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GRANATAPFEL
Der Granatapfel ist eine klassische Frucht aus warmen Ländern, die auch hierzulande immer häufiger angeboten wird. Die kleinen, saftigen Samenmäntel im Innern der kugeligen Früchte schmecken süß und aromatisch und sind ein erfreulicher Anblick in Obstsalaten und anderen Speisen. Doch der Granatapfel kann noch viel mehr, denn er hat vielfältige Heilkräfte, die teilweise auch schon wissenschaftlich untersucht wurden. Man kann die Kraft des Granatapfels nicht nur bei Wechseljahresbeschwerden und bei Herzkreislauferkrankungen nutzen. Sogar auf verschiedene Krebsarten soll er eine hemmende Wirkung haben.
Der Granatapfel ist eine Pflanzenart, die der Familie der Weiderichgewächse zugerechnet wird. Die aus zwei Arten bestehende Gattung Punica bildet alleine die Unterfamilie Punicoideae, manche Autoren führen sie auch noch als eigene monotypische Familie Punicaceae Horan. Ihre Frucht wird in der Küche verwendet. Das Verbreitungsgebiet des Granatapfels liegt in West- bis Mittelasien; heute wird er unter anderem im Mittelmeerraum angebaut. Der Gattungsname Punica leitet sich von lateinisch punic(e)us, punisch ab und geht auf die römische Bezeichnung für die Phönizier zurück. Der Artname granatum wurde wegen der zahlreichen in den Früchten enthaltenen Samenkörner geprägt.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Herzkreislauf-Erkrankungen, Krebs, Wechseljahresbeschwerden
Heilwirkung: adstringierend, antispetisch, antiviral, durchblutungsfördernd, entzündungshemmend, gefäßschützend, hormonausgleichend, kühlend, lindernd, stärkend, vitalisierend, zellschützend
Anwendungsbereiche: Alterserscheinungen, Arteriosklerose, Arthritis, Bluthochdruck, Diabetes, Entzündungen, Erhöhte Blutfettwerte, Gelenkschmerzen, Hautentzündungen, Leberschwäche, Nervosität, Östrogendominanz, Prostata-Beschwerden, Rheuma, Schlaffe Haut, Übergewicht, Verdauungsbeschwerden, Rinde: Bandwürmer, Würmer
wissenschaftlicher Name: Punica granatum
Pflanzenfamilie: Weiderichgewächse - Lythraceae
englischer Name: Pomegranate
andere Namen: Grenadine, Echte Granate, Granatbaum
Verwendete Pflanzenteile: Frucht, Samen, Knospen, Wurzelrinde, Rinde (giftig)
Inhaltsstoffe: Phytohormone: Beta-Sitosterol, Betulin, Östradiol, Östron, Quercetin; Polyphenole: Flavonoide, Anthocyane; Ellagtannine, Phenolsäuren: Gallussäure, Ellagsäure; Vitamine, Mineralstoffe: Kalium, Calcium, Eisen
Sammelzeit: September bis Februar
 
Anwendung
Mehrere Teile des Granatapfelbaums kann man medizinisch anwenden: die Frucht, die bitteren Fasern der Frucht, die Samen, die Blütenknospen, die Wurzelrinde und die Rinde. Am häufigsten und insgesamt zunehmend wird die Granatapfelfrucht verwendet. Die anderen Teile des Granatapfelbaums werden eher selten verwendet, die Rinde ist sogar leicht giftig und wird deshalb heut-zutage nicht mehr eingesetzt.
Verwendung
Granatäpfel und deren gepresster Saft sind im Mittelmeerraum, im Nahen Osten, in den USA, in Südeuropa und seit einigen Jahren auch in Mittel- und Nordeuropa weit verbreitet. Aus dem Saft wird auch Granatapfelwein gewonnen, der vor allem von Armenien und Israel exportiert wird. Das Fruchtfleisch oder der Saft des Granatapfels werden zur Verfeinerung von Wild- oder Geflügelgerichten oder in Obstsalaten verwendet. Die Schale des Granatapfels war traditionell Farbstoff für Orientteppiche. Auch in Indien wurde sie zum Färben von Wolle in Gelb- und Schwarztönen verwendet. Mit einem Extrakt aus der Wurzel des Granatapfelbaumes können mit einer Eisenbeize tief dunkelblaue Farbtöne erzeugt werden. Grenadinesirup, der früher aus Granatapfelsaft hergestellt wurde, gibt dem Tequila Sunrise und verschiedenen anderen Cocktails seinen fruchtigen Geschmack und seine rote Färbung. Iran zählt zu den Hauptproduzenten weltweit.
Granatapfelfrucht
Die Granatapfelfrüchte kann man essen, um in den Genuss der Heilwirkung zu kommen. Die wohlschmeckenden, roten Samenmäntel enthalten jedoch die Samen und sind daher etwas umständlich zu essen. Wer das nicht mag, kann auch den Saft trinken. Granatapfelsaft wird im gut sortierten Handel angeboten, meistens unter dem Namen Grenadine. Besser als abgefüllter Saft ist jedoch frischer, selbstgemachter Saft. Dazu gibt man die saftigen Samenmäntel in ein Sieb und drückt sie aus. Übrig bleiben die Samen und die Häute der Samenmäntel. Medizinisch besonders wirksam, vor allem im Zusammenhang mit der Krebsbehandlung, ist fermentierter Saft. Solch ein Saft wird manchmal auch unter der Bezeichnung Granatapfelelixier angeboten. Die Wirkung von fermentiertem Saft ist in einigen medizinischen Studien mit Erfolg untersucht worden. Wer am liebsten Tabletten schluckt, kann den Granatapfel auch pulverisiert in Kapselform einnehmen.
Granatapfelsamen
Granatapfelsamen kann man innerlich und äußerlich anwenden, um den Stoffwechsel zu beleben. Äußerlich angewendet regeneriert sich die Haut und die Falten sollen verringert werden.
Innerlich
Die einfachste Möglichkeit, die Samen innerlich anzuwenden ist es, sie einfach mitzuessen, wenn man einen Granatapfel verspeist. Damit der Körper an die wertvollen Wirkstoffe im Innern der Samen gelangen kann, sollte man die Samen zumindest einmal durchbeißen. Gründlicheres Kauen wäre natürlich noch besser, aber wer kaut schon gerne Obstkerne?
Äußerlich als Öl
Für den äußerlichen Einsatz der Kerne auf der Haut, kann man sich mit relativ wenig Aufwand ein Granatapfelöl zubereiten.
So stellt man ein Granatapfelöl her:
Zuerst reinigt man die abgeknabberten Samen eines Granatapfels und trocknet sie gründlich ab. Als nächstes zerkleinert Samen mit einem Mixer. Dann gibt man das Samen-Mus in ein kleines Schraubdeckelglas. Die Samen-Masse wird mit einem guten Pflanzenöl (z.B. Jojobal-Öl oder Mandelöl) übergossen und bedeckt. 2 Wochen lang muss die Mischung an einem hellen Ort stehen, damit die Samenwirkstoffe an das Öl übergehen können. Dann wird das Öl abgeseiht.
Das Granatapfelöl kann man direkt zur Hautpflege verwenden, oder man stellt daraus Cremes und Salben her. Auch fertige Hautöle und Cremes im Handel werden manchmal mit Granatapfelöl hergestellt. Bei diesen Fertigpräparaten wird das Granatapfelöl aus den Granatapfelkernen gepresst, ähnlich wie bei anderen Pflanzenöl, z.N. Traubenkernöl.
Granatapfelschale
Die Schale des Granatapfels und die hellen Innenhäute zwischen den Samen kann man auch als Heilpflanze benutzen, u.a. gegen Wechseljahresbeschwerden. Zum Aufbewahren werden Schale und Innenhäute getrocknet, man kann sie aber auch frisch verwenden. Aus den Schalen kann man einen Tee zubereiten. Dazu stellt man eine sanfte Abkochung her, d.h. man lässt das Wasser mit den Schalen nur kurz aufkochen und anschließend noch ein paar Minuten ziehen.  Für eine große Tasse Granatapfeltee braucht man 2 Teelöffel voll getrocknete Granatapfelschale (mehr bei frischen Pflanzenteilen).
Granatapfelknospen
Aus den Knospen der Granatapfelblüte kann man einen Tee zubereiten, ähnlich wie aus der Granatapfelschale.
 
