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Breitwegerich
Der Breitwegerich oder Breit-Wegerich geschrieben, bzw. Große Wegerich ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Wegerichgewächse gehört. Er ist eine inzwischen weltweit verbreitete Pflanzenart und wächst an Straßen, Wegen, Plätzen, Weiden, Wiesen und Äckern. Andere Trivialnamen für diese Pflanzenart sind: Breitblättriger Wegerich, Großer Wegerich, Wegebreit, Wegeblatt, Wegtritt, Wegetrene, Rippenblatt, Saurüssel, Mausöhrle, Arnoglosse, Ackerkraut.
Der Breitwegerich ist der Bruder des Spitzwegerichs und kann auch ähnlich verwendet werden wie dieser. Im Gegensatz zu seinem Bruder wächst der Breitwegerich häufig direkt auf den Wegen und nicht nur an ihren Rändern, denn er lässt sich nicht davon abschrecken, wenn viele Menschen auf ihn treten. Als verbreiteter Wegbegleiter der Wanderer kann er ihnen auch gute Dienste leisten, denn wenn die Füße schmerzen und Blasen drohen, kann man die breiten Blätter des Breitwegerichs pflücken, mit einem Stein etwas platt walzen und als Einlage in den Schuh legen. Die Füße werden es danken, denn der Saft des Breitwegerichs wirkt kühlend und wundheilend. Auch gegen Schnitt- und Kratzwunden kann man zerdrückte Blätter des Breitwegerichs schon unterwegs auflegen und so die Heilung beschleunigen. Als Tee wirkt der Breitwegerich gegen Husten und Halsschmerzen und kann auch Beschwerden der Verdauungsorgane lindern.
 
Steckbrief
Heilwirkung: abschwellend, adstringierend, blutreinigend, blutstillend, entzündungshemmend, harntreibend, Husten, Bronchitis, Keuchhusten, Asthma, Halsentzündung, Appetitlosigkeit, Verdauungsschwäche, Magenschleimhautentzündung, Durchfall, Würmer, Blasenschwäche, Wunden, Geschwüre, Mückenstich, Wunde Füße
wissenschaftlicher Name: Plantago major
Pflanzenfamilie: Wegerichgewächse = Plantaginaceae
englischer Name: Greater Plantain
volkstümliche Namen: Breiter Wegerich, Großer Wegerich
Verwendete Pflanzenteile: Blätter
Inhaltsstoffe: Alantoin, Alkaloid, Bittere Glykoside, Bitterstoff, Gerbstoff, Gerbsäure, Salizylsäure, Schleim
Sammelzeit: Sommer
 
Anwendung
Medizinische Wirkung
Der Breitwegerich ist ein verbreitetes Volksheilmittel. Er enthält Schleimstoffe (Polysaccharide), Iridoid-Glykoside, besonders Aucubin, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Polyphenole, und andere Wirkstoffe. Der Saft, bzw. Brei aus den Blättern wirkt entzündungshemmend und fördert die Wundheilung. Neuere Studien verweisen auch auf eine mögliche antivirale und immunmodulatorische Wirkung von Plantago major. Der Saft wurde volkstümlich eingesetzt bei Magenschleimhautentzündung, Magen- und Darmgeschwüren, Durchfall, Reizdarm, Blutungen der Harnwege, Atemwegskatarrh und Insektenstichen aller Art. Eine Wirksamkeit in diesen Anwendungsgebieten ist nicht ausreichend belegt.
Essbarkeit
Die Blätter sind als Salat essbar, solange sie zart und jung sind; ältere Blätter werden aber schnell zäh und faserig. Ältere Blätter können gekocht in Eintöpfen gegessen werden. Die Blätter enthalten Calcium und andere Mineralien, und 100 g Wegerich enthalten ungefähr so viel Vitamin A wie eine große Karotte. Die Samen sind so klein, dass sie nur mühsam geerntet werden können, aber sie können zu einem Mehl gemahlen werden und dann als Mehlersatz verwendet werden.
