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KÜMMEL
Echter Kümmel, meist einfach Kümmel, regional auch Wiesen-Kümmel oder Gemeiner Kümmel genannt, ist eine Pflanzenart in der Familie der Doldenblütler. Kümmel ist eines der ältesten Gewürze. Den Kümmel kennt man vor allem als Gewürz in der Küche. Er ist jedoch auch eine wertvolle Heilpflanze, die eine starke Wirkung auf die Verdauungsvorgänge hat. Auch bei Husten und Frauenbeschwerden kann der Kümmel helfen. Der Kümmel ist eine klassische Pflanze der Mittelmeerländer und der Klostergärten. Aber er wächst auch wild auf heimischen Wiesen und an Wegrändern. Der Echte Kümmel ist ein wahrer Alleskönner unter den Kräutern. Der Doldenblütler der häufig auch als Wiesen-Kümmel bezeichnet wird, ist ein wichtiges Gewürz und Heilkraut zugleich. In der Küche verwendet man Kümmelfrüchte seit mehr als 3000 Jahren zum Brotbacken oder für viele Kohlgerichte. Kümmeltee und Kümmelöl werden in der Naturheilkunde vor allem bei Verdauungsbeschwerden sowie bei leichteren Magen- und Darmerkrankungen empfohlen. Kümmel – ein seit Jahrhunderten wertvolles Gewürz. Soll es im Mittelalter angeblich vor Hexen geschützt haben, gilt es heute als beruhigend für den Magen. Im Gegensatz zu anderen Kräutern, verwendet man bei Kümmel lediglich die Samen. Kümmel ist nicht nur beim Brotbacken ein beliebtes Gewürz. Kümmel ist auch besonders beliebt in der Hausmannskost. Mit Kümmel würzt man Sauerkraut, Kürbisgerichte und vieles mehr.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Blähungen
Heilwirkung: anregend, antibakteriell, appetitanregend, auswurffördernd, blähungswidrig, durchblutungsfördernd, entspannend, erfrischend, fungizid, galletreibend, keimhemmend, krampflösend, menstruationsfördernd, milchbildungsfördernd, verdauungsfördernd
Anwendungsbereiche: Appetitlosigkeit, Darmkrämpfe, Dreimonatskoliken, Fettverdauungs-Probleme, Gallebeschwerden, Geburt, Husten, Koliken, Leberschwäche, Magenkrämpfe, Mundgeruch, Nervöse Herzbeschwerden, Periodenkrämpfe, Reizmagen, Rheuma, Roemheld Syndrom, Völlegefühl, Zahnschmerzen, Verdauungsschwäche
wissenschaftlicher Name: Carum carvi, Carum officinale, Carum aromaticum, Apium carvi, Foeniculum carvi
Pflanzenfamilie: Doldenblütler - Apiaceae
englischer Name: Caraway
andere Namen: Brotkümmel, Chümi, Echter Kümmel, Feldkümmel, Garbe, Kämen, Karbei, Karbensamen, Karve, Kimm, Köm, Kömmel, Komm, Kramkümmel, Kümm, Kümmich, Kümmrich, Kumach, Mattenkümmel, Polnischer Hafer, Wiesenkümmel
Verwendete Pflanzenteile: Früchte (Samen), Blätter, Wurzel
Inhaltsstoffe: Ätherische Öle: Carvon, Carveol, Limonen, Myrcen, Pinen; Fettsäuren, Gerbstoffe, Flavonoide, Kaffeesäure, Cumarine, Harze
Sammelzeit: Juli bis August
 
Anwendung
Kümmel kann man wahlweise als Tee, Tinktur, Kräuterwein oder Pulver zum Einnehmen anwenden. Man kann die Samen auch einfach kauen. Und natürlich kann man den Kümmel in der Küche als verdauungsförderndes Gewürz anwenden. Die häufigste Art, Kümmel als Heilpflanze anzuwenden ist der Tee.
Tee
Für einen Kümmel-Tee übergießt man ein bis zwei Teelöffel leicht zerstoßene Kümmel-Samen mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen. Alternativ kann man auch eine sanfte Abkochung mit dem Kümmel machen. Anschließend abseihen und den Kümmeltee in kleinen Schlucken trinken. Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich. Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschließend kann man wieder sechs Wochen lang Kümmel-Tee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Kümmel-Wirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.
Teemischung gegen Verdauungsschwäche und Blähungen
Der Kümmel gehört zusammen mit seinen engen Verwandten zu den carminativen Heilpflanzen. Das heißt sie fördern die Verdauung und lindern Blähungen. Besonders gut wirken die carminativen Doldenblütler zusammen in einer Teemischung. Man kann die Teemischung folgendermaßen zusammenstellen: 40g Kümmel-Samen, 20g Koriander-Samen (Früchte), 20g Fenchel-Samen, 20g Anis-Samen
Von dieser Mischung nimmt man ein bis zwei Teelöffel für eine große Tasse Tee. Dann macht man damit eine sanfte Abkochung. In dieser Mischung ist der Kümmel die Heilpflanze mit der stärksten Wirkung. Fenchel und Anis fördern den Wohlgeschmack der Teemischung.
Tinktur
Um eine Kümmel-Tinktur selbst herzustellen, übergießt man Kümmel in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 10 bis 15 Tage ziehen. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen. Von dieser Tinktur nimmt man bei Bedarf 10-50 Tropfen ein. Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.
Kümmel-Wein
Beliebt ist auch der Kümmelwein. So stellt man ihn her: Vermischen Sie 100g Kümmelsamen und 1 Liter Weißwein. Kochen Sie die Mischung auf. Filtern Sie den Kümmelwein ab und füllen ihn in eine Flasche. Trinken Sie bei Bedarf ein kleines Glas davon.
Pulver
Von gepulvertem Kümmel kann man eine Messerspitze einnehmen.
Kauen
Wer will, kann die Kümmelsamen einfach kauen. Diese Form der Anwendung eignet sich besonders, um Mundgeruch zu bekämpfen.
