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BEINWELL
Der Echte Beinwell, auch Gemeiner Beinwell, Beinwell, Arznei-Beinwell, Beinwurz, Bienenkraut, Hasenlaub, Milchwurz, Schadheilwurzel, Schmalwurz, Schwarzwurz, Wallwurz, Komfrei oder Wundallheil genannt, ist eine Pflanzenart, die zur Gattung Beinwell in der Familie der Raublattgewächse gehört. Sie wird als Heilpflanze verwendet und angebaut. Beinwell, früher auch Wallwurz (in Bezug auf das Zuheilen [Wallen] von Knochenbrüchen und Wunden) oder Beinwurz genannt, ist eine Pflanzengattung, die zur Familie der Raublattgewächse gehört. Der englische Trivialname lautet Comfrey. Die etwa 40 Arten sind in Europa, Nordafrika sowie im westlichen und zentralen Asien beheimatet.
Der Beinwell hat seinen Namen von den Beinen, denen er guttun, bzw. deren Knochen er zusammenwallen soll. Rauh und spitz steht er gern an eher feuchten Plätzen und versucht seine violetten Blüten zu verstecken. Oft schon habe ich eine Salbe aus seinen Wurzeln gekocht, die bei vielen Verletzungen hilfreiche Dienste leistet. Beinwell ist eine der ältesten bekannten Heilpflanzen, die vor allem bei Gelenkschmerzen, Muskelbeschwerden oder Verstauchungen verwendet wird. Die Wurzeln des auch als Comfrey bezeichneten Heilkrauts enthalten Wirkstoffe, die ein schnellen Abschwellen und rasche Schmerzlinderung ermöglichen. In der Vergangenheit waren Beinwellblätter in der Küche eine geschätzte Küchenzutat. Aufgrund der enthaltenen Pyrrlozidinalkaloide wird jedoch empfohlen, nur noch geringe Mengen des Krauts zu verzehren.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Verletzungen des Bewegungsapparates
Heilwirkung: adstringierend, beruhigend, blutbildend, blutreinigend, blutstillend, entzündungshemmend, erweichend, kühlend, lindernd, wundheilend, schmerzstillend
Anwendungsbereiche: Abszesse, Arthritis, Arthrose,  Asthma, Blaue Flecken, Blutarmut, Bluterguss,  Brandwunde, Bronchitis,  Diabetes mellitus, Durchfall, Eiternde Wunden, Ekzeme, Furunkel, Gastritis, Gelenkschmerzen, Geschwüre, Geschwulst, Gichtknoten,  Grippe,  Insektenbiss, Insektenstich, Ischias, Juckreiz, Hämorrhoiden, Hautjucken, Hautrisse, Hautschäden, Hornhaut, Knochenbruch, Knochenhautentzündung, Krampfadern, Lungenentzündung, Magenschleimhautentzündung, Muskelkater, Nasennebenhöhlenentzündung, Narbenschmerzen,  Nierenerkrankung, Offenes Bein, Phantomschmerzen, Psoriasis, Quetschungen, Rheuma,  Schlecht heilende Wunden, Schleimbeutelentzündung, Schmerzen, Schnittwunden,  Schuppenflechte, Sehnenscheidenentzündung, Spinnenbiss, Unterschenkelgeschwüre, Varizen, Venenentzündung, Verbrennungen, Verdauungsbeschwerden, Verhärtung der Brustdrüsen, Verrenkung, Verstauchung, Zu starke Menstruation
wissenschaftlicher Name: Symphytum officinale
Pflanzenfamilie: Rauhblattgewächse = Boraginaceae
englischer Name: Comfrey
volkstümlicher Name: Arznei-Beinwell, Beinwurz, Bienenkraut, Echter Beinwell, Gemeiner Beinwell, Gemeine Wallwurz, Gewöhnlicher Beinwell, Glotwurzel, Große Wallwurz, Hasenbrot, Hasenlaub, Himmelsbrot, Honigblum, Komfrei, Kuchenkraut, Milchwurz, Schadheilwurzel, Schmalwurz, Schwarzwurz, Soldatenwurz, Soldatenwurzel, Speckwurz, Wallwurz, Wilder Comfrey, Wilder Komfrey, Wottel, Wundallheil, Wundschad
Synonyme: Wallwurz, Beinwurz, Soldatenwurz
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Wurzeln
Inhaltsstoffe: Allantoin, Gerbstoff, Schleim, Asparagin, Alkaloide, ätherisches Öl, Flavonoide, Harz, Kieselsäure, Pyrrolizidinalkaloide, Stigmasterol
Wirkstoffe: Im Beinwell sind Glykoside, Pflanzenschleim, Gerbstoffe und Harze enthalten.
Sammelzeit: Blätter: April bis Mai, Wurzeln: Spätherbst oder zeitiges Frühjahr
 
Anwendung
Der Beinwell wird vorwiegend äußerlich angewendet, weil die innerliche Anwendung potentiell gesundheitsschädlich sein kann. Die besonderen Stärken des Beinwells stecken sowieso im Bereich der äußerlichen Anwendung. Sie reichen von Verletzungen des Bewegungsapparates bis zu schlecht heilenden Wunden.
Äußerlich
Knochenbrüche und stumpfe Verletzungen
Traditionell wird Beinwell bei Knochenbrüchen eingesetzt, um das Zusammenwachsen der Knochen zu fördern und den Schmerz zu lindern. Die Wirkstoffe des Beinwells fördern die Kallusbildung bei der Knochenheilung. Eine Schiene beziehungsweise einen Gipsverband kann Beinwell natürlich nicht ersetzen. Im Bereich Bewegungsapparat wird der Beinwell fast bei jede Art von Beschwerden eingesetzt. Man verwendet ihn traditionell bei Verstauchungen, Verspannungen, Arthrose und diverse andere Probleme.