 
Pflanzenbeschreibung
Der Breit-Wegerich wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht eine Wuchshöhe zwischen 3 und 25 cm. Sie bildet ein Rhizom als Überdauerungsorgan. Die in einer grundständigen Blattrosette angeordneten Laubblättern sind löffelförmig und handtellergroß. Die einfache Blattspreite ist eiförmig bis elliptisch und kahl bis dicht, kurz behaart. Die Blütezeit reicht von Juni bis Oktober. Endständig auf einem blattlosen Blütenstandsschaft, der etwa so lang oder kürzer als die Laubblätter und höchstens zweimal so lang wie der Fruchtstand ist, steht aufrecht ein ähriger Blütenstand. Die Blüten sind geruchlos. Die grünlichen bis weißlichen Staubfäden sind etwa 2 mm lang und die verkehrt-herzförmigen Staubbeutel sind etwa so lang wie breit. Der Pollen wird durch Windbestäubung verbreitet. Die Frucht enthält meist 6 bis 30, selten bis zu 46 Samen.

Akelei t
Die Gemeine Akelei oder Gewöhnliche Akelei, auch Wald-Akelei genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Akeleien innerhalb der Familie der Hahnen-fußgewächse. Aquilegia vulgaris ist eine Sammelart mit etlichen Varietäten. Zu ihr werden zahlreiche weitere Aquilegien aus der Flora Europas gestellt. Die Gemeine Akelei wurde im Mittelalter und der frühen Neuzeit in vielfältiger Form in der Medizin verwendet. Aufgrund der ihr zugeschriebenen Symbolik ist sie außerdem auf zahlreichen mittelalterlichen Tafelgemälden zu finden.
Die Akelei ist vielen als verspielte Gartenpflanze bekannt, sie wächst aber auch wild in Waldlichtungen, vor allem in Süddeutschland. Als Heilpflanze ist sie weitgehend unbekannt. Das liegt wohl einerseits daran, dass die Akelei leicht giftig ist, andererseits aber auch daran, dass ihre Heilwirkungen nicht besonders ausgeprägt sind. Man sollte die Akelei jedoch nicht völlig als Heilpflanze vergessen, denn sie stellt eine schöne Ergänzung zu anderen Heilkräutern dar.
Die Akelei, die vielzitierte „Blaue Blume der Romantik“, wächst im Kübel auf dem Balkon genauso gut wie im Garten. Sie lässt sich ganz problemlos im späten Frühjahr aus Samen draußen anziehen.
 
Steckbrief
Heilwirkung: adstringierend, blutreinigend, harntreibend, schweißtreibend, Appetitlosigkeit, Gicht, Rheuma, Skorbut, Nervenreizung, Hautunreinheiten, Ekzeme, Geschwüre, Fisteln, Parasiten, Läuse
wissenschaftlicher Name: Aquilegia vulgaris
Pflanzenfamilie: Hahnenfußgewächse = Ranunculaceae
englischer Name: Columbine
volkstümliche Namen: Gewöhnliche Akelei, Gemeine Akelei, Wald-Akelei
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Wurzel, Samen
Inhaltsstoffe: Blausäure, Blausäureglykosid, Linolsäure, Myristinsäure, Magnoflorin
Sammelzeit: Juni bis Oktober
 
Anwendung
Die Akelei ist wahrscheinlich seit dem späten Mittelalter eine Zierpflanze europäischer Gärten. Da Herbarien erst ab dem 17. Jahrhundert angelegt wurden und erste botanische Bücher erst im 16. Jahrhundert geschrieben wurden, lässt sich ein genaueres Datum nicht bestimmen. Einen der ältesten Hinweise auf eine Verwendung der Akelei als Zierpflanze liefert dagegen die mittelalterliche Kunst. Auf dem um 1410 entstandenen Paradiesgärtlein eines unbekannten oberrheinischen Meisters, das sich heute im Frankfurter Museum Städel befindet, ist neben zahlreichen anderen Zierpflanzen auch eine Akelei zu erkennen. Auch Hieronymus Bock berichtet 1539 in seinem Kreutterbuch von einer „Agleyblume“, die häufig angebaut wird: „Das Agleykraut wachßt gemeinlich in unsern Landen in den Gärten. Man findts aber auch in den Wäldern die inn der höhe ligen.
