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TAMARINDE
Tamarinden sind die Hülsen – umgangssprachlich oft Schoten genannt – des Tamarindenbaums, die in der indischen, thailändischen, indonesischen, mexikanischen, brasilianischen und auch afrikanischen Küche Verwendung finden. Die Tamarinde stammt vermutlich aus Afrika. In Narhan am mittleren Ganges fand man ca. 3.300 Jahre alte Holzkohle von Tamarinde. Der Name leitet sich vom arabischen تمر هندي = tamar hindi ab, was indische Dattel bedeutet. Im Mittelalter findet man in heilkundlichen Schriften die Schreibung tamar indi und das latinisierte tamarindus.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Verstopfung
wissenschaftlicher Name: Tamarindus indica
Verwendete Pflanzenteile: Mus
 
Anwendung
Tamarinde lässt sich geschmacklich in zwei Gruppen einteilen. Die süße Tamarinde hat ein bräunliches Fruchtfleisch, die saure Tamarinde mit einem fast schwarzen Fruchtmark ist von Konsistenz und Farbe der Rosine ähnlich. Saure Tamarinde muss aber nicht zwangsläufig fast schwarzes Fruchtfleisch aufweisen, sondern kann genauso braunes besitzen wie die süße Tamarinde. Reife Tamarindenfrüchte enthalten neben Zucker (35 bis 50%) große Mengen an Weinsäure (bis zu 20%), was je nach Konzentration den säuerlichen Geschmack bedingt. Der Geschmack von saurem Tamarindensaft erinnert an Zitronensaft, der den Tamarindensaft notfalls auch ersetzen kann. In Thailand und Mexiko wird Tamarinde kandiert und mit Chili gewürzt als scharf schmeckendes Konfekt gegessen, häufig mit Garnelen. In Thailand ist die Tamarinde überaus beliebt, wird frisch und getrocknet, auch eingelegt (sowohl die Bohne als auch die gesamten Schoten), süß, sauer und salzig gegessen. Im Nahen Osten, vor allem im Libanon, Syrien und in Ägypten, wird eine Limonade aus Tamarinde hergestellt, die dunkelbraun, ähnlich wie Cola, aussieht. Zur Herstellung von Tamarindensaft, der wegen des bitteren Geschmacks häufig gesüßt wird, legt man getrocknetes bzw. frisches Fruchtmark oder Tamarindengranulat für mehrere Stunden in Wasser ein. Auch die Kerne der Tamarinde finden in der Küche Verwendung. Gekocht oder geröstet werden sie in der Thailändischen Küche zu Mus gestampft, das als sogenanntes Tamarindenkonzentrat bzw. Tamarindenmark erhältlich ist. Es ist wichtiger Bestandteil der Thai-Küche und verleiht Currys eine dunkle Färbung sowie eine pikante herbsaure Note. Da die Kerne zudem viel Pektin enthalten, werden sie auch zur Herstellung von Geliermitteln verwendet. Tamarindenmark findet sich auch als Zutat in Würzsaucen wie zum Beispiel Worcestershiresauce oder Brown Sauce. Die Hülsen werden traditionell in Regionen von Thailand z. B. Chiang Dao/Maeung Khong in kleine Stücke gebrochen, mit Tabak vermengt und zum Rauchen in passend geschnittene Bananenblätter gedreht. Der Zusatz der Tamarinde-Hülsen kann zu starkem Hustenreiz führen.
 
Pflanzenbeschreibung
Tamarinden sind die Früchte des Tamarindenbaums. Sie sind etwa 5 bis 20 cm lang, zimtfarben bis braun, im Querschnitt rund, leicht gekrümmt und brechbar. Im Inneren der Hülsen liegen die Samen, die von einer bräunlichen bis schwarzroten Pulpa, dem Fruchtmark, eingehüllt sind.
 
