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SCHNITTLAUCH
Schnittlauch, auch Graslauch, Binsenlauch, Brislauch, Grusenich, Jakobszwiebel oder Schnittling genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Lauch. Der Schnittlauch ist von den Mittelbreiten bis in die borealen wie subarktischen Zonen, mit Häufung in alpinen Höhenstufen der Hochgebirge der Nordhalbkugel, zirkumpolar verbreitet. Trotz der weiten Verbreitung und zahlreich vorkommender Ökotypen kann die Art nach genetischen Merkmalen nicht in Unterarten aufgesplittert werden. Schnittlauch wird als Gewürz verwendet und ist eine häufig vorkommende Kulturpflanze. Als Gewürz kennt jeder den Schnittlauch, aber dass er auch eine Heilpflanze ist, ist nicht so bekannt. In der Zeit, wenn er im Frühling aus der Erde sprießt, brauchen wir ihn am allernötigsten, denn er vertreibt die Frühjahrsmüdigkeit, reinigt das Blut und liefert uns Vitamin C. Der Schnittlauch ist eine Berühmtheit und doch vielmals unterschätzt. Schnittlauch hat eine desinfizierende Wirkung und ist verdauungsfördernd.
Schnittlauch sollte nicht mitgekocht werden, denn die ätherischen Öle verflüchtigen sich sehr schnell. Schnittlauch wächst hervorragend auch am Fensterbrett in einem Blumentopf. Dann brauchen Sie nicht einmal mehr zu Tiefgefrorenem greifen, denn der frische Schnittlauch ist klarerweise unschlagbar. Für die schnelle Küche kann frisch gekaufter oder geernteter Schnittlauch geputzt werden, klein geschnitten werden und in entsprechenden Plastikgefäßen tiefgefroren werden. So haben Sie auch in stressigen Zeiten jederzeit fast frischen Schnittlauch parat. Tipp: Vollkornbrot mit wenig frischer Butter und viel frisch geschnittenem Schnittlauch ist eine Köstlichkeit die jedem mundet! Und die Kombination von Vollkorn mit verdauungsanregendem Schnittlauch wirkt garantiert Wunder.
Schnittlauch gehört zu den Fixstartern unter den Küchenkräutern: Seine universelle Würze schmeckt angenehm lauchartig und erfrischend. Schnittlauch schmeckt kräftig würzig und leicht scharf. Sein Geschmack ist lauch- bis zwiebelartig, jedoch milder. Zum Verzehr geeignet sind auch die Blüten vom Schnittlauch. Die bei uns häufigste Sorte blüht rosa bis lila-violett und sieht besonders dekorativ aus . . .
 
Steckbrief
Heilwirkung: Appetitlosigkeit, Blähungen, Darmentzündung, Frühjahrsmüdigkeit, Gicht, Husten, Magenentzündung, Bluthochdruck, blutreinigend, harntreibend, schleimlösend
wissenschaftlicher Name: Allium schoenoprasum
englischer Name: Chives, Cives
Verwendete Pflanzenteile: Stängel
Inhaltsstoffe: Eisen, Arsen (Kleinstmengen), Vitamin C
Sammelzeit: März bis Oktober
Inhaltsstoffe, Geruch und Geschmack: Schnittlauch schmeckt kräftig würzig und leicht scharf. Sein Geschmack ist lauch- bis zwiebelartig, jedoch milder. Sein typisches Aroma entsteht durch ätherische Öle mit flüchtigen Schwefelverbindungen, die ihr Aroma erst nach Verletzung entfalten, d.h. Zerreiben bzw. Schneiden. Schnittlauch liefert wichtige Vitamine der B-Gruppe, Vitamin C sowie Carotinoide und wertvolle Mineralstoffe wie z.B. Kalium, Kalzium und Magnesium.
 
Anwendung
Der Schnittlauch wird am besten in der Küche angewandt, denn seine stärkste Heilwirkung entfaltet er, wenn er frisch gegessen wird. Heutzutage kann man Schnittlauch in den meisten Lebensmittelläden preisgünstig im Topf kaufen und dann auf der Fensterbank weiterwachsen lassen. Ein paar Schnipsel davon auf Brot oder in die Suppe gestreut, schmeckt nicht nur gut, sondern dient auch der Gesundheit. Besonders wertvoll ist auch ein Kräuterquark mit frischem Schnittlauch. Man kann übrigens auch die Blüten essen, beispielsweise im Salat.
Geschichtlich, medizinisch
Schnittlauch ist seit dem frühen Mittelalter in Kultur. Andere Quellen besagen, Schnittlauch sei schon seit etwa 3000 vor Christus bei den Chinesen in Gebrauch und befinde sich seitdem in Kultur. Es gibt zahlreiche Sorten, die in Bezug auf Wuchshöhe und Blattdicke sehr unterschiedlich sind. Neben den typischen lilablühenden Formen treten auch weiß blühende auf. Im 17. Jahrhundert ließ sich der englische Apotheker Nicholas Culpeper nur auf besonderen Wunsch eines Land-edelmannes dazu überreden, den Lauch in sein Kräuterbuch aufzunehmen, weil dieser nach seiner Ansicht den Schlaf störe und auch das Sehvermögen beeinträchtige. Gelegentlich wird Schnittlauch auch als Zierpflanze in Gärten, beispielsweise in Steingärten, sowie zur Dachbegrünung verwendet. Die medizinischen Wirkungen wurden untersucht.
