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Brechwurzel ttt
Die Brechwurzel oder Brechwurz, auch Ruhrwurzel genannt, ist eine Pflanzenart in der Familie der Rötegewächse. Sie ist auch unter ihrem portugiesischen Trivialnamen Ipecacuanha oder spanisch Ipecacuana bekannt. Ihr Wurzelstock wird in der Medizin verwendet, um Ipecacuana-Sirup – ein starkes Brechmittel – herzustellen.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Achtung! Giftig. Nur in Fertigpräparaten, homöopathisch oder äußer-lich anwenden. Brechmittel, Husten, schleimlösend
wissenschaftlicher Name: Cephaelis ipecacuanha
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel
 
Anwendung
Achtung! Giftig. Brechwurzel nur in Fertigpräparaten, homöopathisch oder äußerlich anwenden.
In der Medizin wird der Wurzelstock verwendet, der sich einige wenige Male verzweigt. Auf dem Markt werden verschiedene Sorten angeboten (grau, rot, braun), die von derselben Art stammen. Unterschiede im Aussehen gehen auf das Alter und die Bewässerung zurück. Jean Adrien Helvétius (1661–1727) wandte die Droge bereits 1680 bei Dysenterie an. Da laut Theodor Husemann die Wirksamkeit nur bei tropischer Dysenterie vorliegt, wurde sie danach als Emetikum verwendet. Als schließlich das Apomorphin entdeckt wurde, das eine höhere emetische Wirksamkeit zeigt, ersetzte es die Brechwurzel. Ipecacuana ist sehr giftig und kann zu blutigen Durchfällen und Krämpfen bis zum Schock bzw. Koma führen. Es enthält die Alkaloide Emetin und Cephaelin; aus der Brechwurzel bereitete Medikamente sind deshalb in Deutschland verschreibungspflichtig. Ipecacuanha wurde danach noch als Expektorans verwendet. Das enthaltene Emetin wurde 1817 von Pierre-Joseph Pelletier und François Magendie isoliert und T. Gordonoff zeigte mittels Röntgenkontrastmittel in der Trachea die Unterschiede zwischen der sekretomotorischen und sekreotolytischen Expektoranwirkung. Als Darreichungsform wurde ein Sirup gewählt, z. B. der Brechwurzelsirup aus der 6. Ausgabe des deutschen Arzneibuchs (DAB 6).
 
Beschreibung
Die Brechwurzel wächst als Strauch bis auf Wuchshöhen von etwa 50 Zentimetern. Am Wurzelstock werden viele Wurzeln gebildet, die von einer dicken, geringelten Rinde umgeben sind. Es wird ein einzelner, kurzer Stamm gebildet, der nur im oberen Bereich beblättert ist. Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die einfache, ledrige, glatte, dunkelgrüne Blattspreite besitzt einen glatten Rand. An der Basis jeden Blattpaares befinden sich zwei weißliche Nebenblätter. In endständigen köpfchenförmigen Blütenständen stehen die Blüten zusammen, die von vier großen, eiförmigen Tragblättern umgeben sind. Die zierliche, kleine Blüte ist zwittrig, trichterförmig und besitzt eine weiße Farbe. Staubblätter und Fruchtblätter sind dimorph, das bedeutet, dass bei einigen Blüten die Staubblätter lang sowie die Stempel kurz sind und bei den anderen Blüten ist es umgekehrt. Die erst purpurrote, später blauschwar-ze Steinfrucht ist fleischig.

Süßdolde
Die Süßdolde, auch Myrrhenkerbel genannt ist die einzige Pflanzenart der monotypischen Pflanzengatung Myrrhis innerhalb der Familie der Doldenblütler.
Die Süßdolde ist unter Kräuterkennern als hervorragendes Gewürzkraut beliebt. Der Geschmack erinnert zwar etwas an Anis, mit der die Pflanze auch verwandt ist. Die Samen und Blätter des Doldenblütler passen hervorragend zu Suppen, Saucen, Backwaren oder Fisch. Auch die Wurzeln der Pflanze können wie Möhren zubereitet werden. Früher wurde die Süßdolde auch als Heilpflanze verwendet.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Husten, Magenschwäche
wissenschaftlicher Name: Myrrhis odorata
Pflanzenfamilie: Doldenblütler = Apiaceae
Verwendete Pflanzenteile: Samen
Sammelzeit: Spätsommer
 
