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KARDE
Die Wilde Karde ist eine Pflanzenart, die zur Unterfamilie der Kardengewächse gehört. Der Name Dipsacus kommt aus dem griechischen dipsa für Durst: Nach Regen sammelt sich in den Trichtern der Stängelblätter das Wasser, das Vögel oder Wanderer trinken können. Die Karde sieht aus wie eine Distel, ist es aber nicht, sondern gehört in eine eigene Pflanzenfamilie. Früher wurden die getrockneten, stacheligen Kardenköpfe zum Karden (Kämmen) der Wolle benutzt, eine wichtige Vorbereitung vor dem Spinnen zu Garn. Als Heilpflanze ist die Karde relativ unbekannt. Durch die Fähigkeit ihrer Wurzel gegen Borreliose zu helfen, gewinnt die Karde jedoch zunehmend an Bedeutung. Die Wilde Karde ist nicht nur für Hobbygärtner eine hübsch anzusehende Pflanze. Vor allem in den Wurzeln und Blättern der Karde stecken zahlreiche Inhaltsstoffe, die in der Volksheilkunde sowie bei naturheilkundlichen Verfahren angewendet werden. Von besonderem Interesse ist dabei die Kardenwurzel, die u.a. bei Hautkrankheiten, Gelbsucht, Magen- und Darmbeschwerden und sogar bei Borreliose eingesetzt wird.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Borreliose
Heilwirkung: antibakteriell, blutreinigend, harntreibend, schweißtreibend
Anwendungsbereiche: Immunsystem stärkend, Verdauungsschwäche, Magenschwäche, Gallenschwäche, Rheuma, Gicht, Ödeme, Kopfschmerzen, Hautkrankheiten, Furunkel, Sommersprossen, Warzen, Fingerwunden
wissenschaftlicher Name: Dipsacus sativus, Dipsacus fullonum, Dipsacus sylvestris
Pflanzenfamilie: Kardengewächse = Dipsacaceae
englischer Name: Teasel
volkstümliche Namen: Igelkopf, Immerdurst, Kardätschendistel, Kämme, Kratzkopf, Krempeltestel, Raukarde, Strähl, Tuchkart, Venusbecken, Walkerdistel, Weberdistel, Weber-Karde, Wilde Karde
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel
Inhaltsstoffe: Scabiosid, Iridoide, Saponine
Sammelzeit: Herbst und Frühjahr
 
Anwendung
Im Mittelalter wurden Zubereitungen aus der Wurzel der Karde äußerlich bei Schrunden und Warzen verwendet. In der Volksheilkunde wird die Wurzel bei Gelbsucht und Leberbeschwerden, Magenkrankheiten, kleine Wunden, Gerstenkörner, Fisteln, Hautflechten und Nagelgeschwüre empfohlen. Wolf-Dieter Storl führte die Pflanze zur Behandlung von Borreliose ein, bisher mit wenigen wissenschaftlichen Belegen der Wirksamkeit. Die Behauptung, getrocknete Pflanzen lieferten einen wasserlöslichen Farbstoff, der als Ersatz für Indigo galt, wird weder durch einschlägige Färbeliteratur gestützt noch kann sie experimentell nachvollzogen werden.
Borreliose
Die Kardenwurzel kann man als Tinktur oder Tee gegen Borreliose einsetzen, wenn eine Therapie mit Antibiotika nicht anschlägt oder auch begleitend zu einer Antibiotika-Behandlung. Der Einsatzzweck der Karde bei Borreliose ist hochinteressant, denn naturheilkundliche Methoden gegen diese Krankheit sind rar und selbst Antibiotika können oft nicht helfen. Die Kardenwurzel soll auch generell eine Stärkung des Immunsystems bewirken.
Andere innerliche Heilwirkungen
Außer bei Borreliose kann man die Kardenwurzel auch zur Stärkung der Verdauung und des Stoffwechsels anwenden. So kann die Karde auch bei rheumatische Erkrankungen helfen. Außerdem kann man die Karde bei Kopfschmerzen einsetzen.
Tinktur
Die Tinktur wird am besten aus der frischen geernteten Wurzel hergestellt. Drei Wochen sollte man sie ziehen lassen, bevor man sie abseiht. Von dieser Tinktur nimmt man dreimal täglich 5 - 50 Tropfen. Wolf-Dieter Storl empfiehlt als Dosis sogar drei Esslöffel dreimal täglich von dieser Tinktur. Zusätzlich sollte ein gesunder Lebenswandel mit gesunder Ernährung,
Tee
Aus der Kardenwurzel kann man auch einen Tee zubereiten. Pro Tasse kocht man einen Teelöffel der zerkleinerten Wurzel kurz auf.
Äußerlich
Äußerlich kann man Abkochungen aus der Kardenwurzel oder die verdünnte Tinktur bei verschiedene Hautkrankheiten verwenden. Sommersprossen sollen angeblich gebleicht werden und Warzen sollen schwinden. Man kann sie auch bei Furunkel und wunde Finger einsetzen.
Die Karde in der Küche
Für die Verwendung von Speisen und Gerichten ist die Wilde Karde nur von geringer Bedeutung. Gelegentlich wird die Kardenwurzel zur Herstellung von Likören verwendet. Auch gibt es einige Rezepte, bei denen Kardenpulver in Backwaren wie Brot, Kuchen und Kekse eingearbeitet wird. Dort dient es allerdings meist nicht der geschmacklichen Verfeinerung, sondern zur begleitenden Therapie bestimmter chronischer Erkrankungen wie z.B. Borreliose.
 
Geschichtliches
Früher wurden die abgeblühten Blütenköpfe der Karde zum Kämmen ungesponnener Wolle verwendet, um sie anschließend besser spinnen zu können.