Schnittlauch als Heilkraut
Schnittlauch ist kein Heilkraut im herkömmlichen Sinne. Allerdings ist der Verzehr des Krauts durchaus gesundheitsfördernd, ähnlich wie viele essbare Lauchgewächse wie Knoblauch, Zwiebel oder Bärlauch. Das geringe Anwendungspotenzial in der Naturheilkunde ist vereinfacht dadurch zu erklären, dass es deutlich wirkungsvollere Heilpflanzen gibt.
Zu früherer Zeit war das Bild noch etwas anders. Schnittlauch galt in der Antike und im Mittelalter durchaus als potente Arzneipflanze. Im späten Mittelalter bzw. in der frühen Neuzeit wurden Schnittlauch und Porree bezüglich ihrer Heilwirkung nicht sonderlich getrennt betrachtet. Im Kräuterbuch von P. A. Mattioli (1590) wurden Lauch und Schnittlauch in Verbindung mit Honig gegen Schlangenbisse empfohlen. Auch wurde erwähnt, dass Lauch – eingenommen mit Zucker – eine Art Aphrodisiakum darstellt (Lauch mit Zucker gessen/macht unkeusch). Weitere Anwendungsgebiete waren die Behandlung von Hämorrhoiden oder diverse Beschwerden in der Nasengegend. Eingenommen wurde es häufig als Saft sowie als Saft mit Essig.
Die beste gesundheitsfördernde Wirkung entfaltet Schnittlauch, wenn er roh verzehrt wird. Hitze, die beim Kochen entsteht, zerstört vor allem das enthaltene Vitamin C und auch die ätherischen Öle verflüchtigen sich. Vor allem die Senföle im Schnittlauch haben einen positiven Effekt auf die Verdauung - lösen Blähungen und regen den Appetit an, sind antibakteriell, schleimlösend bei Husten, wirken gegen hohen Blutdruck und aufgrund des Kaliums im Schnittlauch ist eine harntreibende Wirkung nachgewiesen, genau wie dem Kraut eine blutreinigende Bedeutung nachgesagt wird - wenn auch nicht in dem Maße wie der Verwandte Knoblauch.
Die gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe des Schnittlauchs sind die Diallylsulfid, Disulfid und Diallyltrisulfid-Verbindungen. Diese Stoffe wirken zudem anitimikrobiell. In einigen Studien wird nachgewiesen, dass Schnittlauch das Risiko für die Bildung von Prostatakrebs senken kann. In Verbindung mit anderen Lauchgewächsen wurden auch krebsschützende Eigenschaften vor Tumoren im Gastrointestinaltrakt (z.B. Magenkrebs) beobachtet.
Die antimikrobiellen Eigenschaften werden besonders den Diallylsulfiden zugeschrieben. Auch hier konnten Studien positive Effekte belegen, wodurch beispielsweise bei der Einnahme von Nahrung krankheitsfördernde Bakterien abgetötet werden konnten. Dies betrifft u.a. Stämme von Escherichia coli, Listeria monocytogenes (u.a. Listeriose) oder Clostridium botulinum (u.a. Botulisumus).
Schnittlauch in der Küche
Schnittzwiebel - ein anderer Name für Schnittlauch, der sehr treffend die geschmackliche Ähnlichkeit zu Lauchgemüse beschreibt. Allerdings schmeckt Schnittlauch eine Note kräftiger und würziger, kommt aber nicht ganz an den Geschmack von Knoblauch oder Zwiebeln heran, die ebenfalls zur Familie der Lauchgewächse zählen.
Um in den Genuss des für Schnittlauch typischen Geschmacks zu kommen, braucht man nicht viel von dem Kraut. Besonders intensiv ist das Aroma, je feiner die Halme zerschnitten werden (mit der Küchenschere oder dem Messer), da so mehr ätherische Öle (allen voran Sulfidverbindungen) freigesetzt werden.
Zu den bekanntesten Rezepten, bei denen Schnittlauch zum Einsatz kommt, gehören neben dem Butterbrot mit Schnittlauchröllchen vor allem Eierspeisen – sei es als Omelette, Spiegelei, Eiersalat oder Rührei. Aber auch Frischblattsalate, Sour Cream, Kräuterdips, Kräuterbutter, Kräuterquark, Mayonnaise, Kartoffelsalat oder sämige Kartoffelsuppen erhalten durch Schnittlauch eine würzig-pikante Note. Optisch ansprechend und nicht minder delikat sind Schnittlauchblüten. Die essbaren Blüten schmecken ebenfalls lauchig und sind in Sommersalaten ein bunter Hingucker.
