Direkt zum Seiteninhalt
ALPEN-MILCHLATTICH
Der Alpen-Milchlattich ist eine violett blühende Pflanze in den Alpen und anderen Gebirgen Europas. Die Pflanze wird bis 150cm groß und findet sich auf Hochstaudenfluren und in Bergmischwäldern. Der Alpen-Milchlattich wurde gegen Entzündungen eingesetzt, als Gemüse gegessen und diente als Zusatz im Viehfutter um die Milchleistung zu steigern. Heute spielt der Alpen-Milchlattich keine Rolle mehr in der Heilkunde.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Entzündungen
Heilwirkung: adstringierend, entzündungshemmend, harntreibend, milchflusssteigernd
Anwendungsbereiche: Entzündungen, Hautkrankheiten
wissenschaftlicher Name: Cicerbita alpina
Pflanzenfamilie: Korbblütengewächse = Asteraceae
englischer Name: Alpine Blue Sow Thistle
volkstümlicher Name: Alpen-Milchlattich, Blauer Berglattich, Milchdistel, Schmettenwurz
Verwendete Pflanzenteile: Kraut
Inhaltsstoffe: Bitterstoffe, Gerbsäuren
Sammelzeit: Frühling, Sommer
 
Anwendung
Der Alpen-Milchlattich ist bei Bergbauern sehr beliebt, weil er angeblich die Milchleistung der Kühe steigert. Zahlreiche Volksnamen wie Milchkraut, Milchdistel, Schmettenwurz (Schmetten = Rahm), Chalberchernechrut beziehen sich darauf. Wird in manchen Gegenden der Westschweiz als Tzougras eigens zu Futterzwecken gesammelt. Die Samiessen die bitter schmeckenden Stängel in Rentiermilch gekocht als Gemüse.
Gemüse/Salat
Die Stängel der Triebe schälen. Man kann das Gemüse roh essen oder in Milch kochen. Das bittere Gemüse ist stoffwechselanregend und harntreibend.
Pflanzensaft
Der Pflanzensaft hilft äußerlich gegen Hautentzündungen.
Blätter
Die zerquetschten Blätter helfen gegen Hautentzündungen.
 
Geschichtliches
Wurde in den Bergregionen schon seit langem als Heilpflanze genutzt. In manchen Regionen diente die Pflanze als Frühjahrsgemüse. Der Alpen-Milchlattich wurde auch als Futterpflanze für das Vieh gesammelt um die Milchleistung zu steigern. Heute spielt der Alpen-Milchlattich keine Rolle als Heilpflanze mehr.

Pflanzenbeschreibung
Der Alpen-Milchlattich ist in den Gebirgen Europas heimisch. Er wächst bevorzugt zwischen 900 und 2200 Metern in Hochstaudenfluren und Bergmischwäldern. Die mehrjährige Pflanze wird zwischen 50 und 150 Zentimeter hoch. Die Blätter sind fiederteilig und am Ende dreieckig und bis 10 cm lang. Die Blätter sind auf der Oberseite grün und auf der Unterseite blaugrün. Die blauvioletten Blüten erscheinen zwischen Juli und September und haben einen Durchmesser von 2 cm. Aus den Blüten entwickeln sich bis in den Spät-Herbst die Samen.
Beim Alpen-Milchlattich handelt es sich um eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von meist 60 bis 140 (selten bis zu 240) Zentimetern erreicht. Der kräftige, in der Regel unverzweigte Stängel ist oben dicht braunrot drüsenborstig und violett überlaufen.
Die unteren Laubblätter sind gestielt Die Laubblätter sind leierförmig fiederteilig mit einem dreieckigen bis spießförmigen Endabschnitt, der bei den unteren Blättern oft Größen von über 10 Zentimeter erreicht und drei Paar Seitenzipfeln. Die oberen Laubblätter sind einfach, sitzend und zum Teil stängelumfassend, mit spitzen Zipfeln. Die Blätter im oberen Teil der Pflanze sind genau wie der Stängel dort deutlich drüsig behaart, im unteren und mittleren Teil dagegen kahl.
Die Blütezeit reicht von Juli bis September. Der traubigrispige Gesamtblütenstand ist meist deutlich länger als breit und enthält zahlreich körbchenförmige Teilblüten-stände. Die Blütenstandsschäfte sind braun behaart. Die Hüllblätter sind mit langen Drüsenhaaren bedeckt. Die Zungenblüten sind blauviolett und haben einen Durch-messer von etwa 2 Zentimetern.
 