Wundheilung
Vor allem durch den Inhaltstoff Allantoin hat der Beinwell ausgeprägte wundheilende Eigenschaften. Er fördert die Granulation bei der Wundheilung, das ist die Bildung von neuem Gewebe. Allantoin wirkt zudem reizlindernd und entzündungshemmend. Aufgrund der im Beinwell enthaltenen Spuren von Pyrrolizidinalkaloiden empfiehlt die Kommission E, den Beinwell nicht bei verletzter Haut anzuwenden. Sicherheitshalber verwendet man bei offenen Wunden besser den reinen Wirkstoff Allantoin.
Wurzel und Blätter
Die Wurzel enthält beim Beinwell die meisten Wirkstoffe. Daher ist es vor allem die Wurzel, die als Heilmittel Anwendung findet. Am besten und intensivsten ist es, wenn man frische Wurzeln zur Verfügung hat. Trockene Wurzeln können aber auch verwendet werden, sie sind sogar die offiziell als Heilmittel anerkannte Form des Beinwells. Man kann auch die Blätter verwenden. Sie wirken ähnlich aber nicht so stark wie die Wurzel.
Salben
Die bekannteste Zubereitungsform des Beinwells ist die Salbe. Mit Beinwellsalbe kann man die betroffenen Stellen einreiben. Schon seit Jahrhunderten wird aus Beinwellwurzeln eine einfache Salbe gekocht. Inzwischen haben auch Hersteller von Naturarznei die Beinwellwurzel entdeckt und bieten zahlreiche Formen von Beinwellsalben und Beinwellcremes an (z.B. Kytta-Salbe® f und Kytta Balsam® f mit Wärmfunktion). Beinwell-Salben und -Cremes kann man auch selber anrühren. Wir haben dafür einige Rezepte mit Fotoanleitungen zusammengestellt.
Umschläge
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Umschläge mit Beinwell anzuwenden. Mit Beinwelltinktur oder Beinwelltee getränkte Baumwolltücher kann man auf verletzte Körperteile auflegen. Man kann auch einen Salbenumschlag anwenden. Dazu trägt man die Beinwellsalbe messerrückendick auf und bedeckt die Stelle mit einem Tuch. Für einen Breiumschlag zerkleinert man frische Wurzeln oder Blätter, bis ein Brei entsteht. Diesen Brei trägt man auf die betroffene Körperstelle auf und bedeckt es mit einem Tuch. Alle Umschläge kann man eine bis mehrere Stunden einwirken lassen.
Volkstümliche Anwendungen
Auf Wunden aufgelegt, wirken die Blätter schmerzstillend.
Innerlich
In der Volksheilkunde wurde der Beinwell bei zahlreiche Beschwerden innerlich als Tee oder Tinktur eingenommen. Typische innerliche Anwendungsgebiete des Beinwells waren Husten, Verdauungsbeschwerden und Nierenschwäche. Seit jedoch bekannt ist, dass die im Beinwell enthaltenen Spuren von Pyrrolizidinalkaloiden im Tierversuch mit Ratten die Gefahr von Leberkrebs erhöhen, wird von der innerlichen Anwendung des Beinwells abgeraten. Manche Quellen raten auch nur davon ab, Beinwell regelmäßig und in großen Mengen innerlich einzusetzen. Für alle innerlichen Anwendungsgebiete des Beinwells gibt es jedoch viele Heilpflanzen, die diese Aufgaben noch besser erledigen können, beispielsweise Thymian bei Husten, Kamille für die Verdauung usw. Daher kann man durchaus darauf verzichten, den Beinwell innerlich anzuwenden.
Heilkräftige Pflanzenteile
Man sammelt die Wurzel im Frühjahr oder Herbst. Zwischen März und April, je nach Winterausgang einerseits, oder im Oktober und November andererseits, haben die Wurzeln den höchsten Allantoin-Gehalt. Bei der Frühjahrsernte der Wurzel soll die Pflanze noch nicht blühen. Die Beinwurz dürfte in keiner Kräuterecke des Hausgartens fehlen! Die Wurzeln werden mit einer Spitzschaufel ausgestochen. Ausziehen wäre vergeblich, da die im Boden sehr tief festsitzende Wurzel leicht abbricht. Zur Bereitung der Schwarzwurzelsalbe verwendet man die frisch ausgegrabene Wurzel. Man kann aber auch die Wurzel trocknen und später dem Brei der der Salbe bereiten. Die sehr saftige Wurzel lässt sich jedoch nur schwer trocknen und wird beim Trocknungsprozess leicht schimmelig. Auch nur leicht angeschimmelte Wurzel dürfen nicht verwendet werden, da sich bei der Schimmelbildung der wertvollste Heilstoff, das Allantoin, sofort zersetzt. Man schneidet die Wurzel, nachdem sie ein wenig eingetrocknet ist, die Länge nach in einige Stücke und trocknet diese in Ofennähe vorsichtig nach. Bei feuchtem Wetter sehr vorsichtige Trocknung im nicht zu warmen Backrohr.
Heil- und Wirkstoffe
Die Wurzel enthält das Allantoin, ferner Cholin, Schleim, Gerbstoff, Harz, Zucker, Gummi, Asparagin, ein Alkaloid, das Symhito-Cynoglosin, ferner Consolidin und Consolicin.
