärlauchkapern.
Wer auf Bärlauch nicht verzichten möchte, sollte lieber diese entweder selbst im Garten auf einem abgrenzten Stück pflanzen. Bei guter und richtiger Pflege ist dann der Genuß von frischem Bärlauch keine Gefahr mehr.
Verwechslungsgefahr mit Giftpflanzen
Trotz der leichten Identifikation durch den typischen Geruch, der beim Reiben der Blätter entsteht, wird Bärlauch beim Sammeln immer wieder mit dem Maiglöckchen, den im Frühjahr austreibenden Blättern der Herbstzeitlosen oder den meist ungefleckten Blättern jüngerer Pflanzen des Gefleckten Aronstabs verwechselt. Diese drei Pflanzen sind äußerst giftig und es kommt immer wieder zu teils tödlichen Vergiftungen. Der ungiftige Wunder-Lauch mit ähnlichem Geruch wird gelegentlich als Bärlauch bezeichnet.
Medizinische Nutzung
Im Mittelalter wurde Bärlauch als Herba Salutaris bezeichnet und als Arznei- und Nahrungspflanze genutzt. Ihm wurden unheilabwehrende Eigenschaften zugeschrieben. In der Volksmedizin wird der Bärlauch heute bei Magen-Darm-Störungen eingesetzt, aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung gegen Gärungsdyspepsien sowie als Karminativum. Weitere Einsatzbereiche sind als Antihypertonikum und Antiarteriosklerotikum. Auch in der Naturheilkunde kommt Bärlauch als Heilmittel oft zur Anwendung. Die Heilwirkung ist den zahlreichen in ihm enthaltenen, überwiegend schwefelhaltigen ätherischen Ölen zuzuschreiben, die sich positiv auf Verdauung, Atemwege, Leber, Galle, Darm und Magen auswirken. Des Weiteren ergibt sich eine effektive Heilwirkung bei Arteriosklerose, Bluthochdruck und Darmerkrankungen. Zudem wirkt er stoffwechselanregend, positiv auf den Cholesterinspiegel und hilft bei Wurmbefall.
Tinktur
Man kann den Bärlauch auch als Tinktur gegen Arteriosklerose und indirekt bei Bluthochdruck anwenden. Um eine Bärlauchtinktur selbst herzustellen, übergießt man Bärlauchblätter in einem Schraubdeckelglas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen. Von dieser Tinktur nimmt man ein bis dreimal täglich 10-50 Tropfen ein. Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.
Andere Bärlauchzubereitungen
Wegen der Gesundheitswirkungen des Bärlauchs gibt es einige Präparate, die Bärlauch enthalten. Bei diesen Mitteln wird der Knoblauchgeschmack vermieden, denn viele Menschen mögen keinen Knoblauch. Es gibt beispielsweise Bärlauchkapseln, teilweise auch als Frischblattkapseln, die Frischblatt-Granulat enthalten. Die Wirkung der Bärlauchlkapseln entspricht in etwa der Wirkung des frischen Bärlauchs. Sie helfen gegen Arteriosklerose und deren Folgeerkrankungen.
Bärlauch haltbar machen
Es ist nicht so einfach, den Bärlauch haltbar zu machen. Die frischen Blätter halten sich leider nur ein bis zwei Tage, im Kühlschrank etwas länger. Weil die Bärlauchsaison kurz ist, kommt schnell der Wunsch auf, den Bärlauch haltbar zu machen.
Getrockneter Bärlauch
Getrocknet ist der Bärlauch ist meistens nicht sehr gut. Wenn man ihn selbst trocknet, wird er normalerweise strohig und schmeckt nicht mehr stark nach Bärlauch. Professionell getrocknet kann der Geschmack bei guten Produkten einigermaßen erhalten bleiben.
Bärlauch einfrieren
Man kann den Bärlauch relativ gut einfrieren. Tiefgefroren schmeckt der Bärlauch zwar nicht ganz so gut wie frisch, aber deutlich besser als selbst getrocknet. Zum Einfrieren wäscht man den Bärlauch, trocknet ihn ab und schneidet ihn klein. Dann füllt man ihn in kleine Portionsbeutel oder in eine Eiswürfelform und legt ihn in die Tiefkühltruhe. Bei Bedarf entnimmt man eine Portion und taut sie auf.