Anbautipps
Im frühen Frühling aussäen und den Boden immer feucht halten. Der nährstoffreiche Boden sollte Kalk und Silikate enthalten. Der Alpen-Milchlattich mag Halbschatten. Unter 1000 Metern wächst der Alpen-Milchlattich selten zufriedenstellend.
 
Sammeltipps
Wenn man die Stängel verarbeiten will, sollte man diese schälen.

ENZIAN
Der Enzian ist eine typische Gebirgspflanze, die inzwischen recht selten geworden ist und daher auch unter Naturschutz steht. Die Wurzel des Enzians kann man jedoch in Apotheken und Kräuterhandlungen beziehen. Sie wirkt vorwiegend aufgrund ihrer starken Bitterstoffe. So ist die Hauptwirkung der Enzianwurzel denn auch die Anregung der Verdauung, was eine typische Wirkung von bitteren Substanzen ist. Als Nebenwirkung ist der Enzian jedoch auch kräftigend und stärkt das Kreislaufsystem. Bei zu hohem Blutdruck und auch in der Schwangerschaft sollte man jedoch von der Verwendung des Enzians absehen. Die Enziane sind eine Pflanzengattung in der Familie der Enziangewächse. Die fast weltweit vorkommenden 300 bis 400 Arten gedeihen vorwiegend in den Gebirgen der gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel, aber auch in den Anden. Einige Arten werden zur Schnapsherstellung und zur Gewinnung von Heilmitteln genutzt. Wenige Arten und Sorten verwendet man als Zierpflanzen.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Verdauungsbeschwerden
Heilwirkung: antibakteriell, menstruationsfördernd, tonisierend
Anwendungsbereiche: Appetitlosigkeit, Blutarmut, Fieber, Herzbeschwerden, Kalte Füße, Kalte Hände, Krampfadern, Magenbeschwerden, Müdigkeit, Ohnmacht, Rekonvaleszenz, Rheuma, Schnupfen, Schwindel, Sodbrennen, Untergewicht, Verdauungsschwäche, Verstopfung
wissenschaftlicher Name: Gentiana lutea
Pflanzenfamilie: Enziangewächse = Gentianaceae
englischer Name: Gentian
volkstümlicher Name: Anzianwurzel, Bergfieberwurzel, Bitterwurzel, Butterwurz, Darmwurzen, Gelbsuchtwurzen, Halunkenwurz, Istrianswurzel, Jänzene, Jäuse, Sauwurz, Zergang, Zinzalwurz
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel
Inhaltsstoffe: Bitterstoff, Gerbstoff, Gerbsäure, Gentianose, Gentiopikrin, Inulin, Schleim, Zink
Sammelzeit: Achtung! Die Pflanze ist geschützt! März, April, August, September
 
