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Zistrose
Die Familie der Zistrosen, die im Mittelmeer heimisch ist, wurde schon seit Jahrtausenden in der dortigen Volksheilkunde eingesetzt. Selbst die Bibel berichtet unter dem Namen Myrrhe vom Harz der Zistrose. In Mitteleuropa ist die Heilwirkung der Zistrose weitgehend unbekannt, wird in den letzten Jahren aber nach und nach entdeckt und immer beliebter. Das Harz in den Blättern der Zistrose wirkt gegen Bakterien, Viren und Pilze und gilt als Radikalenfänger. Das Immunsystem kann möglicherweise gestärkt werden.
Die Zistrosen bilden eine Pflanzengattung in der Familie der Zistrosengewächse. Die Zistrose, meistens kurz als Cistus bezeichnet, ist eine sehr bekannte Heilpflanze. Botanisch gesehen ist der Halbstrauch ein Hybride aus mehreren Zistrosenarten. Die Blätter des Cistus enthalten vor allem Polyphenole und Flavonoide, die in der heutigen Naturheilkunde vor allem gegen Influenza-Grippe, Erkältungen und Hauterkrankungen wie Neurodermatis eingesetzt werden.
 
Steckbrief
Heilwirkung: antibakteriell, antiviral, antioxidativ, pilzhemmend (fungizid), entzündungshemmend, schleimlösend, anregend, tonisierend, Immunsystem stärkend, Neutralisiert freie Radikale, Menstruationsfördernd, Husten, Durchfall, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Allergien, Hautprobleme, Ekzeme, Geschwüre, Dekubitus (Wundliegen), Mundgeruch
wissenschaftlicher Name: Cistus incanus, Cistus creticus, Cistus villosus creticus, Cistus ladanifer
Pflanzenfamilie: Zistrosengewächse = Cistaceae
englischer Name: Rock Rose
volkstümlicher Name: Ladan
Verwendete Pflanzenteile: Kraut
Inhaltsstoffe: Labdanum (Ladanum), Polyphenole, Harz, ätherische Öle, Borneol, Zineol, Eugenol, Ledol, Limonen, Phenol
Sammelzeit: Mai bis Juni
 