Diese Anwendung war bis ins 20. Jahrhundert hinein üblich. Inzwischen wird Wolle entweder maschinell gekämmt, oder man verwendet breite Kämme mit Metallzinken. Auch zum Aufrauhen und dadurch Abdichten von fertig gewebtem Tuch wurde die Karde verwendet. Diese Art der Anwendung wurde schon in der älteren Eisenzeit (Hallstattzeit) durchgeführt, wie aus Ausgrabungen er-sichtlich ist.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Wilde Karde ist eine zweijährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 1,50 Meter erreicht. Die Stängel sind stachelig. Die Grundblätter sind kurzgestielt und in einer Rosette angeordnet. Die kreuzgegenständigen Stängelblätter sind in der Basis paarweise zusammengewachsen und am Rand gekerbt. Die ganze Pflanze ist mit spitzen Stacheln übersät. Die Blütezeit reicht von Juli bis August. Die bei einer Länge von 5 bis 8 cm eiförmig-länglichen, walzenförmigen, köpfchenförmigen Blütenstände sind von stacheligen, unter-schiedlich langen, bogig aufsteigenden Hüllblättern umgeben. Die Tragblätter sind länger als die Blüte. Die Blüten sind zwittrig. Die vier violetten Kronblätter sind röhrenförmig verwachsen. Die Blüte ist blau. Die vom Kelch gekrönten Früchte sind häutige, einsamige Nüsse (Achänen).
Die Karde ist in Europa heimisch. Sie ist keine Distel, sondern bildet eine eigene Pflanzenfamilie, obwohl der Name Karde eigentlich von Carduus (Distel) hergeleitet wurde. Die zweijährige Pflanze wächst gerne auf steinigem Grund, auf Überschwemmungsflächen, frischen Erdaufschüttungen, an Ufern und auf Weiden. Zuerst wächst im Frühsommer eine Blattrosette mit länglichen, hellgrünen Blättern, die paarweise um neunzig Grad versetzt wachsen. Aus der Rosette wächst im zweiten Jahr ein Stängel, der über zwei Meter hoch werden kann. Direkt am Stängel wachsen jeweils zwei lange Blätter, die mit-einander und dem Stängel verwachsen sind. Die Anwachsstellen der Blätter bil-den zusammen eine Art Gefäß, in dem sich bei Regen das Wasser sammeln kann. Möglicherweise dienen diese Wasserbecken dazu, Ameisen von Kletter-touren am Stängel abzuhalten, und auf diese Weise Blattläuse zu verhindern.
Mit dem Wasser in den Blätterbecken können Wanderer ihren Durst stillen. Das ist wohl auch der Grund, warum die Pflanze Dipsacus heißt, denn dipsa ist griechisch und bedeutet Durst. Im oberen Bereich verzweigt sich der Stängel.
An den Spitzen trägt er stachelige Blüten, die längliche Eifrom aufweisen. Die Stachelblüten sind zuerst grün und beginnen dann von der Mitte aus violett zu blühen. Die Blühzone wandert gleichzeitig nach oben und nach unten. Später bleiben stachelige Blütenstände stehen, die früher zum Kämmen der ungesponnenen Wolle verwendet wurden.
 
Anbau, Aussaat und Pflege
Die Karde ist verhältnismäßig einfach anzubauen, wenngleich unbedingt die Standortvorlieben der Pflanze beachtet werden sollten.
Standort
Die Karde bevorzugt sonnige Standorte, toleriert jedoch auch halbschattige Standorte. Der Boden sollte einen hohen Lehmanteil aufweisen und stets mäßig feucht gehalten werden. Auf Böden mit höheren Sandanteilen wird der Erfolg in der Regel ausbleiben. Das Kraut ist kalkliebend, so dass bei kalkarmen Standorten zusätzliche Gaben von Gartenkalk eingebracht werden sollten.
Aussaat
Die Aussaat der Wilden Karde erfolgt im Frühjahr von Ende März bis Mitte April. Optional kann auch im Frühherbst ausgesät werden. Die Samen sollten direkt im Freiland ausgesät werden, da eine Kultur auf dem Balkon schwierig und kaum zu empfehlen ist. Im Beet sollte zwischen den einzelnen Pflanzen ein Abstand von 35 bis 40 cm eingehalten werden. Die Keimdauer kann unter Umständen bis zu 30 Tagen betragen.
Gießen
An die Wasserversorgung haben Karden recht hohe Ansprüche. Die Böden sollten nach Möglichkeit niemals vollständig austrocknen. An sehr heißen Tagen sollte unter Umständen zweimal gegossen werden. Der Boden in 10 bis 20 Zentimetern Tiefe sollte nach Möglichkeit immer leicht bis mäßig feucht sein.
Düngen
Im ersten Jahr, wenn sie ihre Rosettenblätter ausbildet, bedarf es keiner zusätzlichen Düngung. Im Folgejahr genügt es meist, etwas organischen Langzeitdünger oder hochwertigen Kompost in die Erde einzuarbeiten.
Pflege
Bei guten Standortbedingungen benötigt die Karde nur wenig zusätzliche Pflege. Wichtigster Punkt ist eine kontinuierliche Wasserversorgung. Im zweiten Jahr, nachdem die Karde geblüht hat, stirbt sie ab.
Krankheiten und Schädlinge
Die Karde ist eine sehr robuste Pflanze, die selten von Schädlingen befallen wird. Typische Krankheiten sind derzeit nicht bekannt.
Überwinterung
Die Wilde Karde ist sehr frosttolerant und verträgt Temperaturen von bis zu -35 °C. Überwinterungsmaßnahmen müssen somit nicht getroffen werden.
 
Sammeltipps
Die Wurzel der Karde gräbt man am besten im Herbst oder Frühjahr aus. Entweder trocknet man sie zügig, möglicherweise bei knapp 40°C im Backofen, oder man setzt aus der frischen Wurzel eine Tinktur an, wie weiter oben beschrieben.