Anwendung
Die Wurzelstöcke einiger Enzian-Arten werden seit dem Mittelalter zur Herstellung von Schnaps, als Arzneimittel und zur Appetitanregung verwendet. Im Gegensatz zu den auf vielen Flaschenetiketten abgebildeten blau blühenden Enzianen werden zur Schnapsbrennerei die großwüchsigen Arten, insbesondere der Gelbe Enzian, verwendet, außerdem wird auch Purpur-Enzian, Tüpfel-Enzian und Ungarischer Enzian dafür genutzt. Auch als Bitterstoff finden Enziane Verwendung. So wird aus der Wurzel bestimmter Arten die bitterste natürliche Substanz der Welt gewonnen, das Amarogentin. Amarogentin ist auch in einer Verdünnung von eins zu 58 Millionen noch deutlich wahrnehmbar. Bei vielen Enzianarten schmecken auch die oberirdischen Teile bitter und werden deswegen vom Weidevieh gemieden. Dies ist ein Grund dafür, dass sich Enzianarten auf den beweideten Almwiesen besonders gut halten konnten. Alle europäischen Enzian-Arten stehen unter Naturschutz, das heißt, sie dürfen weder gepflückt noch ausgegraben werden. Daher werden zurzeit Versuche unternommen, den für die Schnapsherstellung benötigten Enzian zu kultivieren, und ein großer Teil der für Schnapsgewinnung und Arzneimittel benötigten Drogen wird schon als Spezialkultur auf Äckern angebaut und geerntet. Die Hauptwirkung des gelben Enzians beruht auf den Bitterstoffen, die die Wurzeln enthalten. Sie machen die Enzianwurzel zu einem starken Magenmittel, das die Verdauung fördert. Man kann den Enzian als Tee trinken oder als Tinktur einnehmen.
Tee
Die getrockneten Stücke der Wurzel kann man als Aufguss zubereiten. Dazu übergießt man einen halben Teelöffel Enzianwurzel mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt den Tee fünf bis zehn Minuten ziehen. Oder man bereitet den Enziantee als Kaltauszug zu. Dazu übergießt man einen halben Teelöffel Enzianwurzel mit kaltem Wasser und lässt es sieben bis acht Stunden ziehen. Danach abseihen und behutsam auf Trinkwärme erhitzen.
Tinktur
Für die Tinktur übergießt man die kleingeschnittenen Enzianwurzeln mit Doppelkorn oder Weingeist und lässt den Ansatz in einem verschlossenen Glas zwei bis sechs Wochen ziehen. Danach abseihen und dreimal täglich vor den Mahlzeiten zehn bis zwanzig Tropfen einnehmen.
Verdauung
Die Verdauung ist das Haupteinsatzgebiet des Enzians. Durch die Bitterstoffe wird die Bildung der Magensäfte angeregt. Der Appetit wird angeregt und Sodrennen wird gemildert. Enzian wirkt außerdem leicht abführend und kann dadurch Verstopfung beheben.
Heilkräftiger Pflanzenteil
Gesammelt wird die Wurzel von älteren Pflanzen im Herbst oder zeitlich im Frühjahr. Die frische Wurzel riecht etwas scharf und leicht widerlich, die getrocknete Wurzel dagegen riecht etwas gewürzhaft. Der Geschmack ist anfangs  süßlich, später bitter und lange anhaltend. Die Wurzel soll rasch trocknen. Man wird daher guttun, größere dicke Wurzeln der Länge nach auseinanderzuschneiden, durchzuschneiden, durchzufädeln und an einem zugigen Ort aufzuhängen. Die alte Methode, dass Wurzelstöcke nach Graben sofort ubereinandergeschichtet werden und man sie leicht angären lässt, bis eine Rötung entsteht, hat sich als falsch erwiesen. Es wurde einwandfrei bewiesen, dass durch diese leider noch immer vorkommende Methode bei dem sich entwickelnden Gärungsprozess eine nachteilige Zersetzung des Zellsaftes entsteht und dadurch die Heilkraft der sonst so einmalig heilkräftigen Wurzeln sehr stark zurückgeht.