Da Schnittlauch empfindlich auf hohe Temperaturen reagiert, sollte das Würzkraut nicht mitgekocht werden. Besser ist es, gekochte Gerichte erst vor dem Servieren mit Schnittlauch zu garnieren.
Sollte von der Schnittlauchernte etwas übrigbleiben, können die restlichen Schnittlauchröllchen tiefgefroren werden. Zum Trocknen ist Schnittlauch weniger gut geeignet, weil Aroma, Geschmack und die wertvollen Inhaltsstoffe (v.a. Vitamine und ätherische Öle) nahezu vollständig verloren gehen.
Frischer Schnittlauch, der auf Märkten oder in Supermärkten als Bündel angeboten wird, sollte nicht in Vasen oder anderen wassergefüllten Gefäßen gelagert werden. Die Enden werden schnell unansehnlich und verlieren an Qualität. Besser ist es, Schnittlauchbündel in ein feuchtes Tuch (Küchenpapier, Leinen oder Handtuch) einzuwickeln und im Gemüsefach des Kühlschranks aufzubewahren. Stehen größere Mengen des Krauts zur Verfügung, eignet sich auch das Einfrieren des Krauts. Dadurch bleibt das Aroma weitgehend erhalten und es lässt sich verhältnismäßig schnell verarbeiten.
Pflanzenkunde
Der Schnittlauch zählt wie alle anderen Lauchgewächse neuerdings zur Pflanzenfamilie der Narzissengewächse. Er ist eine mehrjährige Pflanze und kann über zwei bis vier Jahre mehrmals pro Jahr geschnitten werden. Es gibt fein-, mittel- und grobröhrige Sorten. Gegessen werden von der Pflanze die röhrenförmigen Blätter, aber auch die Blüten. Die bei uns häufigste Sorte blüht rosa bis lila-violett. Es gibt auch weiß-blühende Arten wie den chinesischen Schnittlauch, der flachere Blätter und einen knoblauchbetonteren Geschmack hat.
Tipp: Schnittlauch kann leicht selbst im Garten oder Blumentopf gepflanzt werden: Er mag es feucht und sonnig. Bodennahe schneiden! Topfzwiebeln sollten im Winter unbedingt durchgefroren werden, um gut keimen zu können.
 
Pflanzenbeschreibung
Schnittlauch ist eine mehrjährige Pflanze. Im Frühling treiben innerhalb kurzer Zeit aus dem Wurzelstock rundliche, hohle Stängel, das Schnittlauch. Diese Stängel wer-den bis zu 30cm hoch. Nur wenige Monate später, meistens im Mai, wachsen einige Stängel, die deutlich härter sind als die anderen. An diesen Stängeln entfalten sich dann die rosavioletten Blüten. Die Blüten sind kugelförmig. Nach der Blütezeit wach-sen wieder normale Stängel, bis sich der Schnittlauch Anfang Winter in die Erde zurückzieht.
Schnittlauch ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 5 bis 50 Zentimetern erreicht. Er bildet eine dünnhäutige, eiförmige bis zylindrische Zwiebel aus mit einem Durchmesser von 0,5 bis 1 Zentimetern. Daraus treiben ein bis zwei grüne oder graugrüne, im Querschnitt runde, röhrenförmige Laubblätter mit einem Durchmesser von 2 bis 6 Millimetern. Infolge unterirdischer vegetativer Vermehrung durch Tochterzwiebeln erscheint Schnittlauch oft in Gestalt vielblättiger Horste.
Die Blütezeit reicht je nach Standort von Mai bis August. Die Blütenstandsschäfte ähneln den Laubblättern, sind aber etwas fester und höher. Die endständigen, dichten, kugeligen bis eiförmigen, scheindoldige Blütenstände enthalten viele (30 bis 50) Blüten. Ihre Hüllblätter überragen den Blütenstand nie. Anders als beim Weinberg-Lauch oder dem Gemüse-Lauch bildet der Blütenstand des Schnittlauchs keine Brutzwiebeln aus. Die kurzen Blütenstiele sind eineinhalb- bis dreimal so lang wie die Blüten. Die zwittrigen, glockenförmigen Blüten sind bei einem Durchmesser von etwa 5 Millimetern radiärsymmetrisch und dreizählig. Die sechs gleichgestaltigen, sich allmählich zuspitzenden Blütenhüllblätter sind etwa 0,7 bis 1,1 (selten bis 1,7) Zentimeter lang und 3 bis 4 Millimeter breit. Die Farbe der Blütenhüllblätter ist violett-purpurfarben, selten auch weiß, manchmal etwas blaustichig, sie variiert von hell- bis dunkelrot; auffällig ist ein dunkler hervorgehobener Mittelnerv. Es sind zwei Kreise mit je drei zahnlosen Staubblättern vorhanden. Die Staubfäden sind meist ein Drittel bis ein Halb (selten bis zu zwei Drittel) mal so lang wie die Blütenhüllblätter; sie sind an ihrer Basis und auf einer Länge von 1–1,5 Millimetern mit den Blütenhüllblättern verwachsen. Die inneren Staubfäden sind nur halb so breit wie die äußeren. Die Staubbeutel sind purpurfarben. Drei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen, fast kugeligen Fruchtknoten verwachsen. Der Griffel endet in einer kopfigen Narbe. Die fast kugelige Kapselfrucht ist von den Blütenhüllblättern ballonartig umgeben. Die Samen sind schwarz.
