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CHILI
Spanischer Pfeffer oder Paprika ist eine Pflanzenart aus der Familie der Nachtschattengewächse. Der Ursprung der Pflanzensorten liegt in Süd- und Mittelamerika, natürliche Vorkommen reichen jedoch bis in den Süden Nordamerikas. Die Art ist der am weitesten verbreitete Vertreter der Gattung Paprika. Es gibt eine Vielzahl von Sorten, sowohl milde Gemüsepaprika als auch mehr oder weniger scharfe Sorten, die sich als Gewürz eignen, zum Beispiel Cayenne. Das Artepitheton annuum bedeutet in etwa so viel wie einjährig, aber der Gebrauch dieses Begriffs im Namen dieser Pflanze ist irreführend, da Capsicum-Arten durchaus länger als ein Jahr kultivierbar sind, wenn sie nicht zu kalten Temperaturen ausgesetzt werden. Insbesondere in ihrer tropischen Heimat können sie zu großen, ausdauernden Sträuchern heranwachsen. Genauer genommen bedeutet der Begriff einjährig in der Botanik auch in erster Linie, dass sich die Pflanze innerhalb einer Vegetationsperiode geschlechtlich vermehren kann, was bei allen Capsicum-Arten der Fall ist. Chilis sind kleine, superscharfe Paprikas, die gerne in der südländischen Küche verwendet werden, um den Mahlzeiten die erwünschte Schärfe zu geben. Diese Schärfe tropischer Gerichte hat auch wichtige medizinische Aspekte, denn dadurch werden Krankheitserreger abgetötet, die Verdauung gestärkt und der Stoffwechsel angeregt. Äußerlich angewandt steigert Chili die Durchblutung und kann schmerzhafte Beschwerden des Bewegungsapparates lindern.
 
Steckbrief
Heilwirkung: anregend, antibakteriell, betäubend, durchblutungsfördernd, schweißtreibend, Appetitlosigkeit, Verdauungsschwäche, Blähungen, Magenschwäche, wurmtreibend, Hämorrhoiden, Rheuma, Kreislauf  anregend, Hautreizend, Muskelschmerzen, Muskelkater, Rückenschmerzen, Nackenschmerzen, Verspannungen, Zerrungen, Hexenschuss, Ischias, Gelenkschmerzen
wissenschaftlicher Name: Capsicum annuum oder Capsicum frutescens
Pflanzenfamilie: Nachtschattengewächse = Solanaceae
englischer Name: Chili
volkstümliche Namen: Paprika, Peperoni, Pepperoni, Pfefferoni, Pfefferschoten, Chilli, Chillie, Chilie, Chile, Cayennepfeffer
Verwendete Pflanzenteile: Früchte
Inhaltsstoffe: Capsaicin, Carotinoide, Capsanthin, Capsorubin, Vitamin C
Sammelzeit: August bis Oktober
 