LIEBSTÖCKEL
Ursprünglich ist der Liebstöckel in Südwesteuropa beheimatet. In Mitteleuropa ge-deiht er jedoch auch prächtig und wurde deshalb schon vor Jahrhunderten in miteleuropäischen Gärten angebaut. Inzwischen trifft man den Liebstöckel auch hier und da verwildert an. In der Küche ist der Liebstöckel als Maggikraut bekannt und würzt mit seinen Blättern Kräuterquark und Suppen aller Art. In der Medizin werden Wurzel und Samen des Liebstöckels für den Harnapparat, Verdauung und weibliche Fortpflanzungsorgane eingesetzt. Wenn die mehrjährige Pflanze im Garten erstmal einen Lieblingsplatz gefunden hat kommt sie jedes Jahr wieder und wird so groß, dass eine normale Familie ihren ganzjährigen Liebstöckelbedarf für Küche und Hausapotheke damit decken kann.
Liebstöckel, auch Maggikraut, Lavas oder Lus(t)stock, in der Steiermark vor allem Nußstock, ist eine Pflanzenart der Gattung Levisticum aus der Familie der Doldenblütler. Die Bezeichnung Liebstöckel entstand durch volksetymologische Wortbildung aus dem lateinischen levisticum. Die Bezeichnung Maggikraut entstand aufgrund der Geschmacksähnlichkeit der Maggi-Würze mit Liebstöckel; Maggi-Würze enthält jedoch keinen Liebstöckel. Zu Hause ist der Liebstöckel in Südeuropa und in Südwestasien. Durch die alten Römer gelangte dieses Kraut später in mitteleuropäische Gebiete. Liebstöckel gehört besonders in Norditalien zu den beliebtesten Kräutern.
Häufig werden die ohnehin schon schmackhaften Salate mit Liebstöckel verfeinert. Das gibt der gesunden Rohkost die besondere Note. Doch auch Suppen und Soßen erhalten durch Liebstöckel das ganz spezielle Extra. Liebstöckel wird unter anderem auch Maggikraut genannt. In der Tat verströmt es einen kräftigen, maggiartigen Geruch. Ebenso erinnert der Geschmack an eine Mischung aus Maggi, Sellerie und Suppengrün. Daher eignet sich Liebstöckel sehr gut zur Zubereitung von Eintöpfen und Suppen. Des Weiteren passt er gut zu Soßen und Salaten, allerdings sparsam dosiert. Liebstöckel neigt durch sein kräftiges Aroma dazu, andere Zutaten geschmacklich zu übertrumpfen. Die Verarbeitung von frischem Liebstöckel sollte rasch erfolgen. Nur allzu gerne wird er von Ungeziefer befallen!
 
Steckbrief
Heilwirkung: Achtung! Nicht in der Schwangerschaft anwenden. anregend, blutstillend, harntreibend, krampflösend, schleimlösend, schweißtreibend, Appetitlosigkeit, Abmagerung, Blasenentzündung, Blasensteine, Nierenleiden, Nierensteine, Blähungen, Magenbeschwerden, Mangel an Magensäure, Verdauungsschwäche, Verstopfung, Stoffwechsel anregend, Rheuma, Gicht, Wassersucht (Ödeme), Menstruationsfördernd, Menstruationskrämpfe, Mittelohrentzündung, Halsentzündung, Kehlkopfentzündung, Mundschleimhautentzündung, Bronchitis, Husten, Herzschwäche, Wassersucht, Ödeme, Nervenschwäche, Nervosität, Ekzeme, Furunkel, eitrige Wunden, Gewürz
wissenschaftlicher Name: Levisticum officinale
Pflanzenfamilie: Doldenblütler = Apiaceae
englischer Name: Lovage
volkstümliche Namen: Badkraut, Gebärmutterkraut, Gichtstock, Leibstöckle, Leppstock, Levestock, Liebesröhre, Liebrohr, Liebstengel, Lobstock, Lübstock, Lustecken, Luststöckel, Maggikraut, Nervenkräutel, Rübestöckel, Saukraut, Sauerkrautwurz, Schluckwehrohr, Wasserkräutel
Verwendete Pflanzenteile: Blätter als Gewürz, Wurzel und Samen in der Heilkunde
Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl, Angelikasäure, Apiol, Apfelsäure, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Fette, Gummi, Harze, Invertzucker, Kampfer, Carvon, Isovaleriesäure, Cumarine, Myristicin, Umbelliferon
Sammelzeit: Blätter: Frühjahr, Wurzel: Zeitiges Frühjahr oder Spätherbst, Samen: Spätsommer
Inhaltsstoffe, Geruch und Geschmack: Liebstöckel schmeckt sehr würzig und intensiv aromatisch. Charakteristisch für das Liebstöckelaroma, das dem von Sellerie ähnelt, sind die sogenannten Phthalide, spezielle Bestandteile des ätherischen Öls, die in beiden Gewürzen vorkommen. Das typische Maggi-Aroma kommt durch das ebenfalls im ätherischen Öl enthaltene Maggi-Keton (auch Sotolon) zustande. Neben ätherischem Öl enthält Liebstöckel zudem verschiedene Vitamine wie z.B. Vitamine der B-Gruppe, Vitamin C sowie die Mineralstoffe Kalzium, Eisen und Kalium.
 
Anwendung
Küchenkraut
Die frischen Liebstöckelblätter finden Verwendung als Gewürz, z. B. für Suppe, Eierspeise, Eierschwammerl (Pfifferlinge) oder andere Pilzgerichte. Der Geschmack erinnert an den von Sellerie, ist aber schärfer und bitterer. Feingehackte Blätter können zum Würzen von Suppen, Salaten, Obatztem und Eintopfgerichten verwendet werden. Die getrockneten Samen können bei der Zubereitung von Eintöpfen und Braten als Würze verwendet werden. Auch sind die Früchte als aromatisierende Komponente für Käsegerichte, Brot und Gebäck zu verwenden.
