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Sonnentau
Der Sonnentau ist eine hochinteressante Pflanze, die aus dem Reich der Mythen zu stammen scheint. Seine rundlichen Blätter haben rote Tentakel mit klebrigen Tropfen, an denen Insekten hängenbleiben, von denen sich der Sonnentau ernährt. Die Tatsache, dass der Sonnentau Insekten verspeist, ist jedoch noch gar nicht so lange bekannt. Viel länger weiß man schon von den Heilkräften des rundblättrigen Sonnentaus. Er wurde schon seit vielen Jahrhunderten als Heilpflanze gegen Husten und Lungenerkrankungen aller Art verwendet.
Die Gattung Sonnentau zählt zur Familie der Sonnentaugewächse und bildet mit ihren annähernd 200 Arten die zweitgrößte Gattung fleischfressender Pflanzen. Charakteristisch sind die mit Klebedrüsen besetzten Blätter der Pflanzen, die ihr den Fang von Beute und so das Gedeihen auch in nährstoffarmen Gebieten ermöglichen. Die Gattung ist annähernd weltweit verbreitet, Hauptverbreitungsgebiete sind Australien, Südamerika und Südafrika. Zahlreiche der Arten sind durch den Menschen gefährdet. Einige wenige Arten allerdings werden als Zierpflanzen geschätzt.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Reizhusten
Heilwirkung: antibiotisch, entzündungshemmend, krampflösend, sekretlösend, reizlindernd
Anwendungsbereiche: Asthma, Bluthochdruck, Bronchitis, COPD, Hauterkrankungen, Husten, Keuchhusten, Krampfhusten, Verdauungsbeschwerden, Früher: Epilepsie, Tuberkulose, Psychosen, Unfruchtbarkeit, Warzen
wissenschaftlicher Name: Rundblättriger Sonnentau: Drosera rotundifolia
Pflanzenfamilie: Sonnentaugewächse = Droseraceae
englischer Name: Common Sundew
volkstümlicher Name: Bauernlöffel, Brockkraut, Brunstkraut, Bullenkraut, Egelkraut, Engelkraut, Fettkraut, Fliegenfalle, Foaste, Frickatau, Frisminit, Gideonswurz, Goldener Widerton, Himmelstau, Immertau, Insektenfressa, Jungfernblut, Jungfernblüte, Jungfernöl, Jungferntröpfle, Kälberblume, Löffelkraut, Mandeln, Marienträne, Perlknöpf, Rossoli, Sindaw, Sinnau, Sinnthau, Sondau, Sonnenbrand, Sonnenlöffel, Stierkraut, Wettertau, Widerton
Verwendete Pflanzenteile: Kraut (Pflanze geschützt)
Inhaltsstoffe: Droseron = Plumbagin = Naphthochinonderivate, Gerbstoff, Ameisensäure, Apfelsäure, Essigsäure, Zitronensäure, Bitterstoffe, ätherische Öle, Flavonoide, Anthocyan, roter Farbstoff, Schleimstoffe
Sammelzeit: Juli und August
 
Anwendung
Sonnentau kann man wahlweise als Tee, als Tinktur oder als Fertigpräparat anwenden. Die häufigste Art, Sonnentau anzuwenden ist traditionell der Tee, aber heutzutage wird der Sonnentau häufiger als Fertigarznei verwendet. Da der Sonnentau geschützt ist, darf man ihn in der Natur nicht selber sammeln. Man erhält jedoch Sonnentaukraut in manchen Kräuterhandlungen und -onlineshops. Im Handel wird meistens Sonnentau aus außereuropäischen Ländern angeboten, teilweise auch andere Sonnentauarten, die jedoch die gleiche Heilwirkung haben.
Tee
Für einen Sonnentautee übergießt man einen Teelöffel Sonnentaukraut mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen. Anschließend abseihen und in kleinen Schlucken trinken. Von diesem Tee trinkt man ein bis zwei Tassen täglich.