Anwendung
Wissenswertes über Capsaicin
Die schärfegebende Substanz in Chilis ist das Capsaicin. Es ist in unterschiedlichen Mengen in Paprikapflanzen enthalten. Capsaicin brennt stark auf Schleimhäuten, u.a. Mund und Zunge und deutlich weniger stark auf normaler Haut. Je nach Schärfegrad kann man die Haut reizen, zum Erröten bringen und die Durchblutung steigern. Die Schärfe von Chilis wird nach der Scoville-Skala klassifiziert. Diese Skala geht von 0 bis
16.000.000 (reines Capsaicin). Beispiele für Schärfegrade nach der Scoville-Skala:
Gemüsepaprika: 0 - 500
Peperoni: 500 - 1.500
Mittelscharfe Chilis: 1.500 - 30.000
Cayenne-Pfeffer: 30.000 - 50.000
Thai-Chili: 50.000 - 100.000
Habanero-Chili: 100.000 - 350.000
Reines Capsaicin: 16.000.000
Innerlich als Frucht oder Pulver
Die häufigste Anwendung von Chilis ist die Nutzung als scharfes Gewürz. Je wärmer eine Gegend ist, desto schärfer wird normalerweise gekocht. Dies dient einerseits dazu, Krankheitserreger im Essen und im Verdauungskanal abzutöten, denn je wärmer die Umgebung ist, desto leichter können sich Krankheitserreger im Essen vermehren. Selbst Würmer werden durch sehr scharfes Essen ausgetrieben. Zudem wird die Verdauung angeregt, was den zu langen Verbleib von Nahrung im Körper verhindert. Außerdem fördert Chili im Essen die Schweißbildung. Durch die feuchtere Haut kann mehr Verdunstung stattfinden, was einer körpereigenen Klimaanlage gleichkommt. Wichtig hierbei ist natürlich eine ausreichende Aufnahme von Flüssigkeit und Mineralsalzen, was ganz allgemein bei starker Schweißbildung gilt. Auch Stoffwechsel und Durchblutung werden durch scharfes Essen angeregt. Daher wird einem pikanten Essen auch eine gewisse erotisierende Wirkung nachgesagt.
Chilitinktur
Der Schärfestoff Capsaicin löst sich besonders gut in Alkohol, daher sind Chilitinkturen besonders stark (stärker als Chiliöl). Chilitinktur kann man tropfenweise einnehmen, um die Verdauung und den Stoffwechsel anzuregen. Da Chilitinktur jedoch sehr scharf ist, kann sie auch den Magen reizen und ist daher mit Vorsicht zu genießen.
Chiliöl
Chiliöl ist durch den Carotin-Farbstoff meistens leuchtend rot oder orange. Es kann auch sehr scharf sein, jedoch ist es weniger scharf als eine Tinktur, die aus den gleichen Chilis hergestellt wird, weil sich das Capsaicin in Öl nicht sehr gut löst. In der asiatischen Küche wird dennoch sehr gerne Chiliöl verwendet. Für diesen Zweck werden kleingeschnittene Chilis in Öl erhitzt. Für medizinische Zwecke eignet sich ein Kaltauszug wahlweise auch in Kombination mit einem vorgeschalteten Wasserbad zur Herstellung eines Chiliöl. Man kann Chiliöl außer zum Kochen auch zur Einreibung verwenden.
Äußerlich
Bei der äußerlichen Anwendung von Chilis macht man sich deren durchblutungsfördernde und hautreizende Wirkung zunutze. Aus Chiliöl und Chilitinktur kann man Salben und Cremes herstellen, die je nach Schärfegrad der Ursprungspflanze die eingeriebene Hautpartie gut durchbluten bis hin zu stark brennend reizen. Durch die gesteigerte Durchblutung können schmerzhafte Zustände des Bewegungsapparates gelockert werden. Verspannungen lösen sich, Muskelkater schwindet, rheumatische Schmerzen werden gelindert und neuralgische Schmerzen, die durch Verkrampfungen ausgelöst wurden, können gemildert werden.
Achtung! Bei der Einreibung mit Chili-Produkten muss man sich gleich nach dem Auftragen gründlich die Hände waschen und per Zungentest überprüfen, ob die Hände nicht mehr scharf sind, denn sonst könnte das beiläufige Reiben der Augen fatale Folgen haben. Auch die gesamte Umgebung kann unabsichtlich geschärft werden, wenn man sich nicht   sofort nach dem Einreiben die Hände wäscht.

