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GELBER ENZIAN
Der Enzian ist eine typische Gebirgspflanze, die inzwischen recht selten geworden ist und daher auch unter Naturschutz steht. Die Wurzel des Enzians kann man jedoch in Apotheken und Kräuterhandlungen beziehen. Sie wirkt vorwiegend aufgrund ihrer starken Bitterstoffe. So ist die Hauptwirkung der Enzianwurzel denn auch die Anregung der Verdauung, was eine typische Wirkung von bitteren Substanzen ist. Als Nebenwirkung ist der Enzian jedoch auch kräftigend und stärkt das Kreislaufsystem. Bei zu hohem Blutdruck und auch in der Schwangerschaft sollte man jedoch von der Verwendung des Enzians absehen. Der Gelbe Enzian ist eine Pflanzenart aus der Gattung Enziane innerhalb der Familie der Enziangewächse. Er ist in den Gebirgen Europas und der Türkei weitverbreitet.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Verdauungsbeschwerden
Heilwirkung: antibakteriell, menstruationsfördernd, tonisierend
Anwendungsbereiche: Appetitlosigkeit, Blutarmut, Fieber, Herzbeschwerden, Kalte Füße, Kalte Hände, Krampfadern, Magenbeschwerden, Müdigkeit, Ohnmacht, Rekonvaleszenz, Rheuma, Schnupfen, Schwindel, Sodbrennen, Untergewicht, Verdauungsschwäche, Verstopfung
wissenschaftlicher Name: Gentiana lutea
Pflanzenfamilie: Enziangewächse = Gentianaceae
englischer Name: Gentian
volkstümlicher Name: Anzianwurzel, Bergfieberwurzel, Bitterwurzel, Butterwurz, Darmwurzen, Gelbsuchtwurzen, Halunkenwurz, Istrianswurzel, Jänzene, Jäuse, Sauwurz, Zergang, Zinzalwurz
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel
Inhaltsstoffe: Bitterstoff, Gerbstoff, Gerbsäure, Gentianose, Gentiopikrin, Inulin, Schleim, Zink
Sammelzeit: Achtung! Die Pflanze ist geschützt! März, April, August, September
 
Anwendung
Verwendet werden die unterirdischen Pflanzenteile. Als Droge Enzianwurzel, Gentianae radix, dienen die getrockneten, zerkleinerten, unterirdischen Pflanzenteile. Sie sind reich an Zuckern (z. B. Gentiobiose) und Bitterstoffen (Gentianopicrin und Amarogentin). Die Bitterstoffe dienen eigentlich als Schutz vor Tierfraß. Arzneilich wird die Droge als Bittermittel, z. B. als appetitanregender Magenbitter, Aperitif und für Schnaps verwendet (z. B. Enzian und Suze). Der Gelbe Enzian wird auch als Fiebermittel benutzt; die Wirksamkeit gegen Fieber konnte jedoch nicht nachgewiesen werden. Es wird ein bitteres und verdauungsanregendes Tonikum gewonnen. Er wird eingesetzt gegen Müdigkeit, Untergewicht, Blutarmut und Appetitmangel in der Rekonvaleszenz. In der Volksmedizin findet er Anwendung gegen Fieber, Gicht, Hypochondrie, Malaria und Darmparasiten. Zur Herstellung des Enzianschnapses wird vor allem Gentiana lutea verwendet und gezielt angebaut, seltener die anderen hochwüchsigen Arten, zum Beispiel Gentiana punctata, da sie von allen Enzian-Arten den stärksten Gehalt an Bitterstoffen hat. Ein Extrakt schmeckt noch in einer wässrigen Verdünnung von ca. 1:20.000 deutlich bitter.
Die Hauptwirkung des gelben Enzians beruht auf den Bitterstoffen, die die Wurzeln enthalten. Sie machen die Enzianwurzel zu einem starken Magenmittel, das die Verdauung fördert. Man kann den Enzian als Tee trinken oder als Tinktur einnehmen.
Tee
Die getrockneten Stücke der Wurzel kann man als Aufguss zubereiten. Dazu übergießt man einen halben Teelöffel Enzianwurzel mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt den Tee fünf bis zehn Minuten ziehen. Oder man bereitet den Enziantee als Kaltauszug zu. Dazu übergießt man einen halben Teelöffel Enzianwurzel mit kaltem Wasser und lässt es sieben bis acht Stunden ziehen. Danach abseihen und behutsam auf Trinkwärme erhitzen.
Tinktur
Für die Tinktur übergießt man die kleingeschnittenen Enzianwurzeln mit Doppelkorn oder Weingeist und lässt den Ansatz in einem verschlossenen Glas zwei bis sechs Wochen ziehen. Danach abseihen und dreimal täglich vor den Mahlzeiten zehn bis zwanzig Tropfen einnehmen.
Verdauung
Die Verdauung ist das Haupteinsatzgebiet des Enzians. Durch die Bitterstoffe wird die Bildung der Magensäfte angeregt. Der Appetit wird angeregt und Sodbrennen wird gemildert. Enzian wirkt außerdem leicht abführend und kann dadurch Verstopfung beheben.
Andere Einsatzgebiete
Außer zur Stärkung der Verdauung setzt die Volksheilkunde den Enzian auch zur Vorbeugung gegen Erkältungen ein. Er fördert zudem die Menstruation. Früher wurde Enzian auch bei Ohnmachtsanfälle und kalte Hände und Füße verwendet.
Achtung! Den Enzian sollte man nicht bei bestehendem Bluthochdruck einsetzen. Auch in der ersten Phase der Schwangerschaft sollte man auf den Enzian verzichten.