Achtung! Da der Sonnentau eine starke Wirkung hat, sollte man nicht mehr als zwei Tassen täglich davon trinken. Die Folge einer Überdosierung wäre möglicherweise verstärkter Husten oder gar Atemnot. Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschließend kann man wieder sechs Wochen lang Sonnentautee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Sonnentauwirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.
Tinktur
Um eine Sonnentautinktur selbst herzustellen, übergießt man frischen oder getrockneten Sonnentau in einem Schraubdeckelglas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen. Von dieser Tinktur nimmt man ein bis drei mal täglich 10-20 Tropfen ein. Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.
Fertigpräparate
Vom Sonnentau gibt es zahlreiche Fertigpräparate in Apotheken. Wahlweise gibt es den Sonnentau als Tinktur beziehungsweise Extrakt oder in homöopathischer Zubereitung. In homöopathischer Form wird der Son-nentau häufig mit anderen geeigneten Mitteln zu zugenannten Komplexmitteln gemischt. Die jeweiligen Fertigarzneien werden entsprechend dem Beipackzettel angewendet.
Innerlich
Sonnentau kann man innerlich, als Tee, Tinktur oder Fertigmittel vor allem gegen Husten aller Art einsetzen. Der Sonnentau wirkt in mehrfacher Hinsicht gut bei den meisten Erkrankungen der Lunge und der Atemwege. Er wirkt entkrampfend und schleimlösend, sodass der Hustenschleim gut und entspannt abgehustet werden kann. Quälender Hustenreiz wird gelindert. Außerdem wirkt Sonnentau entzündungshemmend, was hilfreich bei entzündlichen Prozessen in den Atemwegen ist. Da der Sonnentau zudem eine ausgeprägte antibiotische Wirkung hat, kann er gegen Keuchhusten, Bronchitis und sogar Lungenentzündung oder Tuberkulose eingesetzt werden. Bei diesen schweren Erkrankungen sollte man jedoch in erster Linie die ärztlich verschriebenen Medikamente, z.B. Antibiotika anwenden. Der Sonnentau kann den Heilungsvorgang allenfalls unterstützen. Außerdem hilft Sonnentau gegen Störungen der Verdauungsorgane, was jedoch eher unbekannt ist. Manche Menschen verwenden den Sonnentau auch gegen Bluthochdruck.
Hinweis! Bei der innerlichen Anwendung des Sonnentaus verfärbt sich der Urin grün-braun. Die hängt mit einem erhöhten Eiweißzerfall im Körper zusammen.
Äußerlich
Äußerlich kann man Sonnentautee, verdünnte Tinktur oder Salbe in Form von Umschlägen, Bädern, Waschungen oder Einreibungen anwenden. Mit dieser Art der Anwendung kann man verschiedene Hauterkrankungen lindern.
Homöopathie
Die Homöopathie setzt den Sonnentau unter der Bezeichnung "Drosera" sowohl in niedrigen Potenzen als auch in mittleren Potenzen gegen Husten und andere Erkrankungen der Atemwege ein. Man verwendet Drosera aber der Urtinktur bis hin zur Potenz D12. Als typisches Kennzeichen zur Indikation werden nächtliche Hustenanfälle mit Brechneigung und Erstickungsangst angesehen.
Heilpflanze
Im Sonnentau sind verschiedene medizinisch wirksame Inhaltsstoffe enthalten, nämlich Naphthochinonderivate (Plumbagin, Droseron, Ramentaceon) und Flavonglykoside (Quercetin, Myricetin, Kampferöl).  Sonnentau wurde gegen Reizhusten, zur Herzstärkung und als Aphrodisiakum, aber auch zur Behandlung von Sonnenbrand und gegen Sommersprossen verwendet. Als Hustenmedizin wurde er Anfang der 1990er Jahre noch in 200–300 zugelassenen Präparaten der Medizin eingesetzt, zumeist in Kombination mit weiteren Wirkstoffen. Unter den Präparaten sind heutzutage auch einige aus der Homöopathie vertreten, wobei Sonnentau und andere Wirkstoffe als Urtinktur verwendet werden.  Auf Wildsammlungen in Deutschland wird allerdings mittlerweile verzichtet; stattdessen werden entweder Gebiete in Madagaskar, Spanien, Frankreich, Polen und dem Baltikum abgeerntet oder es wird Sonnentau aus deutschen Zuchten verwendet, dort vor allem die schnellwüchsigen Arten Drosera madagascariensis, Drosera ramentacea, aber auch der Rundblättrige und der Mittlere Sonnentau.