Pflanzenbeschreibung
Die Capsicum-annuum-Pflanzen werden bis zu 150cm hoch und wachsen als buschiger Halbstrauch, aber meistens nach oben gestreckt. In der Nähe der Wurzel verholzen die Pflanzen relativ leicht. Die Blätter sind nach vorn zugespitzt, zwischen 5 - 25cm lang und zwischen 3 und 15cm breit. Die Blüten des Capsicum annuum wachsen meistens einzeln aus den Verzweigungen des Stiels, sehr selten sind auch zwei oder drei Blüten in einer Verzweigung zu finden. Meistens ist dies in der ersten Verzweigung der Sprossachse bei den so genannten Königsblüten zu beobachten. Die meistens fünf (aber auch vier bis sieben) Kronblätter sind weiß. Seltener haben sie violette Linien oder sind komplett violett. Typisches Merkmal sind die oft bläulichen Staubgefäße und der Kelch mit seinen kurzen (0,5 cm) Zipfeln. Blüten und Früchte hängen meistens nach unten, jedoch gibt es auch Sorten wie die Wildform Tepin, deren Früchte nach oben wachsen. Botanisch gesehen sind die Früchte Beeren. Die meisten Sorten dieser Art werden in Kultur fast immer einjährig gehalten. Die Art Capsicum annuum ist die am häufigsten angebaute Sorte der Chilis. Zu dieser Art gehören so gut wie alle milden (Gemüsepaprika) oder moderat scharfe Sorten (Peperoni) und die meisten der scharfen und sehr scharfen Chilis. Die in Europa im Supermarkt erhältlichen Chilis sind fast immer Capsicum annuum-Sorten. Chilis sind die scharfen, kleinen Vertreter der Paprikas. Botanisch gehören Chilis, Peperonis und Paprikas zur gleichen Gattung, großteils sogar zur gleichen Art. Aber ihre Größe, der Schärfegrad und die Nutzungsmöglichkeiten sind verschieden. Gemüsepaprika wurden groß gezüchtet und ihre Schärfe ist fast vollständig verschwunden. Peperonis sind lang, schmal und mittelscharf. Sie sind im Mittelmeerraum sehr beliebt. Chilis hingegen sind meistens sehr klein, manchmal spitz-schmal, manchmal aber auch rundlich. Sie sind die schärfsten Vertreter der Paprika-Familie. Das Gewürz, das aus ihnen hergestellt wird, wird auch häufig Cayenne genannt, was auch der Name einer Chili-Sorte ist. Bei den Chilis gibt es unterschiedliche Sorten mit unterschiedlichen Schärfegraden. Als schärfste Chili-Sorte gelten die Habaneros. Die meisten Paprikapflanzen sind einjährig. Sie gehören zur Familie der Nachtschattengewächse. Im Frühling keimen Paprikapflanzen aus Samen und wachsen langsam zu kleinen Pflänzchen heran. Vor allem die kleinen Pflanzen lieben und brauchen Wärme, um zu gedeihen. Der Stängel verzweigt sich sparrig in immer mehr Zweige, je größer die Pflanze wird. Die glänzenden Blätter sind spitz-oval und sitzen auf kurzen Stielen. Im Hochsommer wachsen hängende, unscheinbare Blüten in den Blattachseln und Verzweigungen der Pflanze. Aus den Blüten entwickeln sich die ChiliFrüchte, die meistens zuerst grün und dann rot werden. Es gibt jedoch auch Sorten, die zuerst violett sind und sich über gelb zu rot wandeln. Im Herbst sind die Paprikapflanzen ziemlich robust und tragen ob bis in den Winter hinein immer neue Früchte.

BEIFUSS (EINJÄHRIG)
Der Einjährige Beifuß ist eine Pflanzenart in der Gattung Artemisia aus der Familie der Korbblütler. Der einjährige Beifuß ist eine asiatische Pflanze, die vor allem in China und Vietnam heimisch ist. Dort wird der einjährige Beifuß schon seit langer Zeit gegen fieberhafte Erkrankungen eingesetzt. Erst vor relativ kurzer Zeit haben Wissenschaftler entdeckt, dass der einjährige Beifuß sehr gut gegen Malaria wirkt, selbst in Fällen, in denen die chemischen Medikamente wegen Resistenzen nicht mehr wirken. Diese Tatsache hat weltweit großes Interesse auf den einjährigen Beifuß gelenkt.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Malaria
Heilwirkung: antibakteriell, blutstillend, fiebersenkend, fungizid
Anwendungsbereiche: Fieber, Erkältungen, Blähungen, Verdauungsschwäche, Durchfall, Nachtschweiß, Menstruationsbeschwerden, Wechseljahresbeschwerden
wissenschaftlicher Name: Artemisia annua, Artemisia chamomilla
Pflanzenfamilie: Korbblütler = Asteraceae
englischer Name: Chinese wormwood, Annual Mugwort
volkstümlicher Name: Qing-Guo
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Samen
Inhaltsstoffe: Artemisinin, ätherische Öle, Flavonoide, Cumarin, Menthol, Thymol, Beta-Sitosterol
Sammelzeit: Juni bis September
 
