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Kleiner Orant
Der kleine Orant findet sich als unscheinbare Pflanze an Wegen, Kiesgruben und Äckern in ganz Europa.
Die kleinen weiß-violetten Blüten haben einen gelben Gaumen und ähneln den Zimbelkrautblüten, allerdings sind die Blätter des kleinen Orants schmal. Als Heilpflanze spielt der kleine Orant nur eine kleine bis unbedeutende Rolle, vor allem als Abführmittel.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Abführmittel
Heilwirkung: antriebssteigernd, abführend, schweißtreibend
Anwendungsbereiche: Verstopfung, Leistungssteigerung
wissenschaftlicher Name: Chaenorrhinum minus L.
Pflanzenfamilie: Scrophulariaceae = Braunwurzgewächse
englischer Name: small toadflax
volkstümlicher Name: Kleiner Orant, Kleines Leinkraut, Kleines Lavache-Kraut
Verwendete Pflanzenteile: blühendes Kraut
Inhaltsstoffe: 0-Methylorantin, Antirrhinoside, Chaenorpine, Chaenorrhinoside, Ephedradine, Orantin, Pru-nasin
Sammelzeit: Juni-Oktober
Kontraindikation: Lebererkrankungen, Schwangerschaft, Stillzeit
Nebenwirkungen: Wahrnehmungsstörungen
 
Anwendung
Wegen der unklaren Wirkung der verschiedenen Inhaltsstoffe und deren Neben-wirkungen sollte man auf die Anwendung verzichten.
Tee
Für einen Tee übergießt man ein bis zwei Teelöffel getrocknetes Kraut mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen. Anschließend abseihen und in kleinen Schlucken trinken, wirkt leicht abführend.
Geschichtliches
Eine eher selten genutzte Heilpflanze, meist als mildes Abführmittel. Wurde zeitweise zur Leistungssteige-rung eingesetzt, die Wirkung ist aber nicht belegt.
 
Pflanzenbeschreibung
Das Kleine Leinkraut ist eine einjährige krautige Pflanze und erreicht eine Wuchshöhe von meist 10 bis 25 (5 bis 40) cm. Der aufrechte Stängel ist rund und meist von unten an sparrig verzweigt. Stängel und Blätter sind abstehend behaart, oft auch mit Drüsenhaaren. Die im unteren Bereich des Stängels gegenständig, im übrigen Bereich wechselständig angeordneten Laubblätter sind kurz gestielt bis sitzend. Die einfache, etwas fleischige Blattspreite ist bei einer Länge von 5 bis 35 mm und einer Breite von etwa 4 mm lineal-lanzettlich.
Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Die Blüten stehen einzeln in den Achseln von Tragblättern. Der Blütenstiel weist eine Länge von 3 bis 25 mm auf. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die Kelchblätter sind 2 bis 5 mm lang. Die hellvioletten Blütenkronblätter bilden eine löwenmaulförmige Krone, d. h. die Unterlippe hat eine Aufwölbung, die den Blüteneingang versperrt. Die Oberlippe besteht aus zwei, die Unterlippe aus drei Kronlappen. Den hinteren Teil der Blüte bildet ein fast gerader, kurz konischer, gestutzter Sporn. Die Blüte ist 5 bis 12 mm lang, wovon fast die Hälfte auf den Sporn entfällt. Sie ist weiß-lila, außen oft etwas violett überlaufen. Der Unterlippenwulst und Gaumen im Inneren der Blüte ist hellgelb. Die ungleich eiförmige Kapselfrucht ist als Deckelkapselfrucht mit seichter Querrille ausgebildet, mit ungleichen Fächern, die sich mit zahnartigen Klappen öffnet. Die Ausbreitung der Samen erfolgt durch Wind.
Selbstbestäubung ist bei Chaenorhinum minus sehr häufig. Aus diesem Grund haben sich viele Sippen herausgebildet, die sich untereinander etwas unterscheiden.
Der Kleine Orant ist in Europa heimisch. Er wächst bevorzugt an Wegen, Kiesgruben und Ackerrändern auf steinigen Böden. Die einjährige drüsenhaarige Pflanze wird zwischen 5 und 25 Zentimeter hoch. Die Blätter sind schmal und etwa 3cm lang. Die weiß violetten Blüten erscheinen zwischen Juni und Oktober. Aus den Blüten entwickeln sich bis in den Spätherbst die Samen in Kapseln.
 