Zierpflanzen
Durch ihre Karnivorie und die als anmutig empfundenen Fangblätter sind Sonnentauarten beliebte Zierpflanzen. Die meisten Arten haben allerdings aufgrund meist schwieriger Haltungsbedingungen oder der komplizierten Vermehrung nur geringe Marktchancen. Wenige, robuste Arten sind jedoch neben der Venusfliegenfalle als geläufige Karnivoren für den Massenmarkt mittlerweile in vielen Gartencentern oder Baumärkten erhältlich, insbesondere der Kap-Sonnentau und Drosera aliciae. Auch die anderen Sonnentauarten werden von einem mehrere Tausende starken, weltweiten Kreis von Sammlern kultiviert; es befinden sich derzeit so gut wie alle Arten in Kultur. Da viele Sonnentauarten sehr eng begrenzte Verbreitungsgebiete haben und auch in diesen selten sind, hat dies durch starke Absammlungen zu Rückgang und Gefährdung einiger Arten beigetragen.
 
Magische Anwendung
Im 13. Jahrhundert wurde der Sonnentau von vielen Alchemisten verwendet, in der Hoffnung, damit Gold herstellen zu können. Sie verwendeten den Sonnentau jedoch auch, um naheliegendere Ziele zu erreichen, beispielsweise zur Herstellung eines Lebenselixiers oder einer Goldtinktur. Auch Jäger verwendeten den Sonnentau in magischer Weise. Wenn ein Jäger den Sonnentau mit sich führt, dann soll er beim Schießen immer zuverlässig treffen. Der Sonnentau wurde im Mittelalter auch von Jedermann als Abwehrzauber verwendet. Wer Sonnentau mit sich führt soll vor Schadenszauber sicher sein. Man glaubte auch, dass man den Sonnentau verwenden könne, um Gifte zu erkennen. Sonnentau vermischt mit einem Gift solle Glas zerbrechen oder die Flüssigkeit zum Sieden bringen. Amulette aus Sonnentau sollten bei schweren Geburten helfen. Auch gegen Zahnschmerzen und Psychosen wurden Sonnentauamulette verwendet. Sowohl bei Menschen als auch bei Rindern galt Sonnentau als aphrodisierendes und fruchtbarkeitsförderndes Mittel.
 
Geschichtliches
Im Altertum wurde der Sonnentau vermutlich noch nicht als Heilpflanze verwendet. Zumindest sind aus dieser Zeit keine medizinischen Beschreibungen des Sonnentaus bekannt. Das ist auch nicht weiter erstaunlich, weil es den Sonnentau in Griechenland nicht gibt. Erst im späten Mittelalter finden wir Hinweise auf die Anwendung des Sonnentaus als Heilpflanze. Im 12. Jahrhundert nutzt Matthäus Platearius von der Schule von Salerno den "herba sole" genannten Sonnentau gegen Husten. Gegen 1300 erforschte der bekannte Arzt Arnoldus de Villanova die medizinische Wirkung des Sonnentaus. Er produzierte mithilfe des Sonnentaus sein bekanntes Goldwasser, das nahezu als Allheilmittel galt. Seine Forschungsergebnisse und Schriften wurden jedoch im Rahmen der Inquisition vernichtet. Im 15. Jahrhundert wurde der Sonnentau im Hortus Sanitatis gegen Epilepsie empfohlen. Dazu sollte man morgens auf nüchternen Magen SonnentauSaft trinken. Im 16. Jahrundert wurde der Sonnentau auch gegen die Pest verwendet, vermutlich weil die Pest in dieser Zeit so bedrohlich war, dass alle wirksamen Heilpflanzen als Mittel ausprobiert wurden. Durch seine antibiotischen Wirkungen ist eine Wirkung des Sonnentaus gegen die Pest nicht ganz ausgeschlossen. In der Neuzeit wurde der Sonnentau von mehreren Kräuterkundigen empfohlen, beispielsweise von Tabernaemontanus oder Prof. Dr. Ossiander. Sie verwendeten den Sonnentau in erster Linie gegen Erkrankungen der Atemwege und teilweise auch gegen Unfruchtbarkeit. In Schottland wurde der Sonnentau unter dem Namen "lus-na-feàrnaich" als Farbstoff verwendet, um damit die Farbe Purpur zu erzeugen. Erst im 19. Jahrhundert entdeckte Darwin die fleischfressende Eigenschaft des Sonnentaus. Er beobachtete, dass zahlreiche Insekten in den Tropfen und Ausläufern des Sonnentaus gefangen waren. Nach ausführlichen Beobachtungen und Forschungen kam er zu dem Schluss, dass der Sonnentau eine fleischfressende Pflanze ist. Im Jahr 1992 war der Sonnentau in Deutschland die Blume des Jahres.