 
Aussaat, Anbau und Pflege
Schnittlauch lässt sich recht einfach anbauen und zeigt sich im Vergleich zu vielen anderen Kräutern eher anspruchslos.
Standort
Als optimaler Standort für Schnittlauch gilt eine helle und sonnige bis halbschattige Stelle im Freilandgarten oder auf dem Balkon. Schnittlauch ist ein sehr pflegeleichtes Kraut, das zum Wachsen und Gedeihen einen humosen Boden mit lehmig-sandigen Anteilen (guter Mischboden) und eine Boden-pH-Wert von 6 bis 7 braucht.
Aussaat
Mit der Aussaat der Schnittlauchsamen beginnt im Haus ab Mitte Februar, im Freiland zwischen Ende März und April. Die Samen können entweder reihenartig oder punktuell ausgesät werden, letztere bilden später büschelweise wachsende Schnittlauchhorste, die winterhart sind. Schnittlauch ist ein Kaltkeimer und benötigt eine Woche lang eine Kälteperiode von durchschnittlich 5 bis 9 °C. Bei der Anzucht im Haus sollten daher kältere bzw. ungeheizte Plätze bevorzugt werden.
Da Schnittlauch ein Dunkelkeimer ist, sollten die Samen mit etwa 2 cm Erde bedeckt werden. Bis sich die ersten Schnittlauchtriebe zeigen, vergehen zirka zwei Wochen. Der Anbau auf dem Balkon ist problemlos möglich. Geeignet sind jedoch eher tiefere Töpfe, so dass der Zwiebel samt Wurzelhaare ausreichend Platz geboten wird.
Pflege
Alle drei Jahre bietet es sich an, die Schnittlauchhorste zu trennen. Der Schnittlauchbüschel wird vorsichtig mit den Händen zerteilt und ausgedünnt. Schon bald zeigen sich neue, junge Triebe. Der optimale Zeitpunkt für die Trennung der Horste ist der späte Herbst. Ein Teil des zerteilten Schnittlauchs kann direkt in einen Topf eingepflanzt und als Wintervorrat im Haus gezogen werden. Damit die Pflanze besonders gut austreibt, wird Schnittlauch im Topf bei Nachtfrost für kurze Zeit ins Freie (Garten oder Balkon) herausgestellt. Die Halme verwelken anschließend, treiben bei Zimmerwärme aber wieder rasch aus. Im Freiland ist ein ähnlicher Ablauf zu erwarten sowie die Sonne den Boden erwärmt.
Durch das regelmäßige Abschneiden der Schnittlauchhalme werden der Neuaustrieb und das Wachstum gefördert. Besonders aromatisch bleibt der Geschmack, wenn zur Zeit der Blüte, die Blütenstände bereits vorher abgetrennt werden. So wird verhindert, dass die Pflanze einen Großteil ihrer Energie in die Blütenbildung steckt.
Gießen
Wichtig ist ebenso die regelmäßige Wasserzufuhr. Trotzdem sollte vermieden werden, dass die Pflanze im Wasser steht. Staunässe führt dazu, dass die Halme gelb werden und die Bildung von Schimmel unterstützt wird. Insbesondere bei der Haltung von Schnittlauch im Topf sollte auf eine gute Drainage geachtet werden, bspw. in Form von Blähton, Perlite und Lava am Boden des Topfes.
Düngung
Schnittlauch hat wie viele Lauchgewächse einen erhöhten Nährstoffbedarf. Vor allem Stickstoff benötigt die Pflanze kontinuierlich. Wächst das Lauchgewächs auf einem nährstoffreichen und humosen Boden im Freiland genügen kleinere Gaben Kompost, der im Frühjahr eingearbeitet wird. Bei Topfkulturen sind meist häufigere Düngezyklen notwendig. Je nach Topfgröße und Pflanzenanzahl pro Topf sollte etwa alle vier bis sechs Wochen ein stickstoffbetonter organischen Kräuterdünger verabreicht werden. Auf Dünger mit höherem Phosphoranteil sollte verzichtet werden, insofern der Schnittlauch keine Blüten austreiben soll.
Wirkung auf Schädlinge: Daneben kommt Schnittlauch im Garten eine ökologische Funktion zu. Schnittlauch steht auf dem Speiseplan von Regenwürmern, die dazu beitragen, das Kraut zu zersetzen und die im Schnittlauch enthaltenen Mineralstoffe über den sogenannten Wurmhumus den Pflanzen im Garten erneut zur Verfügung zu stellen. Zudem zeigt die Erfahrung, dass Schnittlauch neben andere Nutz- und Zierpflanzen gepflanzt, eine schädlingsabwehrende Wirkung hat. Die aromatisch duftenden Senföle des Schnittlauchs vertreiben viele Pflanzenschädlinge (v.a. Pilze wie Mehltau und einige Käfer), weshalb Schnittlauch an Beeträndern angepflanzt wird. Mit den filigranen Halmen und den rosafarbenen bis violetten Blüten ist Schnittlauch außerdem äußerst dekorativ.