Vollbad
Ein Vollbad, in das man einen Liter starken Kümmeltee gibt, wirkt erfrischend und belebend. Es eignet sich, um die Müdigkeit nach einem anstrengenden Tag zu vertreiben, wenn man anschließend noch munter sein will.
Kümmel als Heilpflanze
Kümmel ist als Heilpflanze bereits seit der Antike bekannt. Mitunter wird es sogar als das älteste bekannte Heilkraut in Europa ist. Bekannt ist u.a. dass bereits die Römer die Samen zum Würzen fettiger Speisen und als Heilpflanze verwendet haben.
Auch in vielen alten Kräuterbüchern finden sich Rezepte und Behandlungsempfehlungen für den echten Kümmel. Interessanterweise wurde der echte Kümmel (Carum) früher als Wiesenkümmel und der Kreuzkümmel (Cuminum) als Kümmel bezeichnet. Neben den Kümmelsamen hatten auch die Wurzeln eine recht große Bedeutung. So wurden die als gelben Rüben bezeichneten Kümmelwurzeln verwendet um den Magen zu erwärmen und um den Harnfluss anzuregen. Äußerlich kam das Heilkraut zudem bei der Behandlung von Zehenschmerzen zum Einsatz.
Hinweis: Kümmelöl sollte nicht während der Schwangerschaft verwendet werden.
Heilkräftige Pflanzenteile
Man sammelt die reifen Samen Juli und August, vereinzelt auch die Wurzel im April.
Heil- und Wirkstoffe
Kümmel enthält in unterschiedlichen Mengen ätherisches Öl, ferner Zucker, Stärke, stickstoffhältige und stickstoffreiche Stoffe, fettes Öl und mineralogische Spurenelemente.
Heilwirkung
Kümmel ist eine uralte Heil- und Kulturpflanze, man fand Kümmelsamen bereits in den prähistorischen Pfahlbauten von Robenhausen. Unter cuminum der Römer oder kyminon der Griechen wurde aber nicht unser Wiesenkümmel, sondern der in den Mittelmeerländern gedeihende Römische Kümmel bezeichnet. Plinius beschreibt zuerst den Wiesenkümmel als careum, da er von Karien in Kleinasien stammen soll. Unter dem mitteldeutschen Wort veltkymmel wurde kein Kümmel, sondern der Quendel benannt. Matthiolus beschreibt den Kümmel als erster ausführlich.
Kümmel hat eine leicht reizende, eröffnende, erwärmende, magenstärkende, harntreibende und verdauungsfördernde Eigenschaft.
Der Kümmelsamen gleicht in seiner Wirkung sehr dem Anis- und Fenchelsamen und wird von Kneipp als ein blähungstreibendes Mittel empfohlen.
Der Kümmelsamen wird den Frauen besonders empfohlen, da er in dreifacher Weise fördernd wirkt:
  1. Er steigert die monatliche Regel der Frauen und löst die Gebärmutterkrämpfe,
  2. Er bewirkt eine Auflockerung der Weichteile, wodurch die Wehen schmerzloser und der Geburtsvorgang erleichtert wird und
  3. Fördert der Kümmel die Milchsekretion in der Stillzeit.
Bezüglich des Rückganges der Milchsekretion beim Abstillen und damit Vermeidung von Milchstauungen, siehe unter Salbei und Petersilie.
Kümmelbäder sind sehr gut für schwächliche Kleinkinder.
Für die Teezubereitung nimmt man 1 Teelöffel des Samens, lässt ganz kurz aufkochen, 10 Minuten zugedeckt ziehen und seiht schließlich ab. Man trinke 2 bis 3 Tassen am Tage schluckweise. Das Kümmelöl nimmt man nur einmal am Tage ein und zwar am besten 3 bis 4 Tropfen auf etwas Staubzucker.
Aus alten Kräuterbüchern und aus der Volksheilkunde
Die gekochte Kümmelwurzel ist sehr gesund. Sie erwärmt den Magen und wirkt schmerzlos harnfördernd.
Viel Kümmel essen, verhindert weitgehend den Schlaganfall, meint die böhmische und mährische Volksheilkunde.
Ein leinenes Tüchlein sackartig zugenäht, mit Kümmelsamen gefüllt und möglichst warm auf den Bauch gelegt, nimmt das Bauchgrimmen und verteilt die Blähungen.
Zerstoßener Kümmel mit Wein besprengt und in einem Leinensäckchen warm aufgelegt, mildert Kopf-, Ohren- und Zahnschmerzen.
Der warme, zuckerlos getrunkene Kümmeltee gilt in der Volksheilkunde als eines der besten und verlässlichsten Heilmittel bei Magenbrennen, Magenschmerzen, Magenkolik, Blähungen und bei Brechreiz.
Kümmel dem Essen beigemengt, schafft guten Appetit, bringt eine gute Verdauung, verteilt Blähungen, jagt die Winde aus und gibt einen guten Atem.
1 Gramm Kümmelöl in 50g Weingeist aufgelöst, davon 1 Esslöffel voll in das Klistier beigegeben, wirkt wohltuend und auch auflösend.
Kümmel in Weingeist oder Branntwein angesetzt, gibt ein magenstärkendes, krampflösendes und beruhigendes Getränk. Der Kümmellikör in der Delikatessenbehandlung ist jedoch oft nur ein chemisches Ersatzmittel und hat keinerlei Heilwerte!
Kümmel ist nach Ansicht der russischen Volksheilkunde ein sehr gutes Heilmittel bei Trunksucht. Man übergieße 50g Kümmel mit 1 Liter Siedendem Wasser und gebe dem Trinker davon ungesüßt zu trinken:
Am 1. Tag 4-5 Tassen schluckweise, am 2. Tag 4 Tassen, am 3. Tag 3 Tassen, am 4. Tag 2 Tassen und in den Folgenden Tagen je 1 Tasse, dies durch etwa 3 Wochen, je nach dem Grade der Trunksucht. Zuerst stellt sich Erbrechen ein, dann folgt zumeist ein Durchfall und eine erhöhte Harn- und Schweißabsonderung. Die Kur ist bei Rückfall zu wiederholen. Der Erfolg bleibt nicht aus.