Leonhard Fuchs berichtete bereits 1543, dass neben Pflanzen mit der üblichen blau gefärbten Blüte auch schon solche mit weißen oder rötlichen bekannt seien. Gefüllte Sorten werden erstmals 1561 beschrieben, und im Hortus Eystettensis wurden 1613 zwölf kultivierte Formen der Gemeinen Akelei genannt. Die pflegeleichte Gemeine Akelei, die allerdings schon um 1900 als altmodische Blu-me galt, ist heute noch häufig in Gärten zu finden. Sie gedeiht besonders gut an lichten bis halbschattigen Stellen im Garten, die einen humosen Boden aufweisen, und wird häufig mit Farnen und Anemonen kombiniert. Genauso häufig wie die Gemeine Akelei findet man jedoch in europäischen Gärten langspornige Akeleisorten. Diese sind nicht auf die Gemeine Akelei zurückzuführen. Es handelt sich meistens um Hybriden nordamerikanischer Akeleiarten, die nach 1800 zunehmend in Europa eingeführt wurden.
Da die Akelei leicht giftig ist und ihre Heilwirkungen von anderen Pflanzen noch besser übernommen werden können, wird sie kaum in der Heilkunde eingesetzt. Aber sie hat allerlei Fähigkeiten und sollte nicht ganz in Vergessenheit geraten.
Erhitzen oder Trocknen
Das leichte Gift der Akelei verliert sich durch Erhitzen oder Trocknung der Pflanze. Man kann sie also unbesorgt in Teemischungen aus getrockneten Kräutern oder äußerlich verwenden.
Teemischungen
Als Tee getrunken hilft die Akelei bei Verdauungsbeschwerden und wirkt blutreini-gend. Sie regt den Stoffwechsel an und hilft dadurch gegen Rheuma und Gicht.
Äußerlich
Als Waschung oder Umschlag äußerlich angewandt hilft die Akelei bei verschidene Hautprobleme.
Samen gegen Läuse
Die Samen kann man gegen Läuse versuchen, wenn keine anderen Läusemittel verfügbar sind. Getrockn-te und zerstampfte Samen kann man bei Hautparasiten anwenden.
Verwendung in der Heilkunst
Akelei wird heute noch in der Homöopathie verwendet, wo die Pflanze ähnlich wie früher in der Volksme-dizin bei Menstruationsbeschwerden, Nervosität, Schwächezuständen und Hautkrankheiten eingesetzt wird. Ansonsten findet die Akelei in der modernen Pflanzenheilkunde keine Verwendung mehr. Heute stehen die Pharmakologen auf dem Standpunkt, dass die in der Akelei enthaltenen krebserregenden Glykoside in ihrer chemischen Struktur noch unvollständig bekannt sind. Generell schätzt man die Gemeine Akelei als eine Pflanze ein, die nicht mehr von medizinischem Interesse ist, da für ihre möglichen Einsatzgebiete andere und wirkungsvollere Wirkstoffe zur Verfügung stehen.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Akelei ist in Mitteleuropa heimisch. In Süddeutschland ist sie sogar recht verbreitet. Sie wächst bevorzugt an freien Stellen im Wald und in lichten Gebüschen. Sie mag sandige Böden, die gut drainiert sind. Die mehrjährige Pflanze wird bis zu einen Meter hoch. Sie treibt im zeitigen Frühjahr aus einem mehrköpfigen Wurzelstock. Ihre Blätter sind dreizählig gezähnt und gefiedert. Ab April bis Juli zeigen sich die violetten oder blauen Blüten, die an fröhliche Elfen erinnern. Die Blüten haben hinten Sporen und die Blütenblätter sehen aus, wie von einem verspielten Modeschöpfer erdacht. Zwischen Juli und August reifen die Samen, die sich freigiebig im Garten verteilen und im nächsten Jahr oft für viele neue Akeleien sorgt.