Anbautipps
Die Pflanze ist anspruchslos. Samen direkt vor Ort aussäen. Der Boden sollte sonnig, sandig und steinig sein, keine Staunässe.
 
Sammeltipps
Das blühende Kraut sammeln und gebündelt an luftigem schattigen Ort trocknen.
 
Hauswurz
Der Hauswurz ist ein Dickblattgewächs, das häufig in Steingärten zu finden ist. Auch zur Dachbegrünung wird es gerne verwendet. Wild kommt es vor allem in Gebirgen vor, beispielsweise in den Alpen. Der Saft der dickenfleischigen Blätter wird in der Pflanzenheilkunde verwendet. Er wird als Mittel eingesetzt, um Hautprobleme und neuralgische Erscheinungen zu lindern.
Hauswurz ist eine Gattung in der Familie der Dickblattgewächse. Der botanische Name der Gattung leitet sich von den lateinischen Worten semper für ‚immer‘ und vivus für lebend ab und bedeutet so viel wie Immerlebend. Der deutsche Trivialname Hauswurz hat seinen Ursprung im althochdeutschen Begriff Wurz, der damals für Wurzel oder Pflanze verwendet wurde. Von den bisher etwa 200 beschriebenen Arten werden je nach Autor zwischen 40 und 63 Arten anerkannt. Zudem gibt es mehr als 7000 Sorten in gärtnerischer Verwendung.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Gicht (äußerlich), Gebärmutterneuralgie, Quetschungen, Brandwunden, Entzündungen, Geschwüre, Gürtelrose, Hämorrhoiden, Insektenstiche, Wunden, rissige Haut
wissenschaftlicher Name: Sempervivum tectorum
Pflanzenfamilie: Dickblattgewächse = Crassulaceae
Verwendete Pflanzenteile: Blätter
Sammelzeit: Juli und August
 