Heil- und Wirkstoffe
Wir zählen den Enzian zu den sogenannten Bitterstoffdrogen (Amara), da der Bitterstoff den höchsten Anteil in der Zusammensetzung der Heil- und Wirkstoffe besitzt. Daneben hat die Wurzel eine Reihe von Glycosiden, so Gentiopikrin, Gentin, Gentiamarin, ferner fettes Öl, Gummi, Gentiansäure, Gentianose, Trisaccaride, Mineralsalze, u.a. Aus der Wurzel wird die einfache Enziantinktur, oder der Extrakt erzeugt. Die getrocknete und zerkleinerte Wurzel für die Teebereitung ist immer in den Apotheken und Drogerien erhältlich.
Heilwirkung
Der gelbe Enzian zählt zu den ältesten Heilpflanzen in der Geschichte. Der deutsche Name Enzian geht über den lateinischen Namen Gentiana auf den illyrischen und kräuterkundigen König Gentis zurück, der im Altertum lebte und den Enzian als Pestkraut empfohlen hatte. Neben vielen anderen Naturärzten sang unser berühmter Kräuterpfarrer Kneipp dem Enzian ein hohes Lied. Kneipp meinte einmal: Wer ein noch so kleines Gärtlein hat, der soll drin haben einen Enzianstock, einen Salbeistock und einen Wermutstock, dann hat er sogleich eine Apotheke in der Hand. Dieser Rat sollte viel mehr befolgt werden. Die Enzianwurzel gilt als eines der ersten und besten Magenmittel. Kneipp lobt besonders das Extrakt, 20 bis 30 Tropfen auf 5 Esslöffel Wasser, durch längere Zeit täglich genommen, fördert die Verdauung, behebt das Magendrücken, nimmt die Übelkeiten und behebt raschen Ohnmachtsanfälle.
Aus der Wurzel werden die bitteren Magentropfen und das Lebenselexier erzeugt. Enzianwurzel gepulvert, bis zu 2 Gramm, 1 bis 2mal am Tage genommen, beseitigt in Bälde jede Verdauungsstörung und fördert den Appetit. Auch der Absud der Wurzeln tut sehr gute Dienste. Bevorzugt wird der Enzianwein, 30 bis 40g der Wurzel auf 1 ½ Liter Weiß- oder Rotwein, durch 14 Tage ziehen lassen. Magenschwache Personen trinken 1/16 bis 1/8 Liter davon am Tage einige Zeit hindurch. Aus den Enzianwurzeln wird auch der Enzianschnaps gebrannt, der nicht jedermanns Sache ist, aber den kranken und schwachen Magen stärkt, das Seiten-stechen nimmt, das geronnene Blut verzehrt und ein wirkungsvolles Vorbeugungsmittel gegen Influenza bzw. Grippe ist. Der Enzianschnaps ist unentbehrlich für den Hochgebirgstouristen, da in Augenblicken der drohenden Ermattung, bei Hunger und bei Kälte ein Schluck genügt, um die Muskeln anzuregen und den Magen zu stärken.
Enzian trägt zur Besserung der Blutzusammensetzung bei durch Vermehrung der roten und weißen Blutkörperchen im richtigen Verhältnis. Enzian stärkt bei Blutarmut und Bleichsucht, bei Herz- und Nervenschwäche und gilt als ein fieberwidriges Mittel. Bei mangelhafter Magensaft-Salzsäureproduktion und schlechter Magenentleerung, bei saurem Aufstoßen, Sodbrennen, bei chronischer Verstopfung ist Enzian eine große Hilfe und bringt eine baldige Heilung dieser Krankheitszustände.