Heilwirkung
Keine der einheimischen Heilpflanzen enthält der Heilstoff Allantoin in so reicher Menge wie die Beinwurz, jenen Heilstoff, der für die Zellbildung am meisten benötigt wird. Allantoin bringt schwer heilende Wunden selbst bei Eiterbildung zur Abheilung. Das ebenfalls in der Wurzel enthaltene Cholin wirkt auf den Kreislauf, indem die Gefäße in der Haut erweitert werden und dadurch die Durchblutung bei gleichzeitiger Vermehrung der roten Blutkörperchen gesteigert wird. Weitere Heilstoffe ergänzen die so günstige Heilwirkung. Da das rein chemisch hergestellte Allantoin die Wundheilung nicht anregt und schon gar nicht eitrige Wunden zum natürlich Abheilen bringt. Kann mit Recht geschlossen werden, dass in dem Allantoin der Beinwurz nicht wägbare biologische Kräfte enthalten sind, die in chemischen, anorganischen Produkten fehlen. So ist die Beinwurz eines der besten Wundmittel bei äußeren und inneren Wunden, bei Verletzungen aller Art, Schnittwunden, Rissen, Quetschungen, Knochenbrüchen und Blutergüssen. Vielgerühmt und altbewährt ist die Anwendung der sogenannten warmen Breiumschläge, die ganz einfach herzustellen sind. je nach der Größe der Wunde oder des Blutergusses werden 2-3EL der getrockneten und gepulverten Wurzel in einer Porzellanschüssel unter Zugabe Brei wird auf einen Leinwandstreifen gestrichen und dieser nun aufgelegt. Diese Auflagen werden alle 2-4 Stunden erneuert. Neben den bereits aufgezälhten Fällen eignen sich die Auflagen eines warmen Wurzelbreies bei skorbutischen Geschwüren, Geschwülsten, Krampfaderngeschwüren, Gesichtsrose, bei rheumatischen Muskelverdickungen, Gichtknoten, Verhärtungen der Brustdrüsen, Narbenschmerzen, Knochenschmerzen, bei schmerzenden Amputationsstümpfen, Zellgewebsentzündungen, Knochenentzündungen, Knochenerweicherung und Beinhautentzündung.
Statt des Breiumschlages kann auch die sogenannte Schwarzwurzelsalbe angewendet werden. Die frisch gesammelten und gut gereinigten Wurzeln werden ganz fein geschnitten und in reinem Schweinefett ausgelassen. In heißem Zustande wird das Fett durch ein Leinentüchlein geseiht und zum Schluss gut ausgepresst, wobei das abtropfende Fett sogleich in den zur Aufbewahrung bestimmten Behälter hineinfließt. Die gewonnene Salbe wird im Bedarfsfalle wie der Breiumschlag angewendet. Diese Salbe hält sich über ein Jahr und sollte in keinem Bauernhaus fehlen, da sie für die Wundbehandlung von Mensch und Tier unentbehrlich ist. Wird auf eine noch so verschmutzte Wunde die Schwarzwurzelsalbe gestrichen, verhindert dies die Entstehung einer Blutvergiftung und heilen die tiefsten Fleischwunden fast narbenlos zu. Die Salbe darf in keinem Metallgefäß aufbewahrt werden!
Nicht minder gute Heilwirkungen werden erzielt, wenn man die Beinwurz innerlich angewendet. Man gebrauche sie gegen verschiedene Beschwerden des Verdauungsapparates, gegen Magenkatarrh mit oder ohne Durchfall, Ruhr, Nierenerkrankungen sowie bei übermäßig starker Monatsregel der Frauen. Ferner gegen Magenblutungen, Bronchialkatarrh, Lungenentzündung, Bluthusten, Blutspucken, Grippe, Rippenfellentzündung u.a.
Zum innerlichen Gebrauch wird ein TEEAUFGUSS bereitet, 2 Teelöffel der kleingeschnittenen Wurzeln für 1 Tasse im Aufguss ohne Zucker, 2 bis 4 Tassen am Tage werden schluckweise warm getrunken. Der Tee kann auch auf folgende Art bereitet, 3 gehäufte Teelöffel der feingeschnittenen frischen oder getrockneten Wurzeln werden in 2 Tassen Wasser durch 10 Stunden kalt angesetzt und dann abgeseiht. Auf die abgeseihten Wurzeln gibt man nun 1 Tasse Wasser, lässt einmal aufkochen und seiht dann sogleich ab. Diese heiße Teemenge wird nun mit den gewonnenen 2 Tassen kalten Tees vermischt und untertags schluckweise getrunken.
Bei Magengeschwüren sei nachstehender Mischtee empfohlen: 100g Beinwurz (frisch oder getrocknet), 50g Ringelblume, 50g Vogelknöterich
Je 1 Teelöffel von dieser Teemischung im Aufguss für 1 Tasse. Am Tage 3 bis 4 Tassen ungesüßt schluckweise trinken.
Aus alten Kräuterbüchern und Volksheilkunde
So wie die oben beschriebene Salbe aus Schweineschmalz hergestellt wird, bereitet man auch eine Salbe mit Dachsfett, die gegen Kröpfe und Bruch Anwendung findet.
Der Teeaufguss aus den frischen Wurzeln getrunken und die Wurzeln gegessen, gilt als blutverbessernd und wird Zuckerkranken angeraten.
In der Schweiz werden die Blätter der blühenden Pflanze mit Omelettenteig getaucht und im heißen Fett herausgebacken. Diese Speise gilt als sehr gesundheitsfördernd, blutreinigend und blutbildend.
Die sogenannte SCHWARZWURZEL-HONIGMISCHUNG wird auf verschiedene Arten bereitet, entweder wird der ausgepresste Saft aus der Frischwurzeln mit dem Honig vermengt, oder es wird ein warmer Wurzelbrei hergestellt und dieser dem Honig beigegeben. Diese Arznei wird allen Kranken mit inneren Blutungen empfohlen und ganz besonders Lungenkranken. Selbst Tuberkulose können durch die Anwendung dieses Naturheilmittels geheilt werden.
In der Volksheilkunde wird auch vielfach der BEINWURZ- und SCHWARZWURZELWEIN bereitet. 2 bis 5 Stück frische oder getrocknete Beinwurzeln, je nach Größe werden in 1 Liter gutem Weißwein etwa 5 bis 6 Wochen angesetzt. Dieser Wein dient zur inneren Stärkung bei Lungenblutungen, bei Blutverlusten nach schweren Operationen und größeren Wunden sowie bei Blutarmut.