 
Pflanzenbeschreibung
Der Sonnentau ist fast auf der ganzen Nordhalbkugel heimisch. Er wächst bevorzugt in Mooren der Höhenlagen. Man findet ihn häufig zusammen mit dem Torfmoos. Auf kalkhaltigem oder trockenem Boden findet man ihn nicht. Der Standort des Sonnentaus ist meisten sehr sonnig, also in offenen Mooren. Die mehrjährige Pflanze bildet im Winter einen sogenannten Hibernakel, eine Art Winterknospe. Aus dieser Winterknospe sprießt im Frühjahr eine Rosette, deren Stängel und Blätter in Bodennähe bleiben. An den Enden der Blatt-stiele wachsen rundliche Blätter, die mit roten Tentakeln (Drüsenhaare) bewachsen sind. Die roten Tentakel bilden ein Sekret, das an ihrem Ende als durchsichtige Tropfen austritt. Diese Sekret-Tropfen sehen aus wie Tautropfen, die auch bei Sonnenschein nicht verschwunden, was dem Sonnentau seinen Namen eingebracht hat. Ende Juni wächst aus der Rosette ein bis zu 20 cm hoher Blütenstängel, an dem ab Juli-August in einer Traube bis zu 25 kleine, weiße oder zartrosa Blüten wachsen. Die Blüten werden etwa einen Zentimeter groß. Sie haben fünf Blütenblätter. Die Blüten des Sonnentaus öffnen sich nur bei Sonnenschein. Sie sind eher unscheinbar und wirken vergleichsweise normal im Gegensatz zu den bizarr wirkenden Blättern des Sonnentaus. Daher werden diese Blüten von Laien oft gar nicht zum Sonnentau zugehörig betrachtet. Aus den Blüten entwickeln sich nach der Bestäubung Kapseln, in denen die bräunlich-schwarzen Samen heranreifen. Die Samen sind leicht genug, um mit dem Wind an entferntere Orte gebracht zu werden. Sonnentauarten sind selten ein-, meist aber mehrjährige krautige Pflanzen, rosettenbildend, aufrecht oder kletternd mit einer Wuchshöhe von einem bis einhundert Zentimetern, je nach Art; kletternde Sonnentau-Arten können jedoch eine wesentlich größere Länge erreichen, über 3 Meter sind berichtet worden. Sie können nachweislich ein Alter von über 50 Jahren erreichen. Die Gattung ist so sehr auf die Aufnahme von Stickstoff durch Insektenfänge spezialisiert, dass ihr, zumindest bei den Zwergsonnentauarten, das Enzym Nitratreduktase vollständig fehlt, das Pflanzen normalerweise zur Aufnahme von bodengebundenem Nitrat benötigen. Vegetative Vermehrung findet durch oberirdische Ausläufer, Stolonen, oder – je nach Wuchsform – durch Knollenbildung oder Brutschuppen statt.