Pflanzenkrankheiten
Selten kann es vorkommen, dass Schnittlauch selbst von Schädlingen heimgesucht wird. Zu nennen ist an dieser Stelle der Rostpilz Puccini allii: Schnittlauchrost. Der Rostpilz ist auf den Halmen aufgrund der rostroten, kleinen Erhebungen gut auszumachen. Dieser Pilz entsteht häufig bei Pflegefehlern, z.B. dass die Pflanze zu geringe Pflanzabstände zum Nachbarn hat. Die Bekämpfung des Schnittlauchrosts ist mitunter mühsam, da dieser spezielle Pilz nur bei Schnittlauch beobachtet wurde und gängig Anti-Fungizide nicht wirksam sind. Auch Frost und Kälte bekämpfen den Pilz nicht. Einzig mit einem Radikalschnitt der Pflanzen erzielt man eine nachhaltige Wirkung.
Ernte
Schnittlauch kann das ganze Jahr über geerntet werden. Schon kurze Zeit nach der Aussaat entwickeln sich die ersten zarten Halme, die - wenn sie etwa 10cm lang sind - geerntet werden können. Die Halme werden ca. zwei Zentimeter über dem Boden abgetrennt. Neben den Halmen können auch die Blüten geerntet und gegessen werden.

VOGELMIERE
Die Gewöhnliche Vogelmiere, auch Vogel-Sternmiere, Hühnerdarm (wohl in Bezug auf den kriechenden, runden und gewundenen Stängel), Hühnerscherbe oder Hustdarm genannt, ist eine Pflanzenart der Familie der Nelkengewächse. Die Gewöhnliche Vogelmiere ist als Kosmopolit weltweit verbreitet. Ihre Anpassungsfähigkeit resultiert aus dem gewöhnlich polyploiden Chromosomensatz und zeigt sich auch im Formenreichtum der Sippe. Das weit verbreitete Unkraut kann als Wildgemüse und Heilpflanze verwendet werden. Die meisten Gartenbesitzer kennen die Vogelmiere mit ihren kleinen Sternblüten als lästiges Unkraut, dabei ist sie nicht nur ein Wildgemüse, das sie selbst anbaut, sondern auch ein wertvoller Schutz und Mulchersatz für den nackten Boden. Fast das ganze Jahr über kann man die Vogelmiere ernten, um daraus Salate, Suppen und Kräuterquark zu bereiten. Diese Speisen regen den Stoffwechsel und die Verdauung an. Auch gegen allerlei Hautprobleme hilft die Vogelmiere. Sogar Schuppenflechte und juckende Ekzeme kann sie lindern. Die Vogelmiere ist eines der häufigsten Wildkräuter in unseren Breiten. Das kleine krautige Nelkengewächs ist eine beliebte Futterpflanze für Vögel und Kleinnager. Aufgrund der hohen Gehalte an Vitaminen und Mineralstoffen wird das Kraut auch als Salatpflanze gern gegessen. Doch auch als Heilpflanze gegen hartnäckigen Husten oder unterstützend bei Rheuma kann die Vogelmiere gute Dienste leisten.
 
Steckbrief
Heilwirkung: adstringierend, blutreinigend, blutstillend, harntreibend, kühlend, schleimlösend, Husten, Bronchitis, Lungenleiden, Frühjahrsmüdigkeit, Blähungen, Verstopfung, Hämorrhoiden, Gelenkentzündungen, Rheuma, Gicht, Nierenschwäche, Menstruationsfördernd, Milchbildungsfördernd, Augenentzündung, Gerstenkorn, Hautprobleme, Ekzeme, Schuppenflechte (Psoriasis), Juckreizlindernd, Geschwüre, Unterschenkelgeschwür, schlecht heilende Wunden, Quetschungen, Schnittwunden, Furunkel, Pickel
wissenschaftlicher Name: Stellaria media
Pflanzenfamilie: Nelkengewächse = Caryophyllaceae
englischer Name: Chickweed
andere Namen: Sternenkraut, Hühnerabbiss, Hühnerdarm, Kanarienvögelkraut, Mäusedarm, Meier, Vögelichrut, Vogel-Sternmiere
falsche Schreibweisen: Vogelmire
Verwendete Pflanzenteile: Kraut
Inhaltsstoffe: Vitamine, Saponine, Flavonoide, Cumarine, Mineralien, Oxalsäure, Schleim, Zink, ätherische Öle
Sammelzeit: Ganzjährig, besonders Frühjahr und Sommer
 
Anwendung
Der Vogelmiere werden schmerzlindernde Heilpflanzenqualitäten zugeschrieben. Neben den möglichen Heilwirkungen verfügt diese Pflanze auch über einen Wert als Nahrungs- beziehungsweise Genussmittel. Ihr Geschmack erinnert an jungen rohen Mais. Bereits 50 Gramm Vogelmierensalat entsprechen in etwa dem täglichen Vitamin-C-Bedarf eines Erwachsenen. Aufgrund des Saponingehalts sollten jedoch nicht zu große Mengen verspeist werden. Als Inhaltsstoffe sind Vitamine, Saponine, Flavonoide, Cumarine, Mineralien, Oxalsäure, Zink und ätherische Öle bekannt. In der Naturheilkunde findet es vielfältige Anwendung. So wird ein Extrakt der frischen Pflanze zur Behandlung von Rheumatismus und Gelenkschmerzen verwendet. Als Tee ist es zur äußeren und inneren Anwendung im Gebrauch. Man kann sie auch als Frischfutterzusatz für Ziervögel und Nagetiere benutzen. Auf Grund der starken Vermehrung und der frühzeitigen Samenbildung wird sie jedoch häufig als besonders lästiges Unkraut betrachtet.