Wirkung
Zur medizinischen Wirkung des Granatapfels wurden schon mehr als 250 medizinische Studien durchgeführt. Die meisten dieser Studien basieren jedoch auf Untersuchungen der Granatapfelwirkung im Reagenzglas. Dennoch gehört der Granatapfel somit zu den gut durch Studien untersuchten Heilpflanzen.
Polyphenole
Besonders interessant für die allgemeine Gesundheit und das Herzkreislauf-system sind die vielen Polyphenole, die im Granatapfel enthalten sind. Dazu gehören unter anderem die Anthocyane und die Flavonoide, das sind natürliche Farbstoffe mit hei-lender Wirkung. Den Polyphenolen verdanken auch der Rotwein, die Heidelbeeren und der Grüne Tee ihre Gesundheitswirkung.
Phytohormone
Die im Granatapfel enthaltenen Phytohormone (pflanzliche Hormone) haben eine komplexe Wirkung, die auf den interessierten Laien teilweise einen widersprüchlichen Eindruck macht. Einerseits enthält der Granatapfel pflanzliche Östrogene, die sogenannten Phytoöstrogene, die einen eventuell vorhandenen Östrogenmangel im Körper ausgleichen können. Dadurch hilft der Granatapfel beispielsweise gegen Wechseljahresbeschwerden oder auch manche Fälle von Unfruchtbarkeit. Andere der Phytohormone verhindern jedoch die Überproduktion von Östrogenen, wodurch der Granatapfel gegen Östrogendominanz helfen kann. Sogar östrogenempfindlicher Brustkrebs kann mithilfe des Granatapfels ausgebremst werden. Das Gleiche gilt vermutlich für Prostatakrebs und einige andere Krebsarten. Natürlich sollte man Krebserkrankungen nicht ausschließlich mit Granatapfel behandeln; man kann ihn jedoch als Ergänzung zur schulmedizinischen Behandlung und zur Vorbeugung verwenden. Durch die Phytohormone wird der Stoffwechsel insgesamt aktiviert. Der Körper kann sich besser regenerieren und wirkt dadurch verjüngt. Die Haut sieht straffer aus und die Faltentiefe wird geringer, insbesondere bei äußerlicher Anwendung. Die Phytohormone sind auch in der Granatpfelschale und in den Samen enthalten.
Vitamine und Mineralstoffe
Die im Granatapfel enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe unterstützen die stär-kende Wirkung dieser Heilpflanze.
 
Anwendungsgebiete
Der Granatapfelbaum kann für eine Vielzahl von Krankheiten und Gesundheitsbeschwerden eingesetzt werden. Das liegt einerseits daran, dass man verschiedene Teile des Granatapfelbaums medizinische verwenden kann, aber vor allem liegt es an der vielseitigen Kombination von Wirkstoffen, die im Granatapfel enthalten sind.
Granatapfelrucht
Die Granatapfelfrucht und ihr Saft sind die wichtigsten medizinisch eingesetzten Bestandteile des Granatapfelbaums.
Krebs
Das interessanteste Einsatzgebiet der Granatapfelfrucht ist wohl die Krebserkrankung. Medizinische Studien deuten eine krebshemmende Wirkung bei Brustkrebs, Prostatakrebs, Leukämie und möglicherweise einigen anderen Krebsarten an. Das heißt aber nicht, dass der Granatapfel nun das lang erhoffte Wundermittel gegen Krebs ist. Es handelt sich eher um eine leichte Wirkung. Man kann den Granatapfel und seine Produkte also zur Unterstützung einer medizinischen Behandlung verwenden. Auch die Nebenwirkungen einer Chemotherapie können mithilfe des Granatapfels gelindert werden. Besonders gut soll für diesen Einsatzzweck der fermentierte Saft wirken.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Weil der Granatapfel die Blutgefäße schützt und verjüngt und somit die Durchblutung verbessert, kann man ihn zur Behandlung des gesamten Spektrums der Herz-kreislauferkrankungen einsetzen. Das geht von Bluthochdruck und allgemeinen Durchblutungsstörungen bis hin zur Vorbeugung von Herzinfarkt und Schlaganfall.
Anti-Aging
Neben der positiven Wirkung auf die Durchblutung werden auch die anderen Gewebe des Körpers durch den Granatapfel regeneriert und verjüngt. Daher kann er auch bei anderen Arten von Alterserscheinungen verwendet werden. Das betrifft Gelenkbeschwerden ebenso wie Hautprobleme, erhöhten Cholesterinspiegel und Übergewicht.
Frauenbeschwerden
Die pflanzlichen Hormone des Granatapfels wirken ausgleichend auf das Hormonsystem, insbesondere von Frauen. Darum kann man den Granatapfel bei Wechseljahresbeschwerden anwenden. Auch bei Prämenstruellem Syndrom (PMS) und Unfruchtbarkeit kann man den Granatapfel versuchen.
Granatapfelsamen
Die Granatapfelsamen werden innerlich für die gleichen Krankheiten eingesetzt wie das Fruchtfleisch oder der Saft. Äußerlich kann man Granatapfelsamenöl verwenden, um die Haut elastischer und jünger zu machen. Es eignet sich als Körperöl, Gesichtsöl und in Cremes aller Art.
Granatapfel-Schale und Granatapfel-Knospen
Den Tee aus der Granatapfelschale oder aus Granatapfelknospen kann man vor allem bei Frauenbeschwerden, beispielsweise in den Wechseljahren verwenden. Er eignet sich aber auch bedingt für die anderen Anwendungsgebiete der Granatapfelfrucht.
Granatapfel Wurzelrinde
Die Rinde der Granatapfelbaumwurzel wurde früher über Jahrhunderte hinweg als Mittel bei Würmer verwendet. Es gibt jedoch Nebenwirkungen und die Behandlung ist nicht so zuverlässig wie mit modernen Wurmmitteln. Daher wird die Granatapfelwurzelrinde heutzutage nicht mehr zur Wurmbehandlung eingesetzt.
Granatapfel Rinde - Achtung giftig!
Die Rinde des Granatapfels wurde früher über Jahrhunderte hinweg als Mittel bei Würmer, beispielsweise Bandwürmer verwendet. Die Nebenwirkungen, Erbrechen, Durchfall usw. sind hierbei jedoch so stark, dass man die Granatapfelrinde als giftig bezeichnen kann. Daher wird die Granatapfelrinde heutzutage nicht mehr zur Wurmbehandlung eingesetzt.
Granatapfel als Färbemittel
Die verschiedenen Teile des Granatapfels kann man zum Färben verwenden.
Je nach Pflanzenteil entstehen unterschiedliche Farbtöne:
Fruchtsaft: rot
Granatapfelschale: gelb und schwarz
Wurzel: dunkelblau mithilfe von Eisenbeize.
 