Die Gattung lässt sich in verschiedene Wuchsformen einteilen: Temperierte Formen: Hierzu zählen alle in Europa vorkommenden Arten. Die Pflanzen ziehen zur Überwinterung in eine Überwinterungsknospe, einen sogenannten Hibernakel ein, aus dem sie im Frühjahr wieder austreiben (Hemikryptophyt). Interessanterweise existieren von einigen solchen Arten auch Formen unter subtropischen bis tropischen Bedingungen, die keine Winterruhe einlegen und dementsprechend auch keine Hibernakel ausbilden (Langblättriger Sonnentau, Mittlerer Sonnentau). Subtropische Formen: Die Pflanzen haben unter klimatisch annähernd gleich bleibenden Bedingungen eine ganzjährige Vegetationsperiode. Zwergdrosera: Eine Gruppe von rund 40 australischen Arten, die sich durch Zwergwuchs, die Bildung von Brutschuppen und die Ausbildung einer dichten Behaarung im Herzen der Rosette auszeichnen. Diese dient der Pflanze dazu, sich vor der intensiven Sonne im australischen Sommer zu schützen. Sie entspricht der Sektion Bryastrum. Knollendrosera: Über vierzig australische Arten ziehen zur Überdauerung eines extrem trockenen Sommers in eine unterirdische Knolle ein, aus der sie im Herbst wieder austreiben. Diese sogenannten Knollendrosera werden weiter unterteilt in aufrechtwachsende, kletternde und rosettenförmige Arten. Die Gruppe entspricht weitgehend der Untergattung Ergaleium. Petiolaris-Komplex: Eine tropische Gruppe australischer Arten, die unter gleich bleibend hohen Temperaturen, aber in wechselfeuchten Bedingungen lebt. Einige der 14 Arten der Gruppe haben dazu spezielle Strategien herausgebildet, zum Beispiel eine dichte Behaarung, die gleichermaßen vor Austrocknung schützt wie zum Auffangen von Kondenswasser aus der Luft dient; dies ist etwa beim Morgentau der Fall. Sie entspricht weitgehend der Sektion Lasiocephala. Obwohl nicht durch eine Wuchsform im strengen Sinne definiert, wird häufig noch eine weitere Gruppierung angeführt: Queenslanddrosera: Eine kleine Gruppe dreier Arten, die bei extrem hoher Luftfeuchtigkeit und geringer Lichtintensität in Regenwäldern des nordostaustralischen Bundesstaates Queensland gedeihen.
Das Wurzelsystem der meisten Sonnentauarten ist nur schwach ausgeprägt. Es dient hauptsächlich der Verankerung der Pflanze im Untergrund und zur Wasseraufnahme; für die Nährstoffversorgung sind die Wurzeln nahezu bedeutungslos. Einige südafrikanische Arten speichern in ihrer Wurzel Wasser und auch Nährstoffe. Bei manchen australischen Arten sind zu diesem Zwecke Knollen als Speicherorgane angelegt; sie dienen zur Überdauerung der Pflanze in extremer Trockenheit. Die Pfahlwurzeln von Zwergsonnentauarten sind oft extrem verlängert im Verhältnis zu ihrer Größe, eine ein Zentimeter große Pflanze kann eine Pfahlwurzel von bis zu 15 Zentimetern Länge ausbilden. Stämmchenbildende Zwergsonnentauarten bilden häufig im Alter Stützwurzeln aus, die von der Krone herab zum Boden wachsen.
Innerhalb der Gattung haben sich zahlreiche, teils sehr verschiedene Blattformen entwickelt, mit oder ohne Stiel. Die ungewöhnlichste Form hat dabei sicher die ein- bis mehrfach gegabelte Drosera binata. Je nach Art ist das gesamte Fangblatt unterschiedlich stark beweglich und unterstützt so den Fangvorgang, so kann der Kap-Sonnentau sein Blatt um mehr als 360° biegen und seine Beute dadurch nahezu völlig einschließen.