Anwendung
Es gibt einige Zuchtformen für mediterrane Parks und Gärten. Aus den Zweigen und Blättern mancher Arten kann das Harz Labdanum gewonnen werden. Auf einigen griechischen Inseln wurden dazu Ziegen durch Cistusbestände getrieben. Am Ziegenfell blieb das klebrige Sekret hängen. Die abgeschnittenen Haare wurden in siedendes Wasser gebracht. Nach der Abkühlung konnte das Harz abgetrennt werden. Auszüge aus der graubehaarte Zistrose werden gesundheitsbezogen verwendet; in Griechenland wird sie als Kräutertee getrunken. Carl von Linné vertrat die Ansicht, dass es sich bei der biblischen „Rose von Scharon“ um eine Art der Zistrosen handelte.
Innerlich
Die Blätter und Zweige der Zistrose kann man als Tee trinken. Der Tee kann möglicherweise gegen Infektionskrankheiten, vielleicht auch bei Allergien und Hautproblemen helfen.
Äußerlich
Bei vielerlei Hautprobleme kann man eine Zistrosen-Abkochung auch äußerlich als Waschung, Bad oder Umschlag einsetzen.
Zistrose als Heilpflanze
In der Naturheilkunde ist Cistus incanus von großer Bedeutung. Sie ist heute recht bekannt und wird als Hausmittel häufig gegen Grippe, grippale Infekte und Magen und Darmbeschwerden genutzt. Die Zistrose ist in ihrer heutigen Bekanntheit eine recht junge Heilpflanze.
Die Zistrose war den Heilkundigen im Mittelalter bis zur frühen Neuzeit zwar bekannt, allerdings war die Pflanze ein eher unbedeutendes Heilkraut. In einigen Kräuterbüchern wurde das als Cisto bezeichnete Heilkraut gegen Durchfall und bei Darmerkrankungen eingesetzt. Äußerlich wurde die Pflanze bei Geschwüren und schlecht heilenden Wunden verwendet. Verwendung fanden hier ausschließlich die Blätter und Zweige, die getrocknet und anschließend zerstoßen wurden.
Da die heutige Pflanzenheilkunde deutlich mehr über die Zusammensetzung der Wirkstoffe der Zistrose weiß, gibt es auch unterschiedliche Anwendungsmöglichkeiten. Die in den Blättern und Blüten enthaltenen Inhaltsstoffe enthalten vor allem Polyphenole und Flavonoide. Von besonderem Interesse sind die enthaltenen Catechingerbstoffe, die zur Gruppe der Polyphenole gehören. Vor allem die Stoffe Epicatechin, Epigallocatechin und die Gallussäure spielen hier eine große Rolle.
Nebenwirkungen und Anwendungsbeschränkungen
Zistrose zeigt in der Regel keine Nebenwirkungen. Einigen Erfahrungberichten zufolge, kann Cistustee bei Menschen mit niedrigem Blutdruck Beschwerden wie Herzrasen, Unruhe und Schwindel verursachen. In diesem Falle sollte der Verzehr unterbleiben und die weitere Behandlung mit einem Arzt besprochen werden. Liegt ein Influenzagrippe vor, sollte zunächst nicht eigenmächtig mit Zistrose behandelt werden. Eine Grippe mit schwererem Verlauf sollte immer mit einem Arzt besprochen werden. Gegen eine unterstützende Therapie mit Cistus spricht jedoch nichts. Zu große Mengen an Cistustee können aufgrund der hohen Gerbstoff- und Polyphenolgehalte zu Übelkeit führen. Daher sollten die üblichen Dosierungen und Verzehrmengen (bis zu drei Tassen mit 250 ml pro Tag) nicht überschritten werden.
Zistrose in der Küche
Cistus hat einen sehr markanten und herben Geschmack, der von vielen als gewöhnungsbedürftig beschrieben wird. Zistrosen finden in der Küche als Gewürz kaum Verwendung. Gelegentlich werden jedoch geringe Anteile des Zistrosenextrakts sowie des Labdanums (dickflüssiges Öl) für die Herstellung von Bonbons verwendet.
Andere Anwendungen
Das Harz der Zistrose namens Ladanum kann man auch zum Räuchern verwenden. Als Bachblüte "Rock Rose" steht eine Verwandte der Zistrose für die Bewältigung von Panik.
 
Geschichtliches
Im Mittelmeerraum wird die Zistrose schon seit Jahrtausenden als Heilpflanze verwendet. Sie stellt dort auch einen wesentlichen Teil der Vegetation dar, vor allem in Macchia-Gebieten. Beliebt war die Zistrose auch schon im alten Ägypten, wo das Harz zum Räuchern und als Schönheits- und Heilmittel verwendet wurde. Zur Gewinnung des Harzes wurden früher Ziegen zwischen Zistrose-Pflanzen durchgetrieben. An den Haaren des Fells blieb das Harz kleben. Das Fell wurde dann gestutzt und die Haare ausgekocht. Im abgekühlten Wasser fand sich dann das Harz. Wenn das Fell nicht geschnitten werden sollte, wurde das Harz stattdessen herausgekämmt.

Pflanzenbeschreibung
Die Zistrosen sind stark verzweigte, buschige Sträucher oder Zwergsträucher mit aromatischem Harz, dem Labdanum. Die gegenständigen Laubblätter sind einfach, sitzend oder gestielt. Nebenblätter fehlen. Der end- oder achselständige Blütenstand ist zymös, trugdoldig oder wickelartig, gelegentlich auch auf eine Blüte reduziert. Die beiden äußeren Kelchblätter sind mindestens ebenso groß wie die drei inneren oder fehlen. Die Kronblätter sind schon in der Knospe geknittert, kurzlebig, weiß, rosa oder purpurn; bei einigen Arten sind sie am Grund gelb oder dunkelrot gefleckt. Die 30 bis 150 Staubblätter sind in mehreren Reihen angeordnet und alle fertil. Meist fünf, selten sechs bis zwölf Fruchtblätter sind zu einem fünf-, selten sechs- bis zwölffächerigen Fruchtknoten verwachsen. Die verholzten Kapselfrüchte springen fast vollständig entlang der Fächerwände auf. Die zahlreichen Samen sind vieleckig.
Die Zistrose ist im Mittelmeerraum heimisch, vor allem in Griechenland. Die strauchartige Pflanze bevorzugt sandige Plätze bei voller Sonne und braucht nicht viel Nährstoffe. Die Zistrose wird etwa einen Meter hoch.
Die eiförmigen bis lanzettlichen, immergrünen Blätter scheiden an ihren feinen Haaren ein Harz aus. Dieses Harz wird auch Ladanum genannt und entspricht wohl der Myrrhe der Bibel. An heißen Sommertagen wird besonders viel Harz gebildet, sodass man die Pflanze schon beim Vorbeigehen riechen kann. Die Blüten der Cistus incanus sind violett mit einem orangefarbenen Zentrum, andere Cistus-Arten haben weissdunktelrote Blüten. Die Blütenblätter sehen etwas zerknautscht aus, wie ungebügelt. Im Mittelmeerraum blüht sie im zeitigen Frühjahr, in mitteleuropäischen Gärten eher ab Ende Mai bis Juni.
 