Geschichtliches
In seiner natürlichen Heimat, im mittleren und nahen Osten, wird der Granatapfel schon seit der Bronzezeit als Frucht geschätzt, wie Ausgrabungen in Jordanien, Ägypten und Zypern belegen. In den Religionen, die im nahen Osten ihren Ursprung haben (Christentum, Judentum, Islam und andere), spielt der Granatapfel eine wichtige Rolle. Sogar der Apfel im Paradies soll eigentlich ein Granatapfel gewesen sein. Im Hohelied Salomons in der Bibel wird der Granatapfel mehrfach erwähnt, um die Schönheit der Frauen zu beschreiben. In allen Religionen, in denen der Granatapfel eine Rolle spielt, steht er für Fruchtbarkeit und Leben. Aufgrund seiner vielen Kerne ist er auch ein Symbol für Kinderreichtum. Den Namen Punica verdankt der Granat-apfel den Phöniziern. Die Phönizier verbreiteten den Granatapfel in ihrer Blütezeit im Mittelmeerraum, um ihre Religion zu stärken. Der Namensteil Granat geht auf das lateinische Wort für körnig zurück. Dieser Name wurde im Laufe der Zeit selber zum Namensgeber für ganz unterschiedliche Dinge. Die spanische Stadt und Region Granada wurde nach dem Granatapfel benannt, weil der Granatapfel dort angebaut wird. Die Granate wurde nach dem Granatapfel benannt, weil sie auch zahlreiche Kerne enthält. Der Edelstein Granat hat seinen Namen, weil er in Form und Farbe dem einzelnen, roten Samenmantel des Granatapfels ähnelt.
 
Pflanzenbeschreibung
Der Granatapfelbaum ist im mittleren und nahen Osten heimisch. Die östliche Verbreitung reicht bis nach Indien, Pakistan und Indonesien. Der Granatapfelbaum ist ein kleiner Baum, manchmal auch ein Strauch. Er kann maximal 5m hoch werden. Die Rinde des Granatapfelbaums ist grau bis rötlich-braun. Die länglichen Blätter sind ledrig und glänzend und werden bis zu 10cm lang. Im Frühling und Sommer wachsen an den Enden der Zweige große, rote oder gelbe Blüten. Die Blüten haben in etwa Glockenform und fünf bis neun Blütenblätter. Aus den Blüten entwickeln sich zwischen September bis Februar die Früchte mit ihrer charakteristischen Form. Die roten Granatäpfel sind rund und werden meistens etwa faustgroß, wobei es erhebliche Größenunterschiede gibt. Typisch ist die kleine "Krone" am oberen Ende der kugeligen Frucht. Im Innern der Frucht findet man zahlreiche Samen, die jeweils einzeln von rotem Fruchtfleisch in einer kantigen Hülle umgeben sind. Dieser rote Samenmantel ist der essbare Teil der Granatäpfel. Die Form dieser Samenmäntel erinnert ein wenig an Mais. Ihre Farbe und Form sehen sehr hübsch aus, ein wenig wie eckig geschliffene Edelsteine, weswegen sie auch gerne für dekorative Zwecke eingesetzt werden. Die saftigen Samenmäntel schmecken süß-säuerlich, wenn der Granatapfel reif ist.
Der Granatapfel wächst als sommergrüner kleiner Baum und wird oft als Strauch kultiviert; er erreicht Wuchshöhen bis zu 5 Metern aber auch höher, wird bis zu 3 Meter breit und kann einige hundert Jahre alt werden. Die Pflanzenteile sind kahl. Die Rinde ist rotbraun bis grau, anfänglich glatt, später furchig, schuppig. Die jungen Zweige sind oft vierkantig, später werden sie grau-braun, stielrund und enden oft in einem Dorn. Er ist normalerweise laubabwerfend aber auch immergrün. Die gegenständigen auch wirteligen oder kreuzgegenständigen, glattrandigen Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattstiele sind 2 bis 10 Millimeter lang. Die einfache, oberseits glänzende, dunkelgrüne, unterseits blassere und mattere, wachsiglederige, teils asymmetrische Blattspreite ist bei einer Länge von 2 bis 9 Zentimetern, sowie einer Breite von 1 bis 2 Zentimetern, lanzettlich, eilanzettlich bis verkehrtteilanzettlich auch länglich mit sich verschmälernder Spreitenbasis und stumpfem bis rundspitzigem oder stachelspitzigem oberen Ende. Nebenblätter fehlen, die Nervatur ist gefiedert mit ausgeprägtem Hauptnerv. Die jungen Blätter sind teils rötlich-grün, im Herbst färben sich die Blätter gelb. Es gibt auch strauchige Zwergformen mit einer Höhe bis zu etwa 1–1,5 Metern, z. B. den Zwerggranatapfelbaum.
Die Blütezeit liegt normalerweise im Frühjahr und Sommer, in China zwischen März und Juli, in manchen Regionen sind 2 bis 3 Blütezeiten üblich. Die geruchlosen Blüten stehen endständig einzeln oder in kleinen Gruppen an den Zweigenden. Die bei einer Länge von 3,5 bis 7 Zentimetern sowie einem Durchmesser von 3 bis 4 Zentimetern relativ großen, mehrheitlich zwittrig urnenförmigen oder auch unfruchtbar männlich glockenförmigen Blüten sind fünf- bis neunzählig mit doppelter Blütenhülle. Auch gibt es noch dazwischen-liegende, röhrenförmige, teilweise fruchtbare Blüten, mit verkürztem Griffel. Die fünf bis neun an der Basis verwachsenen, wachsigledrigen 2 bis 4 cm langen Kelchblätter sind normalerweise orangerot oder hellgelb. Sie sind aufrecht-dreieckig und formen basal einen etwa 2 bis 3cm langen und bis 1,5 cm breiten Kelch. Die fünf bis neun roten, orangen, selten weißen mit hellgelben Kelchblättern, freien, rüschigen, zarten Kronblätter sind bei einer Länge von 1,5 bis 3cm sowie einer Breite von 1 bis 2 cm verkehrteiförmig mit gerundetem oder stumpfem oberen Ende. Die sehr vielen Staubblätter (bis über 300) sind kreisig angeordnet und können die Blütenkrone überragen. Die dorsifixen Staubbeutel sind gelblich-weiß und die Staubfäden rötlich-orange. Er ist selbst- oder fremdbestäubt. Der unterständige Fruchtknoten ist 8- bis 13-kammerig. Die verwachsenen Fruchtblätter sind überlagert, in verschiedenen Wirteln (in der Regel 2 bis 3), in dem Fruchtknoten angeordnet (coenokarp-synkarp). Die Plazentation ist bei den unteren zentralwinkelständig, bei den oberen parietal. Die Narbe ist kopfig, dreilappig und liegt tiefer als die Staubbeutel. Es gibt auch teilweise fruchtbare „Zier-Granatäpfel“ in teils anderen Farben (rosa, gelb) bei welchen die Staubblätter ganz oder teilweise in mehr Blütenblätter umgewandelt sind.
Die bei einem Durchmesser von normalerweise 5 bis 12 Zentimetern und 150–500 Gramm schweren, aber auch bis 20 Zentimetern große und 500 bis über 1000 Gramm schwere, kugelige, apfelähnliche, anfangs grüne, später orange-rote, rote bis gelb-grüne oder gelblich-braune, auch schwarz-violette Frucht ist der Grenzfall einer ledrigen Beere, da das Fruchtfleisch nicht fleischig ist, aber nicht verholzt. Diese spezielle Fruchtform des Granatapfels wird auch als Balausta bezeichnet. Sie ist gekrönt von den haltbaren, manchmal einen Kragen ausformenden Kelchblättern und den haltbaren Staubblättern. Das weißlich, hellrötliche, bittere, schwammige Mesokarp wird – wie bei den Citrusfrüchten – als Albedo bezeichnet. Dieses ist in einzelne Kammern unterteilt worin sich die Samen befinden, die Trennwände dieser Kammern werden als „Membrane“ bezeichnet. Die kantigen, vielflächig, rubinroten bis rosafarbenen oder gelblich-weißen Samen sind mit einer glasigen, leicht durchscheinenden, saftig-prallen, herbsüßen Samenschale umgeben die bei Druck leicht zerplatzt. Die Samenschalen sind bis zu 15 mm lang und ca. 5 bis 10 mm breit, die eigentlichen, weichen bis harten Samen sind eiförmig und weißlich und etwa 6–10 mm lang und 2 bis 5mm breit. Die Frucht enthält etwa 200 bis über 1000 Samen. Die Tausendkornmasse ohne Samenschale beträgt ca. 30 bis 40 Gramm, mit beträgt sie ca. 370 bis 400 Gramm. Die Frucht öffnet sich bei Vollreife unregelmäßig. Die Früchte reifen nach der Ernte nicht nach, sie zählen zu den nichtklimakterischen Früchten. Die Zeit bis zur Fruchtreife nach der Blütezeit beträgt etwa 130 bis 175 oder etwas mehr Tage.
 