Die BEINWURZTINKTUR der Volksheilkunde wird wie folgt hergestellt: 200g Beinwurzwurzeln werden klein geschnitten und in 1 Liter 96prozentigem Weingeist durch 20 Tage in einer gut verschlossenen Flasche angesetzt. Die Flasche soll stets Zimmerwärme stehen. Nach Ablauf der 20 Tage werden die Wurzeln abgeseiht und ausgepresst. Der ausgepresste Saft kommt zum Tinkturansatz, dieser schließlich wird mit ¼ Liter abgekochtem, doch ausgekühltem Wasser verdünnt. Die Tinktur dient zur Wundenbehandlung. Ein Leinentüchlein wird mit dieser Tinktur getränkt und auf die Wunde aufgelegt oder es wird die Tinktur als Einreibung, nach vollständiger Schließung der Wunde, zur Anregung der narbenlosen Verheilung angewendet.
Bei innerlichen Blutungen, bei Magenbeschwerden, blutigem Durchfall oder Ruhr nimmt man 20 Tropfen der Tinktur auf ein Stück Zucker ein.
Die Wurzel in Rotwein gesotten und diesen getrunken, stille das Blutharnen, innere Blutungen und ist auch Schwindsüchtigen anzuraten.
Ein Pflaster aus Wurzeln und frischen Blättern über frische Wunden gelegt, heftet diese zusammen und die Wunden heilen raschen zu. Solche Umschläge lindern auch Hautentzündungen und bringen Erleichterung bei Quetschungen.
Anwendungen in der Homöopathie
In der Homöopathie wird aus der frisch gegrabenen Wurzel (Radix Consolidae) eine Essenz hergestellt, die äußerlich bei Knochenbrüchen und sonstigen Verletzungen zur Anwendung gelangt. Knochenhautentzündungen werden ebenfalls damit behandelt.
Die homöopathische Tinktur (20 Tropfen auf ½ Tasse Wasser) wird zur Mundspülung bei Eiterfluss die Kieferknochen, bei Erkrankungen der Schleimhäute mit Eiterungen des Zahnfleisches sowie bei skorbitischen Geschwüren angewendet. Ferner hat diese Tinktur auch gute Erfolge bei Knochenentzündung, Zellgewebsentzündung, Knochenerweichung, Knochenschwellungen, Knochenschmerzen, nach Beinoperationen, bei Beinabnahmen, Quetschungen, Verrenkungen, Verstauchungen, Nervenschmerzen nach Verletzungen und bei Behandlung von Oberschenkelgeschwüren.
Bei Nervenschmerzen nach Verletzungen und bei Wundfieber nehme man die homöopathische Tinktur innerlich ein, 10 Tropfen auf ½ Esslöffel Wasser.
Anwendung in der Tiermedizin
Sowohl der Wurzelbrei als auch die Schwarzwurzelsalbe, der innerliche und äußerliche Gebrauch der Tinkturen und Essenzen ist genauso beim Haus-vieh möglich und sollten diese Heilmittel daher stets in jedem Bauernhaus vorhanden sein.
Heilpflanze
Die Beinwellarten wurden schon in alter Zeit als Heilkraut verwendet. Ihr Name leitet sich von ihrer Anwendung bei Knochenbrüchen und bei offenen Wunden ab. Auch bei Verletzungen von Bändern und Sehnen wurde den Pflanzen Heilwirkung zugeschrieben. Sowohl der heute anerkannte Gattungsname Symphytum als auch der in früheren Werken gebräuchliche Name Consolida bedeuten übersetzt Zusammenwachsen. Als Heilpflanze wird besonders der Echte Beinwell eingesetzt und auch in Kräutergärten angebaut. Äußerlich angewendet ist er wirksam bei Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen, der Gebrauch unterliegt jedoch Beschränkungen. Eingesetzt wird Beinwell bei sogenannten „stumpfen Traumen“ aufgrund seiner schmerzlindernden, entzündungshemmenden und abschwellenden Wirkung. Die Heilwirkung auf die Haut ist auf den Inhaltsstoff Allantoin zurückzuführen, der heute auch in der Kosmetik zahlreiche Anwendungsgebiete gefunden hat. Allantoin bewirkt die Beschleunigung des Zellaufbaus und der Zellbildung, was in der alten Heilkunde vor allem bei der Behandlung von Unterschenkelgeschwüren genutzt wurde. Bei Nicholas Culpeper ist nachzulesen: „der Beinwell hat eine solche Kraft zu heilen und zusammenzufügen, daß zerteilte Fleischstücke wieder zusammenwachsen, wenn man sie mit Beinwell in einem Topf kocht.“
Der Beinwell zählt heute mit zu den wichtigsten Arzneipflanzen. Vor allem für Muskel- oder Gelenkbeschwerden sowie für bestimmte Wundheilungsstörungen stellen die Beinwellwurzeln eine natürliche Alternative zu synthetischen Arzneimitteln dar.
Die Verwendung von Beinwell ist seit altersher bekannt. Bereits im alten Rom muss die Heilkraft der Pflanze bekannt gewesen sein. Glaucus, einer der Ärzte der berühmten ägyptischen Königin Kleopatra, verwendete einen Brei der Beinwellwurzel gegen Blutergüsse, Brüche oder Verstauchungen. Der griechische Arzt und Pharmakologe Dioskurides (1. Jh. n. Chr.) hatte dem Beinwell in seinem ausführlichen Heilmittelbuch De materia medica mehrere Seiten gewidmet. Natürlich fehlte der Beinwell auch nicht bei weiteren Heilkundigen des Mittelalters wie z. B. Hildegard von Bingen oder Paracelsus.
Nebenwirkungen
Beinwell nicht innerlich einnehmen, da dieser lebertoxische Pyrrolizidinalkaloide enthalten kann. Bei der äußeren Anwendung in Form von Umschlägen oder Salben sollten chronische Hautkrankheiten ausgeschlossen werden. In seltenen Fällen können Beinwellsalben Hautjucken oder Hautausschläge verursachen. Beinwell darf auch nicht auf offenen Wunden angewendet werden. Bei vorhandenen Hautkrankheiten ist die Behandlung mit einem Arzt oder Apotheker abzusprechen.