Kümmel als Gewürzpflanze
Viele Rezepte traditioneller Gerichte setzen auf Kümmel als Zutat. Für die Zubereitung von Sauerkraut kommt Kümmel ebenso zum Einsatz wie bei fettigen Fleischgerichten (z.B. Eisbein), Bratkartoffeln und einigen Käsesorten. Vor allem in kräftig schmeckendem Käse wie dem in Hessen und in der Pfalz beliebten Handkäs/Handkäse und dem aus Norwegen stammenden Sauermilchkäse Pultost wird Kümmel verarbeitet. Der Grund: das ätherische Öl des Kümmels macht deftige, fettige Speisen und schwer verdaulichen Kohl verträglicher. Gleiches gilt für Hülsenfrüchte, etwa in indischen oder orientalischen Gerichten, die ohne Kümmel nicht auskommen.
Daneben ist Kümmel würzende Zutat einiger Brotsorten und Brötchen, die diesen Backwaren einen sehr charakteristischen Geschmack geben. Eine besondere Vorliebe für Kümmel scheinen die Engländer zu haben. Sowohl im Kümmelsamenkuchen als auch im Kümmelpudding wird Kümmel verarbeitet.
Nicht zu verwechseln ist Kümmel mit dem Gewürz Kreuzkümmel; botanisch Cuminum cymnium. In Supermärkten findet man Kreuzkümmel im Kräuterregal auch unter der Bezeichnung Cumin oder Kumin. Aufgrund der ähnlich aussehenden Form der Samen beider Pflanzen liegt die Verwechslung mit dem echten Kümmel nahe. Spätestens beim Kosten wird der Unterschied zwischen Kümmel und Kreuzkümmel deutlich. Der Geschmack von Cumin ist wesentlich kräftiger und bitterer. Ein Unterschied besteht ebenfalls botanisch: Wiesenkümmel gehört zur Gattung Kümmel, während Cumin zur gleichnamigen Gattung Cumin zählt.
Neben den Samen, die im zweiten Jahr des Wachstums der Kümmelpflanze entstehen, sind auch die Wurzeln essbar. Geerntet werden diese im Herbst. Geschmacklich erinnert die Kümmelwurzel an eine Mischung aus Möhren und Petersilienwurzel. Die gelbliche Pfahlwurzel wird jedoch meist nur im gekochten Zustand als Gemüse gegessen. Ebenso essbar sind die frischen, zarten Blätter, deren Geschmack eine gewisse Ähnlichkeit zum Dill aufweist.
Aber auch in einigen alkoholischen Getränken spielt Kümmel eine tragende Rolle. Vor allem kümmelhaltige Spirituosen, die einst aus Skandinavien stammten, setzen auf die die Verdauung unterstützende und blähungserleichternde Wirkung des Kümmels. Kümmelhaltige Alkoholika sind zum Beispiel unter den Namen Aquavit, Malteserkreuz Aquavit, Bommerlunder, Köm oder Kaiser-Kümmel bekannt. Teilweise werden die Mixturen zusätzlich noch mit anderen wohltuenden Kräutern versetzt. Diese Spirituosen werden meist als Verdauungsschnaps bzw. als Digestif getrunken.
Hinweis zur Aufbewahrung und Lagerung
Ganzer Kümmel kann bis zu fünf Jahren im Haushalt gelagert werden. Achten Sie darauf, dass der Kümmel an einem lichtgeschützten, dunklen und kühlen Ort aufbewahrt wird. Gemahlener Kümmel hingegen sollte spätestens nach 6 bis 8 Monaten aufgebraucht werden, da es nach und nach sein Aroma verliert.
Küche
Der Kümmel ist aus der Küche kaum wegzudenken. Viele Gerichte erzwingen den Kümmel geradezu, beispielsweise manche Kohlgerichte. Auch viele Brote werden mit Kümmel zubereitet. Es gibt auch Quark- und Käse-Sorten mit Kümmel. Kümmel ist immer gut, um die Verdauung von schwerverdaulichen Speisen zu erleichtern. Wenn man die ganzen Samen zum Kochen verwendet, stößt der Kümmel nicht immer auf Gegenliebe, denn es kann zu intensiv sein, wenn man beim Essen plötzlich einen Kümmelsamen zerbeißt und sich das intensive Aroma auf einen Schlag im Mund entfaltet. Besser ist es, wenn man gemahlenen Kümmel verwendet, denn dann verteilt sich das Aroma verträglich auf die gesamte Speise. Man kann auch Kümmel-Blätter in der Küche verwenden, beispielsweise in Salat oder in Suppen. Man kann sie ähnlich wie Petersilie oder Dill verwenden. Die Wurzel kann man, ähnlich wie Petersilienwurzel, als Gemüse kochen. Die Kümmel-wurzel schmeckt und riecht ähnlich wie die Kümmelsamen, ist insgesamt aber milder.  Die Blätter des Kümmels haben einen milden Geschmack, der mit Petersilie und Dill verglichen wird. Sie werden gerne für Suppen und Salate verwendet. Die Wurzeln können als Gemüse gekocht werden. Kümmelsamen (botanisch korrekt handelt es sich sogar um ganze Kümmelfrüchte) sind ein klassisches Gewürz in schwer verdaulichen Speisen, wie z. B. Kohlgerichten. Sie sind besonders in der jüdischen, skandinavischen und osteuropäischen Küche beliebt und werden dort auch als Gewürz für Kuchen und Roggenbrot, Gulasch, Käse und geschmorte Äpfel verwendet. Die Kümmelsamen verleihen diversen Spirituosen einen charakteristischen Geschmack beispielsweise dem skandinavischen Aquavit, dem norddeutschen Köm oder dem Wiener Kaiser-Kümmel.
Anwendung in der Tiermedizin
Auch bei Tieren wirkt der Kümmel blähungstreibend, krampfstillend und ist ein gärungswidriges Mittel bei Koliken.