Die heilsame Wirkung des Enzians wird durch unrichtige Dosierung und Beigabe minderwertiger Drogen bei sogenannten „Magenbitter“ fast aufgehoben.
Aus alten Kräuterbüchern und Volksheilkunde
Wer leberleidend oder magenkrank ist und keine Speise bei sich behalten kann, dem soll man gepulverte Enzianwurzel mit Wein zu trinken geben, vorausgesetzt, wenn kein Fieber dabei ist.
Enzian zu Pulver gestoßen und 5g davon mit Wasser mit Wasser oder Wein eingenommen, ist gut wider das tägliche Fieber, wider das schwere Atmen und wider das Keuchen.
Enzianpulver in einem Schluck Wein, oder die Wurzel gesotten und die Brühe warm getrunken, löst alle Verstopfung der Leber und Milz, tötet die Würmer, reinigt die Nieren, treibt den Harn, stillt das Bauchgrimmen, kräftigt den Magen, räumt die Brust vom Schleim und fördert die Monatszeit der Frauen.
Enzian ist auch eine Wundwurzel ersten Ranges, denn sie heilt alle Tiefen, unreinen, zerrissenen Wunden und sonstigen Verletzungen, die man damit reinigt, nimmt vor allem die Hitze und Entzündung um die Wunden.
Auf Quetschungen streiche man frischen Enziansaft von der Wurzel oder streue das Enzianpulver darauf oder bereite einen verdünnten Umschlag mit Enziantinktur.
BEREITUNG DES ENZIANTEES: ½ Teelöffel feingeschnittener Wurzeln auf 1 Tasse entweder kalt durch etwa 7 Bis 8 Stunden ansetzen, abseihen und schluckweise trinken, oder im heißen Aufguss bereiten. Die Wurzeln sollen nie kochen, da die Gefahr besteht, dass der Tee dann sehr bitter schmeckt und die meisten Heilstoffe zerstört werden. Nur alte, holzig gewordene Wurzeln darf man ganz kurz aufkochen.
Beachtenswerte Regeln
So segenreich die Heilwirkung des Enzians ist, sollen jedoch Personen mit erhöhtem Blutdruck diesen nicht anwenden. Auch sollen Frauen mit Beginn der Schwangerschaft den Enzian meiden.
Der Enzian ist ein sogenanntes Bittermittel, daher ist er immer mindest 1 Stunde vor dem Essen einzunehmen. Enzian nach dem Essen eingenommen, wirkt direkt verschlechternd auf die Verdauung!
Ferner ist bei ausgesprochen reizbaren Personen, bei denen auch eine Neigung zu Blutungen aus der Nase oder zu Magenblutungen besteht, die Anwendung des Enzians, in welcher Art immer, nicht zu empfehlen!
Anwendung in der Homöopathie
Die Homöopathie erzeugt aus den frischen Wurzeln eine verdünnte Essenz, die zur Abheilung von chronischen Darm- und Magenkatarrhen, von Blähungen, Durchfällen und zur Heilung von Verdauungsschwäche eingenommen wird.
Anwendung in der Tiermedizin
Hier ist die Enzianwurzel ein beliebtes Mittel zur Förderung der Verdauung und des Kotabganges. Für diese Fälle gibt man Rindern und Pferden täglich 2 bis 3mal je 15g Pulver, Schafen und Hunden 2-3mal täglich je 10 bis 15g Pulver mit warmem Kamillentee ein.
Andere Einsatzgebiete
Außer zur Stärkung der Verdauung setzt die Volksheilkunde den Enzian auch zur Vorbeugung gegen Erkältungen ein. Er fördert zudem die Menstruation. Früher wurde Enzian auch gegen Ohnmachtsanfälle und kalte Hände und Füße verwendet.
Achtung! Den Enzian sollte man nicht bei bestehendem Bluthochdruck einsetzen. Auch in der ersten Phase der Schwangerschaft sollte man auf den Enzian verzichten.
 