Geschichtliches
Der Enzian wurde aufgrund seiner intensiven Bitterstoffe schon frühzeitig als Heilpflanze geschätzt. Sein Name geht auf den illyrischen König Gentis des Altertums zurück, der heilkundig war und den Enzian gegen die Pest einsetzte.
Über alle Jahrhunderte hinweg wurde der Enzian häufig verwendet, vor allem bei Verdauungsbeschwerden, aber auch gegen allgemeine Schwäche und Blutarmut. Auch Kräuterpfarrer Kneipp schätzte den Enzian sehr und empfahl, ihn im Garten anzubauen, um seine Heilkraft immer zur Verfügung zu haben.
 
Pflanzenbeschreibung
Der gelbe Enzian ist eine typische Gebirgspflanze und wächst daher auf den bergen der Alpen. Er kommt auch auf den höchsten Bergen des Schwarzwalds und der Vogesen vor. Da der gelbe Enzian auf Kuhweiden eher ungeliebt ist und früher im großen Stil zur Gewinnung als Medizinalpflanze und für Kräuterbitter eingesetzt wurde, wurde er immer seltener bis er so selten war, dass er unter Naturschutz gestellt wer-den musste. Inzwischen haben sich die Bestände durch den Schutz wieder erholt. Der Enzian ist eine mehrjährige Pflanze, die bis zu sechzig Jahre alt werden kann. Er wächst allerdings auch recht langsam und blüht meistens erst nach zehn Jahren. Die dicke, ästige Wurzel wird bis zu einen Meter lang. Besonders massive Exemplare können bis zu vier Kilo wiegen. Außen sind die Wurzeln braun und innen gelb. Die Wurzeln des giftigen, weißen Germers, dessen Blätter denen des Enzian ähneln, sind deutlich kürzer und innen weiß. Das ermöglicht eine Unterscheidung der beiden Wurzeln. Sobald der Frühling weit genug fortgeschritten ist, dass der Schnee dauerhaft schmilzt, wachsen aus der Wurzel bodennahe Blätter. Die Blätter sind groß und spitz eiförmig. Sie haben mehrere ausgeprägte Nerven, die bogenförmig verlaufen. Wenn sich der Stängel nach oben streckt, wachsen die Blätter in Etagen gekreuzt gegenständig. Diese Blätter sind nach unten gebogen, sodass sie fast wie Schalen wirken. Ab Juni bis Anfang August blüht der Enzian mit gelben Blüten, die oberhalb der Blätteretagen in dichten Quirlen wachsen. Die Blüten sind fünfzählig und radförmig. Aus den Blüten entwickeln sich dicke aufrecht stehende Schoten, die kleine Samen enthalten. Der blaue Enzian, über den Lieder gesungen werden, ist übrigens ein naher Verwandter der gleichen Gattung. Er hat ähnliche Inhaltsstoffe, ist jedoch weniger heilkräftig.
Der Gelbe Enzian ist eine graugrüne, kräftige, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 50 bis 150 Zentimetern erreicht. Dieser Rhizomgeophyt blüht erstmals mit zehn Jahren, kann aber 40 bis 60 Jahre alt werden. Als Überdauerungsorgan wird ein kräftiges, bis armdickes Rhizom gebildet. Die Hauptwurzel besitzt an älteren Pflanzen Längen bis zu 1 Meter und Durchmesser von 3 bis 5 Zentimeter. Die oberirdischen Pflanzenteile sind durch Haare (Trichome) etwas glänzend. Anfangs wird eine grundständige Blattrosette gebildet. Die kreuzgegenständig angeordneten Laubblätter sind einfach, bis zu 30 Zentimeter lang, bis 15 Zentimeter breit, im oberen Bereich ungestielt und im unteren Bereich kurz gestielt. Die Blattspreiten sind eiförmig bis elliptisch mit fünf bis sieben kräftigen, bogenförmigen Nerven.
In den Achseln der Hochblätter stehen drei bis zehn Blüten in trugdoldigen Teilblütenständen zusammen. Der Blütenstiel ist relativ lang. Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die Blüten sind im Vergleich zu anderen Enzian-Arten sehr einfach gebaut. Die fünf häutigen Kelchblätter sind blass-gelb. Die fünf Kronblätter sind nur an ihrer Basis verwachsen und goldgelb. Die Staubblätter sind fast so lang wie die Kronblätter mit großen Staubbeuteln. Auf dem oberständigen Fruchtknoten sitzt ein kurzer Griffel, der in einer zweiteiligen Narbe endet. Die bis gut 1,3 Meter hohen, steifen Fruchtstände mit oben bis zu 150 aufwärts gerichteten zweispaltigen Fruchtkapseln in bis zu 6 "Etagen" ragen als Wintersteher oft über die Schneedecke hinaus. Die knapp 6 Zentimeter lange, fachspaltige, windstreuende Kapselfrucht enthält bis zu 100, bräunliche, abgeflachte, elliptische bis rundliche, schmal häutig geflügelte Samen. Die schmalen Flügel umringen den Samen median. Die Samen sind etwa 0,5 mm dick, ca. 3–4 mm lang und 2,5–3 mm breit (mit Flügeln), die Flügel sind nur etwa 0,5 mm breit. Die geflügelten Samen breiten sich als Gleitflieger und Adhäsionshafter aus. Jede Pflanze erzeugt etwa 10.000 Samen. Fruchtreife ist von September bis Oktober. Die Samen sind Licht- und Kältekeimer. Die Tausendkornmasse beträgt ca. 1,0–1,3g.
 