Kümmel ist das Futter der Pferde und Schweine vermengt, fördert die Fresslust. Ein leichter Kümmelabsud dem Trank beigegeben, behebt den Milchmangel der Kühe.
Die Rückstände von der Branntweindestillation (Kümmelgeist) sind wegen ihres hohen Eiweiß- und Fettgehaltes ein wertvolles Futtermittel, in kleinen Portionen dem Futter beigegeben, fördert die Leistungen der Tiere.
 
Wirkung
Der Kümmel ist das stärkste Karminativum, das wir in der mitteleuropäischen Pflanzenheilkunde kennen. Karminativum bedeutet, dass es gegen Blähungen hilft. Es löst Krämpfe in den Verdauungsorganen und hilft dabei, überflüssige Luftansammlungen auszuscheiden. Für die carminative Wirkung des Kümmels ist vor allem das ätherische Öl Carvon verantwortlich. Die anderen ätherischen Öle und Substanzen im Kümmel unterstützen diese Wirkung. Außer der karminativen hat der Kümmel auch noch andere Wirkungen. Er regt den Appetit an und den Auswurf von Hustenschleim. Die Durchblutung, die Menstruation und die Verdauung werden gefördert. Sowohl Bakterien als auch Pilze werden bekämpft. Kümmel lockert das Gewebe, sodass die Geburt leichter erfolgen kann. Zudem wirkt er krampflösend, sodass die Wehen leichter ertragen werden.
Die Kommission E empfiehlt Kümmel gegen Blähungen, Völlegefühl und dyspeptischen Beschwerden.
Nebenwirkungen
Das ätherische Öl kann die Haut reizen. Manche Menschen reagieren allergisch auf Kümmel.

Anwendungsgebiete
Verdauungsprobleme
Verdauungsprobleme aller Art sind die Haupteinsatzgebiete des Kümmels. In erster Linie verwendet man den Kümmel gegen Blähungen, Darmkrämpfe und Magenkrämpfe. Man kann ihn aber auch beispielsweise bei Appetitmangel, Problemen mit der Fettverdauung, Gallenschwäche und dergleichen nutzen. Er hilft auch beim Ro-emheldsyndrom, das sind Herzprobleme, die entstehen, wenn durch Blähungen der übervolle Bauch von unten gegen das Herz drückt. Die Symptome des Roemheld-Syndroms können der Angina Pectoris ähneln, haben aber mit echten Herzproblemen nichts zu tun.
Mundgeruch
Gegen Mundgeruch kann man Kümmelsamen kauen. Auch gegen Zahnschmerzen kann das Kauen von Kümmelsamen ein wenig helfen.
Alkoholismus
Starker Kümmeltee soll Alkoholikern dabei helfen, auf das Trinken zu verzichten, besagt zumindest die russische Volksheilkunde.
Frauenbeschwerden
Für Frauen kann der Kümmel in mehrerer Hinsicht heilsam sein. Er hilft gegen schmerzhafte Periode, vor allem bei jungen Mädchen. Er fördert die Geburt, indem er die Weichteile auflockert. Durch die entkrampfende Wirkung erleichtert er die Wehen. Wenn das Baby geboren ist, unterstützt der Kümmel, durch die Mutter eingenommen, die Milchbildung. Außerdem hilft er gegen Blähungen des Babys, wenn er über die Muttermilch von ihm aufgenommen wird.
Koliken bei Säuglingen
Wenn ein Baby stark unter Blähungen leidet, kann Kümmel ihm helfen, besser noch als Fenchel. Fenchel und Anis schmecken jedoch angenehmer, sodass sie häufiger gegen Babyblähungen verwendet werden. Man kann dem Fencheltee jedoch etwas Kümmel beifügen. Mit einem guten Pflanzenöl und ein bis zwei Tropfen ätherischem Kümmelöl kann man ein Duftöl zum Einreiben machen. Mit diesem Öl reibt man den angeschwollenen Babybauch ein, wenn es unter Blähungen leidet. Man reibt den Bauch mit warmen Händen sanft im Uhrzeigersinn ein. Auf Wunsch kann man auch eine Mischung aus ätherischem Kümmelöl und Lavendelöl mit dem Pflanzenöl mischen. Insgesamt darf man aber nur sehr wenig ätherisches Öl verwenden, damit die zarte Babyhaut nicht gereizt wird.

Magische Anwendung
Kümmel gilt als Mittel, um Kinder vor bösen Geistern zu schützen. Beispielsweise stellt man einen Topf mit gekochtem Kümmel unters Babybett, wenn die Kleinen unruhig schlafen. Diese Anwendung ist nur bedingt magisch, denn die ätherischen Öle des Kümmels wirken entkrampfend und können Blähungen kleiner Kinder lindern. Heutzutage würde man für die gleiche Aufgabe wohl eher eine Duftlampe mit Kümmelöl aufstellen oder ein Duftsäckchen ins Bett oder Zimmer legen. Der Kümmel dient auch als Liebesmittel, entweder, um einen neuen Partner kennenzulernen oder um die Treue des vorhandenen Partners zu stärken. Dazu füllt man einen kleinen Beutel mit Kümmelsamen und trägt ihn als Talisman. Als Gewürz in Speisen soll der Kümmel aphrodisierend wirken.

Geschichtliches
Schon vor 5.000 Jahren wurde der Kümmel offenbar als Gewürz und vielleicht auch als Heilpflanze verwendet. Er wurde nämlich bei Ausgrabungen von Pfahlbauten entdeckt. Im Grab von Tutenchamon (ca. 1330 v.Chr.) fand man Kümmelsamen. Dioskurides schrieb im 1. Jahrhundert über den Kümmel (deutsche Übersetzung von 1610): Kümmel wärmet und treibt den Harn, ist dem Magen gut, macht einen süßen und lieblichen Atem, hilft der Däwung (Verdauung?), wirkt unter den Arzneyen, die wider das Gicht einzunehmen sind, vermischt, auch ist er gut mit dem, das in Essig eingemacht und behalten wirdt.