Geschichtliches
Der Enzian wurde aufgrund seiner intensiven Bitterstoffe schon frühzeitig als Heilpflanze geschätzt. Sein Name geht auf den illyrischen König Gentis des Altertums zurück, der heilkundig war und den Enzian gegen die Pest einsetzte. Über alle Jahrhunderte hinweg wurde der Enzian häufig verwendet, vor allem bei Verdauungsbeschwerden, aber auch gegen allgemeine Schwäche und Blutarmut. Auch Kräuterpfarrer Kneipp schätzte den Enzian sehr und empfahl, ihn im Garten anzubauen, um seine Heilkraft immer zur Verfügung zu haben.
 
Pflanzenbeschreibung
Der gelbe Enzian ist eine typische Gebirgspflanze und wächst daher auf den Bergen der Alpen. Er kommt auch auf den höchsten Bergen des Schwarzwalds und der Vogesen vor. Da der gelbe Enzian auf Kuhweiden eher ungeliebt ist und früher im großen Stil zur Gewinnung als Medizinalpflanze und für Kräuter-bitter eingesetzt wurde, wurde er immer seltener bis er so selten war, dass er unter Naturschutz gestellt wer-den musste. Inzwischen haben sich die Bestände durch den Schutz wieder erholt. Der Enzian ist eine mehrjährige Pflanze, die bis zu sechzig Jahre alt werden kann. Er wächst allerdings auch recht langsam und blüht meistens erst nach zehn Jahren. Die dicke, ästige Wurzel wird bis zu einen Meter lang. Besonders massive Exemplare können bis zu vier Kilo wiegen. Außen sind die Wurzeln braun und innen gelb. Die Wurzeln des giftigen, weißen Germers, dessen Blätter denen des Enzian ähneln, sind deutlich kürzer und innen weiß. Das ermöglicht eine Unterscheidung der beiden Wurzeln. Sobald der Frühling weit genug fortgeschritten ist, dass der Schnee dauerhaft schmilzt, wachsen aus der Wurzel bodennahe Blätter. Die Blätter sind groß und spitz eiförmig. Sie haben mehrere ausgeprägte Nerven, die bogenförmig verlaufen. Wenn sich der Stängel nach oben streckt, wachsen die Blätter in Etagen gekreuzt gegenständig. Diese Blätter sind nach unten gebogen, sodass sie fast wie Schalen wirken. Ab Juni bis Anfang August blüht der Enzian mit gelben Blüten, die oberhalb der Blätteretagen in dichten Quirlen wachsen. Die Blüten sind fünfzählig und radförmig. Aus den Blüten entwickeln sich dicke aufrecht stehende Schoten, die kleine Samen enthalten. Der blaue Enzian, über den Lieder gesungen werden, ist übrigens ein naher Verwandter der gleichen Gattung. Er hat ähnliche Inhaltsstoffe, ist jedoch weniger heilkräftig.
Enzianarten wachsen als ein- bis zweijährige oder ausdauernde krautige Pflanzen. Die aufsteigenden bis selbständig aufrechten Stängel sind gerillt oder kantig. Es gibt bei manchen ausdauernden Arten generative und vegetative Sprossachsen. Die gegenständigen oder selten wirtelig angeordneten Laubblätter stehen in grundständigen Rosetten oder am Stängel verteilt. Die einfachen Blattspreiten besitzen einen glatten Blattrand.
Die Blüten stehen seiten- oder endständig, einzeln oder meist zu mehreren in zymösen Blütenständen oder manchmal in kleinen Gruppen oder Wirteln. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und meist fünf-, selten vier- oder sechs- bis achtzählig mit doppelter Blütenhülle. Die grünen Kelchblätter sind bis etwa der Hälfte ihrer Länge verwachsen. Die Kelchzähne sind faden- bis eiförmig und besitzen einen erhabenen Mittelnerv. Die meist fünf, selten vier oder sechs bis acht Kronblätter sind oft langröhrig, verkehrt-kegelförmig, glocken-, stielteller-, krug- oder selten radförmig (wohl nur bei Gentiana lutea) verwachsen. Meist sind die Kronröhren viel länger als die Kronzipfel. Zwischen den Kronzipfel befinden sich Faltenlappen. Die Kronblätter können ganz unterschiedliche Blautöne aufweisen oder sind gelb bis weißlich. Es ist nur ein Kreis mit vier oder fünf, selten vier oder sechs bis acht Staubblättern vorhanden; sie sind mit der Kronröhre verwachsen. Die Staubblätter ragen nicht über die Kronblätter hinaus. Die Staubfäden sind an ihrer Basis mehr oder weniger geflügelt. Die Staubbeutel sind meist frei, selten hängen sie zusammen. Es sind fünf bis zehn Drüsen an der Basis des Fruchtknotens vorhanden. Der sitzende oder an einem langen Gynophor befindliche Fruchtknoten ist oberständig. Der Griffel ist meist kurz und linealisch, oder seltener lang und fadenförmig oder er fehlt. Die Narbenlappen sind frei oder verwachsen, zurückgebogen, meist länglich bis linealisch, selten ausgebreitet und gerundet. Die Kapselfrüchte sind zylindrisch bis ellipsoid und geflügelt, oder mehr oder weniger schmal verkehrt-eiförmig und enthalten viele Samen. Die Samen können geflügelt oder ungeflügelt sein. Die Samenschale ist winzig netzartig, runzelig oder areolate (gefeldert).
Botanik
Die krautige Pflanze erreicht eine Höhe von 80 bis 120cm und hat eine ausdauernde Wurzel, die bis zu 50 Jahre alt werden kann. Sie wird sehr lang, dick und ästig, ist außen braun bis dunkelgrau, innen gelb. Der Unterschied von der leicht zu verwechselnden Germerwurzel ist beim Germer eingehend beschrieben. Der Stängel ist stielrund, innen hohl und in den oberen Teilen gerieft. Die Blüten sind in Quirlen angeordnet, gegen den Gipfel zu 3 bis 10 Stück in den Blattachseln gelegen. Die Blüten sind leuchtend gelb, radförmig, fast bis auf den Grund fünfspaltig und ausgebreitet. Zum Unterschied der anderen Enzian-Arten reagieren die Blüten des Gelben Enzians nicht auf Stoß-, Licht- und Temperaturreize.
Blütezeit
Juli und August, manchmal noch im Herbst. Der Gelbe Enzian blüht meist erst im zehnten Jahr.
Standort
Die Enzianarten sind typische Gebirgspflanzen und sind auf den Bergwiesen und Almen unserer Alpen, aber auch im Alpenvorland anzutreffen. Der Gelbe Enzian bevorzugt keine besondere Bodenunterlage, er gedeiht auf den sogenannten Kalk-, Gneis- oder Granitböden. Zahlreichen Versuche haben ergeben, dass gerade der wertvolle gelbe Enzian auch in Gartenerde sehr gut gedeiht und die gleichen Heil- und Inhaltsstoffe enthält wie der im Gebirge wildwachsende Enzian. Der Anbau von Gelbem Enzian kann daher empfohlen werden.
Die Gartenerde darf aber nicht mit Jauche gedüngt werden. Die Wurzel aus tiefgründiger Gartenerde geerntet, kann bis zu 1 Meter lang und bis zu 4 Kilo schwer werden.
   