Bärlauchpesto
Bärlauchpesto ist eine klassische Methode, den Bärlauch haltbar zu machen. Dabei wird pürierter Bärlauch mit gerösteten Pinienkernen, Parmesankäse und Olivenöl vermischt. Im Kühlschrank ist solch ein Bärlauchpesto mehrere Wochen haltbar.
Heilkräftige Pflanzenteile
Sowohl die Zwiebeln als auch die ganze Pflanze wird gesammelt. Für die frische Pflanze ist die beste Sammelzeit April und Mai.  Die Zwiebeln werden im Sommer und Herbst gesammelt. Die Pflanze kann nicht getrocknet werden, da sie durch Trocknen unwirksam wird. Auch die Zwiebeln trocknen, besonders in trockenen Kellern rasch ein und werden leicht unansehnlich.
Heil- und Wirkstoffe
Der Bärlauch besitzt reichlich ätherisches Öl mit dem Hauptbestandteil Vinylsulfid, daneben Vinylpolysulfide und Spuren eines Merkaptans. An weiteren Heil- und Wirkstoffen enthält der Bärlauch wertvolle Mineralsalze, Schleim und Zucker.
Heilwirkung
Der Bärlauch war schon den alten Römern bekannt und von diesen, so wie heute von manchem Naturarzt, sogar dem Knoblauch vorgezogen. Der Bärlauch wird vielfach als unverbrauchtes Naturprodukt als wirksamer beurteilt, während der echte Knoblauch als uraltes Kulturgewächs nicht mehr diese urwüchsige Heilkraft besitzen soll. Dies mag seine Richtigkeit haben, doch ist auch zu bedenken, dass der Bärlauch von vielen, besonders magenempfindlichen Menschen, nicht vertragen wird. Unrichtig ist es aber, den Bärlauch als nur die heilsame Knoblauchart hinzustellen und den echten Knoblauch als minderwertig abzulehnen.
Bärlauch ist ein sehr gutes Heilmittel bei Arterienverkalkung (Arteriosklerose), besonders wenn diese schon weit vorgeschritten ist. Bei erhöhtem Blutdruck ist Bärlauch sehr zu empfehlen, bei Madenwürmern und auch bei Leberleiden. Er ist ein vorzügliches Reinigungsmittel für Magen und Darm. Pfarrer Künzle schreibt über den Bärlauch: „wohl kein Kraut der Erde ist so wirksam zur Reinigung von Magen, Gedärmen und Blut wie der Bärlauch. Ewig kränkelnde Leute, mit Flechten, Eißen und Ausschlägen versehen, die Skrofulösen und die Bleichsüchtigen sollten den Bärlauch verehren wie Gold. Die jungen Leute würden aufglühen wie ein Rosenspalier und aufgehen wie die Tannenzapfen an der Sonne.“
Die Anwendung ist wie beim Knoblauch.
Anwendung in der Volksheilkunde
Die die vorgenannten Heilanzeigen stammen aus der Volksheilkunde, bei der der Bärlauch das höchste Ansehen genießt. Zusätzlich wird der Bärlauch noch sehr empfohlen zu Spülungen bei Weißfluss, zur Wundenreinigung, indem man den frischen Saft auf schlecht heilende Wunden träufeln soll und schließlich als Lungenmittel. Besonders bei Lungenverschleimung älterer Leute, wenn kein Heilmittel mehr Heilung bringt, wird der zähe Schleim durch den Saft des Bärlauchs aufgelöst und zum Auswurf gebracht.
Magenempfindliche Personen sollen die Zwiebeln vom Bärlauch zerschneiden, in warmer Milch 2-3 Stunden ziehen lassen und die Milch schluckweise trinken.
 
Pflanzenkunde
Bärlauch ist eine mehrjährige Pflanze, die wild wächst und nur selten kultiviert wird. Bekannt ist er auch als wilder Knoblauch, Knoblauchspinat, Waldknoblauch, Hexenzwiebel oder Bärenlauch. Im Volksmund wird er auch Hundsknofel genannt. Er zählt wie andere Zwiebel- und Lauchgewächse neuerdings zur Familie der Narzissengewächse. Seine hellgrünen, länglich-spitzen Blätter, die an der Unterseite matt sind, erreichen eine Länge von bis zu 25 Zentimetern. Die Blütenstände sind halbkugelig und haben viele weiße, sternförmige Einzelblüten. Bärlauch gedeiht ab Frühling von März bis Juni in schattigen und feuchten Gebieten wie z.B. in Laubwäldern oder Auen sowie an Bachufern.