Anbautipps
Man kann den Enzian relativ gut im Garten anbauen, obwohl er normalerweise nur im Gebirge heimisch ist. Am liebsten gedeiht er auf Kalkböden, Granit oder Gneiss, man kann aber auch normale Gartenerde für ihn verwenden. Da ein aus Samen gezogener Enzian meistens zehn Jahre lang braucht, bis er das erste Mal blüht, ist es einfacher, wenn man ihn als fertige Pflanze oder Wurzelstock kauft und im Garten einpflanzt. In tiefgründiger Erde kann die Wurzel des Enzians besonders groß werden. Da der Enzian unter Naturschutz steht, darf man ihn auf keinen Fall in der Natur ausgraben, um ihn anschließend einzupflanzen.
 
Sammeltipps
Wild wachsender Enzian darf nicht gesammelt werden, weil der Enzian geschützt ist. Nur Enzian aus dem eigenen Garten darf geerntet werden. Dazu wartet man, bis die Enzianpflanze groß und kräftig ist. Das kann etliche Jahre in Anspruch nehmen, etwa zehn Jahre alleine bis zur ersten Blüte. Die Wurzel wird im Herbst nach der Blüte oder im Frühjahr vor dem Austrieb der neuen Blätter geerntet. Die Wurzel in tiefgründiger Erde kann bis zu vier Kilo schwer werden. In manchen Fällen wird sie bis zu einen Meter lang. Nach der Ernte schneidet man die Wurzel längs durch und hängt sie auf einen Faden gefädelt an einem trockenen, warmen Ort zum Trocknen auf. Als Alternative zum Trocknen kann man die frische Enzianwurzel auch verwenden, um eine Tinktur darauf anzusetzen.

MEISTERWURZ
Im späten Mittelalter galt die Meisterwurz als Allheilmittel, wie man unschwer am Namen erkennen kann. Sie war hochverehrt und wurde nicht nur für medizinische Zwecke, sondern auch als Zauberwurzel eingesetzt. Später geriet die Meisterwurz in Vergessenheit, möglicherweise, weil man sie so leicht mit anderen Doldenblütlern verwechseln kann. Erst als Hildegard von Bingen und ihre Kräutermedizin wiederentdeckt wurde, stieg auch wieder das Interesse an der Meisterwurz, die von Hildegard möglicherweise sehr geschätzt wurde. Meisterwurz, auch Kaiserwurz und Ostruz genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Haarstrang. Sie ist vor allem im Alpenraumverbreitet und als Heilpflanze bekannt.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Husten
Heilwirkung: antibakteriell, beruhigend, blähungswidrig, harntreibend, schleimlösend, tonisierend
Anwendungsbereiche: Abszesse, Asthma, Blähungen, Bluthochdruck, Bronchitis, Erkältungen, Epilepsie, Fieber, Gallenprobleme, Gebärmutterkrämpfe, Geschwüre, Gicht, Grippe, Heuschnupfen, Leberschwäche, Magenprobleme, Ödeme, Rheuma, Wassersucht, Wechseljahresbeschwerden, Wunden, Zahnfleischbluten, Zahnschmerzen, Zungenlähmung
wissenschaftlicher Name: Peucedanum ostruthium (oder Imperatoria struthium)
Pflanzenfamilie: Doldenblütler = Apiaceae
englischer Name: Masterwort
volkstümlicher Name: Anstrenze, Beizenkraut, Beizichrut, Bergwurz, Durstwurz, Haarstrang, Haischwurz, Horstminze, Kaiserwurzel, Magisterwurz, Ostrutwurz, Rauschwurz, Sirenenwurzel
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel, Wurzelstock
Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Gummi, Harz, Imperatorin, Kumarine, Furocumarine, Ostin, Ostruthin, Ostrutol, Oxipeucedanin, Peucedanin, Stärke
Sammelzeit: März bis April, September bis Oktober
 
