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Rettich
Schon im alten Ägypten wurde der Rettich als heilkräftige Nahrungspflanze geehrt. Die Erbauer der Pyramiden erhielten Rettich, Zwiebeln und Knoblauch als Nahrung, um gesund genug für die harte Arbeit zu sein. Heute wird der Rettich vorwiegend als Frühlingsgemüse und zusammen mit Bier und Brezeln angeboten. Hier sollte man zugreifen, denn mit dem Verzehr von Rettich stärkt man seine Gesundheit. Der Stoffwechsel wird angeregt, die Verdauung kommt in Gang und außerdem wird der Körper mit Vitamin C versorgt.
Bei Husten wirkt der Rettich schleim- und krampflösend.
Die Rettiche bilden eine Pflanzengattung in der Familie der Kreuzblütengewächse. Es gibt etwa drei Arten, die überwiegend im Mittelmeerraum beheimatet sind. Mit dem als Gewürz verwendeten Meerrettich sind sie nicht näher verwandt.
 
Steckbrief
Heilwirkung: antibakteriell, adstringierend, blutreinigend, fungizid, harntreibend, krampflösend, schleimlösend, Appetitlosigkeit, Blähungen, Husten, Keuchhusten, Krampfhusten, Heiserkeit, Leberschwäche, Gallenschwäche, Gallensteine, Gicht, Rheuma, Verstopfung, Verdauungsschwäche, Magenschwäche, Nierensteine, Vitamin-C Mangel (Skorbut), Frühjahrsmüdigkeit, Ischias, Ödeme, Wassersucht, Arteriosklerose, Krebs (unterstützend, vorbeugend)
wissenschaftlicher Name: Raphanus sativus
Pflanzenfamilie: Kreuzblütler = Brassicaceae
englischer Name: Radish
volkstümliche Namen: Radi, Bierwurz, Bierrettich, Furzwurzel, Retwurzel
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel, Samen, Blätter
Inhaltsstoffe: Raphanol, Senföle, Mineralstoffe, Magnesium, Vitamine, Enzyme, Glykobrassicin, Senfölglykoside, Linolensäure, Linolsäure, Bor, Brom, Fluor, Phosphor, Kobalt, Mangan, Schwefel, Zink
Sammelzeit: Frühling bis Herbst
 
Anwendung
Man kann den Rettich einfach essen. Das ist die einfachste Möglichkeit, den Rettich einzunehmen. Dazu schneidet man ihn beispielsweise in dünne Scheiben. Diese Scheiben kann man einfach so essen, dem Salat beifügen oder auf Brot, beispielsweise Quarkbrot legen. Wenn man die Rettichscheiben salzt, wird der Rettichsaft aus den Scheiben gezogen und die Rettichscheiben schmecken milder. Bei der Salzuzugabe sollte man es jedoch nicht übertreiben und die gesamte Salzmenge berücksichtigen, die man an dem Tag zu sich nimmt. Der Rettich stärkt zwar die Verdauung, aber da er recht schwer verdaulich ist, ist er bei empfindlichem Magen oder Magenschleimhautentzündung nicht geeignet. Aus den Blättern kann man einen Tee zubereiten und über den Tag verteilt zwei bis drei Tassen trinken. Die Samen kann man als Senfsamen-Ersatz nehmen, mahlen, befeuchten und als Senfflaster auftragen. Gegen Husten, aber auch bei Nierensteinen kann man Rettich-Sirup löffelweise einnehmen.
Rettichkur
Den Rettichsaft kann man als Kur einnehmen. Dazu reibt man den Rettich fein und presst ihn aus. Am Anfang trinkt man 100 ml Rettichsaft morgens auf nüchternen Magen. Diese Menge steigert man von Tag zu Tag bis man nach etwa drei Wochen auf 400 ml pro Tag kommt. Anschließend reduziert man die Menge allmählich wieder, bis man bei 100 ml angekommen ist. Solch eine Kur kann bei Gicht, Rheuma, Frühjahrsmüdigkeit, Verdauungsschwäche und chronischem Husten oder Keuchhusten helfen. Bei Krebs kann man sie unterstützend zur medizinischen Behandlung versuchen, sofern der Arzt diese Behandlung erlaubt.
 