Vorsicht beim Bärlauchsammeln – es besteht Verwechslungsgefahr mit den giftigen Blättern von Maiglöckchen, Herbstzeitlose, Aronstab und Weißwurz. Nur die Blätter des Bärlauch riechen und schmecken deutlich nach Knoblauch. Die Doppelgänger sind geruchlos und schmecken oft bitter. Sich nur auf den Geruch zu verlassen, hilft beim Ernten jedoch nichts, weil die Finger innerhalb kürzester Zeit nach Knoblauch riechen und man somit nicht mehr feststellen kann, ob man vielleicht einen geruchlosen Doppelgänger in den Händen hält. Allein die genaue Kenntnis der Pflanzen schützt vor bösen Überraschungen! Möchte man zarte Blätter, so müssen sie vor der Blüte gepflückt werden.
Bei Verdacht auf eine Maiglöckchen- oder andere Vergiftung erhalten Sie unter der Notfallnummer der Vergiftungsinformationszentrale (VIZ) +43 1 406 43 43 jederzeit Auskunft.
Weitere Informationen zum richtigen Bärlauchsammeln, erhalten Sie unter Bärlauch: Achtung giftige Doppelgänger!
Tipp:Bärlauch kann auch selbst im Garten oder in Blumenschalen gepflanzt werden. Die Steckzwiebeln mögen lockere, humusreiche Erde. Um keimen zu können, braucht der Bärlauch Frosteinwirkung, da er ein „Kaltkeimer“ ist.
 
Pflanzenbeschreibung
Der Bärlauch ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die eine Wuchshöhe von etwa 20 bis 50 Zentimetern erreicht. Die sehr schlanke, längliche Zwiebel wird aus den Ansätzen der beiden Laubblätter gebildet und ist 2 bis 4, selten bis 6 Zentimeter lang. Sie ist umgeben von durchsichtigen, weißlichen oder gelblichen Häuten, die sich später bis auf einige Borsten reduzieren. Nebenzwiebeln werden nur vereinzelt gebildet oder sie fehlen ganz. Der aufrechte, kompakte Stängel ist dreikantig bis annähernd rund und nur am Ansatz beblättert. Die meist zwei, selten ein oder drei grundständigen Laubblätter haben einen 5 bis 20 Millimeter langen Stiel und verbreitern sich abrupt in die 2 bis 5 Zentimeter breite flache, elliptisch-lanzettliche Blattspreite. Die Blattoberseite glänzt und ist von dunklerem Grün als die matte Unterseite. Sein Geruch ist typisch lauchartig. Die Blütezeit reicht von April bis Mai. Der Blütenstand wird umschlossen von einer zwei- oder dreiklappigen, zugespitzten eiförmig-länglichen Hülle, die ebenso lang oder länger ist wie die Blütenstiele und bald abfällt. Die duften-den, wenigen bis mehr als zwanzig Blüten stehen in einer flachen Scheindolde, Brutzwiebeln fehlen stets. Die geraden Blütenstiele sind bis 2 Zentimeter lang. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und dreizählig. Das reinweiße Perigon besteht aus sechs linealisch-lanzettlichen, 8 bis 10 Millimeter langen Blütenhüllblättern, die spitz oder abgestumpft sein können und aufrecht abstehen. Die pfriemlichen Staubblätter sind etwa halb so lang wie die Blütenhüllblätter und am Ansatz verwachsen. Der Griffel endet mit einer einfachen Narbe. Die Fruchtstiele sind direkt unter dem Perigon leicht geschwollen, der Fruchtknoten ist tief dreifach gefurcht. Die Kapselfrucht enthält wenige Samen.
Der Bärlauch bevorzugt schattige Laubwälder und humusreiche Standorte. Man findet ihn häufig in Auwäldern in der Nähe von Flüssen. Er ist eine mehrjährige Pflanze, die Jahr für Jahr wieder neu erscheint. Zuerst wachsen im Frühjahr, etwa ab März, die Blätter des Bärlauchs. Am Anfang sind sie sehr klein. Im Verlauf von einigen Tagen wachsen die Blätter heran und werden im Schnitt 25cm lang. Sie sind länglich, lanzettlich, weich und ähneln den Blättern des Maiglöckchen. Im Gegensatz zu Maiglöckchen-Blättern duften Bärlauchblätter jedoch eindeutig nach Knoblauch. Dieser Geruch ist wichtig zur Unterscheidung, denn Maiglöckchen sind giftig. Es sind die Blätter, die geerntet werden, am besten vor der Blüte, denn dann sind sie zart und lecker. Im weiteren Verlauf des Frühlings wächst aus der Blattrosette ein oder mehrere Stängel, der die weiße, luftige Bärlauchblüte trägt. Die Bärlauch-Blüten sind reichblütige Scheindolden und die einzelnen Blüten sehen aus wie kleine Sterne.