Verwendung
Arten und Sorten der Hauswurzen werden häufig auf Mauerkronen und zur Dachbegrünung eingesetzt, meistens Sempervivum tectorum und dessen Sorten und Hybriden. Es gibt viele Hauswurzliebhaber und -sammler. Dabei liegt das Hauptinteresse nicht nur auf der Ausbildung der Blüten, sondern auch in der Vielfalt der Rosettenformen und -färbungen. Hier kann man verschiedene Ausformungen der Blätter beobachten, wie rund oder spitz. Mittlerweile gibt es Rosetten in den mannigfaltigsten Farbschattierungen wie rot, gelb und orange, natürlich auch grün, aber auch fast schwarz. Jede dieser Farben verändert sich im Laufe der Jahreszeiten, am intensivsten im Frühling und Herbst, die Ausfärbung ist aber auch abhängig von trockenem und nährstoffarmen Standort. Viele Sorten tragen aber auch eine mehr oder weniger ausgeprägte Behaarung, die meist von der SpinnwebHauswurz herrührt. Erste Züchtungen lassen sich etwa auf das Jahr 1920 datieren. Inzwischen wurden mehr als 7000 Sorten gezüchtet. 1927 brachte die Staudengärtnerei Georg Arends die Züchtungen Beta und Alpha auf den Markt. Zwei Jahre später folgte Gamma. Jedes Jahr kommen neue Sorten hinzu, viele sehen sich sehr ähnlich. Für Hauswurzsorten gilt - einmal ohne Sorten Namen - immer ohne Namen. In Deutschland haben sich Liebhaber der Gattung in der Fachgruppe Sempervivum/Jovibarba innerhalb der Gesellschaft der Staudenfreunde (GdS) zusammengefunden.
Heilkräftige Pflanzenteile
Gesammelt werden bei Bedarf die frischen Blätter (Folia recens) von Anfang März bis gegen Ende Oktober. Der frische Saft wird durch Auspressen der Blätter gewonnen.
Heil- und Wirkstoffe
Gerbstoff, Pflanzenschleim, fettes Öl, Harze, Kalziummalat, Ameisen- und Apfelsäure. Sicherlich sind noch weitere bisher noch nicht erforschte Heilstoffe in der Pflanze enthalen.
Heilwirkung
Die Heilpflanze ist zwar nicht offizinell, doch stand sie im Altertum und Mittelalter im hohen Ansehen. Außer in der länglichen Bevölkerung bediente man sich kaum mehr der Pflanze. Erst die moderne Homöopathie nahm sich der Hauswurz an und hiedurch wird sie wieder mehr bekannt und geschätzt.
Die saftige frischen Blätter werden zerquetscht, oder auch der reine Saft wird als kühlendes und zusammenziehendes Mittel auf Wunden, Entzündungen, Geschwüre, Brandwunden und auf die schmerzhaften gichtischen Stellen gebracht.
Als Tee (Aufguss) getrunken und gleichzeitig in Form eines leichten Absudes für Umschläge, verwendet man die frisch gepflückten Hauswurzblätter als ein bewährtes Mittel gegen Gürtel-rose, bösartige Hautleiden, rissige Haut, Gebärmutterneuralgie, Hämorrhoiden und Würmer (Dr. W. Winkelmann).
In neuester zeit wird der frische Saft aus der ganzen Pflanze, konserviert zu einer Tinktur oder zu einem homöopathischen Präparat hergestellt, empfohlen bei Gebärmutterkrebs (Uteruscarcinom), bei Mundfäule und Halsentzündung (nach Münch, Stauffer u.a.)
Eine HAUSWURZSALBE bereitet man, indem man in warmem flüssigem Schweinefett den frisch ausgepressten Blättersaft verrührt und erkalten lässt. Diese Salbe ist sehr heilend bei Quetschungen, Unfallverletzungen, Wunden, Entzündungen, Brandwunden, Insektenstichen u.a. Ein weiteres Rezept ist unter Volksheilkunde angegeben. Die Heilwirkung beider Salben hält nur 1 Jahr hindurch an. Nach dieser Zeit nimmt die Heilwirkung beider Salben rasch ab.
Anwendung in der Volksheilkunde
Die Anwendung der Hauswurz in der Volksheilkunde war seit jeher sehr vielseitig.
So galt der Saft aus den frischen Blättern gepresst, als ein Mittel gegen den Biss von Insekten. Ferner wendete man diesen Saft auch gegen Ruhr und ruhrartigen Durchfälle und als wurmtreibendes Mittel an.
Bei Milzstechen oder Milzschmerzen kochen man Hauswurzblätter in Milch und lege den Brei so warm als möglich über.
Der frische Saft dient für Umschläge bei blutenden Wunden, die Salbe für Brandwunden sowie für Ätzwunden durch Säuren.
Desgleichen soll der frische Saft bei beginnendem Rotlauf, bei skrofulösen Geschwüren und bei schlecht heilenden Wunden angewendet werden.
Äußerlich gebraucht man den frischen Saft bei Augengeschwüren, Ohrenschmerzen und Ohrenfluss.
Hühneraugen und Sommersprossen werden mit sichtlichem Erfolg mit dem frischen Saft der Hauswurz bekämpft.
Der Saft wird empfohlen zu Klistieren bei Fieberanfällen.
Bei Schwerhörigkeit infolge verhärtetem Ohrenschmalz träufle man den frischen Saft der Blätter ins Ohr. Dieser löst den Ohrenschmalz auf.
Als Fiebermittel legt man 1 bis 2 Blätter in ein Glas Wasser und trinke nach etwa ½ Stunde dieses für Fiebernde so durstlöschende und kühlende Getränk.
Der Saft der Hauswurz, mit etwas starkem Weißwein vermischt und getrunken, treibt die Spülwürmer aus.
Anwendung in der Homöopathie
Die Homöopathie bereitet aus dem Saft der frischen Blätter eine Essenz, die für Umschläge bei Wunden aller Art, bei Brand- und Ätzwunden, Geschwüren, Hautausschläge, Flechten, skrofulösen Geschwüren, Hühneraugen und Warzen Anwendung findet.
Anwendung in der Tiermedizin
In der Alpengegenden gab es früher für die Wunden und Verletzungen beim Hausvieh viele Salben mit Hauswurz, Enzian und Wacholder bereitet.
 
