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KNABENKRAUT
Das Knabenkraut mit seinen verschiedenen Unterarten gehört zu den wenigen Orchideen, die in Mitteleuropa heimisch sind. Da das Knabenkraut sehr selten geworden ist, steht es streng unter Naturschutz. Schon in der Antike wurde das Knabenkraut wegen seines Schleimgehaltes als Heilpflanze sehr geschätzt. Man kann es gegen alle Arten von gereizten Schleimhäuten verwenden, seien es die Bronchien bei Husten, der Mund oder die Magenschleimhaut. Alle können durch den Schleim der Salepknollen gelindert werden. Früher wurden die Knollen des Knabenkrautes auch als Aphrodisiakum verwendet, weil sie optisch an Hoden erinnern und die Signaturenlehre sich an solchen Ähnlichkeiten orientiert hat. Die aphrodisierende Wirkung entbehrt jedoch jeder Grundlage im Gegensatz zur reizlindernden Wirkung des Schleims. Das Kleine Knabenkraut, auch Salep-Knabenkraut, Satyrion, Stendelwurz oder Narrenkappe genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der  Hundswurzen innerhalb der Familie der Orchideen.
 
Steckbrief
Heilwirkung: reizlindernd, Husten, Rachenentzündung, Reizmagen, Durchfall, Zahnfleischentzündung, schlecht heilende Wunden, Geschwüre
wissenschaftlicher Name: Orchis morio
volkstümliche Namen: Johannishände, Kuckucksblume, Orchideen, Salep-Knabenkraut, Salepkräuter, Kleine Orchis
Verwendete Pflanzenteile: Tochterknollen
Inhaltsstoffe: Schleim, Mineralstoffe
Sammelzeit: Achtung! Die Pflanze ist geschützt!  April bis Juni
 
Verbreitung, Standorte und Gefährdung
Durch die Vielgestaltigkeit der Orchis morio-Gruppe ist das Verbreitungsgebiet schwer abzugrenzen. Das Kleine Knabenkraut ist ein europäisches Florenelement. Orchis morio im engeren Sinne ist in Europa, Nordafrika, Vorderasien bis zum Iran und Kaukasien verbreitet. Sein Areal erstreckt sich nordwärts bis England, Skandinavien und bis zum Baltikum; das südliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Portugal und nordwestliche Afrika über Kreta bis zur Türkei. Im Tiefland Mitteleuropas tritt es vereinzelt auf und steigt in den Alpen kaum über Höhenlagen von 1500 Metern. In den Allgäuer Alpen steigt es am Bayerstettener Köpfle bei Nesselwang bis in eine Höhenlage von 1170 Metern auf. Das Kleine Knabenkraut gedeiht am besten auf stickstoffarmen, schwach sauren oder leicht basischen Wiesenboden, der nicht dauernd trocken sein sollte. Es kommt auf Magerrasen, mitunter auch auf Trockenrasen, mäßig feuchten Wiesen, trockeneren Bereichen von Feuchtwie-se und lichten Wäldern vor. Es braucht ungedüngte Standorte. Es besiedelt in Mitteleuropa Halbtrockenrasen und einschürige Trockenwiesen ebenso wie einschürige, kurzrasige feuchte Wiesen. Es ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Verbands Mesobromion, kommt aber auch in trockenen Gesellschaften der Verbände Arrhenatherion oder Molinion vor. An seinen Standorten tritt es zuweilen in größeren, mäßig dichten, individuenreichen Beständen auf. In der Nordhälfte Deutschlands hat das Kleine Knabenkraut nur noch sehr wenige Standorte. In der Nordhälfte Deutschlands sind weit mehr Vorkommen erloschen als in Süddeutschland. Durch Düngung wurden viele Standorte in Fettwiesen umgewandelt und daher vernichtet. Das Kleine Knabenkraut ist eine Orchidee, die im 19. Jahrhundert noch sehr häufig war. Sie verträgt kaum Düngung, toleriert diese aber zumindest zeitweise noch etwas mehr als beispielsweise das Brand-Knabenkraut.
 