Anbautipps
Manche Sorten des Granatapfels kann man auch in warmen Gegenden Mitteleuropas anbauen oder in Wintergärten. Die winterfesten Sorten des Granatapfels können zwar milde Winter überstehen, haben mit lang andauerndem starken Frost aber Probleme. Dazu kauft man sich am besten fertige Pflanzen und pflanzt sie im Frühjahr oder Herbst ein. Man kann den Granatapfelbaum aber auch aus Samen anzüchten. Am besten pflanzt man das junge Pflänzchen in einen Kübel, damit man es im Winter an eine halbwegs warme Stelle stellen kann.
 
Sammeltipps
Die Granatapfelfrucht wird rötlich bis leuchtend rot, wenn sie reif ist. Dann wird die Frucht vom Baum gepflückt. Die Kerne mit dem Fruchtfleisch werden aus der aufgebrochenen Frucht ausgepult.

ECHTER LEIN
Früher war der Lein eine wichtiges Pflanze, um daraus Kleidungsstoffe herzustellen. Sie ist eine der ältesten Kulturpflanzen und begleitet den Menschen seit der Steinzeit. Leinen gehörte zu den edlen Stoffen früherer Zeit, weil es fein und kühlend ist. Heutzutage ist vor allem der Lein-Samen beliebt, denn in Feuchtigkeit eingebracht er ist so schleimig, dass er harten Stuhlgang weicher macht und so gegen die verbreitete Verstopfung hilft. Die einhüllenden und lindernden Eigenschaften des Leins kann man auch gegen Entzündungen in den Atemwegen und Verdauungsapparat einsetzen. Außerdem werden entzündliche Hautprozesse gelindert.
Gemeiner Lein, auch Saat-Lein oder Flachs genannt, ist eine alte Kulturpflanze, die zur Faser- (Faserlein) und zur Ölgewinnung (Öllein, Leinsamen, Leinöl) angebaut wird. Er ist eine Art aus der Gattung Lein in der Familie der Leingewächse und die einzige Lein-Art, deren Anbau eine wirtschaftliche Bedeutung hat. Es gibt mehrere Convarietäten sowie etliche Sorten. In der Praxis wird nach der Hauptverwendung Faserlein und Öllein unterschieden. Das lateinische Artepitheton usitatissimum bedeutet meist verwendet und bezieht sich auf die vielfältige Verwendbarkeit. Flachs leitet sich von „flechten“ ab und bezieht sich auf die Verarbeitung.
Der Lein bzw. Flachs ist eine bedeutende Nutzpflanze und wird vielseitig verwendet. Sowohl Leinsamen als auch Leinöl werden in der Küche und in der Heilkunde verwendet. Die enthaltenen Schleimstoffe und Fettsäuren helfen bei Magen- und Darmbeschwerden und Husten. Darüber hinaus sind die Fasern des Flachses wichtige Rohstoffe für die Herstellung von Naturtextilien oder Verbundstoffen.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Verstopfung
Heilwirkung: abführend, einhüllend, erweichend, entzündungshemmend, krampflösend, schmerzstillend
Anwendungsbereiche: Samen und Öl: Drüsenschwellungen, Furunkel, Gallensteine, Geschwüre, Gürtelrose, Halsschmerzen, Hautauschlag, Heiserkeit, Gesichtsneuralgien, Ischias, Kehlkopfentzündung, Krebsvorbeugung, Magenschleimhautentzündung, Magenübersäuerung, Mundschleimhautentzündung, Rachenentzündung, Rheumatische Schmerzen, Schnupfen, Schuppenflechte, Sodbrennen, Unterleibsschmerzen, Zahnschmerzen, Homöopathie:  Asthma, Harnblasenreizung, Heufieber, Heuschnupfen, chronischer  Durchfall, Zungenlähmung
wissenschaftlicher Name: Linum usitatissimum L.
Pflanzenfamilie: Linaceae = Leingewächse
englischer Name: Flax
volkstümlicher Name: Faserlein, Flachs, Flachsbeere, Flas, Flax, Gemeiner Lein, Glix, Haarlinsen, Lein, Leinbleaml, Leinsamen, Öl-Lein, Saat-Lein
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Samen, Blüte (Homöopathie)
Inhaltsstoffe: Aminosäuren, Ballaststoffe, cyanogene Glykoside, Lignanglykoside, Linolsäure, Schleimstoffe, Phosphatide, Proteine, Sterole, Triterpene, ungesättigte Fettsäuren
Sammelzeit: August bis Oktober
 