Merkmale
Botanik
Die Pflanze ist mit ihrer dicken Blattrosette ausdauernd. Die Blätter sind dick, fleischig und mit einer stacheligen Spitze versehen. Im Sommer erhebt sich ein 10-30cm hoher Blütenstängel, der mit kleinen Blättchen schuppenartig bedeckt ist. Die trugdoldenartig angeordneten Blüten sind sternförmig, rosarot, bei manchen Abarten gelb bis rotviolett.
Geruch und Geschmack
Die Blätter sind geruchlos, deren Geschmack ist schleimig, grasig, etwas herb und säuerlich.
Blütezeit
Juli, August
Standort
Die Hauswurz war ursprünglich eine südeuropäische Felsenpflanze. Karl der Große ordnete um das Jahr 800 wegen ihrer Heilwirkung die Anpflanzung an und seither ist sie über ganz Europa verbreitet. Man findet sie noch in Bauerngärten und auf den Stroh- und Ziegeldächern der Bauernhäuser. Die Pflanze ist unendlich genügsam.
Hauswurzen wachsen als Horste (Rosetten-Polster) mehrjähriger, immergrüner, sukkulenter Pflanzen. Die Pflanzen sind hapaxanth (bzw. monokarp), das heißt nach der Blüte sterben die Rosetten ab, die geblüht haben. Die Größe der ballförmig geschlossenen, halbkugeligen oder sternförmig ausgebreiteten Rosetten liegt zwischen 0,5 cm und 22 cm, hauptsächlich aber bei 3–6 cm. Bei der Blütenbildung strecken sich die Internodien der Sprossachse zu einem Langtrieb. Die Blütenstände werden zwischen 3 cm und 60 cm hoch, ragen meist aber sieben bis zwanzig Zentimeter in die Höhe.
Wie viele Dickblattgewächse sind Hauswurz-Arten als Sukkulenten in der Lage, in ihren Blättern Wasser zu speichern. Die in der Regel sehr fleischigen Blätter sind seitlich zum Teil flaumig behaart oder besitzen Randwimpern. Die Behaarung kann Drüsenhaare enthalten. Die Blattspitzen verfügen teilweise über Haarbüschel. Die Form der Blätter der verschiedenen Arten ist vielfältig. Sie können beispielsweise lanzettlich, elliptisch, länglich lanzettlich, verkehrt lanzettlich, eiförmig, verkehrt eiförmig, spitz, keilförmig oder länglich spatelig sein. Die Spitze kann ebenso verschieden gestaltet sein. Meist ist sie spitz zulaufend oder kurz-kleinspitzig. Die Pigmentierung der Blätter ist je nach Jahreszeit, Standort und Sorte variabel. Es gibt stark mit Anthozyanen angereicherte Blätter, diese sind dann rotbraun oder auch selten in Violetttönen gefärbt. Es können diverse Farbabstufungen auftreten wie grau-olivgrün, graugrün, aber auch sehr blasse Tönungen. In letzterem Fall sind die Blätter gelblich bis gelblichgrün. Die Färbung ist hauptsächlich von der Sonneneinstrahlung abhängig, zum Teil aber auch genetisch bedingt.
Der meist dichte Blütenstand besteht aus Zymen mit drei, selten zwei bis vier, Wickeln, die manchmal gegabelt sind. Die sitzenden oder fast sitzenden, zwittrigen Einzelblüten sind obdiplostemon. Ihre breit sitzenden, etwas aufrechten, lanzettlichen Kelchblätter sind an der Basis etwas miteinander verwachsen. Die rosafarbenen, purpurfarbenen oder gelb bis fast weißen, zur Blütezeit ausgebreiteten oder aufrechten Kronblätter sind an ihrer Basis nicht miteinander verwachsen und auf der Innenseite meist kahl. Die nur selten kahlen Staubfäden sind rot, purpurfarben, bläulich oder gelblich bis weiß, die Staubblätter rot oder gelb und der abgesetzte Griffel ist meist gebogen. Die Nektarschüppchen sind mehr oder weniger quadratisch und etwa 0,5 Millimeter groß. Die Rosetten blühen spärlich, die Blütezeit liegt zwischen Ende Mai und Ende August. Ihre Blüten weisen zuerst ein männlches Stadium auf (Proterandrie). Danach biegen sich die Staubblätter zur Seite und weg von den Fruchtblättern im Zentrum der Blüte. Auf diese Weise wird eine Selbstbestäubung erschwert. Die Pollenkörner der Gattung sind prolat, das heißt, sie sind wie Rotationsellipsoide geformt. Die äußere Schicht der Wand des Pollenkorns, die Exine des Sporoderms, besitzt drei längsgestreckte Keimfalten, in deren Mitte sich je eine rundliche Keimpore befindet. Die Pollenkörner sind 14 bis 25 Mikrometer lang und 12 bis 21 Mikrometer breit. Die der Sektion Jovibarba sind 13 Prozent größer als die der Sektion Sempervivum, enthalten keinen Pollenkitt und unterscheiden sich außerdem im Aufbau der Pollenkornwand.
Die vielsamigen, nur selten kahlen Früchte stehen aufrecht bis fast aufrecht und öffnen sich entlang einer Bauchnaht. Die darin enthaltenen braunen Samen sind ellipsoid, eiförmig oder birnenförmig und gerippt. Die Ausbreitung der Samen erfolgt durch den Wind (Anemochorie).