Beschreibung
Das Kleine Knabenkraut ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 8 bis 50 Zentimetern erreicht. Die meist in einer grundständigen Rosette stehenden Laubblätter sind lanzettlich, meist spitz, gelegentlich auch mit abgerundeter Spitze, 3 bis 10 Zentimeter lang und etwa 1 bis 2 Zentimeter breit. Der Stängel ist kräftig, etwas kantig und nach oben hin violett überlaufen.
Der Blütenstand ist meist reichblütig. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und dreizählig. Die Blütenfarben sind überwiegend purpurrot, können aber auch nahezu weiß sein. Das mittlere Kelchblatt und die Kronblätter bilden einen Helm. Die seitlichen Kelchblätter besitzen ein auffälliges, grünes Linienmuster und stehen etwas ab. Die Lippe ist bis 10 Millimeter lang und 16 Millimeter breit, schwach bis mäßig dreilappig. Die Seitenlappen sind flach ausgebreitet oder nach hinten geschlagen. Die Lippenbasis ist heller mit dunkleren Punkten oder Strichmuster. Der zylindrische Sporn ist aufwärts gebogen und kürzer als der Fruchtknoten.

PFEILKRESSE
Von weitem könnte man die Pfeilkresse für eine der zahlreichen weißen Doldenblütler halten. Doch sobald man näherkommt, kann man deutlich erkennen, dass diese Pflanze zur Familie der Kreuzblütler gehört. Schon der Geruch erinnert an Senf, Kresse oder Kohlpflanzen und auch das Erscheinungsbild zeigt die Verwandtschaft. Als Heilpflanze ist die Pfeilkresse nicht gerade berühmt, aber ähnlich wie der Senf hat sie scharf-würzige Samen, die man als Gewürz, zur Anregung der Verdauung und als Senfpflaster nutzen kann. Die jungen Blätter kann man im Salat essen. Da sie viel Vitamin C enthalten, können sie Frühjahrsmüdigkeit lindern. Die (Gewöhnliche) Pfeilkresse, auch Herzkresse oder Türkische Kresse genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Kressen in der Familie der Kreuzblütengewächse.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Vitamin C Mangel
Heilwirkung: anregend, erwärmend
Anwendungsbereiche: Blähungen, Frühjahrsmüdigkeit, Lebensmittelvergiftung, Meteorismus, Rheuma, Skorbut, Verdauungsschwäche
wissenschaftlicher Name: Cardaria draba
Pflanzenfamilie: Kreuzblütengewächse = Brassicaceae
englischer Name: Hoary cress
volkstümlicher Name: Herzkresse, Türkische Kresse
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Triebe, Samen
Inhaltsstoffe: Senföl
Sammelzeit: Blätter: April bis Juni, Samen: Juli bis September
 
Anwendung
Die Samen der Pfeilkresse schmecken wegen der Senföle scharf und wurden früher anstelle des Pfeffers als Würze verwendet. Als Wurzelkriechpionier und Rohbodensiedler wird die Pfeilkresse gelegentlich zur Befestigung von neuangelegten Böschungsbereichen gesät. Pfeilkresse wird normalerweise nicht als Heilpflanze verwendet. Man kann sie jedoch als Kresseersatz im Salat oder als Senfersatz in anderen Gerichten einsetzen und dadurch auch in den Genuss einer gewissen Heilwirkung kommen.
Wildsalat
Wenn man der jungen Pfeilkresse auf der Suche nach Wildsalat begegnet, ist sie eine angenehm würzige Bereicherung des Salates. Da die Blätter viel Vitamin C enthalten, helfen sie bei Vitamin C Mangel und Frühjahrmüdigkeit. Mit ihrer Schärfe regen sie zudem Verdauung und Stoffwechsel an. Man sollte die Blätter und jungen Triebe jedoch nur in kleineren Mengen als Teil eines Salates verwenden, weil die Inhaltsstoffe der Blätter nicht ausreichend bekannt sind.
Samen als Würze
Die Samen wurden früher als Pfefferersatz zum Würzen der Speisen verwendet. Man kann die Samen ähnlich wie Senfsamen einsetzen. Die scharfen Senföle stärken die Verdauung und helfen so auch gegen Blähungen. Auch der Stoffwechsel wird belebt.
Samen äußerlich als Umschlag
Als Ersatz für Senfsamen könnte man auch aus den Samen der Pfeilkresse Senf-pflaster und Umschläge machen, um die Haut zu reizen und die Durchblutung zu fördern. Diese Art der Anwendung ist jedoch nicht üblich. Normalerweise dürften echte Senfsamen auch leichter verfügbar sein als die Samen der Pfeilkresse.
 