Pharmakologie
Als pharmazeutische Droge dienen: Die getrockneten Liebstöckelfrüchte. Sie werden volkstümlich bei Verdauungsbeschwerden und Blähungen sowie im Haushalt als Gewürz verwendet. Das in den Sommermonaten bis in den Herbst hinein etwa handhoch abgeschnittene, getrocknete Kraut. Es wird im Haushalt als Gewürz eingesetzt. Der ganze oder geschnittene, getrocknete Wurzelstock und die Wurzeln. Er enthält ätherisches Öl mit bis zu 70% Alkylphthaliden. Man setzt die Droge zur Durchspülungstherapie bei Harnwegsinfekten und zur Vorbeugung bei Nierengrieß ein. Da die in der Droge enthaltenen Furocumarine nicht wasserlöslich sind, ist bei Teezubereitungen nicht mit phototoxischen Nebenwirkungen zu rechnen. Schon Dioskurides beschreibt Samen und Wurzel von ligystikón (ligusticum bei Columella und Plinius) als erwärmend, verdauungsfördernd, diuretisch und emmenagog, auch gegen den Biss wilder Tiere. Allerdings ist die Zuordnung zu unserem Levisticum fraglich. Liebstöckel war ein beliebtes Heilmittel in Mittelalter und Barock. Hildegard von Bingen lobt ihn u. a. bei Halskrankheiten, Lonicerus als diaphoretisch, diuretisch, verdauungsfördernd und magenerwärmend, Matthiolus als emmenagog, stein- und windtreibend. Weinmann nennt ihn ein Antidot, Diuretikum, Diaphoretikum und Wundmittel, besonders bei Magenerkältung, Engbrüstigkeit und als Emmenagogum. Hufeland nutzte ihn oft bei Hydrops. Leclerc nennt ihn ein Karminativum und Diuretikum. Nach Schulz wird er auch bei chronischen Katarrhen und Menostase gebraucht. In der Schweiz und im Elsaß trinke man bei Halsweh Milch durch die Pflanzenstängel. Auch fördere er bei Rindern das Kalben. In der Volksheilkunde wird Liebstöckel auch bei Menstruationsstörungen und als schleimlösendes Mittel eingesetzt. In der Homöopathie und der anthroposophischen Medizin wird Liebstöckel u. a. bei Mittelohrentzündung gegeben.
Verdauungsmittel
Der Haupt-Einsatzzweck des Liebstöckels sind Verdauungsprobleme. Er stärkt den Appetit, wirkt Abmagerung entgegen und stärkt die Verdauungsorgane so, dass sie die gegessene Nahrung auch gut verdauen können. Man kann Liebstöckelsamen, die Wurzel oder die Blätter als Tee oder Tinktur einnehmen oder man würzt die Speisen mit Samen oder Blättern. Im Tee schmeckt der Liebstöckel sehr würzig, was für Tees eher ungewohnt ist.
Stoffwechsel und Harnorgane
Durch seine harntreibenden und aktivierenden Eigenschaften stärkt der Liebstöckel den Stoffwechsel und die Harnorgane. Dadurch, und auch durch seine herzstärkende Wirkung hilft er auch bei Wasseransammlungen in Füssen und Beinen. Auch bei Rheuma und Gicht kann man Linderung durch den Liebstöckel erfahren. Eine Kur mit einem Liebstöckel-Wein (1EL auf ½ Liter Weißwein) soll den Abgang von Nierensteinen und Nierengrieß fördern.
Frauenheilkunde
Der Liebstöckel fördert die Menstruation und sorgt durch seine entkrampfende Wirkung dafür, dass Periodenkrämpfe gelindert werden. Bei der Geburt kann der Liebstöckel die Wehen fördern und erleichtern. Darum sollte man ihn auch nicht in der Schwangerschaft anwenden, außer zu einem späten Zeitpunkt, wenn die Geburt schon fällig ist.
Atemwegserkrankungen
Bei fieberfreien Erkältungen kann der Liebstöckel bei Husten, Halsschmerzen und sogar bei Ohrenschmerzen helfen. Allerdings sollte man den Liebstöckel nicht bei Fieber verwenden, da er das Fieber eher verstärken könnte.
Hauterkrankungen
Äußerlich kann man Abkochungen der Wurzel als Waschung, Bad oder Umschlag bei Ekzeme, eitrige Wunden und Furunkel verwenden.
Aphrodisiaka
Als wären der Heilwirkungen nicht schon genug, wird dem Liebstöckel außerdem noch nachgesagt, ein Liebesmittel zu sein. Seine stärkende und anregende Wirkung sprechen dafür, aber vielleicht ist es auch der Name und die Triebkraft des Wuchses, die dem Liebstöckel zu diesem Ruhm verholfen hat.
Liebstöckel als Heilkraut
Für medizinischen Zwecke werden sowohl die Blätter wie auch die Wurzeln und die Samen verwendet; letztere werden insbesondere getrocknet als Tee aufgebrüht (2 Teelöffel Liebstöckelsamen auf ca. 300 ml kochendes Wasser, etwa 10 min zugedeckt ziehen lassen).
Besonders die Wurzeln (Rhizome) sind reich an ätherischen Ölen und krampflösenden Inhaltsstoffen, die auch nach dem Trocknen nicht ihre Wirkung verlieren. Die Rhizome haben hier auch vermutlich die stärkste Wirkung.
Um Probleme im Bereich des Magens und Darms zu beheben, z.B. Appetitlosigkeit und Verstopfung, wird entweder ein Tee getrunken und die Blätter gegessen.