Botanik
Die ausdauernde Pflanze wird 20-25cm hoch, besitzt eine längliche, von weißen durchsichtigen Häuten umgebene Zwiebel und meist zwei grundständige Blätter von flacher lanzettlicher Form. Stiel ist aufrecht und etwas kantig. Die reichblütigen Scheindolden mit weißen, sternförmigen Blumenkronen tragen nie die Vermehrung nur durch in den Kapsel-früchten enthaltenen schwarzen Samen. Diese werden zumeist durch Ameisen verbreitet.
Geruch und Geschmack
Der Bärlauch wird durch seinen starken knoblauchartigen Geruch schon festgestellt, noch ehe man ihn im Walde sieht. Der Geschmack ist ähnlich dem Knoblauch, jedoch schärfer, beißender.
Blütezeit
Mai, Juni
Standort
Der Bärlauch ist fast nur auf humusreichen, tiefgründigen Stellen feuchter, schattiger Laubwälder anzutreffen.
 
Aussäen und pflanzen
Bärlauch ist eine sehr ausbreitungsfreudige Pflanze. Eine Zwiebel im Boden kann bei günstigen Bedingungen genügen, damit im darauffolgenden Jahr ein Teppich aus Bärlauch entstehen kann.
Standort
Bärlauch zählt zu den Kräutern, die schattige und halbschattige Standorte bevorzugen. Ferner benötigt die Pflanze feuchte, kalkhaltige, nährstoffreiche und humose Böden. Der Boden sollte jedoch so gut Wasser leiten können, so dass keine Staunässe entsteht. Entsprechend häufig findet man Bärlauchkolonien unter schattenspendenden Laubwäldern (daher auch der andere Name Waldknoblauch) und in grundwassernahen Gebieten wie Auen.
Aussaat und Anzucht
Bärlauch lässt sich über die Zwiebeln als auch über Samen kultivieren. Die Anzucht mit Samen sollte am besten zum Herbstanfang durchgeführt werden. Bärlauch zählt zu den Kaltkeimern, die für eine kurze Zeit Frösten ausgesetzt sein müssen, damit die Samen zu keimen beginnen. Die Aussaat mit Samen kann jedoch unter Umständen ein Geduldsspiel werden, da die Keimrate bei Bärlauchsamen durchaus niedrig sein kann und die Samen meistens länger als ein Jahr zum Keimen benötigen. Da die Samen ferner Dunkelkeimer sind, sollten die Körner etwa 2 bis 3 cm in den Boden eingedrückt werden. Zwischen den einzelnen Bärlauchsamen sollte ein Abstand von 20 bis 25 cm eingehalten werden, um spätere Nährstoffkonkurrenz möglichst zu vermeiden.
Zwiebelpflanzung
Schneller und effizienter ist die Kultivierung mit Zwiebeln. Stehen Bärlauchzwiebeln zur Verfügung, so können diese im Abstand von etwa 25 cm zueinander in den Boden eingearbeitet werden. Die Zwiebeln sollten nicht zu Zeiten gesteckt werden, die Fröste erwarten lassen. Beim Einpflanzen sollte darauf geachtet werden, dass die Spitze nach oben zeigt.
Pflege und Düngen
Da die genießbaren Blätter des Bärlauchs nur im zeitigen Frühling erscheinen, anschließend verwelken und eingehen, benötigt Bärlauch keine besondere Pflege. Wächst Bärlauch im Garten ist die Pflege des Wildkrauts mit wenig Aufwand verbunden, insofern der Boden zu dieser Jahreszeit ausreichend feucht ist. Eine spezielle Düngung des Krauts ist meist nicht erforderlich. Als hilfreich erweist sich, das Eindecken mit Laub zur Herbstzeit. Die Laubblätter zersetzen mit der Zeit und liefern ausreichend Nährstoffe für die Folgeperiode.