Auch Plinius der Ältere erwähnte den Kümmel schon im Altertum. Im Mittelalter spielte der Kümmel eine wichtige Rolle. Das sieht man auch daran, dass Karl der Große (747 bis 814) den Kümmel in der Liste der Heilpflanzen in der Schrift Capitulare de villis vel curtis imperii aufgeführt. Diese Pflanzenliste war Teil einer Verordnung, die vorschrieb, wie die königlichen Landgüter bestellt werden sollten. Er ist also Teil der sogenannten Karlsgärten. Die Heilpflanzenliste mit 73 Pflanzen zeigen deutlich, welche Heilkräuter damals als besonders wichtig betrachtet wurden. Heutzutage wird der Kümmel in vielen Ländern als Gewürz angebaut. Hauptanbaugebiete sind Ägypten und Osteuropa. Aber auch in den Niederlanden und Deutschland wird Kümmel angebaut.
Kümmelfrüchte wurden in Ausgrabungen von Pfahlbauten gefunden, die sich auf 3000 v. Chr. zurückdatieren lassen. Seine Verwendung in der Küche lässt sich bereits in dem Apicius zugeschriebenen Kochbuch De re coquinaria nachweisen, das wahrscheinlich im 3. Jahrhundert n. Chr. entstand. Von Plinius dem Älteren und Pedanios Dioscurides wird der Kümmelanbau erwähnt. Dioskurides nennt den Samen einer Pflanze namens Karos (griechisch káron und káreon bedeuten Kümmel) verdauungsfördernd (wie Anis), bei Plinius Careum. Gerhard Madaus hält aber erst das careum im Capitulare Karls des Großen für identisch mit dem nordischen Wiesenkümmel. In der mittelalterlichen Medizin wurde Kümmel unter anderem in der Arzneiform der Kümmellatwerge diaciminum verwendet. Nach von Haller hilft Kümmel der Verdauung, bei Unterleibsschmerz und Harnsteinen, Hecker verwendete ihn bei Hypochondrie, Hysterie, mangelnder Milchsekretion und Brustleiden, Leclerc bei Luftschlucken, Dinand bei Amenorrhoe. Bohn nennt ihn bei mangelnder Milchsekretion, Magen- und Uteruskrämpfen, Zörnig auch als Expektorans. Kümmel ist laut Madaus ein beliebtes Stomachikum und Karminativum bei Blähungen, Magenkrämpfen, Magenschwäche, Dyspepsie und Enteritis besonders für Kinder, seltener bei Milch- oder Wehenschwäche, Amenorrhoe und als Diuretikum. Die Volksmedizin kenne ihn als Karminativum und Galaktogogum. Äußerlich werde Kümmel als warme Auflage bei Ohren-, Kopf- und Zahnweh benutzt, Kümmelöl bei Erkrankung der Atmungsorgane, Rachitis und Hautparasiten. Zumeist gelten nur die reifen Samen als wirksam, Erntezeit Anfang Juli, wenn sie sich zu bräunen beginnen.

Pflanzenbeschreibung
Kümmel ist im Mittelmeerraum und Vorderasien heimisch. Er wächst aber auch in Mitteleuropa wild. Sein Verbreitungsgebiet reicht bis nach Sibirien. Der Kümmel wächst bevorzugt auf Wiesen und an Wegrändern. Man findet ihn vor allem im Hügelland und Gebirge. Die zweijährige Pflanze wird bis zu 80 Zentimeter hoch.
Der sparrig verzweigte Stängel ist kahl. Die Blätter sind besonders fein gefiedert und die einzelnen Fiederblättchen sind sehr dünn. Sie sind höchstens einen Millimeter dick. Zwischen Mai und Juli erscheinen die weißlich-rosa Blüten. Sie ähneln stark vielen anderen Doldenblütlern. Die winzigen Blüten stehen in Doppel-dolden, also mehrere kleine Dolden bilden zusammen eine größere Dolde. Ab Juni entwickeln sich die Samen bzw. Früchte. Es handelt sich um sogenannte Spaltfrüchte. Die braunen Früchte zerfallen meistens in zwei Einzelfrüchte. Ganz typisch ist der Geruch der Kümmelfrüchte.
Botanik
Die Wurzel ist zweijährig, weiß, möhrenförmig. Der Stängel ist kantig und ästig. Die Blätter sind doppelt gefiedert, die vielteiligen, sehr schmalen Blättchen sind quirlförmig, im rechten Winkel zum Blattstiel.
Der Blütenstand ist eine Dolde mit ungleichen Strahlen, ohne Hüllblättchen, die Blüten selbst sind weiß. Die Frucht ist länglich und gerippt. Jedes Kümmelkorn hat 5 Längsrippen und in den Furchen je 1 Ölrieme.
Von den doldenblütigen Heilkräutern (Anis – Dill – Fenchel – Karotte – Kümmel – Petersilie – Rossfenchel – Sellerie) und den giftigen Heilpflanzen (Schierling und wilde Petersilie) ist der Kümmel die einzige Pflanze, welche Nebenblätter am Grunde des Blattstieles hat! Siehe auch die vergleichende Zusammenstellung beim Rossfenchel.
Blütezeit
Mai, Juni
Geruch und Geschmack
Der Geruch der Samen ist angenehm, stark würzig. Der Geschmack ist ebenfalls angenehm, stark würzig, etwas Hitzig. Die gleichen Geruchs- und Geschmackseigenschaften hat die Wurzel, nur von milderer Art.
Standort
Der Kümmel wächst auf allen Wiesen, doch wird er zumeist in Gemüsegärten gebaut. Der große Bedarf machte es nötig. Kümmel in großen Anbaugebieten zu kultivieren, so in Holland, Friesland und in Mähren.