Bewährt hat sich Liebstöckel jedoch vor allem bei Blasenentzündungen und Harnwegsinfekten, da das Kraut nicht nur entzündungshemmend ist, sondern auch harntreibend wirkt. An dieser Stelle ist Vorsicht für Personen angebracht, die unter Nierenkrankheiten leiden, und sollten Rücksprache mit dem Arzt halten, ob eine Entwässerungskur mit Liebstöckel empfehlenswert ist.
Liebstöckel ist auch in der Frauenheilkunde nicht unbekannt, da sich die krampflösenden und anregenden Inhaltsstoffe vom Maggikraut positiv auf Menstruationsschmerzen auswirken – Gründe, weshalb ein weiteres Synonym für Liebstöckel Gebärmutterkraut heißt. Schwangere sollten aufgrund der durchblutungsfördernden und entkrampfenden Wirkung auf den übermäßigen Verzehr von Liebstöckel verzichten. Teilweise kommt Liebstöckel zum Zeitpunkt der Entbindung bei einigen Hebammen zum Einsatz, um die Geburt zu unterstützen.
Auch bei Hautproblemen verspricht Liebstöckel Abhilfe. Ekzeme und Pickel werden mit Tinkturen aus Liebstöckel behandelt. Außerdem wird Liebstöckel in der Phytotherapie für die Behandlung von Gicht und Rheuma eingesetzt.
In alten Kräuterbüchern, so z.B. im Gart der Gesundheit, wurde der Liebstöckel zur Stärkung, aber auch als Mittel verwendet, welche „die todte geburt auß treibet“. Im besagten Buch, wurde besonders auf die Anwendung der Liebstöckel-Samen eingegangen, denen ein hoher medizinischer Nutzen nachgesagt wurde. Aber auch das Kraut selbst fand Erwähnung. U.a. wurde ein Liebstöckelbad gegen Schweißausbrüche empfohlen. Als Wein in Kombination mit Kümmel wurde berichtet, dass dieser „ein guten magen“ und „die bösen winde aus dem darme“ vertreibt.
Hinweis/Gegenanzeigen:
Liebstöckel sollte in der Schwangerschaft gemieden werden. Menschen, die ein konkretes Nierenleiden haben, sollten Liebstöckel nicht verwenden, da sich das Nierengewebe bei eingeschränkter Nierenfunktion entzünden kann. Das Kraut enthält zudem so genannte Fucocumarine, die mitunter bei üppiger Sonneneinstrahlung Hautreizungen auslösen können.
Heilkräftige Pflanzenteile
In erster Linie wird die Wurzel zeitlich im Frühjahr oder im Spätherbst gegraben. In der Volksmedizin wird auch der Samen verwendet. Sowohl die Wurzel, als auch die Samen sind im Schatten sorgfältig zu trocknen und in dunklen Gläsern aufzubewahren.
Heil- und Wirkstoffe
Die Wurzel enthält in erster Linie äth3erisches Öl, Invertzucker, Saccharose, Stärke, Gerbstoffe, Gummi, Fett, Harz, Apfelsäure, vermutlich auch Angelikasäure.
Heilwirkung
Bereits bei Dioskurides und bei Plinius wird die Wurzel und auch der Samen als sehr heilkräftig beschrieben. Die Pflanze gilt vor allem als sehr gutes Magenmittel bei Verdauungsbeschwerden, Magenschwäche und Magenverschleimung. Auch die Heilige Hildegard ist voll des Lobes über die lubesteckl und wird im Capitulare zum Anbau empfohlen. Die Heilpflanze hat aber mit Liebe nichts zu tun, sondern ist der Name Liebstöckel aus dem althochdeutschen Wort lubistechel hervorgegeangen, eine Wortverstümmelung aus dem lateinischem Namen. Als stark aromatisch riechende Pflanze wurde sie im Mittelalter als Sympathiemittel bei Liebeswerbungen angewendet, umso mehr, als die falsche Deutung des Namens darauf hinwies. Liebstöckel ist ein wassertreibendes Mittel und hilft bei Wassersucht, besonders bei wassersüchtigen Anschwellungen der Füße (Dr. Madaus), bei Harnblasenkatarrh, Nierenbeckenentzündung (Pyelitis), überhaupt bei Nierenerkrankungen, krankhaften Urinbeschwerden, Eiweiß im Harn und sehr zu empfehlen bei Migräne durch schlechte Nierenfunktion. Liebstöckel ist ein gutes Frauenmittel zur Förderung der zu schwachen Regel. Schwangere Frauen dürfen jedoch Liebstöckel nicht anwenden, auch darf allgemein Liebstöckel nur im vollkommen fieberfreien Zustand genommen werden!
Sehr gute Heilerfolge werden ferner erzielt bei Steinbildung, gichtischen und rheumatischen Beschwerden, bei übelriechendem Schweiß und schließlich bei allgemeiner Nervenschwäche.
Für alle die genannten Leiden und Beschwerden verwendet man die frische oder getrocknete Wurzel, zerkleinert, zubereitet als Aufguss. Bei Anwendung der frischen Wurzel nimmt man einen halben Teelöffel, bei getrockneter Wurzel einen ganzen Teelöffel für 1 Tasse, 2 Tassen am Tage, zuckerlos und schluckweise getrunken. Man kann auch 1-3 Messerspitzen der fein gepulverten Wurzel einnehmen und etwas Wasser nachtrinken.
Die Abkochung der Wurzel wird vielfach als Bäderzusatz zur Stärkung der Unterleibsorgane der Frauen empfohlen.
Bäder beziehungsweise Umschläge aus der Wurzelabkochung fördern die Heilung alter oder vereiterte Wunden.
Anwendung in der Volksheilkunde
Alle die genannten Heilanwendungen stammen ursprünglich aus der Volksheilkunde und wurden von der wissenschaftlichen Medizin der Gegenwart bestätigt.