Unabhängig von ihrer Form zeichnen sich alle Sonnentauarten durch ihre mit klebrigen Sekreten besetzten Tentakel auf den Blättern aus, die bei allen Arten der Gattung bewegt werden können. Diese sind gestielte Drüsen, die ein klebriges, zuckerhaltiges Sekret absondern, dessen Schimmern Insekten anzieht, die dann am Sekret kleben bleiben. Die Tentakeln in der unmittelbaren Umgebung um die Beute neigen sich daraufhin ebenfalls in Richtung des Fangs und verstärken so die Haftung und spätere Verdauung. Die gefangenen Tiere finden entweder durch Erschöpfung den Tod oder ersticken am zähen Sekret, das in ihre Tracheen einsickert und diese verstopft. Die Tentakel sondern derweil Enzyme wie Esterase, Peroxidase, Phos-phatase und Protease ab, die nun die Beute langsam zersetzen und die darin enthaltenen Nährstoffe lösen. Die so gelösten Nährstoffe werden dann von den auf der Blattoberfläche sitzenden Drüsen aufgenommen und für den Wachstumsprozess verwendet. Letztere können bei einigen Arten aber auch fehlen, so zum Beispiel bei Drosera erythrorhiza.
Die Blüten des Sonnentaus stehen, wie bei fast allen Karnivoren üblich, an sehr langen Blütenständen über der Pflanze, damit mögliche Bestäuberinsekten nicht durch die Blätter gefangen werden. Die meist ungegabelten Blütenstände sind in der Regel Wickel, deren Blüten sich einzeln öffnen und meist nur kurz blühen. Entscheidend für die Öffnung der Blüte ist vor allem die Intensität der Sonne; die Blütenstände sind außerdem heliotrop, wenden sich also zur Sonne hin. Die radiären, zwittrigen Blüten sind immer einfach und fünfzählig; nur zwei Arten fallen diesbezüglich aus dem Rahmen, nämlich die vierzählige Drosera pygmaea und die acht- bis zwölfzählige Drosera heterophylla. Die Blüten der meisten Arten sind ausgesprochen klein, einige wenige haben jedoch Blüten mit einer Größe von bis zu vier Zentimetern Durchmesser. In der Regel sind Sonnentaublüten weiß oder rosa. Eine etwas größere Farbvielfalt herrscht bei den australischen und afrikanischen Arten; dort kommen vereinzelt auch orange, rote, gelbe oder gar violett-metallicfarbene vor. Die Fruchtknoten sind oberständig. Es werden Kapselfrüchte mit sehr vielen kleinen Samen gebildet. Viele Sonnentauarten sind selbstbefruchtend; häufig werden große Mengen an Samen produziert. Die Samen sind schwarz, staubfein und lichtkeimend, verlieren aber schnell an Keimfähigkeit. Fast alle Arten sind Windstreuer, bei einigen wenigen Arten gibt es eine spezielle Ver-breitungsform, bei denen die Samen durch den „Aufschlag“ eines Regentropfens aus der Samenkapsel herausgeschleudert werden (Regentropfen- oder SplashCup-verbreitung). Arten temperierter Zonen sind Frostkeimer.
 
Fleischfressende Pflanze
Die Besonderheit des Sonnentaus ist, dass er eine fleischfressende Pflanze ist. Diese Tatsache wurde erst im 19. Jahrhundert von Charles Darwin entdeckt. Die roten Drüsenhaare der Blätter sondern ein eiweißspaltendes Enzym ab, das die Verdauung der Insekten ermöglicht. Außerdem ist das Sekret so klebrig, dass Insekten darin kleben bleiben, wenn sie sich auf den Blättern niederlassen. Die Insekten werden also vom Sekret festgehalten und anschließend verdaut. So kommt der Sonnentau zu den dringend benötigten Proteinen und Stickstoffen, die in nährstoffarmen Mooren fehlen.
Andere Arten
Vom Sonnentau gibt es zahlreiche Arten. Viele dieser Arten sind genau so heilkräftig wie der bekannte rundblättrige Sonnentau.
Mittlerer Sonnentau - Drosera intermedia
Die Rosette des mittleren Sonnentaus wächst ein wenig höher als die des rundblätrigen Sonnentaus. Er wird etwa 10cm hoch und hat eiförmige, längliche Blätter.
Langblättriger Sonnentau - Drosera anglica
Der langblättrige Sonnentau besitzt längliche, linealische Blätter.