Anwendung
Die Verarbeitung der Flachsfasern ist aufwändig. Die Flachsstängel werden zunächst geröstet, dabei werden durch Mikroorganismen im Wasser (Wasserröste) oder am Feld liegend (Tauröste) die Bastfasern gelöst. Nach der Röste wird der Lein gebrochen, dadurch wird der Holzkörper zerkleinert und es entstehen die Schäben. Anschließend wird der Lein geschwungen, dabei wird der Werg, der Kurzfasern enthält, von den hochwertigen Langfasern getrennt. Rund 15% der Stängelmasse sind Langfasern. Diese werden durch Hecheln gereinigt und dann gesponnen. Die Produktion von Flachsfasern dient zu etwa 61% der Gewinnung von Langfasern. Leinenfasern, für die die Langfaser genutzt wird, haben einen Marktanteil bei den Textilien von unter einem Prozent. Rund 40% des Leinens werden zu Bekleidung verarbeitet, 25% zu Haushaltswäsche, 20% zu Heimtextilien und 15% für technische Zwecke. Das als Nebenprodukt entstehende Werg (Kurzfasern) kann zu Papier verarbeitet werden. Er findet in Polstermöbelfüllungen, Verbundwerkstoffen und Dämmstoffen Verwendung. Die Schäben werden unter anderem in Pressspanplatten als Füllstoff verarbeitet, auch als Tiereinstreu verwendet. Das Leinwachs fällt im Staub an, kann leicht isoliert werden und findet in der Kosmetik und Pharmaindustrie Verwendung. Die Samen werden sowohl vom Öllein wie vom Faserlein verwertet. Die Leinsamen werden nur zu einem geringen Teil direkt in Backwaren, als Reformkost und als Arzneimittel bei Verstopfung verwendet. Andere medizinische Anwendungen sind wissenschaftlich nicht aus-reichend abgesichert. Der überwiegende Teil wird zur Ölgewinnung eingesetzt. Leinöl kann als Speiseöl verwendet werden. Durch den Gehalt von 50% bis 67% Linolensäure ist es ein trocknendes Öl. In der Industrie wird es zu Farben, Lacken, Firnissen, Druckfarben, Wachstüchern, Schmierseife und Linoleum verarbeitet sowie für die Herstellung von Kosmetika und Pflegemitteln eingesetzt. In Farben und Lacken ist es weitgehend durch synthetische Produkte ersetzt worden, wird aber auch heute in Druckfarben sowie für Lacke und Firnisse im Holzschutz benutzt. Nebenprodukte der Ölgewinnung sind Leinkuchen und Leinschrot, wegen des Reichtums an Protein werden sie als Tierfutter, besonders für Rinder und Kälber verwendet.
Innerlich Samen
Gegen Verstopfung wendet man den Leinsamen folgendermaßen ein: an nimmt ein bis zwei Esslöffel geschroteten Leinsamen und vermischt ihn mit Jogurt, Müsli oder einer Flüssigkeit. Durch die Feuchtigkeit hat der Leinsamen die Gelegenheit, etwas auszuquellen und seinen Schleim abzusondern. Nach kurzer Einwirk-zeit isst man den Leinsamen mit dem Jogurt oder Müsli. an sollte anschließend noch etwa 1/2 Liter Wasser trinken, damit der Leinsamen im Magen-Darm-Trakt vollständig aufquellen kann. Dadurch wird der Stuhl weicher und kann besser durch den Darm gleiten. Verstopfung wird gelindert.
Achtung! Leinsamen sollte nicht bei Verdacht auf Darmverschluss oder Darmlähmung angewendet werden. Darmverschluss und Darmlähmung gehören in ärztliche Behandlung.
Tee
Aus den Samen kann man einen Tee aufbrühen, der eine positive Wirkung auf die Harnsysteme hat.
Umschlag
Ein Umschlag aus zerquetschten oder gemahlenen Samen hilft gegen Bronchitis, Husten, Hautentzündungen, Geschwüren.  Ein Umschlag aus einem kurz aufgekochten Samenbrei hilft gegen Furunkel. Solch einen Breiumschlag kann man auch mit Honig und Olivenöl ergänzen, um die Heilwirkung gegen Furunkel zu verstärken.
Leinöl
Das aus Leinsamen gepresste Öl hilft gegen Hautauschläge. Leinöl wird auch als eröffnendes Klistier eingesetzt. Eine innerliche Kur mit Leinöl (50 Gramm je Trunk) hilft bei Gallensteinkoliken. Täglich ein Löffel Leinöl beugt dem Herzinfarkt vor.
Homöopathie
Das Mittel wird aus den Blüten hergestellt und wirkt gegen Asthma, Harnblasenreizung, Heufieber, Heuschnupfen, chronischer Durchfall und Zungenlähmung.
Lein als Heilpflanze
Lein oder Flachs ist eine alte Heilpflanze, die eine lange Tradition hat. Auch in der heutigen Naturheilkunde hat die Pflanze eine große Bedeutung. Verwendung finden auch hier vorrangig Leinsamen und das Öl, das aus den Samen gepresst wird.
In der Antike und im Mittelalter war der Lein eine universelle Heilpflanze, die sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet wurde. Die Samen des Leins wurden u.a. bei Brustschmerzen, Husten, Bauchschmerzen und Verdauungsbeschwerden verwendet. Leinsamen wurde im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit häufig mit Honig vermengt. Äußerlich waren Pflasteranwendungen mit Lein gebräuchlich. Diese halfen beispielsweise gegen schmerzhafte Beulen oder Geschwülste. Gegen Sonnenbrand und Seitenstechen wurden Umschläge aus Leinsud zubereitet.
Anwendungshinweise und Nebenwirkungen
Ist bekannt, dass akute Entzündungen der Speiseröhre oder des Mageneingangs bestehen, sollte keine Behandlung mit Lein erfolgen. Gleiches bei Darmverschluss. Nach der Einnahme von Leinzubereitungen sollten Sie viel trinken. Werden neben Leinsamen andere Medikamente eingenommen, so sollte diese erst nach etwa einer Stunde eingenommen werden. Leinsamen verringert die Resorption (Aufnahme) der Wirkstoffe vieler anderer Medikamente. Fragen Sie in solchen Fällen bitte unbedingt auch Ihren Arzt oder einen Apotheker.
Heilkräftiger Pflanzenteil
Gesammelt wird der reife Samen im August bis September, woraus das Leinöl und der Preßrückstand, das ist der Leinkuchen, gewonnen wird. Der Leinsamenschleim entsteht durch Übergießen des Leinsamens mit der 50fachen Menge lauwarmen Wassers. Durch halbstündiges Stehenlassen wird der Schleim aus der Zellschicht des Samens ausgesogen.