Geschichtliches
Früher, als Pfeffer noch ein teures Luxusgut war, wurden die Samen der Pfeilkresse gerne als Pfefferersatz zum Würzen verwendet. Auch als Heilmittel bei Fischvergiftung wurde die Pfeilkresse früher wohl verwendet. Dieser Einsatz mag sich durch die scharfen Senföle erklären, die die Bildung der Verdauungssäfte anregen. Im Allgemeinen wird die Pfeilkresse heutzutage als Unkraut betrachtet.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Pfeilkresse ist in Europa und im westlichen Asien heimisch. Sie wächst bevorzugt an Wegrändern, auf Bahndämmen und an anderen Ruderalstellen. Sie liebt kalkhaltige, trockene Böden, die etwas steinig sind. Die mehrjährige Pflanze wird bis zu 60 Zentimeter hoch. Die länglichen, stängelumfassenden Blätter sind pfeil- oder herzförmig, was der Pflanze wohl ihre Namen eingebracht hat. Die weißen Blüten erscheinen zwischen Mai und Juli. Sie stehen in dichten Scheindolden. Aus den Pfeilkresse-Blüten entwickeln sich bis zum Spätsommer die Samen. Die Samen wachsen in kleinen Schötchen heran.
Die Pfeilkresse wächst als ausdauernde, krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 60 cm. Sie besitzt eine Pfahlwurzel und ein ausgedehntes, weit verzweigtes System von Rhizomen, die an den Knoten Knospen entwickeln, aus denen zahlreiche herdenbildende Luftsprosse treiben. Die Stängel sind meist aufrecht, kräftig, am Grund mehr oder weniger dicht und anliegend grauhaarig, oberwärts kahl und im Blütenstandsbereich verzweigt. Die Grundblätter sind kurz gestielt, 1,5 bis 10cm lang sowie 1 bis 4 cm breit, verkehrt-eiförmig, spatelig oder eiförmig, buchtig gelappt, unregelmäßig gezähnt bis ganzrandig und ebenfalls mehr oder weniger dicht grauhaarig. Sie sind zur Blütezeit meist vertrocknet. Die wechselständigen Stängelblätter sind zahlreich wechselständig, sitzend, stängelumfassend mit herz- oder pfeilförmigem Grund, 1 bis 9 (bis 15) cm lang sowie 0,5 bis 2 (bis 5) cm breit und behaart oder kahl. Sie besitzen eine lineal-längliche, lanzettliche, eiförmige oder verkehrt-eiförmige Form.
Der schirmtraubige Blütenstand bildet einen mehr oder weniger kompakten, auf der Oberseite abgeflachten Schirm. Die zwittrigen, vierzähligen Blüten sind wohlriechend. Die vier Kelchblätter sind länglich, 1,5 bis 2,5 mm lang, kahl und haben eine weißen Rand. Die vier Kronblätter sind weiß, 2 bis 4 mm lang, verkehrt-eiförmig und haben einen 1 bis 1,7 mm langen Nagel. Die sechs Staubblätter haben vier seitständige und zwei mittelständige Nektardrüsen. Der Griffel hat eine Länge von 0,8 bis 1,6 mm und bleibt an der Frucht erhalten. Die 2,5 bis 3,5 mm langen und 3 bis 5 mm breiten Früchte öffnen sich bei Reife nicht. Sie sind abgeflacht, herzförmig bis fast nierenförmig, an der Spitze stumpf oder spitzlich und ohne Ausrandung, am Rand ungeflügelt. Die Klappen sind dünn, netznervig, glatt und kahl. Jedes Fruchtfach enthält meist nur einen Samen. Die rotbraunen Samen sind eiförmig mit einer Länge von 1,5 bis 2 mm.
 
Anbautipps
Normalerweise wird die Pfeilkresse nicht angebaut, sondern eher als Unkraut ausgerissen. Wenn man sie dennoch anbauen will, kann man sie am besten aussäen. Sie mag kalkhaltigen Boden und einen sonnigen oder halbschattigen Standort. Wenn sie sich an einer Stelle wohlfühlt, neigt sie dazu, sich stark zu vermehren.
 
Sammeltipps
Die Blätter und jungen Triebe kann man zwischen April und Juni sammeln. Dabei sollte man darauf achten, dass man sie nicht direkt vom Straßenrand pflückt, sondern besser etwas abseits vielbefahrener Straßen. Die Blätter der Pfeilkresse werden nicht getrocknet, sondern frisch als Salatgewürz verwendet. Im Spätsommer und frühen Herbst kann man die Samen aus den Schoten pulen und trocknen lassen. Diese Samen kann man ähnlich wie Senfsamen als Gewürz verwenden.