Die Gemeine Akelei ist eine kurzlebige, mehrjährige, krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 30 und 60 Zentimetern erreicht, etwa 45 cm breit wird und über ein kräftiges Rhizom verfügt. In der Mitte der lockeren Blattrosette wachsen lange, reichverzweigte Stängel, an deren Blütenzweigen die gespornten glockenförmigen Blüten sitzen. Die Laubblätter der Gemeinen Akelei sind doppelt dreizählig, mit rundlichen gelappten an den Lappen gekerbten gestielten Blättchen; oberseits bläulich-grün, unterseits gräulich-grün und behaart. Die grundständigen Blätter sind lang gestielt, die obersten Blättchen am Stängel ungestielt, länglich oval und ganzrandig. Bald nach der Blütezeit zieht sich die Pflanze mit welkenden Blättern und Stängeln auf das Rhizom zurück.
Die nickenden Blüten erscheinen in der Zeit von Mai bis Juni und haben einen Durchmesser von drei bis fünf Zentimetern. Sie haben fünf kronblattartige Perigonblätter, die jeweils 1,5 bis 2,5 cm lang und 1,0 bis 1,5 cm breit sind. Die fünf Nektarblätter neigen sich glockenartig und tragen am Grunde Nektardrüsen. Die Blüten sind überwiegend blau gefärbt; gelegentlich treten jedoch auch bei der Wildform weiße, rotviolette oder blaue Blüten mit weißem Rand auf. Die blaue Farbe geht auf das Anthocyanidin Delphinidin zurück. Aus jedem einzelnen, freien Fruchtblatt bilden sich die für Hahnenfußgewächse typischen Balgfrüchte. Während die Blüten nach unten gerichtet waren, stehen die Balgfrüchte aufrecht; sie enthalten die bis zu 2,5 mm langen, schwarz glänzenden Samen. Die als Gartenpflanze kultivierten Sorten der Gemeinen Akelei gibt es neben dem dunklen Blau der Wildform auch mit weißen, rosa, roten und purpurnen Blüten. Strahlend weiße Blüten hat beispielsweise die Sorte 'Nivea'. Daneben gibt es auch Zuchtformen der Gemeinen Akelei, die zweifarbig sind, und solche mit gefüllten Blüten. Zu den von der Royal Horticultural Society empfohlenen Akelei-Sorten gehört beispielsweise die Zuchtform 'Nora Barlow', die pomponförmige gefüllte und altrosa und weiß gefärbte Blüten hat.

Bachblüten
Man hat zu wenig Vertrauen in die eigene Meinung/Intuition (Cerato)
Diese Menschen haben einfach zu wenig Vertrauen in ihre eigene Meinung bzw. eigenen Intuition
Mit der Bachblüte können sie ihr Vertrauen auf die eigene Meinung/Intuition steigern
Bachblüten
Es fällt schwer, innerlich loszulassen (Cherry Plum)
Diesen Menschen fällt es schwer, innerlich loszulassen
Mit der Blüte können sie, wieder alles loslassen
Geschmack = überwiegend Gewohnheit
Die Geschmacksvorliebe für süß ist uns angeboren. Den Großteil unseren Geschmacksvorlieben haben wir uns jedoch schlicht und ergreifend „antrainiert“.
Die Geschmackspapillen, die auf unserer Zunge sitzen, müssen allerhand über sich ergehen lassen. „Geschmackskeulen“ wie picksüß, aromatisiert, salzig, geschmacksverstärkt, … stecken in regelmäßig verzehrte Lebensmittel.
Die Natur ist reich an Aroma verschiedenste Geschmacksrichtung, finden sich auch in milch schmeckenden Lebensmitteln wie Gemüse und Getreide … Um diese feinere Geschmacksrichtungen jedoch erleben und genießen zu können, darf zwischendurch nicht mit der „Geschmackskeule“ gewürzt werden – sonst stumpft der Geschmackssinn ab.
Geschmack ist Gewöhnungssache!!!