Überwinterung
Weitere Schritte im Pflanzjahr sind ebenfalls nicht notwendig, da die Blätter nach der Welke eingezogen werden und erst im nächsten Frühjahr wieder austreiben. Eine möglicherweise notwendiger Schritt kann die Begrenzung des Wuchsgebiets sein. Will man verhindern, dass sich Bärlauch unkontrolliert im Garten ausbreitet, bieten sich unter in den Boden eingebrachte Begrenzungen an, bspw. Kunststofffolie um die Zwiebel. Im Handel sind solche Begrenzungen häufig unter dem Namen Rhizomsperre zu bekommen.
Eine Kultivierung auf dem Balkon ist unter Umständen möglich. Voraussetzungen sind Balkone, die sich in Schattenlage befinden. Nord- und Ostlagen sind hierfür optimal. Als Pflanzgefäße eignen sich längliche Kübel, so dass die Bärlauchpflanzen sich selbst ausbreiten können. Es ist unbedingt erforderlich, dass die Erde niemals austrocknet. Der Bärlauch darf niemals längere Zeit direkter Sonne ausgesetzt sein.
 
Verbreitung
Der Bärlauch kommt in großen Teilen Europas und an manchen Stellen Nordasiens vor. In Asien findet man ihn fast nur im Kaukasus und gelegentlich im westlichen Russland. In Europa findet man den Bärlauch vorwiegend nördlich der Alpen, im Balkan und im südlichen Osteuropa außer in der ungarischen Tiefebene. In England und Irland findet man den Bärlauch häufig, außer im nördlichen Schottland. In Frankreich ist der Bärlauch fast überall häufig. In Italien ist der Bärlauch hingegen eher selten und in Spanien sehr selten. In Skandinavien findet man den Bärlauch im südlichen Norwegen und in einem Streifen in Südschweden. In Deutschland ist der Bär-lauch im Süden häufiger als im Norden. Man findet ihn prinzipiell am häufigsten in den Auwäldern rund um große Flüsse. Besonders häufig kommt er beispielsweise in der Oberrheinebene und im Neckartal vor. In der Norddeutschen Tiefebene ist der Bärlauch hingegen selten. Darum gilt er in Hamburg und in Brandenburg als vom Aussterben bedroht. In Bremen und Schleswig-Holstein gilt er als extrem selten.
 
Sammelhinweis
Die Erntezeit für den Bärlauch liegt je nach Gegend zwischen Anfang März und Anfang Mai. Da der Bärlauch in den letzten Jahren immer beliebter wird, sollte man beim Sammeln zurückhaltend sein und berücksichtigen, dass sich die Pflanze nur langsam verbreitet. Generell sollte man nur in großen Beständen ernten und auch nur dort, wo es erlaubt ist. Von der einzelnen Blattrosette sollte man mindestens zwei Drittel stehen lassen, damit die Pflanze genug Blattmasse hat, um die Zeit bis zum nächsten Jahr zu überstehen. Dank der großen Beliebtheit kann man den Bärlauch in der Saison auch immer öfter frisch im Handel kaufen, der häufig aus gezieltem Anbau stammt. Bevor man im Wald spärliche Bestände plündert, und dadurch auf Dauer schädigt, ist es möglicherweise besser, sich frischen Bärlauch zu kaufen.
Einen Bericht über einen Ausflug zu einer Bärlauch-Stelle findet man hier:
Bärlauch – Verwechslungsgefahr
Aber Achtung: Bärlauch selbst im Wald zu sammeln, ist nicht zu empfehlen. Denn die Verwechslungsgefahr giftigen Blättern anderer Pflanzen ist besonders hoch. Warnt man zahlreich vor den giftigen Maiglöckchen, sind es viel mehr noch zusätzlich die giftigen Herbstzeitlosen, deren Blätter jetzt schon teilweise aus dem Boden ragen. Also: verzichten Sie lieber auf das Pflücken von Bärlauch an Ihnen unbekannten Stellen, denn das Gift der Herbstzeitlose kann tödlich wirken.
Der oftgenannte Tipp, Bärlauch-Blätter sind anhand des Geruches unverwechselbar, stimmt nicht ganz. Denn hat man bereits den würzigen, aromatischen Knoblauchduft von frischen Bärlauch auf den Fingern, kann man kaum noch die geruchlosen giftigen Blätter davon auseinanderhalten. Denn der auf den Finger anhaftende Bärlauch Duft ist einfach zu dominant.