Anwendung
Das in der Pflanze gebildete, 1971 erstmals isolierte Artemisinin wird von der traditionellen chinesischen Medizin schon lange erfolgreich als Mittel bei Malaria eingesetzt. 2015 wurde die chinesische Pharmakologin Youyou Tu für die Substanzgewinnung von Artemisinin mit dem Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet. Auf aus dem einjährigen Beifuß extrahiertem Artemether beruht die aktuell von der WHO empfohlene Therapie gegen Malaria, die aus einem Kombinationspräparat aus Artemether und Lumefantrin besteht. Eine aktuelle Studie zeigt Behandlungserfolge bei ACT-resistenter Malaria. Eine wachstumshemmende Wirkung dieses klinisch wichtigsten Bestandteils und anderer Inhaltsstoffe auf verschiedene Tumorzellen ist nachgewiesen. Großflächige klinische Studien liegen jedoch noch nicht vor. Nach Einschätzung einer unabhängigen Expertengruppe reicht der Kenntnisstand im Moment nicht aus, um Artemisia annua bei Krebserkrankungen außerhalb von klinischen Studien anzuwenden. In der traditionellen chinesischen Medizin wird darüber hinaus auch von Erfolgen bei der Behandlung weiterer Krankheiten berichtet.
Einjährigen Beifuß kann man wahlweise als Tee oder als Tinktur anwenden. Die häufigste Art, den einjährigen Beifuß anzuwenden ist als Tee.
Tee
Für einen Einjähriger-Beifuß-Tee übergießt man ein bis zwei Teelöffel einjährigen Beifuß mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen. Anschließend abseihen und in kleinen Schlucken trinken. Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich. Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschließend kann man wieder sechs Wochen lang Einjähriger Beifußtee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Einjähriger Beifußeirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.
Tinktur
Um eine Tinktur aus einjährigem Beifuß selbst herzustellen, übergießt man die Blätter des einjährigen Beifuß in einem Schraubdeckelglas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen. Von dieser Tinktur nimmt man ein bis drei mal täglich 10-50 Tropfen ein. Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.
Innerlich bei Malaria und Fieber
Einjähriger Beifuß kann man innerlich, als Tee oder Tinktur gegen Malaria einsetzen. Außerdem hilft Einjähriger Beifuß auch gegen normale Erkältungen und Fieber. Man kann ihn auch bei Bähungen und Menstruationsbeschwerden anwenden.
Samen für die Verdauung
Die Samen des einjährigen Beifußes stärken als Tee getrunken die Verdauung. Sie lindern Blähungen, Magen- und Darmkrämpfe. Auch gegen Nachtschweiß kann man die Samen anwenden.
Achtung! Der Hautkontakt mit dem einjährigen Beifuß kann bei empfindlichen Menschen Allergien hervorrufen. Auch die Pollen des einjährigen Beifußes wirken potentiell allergen.
 
Geschichtliches
Schon seit Menschengedenken wurde der einjährige Beifuß in China gegen fieberhafte Erkrankungen angewendet. Er kam jedoch aus der Mode und wurde erst 1970 wieder beliebt, als ein uraltes chinesisches Handbuch über medizinische Pflanzen entdeckt wurde, das 340 vor Chr. geschrieben wurde. Schon 1971 entdeckten Wissenschaftler, dass der einjährige Beifuß gegen Malaria wirkt. 1972 wurde die wirksame Substanz Artemisinin entdeckt, isoliert und beschrieben. Heutzutage wird darüber debattiert, ob die Malariabehandlung besser durch die gesamte Pflanze des einjährigen Beifußes oder durch das isolierte Artemisinin erfolgen sollte.
 