Geschmackssinn: Von den Sinneszellen zum Gehirn
Doch wieso ist der Geschmack so unterschiedlich? Warum können sich die einen nicht zwischen verschiedenen Apfelsorten entscheiden und die anderen sind völlig zufrieden mit dem Einheitsgeschmack von Fastfood und Co? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, lohnt es sich, den Geschmack einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Unser Geschmack ist ein komplexer Sinneseindruck, der sich aus gustatorischen (Geschmackssinn), olfaktorischen (Geruchsinn), haptischen (Tastsinn) und aus optischen Eindrücken zusammensetzt. Selbst Geräusche beim Essen spielen eine Rolle. Unser gustatorisches System ist auf der Zunge lokalisiert. Auf dem Zungenrücken und auf dem Zungenrand befinden sich rund 3000 Geschmackspapillen, in denen je fünf bis zehn Geschmacksknospen angesiedelt sind. Diese wiederum enthalten jeweils zwischen 40 und 60 Sinneszellen. Die Sinneszellen nehmen die Geschmacksqualität der Nahrung wahr und lösen einen Reiz aus. Dieser Reiz wird in Impulse umgewandelt und über Nervenfasern zu verschiedenen Bereichen des Gehirns transportiert.
Geschmackssinn: Mix aus Angeborenem und Erlerntem
Lange sind Experten davon ausgegangen, dass sich unser Geschmackssinn aus vier Grundrichtungen zusammensetzt. Das Geschmackssystem für süß ist schon sehr früh gut entwickelt. Bereits Neugeborene können verschiedene Zuckerkonzentrationen unterscheiden. Wissenschaftler gehen daher von einer angeborenen Präferenz für süß aus. Die angenehme und sättigende Empfindung für süß wird durch hochkalorische Kohlenhydrate ausgelöst. Unser Körper signalisiert, dass hier eine schnell zu verwertende Energiequelle zur Verfügung steht. Die Sensoren, die süß an das Gehirn melden, liegen vor allem an der Zungenspitze. Bitterer Geschmack erzeugt von Geburt an zunächst Ablehnung: Die genetische Veranlagung ist vermutlich daraus entstanden, dass viele giftige Substanzen bitter sind. Diese Aversion legt sich mit der Zeit - der Mensch gewöhnt sich an bittere Lebensmittel. Das Geschmackszentrum für bitter liegt hauptsächlich im hinteren Zungenbereich. Salziges macht auf Mineralien aufmerksam, die lebensnotwendig sind, um unseren Mineralstoffhaushalt im Gleichgewicht zu halten. Die Reaktion auf salzig ist von Geburt an unterschiedlich, anfangs jedoch eher negativ. Schon mit etwa vier Monaten ziehen Babys dann aber eine Salzlösung reinem Wasser vor. Von Geburt an reagieren wir auch auf sauren Geschmack zunächst mit Ablehnung. Die säureempfindlichen Zellen sind überwiegend am Zungenrand lokalisiert. Wissenschaftler gehen mittlerweile jedoch davon aus, dass die Geschmackszonen auf der Zunge nicht eindeutig voneinander zu trennen sind. Etwa 80 Prozent der Sinneszellen antworten offensichtlich auf mehr als nur eine Geschmacksqualität, wobei es aber Bereiche unterschiedlicher Empfindlichkeit gibt. Zudem reagieren die Nervenzellen mit unterschiedlichen Signalen auf einzelne Geschmacksreize.
Dass der Mensch mit umami einen weiteren Geschmack wahrnimmt, wurde schon vor hundert Jahren erkannt, doch erst in den 1990er Jahren fanden Wissenschaft-ler heraus, wie der Rezeptor funktioniert. Der Geschmack umami signalisiert dem Körper eiweißreiche Nahrungsmittel, genauer gesagt den Geschmack von Salzen der Aminosäure Glutamat. Glutamat ist die in Proteinen am häufigsten vorkommende Aminosäure und wird als Geschmacksverstärker vielen verarbeiteten Lebensmitteln zugesetzt. Ob es auf der menschlichen Zunge auch einen Sensor für Fett als Geschmacksqualität gibt, ist noch unklar. Ein Team aus französischen und US-amerikanischen Wissenschaftlern erforscht zur Zeit, ob die Vorliebe für Fett tatsächlich durch Geschmacksrezeptoren oder aber lediglich durch den Geruch und die Konsistenz von Fett ausgelöst wird.

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