Pflanzenbeschreibung
Rettich-Arten sind einjährige bis zweijährige krautige Pflanzen. Die Wurzeln sind dünn bis fleischig und es wird je nach Art und Kulturform eine Rübe ausgebildet, die in Größe, Form und Farbe bei den Sorten sehr unterschiedlich sein kann. Die oberirdischen Pflanzenteile sind selten kahl, meist flaumig oder borstig mit einfachen Trichomen behaart. Die aufrechten Stängelkönnen verzweigt sein. Die wechselständig grundständig und am Stängel verteilt angeordneten Laubblätter sind lang bis sehr kurz gestielt. Die Blattspreiten sind leierförmig-gelappt bis fiederteilig. Der Blattrand ist gelappt bis gezähnt. Die Blütenstandsachse des anfangs schirmtraubigen Blütenstandes verlängert sich bis zur Fruchtreife meist stark und wird bald traubig. Ein Blütenstand enthält mehrere Blüten. Die zwittrigen Blüten sind vierzählig. Die vier aufrechten, freien Kelchblätter sind schmal länglich, selten linealisch und das seitliche Paar besitzt undeutlich ausgebildete Säcke an ihrer Basis. Die vier freien, genagelten Kronblätter sind breit verkehrt-eiförmig bis selten fast kreisförmig sowie stumpf oder gerundet und länger als die Kelchblätter. Die Farben der Kronblätter sind weiß bis creme-weiß, gelblich oder rosafarben bis rötlich-violetten meist mit dunkleren Nerven. Es sind sechs Staubblätter vorhanden mit länglichen bis länglichen-linealischen Staubbeuteln. Es sind vier Nektardrüsen vorhanden. Die meist zylindrischen, spindelförmigen, lanzettlichen oder eiförmigen, selten linealischen, länglichen oder ellipsoiden Schoten oder Schötchen besitzen zwei Segmente und öffnen sich bei Reife nicht.
Der Rettich ist eine Kulturpflanze, die vermutlich aus dem Hederich gezüchtet wurde. Er ist verwandt mit dem Senf, Rüben und den Kohlarten. Es gibt viele Unterarten des Rettichs, mit roten, rosafarbenen, weißen oder schwarzen Wurzeln. Selbst das Radieschen gehört im weiteren Sinne zu den Rettichen. Je nach Sorte wird der Rettich im zeitigen Frühjahr gesät. Recht schnell sprießen die ersten Blätter, die sehr rauh sind. Die Wurzel verdickt sich und wird zum eigentlichen Rettich. Wenn man früh genug gesät hat und das Wetter mild ist, kann man schon zu Ostern die ersten roten Rettiche ernten. Andere Sorten sind erst im Herbst erntereif. Meist erst nach der Reife der Wurzeln blüht der Rettich mit geblichen, weißen oder violetten Blüten. Die weißen Blüten sind häufig violett gemasert. In den anschließend erscheinenden Schoten wachsen Samen heran. Diese Samen kann man als Ersatz für Senfkörner verwenden.

Karthäuser-Nelke
Die Karthäuser-Nelke ist eine leuchtend rot blühende Nelkensorte, die auf Kalkmagerrasen zu finden ist. Die Nelke wurde nach den Karthäuser-Mönchen benannt, die diese Pflanze in ihren Gärten angebaut haben. Von der Karthäuser-Nelke gibt es noch mehrere Unterarten. Die Pflanze sieht nicht nur schön aus, sie duftet gut und enthält schmerzstillende und erweichende Stoffe. Die Karthäuser-Nelke war Blume des Jahres 1989 und ist geschützt.
Die Kart(h)äusernelke, in Österreich auch Steinnelke genannt (Stoanagl) genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Nelken innerhalb der Familie der Nelkengewächse. Sie zählte offenbar zur Standardausstattung vieler Klostergärten. Möglicherweise führte dies zur Namensgebung. Alle Pflanzenteile enthalten seifige Bestandteile (Saponine), welche die Mönche und Nonnen flüssig bei Muskelschmerzen oder Rheuma auftrugen. Sie ist geschützt.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Schmerzen
Heilwirkung: erweichend, schmerzstillend
Anwendungsbereiche: Hautkrankheiten, Muskelschmerzen, Rheuma, Schlangenbisse, Zahnschmerzen
wissenschaftlicher Name: Dianthus carthusianorum L.
Pflanzenfamilie: Nelkengewächse = Caryophyllaceae
englischer Name: Carthusian Pink, Charterhouse Pink
volkstümlicher Name: Blitzblümchen, Blutnelke, Blutströpfchen, Donnernelke, Echte Stein-Nelke, Kartäuser-Nelke, Karthäusernelke, Stoanagl
Verwendete Pflanzenteile: Blüten, Pflanzensaft
Inhaltsstoffe: Eugenol, Saponine
Sammelzeit: April-September
 