Anbau, Aussaat und Pflege
Standort
Cistus ist an trockene und warme Standorte angepasst. Der optimale Standort für Zistrosen sind daher sonnige bis vollsonnige Lagen mit trockenen, nährstoffarmen und eher sandigen Böden. Sind nur nährstoffreiche und humose Böden verfügbar, sollten die Stellen mit Quarzsand, Lavasand oder Bims gemischt werden. Auf eine handelsübliche Kräutererde sollte in dem Fall verzichtet werden. Steht nur diese zur Verfügung, sollte eine Durchmischung mit mineralischen Zuschlagstoffen unbedingt vorgenommen werden.
Aussaat
Da die Zistrose ein an trockene Standorte angepasste Pflanze ist, wird ausschließlich die Aussaat über Vorkultur empfohlen. Hierzu ist es angeraten, die Samen zwischen Mitte Februar und Mitte März in einer mineralischen Anzuchterde vorzuziehen. Hierbei sollte bestenfalls ein geschlossenes Zimmergewächshaus aus Glas verwendet werden. Das Gewächshaus sollte an einem mäßig warmen Platz stehen, da die Samen eine Keimtemperatur zwischen 14 und 16 °C benötigen. Für die Keimung selbst ist Geduld gefragt. Meist erscheinen die ersten kleinen Pflänzchen nach etwa 30 Tagen. Die jungen Pflanzen können ab Anfang Mai in einen Kübel umgepflanzt werden. Ein Umpikieren ins Freiland erscheint wenig sinnvoll, da die Zistrosen nur bedingt winterhart sind. In wärmeren Lagen kann unter Umständen auch eine Anpflanzung in Beeten erfolgen.
Dünger
Da Zistrosen häufig in Kübeln wachsen, ist eine Versorgung mit zusätzlichen Pflanzennährstoffen wichtig. Die Pflanze als solches hat zwar einen eher geringen Nährstoffbedarf, durch die Kübelkultur kommt es jedoch häufig zu schnellen Auswaschung von Nährstoffen. Empfohlen werden Düngergaben etwa alle 3 bis 4 Wochen Ein guter organomineralischer Volldünger oder ein Kübelpflanzendünger reicht hier für gewöhnlich vollkommen aus. Die Düngung sollte ausschließlich zwischen April und Anfang September erfolgen. Während der Überwinterungsphase darf kein Dünger mehr verabreicht werden.
Gießen
Cistus ist eine trockenheitsliebende Pflanze und verträgt dadurch auch längere Phasen mit nur geringer Wasserzufuhr. Es genügt in der Regel vollkommen, die Pflanze einmal die Woche zu gießen. Zu häufiges Gießen führt schnell zur Wurzelfäule und kann darüber hinaus weitere Pflanzenkrankheiten begünstigen.
Krankheiten und Schädlinge
Cistus zeigt bei sachgemäßer Pflege nur selten Schäden durch Schädlinge. Steht die Pflanze in zu spärlichen Pflanzgefäßen oder sind Abstände zu anderen Pflanzen zu gering, besteht ein gewisses Risiko für Grauschimmel. Dieser Pilz befällt zunächst immungeschwächte Cistusarten. Ist der Schimmel noch nicht großflächig vorhanden, lässt er sich meist gut mit einem Fungizid behandeln. Empfohlen wird jedoch, die zunächst befallenen Stellen großflächig zu entfernen und mögliche Pflegefehler wie zu üppiges Gießen, alte Erde oder zu geringe Pflanzabstände abzustellen.
Überwinterung
Zistrosen sind bedingt winterhart. Sie zeigen zwar eine gute Frosttoleranz und überstehen Frostperioden bis -2 °C meist problemlos. Längere Kältetage von mehr als -10 °C sind jedoch problematisch und führen meist zu irreversiblen Schäden. Es ist daher ratsam Cistuspflanzen ab Oktober ins Haus zu holen und an einem mäßig warmen und dunklen Standort zu überwintern. Unter Umständen gibt es einige winterharte Züchtungen, bei denen die Pflanzen auch an Ort und Stelle verweilen können.