Die Volksheilkunde hat aber noch weitere Anwendungsmöglichkeiten:
Die gepulverte Wurzel gekocht und mit dem Absud gewaschen, vertreibt die Leberflecken.
Ein Wurzelansatz in Branntwein, schluckweise im Bedarfsfalle genommen, löste Magenkrämpfe, stillt die Kolik, fördert die Verdauung, die Appetitlosigkeit und stärkt den Magen.
Der Wurzelabsud wird in der Volksheilkunde bei Gelbsucht empfohlen. Vielfach wird der Samen als der wirkungsvollere Pflanzenteil gehalten. Liebstöckelsamen zerstoßen, 1 Esslöffel in einen halben Liter Weißwein angesetzt und davon täglich am Morgen, nüchtern, 1 Stamperl getrunken, eröffnet die Leber und die Milz und verbessert die Funktion dieser Organe. Auch wird nach Ansicht der Volksheilkunde durch diesen regelmäßigen Trunk der Abgang von Nierensteinen und Nierengrieß gefördert. Aus den Samen wird vereinzelt ein Öl in einen Schluck warmen Weißwein und trinke dies bei Bauchgrimmen, Bauchschmerzen und kolikartigen Beschwerden.
Anwendung in der Homöopathie
Aus den frischen Wurzeln stellt die Homöopathie eine Essenz her, 8-10 Tropfen, dreimal, bei gleichen Heilanzeigen.
Liebstöckel in der Küche
Optisch erinnern die Blätter von Liebstöckel an die Blätter von Staudensellerie. Ebenso ähnlich ist der Geruch von Liebstöckel, aber im Vergleich zu Sellerie intensiver und würziger, leicht bitter und lieblich zugleich. Wegen dem kräftigen Aroma wird Maggikraut als würzendes Kraut in vielen Suppen, Eintöpfen und deftigen Fleischgerichten verwendet. Aber auch Liebstöckelsamen finden Verwendung in der Küche. So werden beispielsweise die Samen während der Herstellung von Käse als natürlicher Aromageber hinzugefügt, oder wie Kümmel in Brot oder Brötchen verbacken.
Liebstöckel ist ein ausgezeichnetes Würzkraut für viele deftige Speisen sowie für Fleischgerichte wie Tafelspitz, Geflügel und Fisch. Das Kraut harmoniert ganz hervorragend mit Knoblauch.
Für die Zubereitung in warmen Speisen empfiehlt es sich das Kraut erst gegen Ende des Kochens zuzufügen, da das Kraut sonst einiges von seinem kräftigen Aroma einbüßt. Zum Kochen können sowohl getrocknete als auch frische Blätter verwendet werden.
Getrocknete Liebstöckelkräuter sollten immer gut verschlossen sein. Gut geeignet sind Gläser mit luftdichtem Verschluss. Die Kräuter sind am besten kühl und trocken aufzubewahren und vor direktem Sonnenlicht zu schützen.
Hinweis: Liebstöckel eher sparsam verwenden, da es sehr intensiv schmeckt! Wem das Aroma zu aufdringlich ist, der kann die Blätter nach kurzer Kochzeit entfernen.
 
Pflanzenkunde
Das Liebstöckel gehört so wie Petersilie und Sellerie zur Familie der Doldenblütler und ist eine mehrjährige Pflanze. Blühend kann das Liebstöckel bis zu zwei Meter hoch werden und an geeigneten Standorten ein Alter bis zu 15 Jahren erreichen. Dies gelingt der Pflanze durch den Besitz eines speziellen Überdauerungsorgans im Boden, das auch in der Naturheilkunde zum Einsatz kommt. Vorrangig werden aber die Blätter als Gewürz verwendet. Gefiedert und dunkelgrün erinnern sie an jene von Sellerie und Petersilie. Seltener werden die Stängel und Früchte zum Würzen eingesetzt.
Tipp: Liebstöckel kann gut im Garten angepflanzt werden und ist eine eher anspruchslose, mehrjährige, winterharte Staude. Da die Pflanze sehr groß wird, ist ein Stock meist ausreichend.
 
Pflanzenbeschreibung
Liebstöckel ist eine winterharte, ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 1 bis 2,5 m erreichen kann. Die ganze Pflanze riecht aromatisch. Der verzweigte Stängel ist intensiv grün. Es wird ein Rhizom als Überdauerungsorgan gebildet, das einen Durchmesser von 4 bis 5 cm aufweist. Besonders die unteren Laubblätter sind lang gestielt. Die Blattspreite ist zwei- bis dreifach gefiedert. Das Endblättchen ist breit dreieckig bis eiförmig, 4 bis 11cm lang und 2 bis 7cm breit. Die gestielten Fiederblättchen sind zwei- bis dreilappig mit wenigen Zähnen. Der doppeldoldige Blütenstand weist einen Durchmesser von 12cm auf, besitzt sieben bis elf Hüllblätter mit weißen Rändern und enthält 12 bis 20 Döldchen. Die Döldchen besitzen acht bis elf Hüllchen und enthalten viele Blüten. Die gelblichen bis hellgrünen Blüten sind unscheinbar. Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Die braune Frucht ist 5 bis 7 mm lang und 3 bis 4 mm breit. Die Früchte reifen zwischen August und September.