Kümmel ist eine sommergrüne, zweijährige krautige Pflanze und erreicht meist Wuchshöhen von 30 bis 80 Zentimeter, unter günstigen Bedingungen auch bis zu 120 Zentimeter. Die Pflanze entwickelt eine rübenartige Wurzel. Der kahle Stängel ist sparrig verzweigt. Die Laubblätter sind zwei- bis dreifach gefiedert und im Umriss länglich. Die Teilblätter letzter Ordnung sind fiederteilig mit fein zugespitzten Zähnen und Spitzen. Ihre Blattabschnitten sind bei einer Breite von höchstens einem Millimeter linealisch. Die untersten Fiederpaare zweiter Ordnung sind deutlich abgerückt und kreuzweise gestellt. Die oberen Stängelblätter besitzen eine Scheide mit nebenblattartigen Fiederpaaren.
Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis Juli. Die Doppeldolden besitzen 8 bis 16 Strahlen. Hüllen fehlen meist. Es sind manchmal bis zu zwei Hüllchen vorhanden. Die Blüte ist weiß bis rosafarben oder rötlich.  Die Samenreife beginnt im Juni bis August. Die kahle Spaltfrucht, Doppelachäne genannt, ist bei einer Länge von 3 bis 7 Millimeter und einer Breite von 0,7 bis 1,2 Millimeter oval und zerfällt in zwei Einzelfrüchte. Die leicht sichelförmig gebogenen und an beiden Enden spitz deutlich gerippten Einzelfrüchte sind an der Außenseite dunkelbraun und an der Innenseite hellbraun gefärbt. Die volkstümlich Kümmelsamen genannten Einzelfrüchte besitzen einen charakteristischen Duft, wenn sie zerrieben werden.
 
 
Anbautipps
Den Kümmel kann man im eigenen Garten anbauen. Dazu kann man fertige Pflanzen einpflanzen oder den Kümmel aus Samen anziehen. Der Kümmel ist mit magerem Boden zufrieden, aber er braucht viel Sonne. Die Anzucht aus Samen ist relativ schwierig, weil die Samen oft nicht keimen. Man muss auch zwei Jahre für den Anbau einplanen, denn erst im zweiten Jahr entstehen die Blüten und Samen. Im März wird der Kümmel gesät, mit einem Reihenabstand von etwa 30 Zentimeter. Nach ein bis drei Wochen erscheinen die ersten kleinen Pflänzchen.
Echter Kümmel - Anbau, Pflege und Ernte
Der Kümmel ist wie viele Doldenblütler eine recht anspruchslose Pflanze, die nur wenig Pflege benötigt. Kümmel wächst sowohl als Kulturpflanze in Gärten genau wie vielerorts auf wilder Flur. Besonders häufig trifft man ihn auf Wiesen an, was dem Kümmel den Alternativnamen Wiesenkümmel eingebracht. Die beliebte Gewürz und Heilpflanze lässt sich sowohl im eigenen Kräutergarten oder in Kräuterspiralen einfach kultivieren.
Standort
Kümmel liebt sonnige Standorte, verträgt jedoch auch Halbschatten ganz gut. Im Halbschatten wird er jedoch meist nicht besonders groß. Optimal ist der Anbau auf nährstoffreichen, schweren bzw. eher lehmigen Böden. Leichte, sandige Böden sollten vor dem Anbau mit Bodenhilfsstoffen wie Bentonit oder hochwertigem Kompost vermischt werden. Bei relativ sauren Böden sollte außerdem etwas Kalk in den Boden eingebracht werden.
Aussaat und Anbau
Die Vermehrung bzw. der Anbau von Kümmel findet über Samen statt. Das Saatgut kann ab Ende April direkt im Freiland in die Erde gebracht werden oder man lässt die Samen ab März in einem Pflanzgefäß auf der Fensterbank keimen. Damit das Saatgut aufgeht, sind Umgebungstemperaturen von 5 bis 15 °C optimal. Zusätzlich sollten die Samen nur leicht mit Erde bedeckt werden, da Kümmel ein Lichtkeimer ist. Im Vergleich zu anderen Kräutersamen sollten Sie bei der Keimzeit der Kümmelpflanze etwas Geduld aufbringen. Nicht selten zeigen sich erst nach drei Wochen die ersten Keimblätter.
Gießen
Kümmel ist als mediterrane Pflanze an gewissen Trockenzyklen angepasst und muß nicht ständig gegossen werden. Kurze Trockenphasen übersteht sie meist problemlos. Es genügt im Freiland vollkommen, zwei bis dreimal normal zu gießen. Staunässe sollte unbedingt vermieden werden.
Dünger
Auf ein intensives Düngen der Gewürz- und Heilpflanze kann bei Freilandkultivierung meist verzichtet werden. Es genügt in der Regel im Frühjahr in den Boden etwas Kompost oder einen einfachen organischen Dünger einzuarbeiten und gut mit dem Boden zu vermischen. Bei Topfkulturen muss jedoch öfter ein einfacher N-P-K Dünger verabreicht werden, da mit dem Gießwasser und aufgrund der begrenzten Topfkapazität viele Nährstoffe ausgewaschen werden. Einfache Kräuterdünger sollten vermieden werden, da diese häufig nicht genügend Phosphor enthalten, der jedoch wichtig für die Blütenbildung ist.
Ernte
Die besten Erntezeiten für die Kümmelfrüchte sind zwischen Mitte Juni und Mitte Juli, je nach Wetter- und Standortbedingungen. Sobald die Früchte des Kümmels eine braune Färbung aufweisen und bereits leicht hart geworden sind, können sie geerntet werden. Das Blattgrün kann bis zur Blütezeit regelmäßig geerntet werden, allerdings sollten nie mehr als 10 Prozent vom Blattvolumen abgetrennt werden.
Krankheiten und Schädlinge
In verregneten Sommern kann es vorkommen, dass sich auf den Blätter des Kümmels ein weißer Belag niederschlägt. Zumeist handelt es sich um einen Pilz in der Form von Mehltau. Mit einiger Sachkenntnis lässt sich jedoch der Mehltau bekämpfen. Ein anderer Schädling, der gelegentlich auf Kümmelpflanzen zu finden ist, sind die Raupen der Kümmelmotte. Dieser Schädling kann in größerer Zahl sehr lästig werden, da sie frische Blütenstände mit Fäden zu einem Kokon verspinnt und den Samenertrag deutlich reduzieren kann. Einige wenige Raupen können per Hand abgesammelt werden und stellen keine Gefahr dar. Finden sich viele Raupen vor Ort, sollte der Standort gewechselt oder der Anbau für wenigstens 1 Jahr pausiert werden.