Madagaskar Sonnentau - Drosera madagascariensis
Eine Sonnentau-Art, die in Afrika und Madagaskar heimisch ist, wir heutzutage vorwiegend als Heilpflanze geerntet, weil der hiesige rundblättrige Sonnentau geschützt ist. Der Madagaskar Sonnentau wächst nicht bodennah in einer Rosette, sondern entlang eines Stängels. Seine Blüten sind rosa bis violett.
 
Sammeltipps
Da der Sonnentau geschützt ist, darf man ihn nicht in der freien Natur sammeln. Nur selbst angebauter Sonnentau im eigenen Garten darf geerntet werden. Der blühende Sonnentau ohne Wurzel wird im Juli oder August gesammelt. Getrocknet wird er an einer schattigen, luftigen Stelle. Man kann auch die frische Pflanze als Tinktur ansetzen.

Resede
Die Resede steht unauffällig am Wegrand oder auf Bahndämmen, aber beim näheren Hinschauen entpuppt sie sich als hübsche Blume mit Wohlgeruch. Kaum jemand kennt die Resede heutzutage, dabei war sie früher eine beliebte Gartenpflanze, die mit ihrem Duft betört hat. Die alten Römer kannten auch ihre Heilwirkung und benannten sie sogar danach, denn Resede bedeutet so viel wie heilen oder beruhigen. Aber das Wissen um die Heilkraft der Resede ist fast in Vergessenheit geraten. Nur eine schwache Ahnung davon ist erhalten geblieben.

Steckbrief
Heilwirkung: beruhigend, schmerzstillend, Schlaflosigkeit, Unruhe, Quetschungen, Blaue Flecken
wissenschaftlicher Name: Reseda lutea, Reseda luteola
Pflanzenfamilie: Resedagewächse = Resedaceae
englischer Name: Wild Mignonette
volkstümlicher Name: Gelber Wau, Wilde Resede, Färberwau, Reseda, Gelbkraut, Lutuole
Verwendete Pflanzenteile: Kraut
Inhaltsstoffe:  Senföle, Flavone
Sammelzeit: Juni bis August
 
Anwendung
Die Resede sieht aus wie eine Heilpflanze und heißt wie eine Heilpflanze, denn das lateinische Resedere heißt beruhigen, stillen oder heilen. Aber es ist schwierig herauszufinden, was die Resede denn heilt, mal davon abgesehen, dass schon das beruhigen im Namen einen Hinweis darauf gibt. Die Heilwirkungen der Resede scheinen nahezu in Vergessenheit geraten. Ein paar Hinweise lassen sich jedoch aufstöbern. In römischer Zeit war die Resede anscheinend eine beliebte Heilpflanze. Sie wirkt beruhigend und schmerzstillend, daher kann man sie gegen Schlafstörungen und Nervosität einsetzen. Äußerlich angewandt soll die Resede bei Quetschungen und Blutergüsse helfen. Früher wurde die Resede auch zum Färben verwendet, denn man kann mit ihr gelb färben. Darum heißt die Pflanze auch Färberwau.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Reseden sind eine eigene Pflanzenfamilie: die Resedengewächse. Innerhalb dieser Familie gibt es die Gattung Reseda, von der hier die Rede ist, speziell von der Wildform Reseda lutea. Die Resede kommt ursprünglich aus Südeuropa, hat sich aber auch in Mitteleuropa und Asien verbreitet. Über die Kultivierung in Gärten ist sie auch nach Nordamerika eingewandert. Sie liebt kalkhaltigen Boden mit Kies, der aber nährstoffreich ist. Daher findet man sie vor allem an Wegrändern, auf Bahndämmen und Schuttplätzen. Die ein- bis mehrjährige Pflanze bildet zunächst eine Rosette am Boden. Dann wächst sie bis zu 1,30m hoch, meistens ist sie aber nur etwa 30cm groß. Am Stängel wachsen einige Blätter in wechselständiger Anordnung. An der Spitze des Stängels steht der Blütenstand in Traubenform. Die Blüten sind weiß-gelb und duften angenehm. Aufgrund ihres Duftes wurde die Resede früher häufig in Gärten und Blumenkästen angebaut.