Anwendung
Die Blätter sind essbar; sie können vom frühen Frühjahr bis in den Herbst geerntet werden. Die Samen wer-den als Gewürz verwendet; sie werden im Herbst geerntet, wenn sie hart geworden sind. Alle Teile der Süßdolde haben einen anisähnlichen, süßen Geschmack. Salate, Saucen und Fischgerichte kann man mit den Blättern würzen. Mit den Früchten werden Kohlgerichte und Gebäck verfeinert. Setzt man die Früchte saurem Kompott zu, kann man die Zuckerzugabe deutlich reduzieren. (Wichtig für Diabetiker) Aus den Wurzeln kann Gemüse zubereitet werden. Die gekochten Wurzeln sind fein geschnitten, mit einer Essig/Öl-Marinade ein geschmackvoller Salat. Die Süßdolde ist Bestandteil des Chartreuse und verschiedener Liköre. Die Süßdolde ist eine Gewürz- und Duftpflanze (Anisduft), deshalb wird sie für Potpourris, Duftsträuße, Duftrasen,  Dufthecken, Duftgarten verwendet. Sie ist aber auch blütenökologisch von Bedeutung als Nektarpflanze für Schmetterlinge, Bienen und Hummeln. Als Heilkraut wird sie in der Volksheilkunde als Blutreinigungsmittel verwendet, weiter auch gegen Husten und Magenschwäche.
Verwendung als Heilpflanze
Als Heilpflanze hat die Süßdolde nur eine geringe Bedeutung. Sie hat zwar durchaus ein gewissen Potenzial, jedoch werden andere Pflanzen aus der Familie der Doldenblütler bevorzugt eingesetzt. Dies liegt u.a. an den Gehalten an ätherischen Ölen und anderen Wirkstoffen, die in Pflanzen wie Anis oder Kümmel etwas höher sind.
In der Vergangenheit sind zwar Aufzeichnungen überliefert, dass die Süßdolde auch heilkundlich verwendet wurde. Allerdings sind die Beschreibungen meist nicht sehr inhaltsvoll oder knapp gehalten. Das lässt darauf schließen, dass die Pflanze bei praktischen Ärzten im Mittelalter und der frühen Neuzeit kaum Beachtung fand.
P.A. Mattioli (16. Jahrhundert) beschrieb in seinem Kräuterbuch, dass vor allem die Wurzel der Süßdolde verwendet wurde. Die Pflanze wurde zu jener Zeit übrigens als Falscher oder Wilder Kerbel (Körssel) bezeichnet. Sie galt damals als mögliches Heilpflanze gegen Spinnenbisse, zähem Husten oder Harnwegsstörungen. Auch gegen die Pest wurde ein Medizinalwein aus Süßdolde empfohlen, dessen Behandlungserfolg allerdings in Frage gestellt werden dürfte.
David Dietrich (1838) weist darauf hin, dass die Myrrhis odorata keine Arzneipflanze im eigentlichen Sinne ist. Er erklärt es vorrangig auch damit, dass die Blätter der Pflanze zu jener Zeit oft mit dem Gefleckten Schierling verwechselt wurden.
Nebenwirkungen und Anwendungsbeschränkungen
Das ätherische Öl der Pflanze kann gem. Europäischer Arzneimittel-Agentur (EMA) [3] hohe Anteile an Estragol enthalten. Allerdings gibt es derzeit, wie auch in der Veröffentlichung der EMA ersichtlich ist, derzeit kaum nennenswerte Studien, die die Zusammensetzung des ätherischen Öls untersucht haben.
Verwendung als Küchenkraut
In der Küche ist die Süßdolde eine Bereicherung. Nahezu alle Pflanzenteile sind essbar und lassen sich vielseitig verwenden. Sie ist ein hervorragendes und beliebtes Küchenkraut, dass u.a. Süßspeisen, Saucen oder Fischgerichte würzen kann. Der Geschmack der Süßdolde lässt sich als lieblich, deutlich anisartig mit leichtem lakritzartiger Note beschreiben.
Blätter: als liebliches Gewürz für Fisch, als Zugabe von Gemüsepfannen oder als Teekraut
Blüten: passen hervorragend zu gebackenen, kalten oder gekochten Süßspeisen
Samen: werden als Gewürz zu Broten, Obstquark, Fruchtsalaten oder auch zu Suppen und Saucen verwendet
Wurzeln: können als Gemüse gekocht werden oder zu Likören verarbeitet werden
Süßdoldenblätter werden am besten frisch verwendet. Ein paar gerebelte Blätter eignen sich hervorragend für Fischgerichte, Suppen und Saucen. Das Kraut harmoniert sehr gut mit Estragon oder der Zitronenmelisse. Getrocknet verlieren die Blätter viel Aroma. Auf längeres Mitkochen sollte ebenfalls verzichtet werden. Die Blätter sollten bestenfalls zum Schluss zugegeben werden.
Eine fast vergessene Delikatesse sind Süßdoldenwurzeln, die sich wie Möhren zubereiten lassen und ebenfalls einen rübenartigen und leicht lakritzartigen Geschmack haben. Als Gemüse eignen sich die Wurzeln perfekt in Gemüsepfannen, zu Kartoffelpfannen oder zu Wildgerichten. Die Schale ist jedoch leicht zäh und kann abgetrennt werden. Die Wurzeln eignen sich hervorragend zum Füllen von Teigwaren oder auch Pilzen.
Die Samen der Süßdolde sind ein hervorragendes Gewürz und können ähnlich wie Anis verwendet werden. Der Geschmack ist jedoch etwas lakritzlastiger. Hervorragend eignen sich die Samen für viele Backwaren wie Brote, Kuchen oder Kekse. Auch Fischgerichte, Wildfleisch oder Saucen lassen sich hervorragend mit Süßdoldensamen würzen. Unreife Samen sind etwas geschmackvoller als vollständig gereifte. Die Samen können mitgekocht werden und verlieren kaum an Aroma.
Süßdoldensamen sollten sparsam verwendet werden, da sie hohe Anteile an geschmackstragenden ätherischen Ölen haben
 