Anwendung
Meisterwurz wird traditionell als Heilpflanze verwendet - war in der Antike aber offenbar unbekannt. Hildegard von Bingen kannte zwar eine Heilpflanze, die sie Astrencia nennt, dabei könnte es sich aber ebenso gut um die Große Sterndolde handeln. Im 16. Jahrhundert zumindest wurde die Meisterwurz Astrenz genannt, wohingegen die Große Sterndolde Schwartz Astrenz genannt wurde. Klar ist, dass Conrad Gessner 1560 den Anbau des Meisterwurzes empfiehlt, und sich die Meisterwurz bis in das 19. Jahrhundert vielfach in Gärten findet. Der „Wurzelstock“ enthält zwischen 0,18 und 0,78% (in Extremfällen bis 1,4%) Ätherische Öle, der größte Teil davon (etwa 35,2%) ist Sabinen. Weitere Bestandteile sind 1,3% Oxypeucedanin (C13H12O2), 0,5% Ostruthin (C18H20O8), 0,3% Ostruthol (C24H24O8) und 0,1% Osthol (C12H18O2). Ostruthin ist ein Kumarin für das 2003 eine inhibierende Aktivität gegen verschiedene Mykobakterien nachgewiesen wurde. Aus den Wurzeln wurden Pillen, Pulver, Dekokte, Aufgüsse oder Salben gefertigt, die als Universalmittel bei Bronchialkatarrh, Asthma, Delirium tremens, Epilepsie, ansteckenden Krankheiten, Dermatophytosen, zur Wundbehandlung, bei Magenbeschwerden, als Gegengift, bei Wassersucht oder Zahnschmerz verwendet wurden. Meisterwurz war auch Bestandteil des Spiritus carminativus Sylvii. Auch im Orvietan war sie enthalten, einem aus vierundfünfzig verschiedenen Kräutern zusammengesetzten Allheilmittel. Aus ihr wird besonders in Gebirgsgegenden Schnaps und auch Kräuterkäse hergestellt. In Tirol wurde zur Weihnachtszeit die Stube mit der Wurzel ausgeräuchert. Die Wurzel diente zum Vertreiben von Hexen.
Die Meisterwurz kann man ähnlich einsetzen wie die Engelwurz (Angelika).  Man kann einen Tee kochen oder sie als Tinktur verwenden. Auch einen Wein kann man mit der Meisterwurz aufkochen und ihn dann bei verdorbenen Ma-gen einnehmen.
Tee
Für einen Meisterwurztee übergießt man ein bis zwei Teelöffel Meisterwurz mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen. Anschließend abseihen und den Meisterwurztee in kleinen Schlucken trinken. Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich. Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschließend kann man wieder sechs Wochen lang Meisterwurztee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Meisterwurzwirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.
Tinktur
Um eine Meisterwurztinktur selbst herzustellen, übergießt man Meisterwurz in einem Schraubdeckelglas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen. Von dieser Tinktur nimmt man ein bis dreimal täglich 10-50 Tropfen ein. Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen. Die Tinktur wird zur Stärkung der Verdauung verwendet und bei Erkältungskrankheiten. Wenn Beschwerden durch die Wechseljahre besonders frühzeitig einsetzen, kann Meisterwurztinktur sie lindern. Die Meisterwurztinktur kann man auch verwenden, um bei Zahnfleischbluten das Zahnfleisch abzutupfen. Auch für die anderen Anwendungsgebiete der Meisterwurz kann man die Tinktur innerlich oder äußerlich anwenden.
Dampfbad
Bei Husten und Bronchitis kann man ein Dampfbad mit der Meisterwurz durchführen. Dazu gibt man ein bis zwei Esslöffel fein geschnittene Wurzelstücke der Meisterwurz in eine hitzefeste Schüssel und übergießt sie mit etwa 1 Liter kochendem Wasser. Die Schüssel stellt man auf einen Tisch. Dann beugt man sich über die dampfende Schüssel und zieht ein großes Handtuch über Kopf und Oberkörper, damit der Dampf erhalten bleibt. Der heiße Dampf wird 10 bis 15 Minuten lang inhaliert. Anschließend trocknet man sich gründlich ab.
Breiumschlag mit Wurzelbrei
Mit Meisterwurzpulver kann man einen Breiumschlag zubereiten. Dazu gibt man etwas warmes Wasser zu dem Meisterwurzpulver und macht daraus einen Brei. Diesen Brei gibt man auf schlecht heilende Wunden, Geschwüre oder Abszesse. Dann legt man eine Kompresse auf den Brei und fixiert den Breiumschlag mit einer Mullbinde oder Pflaster.
Heilkräftiger Pflanzenteil
Ist der Wurzelstock, der auch unter den pharmakologischen Namen Radix Astrantiae, Radix Imperatoriae albae, Radix magistralis bzw. Radix Ostruthii geführt wird. Der Wurzelstock wird im Frühjahr (März, April) oder im Herbst (September, Oktober) ausgegraben. Die Trocknung erfolgt im Schatten am besten durch Auffädeln der Wurzel und Aufhängen an zugigen und schattigen Orten. Größere Wurzelstöcke werden geteilt. Die gut durchtrockneten Wurzel werden zerschnitten und in dunklen Gläsern aufbewahrt. Verwechslungen mit ähnlich aussehenden Wurzeln sind möglich, so z.B. mit den Wurzeln des weißen Germer oder den Wurzeln bzw. Knollen entweder zeitlich im Frühjahr oder im Herbst geerntet werden, wo die Pflanzen entweder noch nicht voll entwickelt oder bereits mehr oder minder stark verwelkt sind. Interessant ist, dass man in der alten als auch in der neuen Literatur über die Meisterwurz keinerlei Heilanzeigen über die aromatisch duftenden Früchte findet.