Verwechslungsgefahr: Identifizierung des Bärlauchs
Ganz wichtig ist auch die Identifizierung des Bärlauchs. Die Blätter riechen eindeutig nach Knoblauch. Ist das bei angetroffenen Blättern nicht der Fall, handelt es sich nicht um Bärlauch. Ähnliche Blätter, die nicht nach Knoblauch duften können das giftige Maiglöckchen oder die ebenso giftige Herbstzeitlose sein. Auch der Aronstab und die vielblütige Weißwurz können gelegentlich mit dem Bärlauch verwechselt werden auch wenn die Verwechslungsgefahr bei diesen beiden nicht so groß ist.
Verwechslungsgefahr mit Maiglöckchen
Auf den hier gezeigten Bildern sieht man, wie gering die Unterschiede zwischen Bärlauchblättern und Maiglöckchen-Blättern sind. Der Bärlauch wächst einzeln aus dem Boden, bildet aber Gruppen. Beim Maiglöckchen wachsen immer zwei Blätter aus einem Stängel. Wenn man Pech hat, wachsen Bärlauch und Maiglöckchen sogar an der gleichen Stelle. Dann hilft auch der Knoblauch-Duft nicht bei der Unterscheidung, denn alles riecht hier nach Knoblauch. Wie der Bärlauch bildet auch das Maiglöckchen manchmal regelrechte Felder. Wer den Bärlauch nicht gut kennt, kann solch ein Maiglöckchenfeld durchaus für ein Bärlauchfeld halten. Maiglöckchen haben eine ähnliche Giftwirkung wie der Fingerhut; und zwar aufs Herz. Zwar nicht ganz so stark, aber in größeren Mengen durchaus bedrohlich. In der Praxis kommt es aber kaum zu gefährlichen Vergiftungen mit Maiglöckchen-Blättern, weil die Giftigkeit eher gering ist.
Verwechslungsgefahr mit Herbstzeitlose
Ganz anders sieht das bei der Herbstzeitlosen aus. Die Herbstzeitlose ist stark giftig; es besteht Lebensgefahr! Jedes Jahr kommt es zu etlichen Vergiftungsfällen, weil der Bärlauch mit der Herbstzeitlose verwechselt wird. Zum Teil enden diese Vergiftungen sogar tödlich. Bei der Herbstzeitlosen wachsen mehrere Blätter aus einem Stängel. Der Bärlauchkenner wird deutliche Unterschiede in der Blattform sehen, aber für den Neuling sehen die Blätter sehr ähnlich aus. Auch von der Herbstzeitlosen gibt es manchmal regelrechte Felder, die man fälschlicherweise für Bärlauchfelder halten könnte.
 
Anbautipps
Für den Bärlauchanbau im eigenen Garten braucht man eine halbschattige Ecke, am besten unter Laubbäumen. Der Bärlauch mag humusreichen, feuchten Boden, der möglichst kalkhaltig sein sollte. Günstig sind viele vermoderte Blätter, die von den Laubbäumen gefallen sind. Im Zweifelsfall kann man die Blätter auch von woanders holen, wenn es im eigenen Garten keine gibt. Reinen Sandboden mag der Bärlauch nicht. Sehr gut ist es, wenn man viel Platz für den Bärlauch hat, denn wenn er sich wohlfühlt, beginnt er nach ein paar Jahren kräftig zu wuchern. Damit sich der Bärlauch nicht über den ganzen Garten verbreitet, ist eine Rhizomsperre im Boden nützlich, außer man will, dass sich der Bärlauch überall ausbreitet. Wenn sich der Bärlauch erst einmal im Garten heimisch fühlt, ist er sehr pflegeleicht und kann einen über viele Jahre hinweg erfreuen. Der Anbau von Bärlauch im eigenen Garten kann auf drei verschiedenen Arten stattfinden. Man kann die Bärlauch-Pflanzen: Ansäen, als Zwiebel stecken, als Pflanze pflanzen
Aussaat
Die Aussaat von Bärlauch ist eine enorme Geduldsprobe, denn die Samen brauchen 14 Monate bis 2 Jahre, um zu keimen. Sie sind zudem Kaltkeimer und brauchen mindestens eine Frostperiode um zu keimen. Wenn man sich zur Ansaat von Bärlauch entscheidet, sät man sie am besten direkt vor Ort an, denn die Betreuung von kleinen Anzucht-Töpfen über 2 Jahre ist kaum zu schaffen. Im Freiland sollte die Samen ziemlich reichlich säen, weil sie teilweise von Ameisen verschleppt wer-den.