BACHBLÜTE ASPEN
Hast Angst vor dem Tod, fürchten sich vor dem Sterben   
Sie haben Angst vor dem Tod und fürchten sich sogar vor dem Sterben
Aspen kann diese Angst vor Tod und dem Sterben abschwächen

BACHBLÜTE BEECH
Ich fühle mich wie in einer Starre                 
Diese Menschen fühlen sich wie in einer Starre
Sie fühlen sich mit Beech kaum oder gar nicht mehr wie in einer Starre

Die Ernährungslehre und das Verdauungssystem
Für Hunger und Durst gibt Hildegard ebenfalls die physiologischen Voraussetzungen an und beschreibt ihre körperlichen Entstehungsursachen:
DER HUNGER
„Wenn die verzehrte Nahrung in Fäulnis übergeht und eintrocknet, werden die Gefäße von ihrem Saft entleert und das Blut im Fleisch verliert seine rote Farbe und wird wässrig. Dann wollen die Gefäße wieder angefüllt werden und das Blut im Fleisch verlangt nach der roten Farbe. Das ist dann der Hunger, den der Mensch leidet.“
DER DURST
„Wenn der Mensch isst, arbeitet er beim Essen wie eine Mühle beim Mahlen. Durch die Arbeit beim Essen wird der Mensch inwändig warm und trocken. So beginnt er innerlich auszutrocknen und das ist der Durst. Dann muss er etwas trinken und wieder essen und wenn er dann wieder beim Essen durch die Wärme trocken wird, bekommt er wieder Durst und dann muss er wieder trinken. So muss er sich während des Essens verhalten, denn wenn der Mensch beim Essen, wenn er also etwas verzehrt, nicht trinken würde, würde er geistige und körperliche Beschwerden bekommen und weder eine gute Blutflüssigkeit bilden noch eine gute Verdauung haben. Wenn er aber beim Essen übermäßig viel trinkt, verursacht er bei seinen Körpersäften eine schlimme, stürmische Überschwemmung, sodass die guten Säfte in ihm ihre Wirkung verlieren. Während die Speisen inzwischen faulen und vertrocknen, verlangen die Gefäße und das Blut infolge dieser Wärme nach Feuchtigkeit und das ist der Durst. Da muss der Mensch etwas trinken und seine innere Trockenheit anfeuchten, andernfalls gerät er in eine beschwerliche geistige und körperliche Schwerfälligkeit. Ein Mensch der vitales Leben in sich hat und sich von verschiedenen Speisen ernährt, hat einen größeren Bedarf an Getränken, während er isst, als Tiere, die Heu und Gras fressen.“

Verdauungs- und Unterleibserkrankungen
Durchfall (Diarrhöe)
Kneipp empfiehlt, 14 Tage lang wöchentlich drei bis vier Auflagen von je 1 ½ Stunden – das Tuch sollte dabei vierfach zusammengelegt sein – oder einmal pro Woche einen kurzen Wickel anzuwenden. Nach dieser 14tägigen Behandlung rät er für die nächsten 3-4 Wochen zur weiteren Kräftigung des Organismus pro Woche zu ein bis zwei Halbbädern mit Waschung der Oberkörpers sowie zusätzlich wöchentlich ein bis zwei Ganzwaschungen in der Nacht vom Bett aus.
Wenn es dann zur Regel würde, keine Woche ohne wenigstens eine Ganzwaschung oder ein kaltes Halbbad mit Waschung des Oberkörpers vorübergehen zu lassen, müsste der ganze Organismus kräftiger und gesünder werden und der berührte Ausnahmezustand (wenn er nicht tieferliegende Ursachen hat) aufhören.
Nachträglich sei noch bemerkt: Sobald sich die ersten Spuren eines Durchfalles zeigen, wird eine kleine Tasse Tee von Tausendgüldenkraut und Wermut das Übel in der Regel beseitigen. Die gleichen Dienste leistet auch Tee von Kamille und Salbei.
Das beste Schutzmittel gegen den Durchfall und zwar von frühester Kindheit an bis ins hohe Greisenalter, besteht darin, daß man seinen Körper abhärtet, bei der Auswahl und dem Genuß von Speisen vernünftig zu Werke geht und ebenso vorsichtig in der Wahl der Getränke ist. Man vermeide ganz besonders süße Backwaren und Speisen mit vielem Zucker! Denn gerade diese verursachen nicht selten Durchfall.

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