Sowohl der Leinsamen als auch das Leinöl und der sogenannte Leinkuchen dürfen nicht in Blechdosen aufbewahrt werden. Zur Aufbewahrung eignen sich nur dunkle, luftdicht schließende Glasgefäße. Der Leinsamen enthält an
Heil- und Wirkstoffen
Schleim, Linamarin, fettes Öl, Eiweiß, Lecithin und vor allem die wert-volle Linolsäure. Ferner wurden Enzyme, Sterine u.a. festgestellt.
Heilwirkung
Das Leinöl wird zu den eröffnenden Klistieren und bei Verbrennungen zur Mischung des heilsamen KALKLIMENTS – ½ Menge Leinöl, ½ Menge Kalkwasser – verwendet.
Bei innerlichem Gebrauch des Leinsamens verrührt man 1 bis 3 Esslöffel von geschrotetem Leinsamen mit Wasser oder etwas Apfelmus oder mit saurer Milch. Diese Menge wird unter Tage in 3 Gaben eingenommen. Zur Teebereitung setzt man am besten 1 Esslöffel voll mit 1 Tasse Wasser kalt an, kocht kurz auf und lässt 10 Minuten ziehen. Der Tee wird warm getrunken.
Sehr beliebt ist die sogenannte LEINÖLKUR bei Gallensteinkoliken, wobei man 50 bis 60g Leinöl auf einmal einnimmt. Dabei lege man sich auf eine halbe Stunde auf die linke Seite. Die Gallensteine gehen schmerzlos in den Darmkanal und von dort ab.
Der Leinkuchen ist ein billiger und beliebter Heilstoff für breiige Umschläge oder Kataplasmen, da der Flachs zu den erweichenden Umschlagkräutern zählt.
Gepulverter Leinsamen, jedoch nur frisch oder entölt zu verwenden, wird zu den erweichenden und schmerzlindernden Umschlägen bzw. als heiße Packung bei Gallenblasenkolik und anderen Erkrankungen der Leber und Galle verwendet.
Die viel gebräuchliche Einnahme von Leinsamen als Abführmittel hat seinen Grund darin, dass die Schleimstoffe sowie das Öl quellend und gleitfördernd sind und die Darmeigenbewegung anregen. Der im Darm befindliche Kot wird erweicht und hiedurch die Entleerung schmerzlos erleichtert. Gleichzeitig werden Krankheitskeime im Darm aufgesaugt, der Kot verliert weitgehendst seinen üblen Geruch, der innerlich eingenommene Leinsamen wirkt entzündungshemmend und krampflösend. Desgleichen wird schmerzender Harndrang durch die Einnahme von Leinsamen günstig beeinflusst.
Nach den neuesten Erkenntnissen des norwegischen Biologen Prof. Paul A. Owren von der Universität Oslo, hat die im Leinöl vorhandene Linolsäure die Eigenschaft, die Bildung von Blutgerinnseln in den Arterien und Venen weitgehendst zu verhindern. Man soll täglich einen Esslöffel Leinsamenöl einnehmen. Diese Ölkur ergäbe ein wirksames Mittel gegen den Herzinfarkt.
Aus alten Kräuterbüchern und Volksheilkunde
Gepulverter Leinsamen, frisch, mit Honig gut vermischt und teelöffelweise eingenommen, ist ein vorzügliches Brustmittel.
Leinsamen zermahlen und mit Honig vermischt, als Latwerge eingenommen, räumt die Brust vom Schleim, stillt das Husten und lindert die rauhe Kehle.
Der Leinsamen erweicht, lindert und zeitigt alle Geschwüre, Geschwülste, nimmt auch die Hitze und Spannung um die Geschwüre und Geschwülste.
Leinsamen in Wasser gesotten und davon das Wasser zu einem Klistier genommen, ist gut bei Darmkrämpfen oder bei Gebärmutterkrämpfen.
Frisches Leinöl, schluckweise warm getrunken, ist gut gegen Seitenstechen.
Bei Bauchkoliken nehme man rohes Flachsgarn, siede es in Wasser mit etwas Holzasche, drücke es aus und lege es möglichst warm auf den Bauch.
Leinöl dient zum Einreiben der schmerzhaften Hämorrhoiden und auch zum Einreiben der schrundigen Hände.
Leinsamen auf die heiße Herdplatte gelegt und den Rauch durch einen Trichter in die Nase aufziehen, ist gut bei Schnupfen.
Mit Rosenwasser aufgeweichten Leinsamen auflegen, heilt narbenlos die Brandwunden.
Heißer Leinsamen in einem Leinensäckchen aufgelegt, lindert rasch die Schmerzen bei gichtischen oder rheumatischen Anfällen.
Anwendung in der Homöopathie
Aus der frisch blühenden Pflanze stellt die Homöopathie eine Essenz her. Diese findet Verwendung bei Asthma, bei Heufieber, wenn alle anderen chemischen Mittel versagen, bei Blasenkatarrh, Bettnässen bei Kindern oder alten Leuten und bei chronischem Durchfall.
Auch die Zungenlähmung hat die homöopathische Essenz schon sehr gute Erfolge ausgelöst.
Nesselausschlag wird durch Umschläge mit der homöopathischen Essenz zum Abklingen gebracht.
Lein als Speisepflanze
Lein lässt sich in der Küche vielseitig einsetzen.
Leinsamen
Leinsamen gelten als sehr gesund und finden daher als Zutat für viele Gerichte Verwendung. Beispielsweise werden die Samen gern als Ergänzung zum Frühstücksbrei gegessen, wodurch die Verdauung angeregt wird. Auch als Backzutat sind Leinsamen hervorragend geeignet. Ein bekanntes Produkt ist das Leinsamenbrot, das wahlweise aus Weizen- oder Roggenmehl besteht.
Für den Verzehr sollten vorrangig unbehandelte, d.h. geschlossene Leinsamen verwendet werden. Sie enthalten die volle Palette an gesunden Fettsäuren.
Leinöl
Das aus den Samen der Pflanze gepresste Leinöl lässt sich vielseitig in der Küche verwenden. Das Öl passt sehr gut zu Kartoffeln, Fisch, Weißkraut und würzigem Käse. Ein bekanntes Gericht ist beispielsweise Pellkartoffeln mit Quark und Leinöl. Dieses schnell zuzubereitende Essen, harmoniert außerdem sehr gut mit Zwiebeln oder Kräutern wie Schnittlauch, Petersilie oder Knoblauchkresse.
Soll Leinöl vorrangig als Speiseöl verwendet werden, empfiehlt sich die Anschaffung eines hochwertigen Öls. Hochwertige Öle werden ausschließlich in dunklen Flaschen verkauft. Gutes Leinöl ist ausschließlich kaltgepresst und wurde einem schonendem Filtrationsverfahren unterzogen. Riecht das Öl fischig, sollte es nicht mehr gegessen werden. Das Öl ist zwar nicht schlecht, jedoch geschmacklich nicht mehr zu gebrauchen. Der Fischgeruch ist ein starker Hinweis darauf, dass die enthaltenden Fettsäuren bereits oxidieren.
 