Wildgemüse
Die Vogelmiere bietet sich in erster Linie als nahezu ganzjähriges Wildgemüse an, denn man kann aus dem frischen Kraut Salat, Kräuterquark und Suppe zubereiten. Dank ihrer Vitamine, Mineralien und der Saponine gibt sie neue Lebenskraft und hilft bei vielerlei Mangelerscheinungen, z.B. Frühjahrsmüdigkeit. Sie wirkt harntreibend und regt den Stoffwechsel an, sodass man sie auch bei Schlankheitskuren und bei Stoffwechselerkrankungen wie beispielsweise Rheuma und Gicht essen kann. Auch die Verdauung wird durch den Genuss der Vogelmiere angeregt.
Tee - innerlich
Als Tee (Aufguss) kann man die Vogelmiere, getrocknet oder frisch, zur Anregung des Stoffwechsels trinken, um rheumatische Beschwerden zu lindern und Frühjahrskuren zu unterstützen. Auch gegen Erkrankungen der Atemwege kann man Vogelmierentee trinken. Er wirkt schleimlösend und hilft daher bei Husten und Bronchitis.
Tee - äußerlich
Äußerlich als Waschung, Umschlag oder Bad eingesetzt, kann man Vogelmierentee bei viele Arten von Hautproblemen einsetzen. Er hilft gegen Juckreiz und Ekzeme. Sogar gegen Schuppenflechte kann man die Vogelmiere versuchen. Auch schlecht heilende Wunden, Geschwüre und Abszesse können mit Vogelmieren-Umschlägen behandelt werden. Hierzu bieten sich auch Breiumschläge mit dem zerquetschten frischen Kraut an. Umschläge mit Vogelmieren-Tee kann man auch gegen Leberbeschwerden äußerlich auflegen. Gerstenkörner kann man durch Baden (Augenbadewanne) oder Umschläge mit Vogelmierentee behandeln.
Vogelmiere in der Küche
Mit ihrem milden, leicht maisartigen und teils erbsenartigen Geschmack gilt die Vogelmiere als beliebtes Wildkraut. Die saftigen kleinen Blätter eignen sich hervorragend für die Verarbeitung in Wildkräutersalaten, Kräuterquarks oder Kräuterbutter. Eine köstliche und einfache Möglichkeit ist, die Vogelmiere auf ein frisches, leicht gesalzenes Butterbrot zu verteilen.
Die Blätter der Vogelmiere können außerdem zu einem Kräuterpesto verarbeitet werden. Besonders lecker ist eine Kombination von Giersch, Brennnessel und Vogelmiere. Die Kräuter werden zusammen mit Walnüssen oder Sonnenblumenkernen in einem Mörser zerkleinert und mit einem hochwertigen Speiseöl sowie Salz, Limettensaft und Pfeffer vermischt. Ein guter Hartkäse kann dem Pesto noch dem letzten Pfiff geben. Dazu passen beispielsweise Nudeln oder frisches Brot.
Vogelmiereblätter sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen wie Eisen und Kalium. Sie sind eine gesunde und schmackhafte Bereicherung für die Küche.
Salben
Traditionell wurde schon im Mittelalter eine Salbe aus der Vogelmiere und Schmalz zubereitet. Solche eine Salbe kann man gegen oben genannte Hauterkrankungen einsetzen.