Überwinterung
Beim Kümmel handelt es sich um eine frosttolerante Pflanze, die nahezu unempfindlich gegen Winterfröste ist. Hier genügen die üblichen Vorbereitungen, um das Kraut winterfest zu machen.
 
Sammeltipps
In der freien Natur ist das Sammeln des Kümmels schwierig, denn man muss ihn ganz sorgfältig von anderen Doldenblütlern unterscheiden. Die meisten Doldenblütler sehen sich relativ ähnlich, z.B. weiße doldenförmige Blüten.
Einige davon sind sehr giftig, z.B. der gefleckte Schierling.
Typisch für den Kümmel (und auch für den Fenchel) sind die extrem dünnen, fadenartigen Blätter. Außerdem riechen die Samen ganz deutlich nach Kümmel. Die Früchte (Samen) werden zwischen Juli und September geerntet. Sie sind reif, wenn sie braun werden. Zur Ernte schneidet man das ganz oberirdische Kraut ab. Dann bündelt man es und hängt es zum Trocknen auf. Darunter legt man ein Stück Stoff oder etwas anderes, was vorab fallende Samen auffängt. Wenn die Pflanzen trocken sind, hängt man sie ab und rebelt die Samen von den Blütenständen. Danach trocknet man die Samen noch eine Weile nach und wenn sie trocken sind, hebt man sie in Dosen oder Beuteln auf.

ZITWERWURZEL
Die Zitwerwurzel ist eine Verwandte des Ingwers und ist in den tropischen Regen-wäldern Südasiens heimisch. Dort wird sie auch gerne als Gewürz und Heilmittel verwendet. Nach Europa kam die Zitwerwurzel erstmalig im sechsten Jahrhundert durch die Araber. Eine Zeitlang war sie hier sehr beliebt, doch inzwischen ist der Ingwer populärer. Man kann die Zitwerwurzel vorwiegend zur Stärkung der Verdauung anwenden. Die Zitwerwurzel, Zitwer oder Weiße Curcuma ist eine Pflanzenart aus der Gattung Curcuma in der Familie der Ingwergewächse. Die aus Indien stammende Safranwurz-Art wird vor allem in Ostasien als Heilpflanze verwendet.
 
Steckbrief
Heilwirkung: blutreinigend, krampflösend, Gallenschwäche, Leberschwäche, Magensaft fördernd, Blähungen, Koliken, Herzschwäche, Gegengift
wissenschaftlicher Name: Curcuma zedoaria
englischer Name: Zedoary
volkstümliche Namen: Giftheil, Zitwer
Verwendete Pflanzenteile: Wurzelstock
Inhaltsstoffe: Zingiberene, Ätherisches Öl, Alpha-Pinene, Curcumin, Harz, Sesquiterpene, Schleim
 
Anwendung
Aus der Pflanze wird eine Droge gewonnen. Die Droge, Zedoariae Rhizoma, besteht aus den getrockneten Rhizom-Wurzeln der Pflanze. Sie ähnelt der Kurkuma sehr und wird als Magen- Galle- und Lebermittel verwendet. Bis heute wird der unterirdische Teil der Pflanze in China als 莪朮 / (é zhú) und in Japan unter dem Namen ガジュツ (gajutsu) als Arzneibenutzt; in Deutschland wurde die Zitwerwurzel als Rhizoma Zedoariae 1926 ins DAB 6 als pflanzliches Arzneimittel aufgenommen. Eine Überprüfung durch die Expertenkomission für pflanzliche Arzneimittel des deutschen Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte kam 1988 zu dem Ergebnis, dass eine Heilwirkung nicht wissenschaftlich ausreichend begründet sei; sie wurde deshalb als Negativmonographie in das DAB 10 ab 1991 nicht mehr aufgenommen. Dagegen ist die ebenfalls zum Pflanzengenus Curcuma Linn. Gehörende Curcuma longa L. und Curcuma xanthorrhiza Roxb., seit 1930 bzw. 1978 im Deutschen Arzneibuch enthalten. Das ätherische Öl wird bei der Parfum- und besonders in der Likörherstellung verwendet. Als Gewürz ist Zitwerwurzel heute jedoch nicht mehr bedeutsam: In Indien wird sie gelegentlich zum Einlegen von würzigen Pickles (Gemüse und Obst) und insbesondere in Indonesien auch für Currypasten verwendet. In Thailand werden die jungen Rhizome als sehr geschmackvolles Gemüse gegessen.
Verwechslungsgefahr: Die als Zitwerblüte bezeichnete Droge stammt nicht von Curcuma zedoaria, sondern vom Wurmsamen, einem giftigen russischen Beifußgewächs. Sie wurde früher in der Volksmedizin auch als Wurmmittel verwendet (Volksname: Wurmsamen). Aus dieser Droge wird der wurmtötende Stoff Santonin gewonnen und in der evidenzbasierten Medizin als Wurmmittel angewandt. Aufgrund ihrer Giftigkeit sollte sie nur in Fertigpräparaten oder äußerlich angewendet werden. Im Mittelalter wurde der Zitwerwurzelstock auch mit dem sogenannten Deutschen Zitwer verfälscht.
Achtung! Verwechslungsmöglichkeit. Der Name Zitwer wird auf deutsch für zwei ganz verschiedene Pflanzen verwendet.
Die   giftige Zitwerblüte
Die asiatische Zitwerwurzel (hier beschrieben)
Außerdem wird manchmal der Kalmus "deutscher Zitwer" genannt.