Geschichtliches
Lein ist einer der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Im Jahre 2005 war deshalb Lein die Pflanze des Jahres um an diese Bedeutung zu erinnern. Lein ist Nahrungsmittel (wenn auch selten genutzt), Heilpflanze und vielseitiger Rohstoff. Die Anfänge für die Nutzung des Leins findet sich in der Steinzeit, zunächst für die Herstellung von Stoffen und Seilen. Im alten Ägypten wurden die reichen Toten in Leintücher gehüllt. Viele alte Heiler (z.B. Hippokratiker wie Theophrast, Hildegard von Bingen) nutzten Leinsamen zu medizinischen Zwecken sowohl innerlich und äußerlich. Obwohl heute Lein auf der ganzen Welt angebaut wird, spielt Lein nur noch eine Randrolle. Die Bedeutung als Heilpflanze nimmt aber wieder zu.
 
Pflanzenbeschreibung
Der Lein ist im Mittelmeerraum und Vorderasien heimisch. Er wächst bevorzugt im gemäßigtem Klima, dort wurde er überall als Kulturpflanze angebaut. Die einjährige Pflanze wird zwischen 30 und 150 Zentimeter hoch. Die Blätter sind schmal, lanzettlich, dicht besetzt und wechselständig. Die weiß-blauen bis blauen 5-zähligen Blüten erscheinen zwischen Juni und August und haben einen Durchmesser von etwa 2-3 cm. Die Blütengriffel sind himmelblau. Aus den Blüten entwickeln sich die Samen in rundlichen Kapseln (8-10 Samen) und können von August bis Oktober geerntet werden.
Botanik
Die einjährige Pflanze hat einen aufrechten glatten Stängel von 50 bis 70cm Höhe, der mit wechselständigen, schmalen, lanzettlichen Blättern dicht besetzt ist. Die Blüten sind blau, bisweilen weiß, auch die Staubgefäße und der Griffel sind himmelblau. Die Frucht ist eine 6 bis 8mm längliche, runde, kugelige Kapsel mit 8 bis 10 Samen. Dieser ist glatt, zusammengefrückt, länglich, glänzenden und hellbraun. In Wasser gelegt, umgibt sich der Leinsamen mit einer schleimigen Schicht. Er ist geruchlos und schmeckt schleimig.
Blütezeit
Juli bis August.
Samenreife
August bis September
Standort
Der Flachs, auch Lein genannt, ist eine der interessantesten und ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Die ursprüngliche Heimat ist unbekannt, dürfte aber sicherlich der Orient sein. Im 14. Jahrhundert vor Christi waren in wurden Früchte und Gewebe aus Flachs bei Grabungen gefunden und in der Bibel wird eine Flachsmißernte zu den sieben Plagen gezählt, die über die Ägypter verhängt wurde. Der Leinsamen war in Europa die älteste Pflanzen-fettquelle und vermutlich auch die älteste Heilpflanze. Bei uns wird er fast überall, außer im Alpengebiet, angebaut. Er stellt an den Boden fast keine Ansprüche, nur gegen Nässe ist er empfindlich.
Der Gemeine Lein ist eine einjährige Pflanze, die eine Wuchshöhe von 20 bis 100 Zentimetern erreicht. Sie besitzt eine kurze, spindelförmige Pfahlwurzel mit feinen Seitenwurzeln. Die Hauptwurzel wird etwa gleich lang wie der Spross. Die ganze Pflanze ist kahl. Die Stängel stehen meist einzeln und aufrecht, im Bereich des Blütenstandes sind sie verzweigt. Die stiellosen Laubblätter stehen wechselständig. Sie sind zwei bis drei (selten vier) Zentimeter lang und 1,5 bis drei (sechs) Millimeter breit. Ihre Form ist lineal-lanzettlich, dabei ist ein Blatt fünf- bis 15 mal so lang wie breit. Die Blätter sind dreinervig, kahl und haben einen glatten Rand.
Das äußerste Gewebe im Stängel ist die von einer Wachsschicht überzogene Epidermis. Es folgt die chlorophyllführende Rindenschicht. In die Rindenschicht eingebettet sind 20 bis 50 Bastfaserbündel als Festigungsgewebe. Jedes Bündel besteht aus zehn bis 30 Sklerenchym-Zellen, den Elementarfasern. Diese be-sitzen einen sechseckigen bis polygonalen Querschnitt mit kleinem Hohlraum. Die Länge einer Elementarfaser beträgt im Durchschnitt 2,5 bis sechs Zentimeter, in den oberen Stängelteilen kann sie auch acht bis zehn Zentimeter erreichen. Das ganze Faserbündel wird als technische Faser bezeichnet. Der Fasergehalt des Stängels beträgt 19 bis 25%. Die Faser selbst besteht zu 65 % aus Zellulose, die weiteren Bestandteile sind Hemizellulose mit 16%, Pektin (3%), Protein (3%), Lignin (2,5%), Fette und Wachse (1,5%), Mineralstoffe (1%) und 8% Wasser. Nach innen zu folgt das sehr dünne Kambium, sodann der größte Bereich, der Holzzylinder. Im Zentrum befindet sich ein schmaler Bereich aus Mark, im reifen Stängel noch ein Hohlraum.
Der Blütenstand ist ein rispenartiger Wickel. Die Blüten sind groß und über zwei Zentimeter breit. Die Blütenstiele sind länger als das Tragblatt, kahl und aufrecht. Die Blüte ist fünfzählig. Die Kelchblätter sind fünf bis sieben (neun) Millimeter lang. Sie sind lang zugespitzt, haben einen weißen Hautrand und sind an der Spitze bewimpert. Die Kelchblätter sind drei- oder fünfnervig. Die Kronblätter sind 12 bis 15 Millimeter lang und von hellblauer Farbe mit dunklerer Aderung, selten weiß, violett oder rosa. Die fünf Staubblätter sind zwei bis fünf Millimeter lang, an ihrem Grund sitzen Nektarien. Der Fruchtknoten ist oberständig und besteht aus fünf verwachsenen Fruchtblättern mit freien Griffeln. Die Narben sind keulenförmig. Blütenbiologisch handelt es sich um eine homogame, nektarführende Scheibenblume. Vorherrschend ist Selbstbestäubung (Autogamie), die Fremdbefruchtung durch Insekten (Auskreuzungsrate) beträgt rund fünf Prozent. Die Blüte-zeit ist Juni, Juli, August.
Die Fruchtstiele stehen aufrecht und tragen eine sechs bis neun Millimeter lange Kapsel. Diese ist kugelig-eiförmig und rund einen Millimeter lang geschnäbelt. Die Kapsel ist fünffächrig, jedes Fach enthält zwei Sa-men. Dabei ist jedes Fach durch eine falsche Scheidewand in zwei Kompartimente mit je einem Samen unterteilt. Die Kapsel öffnet sich wand- oder fachspaltig oder bleibt geschlossen. Die Samen sind 4 bis 4,9 (6,5) Millimeter lang und 2,5 bis drei Millimeter breit. Die Form ist abgeflacht eiförmig. Der Nabel (Hilum) liegt am schmalen, zugespitzten Ende. Die Farbe der Samen variiert je nach Sorte von hellgelb bis dunkelbraun bei glänzend glatter Oberfläche. Die Tausendkornmasse beträgt bei Faserlein vier bis sieben Gramm, bei Öllein bis zu 15 Gramm. Die Samenschale ist dünn, spröde und besteht aus fünf Schichten: Die Epidermis bildet Schleimstoffe. Es folgen nach innen je eine Zellschicht Ringzellen, Steinzellen und Querzellen. Die innerste Schicht, die Pigmentschicht ist einzellschichtig und besteht aus vier- bis sechseckigen, dickwandigen Zellen und ist für die Farbe des Samens verantwortlich. Das Endosperm ist schwach ausgeprägt und nur in Form eines dünnen Häutchens vorhanden. Die Zellen enthalten wie die der Keimblätter Öl und Eiweiß. Der Em-bryo besitzt zwei kräftige, fleischige Keimblätter, die als Speicherorgane dienen. Der Ölgehalt der Samen liegt zwischen 30% und 44% und hängt ab von der Sorte, den Umweltbedingungen und dem Grad der Reife. Da Faserlein vor der Vollreife geerntet wird, enthalten seine Samen weniger Öl. Hauptfettsäure ist mit rund 50% bis 70% die ungesättigte Linolensäure. Der Gehalt der für die menschliche Ernährung bedeutenden Omega-3-Fettsäuren in Leinöl ist der höchste aller bekannten Pflanzenöle. Die weitere Zusammenset-zung beträgt 10% bis 20% Linolsäure, 12% bis 24% Ölsäure, sowie je unter 10% Stearin- und Palmitinsäure. Der Roheiweißgehalt liegt zwischen 19% und 29%. Der Anteil der für den Menschen essentiellen Aminosäuren Lysin, Methionin und Tryptophan ist hoch. An sekundären Inhaltsstoffen sind die cyanogenen Glykoside Linamarin und Lotaustralin von Bedeutung, die enzymatisch zu Blausäure umgewandelt werden können und daher bei Aufnahme großer Mengen möglicherweise Vergiftungen hervorrufen können.
 