Heil- und Wirkstoffe
Der Wurzelstock birgt ätherisches Öl, Harz, Gerbstoffe, die Bitterstoffe Imperatorin, Ostin und Ostruthin. Ferner wurde Gummi nachgewiesen. Eine Reihe von Wirkstoffen sind noch nicht restlich geklärt.
Heilwirkung
In den nördlichen Ländern Europas seit altersher als Heilpflanze sehr bekannt und geschätzt, kannten die Ärzte des klassischen Altertums die Meisterwurz überhaupt nicht. Die erste Beschreibung finden wir in den Werken der heiligen Hildegard, wobei es nicht ganz klar ist, ob sie die gegenständliche Meisterwurz meinte, oder ob ihre „astrancia“ nicht doch die schwarze Meisterwurz war.
Hieronymus Bock schrieb über die Meisterwurz: „die meisterwurtz hat mich schier verderbt / also übel brant mich der zähe gäl safft auff der zungen. Der grün pfeffer ist nit so scharff als die meisterwurtz / die zielt man auch inn den gärten / insonderheit würt sie fürs rindviehe gepflanzt / dem gibt man sie gepülvert mit saltz.“
Die Meisterwurz stand im Mittelalter im höchsten Ansehen und galt in der Humanmedizin als auch in der Tiermedizin als das beste Mittel gegen ansteckende Krankheiten. Sie war ein Universalmittel, die „Wurz aller Wurzen“, sie war das „remedium divinum“, das „göttliche Mittel“ des berühmten Arztes Friedrich Hoffman (1660 – 1742), des Herstellers der Hoffmanstrofpen. Nachdem sie mit Beginn der Neuzeit ihr hohes Ansehen ziemlich eingebüßt hatte – vermutlich durch das ständige Verwechseln mit anderen, ähnlichen Doldenblütlern – steigt nun doch wieder ihr Ruf als eine sehr wertvolle und verlässliche Heilpflanze. Paracelsus gab den Rat: „so einer für un für Durst leidt / so di zung allweg leer ist / so di zung allweg leer ist / soll er Ostrutio (die gegenständliche Meisterwurz) in Wein legen und trinke davon. Auch seude (siede) er die Wurtz bei chronisch Milztumore, Gewächs in der Muttern / Baucheshöhl und so geplaget vom Stein in der blasen / und geplaget so vom Heufebris.“
Die moderne Naturheilkunde empfiehlt die Meisterwurz als Fieber- und Beruhigungsmittel. Bei katarrhalischen Beschwerden und Verdauungsstörungen, bei Milz- und Lebertumoren, Gebärmutterkrämpfen und Menstruationsstörungen, bei Bauchgrimmen, Neigung zu Schlaganfällen und Zungenlähmung, nicht zuletzt bei Verschleimung und bei Gicht und Rheuma ist der leichte Teeabsud sehr erfolgversprechend.
Für 1 Tasse Tee nehme mit 1 Teelöffel der feingeschnittenen Wurzel – frisch oder gut getrocknet – zum leichten Absud, lasse etwa 3 Minuten ziehen, seihe ab und trinke den Tee ungesüßt und schluckweise. Man trinke nach Bedarf 1-2, nicht mehr als ausnahmsweise 3 Tassen am Tage.
Anwendung in der Homöopathie
Hier wirkt die homöopathische Essenz besonders gegen Magenleiden aller Art, gegen Hautleiden, Ausschläge, die durch eine schlechte Blutmischung entstanden sind.
Anwendung in der Volksheilkunde
Die Volksheilkunde lobt die Meisterwurz als vielseitige Heilmittel. In den Alpenländern wird die Meisterwurz feingeschnitten in Schnaps angesetzt, innerlich gegen Leibschmerzen und äußerlich als Wundheilmittel vielfach angewendet. Auch legt man die frischen Blätter auf schlecht heilende Wunden.
Bei Magenvergiftung durch verdorbene oder vergiftete Speisen (Schwämme!) soll man Meisterwurz in Wein aufkochen und alle Viertelstunde 2 Esslöffel voll einnehmen.
Äußerlich der Teeumschlag oder noch stärker wirkend der Umschlag aus einem weingeistigen Wurzelansatz wird vielfach angewendet zum Zerteilen bzw. Aufzeitigen von Geschwülsten und Geschwüren, zum Abheilen eitriger Wunden und Verzehren faulen Fleisches und Wucherungen.
In den Alpenländern wird die Meisterwurz sowie der Quendel noch vielfach gegen chronischen Alkoholismus angewendet.
Anwendung in der Tierheilkunde
Die Meisterwurz wird in der bäuerlichen Tierheilkunde als Teeabsud bei Blutvergiftung, Eiterungen und Nervenfieber dem Hausvieh eingegeben.
Dem Autor wurden schon zahlreiche Fälle gemeldet, wo bei Maul- und Klauenseuche durch Waschungen der erkrankten Stellen mit Meisterwurzelabsud und gleichzeitig innerlicher Anwendung desselben gute Heilerfolge erzielt wurden.
 