Die Zitwerwurzel schmeckt ähnlich wie Ingwer, aber mit einem bitteren Nachgeschmack. Sie wird vorwiegend als Gewürz verwendet. In Indonesien wird sie als Gewürzpulver oder in Currys verwenden. In Indien eher als Pickels eingelegt oder frisch. Man kann die Zitwerwurzel jedoch auch als Heilpflanze verwenden, denn sie hat eine ausgeprägt stärkende Wirkung auf die Verdauungsorgane. Sie wurde Wöchnerinnen auch zur Stärkung nach der Geburt gegeben. Angeblich soll die Zitwerwurzel als Gegengift wirken. Man kann die Zitwerwurzel als Tee oder in Teemischungen trinken. Dazu übergießt man 1 TL des getrockneten Wurzelstocks mit kochendem Wasser und lässt den Tee 15 Minuten ziehen. Alternativ kann eine Tinktur mit der Zitwerwurzel ansetzen. Davon nimmt man dreimal täglich 10-50 Tropfen.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Zitwerwurzel ist eine ausdauernde krautige Pflanze. Die duftende Pflanze bildet oberirdische Blattsprosse, die Wuchshöhen von bis 1 Meter erreichen. Es werden unterirdische, große und mehrmals verzweigte Rhizome als Überdauerungsorgane gebildet. Das essbare Rhizom (Wurzelstock) ist im Inneren weiß und duftet ähnlich wie Ingwer oder Mango; es hat einen sehr bitteren Nachgeschmack. Der Blütenstand trägt rote und grüne Hochblätter und gelbe Blüten.
Die Zitwerwurzel ist ein Verwandter des Ingwers und der Kurkuma. Sie ist in Asien heimisch und wächst in tropischen und subtropischen Regenwald-Regionen. Der Wurzelstock der Zitwerwurzel ist groß und verzweigt. Die Blätter können bis zu einen Meter lang werden. Die Blüten sind gelb-rot. Die ganze Pflanze duftet stark.

BACHBLÜTE WATER VIOLET
Hält sich für etwas Besseres                                  
Diese halten sich für etwas Besseres
Mit Water Violet halten sie sich nicht mehr für etwas Besseres
BACHBLÜTE WHITE CHESTNUT
Es ist, als ob eine Schallplatte immer wieder in der gleichen Rille festhakt
Es scheint, das bei diesen Menschen wie bei einer Schallplatte in der gleichen Rille festhackt
Mit der Bachblüte kommen sie aus dieser Rille heraus
Hildegards Lebens- und Heilmittel
Wildgemüse
KRESSE
Es gibt zwei Kressearten, die von Hildegard unterschiedlich bewertet werden: die Brunnen- und die Gartenkresse. Die Brunnenkresse wächst bevorzugt an sauberen Fließgewässern – weshalb sie in unseren Breiten mittlerweile selten geworden ist. Die Gartenkresse hingegen kann man sowohl im Garten als auch in der Küche ziehen. Hildegard lehnt die Verwendung von Gartenkresse ab: „Sie wächst mehr aus dem Grün der Erde als von der Sonne. Wenn man sie isst, werden dadurch die üblen Säfte im Menschen vermehrt.“ Der Brunnenkresse hingegen schreibt sie bei Verdauungsschwäche eine positive Wirkung zu: „Und wer gegessene Speisen kaum verdauen kann, der dünste Brunnenkresse in einer Schüssel, weil ihre Kräfte aus dem Wasser stammen und so esse er sie und sie wird ihm helfen.“
Neben dieser spinatähnlichen Zubereitung verwendet man Brunnenkresse, indem man sie klein gehackt unter Salate mischt. Durch ihren scharf-würzigen Geschmack ist sie auch eine Bereicherung für Kräutersaucen und Topfenspeisen. Sie ist reich an Vitamin A, B und C und wird gern bei der Durchführung von Frühjahrskuren verwendet.
MELDE
Die Melde ist ähnlich wie die Brennnessel zu Unrecht als Unkraut verschrien. In ihrer wilden Form tritt sie überall dort auf, wo Boden bearbeitet wird. Durch ihre enorme Wuchskraft überwuchert sie in kürzester Zeit frisch bestellte Gartenbeete – nahe liegend also, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden und frisch gejätete Melde in die Küche zu einer wohlschmeckende Mahlzeit zu verarbeiten. Die Melde kann wie Spinat gedünstet werde oder aber als schmackhafte Zugabe einen Salat verfeinern. Sie ist reich an Vitamin C und Mineralstoffen und fördert eine gute Verdauung.

Der kurze Wickel
WIRKUNG
Der Wickel wirkt auf alle Organe des Brust- und Bauchraumes, wie Leber, Nieren, Milz, Magen, Darm, Galle, Bauchspeicheldrüse, sowie auch auf den Unterleib. Kneipp lobt den kurzen Wickel in der „Wasserkur“:
Würden gesunde Leute alle 8, auch nur alle 14 Tage einen kurzen Wickel nehmen, so könnten sie einer großen Anzahl Krankheiten gründlich vorbeugen. Auch wirkt er günstig und reinigt auf Nieren und Leber und auf den Unterleib, den er von versessenen Winden, quälenden Gasen, verlegenen Stoffen, überflüssigem Waser reinigt. Die Wassersucht, Herz- und Magenleiden, die sehr häufig vom Druck der Gase nach oben herrühren und aufhören, sobald diese entfernt werden, sind den Freunden der kurzen Wickels unbekannte Gäste.
Warm angewendet, ist er durchblutungsfördernd und entkrampfend.
Der warme Wickel wird angewendet, wenn die Natur vorherrschend kalt ist oder wenn der Kranke einen solchen Schrecken vor dem kalten Wasser hat, dass er sich nicht entschließen kann, den kalten Wickel zu nehmen. Es werden in diesem Falle der erste und zweite Wickel warm und dann die späteren Wickel kalt genommen.
Kalte Wickel hemmen, wenn sie wärmeentziehend angewendet werden, Entzündungen. Wird der Wickel wärmeentwickelnd angewendet, so hilft er bei Einschlafstörungen, hohem Blutdruck, regt den Stoffwechsel an (z.B. bei Verstopfung) und wirkt zudem entspannend und beruhigend.

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