Beinwell in der Küche
Wegen der Pyrrolizidinalkaloide, die in geringen Mengen im Beinwell enthalten sind, sollte man Beinwell nicht als Nahrungsmittel zu sich nehmen. Vor allem unter Vegetariern waren Beinwellblätter und die Blätter des nahe verwandten Comfreys eine Zeitlang sehr beliebt. Die Blätter lassen sich zu Spinat verarbeiten. In Bierteig getaucht, kann man sie in der Pfanne ausbacken und essen.
Beinwell steht heute noch gelegentlich bei Wildkräuterliebhabern auf dem Speisezettel. Die Blätter des Beinwells können ähnlich wie Borretsch als mildes Gemüse in Salaten verwendet werden. Auch in Butter angebraten macht der Beinwell an sich eine gute Figur. Gelegentlich gibt es sogar Rezepte für herzhafte und süße Eierkuchen, die mit zerhackten Beinwellblättern zubereitet werden.
Die Blätter enthalten durchaus nennenswerte Vitalstoffe wie Vitamine oder Kieselsäure und sind in geringen Mengen auch essbar. Es wird jedoch empfohlen, Beinwell selten und nur in geringen Mengen zu verzehren. Die gesamte Pflanze ist häufig reich an Pyrrolizidinalkaloiden, die höchstwahrscheinlich lebertoxisch wirken. Geringe Mengen stellen für gesunde Menschen in der Regel kein Problem dar.
 
Beinwell als Pflanzenstärkungsmittel
Beinwell ist nicht nur als Heilkraut eine Bereicherung, sondern auch als Stärkungsmittel für Pflanzen. Gärtner, die ihren Garten versuchen ohne künstliche Insektizide zu bewirtschaften, nutzen Beinwellextrakte, um geschwächte oder schädlingsanfällige Pflanzen resistenter gegenüber altbekannten Plagegeistern wie Blattläuse, Spinnmilben oder Pilzen zu machen.
Beinwell kann dabei unterschiedlich angewendet werden:
Heißextrakt: Zubereitung wie Tee
Beinwelljauche: etwa 14 Tage lang wird ein Extrakt aus Beinwell gären gelassen
Mazerat (Kaltwasserauszug): Beinwell wird mit Wasser vermischt und etwa einen Tag lang stehen gelassen
Eines der häufigsten Anwendungen ist das Spritzen mit einer Beinwelljauche. Das Laub der Pflanze wird zusammengetragen, zerkleinert und in einem Behälter gelegt. Der Behälter sollte, je nach Bedarf und Gartengröße, etwa 5 bis 10 Liter fassen. Der Behälter wird dann entsprechend mit Wasser aufgefüllt und mit einem Tuch oder einem feinen Gitter bedeckt. Nach etwa 9 bis 14 Tagen ist die Beinwelljauche fertig. Mindestens einmal am Tag sollte die Brühe ordentlich umgerührt werden. Wem der Geruch zu aufdringlich ist, kann mit etwas Urgesteinsmehl oder Zeolithmehl diesen deutlich eindämmen. Die Jauche wird dann mit verdünntem Wasser (Verhältnis etwa 1:10) in den Boden eingeleitet. Die Pflanzen selbst werden langfristig widerstandsfähiger und erhalten sogar etwas Nährstoffe (v.a. Stickstoff und Mineralstoffe).
Beinwellauszüge, ob als Heißextrakt oder Mazerat nutzt man meistens dann, wenn Pflanzen akut von Schädlingen oder Krankheiten befallen sind. Die Zubereitung wird entweder direkt oder mit einer 1:2 Verdünnung auf die Pflanzen aufgetragen. Der Vorgang sollte etwa eine Woche lang täglich wiederholt werden. Wichtig ist, dass die Beinwellauszüge nicht bereits gegärt haben, da dies sonst die Blätter und die Pflanzen schädigen kann.
Anmerkung: Die Beinwurz, die wegen die schwarzen Wurzel zumeist Schwarzwurzel genannt wird, darf aber nicht verwechselt werden mit der spanischen Schwarzwurzel. Es gibt auch noch die dickwurzelige Beinwurz.
 
Pflanzenbeschreibung
Der Beinwell liebt feuchten Boden und ist daher besonders häufig an Wasserläufen oder in Senken zu finden. Er wächst aber auch in meinem eher trockenen Garten. Die mehrjährige Wurzel ist außen schwarzbraun und innen weißlich. Schon früh im Jahr streckt er seine rauhen haarigen Lanzen aus der Erde. Er überrascht durch seine Schnellwüchsigkeit und ist eine der ersten Pflanzen, die buschig ins Auge fallen. Nach wenigen Wochen wachsen Stängel aus den Blättern, die schon Ende April die ersten Blüten bekommen. Die Blüten sind violett oder weißlich-gelb und hängen in kleinen Trauben nach unten.
Symphytumarten sind ausdauernde krautige Pflanzen. Die Wurzeln sind verdickt. Die oberirdischen Pflanzenteile sind rau oder borstig behaart. Die wechselständigen Laubblätter sind einfach. Die Grundblätter sind gestielt und die Stängelblätter sind sitzend bis (bei vielen Arten) am Stängel herablaufend. Es sind keine Nebenblättervorhanden.