Anbautipps
Man kann den Enzian relativ gut im Garten anbauen, obwohl er normalerweise nur im Gebirge heimisch ist. Am liebsten gedeiht er auf Kalkböden, Granit oder Gneiss, man kann aber auch normale Gartenerde für ihn verwenden. Da ein aus Samen gezogener Enzian meistens zehn Jahre lang braucht, bis er das erste Mal blüht, ist es einfacher, wenn man ihn als fertige Pflanze oder Wurzelstock kauft und im Garten einpflanzt. In tiefgründiger Erde kann die Wurzel des Enzians besonders groß werden. Da der Enzian unter Naturschutz steht, darf man ihn auf keinen Fall in der Natur ausgraben, um ihn anschließend einzupflanzen.
 
Sammeltipps
Wild wachsender Enzian darf nicht gesammelt werden, weil der Enzian geschützt ist. Nur Enzian aus dem eigenen Garten darf geerntet werden. Dazu wartet man, bis die Enzianpflanze groß und kräftig ist. Das kann etliche Jahre in Anspruch nehmen, etwa zehn Jahre alleine bis zur ersten Blüte. Die Wurzel wird im Herbst nach der Blüte oder im Frühjahr vor dem Austrieb der neuen Blätter geerntet. Die Wurzel in tiefgründiger Erde kann bis zu vier Kilo schwer werden. In manchen Fällen wird sie bis zu einen Meter lang. Nach der Ernte schneidet man die Wurzel längs durch und hängt sie auf einen Faden gefädelt an einem trockenen, warmen Ort zum Trocknen auf. Als Alternative zum Trocknen kann man die frische Enzianwurzel auch verwenden, um eine Tinktur darauf anzusetzen.