Wiesen-Salbei
Der Wiesensalbei ist eine der schönsten Pflanzen der Wegränder und Wiesen. An sonnigen Standorten erfreut er uns den ganzen Sommer über mit seinen violetten Blüten, die sich in kerzenartigen Trauben in die Höhe recken. In der Pflanzenheilkunde wird der Wiesensalbei nur selten eingesetzt, denn sein Bruder, der Gartensalbei ist deutlich wirksamer. Aber falls man den kraftvollen Bruder nicht zur Hand hat, ist es gut zu wissen, dass man den Salbei der Wiesen auch verwenden kann.
Der Wiesensalbei ist eine Salbeiart und gehört zu der Familie der Lippenblütler.
 
Steckbrief
Heilwirkung: antibakteriell, adstringierend, Erkältung, Halsentzündung, Husten, Fieber, Verdauungsschwäche, Blähungen, Durchfall, Nervenschwäche, Menstruationsbeschwerden, Hitzewallungen, Nachtschweiß, Wechseljahresbeschwerden, Fußschweiß, Zahnfleischentzündungen, Hauterkrankungen, Ekzeme, Insektenstiche
wissenschaftlicher Name: Salvia pratensis
Pflanzenfamilie: Lippenblütler = Lamiaceae
englischer Name: Meadow Sage
Verwendete Pflanzenteile: Blätter
Inhaltsstoffe: Gerbsäure, Tannine, Bitterstoff, Flavonoide, Ätherische Öle, Kampfer, Zineol, Pinen, Salven, Thujon, Östrogenartige Stoffe
Sammelzeit: Mai bis September
 
Anwendung
Den Wiesensalbei kann man ähnlich anwenden wie seinen kultivierten Bruder den Gartensalbei. Er ist jedoch weniger gehaltvoll und daher ist im Zweifelsfall der Gartensalbei vorzuziehen.
Innerlich
Die Blätter des Gartensalbeis kann man als Tee gegen Erkrankungen der Atemwege und des Verdauungsapparates trinken. Auch Menstruationsbeschwerden können gelindert werden. In den Wechseljahren hilft der Wiesensalbei vor allem bei übermäßiges Schwitzen und Hitzewallungen, aber auch andere Beschwerden können gelindert werden, weil der Wiesensalbei östrogenartige Substanzen enthält.
Äußerlich
Äußerlich kann man Wiesensalbeitee für Waschungen, Bäder und Umschläge verwenden. Er kann bei verschiedene Hauterkrankungen eingesetzt werden, unter anderem bei Ekzeme. Bei Zahnfleischentzündungen kann man mit Wiesensalbeitee gurgeln.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Pflanze wird bis zu 60cm groß und hat hell- bis mittelblaue Blüten. Die aufrechten Stängel sind vierkantig und haben grundständige Blätter. Die Blütezeit reicht von Ende Mai bis in den August hinein. Eine Salbeipflanze kann mehrere Jahre alt werden. Die Bestäubung erfolgt hauptsächlich durch Hummeln über den typischen Salbei-Mechanismus: Die Hummel steckt ihren Rüssel in die Blüte und durch eine Öse am unteren Hebelarm, um Nektar zu sammeln, dabei löst sie den Hebelmechanismus (auch Schlagbaummechanismus genannt) aus, der den Blütenstaub am haarigen Körper der Hummel abstreift. Der Pollen wird dann von der Hummel zu anderen Blüten weiter getragen.
Der Wiesensalbei ist in Europa bis in die Gipfel der Mittelgebirge heimisch. Er bevorzugt nährstoffreichen, kalkhaltigen Boden und liebt sonnige Standorte. Die mehrjährige Pflanze wird bis zu 80cm hoch. Die Blätter wachsen gegenständig am Stängel. Sie sind erheblich grösser und weicher als die Blätter des Gartensalbeis. Auch riechen sie deutlich weniger würzig als der kultivierte Bruder. Beim Wiesensalbei stehen eher die Gerb- und Bitterstoffe im Vorder-grund des Aromas. Ab Ende April bis zum Spätsommer blüht der Wiesensalbei mit blau-violetten Blüten, die in Trauben an der Spitze der Stängel wachsen. Hummeln lieben die Blüten des Wiesensalbeis.
 