Blütenessenz
Aus den Blüten der Vogelmiere kann man auch eine Blütenessenz herstellen, die für Durchhaltevermögen, Hartnäckigkeit und Selbstvertrauen steht.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Gewöhnliche Vogelmiere ist eine einjährige krautige Pflanze. Ihre niederliegenden 3 bis 40 cm langen Stängel bilden oft kleinere Rasenteppiche aus. Der Querschnitt des einreihig behaarten Stängels ist rund. Die Laubblätter sind eiförmig und spitz. Die im unteren Stängelbereich wachsenden Blätter sind gewöhnlich kurz gestielt, die oberen Blätter sitzen dem Stängel direkt an. Die Blüten stehen in wenig blütigen, doldenartigen Dichasien. Sie haben sowohl fünf Kelchblätter als auch fünf Kronblätter, besitzen also ein doppeltes Perianth. Die Kronblätter überragen die Kelchblätter kaum. Die fast bis zum Grund tief zweigeteilten weißen Kronblätter sind etwa 3 bis 5 mm lang und breit lanzettlich zugeschnitten. Manchmal fehlen sie auch ganz. Im Blütenzentrum stehen drei Griffel, die von etwa drei bis zehn Staubblättern mit violetten Staubbeuteln umgeben werden. Bei milder Witterung oder an geschützten Stellen bleibt die Blühfähigkeit der Pflanze das ganze Jahr über erhalten. Die fünf- oder sechsklappige Kapselfrucht ist etwa 3 bis 5 mm lang und hängt abwärts gekrümmt am Fruchtstiel. Die rötlich braunen Samen haben einen Durchmesser von 0,9 bis 1,3 mm und flache stumpfe Höcker.
Die Vogelmiere ist in Mittel- und Nordeuropa heimisch und in Nordamerika eingeschleppt. Auch in Nordasien und in anderen Gegenden der Welt kann sie vorkommen. Sie gehört zur Familie der Nelken, obwohl sie optisch nicht so aussieht. Das besondere an der Vogelmiere ist, dass sie sich selbst von Frost-temperaturen nicht abschrecken lässt. Bei geringen Minusgraden keimt und treibt sie sogar unter Schnee und bedeckt dann frisch umgegrabene Beete und Felder, wenn der Schnee weggetaut ist. Daher kann man die Vogelmiere teil-weise auch im Winter frisch ernten. Die einjährige Pflanze gilt als Unkraut, weil sie besonders üppig auf bearbeiteten Flächen wächst und sie nach kurzer Zeit wie ein Teppich bedeckt. Dabei ist sie eigentlich eine Labsal für den aufgerissenen, nackten Boden und verhindert die Erosion der Erde. Man kann sie als lebendige Mulchschicht betrachten. Da die Vogelmiere stickstoffhaltigen Boden mit guter Bewässerung besonders liebt, kann man an ihrer Verbreitung erkennen, ob ein Boden gut gedüngt bzw. fruchtbar ist. Die Stängel der Vogelmiere werden bis zu 40cm lang und liegen weitgehend auf dem Boden. Dort, wo sie die Erde berühren, bilden sie kleine Zusatzwurzeln. Die zahlreichen Blätter der Vogelmiere sind klein und eiförmig mit Spitze. Die Vogelmiere blüht von März bis Oktober mit weißen Blüten, die wie winzige Sterne aussehen. Die fünf weißen Kronblätter sind zweigeteilt, sodass sie auf den ersten Blick wie jeweils zwei Blütenblätter aussehen. Sie entfalten sich bei trockenem Wetter morgens um neun und blühen bis zum Abend. Bei feuchtem Wetter bleiben sie zusammengezogen. Aus den Blüten bilden sich Kapseln, in denen zahlreiche Samen heranwachsen. Eine Vogelmierenpflanze bildet pro Jahr bis zu 10.000 Samen. Diese Samen werden gerne von Vögeln gegessen, wie auch das Kraut, das Geflügel sehr gut mundet.
 
Anbau, Aussaat und Pflege
In den meisten Regionen Mitteleuropas findet sich die Vogelmiere in meist größeren Beständen, so dass ein Anbau nicht immer sinnvoll ist. Dennoch gibt es mitunter Wildkräuterliebhaber, die sich größere Mengen des Krauts für den Eigenbedarf wünschen und somit anbauen.
Standort
Die Vogelmiere hat einen großen ökologischen Toleranzbereich und kann sowohl an sonnigen wie auch an schattigen Standorten wachsen. Optimal sind jedoch halbschattige Lagen. An den Boden stellt die Vogelmiere einige Ansprüche. Die Pflanze liebt nährstoffreiche und zum Teil lehmhaltige bis lehmige Böden.
Aussaat
Vogelmiere ist sehr einfach anzubauen. Im Haus bzw. auf der Fensterbank kann sie nahezu das gesamte Jahr über angebaut werden. Im Freiland können die Samen der Sternmiere ab Mitte März ausgesät werden. Die Pflanze zählt zu Dunkelkeimern, d.h. die Samen sollten etwa 1 bis 1,5 Zentimeter in die Erde gedrückt werden. Direkt nach dem Säen sollte die Erde mäßig befeuchtet werden. In der Regel erscheinen die ersten Vogelmieresprossen nach 7 bis 14 Tagen. Ein Pflanzabstand ist im Freiland nicht zu beachten, da die Pflanzen Bodenkriecher sind und ein sehr oberflächennahes Wurzelsystem ausbilden. Ein Anbau auf Balkon oder Terrasse ist problemlos möglich. Hierbei reichen flache Töpfe oder Balkonkästen vollkommen aus.
Düngung
Vogelmiere gedeiht auf nährstoffreichen Böden. Stehen nur sandige Böden mit wenig Nährstoffpotenzial zur Verfügung, sollte die oberflächennahe Schicht mit Kompost und etwas Bentonit (Tonmineral) angereichert werden. In normaler Gartenerde oder Blumenerde ist eine zusätzlich Düngung meist nicht erforderlich.