Bachblüten
Flexibilität, Spontanität, Sanftmut (Rock Rose)
Diese Menschen besitzen keine Flexibilität, keine Spontanität und keine Sanftmut
Mit der Bachblüte können sie die Flexibilität, Spontanität und die Sanftmut wieder zurückgewinnen
Bachblüten
Entschlossenheit, Ausgleich (Scleranthus)
Die Entschlossenheit und auch der Ausgleich haben diese Menschen schon lange nicht mehr
Mit der Blüte können sie diese Entschlossenheit wieder zurückerobern und sie finden auch wieder den Ausgleich
Gesundheitsrisiko und Überdosierung
Die Art und Weise, wie angereicherte LM und NEM in die tägliche Nahrung integriert werden. Ist ausschlaggebend für das Risiko, das von ihnen ausgeht: es besteht die Gefahr, dass Konsumenten vermehrt zu funktionellen LM und NEM greifen und darüber aber ernährungsphysiologisch wertvolle LM welche keinen Zusatznutzen versprechen, bei der Lebensmittelauswahl vernachlässigen. Diese Verhalten kann eine unausgewogene und damit ungesunde Ernährung fördern. Wird häufig zu funktionellen LM und NEM gegriffen, kann eine Überdosierung an bestimmten Nährstoffen auftreten.
Vitamine sind lebenswichtig - und dienen in Tablettenform oft zur Beruhigung des schlechten Gewissens nach ungesunder Ernährung. Doch Vitaminpräparate sind nicht nur meist überflüssig, oft schaden sie sogar. Neuen Studien zufolge erkranken die Menschen häufiger an Krebs, die fleißig Pillen und Brausetabletten einnehmen.
Vitamintabletten sind so wohltuend! Eingenommen nach Pommes, Sahnetorte oder anderen vermeintlichen Diätsünden beruhigen sie das schlechte Gewissen sofort und erleichtern den inneren Ablasshandel. Kein Wunder, dass mehr als ein Drittel der Erwachsenen in wohlhabenden Län-dern regelmäßig Vitamin- oder andere Ergänzungspräparate nimmt und damit einen Milliardenmarkt bedient. Nötig wäre das nicht, denn Menschen in Industrienationen sind mit Vitaminen längst überversorgt, sodass Ärzte schon Hypervitaminosen diagnostizieren - das Leiden an der Überdosis.
Vitamine aus der Dose sind nicht nur überflüssig, sie können sogar die Gesundheit angreifen. Gleich zwei neue große Studien zeigen, dass die Pillen und Brausetabletten mehr schaden als nutzen. Unter dem Titel "Weniger ist mehr" berichten Ärzte aus Europa und den USA am Dienstag im Fachblatt Archives of Internal Medicine von 40.000 älteren Frauen, deren Lebensgewohnheiten sie mehr als 20 Jahre lang unter die Lupe nahmen.
Von den Damen starben jene häufiger an Krebs und Herzkreislaufleiden, die regelmäßig Multivitaminpräparate oder Mineralstoffe zu sich genommen haben. An diesem Mittwoch zeigen Urologen im Journal of the American Medical Association, dass unter Männern, die regelmäßig Vitamin-E-Präparate nehmen, Prostatakrebs um 17 Prozent häufiger ist.
Der verbreitete Gebrauch von Nahrungsergänzungsmitteln ist medizinisch nicht zu rechtfertigen", sagt Jaakko Mursu von der Universität Ostfinnland, der die Studie mit den älteren Damen geleitet hat. "Nur bei Beschwerden durch Mangelzustände sind solche Präparate zu empfehlen." Urologe Eric Klein, der die Prostata-Studie geleitet hat, warnt ebenfalls vor den Mitteln: "Auch scheinbar harmlose Substanzen wie Vitaminzusätze können schaden. Verbraucher sollten skeptisch sein, wenn der Gesundheitsnutzen frei verkäuflicher Mittel angepriesen, aber nicht bewiesen wird."

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