Als typischer Blütenstand wird ein endständiger Doppelwickelgebildet. Es sind keine Deckblätter vorhanden. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppeltem Perianth. Die fünf Kelchblätter sind höchstens bis zur Mitte mit ungleichen Kelchzipfeln verwachsen und verlängern sich etwas bis zur Fruchtreife. Die fünf hell-purpurroten, weißen oder selten gelben Kronblätter sind meist glockenförmig, aber auch röhrig verwachsen. In der Kronröhre befinden sich fünf Anhängsel, sogenannte Kronschuppen, mit papillösen Drüsen. Die fünf Kronlappen sind dreieckig bis halbkreisförmig mit gezähnten Rändern, und die Spitze kann manchmal nach oben eingerollt sein. Es ist nur ein Kreis mit fünf Staubblättern vorhanden; sie sind mit der Kronröhre verwachsen und überragen die Krone nicht. Die zwei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen, der durch Einkerbungen in vier Klausen mit je einer Samenanlage geteilt ist. In der Einsenkung des vierteiligen Fruchtknotens mit konvexem Griffelpolster befindet sich der dünne Griffel, der in einer kopfigen Narbe endet und meist die Krone überragt. Es werden Klausenfrüchte gebildet. Die vier Teilfrüchte sind eiförmig, manchmal etwas ungleichseitig, meist drüsig-warzig, netzartig-runzelig oder selten glatt. Die Samen besitzen Elaiosomen.
Botanik
Die mehrjährige Wurzel geht sehr tief in den Boden, ist dick, spindelförmig, ästig, saftig, außen dunkelbraun bis schwärzlich, innen hellgelb bis weiß. Der Stängel ist saftig, ästig, rauhhaarig, 30 bis 100cm hoch. Die Wurzelblätter sind groß, gestielt, zungenförmig und rauh-borstig. Die Stängelblätter laufen wie die Zweige weit am Stängel herab und sind ebenfalls rauhborstig in einseitigen eingerollten Trauben von schmutzigweißer bis rosa oder violetter Farbe.
Geruch und Geschmack
Die Wurzel ist fast geruchlos, manchmal schwach würzig, der Ge-schmack leicht würzig, kampferartig, schleimig, schwach klebrig und zusammenziehend.
Blütezeit
Mai bis August
Standort
Die Beinwurz wächst in ganz Mitteleuropa an feuchten Stellen, Gräben, längs der Ufer von Gewässern und auf feuchten Wiesen. Der Landwirt sieht sie nicht gerne auf seinen Wiesen, da sie sehr viel Bodenkraft verbrauchen und vom Weidevieh, der Rauhborstigekeit wegen, gemieden werden. Als Tiefwurzler lässt sich die Beinwurz schwer ausrotten.
   
Anbautipps
Beinwell lässt sich ziemlich leicht im Garten anbauen. Am besten gibt man ihm ein Beet mit lockerer Erde an einer gut bewässerten Stelle. Der Beinwell freut sich über Sonne, verträgt aber auch Halbschatten. Am einfachsten funktioniert der Anbau, wenn man die Wurzeln in die Erde steckt. Im Frühling sprießt der Beinwell dann von ganz alleine. Um den Beinwell schnell zu vermehren, kann man die Wurzeln in daumengroße Stücke zerteilen und dann einpflanzen. Aus jedem Wurzelstück sprießt eine eigene Pflanze.
Beinwell zählt zu den eher pflegeleichten Pflanzen. Findet die Pflanze einen optimalen Standort kann sie jedoch auch lästig werden, da sie sich ziemlich schnell ausbreitet und tief wurzelt. Bei der Anpflanzung von Beinwell sollte daher ein abgetrennter Bereich gewählt werden, aus dem sich die Pflanze notfalls auch leicht wieder entfernen lässt. Da sie jedoch auch eine gute Nutzpflanze ist und sich sowohl für gesundheitliche als auch für einige Gartenanwendungen wie Beinwelljauche verwenden lässt, findet man die Stauden gelegentlich in einigen Gartenbeeten.
Standort
Es ist möglich, den Beinwell sowohl an sonnigen als auch an halbschattigen Standorten wachsen zu lassen. Volle Sonne sollte nach Umständen jedoch gemieden werden, da vor allem an heißen Tagen die Pflanze schnell an Wassermangel leidet. Die Böden sollten Feuchtigkeit halten können, nährstoffreich und locker sein.
Aussaat
Die dunkelbraunen bis schwarzen Samen des Beinwells können ab Ende Februar bis Anfang Mai ins freie Gartenbeet eingearbeitet werden. Grundsätzlich zählen die Samen zwar zu den Lichtkeimern, die Körner entwickeln sich in der Regel jedoch bis zu einer Saattiefe von 1 cm. Beim Anbau mehrerer Exemplare sollte ein Pflanzabstand von etwa 50 bis 60 cm jeweils zur nächsten Pflanze eingehalten werden, da die Wurzeln sonst in direkter Nährstoffkonkurrenz leben. Die Keimung des Saatguts beginnt meist erst dann, wenn die frostfreien Tage vorüber sind. Eine Keimdauer von 14 bis 21 Tage ist nicht unüblich.
Düngung
Beinwell zählt zu den Mittelzehrern und hat folglich einen höheren Nährstoffbedarf, als viele andere Kräuter. Wächst die Pflanze in einem guten nährstoffreichen Gartenboden, muss nicht zwangsläufig gedüngt werden. Bei Topfkulturen oder in Gärten mit eher nährstoffarmen Böden sollte ein stickstoffbetonter Dünger verwendet werden. Im Freiland, wenn vorhanden, reichen guter Kompost oder Mist vollkommen aus. Wächst der Beinwell im Topf oder Kübel sind flüssige organische Dünger meist besser. Hier ist es meist notwendig im Abstand von sechs bis acht Wochen zu düngen.
Gießen
Durch die Pfahlwurzeln, die der Beinwell während seiner Wuchszeit entwickelt, ist ein regelmäßiges Gießen in der Regel nicht erforderlich. Die Ausnahmen bilden junge Pflanze, die noch keine ausreichend langen Wurzeln ausbilden sowie länger andauernde heiße Tage ohne Niederschläge. Der Beinwell zeigt jedoch durch lasch hängende Blätter recht früh an, wenn er Wasser braucht.