Aus der Geschichte der Heilpflanze
Die Meisterwurz spielte im Volksaberglauben und Brauchtum eine gewisse Rolle, vor allem in den Alpenländern. Man findet noch heute hie und da eine Meisterwurz über dem Haustor oder über dem Stalleingang angenagelt als Abwehrmittel gegen Krankheiten und in den Rauhnächten werden die Wohnung und die Stallungen mit getrockneten und angebrannten Meisterwurzeln ausgeräuchert. Es gäbe noch über viele Anwendungen im Volksaberglauben und Brauchtum zu berichten. Sie alle sind nur ein Beweis, dass die Meisterwurz im Volke seit altersher ein so hohes Ansehen genoss, dass man dieser Pflanze auch geheime Kräfte zuschrieb.
 
Wirkung
Dank der ätherischen Öle wirkt die Meisterwurz schleimlösend und erleichtert die Atmung. Die antibakterielle Wirkung hilft dabei, bakterielle Bronchitis abzuheilen. Die gleiche Wirkungsweise hilft auch bei schlecht heilenden Wunden, Entzündungen und anderen bakteriellen Infektionen. Unter anderem durch die Bitterstoffe und die ätherischen Öle wird die Verdauung angeregt und die Gallensaftproduktion gefördert. Blähungen werden gelindert.
Nebenwirkungen
Aufgrund der Furocumarine kann der Hautkontakt mit der Meisterwurz bei empfindlichen Menschen hautreizend wirken. Daher sind auch allergische Reaktionen nicht ausgeschlossen.
 
Magische Anwendung
Das Räuchern mit der Wurzel sollte Hexen vertreiben. In Tirol wurde zu diesem Zweck traditionell in der Weihnachtszeit mit der Meisterwurzel geräuchert. Wenn man die Wurzel mit sich trägt, soll das Kraft verleihen. Sowohl die Körperkraft als auch die Willenskraft sollen gestärkt werden. Kühe und Pferde fütterte man unter anderem mit der Meisterwurz, um sie zu beruhigen.
 
Geschichtliches
In der Heilkunde der Antike war die Meisterwurz unbekannt, wahrscheinlich, weil sie eine Alpenpflanze ist und nicht in den Mittelmeerländern heimisch ist.
Ob Hildegard von Bingen die Meisterwurz kannte, ist heute umstritten. Möglicherweise ist mit der Pflanze, die sie als Astrencia kannte, nicht die Meisterwurz, sondern die Große Sterndolde gemeint. Ab spätestens 1560 ist die Meisterwurz jedoch als Heilpflanze bekannt und wird sehr geschätzt. Man verwendete sie seit damals bis ins 19. Jahrhundert in vielerlei Anwendungen, unter anderem auch als Teil von Universalheimitteln, z.B. im Orvietan, einer späten Abwandlung des Theriaks. Beliebt waren Salben, Tinkturen, Pulver, Pillen, Abkochungen und Tees aus der Meisterwurz. Am Namen Meisterwurz kann man auch erkennen, wie sehr die Pflanze einst geschätzt wurde. Für einige Jahrhunderte galt sie sogar als Allheilmittel. Weil sie jahrhundertelang auch gerne in Gärten angebaut wurde, gibt es auch im Mittelgebirge oder Flachland manchmal wild wachsende Exemplare der Meisterwurz. Diese entkamen vor geraumer Zeit den Gärten der Anwohner.
 