Pflanzenbeschreibung
Die krautige Pflanze ist einjährig, woher das botanische Artepitheton annua ein Jahr andauernd von lateinisch annus‚ das Jahr‘ stammt. Auffällig ist der aromatische Duft. Die Pflanze wird 50-150 Zentimeter hoch. Der Stängel ist meist völlig kahl. Die Laubblätter sind zwei- bis dreifach fein gefiedert. Die Blattzipfel sind kammförmig gesägt. Die in einem rispigen Gesamtblütenstand angeordneten gelbgrünen und körbchenförmigen Teilblütenstände enthalten wenige gelbe Röhrenblüten. Die Blütenköpfchen sind nickend.
Der einjährige Beifuß ist in China und Vietnam heimisch. Aufgrund seiner ausgezeichneten Wirkung gegen Malaria wird er jedoch zunehmend weltweit angebaut. Nur in den Tropen macht sein Anbau keinen Sinn, weil er als Kurztagspflanze schon in sehr jungem Alter blüht, lange bevor er seine typische Höhe erreicht hat. Der einjährige Beifuß gedeiht besonders gut auf kargen Böden. Er braucht auch nicht viel Wasser. Die einjährige Pflanze wird bis zu zwei Meter hoch. Die Blätter des einjährigen Beifußes erinnern an Farnblätter, denn sie sind groß und vielfach gefiedert. Er duftet stark balsamisch nach Kampfer, Thymian oder Minze. Ab September blüht der einjährige Beifuß mit kleinen, unscheinbaren Blüten, wie sie für die Artemisia-Gattung typisch sind. Aus den Blüten entwickeln sich bis Oktober winzige Samen.
 
Anbautipps
Der Anbau des einjährigen Beifußes ist relativ einfach. Im zeitigen Frühjahr werden die Samen im Haus vorkultiviert und im späten Frühjahr ausgepflanzt. Oder man sät im späten Frühjahr direkt ins Freiland. Die bis zu 2m hoch wachsende Pflanze ist anspruchslos. Ihre Wirkstoffe sind am stärksten, wenn sie in nahrungsarmen, trockenem Boden steht.
 
Sammeltipps
Die Blätter des einjährigen Beifußes werden gesammelt oder geerntet, bevor die Pflanze blüht. Dann werden sie zügig getrocknet. Die Samen werden im Oktober geerntet, sobald sie reif sind.
 
BACHBLÜTE CHICORY
Ich bin leicht gereizt       
Sie sind von Natur aus leicht zu reizen
Chicory kann helfen das gereizte einzudämmen

BACHBLÜTE CLEMATIS
Man hat kein akutes Interesse an der Gegenwart, lebt mehr in den Welten seiner Phantasie   
Diese Menschen haben kein akutes Interesse an der Gegenwart und leben lieber und mehr in ihrer einen Phantasiewelt
Mit Clematis können sie das Interesse an der Gegenwart wieder stärken