Reseda-Arten sind ein- bis mehrjährige krautige Pflanzen. Die Laubblätter sind einfach oder fiederteilig. Am Grund besitzen sie meist zwei Zähnchen.
Die Blüten stehen in den Achseln von Tragblättern. Die meist zwittrigen Blüten sind zygomorph mit meist doppelter Blütenhülle. Es sind vier bis acht Kelchblätter vorhanden. Die vier bis acht Kronblätter sind gelb, weißlich oder grünlich. Es sind 10 bis 25 Staubblätter vorhanden. Drei oder vier Fruchtblätter sind zu einem einfächrigen, oberständigen Fruchtknoten verwachsen. Ein Griffel fehlt. Es gibt drei bis sechs Narben. Die Kapselfrucht ist schon als unbefruchteter Fruchtknoten oben offen und bleibt bis zur Reife offen.

Bachblüten
Gelassenheit und Vertrauen (Red Chestnut)
Die Gelassenheit und das Vertrauen haben diese Menschen gänzlich verloren
Mit der Bachblüte können diese die Gelassenheit und Vertrauen wiedergewinnen
Bachblüten
Ruhe und Mut während Krisen (Rock Rose)
Diese Menschen haben keine Ruhe und den Mut eine Krise durchzustehen
Mit Rock Rose bekommen sie wieder die Ruhe in ihrem Leben und den Mut während einer Krise
„Synthetische“ versus „natürliche“ Vitamine
Immer wieder wird diskutiert, ob natürliche Vitamine besser sind als synthetische. Grundsätzlich kann der Körper nicht zwischen natürlichen und synthetischen Vitaminen unterscheiden (Vitamin E ausgenommen).
Auch können durch solche NEM sehr viel höhere Mengen erreicht werden, die unter Umständen auch negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben können.
Was ist der Unterschied zwischen natürlichen und künstlichen Vitaminen?
Natürliche Vitamine unterscheiden sich in ihrer chemischen Struktur von den synthetisch hergestellten Kopien. Einzelne Elemente des Vitamins werden bei der synthetischen Herstellung in einer anderen Reihenfolge miteinander verknüpft oder weisen eine andere räumliche Ausrichtung auf. Unser Organismus ist auf natürliche Vitamine eingestellt und kann diese perfekt aufnehmen. Synthetische Vitamine hingegen sind eine nicht ganz identische Kopie von natürlichen Vitaminen. Dadurch können Unterschiede in der Bioverfügbarkeit der künstlichen und natürlichen Vitamine entstehen. In manchen Fallen sind dabei auch synthetische Vitamine leichter für den Körper verfügbar, da diese im Gegensatz zu natürlichen Vitaminen in isolierter Form vorliegen. Somit müssen sie vor der Aufnahme nicht von anderen Nährstoffen gespalten werden.
Ein weiterer Unterschied liegt in dem inhaltlichen Aufbau von synthetischen Vitaminen. Ein natürliches Vitamin ist ein Komplex, das aus vielen wichtigen Teilen besteht. Neben den Vitaminen werden dabei auch ernährungsphysiologisch wichtige Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe aus dem Lebensmittel aufgenommen. Die Kombination dieser macht die gesundheitsfördernde Wirkung der Vitamine aus. Künstlich hergestellte Vitamine in Nahrungsergänzungsmitteln sind nur einzelne Bestandteile des gesamten Komplexes. Beispielsweise wird häufig lediglich die Ascorbinsäure in Supplementen eingesetzt. Die Ascorbinsäure ist die äußere Hülle des Vitamin C-Komplexes. Alle weiteren wichtigen Bestandteile des Vitamin C-Komplexes fehlen dem Körper und die versprochene Wirkung von Vitamin C bleibt aus. Ein Vorteil künstlicher Vitamine gegenüber natürlicher ist in manchen Fällen deren Stabilität. So zerfällt Folat aus Nahrungsmitteln enorm schnell. Synthetisch hergestellte Folsäure ist jedoch äußerst beständig.

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