Pflanzenbeschreibung
 
Die Meisterwurz wächst in den Alpen, Pyrenäen und anderen Gebirgen Mitteleuropas. Sie gehört zur Familie der Doldenblütler und ähnelt der Engelwurz. In der Antike am Mittelmeer war die Meisterwurz gänzlich unbekannt, das deutet darauf hin, dass sie dort nie wuchs. In Mitteleuropa hat sie sich hingegen stark verbreitet, wohl weil sie im Mittelalter in vielen Gärten angebaut wurde und dann verwildert ist. Sie bevorzugt Bachufer und feuchte Wiesen über 1.000 Höhenmetern, um zu wachsen. Auch an Stellen, wo der Schnee im Frühling noch lange liegen bleibt, gedeiht die Meisterwurz gut. Besonders häufig findet man die Meisterwurz auf den sogenannten Hochstaudenfluren. Die Meisterwurz wird bis zu 90 cm hoch. Sie hat eirunde, dreilappige Blätter, die an der Spitze eingekerbt sind. Ihre Blüten sind flache, weiße oder zartrosa Dolden, die im Juli bis August aufblühen.
Achtung! Bei Menschen mit empfindlicher Haut, kann der Kontakt mit der Meisterwurz Wiesendermatitis auslösen.
Botanik
Die ausdauernde Pflanze besitzt einen mehrköpfigen, außen schmutzig-gelben bis braunen, innen weißen und milchigen Wurzelstock. Der Stängel ist hohl, röhrig, bis 1,3m hoch. Die Blätter sind sehr formenreich, zumeist doppelt dreizählig, die Blattachselscheiden oft wie aufgeblasen aussehend.
Die Blüten sind klein, weiß bis rötlich, zu großen fünfstrahligen Dolden angeordnet. Als Doldenblütler wird die Meisterwurz sehr leicht mit einer der vielen ähnlichen Pflanzen dieser Familie verwechselt.
Geruch und Geschmack
Der Geruch ist kräftig, etwas an die Angelika erinnernd. Der Geschmack ist sehr aromatisch, lange anhaltend, brennend, oft sogar scharf beißend.
Blütezeit
Juli, August
Früchtereife
Ende Juli – September, je nach Standort
Standort
Ursprünglich in den nördlichen Kalkalpen heimisch, heute in allen auf Bergmatten, feuchteren Schutthalden und Gebüschzonen, bevorzugend schattige Schandorte mit kurze Vegetationszeit infolge lange liegenden Schnee. Die Meisterwurz wird wegen ihres hohen Ansehens in der Volksheilkunde in den Alpenländern im Gemüse- oder Hausgarten oft gezügelt, gerne im Randschatten des Holunderstrauches.
Der Meisterwurz ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 100 Zentimetern erreicht. Meisterwurz strömt einen starken würzigen Geruch nach Möhren und Sellerie aus. Der „Wurzelstock“ ist dick spindelförmig, braun und milchend. Er treibt unterirdische Ausläuferaus. Die Sprossachse steht aufrecht, ist stielrund und gerillt. Im Inneren ist sie röhrig-hohl und an der Außenseite kahl, außer unter den Dolden, wo sie rauflaumig behaart ist. Die Laubblätter sind grasgrün und kahl oder an der Blattunterseite, besonders an den Blattrippen, borstig-flaumig behaart und am Rand borstig bewimpert. Das Laubblatt ist bis zu 30 Zentimeter lang und bis zu 34 Zentimeter breit. Die unteren, basalen Laubblätter sind häufig fast doppelt dreizählig. Die Abschnitte erster Ordnung sind gestielt und tief (fast bis zum Grund) dreiteilig. Die Lappen sind elliptisch bis lanzettlich, zugespitzt und zwischen 5 und 10 Zentimeter lang sowie 4 bis 7 Zentimeter breit. Der Spreitenrand ist ungleich doppelt gesägt mit derber Stachelspitze an den Zähnen. Die oberen Laubblätter sind in der Regel nur einfach dreischnittig, auf großen, aufgeblasenen, fast häutigen Scheiden sitzend.
Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Die Blütenstände sind große, flache bis zu 50-strahlige Dolden. Die Strahlen sind dünn, kantig, ungleich lang und innerseits fein rauflaumig behaart. Die Döldchen sind reichblütig. Die Blütenstiele sind sehr dünn, fast glatt und deutlich länger als die Früchte. Hüllblätter fehlen oder sind zuweilen einblättrig vorhanden. Die wenigen Hüllchenblätter sind borstlich, krautig und fast glatt. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni-Juli bis August. Die Blüten sind zwittrig. Der Kelchsaum ist verwischt. Die Kronblätter sind weiß oder rötlich, etwa 1 bis 1,5 Millimeter lang und zwischen 0,75 und 1 Millimeter breit. Sie sind fast glatt, sehr schwach oder stumpf papillös, breit verkehrt-eiförmig und am Grunde leicht genagelt. Die Spitze ist ausgerandet und mit einem eingeschlagenen, spitzen Läppchen versehen. Der Fruchtknoten ist oberständig und kegelförmig gewölbt, der Griffel ist zwischen 1 und 1,5 Millimeter lang. Die Narbe ist kopfig. Die Spaltfrucht, Doppelachäne genannt, ist weiß-gelblich mit bräunlicher Scheibe, fast kreisrund, zwischen 4 und 5 Millimeter lang und ebenso breit. Die Spitze ist etwas ausgerandet und stark zusammengedrückt. Die drei Rückenrippen der Teilfrüchte sind im Querschnitt dreikantig vorspringend, und stumpflich durch große Buchten voneinander getrennt. Die dünnen Randflügel sind sehr breit, fast so breit wie der Gehäusedurchmesser an der breitesten Stelle. Das Gewebe der Fruchtwand ist teilweise fein getüpfelt, aber parenchymatisch und kaum wesentlich verdickt.
 
Anbautipps
Da die Meisterwurz eine Gebirgspflanze ist, gedeiht sie nicht immer an besonders warmen Standorten in der Ebene. In kühleren Gegenden oder im Mittelgebirge sind die Chancen besser, dass sich die Meisterwurz wohl fühlt. Die Meisterwurz braucht einen feuchten möglichst humosen Standort in der Sonne oder im Halbschatten. Am einfachsten ist die Vermehrung durch Teilung der Wurzelstöcke im Herbst. Man kann im Handel auch fertige Pflanzen kaufen. Die Anzucht mit Samen ist mühsam, weil die Meisterwurz ein Kaltkeimer ist und die Samen daher eine Kältephase brauchen, bevor sie keimen. Aber selbst mit ausreichend Kälte keimen sie nur zögernd.
 