Krankheiten und Schädlinge
Beinwell gilt als robuste Pflanze. Mit zunehmendem Alter im Laufe der Saison bilden sich mitunter Löcher in den Blättern, die meist durch Erdflöhe hervorgerufen werden. In den meisten Fällen ist dies zwar nicht schön anzusehen, aber für den Beinwell auch nicht sonderlich gefährlich. Bei ungünstigen Anbau- und Standortbedingungen sowie in seltenen Fällen durch ungünstige klimatische Bedingungen (viele nasskalte Tage während der Sommertage) neigt Beinwell die Bildung von Grauschimmel zu begünstigen. In einem solchen Fall ist es ratsam, befallene Blätter rasch zu entfernen.
Pflege
Wachsen die Pflanzen zu dicht oder werden zu groß, sollten die Pflanzen gestutzt werden. Bei ungünstigen Wetterlagen kann sich zu viel Feuchtigkeit zwischen abgestorbenen Blättern ansammeln, die die Bildung von Grauschimmel begünstigt.
Überwinterung
Der echte Beinwell ist eine einheimische Pflanze und somit gut an unser Klima angepasst. Maßnahmen zum Überwintern sind daher nicht erforderlich.
 
Sammeltipps
Beinwellwurzeln kann man im Herbst oder im zeitigen Frühjahr sammeln. Man gräbt sie am besten mit einer spitzen Schaufel aus, denn die lange Wurzel sitzt meist zu fest im Boden, um sie heraus zu ziehen. Wenn man ein Stück Wurzel in der Erde lässt, kann die Pflanze wieder neu sprießen. Am besten verarbeitet man die Wurzel gleich frisch zu Salbe oder Tinktur. Die Trocknung ist etwas schwierig, weil die Wurzel zum Schimmeln neigt, was sie unbrauchbar machen würde. Am besten schneidet man die Wurzel in kleine Stücke und trocknet sie an einem warmen Platz, beispielsweise neben dem Ofen oder im Backofen bei 40°C. Auch ein Dörrapparat eignet sich zur Trocknung.

GERMER ttt
Der schwarze und der weiße Germer sind Gebirgspflanzen, die in den Alpen und höheren Mittelgebirgen Europas heimisch sind. Die Germerarten sind stark giftig, wurden aber früher als stark wirkende Heilpflanzen geschätzt. Heutzutage wird der Germer kaum noch in der Pflanzenheilkunde verwendet. Nur in homöopathischer Verdünnung kann er gegen Migräne, Neuralgien, Asthma und andere gesundheitliche Probleme angewendet werden. Der Weiße Germer, auch Weiß-Germer genannt, ist eine Pflanzenartaus der Familie der Germergewächse . Er wird auch als (Weiße) Nieswurz, Hammerwurwurz, Hemmer(t)wurzn, Lauskraut oder Lauswurz bezeichnet.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Achtung! Stark giftig. Nur in verschriebenen Fertigpräparaten oder homöopathisch anwenden. Homöopathisch ab D3! schleimlösend, schmerzstillend, Husten, Bronchitis, Asthma, Niespulver, Durchfall, Verstopfung, Nahrungsmittelvergiftungen, Bluthochdruck, Ödeme, Migräne, Depressionen, Neuralgien, Epilepsie, Ischias, Wadenkrämpfe, Psoriasis, Ausschläge
wissenschaftlicher Name: Veratrum album, Veratrum nigrum
Pflanzenfamilie: Germergewächse = Melanthiaceae
englischer Name: White False-helleborine
volkstümliche Namen: Weißer Germer, Weiße Nieswurz, Schwarzer Germer, Brechwurz, Gärwere, Germander, Germel, Läusekraut, Lauskraut, Lauswurz
Verwendete Pflanzenteile: Wurzeln, Wurzelstock
Inhaltsstoffe: Alkaloide, Germarin, Protoveratrin, Beta-Sitosterol
Sammelzeit: Herbst, Frühjahr
 
Anwendung
Achtung! Stark giftig. Germer nur in verschriebenen Fertigpräparaten oder homöopathisch anwenden.
Aufgrund der starken Giftwirkung werden weißer und schwarzer Germer heutzutage nicht mehr in der Pflanzenheilkunde verwendet. Man kann ihn jedoch in homöopathischer Verdünnung einsetzen. In der Bergbevölkerung wird ein Pulver aus der Germerwurzel manchmal noch niedrig dosiert gegen Asthma, Depressionen, Rheuma und Wassersucht verwendet, was aber durchaus riskant und nicht zu empfehlen ist. Äußerlich wird der Germer manchmal in Form einer Salbe bei Schuppenflechte, Ausschläge und Krätze angewandt. Nieswurz-Abkochungen werden manchmal auch für Umschläge und Waschungen eingesetzt.
 
Giftwirkung
Bei Vergiftungen mit dem Germer kommt es zu Erbrechen und starkem Durchfall. Außerdem entsteht ein Kältegefühl, man bekommt Muskelkrämpfe und Atemnot. In schlimmen Fällen kann es auch zu Kollaps und Tod kommen. Schon 2g der Wurzel können tödlich wirken. Bei Verdacht auf Germer-Vergiftung sollte man schnellstmöglich notärztliche Hilfe anfordern. In den meisten Fällen wird eine Behandlung im Krankenhaus eventuell mit künstlicher Beatmung nötig sein. Als Erste-Hilfe-Maßnahme kann man Aktivkohle einnehmen. Außerdem braucht der Vergiftete Wärme, Kreislaufstärkung und Schmerzmittel.
 
Geschichtliches
Im Altertum wurde der Germer häufig als Pfeilgift und für den Giftmord verwendet. Außerdem galt er als wichtiges Mittel bei Bluthochdruck. Auch zur Bekämpfung von Läusen wurde der Germer häufig verwendet. Da das Pulver der Germerwurzel zu Niesreiz führt, wird es traditionell zum Auslösen des Niesens verwendet. Es ist in niedriger Dosierung Bestandteil des Schneeberger-Schnupftabaks.