Der Liebstöckel ist in Europa heimisch, kommt aber ursprünglich aus südlichen Ländern. Er liebt sandige und gut gedüngte Böden, kommt aber auch mit anderen Böden klar. Seine ausdauernde Wurzel treibt im zeitigen Frühjahr kraftvolle Triebe, die zuerst rötlich sind, aber bald grün werden. Die Triebkraft der ersten Sprosse ist enorm und die Pflanze wächst von Tag zu Tag so sehr, dass man nur so staunt. Diese enorme Wuchskraft ist wahrscheinlich einer der Gründe, warum die Pflanze Liebstöckel heißt. Innerhalb kurzer Zeit erinnert der Liebstöckel an einen hüfthohen Busch mit weichen Stängeln und glatten, weichen Blättern. Die Blätter sind grob gesägt und riechen bei Berührung würzig. Der würzige Geruch und Geschmack hat der Pflanze den Namen Maggikraut gegeben. Im Hochsommer stängelt der Liebstock gewaltig nach oben. Die Stängel werden über zwei Meter hoch und bilden gelbliche Doldenblüten aus. Im Gegensatz zu den filigranen Blüten des Dills und Fenchels sind die Blüten des Liebstöckels sehr kompakt und kräftig. Aus den Blüten bilden sich Samen, die man ernten, trocknen und als Heilmittel oder Gewürz benutzen kann.
Botanik
Der dicke, kurze Wurzelstock von erdbrauner bis hellgrauer Farbe hat verzweigte, bis zu 30-40cm lange Wurzeln und treibt einen röhrigen, runden und aufrechten Stängel empor. Er kann bis zu 2m hoch werden und ist oben verzweigt. Die unteren großen Blätter sind dagegen kürzer gestielt. Man unterscheidet auch oberste Blätter, die ungestielt sind und direkt auf den Scheiden sitzen. Auch die Blattform dieser drei Blattarten ist verschieden. Die untersten Blätter sind dreizählig, 2-3fach fiederschnittig, die oberen Blätter sind dagegen weniger gegliedert und die obersten Blätter sind einfach, auch ungeteilt. Die Blütendolden sind 10-20 strahlig und mit lanzettlichen, fast immer berandeten Hüllblättern und Hüllchenblättern versehen. Die kleinen Blüten sind gelb, die Blumenkronblätter fein behaart und an der Spitze eingebogen.
Geruch und Geschmack
Der Geruch ist eigenartig stark, würzig, sellerieähnlich. Das Kraut auch in geringen Mengen verfüttert, gibt den Geruch der Milch und auch dem Fleisch weiter. Der Geschmack ist anfangs süßlich, später scharf würzig und etwas bitter.
Blütezeit
Juli bis August
Samenreife
Ab Mitte August bis Ende September
Standort
Frei in der Natur finden wir das Liebstöckelkraut nur als gelegentlichen Flüchtling aus Bauerngärten, wo es – besonders in Gebirgsgegenden – gerne gezogen wird. Größere Kulturen sind in Österreich, Deutschland und Frankreich angelegt.
 
Aussäen und pflanzen
Liebstöckel ist eine anspruchslose und pflegeleichte Pflanze.
Standort
Das Maggikraut bevorzugt nährstoffreiche, leicht gekalkte, lehmige und eher feuchte Böden. Die Pflanze toleriert sowohl sonnige als auch halbschattige Lagen, wenngleich sonnige Standorte bevorzugt werden.
Gießen
Die Bewässerung des Krauts sollte regelmäßig erfolgen. Die Erde sollte immer mäßig feucht gehalten werden. Staunässe ist jedoch zwingend zu vermeiden. Außerdem sollte der Wurzelballen niemals vollständig austrocknen, da die Pflanze dadurch kurzfristig einen immensen Schaden davonträgt.
Aussaat
Die Aussaat von Liebstöckel erfolgt im Frühling (Ende März bis Ende April) direkt im Freiland. Ebenso ist es möglich, Liebstöckel ab Februar in der Wohnung in Pflanzschalen vorzuziehen. Der Liebstöckel kann dann pikiert werden und ins Freiland oder auf dem Balkon kultiviert werden. Insofern der Liebstöckel auf dem Balkon kultiviert wird, bringt eine Südlage mit Vollsonne meist die besten Ergebnisse.
Vermehrung
Statt der Nachzucht über Samen lässt sich Maggikraut einfach über Teilung vermehren. Die Pflanze wird mitsamt den Wurzeln geteilt und eingepflanzt.
Düngung
Für die Düngung genügen einige Gaben an Kompost oder organische Langzeitdünger. Liebstöckel ist ein Mittelzehrer und benötigt etwas mehr Nährstoffe als viele andere Kräuter. Empfohlen wird auch das Mulchen der Beete, wo der Liebstöckel wachsen soll. Bei gutem Mulchen, müssen die Böden nicht zusätzlich gedüngt werden, da durch die Zersetzung des Materials ausgiebig Nährstoffe zur Verfügung stehen.
Überwinterung
Liebstöckel ist winterhart und braucht im frostigen Winter nicht ins Haus geholt werden. Allerdings zählt Liebstöckel nicht zu den immergrünen Kräutern; das Laub verwelkt zum Ende der Vegetationsperiode, treibt aber im Folgejahr wieder aus.
Pflege
Da Liebstöckel dazu neigt, kräftig in die Höhe zu wachsen, empfiehlt es sich, die Pflanzen mit entsprechenden Konstruktionen wie Stäben zu stützen. Will man frische Liebstöckelblätter das ganze Jahr über ernten, empfiehlt es sich die Pflanze vor der Blüte zurückzuschneiden.
Ernte
Zur Ernte sollten am besten die frischen und eher jungen Blätter gepflückt werden. Als geeignete Erntezeit empfiehlt sich die Zeit vor der Blüte. Verwendung finden ebenfalls die Rhizome, die häufig umgangssprachlich als Wurzel gedeutet werden.
Krankheiten und Schädlinge
Das Maggikraut ist ein recht robustes Kraut. Krankheiten sind beim würzigen Doldenblütler nur selten zu erwarten. Gelegentlich können die weiße Thripse, diverse Weichwanzen sowie Blattläuse vorkommen. Diese treten jedoch meist nur dann auf, wenn das Kraut unter starken Stress steht. Maggikraut ist andererseits sogar als Kraut geeignet, welches viele Schädlinge fernhalten kann.