Sammeltipps
Achtung! In manchen Gegenden ist die Meisterwurz geschützt und darf nicht geerntet werden.
Da die Meisterwurz sehr leicht mit anderen Doldenblütlern, unter anderem dem hochgiftigen Schierling, verwechselt werden kann, sollte man sie nur sammeln, wenn man sich mit der Bestimmung absolut sicher ist. Die ganze Pflanze und vor allem der Wurzelstock riechen stark würzig und aromatisch. Der Duft liegt zwischen Engelwurz und Sellerie. Im Vergleich dazu riecht der Schierling eher nach Mäuseharn! Im späten Herbst oder zeitigen Frühjahr kann man den Wurzelstock ausgraben. Teile davon belässt man am besten in der Erde, damit die Pflanze später wieder neu austreiben kann. Nach der Ernte werden die Wurzelteile gewaschen, geschnitten und an einem trockenen und schattigen Ort getrocknet.

BACHBLÜTE LARCH
Ich bin leicht beeinflussbar                                    
Diese Menschen sind von allem leicht beeinflussbar
Mit der Blüte können sie die beeinflussbare Art abstreifen

BACHBLÜTE MIMULUS
Du bist überempfindlich (z.B. gegen Kälte, Lärm, grelles Licht, lautes Sprechen, starke Gerüchen)               
Sie sind überempfindlich gegen Kälte, Lärm, grelles Licht oder lautes Sprechen und gar vielleicht auch auf starke Gerüche
Mit der Bachblüte können sie diese Überempfindlichkeiten herunterschrauben

Hildegards Lebens- und Heilmittel
Fleisch
RIND
Hildegard schreibt über das Rind: „Das Rindfleisch taugt wegen der Kälte, die es in sich hat, nicht zum Essen für den kalten Menschen. Für den gut durchbluteten aber, der von Natur aus warm ist, ist es wegen der Kälte, die im Fleisch ist, gut zu essen.“ Sie empfiehlt, das Rindfleisch vor der Zubereitung über Nacht in Wasser einzulegen, um es zu entschleimen. Rindfleisch enthält große Mengen gesättigter Fettsäuren und Cholesterin, weshalb Herz- und Kreislaufpatienten davon abgeraten wird. Ein niedriger Kaloriengehalt und hoher Anteil an Eisen und B-Vitaminen macht es ernährungswissenschaftlich jedoch zu einem durchaus wertvollen Nahrungsmittel. Ähnlich verhält es sich mit Kalbfleisch, das jedoch immer wieder durch unverantwortliche Mastpraktiken – Hormone und Antibiotika – in die Schlagzeilen gerät. Durch die BSE-Krise wurde die Aufmerksamkeit der Verbraucher wenigstens kurzzeitig auf die Mißstände in der Massentierhaltung gelenkt. Bedenkt man Hildegards Lehre von der Subtilität der Nahrungsmittel, kann das Fleisch solcher nicht artgerecht gehaltenen Tiere nicht heilkräftig sein. Seit Januar 2001 wird in Deutschland jedes geschlachtete Rind, das älter 24 Monate ist, auf die BSE verursachenden Prionen getestet, sodass nur geprüftes Rindfleisch in den Handel gelangen soll.

Der Leibstuhldampf
Danach empfiehlt Kneipp eine Ganzwaschung (besonders bei sehr kranken Personen) oder ein Halbbad mit Abwaschung des Oberkörpers.
Es wird empfohlen, den Leibstuhldampf höchstens einmal pro Woche anzuwenden. Nur bei schnell entstandenen Krankheiten wie bei Harnverhaltungen und Krämpfen rät Kneipp, ihn zwei- bis dreimal innerhalb von zwei Tagen zu nehmen.
WIRKUNG
Dieser Dampf wird meistens bei Harnverhaltungen nach Verkältungen und bei krampfhaften Zuständen gebraucht, um die eingedrungene Kälte zu entfernen und den dadurch entstandenen Krankheitsstoff aufzulösen.
Bei Nieren- und Steinleiden wende ich Dämpfe an von Haferstroh-Absud, bei krampfhaften oder rheumatischen Zuständen des Unterleibes solche von Heublumen-Absud. Die auffallendsten und erstaunlichsten Erfolge habe ich erzielt mit Dämpfen von Zinnkraut-Absud in all den höchst peinlichen Fällen, in welchen das Urinieren unmöglich wurde und infolgedessen die entsetzlichsten, wahnsinnigen Schmerzen den armen Patienten quälten und fast zur Verzweiflung brachten. Die meist durch Erkältung und Entzündung entstanden krampfhaften Zustände der Blase wurden durch den heißen Zinnkrautdampf in verhältnismäßig kurzer Zeit behoben und das Organ tat wie früher seine reinigenden Dienste.

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