Anwendung
Blüten
Kauen der Blüten bei Zahnschmerzen, zermahlene Blüten bei Schlangenbisse.
Frischsaft
Äußerlich bei Hautkrankheiten, Rheuma und Muskelschmerzen, innerlich bei Pest und Würmer.
 
Geschichtliches
Den Namen hat die Karthäuser-Nelke von den Karthäuser-Mönchen, die diese Pflanze seit dem 16. Jahrhundert in ihren Klostergärten anbauten. In Volksaberglauben, Märchen und Sagen kommen Nelken und besonders die Karthäuser-Nelke öfters vor. Karthäuser-Nelke soll Blitze anziehen bzw. an Standorten wachsen an denen Blitze gerne einschlagen, daher auch der Name Donnernelke. Heute findet sich die Karthäuser-Nelke in vielen Wildblumen- und Bauerngärten als Nektarpflanze für Schmetterlinge.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Karthäuser-Nelke ist in Mitteleuropa heimisch. Sie wächst bevorzugt Waldränder und Kalkmagerrasen. Die mehrjährige Pflanze wird zwischen 15 und 50 Zentimeter hoch. Die schmalen Blätter sind lanzettenförmig. Die leuchtend roten bis dunkel-violetten Blüten erscheinen zwischen Mai und September. Die Blüten haben einen Durchmesser von 18-22 mm. Aus den Blüten entwickeln sich bis in den Herbst die Samen.
Die Kartäusernelke ist eine ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 15 bis 45 Zentimetern. Die oberirdischen Pflanzenteile sind kahl. Die gegenständig am Stängel angeordneten Laubblätter sind am Grund scheidig ver-wachsen. Die Blattscheide ist mit einer Länge von bis zu 15 Millimetern etwa viermal so lang wie die Blattbreite. Die einfache Blattspreite ist schmallinealisch.
Die Blütezeit reicht von Juni bis September. 7 bis 15 Blüten befinden sich in einem endständigem, köpfchenförmigen Blütenstand. Die Hochblätter und der Kelch sind braun und lederartig-trockenhäutig. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig. Die purpurfarbene Krone besitzt einen Durchmesser von etwa 2 bis 2,5 Zentimetern. Die Kronblätter sind vorne gezähnt.
 
Anbautipps
Aussaat im Juni-Juli ins Freiland, die Pflanze blüht in den Folgejahren. Der Standort sollte sonnig und warm sein. Der Boden sollte kalkhaltig und trocken sein.
 
Sammeltipps
Die Pflanze ist geschützt.