Gießen
Das unscheinbare Nelkengewächs mag eher feuchte Böden. Regelmäßiges aber nicht zu üppiges Gießen ist optimal für die Pflanze. Kürzere Trockenphasen (3 bis 5 Tage) übersteht die Vogelmiere meist problemlos. Ausnahmen bilden vollsonnige Standorte an sehr heißen Tagen. In solchen Phasen kann es erforderlich sein, abends kräftig zu gießen, da das Blattwerk sonst zu Verbrennungen neigt. In Topfkulturen sollte die Erde am besten immer mäßig feucht gehalten werden.
Pflege
Besondere Pflegehinweise sind nicht zu beachten. Die Pflanze benötigt bei guten Boden- und Wasserbedingungen keine zusätzliche Pflege.
Überwinterung
Vogelmieren sind einjährige Pflanzen und sterben nach einer Vegetationsperiode ab. Häufig kommt es jedoch vor, dass die Blätter und Blüten bis in die tiefe Winterzeit zu sehen sind. Die Pflanze ist sehr frosttolerant.

BACHBLÜTE CENTAURY
Ich kann mich nicht durchsetzen                 
Diese können sich nicht durchsetzen
Mit der Blüte können sie die Durchsetzungskraft stärken

BACHBLÜTE CERATO
Du zweifelst an dich selbst, an deiner eigenen Urteilsfähigkeit
Sie zweifeln an sehr an sich selbst und an ihrer eigenen Urteilskraft
Mit der Zeit wird durch Cerato, das zweifeln gemindert und die Urteilskraft wird gestärkt

Die Ernährungslehre und das Verdauungssystem
Hildegard gibt außerdem genaue Anweisungen, was man als erste Mahlzeit, wenn man nüchtern ist, zu sich nehmen darf und was nicht:
NAHRUNG UND SPEISE
„Wenn ein Mensch nüchtern ist, soll er zuerst eine Speise essen, die aus Früchten und Mehl zubereitet wurde, weil das Essen trocken ist und dem Menschen gesunde Kraft schenkt. Er soll auch zuerst ein warmes Essen zu sich nehmen, damit sein Magen warm wird und kein kaltes Essen, denn wenn er zuerst ein kaltes Essen zu sich nimmt, macht er dadurch er dadurch seinen Magen kalt, sodass er später kaum mehr durch warme Speisen warm werden kann. Er soll zuerst ein warmes Essen zu sich nehmen, bis sein Magen gut durchwärmt wird. Wenn er dann eine kalte Speise isst, verkraftet die Wärme, die seinen Magen durchzieht, die nachfolgende Kälte im Essen. Alle Obst-sorten und das, was Saft und Feuchtigkeit besitzt, wie zum Beispiel Kräuter, soll er bei seinem ersten Essen meiden, weil sie ihm eine schleimige Flüssigkeit bringen und seinen Flüssigkeitsstand stören würden. Dies kann er später essen, wenn er bereits etwas gegessen hat und dann ist es für ihn eher gesund als schädlich.“

Verdauungs- und Unterleibserkrankungen
Blähungen
Sind die Menschen von fast unzähligen Übeln gequält, von welchen das eine größer, das andere kleiner ist, so sind die Blähungen und Gase auch ein Übel, welches vielen Leuten große Beschwerden bereitet. Solche Leute haben große Unruhe in den Gedärmen, fühlen oft ein gewaltiges Kollern, sind ziemlich stark aufgetrieben und nach oben und unten gehen viele Gase ab, worauf es ihnen leichter wird.
Die Ursachen können verschiedene sein. Wenn in einer Wasserleitung das Rohr lange nicht ausgeputzt wird, so hängt sich vom Wasser mancher Stoff an. Gerade so kann sich in den Gedärmen eine Unmasse von Abfallstoffen ansetzen und deren Ausdünstung bildet die Gase. Je mehr solche Stoffe sich sammeln, umso enger wird das Darmrohr und umso stärker die Ausdehnung. Die Wanderung der Speisen durch die Gedärme wird eine langsamere sein und infolgedessen bleibt eine gewisse Trägheit und Schlaffheit nicht aus. Wenn aber das in den Gedärmen im allgemeinen geschieht, so darf man sich nicht wundern, wenn ein gewisser Druck auf den Unterleib ausgeübt und dieser dadurch ganz aufgedunsen wird. Wenn die Speisen nicht gut verdaut werden, wenn man viel zu viel ißt, so daß ein großer Teil gar nicht verarbeitet und verdaut werden kann, sondern größtenteils unverdaut abgeht, so entstehen verhärtete Anstauungen, wodurch wiederum die Gedärme ungleich ausgedehnt werden, an der einen Stelle mehr, an der anderen weniger. Diese Ausdehnungen bewirken Störungen und eine Unbehaglichkeit, welche der Natur zu großem Nachteil sind.

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