BACHBLÜTE WILLOW
Ich habe Haßgefühle                                             
Diese haben große Hassgefühle
Mit Willow können diese Hassgefühle gemindert werden
BACHBLÜTE AGRIMONY
Ich bin ein nervöser Mensch                       
Ein nervöser Menschen hat ein Agrimony-Mensch sehr viel gemein
Mit der Blüte werden sie ruhiger und gelassener und können endlich das nervöse ablegen
Hildegards Lebens- und Heilmittel
Getreide
Hildegard von Bingen kannte zwar weder Vitamine noch Mineralstoffe – diese wurden erst im 20. Jahrhundert von den Naturwissenschaften „entdeckt“. Trotzdem stimmt ihre Einschätzung des Heilwerts von Nahrungsmitteln häufig mit neuesten ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen überein. Ihre Bevorzugung einer auf Getreide basierenden Mischkost ist heute unumstritten und wird von anderen Ernährungslehren wie der Makrobiotik und der Ayurveda bestätigt.
Bis vor etwa 100 Jahren diente Getreide auf der ganzen Welt als wichtigste Ernährungsgrundlage: In Europa waren es Roggen, Weizen, Gerste und Hafer, in Afrika Hirse, in Mittel- und Südamerika Mais und in Asien Reis und Buchweizen. Kaum ein anderes Lebensmittel enthält nahezu alle lebensnotwendigen Stoffe in einem solch ausgeglichenen Verhältnis wie das Getreide. Eiweiß und Fette, Kohlenhydrate, Vitamine, Mineral- und Faserstoffe sind in jeder Getreideart, allerdings in unterschiedlichen Umfang, vorhanden. In Europa nahm der Verzehr von Getreide in den vergangenen 150 Jahren kontinuierlich ab. Vom täglichen Brot einmal abgesehen, fanden sich Getreidebreie und Getreidemus kaum noch auf dem Speiseplan. Das Brotgetreide wurde mithilfe moderner Getreidemühle immer stärker ausgemahlen, dass heißt vom Kleie (Ballaststoffen) und Keimlingen getrennt. Die heute handelsüblichen Auszugsmehle der Typen 405 und 550 bestehen nur aus dem weißen Mehlkörper, der erheblich weniger Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente enthält als Vollkornmehl. Auszugsmehle sind daher für eine gesunde Küche nicht geeignet.

Der Schal
Der Schal ist eine spezielle Anwendung für die Brust und den oberen Teil des Rückens. Man kann ihn deshalb so bezeichnen, weil derjenige, welcher einen Schal trägt, ihn auf die gleiche Weise umlegt, wie dieser Wickel umgelegt werden soll. Er dehnt sich aus über die Schultern und reicht hinunter bis über die Brust.
Achtung: Die Technik hierfür ist sehr schwierig und sollte nur von ausgebildeten Fachpersonal durchgeführt werden. Daher eignet er sich nicht für den Hausge-brauch. Eine Alternative zum Schal, die auch vom Laien angewendet werden kann, ist der Brustwickel.
TECHNIK
Zur Vorbereitung werden Zwischentuch und Wolldecke bereitgelegt. Aus dem in kaltes Wasser getauchten, ausgewrungenen quadratischen Wickeltuch wird ein Dreieck gefaltet. Der Patient setzt sich im Bett auf und das Tuch wird ihm mit der Breitseite auf die Schultern gelegt und glattgestrichten. So sieht es ähnlich wie ein Umhang aus. Über Brust und Oberarme wird ebenfalls ein in kaltes Wasser getauchtes und ausgewrungenes Tuch gelegt. Nun werden die Schalenden zwischen Rumpf und Arm eingesteckt. Das Zwischentuch und die Wolldecke werden ebenso um den Oberkörper gelegt. Eventuell kann für einen halsnahen Abschluß hier auch noch einen kleineres trockenes Tuch eingeschoben werden, um ein Kratzen der Wolldecke zu vermeiden. Danach legt sich der Patient wieder hin und wird gut zugedeckt.
Wie man das Tuch in gewöhnliches Wasser tauchen kann, gerade so kann man es in Heublumen-, Zinnkraut- oder Haferstroh-Wasser tauchen. Der Schal, in reines, gewöhnliches Wasser getaucht, wird in der Regel kalt genommen, wird er jedoch in Heublumen-, Zinnkraut- oder Haferstrohwasser getaucht, so nimmt man ihn warm, weil solche Beimischungen verwendet werden, um Krankheitsstoffe aufzulösen, während kaltes Wasser da verwendet wird, wo mehr Hitze ausgeleitet werden soll.
Der kalte Schal darf nie länger als höchstens zwölf bis fünfzehn Minuten auf-gelegt und kann so zwei- bis dreimal erneuert werden, andernfalls würde sich zu viel Hitze entwickeln und der Zustand des Patienten sich eher verschlimmern als bessern. Dagegen dürfen die Kräuterabsud-Auflagen wohl anderthalb Stunden liegenbleiben, sollten jedoch nach Verlauf einer halben Stunde, mindestens nach drei Viertelstunden frisch eingetaucht werden. Der warme Schal bleibt höchstens eine halbe bis drei Viertelstunden warm, dann wird er kalt und es tritt rasch Frost ein, welcher schädlich ist. Er muss somit nach einer halben Stunde wieder frisch eingetaucht werden, damit die erhöhte Wärme eine Auflösung bewirkt.
WIRKUNG
Bei Hitzen, beginnenden Entzündungen an oder im Kopfe, bei fieberhaften Katarrhen, bei Verschleimungen im Hals, in der Luftröhre, auf der Brust wirkt der Schal auflösend und ableitend.

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