Bachblüten
Hart, Mitleidlose bis grausame Veranlagung, ohne schlechtem Gewissen (Vine)
Diese Menschen sind hart, mitleidslos bis grausame Veranlagung, ohne dass sie ein schlechtes Gewissen haben
Mit der Bachblüte können sie diese Veranlagung ablegen und haben deswegen ein schlechtes Gewissen
Bachblüten
Man fühlt sich einer Situation hilflos ausgeliefert (Willow)
Diese fühlen sich in einer bestimmten Situation hilflos ausgeliefert
Mit der Blüte können sie das hilflos ausgeliefert sein abstellen
Gicht
Gicht ist eine Störung des Harnsäurestoffwechsels und eine typische Wohlstands-krankheit. Sie wird verursacht durch:
-     Überernährung und ein zu viel Fleisch
-     Verminderte Harnsäureausscheidung (z.B. erblich bedingt, Medikamente, Nierenerkrankungen, …)
-     Vermehrter Abbau körpereigene Zellen (z.B. Tumorerkrankungen, Leukämie, Strahlentherapie)
-     Zu viel Alkohol
-     Zu wenig Bewegung
Die Gicht, auch Urikopathie oder Arthritis urica, ist eine Stoffwechselerkrankung, die durch hohe Harnsäurekonzentrationen im Blut unbehandelt zu Veränderungen an Gelenken und Nieren führt. Durch Ablagerungen von Harnsäurekristallen (Urat) in verschiedenen peripheren Gelenken und Geweben kommt es zu einer gelenknahen Knochenresorption und Knorpelveränderungen (Gichtarthritis).
Zudem kann es zur Schädigung der Nieren kommen, die langfristig letztlich zur Niereninsuffizienz („Gichtniere“) führt. Die Schädigung der Nieren verläuft schmerzlos, ist aber wegen der Bedeutung der Niere als Ausscheidungsorgan als kritischer anzusehen als die schmerzhaften Gichtattacken an den Gelenken. Die Krankheit verläuft in Schüben.
Symptome
Akut
Akutes Podagra
Akute Symptome sind plötzliche starke Schmerzen in einem Gelenk und heftige Schmerzen bei Berührung: Arthritis urica. Das Gelenk ist gerötet, extrem schmerzhaft, stark geschwollen und überwärmt (Rubor – Dolor – Tumor – Calor – Functio laesa), außerdem gibt es allgemeine Entzündungszeichen wie Fieber, einen Anstieg der Zahl der weißen Blutkörperchen und erhöhte Harnsäurewerte vor dem Anfall (im akuten Gichtanfall oft normale Harnsäurewerte), selten treten auch Kopfschmerzen auf.
Ein Gelenk wird beim akuten Gichtanfall ohne eine Verletzung oder eine andere nachvollzieh-bare Ursache hochschmerzhaft, geschwollen und heiß. Oft ist das Großzehengrundgelenk betroffen, dann spricht man vom Podagra (im Lateinischen so verwendet von Seneca, Cicero und anderen; von griechisch ποδάγρα podágra zu πούς pous [Gen. ποδός podós] „Fuß“ und ἄγρα ágra „Fang, Fessel“). Podagra bezeichnet von der Antike bis in die Neuzeit jedoch nicht nur die Gicht bzw. die Symptome der akuten Gicht – dabei eben vor allem die schmerzhafte Entzündung bzw. den Schmerz des Großzehengrundgelenks beim Gichtanfall – und ähnliche Arthritiden, son-dern auch andere schmerzhafte Gelenkerkrankungen, Chiragra sind gichtbedingte Schmerzen im Handgelenk (χείρ cheir, später chir, „Hand, Faust“), Gonagra im Kniegelenk (γόνυ góny „Knie“) und Omagra im Schultergelenk (ὦμος ṓmos „Schulter“). Grundsätzlich kann der akute Gichtanfall – auch der erste – jedes Gelenk betreffen. Der Gichtanfall hält unbehandelt in der Regel zwei bis drei Wochen an, die Dauer der Anfälle kann im Krankheitsverlauf zunehmen. Die Anfälle können in der chronischen Phase auch ineinander übergehen, so dass es keine schmerz-freien Intervalle mehr gibt.
Chronisch
Gicht im Röntgenbild des Fußes. Typische (Haupt-)Lokalisation am Großzehengrundgelenk. Auffallend auch die Weichteilschwellung in der Umgebung des Gelenkes
Nach Ablauf mehrere Anfälle entwickelt sich eine chronische Gicht mit Zerstörung der Gelenke. Charakteristisch sind im Röntgenbild gelenknahe Stanzdefekte in der Spongiosa (innere Anteile des Knochen), der Gelenkkopf weist deutliche Defekte auf. Die Folgen sind Einschränkung der Leistungsfähigkeit, Harnsäurekristallablagerungen in Gelenken, Gelenkdeformation, Nierensteine, Nierenversagen. Wenn die Gicht in die chronische Phase übergeht, werden die akuten Anfälle oft weniger deutlich und weniger schmerzhaft.

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