 
Pflanzenbeschreibung
Der Weiße Germer wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 50 bis 150 Zentimetern. Die Wurzel ist innen weiß. Die Laubblätter sind wechselständig, schraubig, fast dreizeilig angeordnet. Die untersten Laubblätter sind breit oval und sind bis zu 20 Zentimeter lang, die oberen sind lanzettartig. Alle Blätter sind mehrfach nervig gefaltet und den Stängel umfassend. Der Weiße Germer blüht erst nach einigen Jahren vegetativen Wachstums. Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Der vielblütige, rispige Blütenstand ist etwa 50 Zentimeter lang. Die Trichterblüten sind 12 bis 15 Milli-meter groß und weiß, grünlich oder gelblich. Besonders bei Sonnenschein duftet die Pflanze sehr aufdringlich.
Verwechslungsmöglichkeiten
Name: Der weiße Germer wird auch häufig Nieswurz genannt. Unter Nieswurz wird jedoch die Nieswurz der Helleborus-Familie beschrieben.
Aussehen der Blätter: Die Blätter des Germers ähneln den Blättern des gelben Enzians. Daher kann es bei der Ernte zu fatalen Verwechslungen kommen, weil der Germer, im Gegensatz zum Enzian sehr giftig ist.
Aussehen der Wurzel: Der Wurzelstock des Germers ähnelt dem Wurzelstock des Galgants. Da Galgant gerne als Gewürz verwendet wird, kann eine Verwechslung zu   Vergiftungen führen.
Der Germer ist eine Gebirgspflanze, die in Europa heimisch ist. Er hat große Blätter, die ausgeprägte parallel verlaufende Blattnerven haben. Beim weißen Germer wachsen zwischen Juni und August bis zu 50 cm lange Blütenrispen mit kleinen weißgrünen Trichterblüten. Der schwarze Germer hat kleinere Blüten mit langen grünlichen Blütenblättern.

BACHBLÜTE WILD OAT
Man hat unklare Zielvorstellungen, kann seine Richtung im Leben nicht finden. Das führt zu Unzufriedenheit, Frustration oder Langeweile  
Diese haben unklare Zielvorstellungen, können deren Richtung in ihrem Leben nicht finden und führt zu Unzufriedenheit, Frustration oder gar zur Langeweile
Mit der Blüte können sie ihre Zielvorstellungen konkretisieren und finden die richtige Richtung in deren Leben
BACHBLÜTE WILD ROSE
Ich fühle mich ständig müde                        
Diese fühlen sich ständig müde
Mit der Blüte können sie diese Müdigkeit besiegen
Hildegards Lebens- und Heilmittel
Pilze
Früher nannte man wild wachsende Pilze wegen ihres relativ hohen Eiweißgehalts „Fleisch des armen Mannes“. Heutzutage sind Pilze aus Wildsammlung nicht nur relativ selten und teuer auf dem Markt zu kaufen, sondern sie sind auch mit Umweltgiften bis hin zu radioaktivem Cäsium belastet. Die Schwermetalle Cadmium und Quecksilber reichern sich in Pilzen schneller als in anderen pflanzlichen Lebensmitteln an. Aus diesen Gründen empfiehlt sich Vorsicht bei wild gesammelten Pilzen, obwohl dadurch die Vielfalt des Pilzgenusses unter Umständen erheblich eingeschränkt wird. Risikolos ist hingegen der Kauf von biologisch angebauten Kulturpilzen. Mittlerweile weiß man, dass Pilze zwar deutlich weniger Eiweiß (zwei bis vier Prozent) als Fleisch enthalten, dennoch liefern auch sie einige ernährungsphysiologisch wertvolle Inhaltsstoffe. Ihr Fettanteil liegt unter einem Prozent, zu etwa 90 Prozent bestehen sie aus Wasser, 100g Pilze enthalten nur 37 Kalorien, sind aber dennoch sehr sättigend, da Chitin und andere nicht verwertbare Kohlenhydrate Pilze schwer verdaulich machen. Sie enthalten insbesondere reichlich Vitamin B1 und B2, Kalium und Phosphor. Durch ihren geringen Gehalt an Natrium, Purin und Glukose sind Pilze für Bluthochdruckpatienten, Diabetiker und Gichtkranke geeignet. Hildegard von Bingen befürwortet vor allem den Verzehr von Pilzen, die an Bäumen wachsen, wie Austernpilze oder Stockschwämmchen.

Der Brustwickel
Während der Brustwickel in Kneipps Aufzeichnungen nicht erwähnt wird – er verwendete in der Regel den stärker wirkenden Kurzwickel -, ist dieser Wickel heutzutage einer der gebräuchlichsten. Er reicht von den Achselhöhlen bis zum unteren Rippenbogen und kann auch wieder, je nach gewünschter Wirkung, warm oder kalt angewendet werden.
TECHNIK
Genau wie beim Kurzwickel, jedoch wird der Leib nur bis zum unteren Rand des Brustkorbes eingewickelt. Auch hier gilt es wieder sorgfältig darauf zu achten, dass die Tücher glatt am Körper liegen. Da der Wickel jedoch beim Atmen nicht einengen darf, legt man die Tücher am besten bei mittlerer Atemstellung, d.h. nicht beim tiefsten Ein- und Ausatmen, an.
Die Anwendung dauert etwa 1 -1 ½ Stunden, danach bleibt der Patient wie auch beim Kurzwickel mindestens eine halbe Stunde im Bett liegen.
WIRKUNG
Wird der Brustwickel warm angewendet, so hilft er chronischen Erkrankungen des Brustraums (z.B. chronische Bronchitis). Zudem wirkt er durchblutungsfördernd und schleimlösend.
Ein kalter Brustwickel, wenn er wärmeentziehend angewendet wird, hilft bei akuten Erkrankungen des Brustraums und wirkt außerdem entzündungshemmend und fiebersenkend. Die wärmeentwickelnde Anwendung wirkt ähnlich wie der warme Brustwickel.

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