Süßdolde sammeln - Was gibt es zu beachten?
Verwechslungsgefahren
Wie viele Doldenblütler kann auch die Süddolde leicht mit anderen Vertreter dieser Pflanzenfamilie verwechselt werden. Bei der Bestimmung der Pflanze, sollte vor allem die Blattform und die Haptik untersucht werden. Myhrris odorata hat durch die behaarten Blätter eine eher weiche Oberfläche. Auch verströmen die Blätter beim intensiven Zerreiben eines anisartigen und lieblichen Geruch.
Äußerlich ähnelt die Süßdolde giftigen Vertretern wie dem Gefleckten Schierling, der Hundspetersilie oder dem Hecken-Kälberkropf.
Sammelbeschränkungen und Naturschutz
Die Süßdolde ist verhältnismäßig oft in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet zu finden und nicht in ihrem Bestand gefährdet. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, nur geringe Bestände abzupflücken, da die Pflanze ökologisch wertvoll und eine beliebte Nahrungspflanze für Insekten ist.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Süßdolde ist eine ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 60 bis 200 Zentimetern. Die Pflanzenteile duften stark nach Anis. Der Stängel ist im oberen Bereich verzweigt. Die Knoten (Nodien) und die Blattscheiden sind zottig behaart. Die Laubblätter erscheinen sehr früh nach dem Frost im zeitigen Frühjahr. Die auffallend großen Laubblätter sind in Blattscheide, Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die große Blattscheiden sind besonders unterseits weich behaart. Die Blattspreite ist zwei- bis dreifach gefiedert und ist viel größer als bei dem ähnlichen Wiesen-Kerbel oder den Kälberkropf-Arten.
Die Blütezeit reicht von Mai bis Juli. Der doppeldoldige Blütenstand besitzt 4 bis 24 Strahlen. Eine Hülle fehlt. Das Hüllchen besteht aus fünf bis sieben Blättern, die fast völlig weißhäutig sind und die zur Anthese aufrecht abstehen. Die Dolden sind teils zwittrig, teilweise rein männlich; die Stiele der männlichen Dolden sind dann kürzer als die der zwittrigen und außerdem kahl. Die Enddolde hat zwittrige Blüten mit männlichen gemischt, diese männlichen sind dann im Inneren angeordnet. An den später aufblühenden Seitendolden findet man meist nur männliche Blüten (ohne Fruchtknoten und ohne Griffel). Die Blütenkronblätter sind weiß, verkehrt-herzförmig und ausgerandet, die äußeren der Dolde etwas größer als die andern, daher sieht die Dolde strahlend aus. Die Frucht ist 15 bis 25 Millimeter lang, fast kahl, nur an der Spitze etwas behaart, sie ist reif dunkelbraun und wie lackiert glänzend, sie hat vorspringende Rippen und einen Schnabel. Die Samen sind etwa 2 Zentimeter lang und dunkelbraun.
Die Süßdolde ist ursprünglich eine Gebirgspflanze. Ihre Heimat sind vor allem die Gebiete rund um den Alpen, den Voralpen und den Karpaten. Ihr hauptsächliches Verbreitungsgebiet hat die Pflanze heute vor allem in Mittel- bis Osteuropa sowie Teile Nord- und Südeuropas. Größere Bestände sind heute auch in Südamerika zu finden.
Finden lässt sich die Süßdolde vor allem an lehm- und nährstoffreichen Standorten wie Wiesen, gut bewirtschafteten Weiden, Hecken sowie an Rändern von Laubwäldern.
 