Bärlauchzwiebeln
Relativ einfach ist der Bärlauch-Anbau durch Bärlauchzwiebeln. Bärlauchzwiebeln erhält man in gut sortierten Baumärkten und spezialisierten Online-Shops. Man steckt sie, wie bei anderen Zwiebelpflanzen auch, einfach in die Erde. Die Spitze sollte nach oben zeigen und ein bis zwei Zentimeter von Erde bedeckt werden. Am besten steckt man zwei bis fünf Zwiebeln zusammen in Gruppen. Die einzelnen Gruppen sollten etwa dreißig Zentimeter Abstand haben.
Anbau durch fertige Pflanzen
Am einfachsten ist der Anbau mithilfe von Fertigpflanzen. Auch diese erhält man in gut sortierten Baumärkten und Online-Shops. Die Pflanzen werden im zeitigen Frühjahr gepflanzt, am besten im März. Man setzt die Pflanzen im Abstand von etwa dreißig Zentimeter zueinander. Sie sollten so tief gepflanzt werden, dass die Zwiebeln etwa ein bis zwei Zentimeter unter der Erdoberfläche stecken. Nach dem Auspflanzen werden die Pflanzen kräftig gegossen. Danach für mindestens eine Woche dafür sorgen, dass die Pflanzen nicht austrocknen.
Pflege der angewachsenen Bärlauchpflanzen
Wenn die Bärlauchpflanzen im Garten angewachsen sind, brauchen sie nicht viel Pflege. Sie sollten jedoch relativ feucht gehalten werden, denn sie mögen es nicht auszutrocknen.

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SCHRÖPFEN
Als weitere Heilmethode beschreibt Hildegard das Schröpfen:
Wer Augen hat, die sich infolge schädlicher Säfte verschlechtern oder geschwürig sind oder ein Fleisch, das sich in der Augengegend vorwölbt, soll hinter den Ohren und am Nacken mit Schröpfhörnern oder Schröpfköpfen ein wenig Blut entnehmen und dies drei- oder viermal im Jahr tun oder wenn er sich da öfter notgedrungen schröpfen lassen will, soll er umso weniger Blut entnehmen, damit er nicht dadurch Schaden leidet, wenn er zufiel Blut entnimmt. Er soll an der Körperstelle Blut entnehmen, an der er Schmerzen hat. Wenn jemand Schmerzen an der Zunge hat, se es, dass sie geschwollen oder geschwürig ist, soll er sie mit einem Aderlassmesserchen oder mit einem Dorn ein wenig einritzen, damit dort der Schleim heraus kann und es wird ihm besser gehen. Wer Zahnschmerzen hat, soll mit einem Dorn das Fleisch in der Umgebung des betroffenen Zahnes, das heißt das ´zanefleisch´, mit einem Schnitt ein wenig einritzen, dass dorr der Eiter heraus kann und es wird ihm besser gehen.

Nieren- und Blasenleiden
Blasenentzündung (Blasenkatarrh)
Kneipp sieht die Ursache der Blasenentzündung – oder des Blasenkatarrhs – in der zu geringen Abhärtung der Menschen.
Der Blasenkatarrh ist ein recht peinlicher Zustand. Die damit Behafteten fühlen bald ein starkes Drücken, heftiges Brennen und krampfhaftes Zusammenziehen in der Blasengegend, bald geht das Wasser wieder leichter ab, bald ist der Urin trübe und voll Unrat, bald wieder hell wie Wasser, kurz, alle möglichen Störungen mit vielen traurigen Folgen können eintreten. Wenn der Blasenkatarrh nicht rechtzeitig geheilt und deshalb immer hartnäckiger (chronisch) wird, so treten verschiedene Zustände ein. Bald gehen viel Schleim, dann wieder Blut, zuletzt Eiter und ähnliche Zeichen der Zersetzung ab.
Wie beim Katarrh der Luftwege der ganze obere Körper angegriffen ist, so ist beim Blasenkatarrh auch der ganze Unterleib in Mitleidenschaft gezogen. Daher muss bei der Heilung notwendigerweise dahin gewirkt werden, daß die Entzündung abnimmt, die Hitze und die krampfhaften Zustände sich vermindern und der ganze Unterleib und besonders die einzelnen angegriffenen Organe wieder gekräftigt werden.

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