BACHBLÜTE HOLLY
Ich habe Hassgefühle                                             
Sie haben deren öfteren Hassgefühle
Mit der Bachblüte können sie diese Hassgefühle überwinden

BACHBLÜTE HONEYSUCKLE
Ich kann einen erlittenen Verlust nicht verwinden
Einen erlittenen Verlust können diese Menschen einfach nicht verwinden
Hier hilft die Bachblüte Honeysuckle um diesen Verlust zu überwinden

Hildegards Lebens- und Heilmittel
Fleisch
In der Hildegardküche wird allgemein zu einem sehr reduzierten, mäßigen Verzehr von Fleisch geraten, allerdings lehnt Hildegard ihn nicht völlig ab. Je nach Konstitution und Gesundheitszustand des Einzelnen sollten bestimmte Fleischarten nur selten gegessen oder ganz auf sie verzichtet werden. Die bei uns beliebten Haustiere Rind und Schwein sind laut Hildegard für die Ernährung wenig vorteilhaft.
Wir kennen heute eine ganze Reihe sogenannter Zivilisationskrankheiten, die wesentlich auf zu hohen Fleisch- und Fettkonsum zurückgeführt werden, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Rheuma, Krebs und Osteoporose. Tierische Eiweiße werden im Körper zu Harnsäure abgebaut, die den Körper übersäuert. Die langsame Verdauung von Fleisch führt zu einer weiteren Belastung für den Organismus: Es entstehen Fäulnisstoffe im Darm, die den Körper erheblich belasten.

Der Leibstuhldampf
Den Leibstuhldampf, auch Unterleibsdampf genannt, empfiehlt Kneipp vor allem beim Vorherrschen von Krankheiten.
Niemals benütze ich für diese Dämpfe das Wasser allein, stets mische ich Kräuter bei und zwar wieder die bekannten Kräuter von Heublumen, von Haferstroh, vor allem aber von Zinnkraut.
TECHNIK
Hierfür wird ein Stuhl mit durchlöcherter Sitzfläche benötigt, das kann z.B. eine Lochplatte oder ein spezieller Nachtstuhl sein. Auf diesen setzt sich der Patient mit entkleidetem Unterkörper. In den Topf wird der siedende Kräuterabguß (etwa 4 Liter) geschüttet und unter den Stuhl gestellt. Um den Patienten und den Stuhl wird eine Wolldecke mit einem Leintuch gehüllt, damit der Dampf nicht entweichen kann.
Wenn nun dieser Dampf auf den Leib geht, durchschwärmt er den ganzen Unterleib, je länger er dauert, um so mehr Wärme bewirkt er und der ganze Unterleib gerät in große Hitze.
Nach fünf bis sechs Minuten fängt der ganze Körper zu transpirieren an und es dauert gar nicht lange, so tritt großer Schweiß ein.
So ein Leibstuhldampf dauert in der Regel 15-20 Minuten, dann legt sich der Kranke gewöhnlich ins Bett, wo er noch längere Zeit hindurch in einem gelinden Schweiß bleibt. Es muß jedoch bemerkt werden, daß im Bett durch starkes Zudecken kein starker Dampf mehr gepflegt werden darf, die Wärme soll nach und nach abnehmen und vergehen. Dadurch wird eine längere Wirkung erzielt.

Zurück zum Seiteninhalt