Heilmethoden und Heilmittel bei bestimmten Krankheiten
Hildegard beschreibt die Wirkung des Aderlasses so, dass Blut aus der Wunde und der Einschnittstelle herausfließt, wobei gleichzeitig giftige und krankheitsbringende Flüssigkeit mit abfließt. Deshalb darf er auch nur mäßig durchgeführt werden, denn wenn zu lange Blut fließt, fließen gute und wichtige Körpersäfte mit ab, sodass das innere Gleichgewicht gefährdet ist und Krankheit die Folge sein kann. Außerdem hängt es von der Konstitution des Patienten ab, wie oft und wann er zur Ader gelassen werden soll. Der vitale Mensch kann öfter zur Ader gelassen werden als der schwächliche, weil jeder Aderlass schwächt. Außerdem eignet sich der Aderlass eher für alte als für junge Menschen. Am besten ist es, den Menschen nicht vor dem 15., besser noch ab dem 20. Lebensjahr zur Ader zu lassen. Nach dem 50. Lebensjahr soll man dies höchstens noch einmal im Jahr tun, beim Mann nach dem 80. Lebensjahr überhaupt nicht mehr, wohingegen nach Hildegards Auffassung der Aderlass bei der Frau bis zum Lebensende möglich und sinnvoll sein kann.
Der Aderlass soll hauptsächlich an der Kopfader, der Mittelader oder der Leberader erfolgen, weil diese Adern gleichsam der Kopf und die Grundlage für die anderen ihnen führen und mit ihnen verbunden sind. Wenn nämlich eine dieser Hauptadern angeschnitten wird und blutet, werden die mit ihr verbundenen kleinen Adern mitgereinigt. Das Anschneiden der Hauptadern sollte in der Armbeuge erfolgen. Außerdem sollte der Mensch nüchtern sein, wenn er zur Ader gelassen wird. Hildegard gibt darüber hinaus noch Anweisungen, was man nach dem Aderlass essen sollte:
„Nach einem Aderlass soll man verschiedene Speisen, gebratene und solche, die verschiedene Säfte enthalten, rohes Obst und rohes Gemüse nicht essen, weil diese dann in den Gefäßen eher den Schleim als das Blut vermehren würden. Auch starken Wein soll man nicht trinken, weil er das Blut in Erregung versetzen und den Menschen betäuben würde. Ein angemessenes Essen, nämlich ein oder zwei Gerichte, soll man essen, sodass man richtig satt wird, und man soll auch lieblichen, reinen Wein trinken. Das soll man zwei Tage lang tun, weil sich der verdünnte Blut noch im Zustand der Erregung befindet. Aber am dritten Tag hat das Blut wieder seine volle Kraft zurückgewonnen und verteilt sich wieder auf sein Gefäßsystem. Käse soll man nach einem Aderlass meiden, weil er dann dem Blut Schleim zuführt und kein richtiges, reines Blut bildet, sondern es mit krankhaftem Fett anreichert.“

Verdauungs- und Unterleibserkrankungen
Blähungen
Kneipp rät ihm:
Christian soll in der Woche drei Schenkelgüsse, zwei Rückengüsse und ein Vollguß nehmen. Nimmt er in der zweiten Woche drei Halbbäder, zwei Rückengüsse, einen Schenkelgüsse, so werden die Halbbäder den ganzen Unterleib kräftigen, zusammenziehen und viele Gase ableiten, wodurch auch einer weiteren Ansammlung vorgebeugt ist. Wenn er dann noch den einen Tag 10, den anderen Tag 15 und den dritten Tag 25 Wacholderbeeren kaut und schlucke, so werden dadurch viele ausgenützte Stoffe aufgelöst, ausgeleitet und die Gase vermindert. Täglich eine Tasse Tee von Fenchel und Wermut: auch der Tee aus Eichenrinde und Zinnkraut, täglich eine Tasse in zwei Portionen genossen, treibt überflüssigen Schleim aus und hilft die Gase beseitigen.
Ist der Patient schwächlich, dann kann er in der Woche neben zwei Schenkelgüssen und ein bis zwei Halbbädern noch zwei bis drei Oberwaschungen vornehmen, ist er kräftig, so kann er wöchentlich auch zwei bis drei Obergüsse nehmen. Er kann auch in der Woche zweimal ein vierfaches Tuch, in Heublumenwasser getaucht, warm auf den Unterleib binden, denn kaum wird etwas auf einen geschwächten Magen günstiger einwirken als das Auflegen eines mit Wasser und Essig oder mit Heublumenwasser getränktes Tuchs auf den Unterleib.
Wenn drei bis vier Wochen und dann fernerhin halb so oft diese Anwendungen vorgenommen werden, so tritt sicher ein besserer Zustand ein.
Was die Kost betrifft, so wähle man als Hauptgrundsatz: Nicht viel Saures, nicht viel Gewürztes und nur Speisen, welche gute und viele Nährstoffe enthalten, ich kann aber auch nicht genug warnen vor vielen Flüssigkeiten.

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