Sammeltipps
Die Blätter des Salbeis kann man während der Blütezeit sammeln und zügig trocknen.

Bachblüten
Eifersucht, Misstrauen, Rachegefühle (Holly)
Diese sind eifersüchtig, misstrauisch und haben Rachegefühle
Hier kann die Blüte der Eifersucht, dem Misstrauen entgegenwirken und die Rachegefühle mindern
Bachblüten
Weil das Kräftereservoir durch Hochtourigkeit schnell erschöpft ist, sind kurzfristige Erschöpfungszustände und nervlich verursachte, plötzliche Spannungsschmerzen möglich (Impatiens)
Da die Kräftereservoir durch ihre Hochtourigkeit schnell erschöpft sind, haben sie kurzfristige Erschöpfungszustände und können nervlich verursachte, plötzliche Spannungsschmerzen haben
Mit der Blüte können sie diese Hochtourigkeit herunterfahren
Getreidesorten
Das Getreideangebot umfasst Weizen, Dinkel, Grünkern, Roggen, Hafer, Gerste, Hirse, Mais und Reis.
Als PSEUDOCEREALIEN werden im Handel auch die folgenden Samen geführt, obwohl sie nicht zum Getreide gehören: Buchweizen (Knöterichgewächse), Amaranth (Gartenfuchsschwanz) und Quinoa (Nelkengewächse).
Als Getreide (mhd. getregede, eigentlich das [von der Erde] Getragene) oder Korn werden einerseits die meist einjährigen Pflanzen der Familie der Süßgräser bezeichnet, die wegen ihrer Körnerfrüchte (Karyopsen) kultiviert werden, andererseits die geernteten Körnerfrüchte. Die Früchte dienen als Grundnahrungsmittel zur menschlichen Ernährung oder als Viehfutter, daneben auch als Rohstoff zur Herstellung von Genussmitteln und technischen Produkten.
Getreidekörner bestehen aus dem stärke- und (in geringerem Umfang) auch eiweißhaltigen Mehlkörper, dem fetthaltigen Keimling, der miteinander verwachsenen Samenschale und Fruchtwand sowie der zwischen Mehlkörper und Schale liegenden eiweißhaltigen Aleuronschicht. Das enthaltene Eiweiß einiger Getreidegattungen (Weizen, Roggen, Gerste, Triticale) wird auch als Kleber oder Gluten bezeichnet. Andere Gattungen sind glutenfrei (Mais, Reis, Hirse und Bambussamen).
Für die meisten Verwendungen werden die Früchte nach der Reife durch derschen von den abgemähten Pflanzen abgetrennt, wobei bei einigen Sorten auch die mit der Schale verwachsenen Deck- und Vorspelzen noch am Korn verbleiben, bei wenigen urtümlichen Sorten auch Hüll-spelzen und Bruchstücke der Ährenspindel. Bei den meisten Mehlsorten wird traditionell die Schale durch Mahlen, Schleifen oder andere Verfahren möglichst vollständig entfernt und als Kleie getrennt verwertet, bei Vollkornmehl ist dies nicht der Fall. Um lagerfähige Produkte zu erhalten, muss auch der Keimling entfernt oder hitzebehandelt werden. Er kann zur Gewinnung von Getreidekeimöl genutzt werden.
Zum Verzehr werden Getreidefrüchte bzw. ihre Mehlkörper hauptsächlich gemahlen und als Brot gebacken, als Brei gekocht oder zum Beispiel zu Nudeln weiterverarbeitet. Aus Getreidesorten mit geringem Kleberanteil lässt sich Brot nur als Fladenbrot herstellen. Die wichtigsten Getreidepflanzen für die menschliche Ernährung sind Reis, Weizen, Mais, Hirse, Roggen, Hafer und Gerste. Als Viehfutter genutzt werden vor allem Gerste, Hafer, Mais und Triticale.

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