Anbautipps
Die Pflanze ist anspruchslos. Der Lein mag sonnigen und nährstoffreichen Boden, Aussaat im Frühling (April/Mai). Ist es zu trocken, sollte man gießen. Ist es zu nass, werden keine Blüten und Samen gebildet. Schnecken mögen die jungen Pflanzen.
Lein – Anbau, Aussaat und Pflege
Lein lässt sich problemlos im Garten auf dem Balkon kultivieren. Häufig wird der Lein wegen seiner ausdrucksstarken Blüten angepflanzt. Es handelt sich um eine relativ anspruchslose Pflanze, die nur wenig Pflege benötigt. Ökologische bzw. nachhaltige Gärtner schätzen den Gemeinen Lein übrigens auch als Gründüngungspflanze.
Standort
Lein verträgt sowohl sonnige bis halbschattige Standorte. Vollsonnige Lagen sollten jedoch vermieden werden. Linum usitatissimum wächst bevorzugt auf nährstoffarmen, lehmig bis sandigen und eher tiefgründigen Böden. Zu feuchte wie auch stickstoffreiche Böden sind nicht optimal und begünstigen schnell Krankheiten.
Aussaat
Die Aussaat des Leins sollte zwischen Ende März bis Anfang Mai erfolgen. Die kleinen Leinsamen können sowohl im Freiland als auch in Töpfen kultiviert werden. Die Pflanze zählt zu den Dunkelkeimern, weshalb die Saattiefe 2 -3 cm betragen sollte. Insofern eine durchgängige Keimtemperatur von etwa 18 °C gegeben ist, erscheinen nach etwa 8 bis 15 Tagen die ersten Keimlinge. Stehen einzelne Pflänzchen durch breitflächiges Ausstreuen zu dicht, sollte sorgfältiges ausgelichtet werden. Der Pflanzabstand zwischen den Pflanzen sollte etwa 20 bis 25 cm betragen.
Wächst der Flachs in einem Topf, sollte auf eine ausreichende Tiefe des Topfes geachtet werden. Lein bzw. Flachs bildet Pfahlwurzeln aus, die etwas Platz benötigen. Eine Topftiefe von etwa 20 bis 30 cm genügt in den meisten Fällen.
Gießen
Gemeiner Lein (wie auch der Zweijährige Lein) sind recht anpassungsfähig. Im Freiland genügen die natürlichen Niederschläge meistens aus. Bei längerer Trockenheit oder andauernder großer Hitze, ist es jedoch erforderlich die Pflanzen ausgiebig zu bewässern. Ein dauerhafter feuchter Boden ist jedoch nachteilig für das Wachstum der Pflanze und sollte, genau wie Staunässe, vermieden werden.
Düngen
Im Freiland ist eine zusätzliche Düngung meistens nicht erforderlich. Leinpflanzen sind häufig Indikatorpflanzen für Standorte mit geringen Stickstoffgehalten und gelten als Spezialisten. Bei längerem Anbau von Lein auf den gleichen Stellen kann jedoch ein Phosphor- und kaliumbetonter Dünger von Vorteil sein.
Krankheiten und Schädlinge
Lein kann unter ungünstigen Bedingungen empfänglich für Schädlinge und Krankheiten sein. Neben Fressfeinden wie Thripsen und Erdflöhe können zahlreiche Pilze zum Absterben der Pflanzen führen. Vor allem wenn Lein bzw. Flachs zu feucht gehalten wird, können verschiedene Schimmelpilzarten, Mehltau oder der so genannte Lein-Rost auftreten. Ist der Boden arm an Phosphor können unter Umständen auch gekräuselte Blätter mit schwarzen Blattbestandteilen auftreten. In solchem Fall ist eine schnelle Düngung mit einem mineralisch betonten Dünger notwendig.

Sammeltipps
Blüten sammelt man am frühen Morgen, da Nachmittags die Blüten oft geschlossen oder verblüht sind. Für die Samengewinnung wird die ganze Pflanze direkt am Boden abgeschnitten und getrocknet. Am besten über Backpapier oder ähnlichem aufhängen, da einige Sorten Samenkapseln haben, die beim Trocknen aufplatzen. Nur reife Samen nutzen, da unreife Samen giftige cyanogene Glykoside enthalten.

BACHBLÜTE ELM
Man hat das Gefühl, die Verantwortung wächst einem über den Kopf              
Sie haben das Gefühl, die Verantwortung wächst ihnen buchstäblich über den Kopf
Mit der Blüte können sie dieses Gefühl, dass ihnen die Verantwortung über den Kopf wächst ablegen
BACHBLÜTE GENTIAN
Ich bin ein pessimistischer Mensch                       
Diese Menschen sind sehr pessimistisch
Mit der Bachblüte können diese wieder optimistisch
Hildegards Grundlagen der richtigen Ernährung
Die vier Elemente und die Säftelehre
Zu Beginn ihres Werks Causae et curae beschreibt Hildegard die Natur des Menschen in eindrücklichen Bildern: „Alle Elemente der Welt befinden sich auch im Menschen und mit ihnen wirkt der Mensch. Sie tragen die Namen: Feuer, Luft, Wasser, Erde. Diese vier Grundstoffe sind in sich selber dermaßen verflochten, dass keiner vom anderen getrennt werden kann. Insgesamt halten sie sich im Verbund so zusammen, dass man sie Firmament nennt: das feste Gefüge des Weltalls.“
Die vier kosmischen Elemente verbinden also dien Menschen mit der Welt, entsteht in diesem Verhältnis ein Ungleichgewicht, so erkrankt der Mensch. Umgekehrt kann der Mensch mithilfe der kosmischen Elemente geheilt werden, da sie auch Heilkräfte der menschlichen Seele sind.

Das Wechselarmbad
TECHNIK
Wie beim Wechselfußbad benötigt man auch hier zwei Gefäße (Waschbecken oder entsprechend große Wanne), die mit 36-38°C warmem und 15-18°C kaltem Wasser gefüllt werden. Es wird mit der kalten Anwendung begonnen: Ca 5-10 Minuten warm (auf jeden Fall so lange, bis sich ein Wärmegefühl einstellt), dann ein Wechsel für 10-20 Sekunden ins kalte Becken. Der Wechsel erfolgt 2-3mal, immer von warm nach kalt, die Abschlußanwendung ist die kalte.
WIRKUNG
Das Wechselarmbad ist ebenfalls ein sehr gutes Training für die Blutgefäße. Es wirkt durchblutungsfördernd und wird empfohlen bei chronisch kalten Händen, Kreislaufstörungen sowie Erkrankungen der Atemwege.
Nicht geeignet ist das Wechselarmbad bei organischen Herzleiden und Gefäßkrämpfen!

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