Aussaat, Anbau und Pflege im Garten
Standort
Die Süßdolde bevorzut halbschattige Standorte, toleriert aber auch teils schattige und sonnige Lagen. Vollsonnige Plätze sollten jedoch vermieden werden. Die Pflanze schätzt eher feuchte und nährstoffreiche Böden mit hohem Humusgehalt. Unter Umständen toleriert die Süßdolde auch Böden mit höheren Sandanteilen. Allerdings ist dann ein kleineres Wachstum zu erwarten.
Aussaat
Die Aussaat der Süßdolden kann zwischen September und Oktober direkt im Freiland oder im Topf auf dem Balkon erfolgen. Die Pflanze ist ein Frostkeimer und benötigt zwingend kältere Temperaturen, um zu keimen. Die jungen Keimlinge erscheinen meist im zeitigen Frühjahr zwischen Ende März und Anfang April.
Im Freiland ist ein Pflanzabstand von mindestens 40 cm je Pflanze empfehlenswert. In Kräuterspiralen eignen sich meist die höheren Ebenen zum Anpflanzen. Beim Anbau im Topf sind tiefere Töpfe zu berücksichtigen, da die Pflanze über die Zeit längere Pfahlwurzeln ausbilden kann.
Süßdolden kommen ursprünglich aus dem Gebirge und sind daher längere Kältephasen gewohnt. Dies muss bei der Aussaat unbedingt berücksichtigt werden.
Gießen
Im Freiland genügt der Süßdolde eine normale Bewässerung. Der Doldenblütler verträgt kurze trockene Phasen meist problemlos. Ein vollständiges Austrocknen des Bodens oder der Erde sollte dennoch vermieden werden, da dies Stress und Pflanzenkrankheiten begünstigt. Wächst der Myrrhenkerbel in sandigen Böden, sollte das schnellere Auswaschen berücksichtigt werden.
Düngen
Wächst die Süßdolde in einem nährstoffreichen Boden und im Freiland ist zusätzliches Düngen meist nicht notwendig. In Sandböden sollte vor der Blüte und im zeitigen Frühjahr ein guter NPK-Dünger verwendet werden. Eine ökologisch gute Alternative ist Kompost mit ein paar Gaben Gesteinsmehl. Topfkulturen können etwa alle 8 Wochen während der Vegetationsperiode gedüngt werden.
Krankheiten und Schädlinge
Bei sachgemäßer Pflege wird die robuste Pflanze kaum von Schädlingen heimgesucht. In kargen Böden kann gelegentlich Nährstoffmangel herrschen, was sich durch leicht angegilbte Blätter bemerken lässt. Selten bevölkern Blattläuse die Pflanze. Da jedoch Nützlinge wie Marienkäfer und Schwebfliegen Süßdolden lieben, finden sich meist nur wenige Exemplare am Stängel der Pflanze.
Überwinterung
Süßdolden haben eine hohe Frosttoleranz und sind winterhart. Die Pflanze verliert die Blätter zum Herbst hin und überdauert bis zur nächsten Vegetationsperiode im Boden. Ab Ende März bis April treibt die Pflanze in der Regel wieder aus.

Bachblüten
Ich bin ein unschlüssiger Mensch (Cerato)
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Mit der Blüte Cerato werden sie zu einem schlüssigeren Menschen
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Ich habe Angst vor dem „Durchdrehen“ (Cherry Plum)
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Ernährung und Lebensmittelauswahl der Stillzeit
Verzehrsmenge
Eine ausgewogene Ernährung währen der Stillzeit ist wichtig für Mutter und Kind. Mit der Muttermilch gibt die Mutter Nährstoffe an das Kind ab, die sie durch ihre Ernährung wieder ersetzen muss. Grundsätzlich gelten während der Stillzeit die gleichen Regeln für die Ernährung der stillenden Mutter beeinflusst den Gehalt einiger Nährstoffe in der Muttermilch (z.B. Fettsäuren und Jod); bei den meisten Nährstoffen bleibt die Zusammensetzung der Milch jedoch weitgehend konstant.
Nährstoffbedarf
In der Schwangerschaft und Stillzeit erhöht sich der Bedarf an den Vitaminen der B-Gruppe (Vitamin B1, B2, B6, B12, Folat, Niacin) und an den antioxidativen Vitaminen A, C, E sowie an den Mineralstoffen Eisen, Zink, Jod, Phosphor, Magnesium und bei Stillenden zusätzlich an Selen.
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