WEISSER SENF
Weißer Senf ist eine Pflanzenart aus der Gattung Senfe innerhalb der Familie der Kreuzblütengewächse. Sie liefert als Gewürzpflanze einen der Grundstoffe des Senfgewürzes. Die Bezeichnung Weißer Senf bezieht sich auf die weißen Samenkörner. Sie wird auch Gelbsenf genannt, in Bezug auf ihre gelben Blüten. Senf enthält Eiweiß, fette Öle und das Glykosid Sinalbin. Er schmeckt brennend scharf. Der Weiße Senf ist wichtiges Forschungsobjekt der Pflanzenphysiologie. Zahlreiche Erkenntnisse der Photomorphogenese wurden beispielsweise von Hans Mohr und seinen Mitarbeitern am Biologischen Institut der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg im Breisgau an dieser Pflanzenart gewonnen. Der weiße Senf ist der milde Vertreter der Senf-Geschwister. Er wird häufig als Hauptbestandteil von Tafelsenf verwendet, jedoch seltener als Heilmittel als der schwarze Senf. Senf wird am häufigsten als cremiges Senfgewürz zum Schärfen von Speisen verwendet. In dieser Form regt Senf die Verdauung an, und hilft schwere Speisen zu verdauen. Man kann Senf aber auch äußerlich als Senfpflaster anwenden, um die Haut zu reizen und die Durchblutung zu fördern.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Verdauungsschwäche, Rheuma
Heilwirkung: anregend, antibakteriell, fungizid, harntreibend, hautreizend, krampflösend, schleimlösend, schmerzstillend, schweißtreibend
Anwendungsbereiche: Appetitlosigkeit, Blähungen, Blutergüsse, Bronchitis, Erkältung, Flechten, Gallenblasenentzündung, Gicht, Halsschmerzen, Heuschnupfen, Hexenschuss, Ischias, Kopfschmerzen, Kreislaufschwäche, Kreuzschmerzen, Nebenhöhlenentzündung, Nervenentzündung, Niedriger Blutdruck, Nierenkolik, Ödeme, Rückenschmerzen, Schmerzen, Schnupfen, Verstopfte Nase, Verstopfung
wissenschaftlicher Name: Brassica alba, Sinapis alba
Pflanzenfamilie: Kreuzblütler = Brassicaceae
englischer Name: White Mustard
volkstümlicher Name: Gelbsenf, Weißsenf, Gartensenf, Mostardkorn, Mostert, Senfsaat
Verwendete Pflanzenteile: Samen, Keimlinge
Inhaltsstoffe: Senföl, Senfölglykoside, Ätherische Öle, Sinigrin, Vitamin C, Histidin, Schleim, Sinapin, Tryptophan, Zink
Sammelzeit: Spätsommer
 
Anwendung
Allgemein bekannt ist die Nutzung der reifen Samenkörner für die Herstellung von Speisesenf. Auch die Blätter sind essbar. In der Volksmedizin werden frisch gemahlene und zu einem Brei verrührte Samen äußerlich für Umschläge verwendet. Die grünen Pflanzen finden vor der Blüte Verwendung als Tierfutter. Als schnellwachsende Pflanze wird weißer Senf auch oft als Gründüngung angebaut. Seine weitverzweigten Wurzeln hinterlassen einen feinkrümeligen Boden. Weißer Senf wird vorwiegend als cremiges, scharfes Gewürz angewendet beziehungsweise als Bestandteil der Gewürze namens Senf. Man kann Senf jedoch auch direkt als Körner verkochen oder man wendet Senf äußerlich an, um die Durchblutung zu fördern.
Senf als Gewürz
Der cremige Tafelsenf wird aus Senfpulver, Essig, Wasser, Salz und eventuellen anderen Gewürzen zubereitet. Bei Verwendung von weißem Senf als Teil oder Hauptbestandteil des Senfes, wird der Senf besonders scharf. Senf als Gewürz von schweren Speisen regt die Verdauung an und hilft somit, die Nahrung zu verdauen. Senf hilft gegen Blähungen und Verstopfung. Durch die Schärfe der Senfölglycoside und der ätherischen Öle kann Senf außerdem die Atemwege befreien. Man kann scharfen Senf essen, um eine verstopfte Nase zu öffnen und die Nebenhöhlen bei Nebenhöhlenentzündung zu desinfizieren.
Senf selbstgemacht
Tafelsenf kann man ganz einfach selbst herstellen. Dazu braucht man folgende Zutaten: 50g Senfmehl, am besten frisch gemahlen, 30ml Essig, 20ml Wasser, 5g Salz (1 TL), evtl. 10g Zucker (2 TL)
Essig und Wasser werden vermischt, ebenso die pulvrigen Zutaten. Dann werden Pulver und Flüssigkeit mit-einander verrührt, bis eine geschmeidige Masse entstanden ist. Auf dieser Grundrezept-Basis kann man mit verschiedenen Zusatzgewürzen nach Lust und Laune experimentieren.
Senfkörner beim Kochen
In der asiatischen Küche wird auch viel mit ganzen Senfkörnern gekocht. Meistens werden die Senfkörner zu Beginn des Kochvorgangs in den Topf oder die Pfanne gegeben. Dort poppen sie ähnlich wie Popcorn. Die Senfkörner geben dem Essen eine leicht scharfe Würze, die sich aber deutlich vom Geschmack des cremigen Senfes unterscheidet. Auch in dieser Zubereitungsart dient der Senf der Anregung der Verdauung.
Senf-Keimlinge
Senfkörner eignen sich sehr gut zur Sprossen-Anzucht, denn die kleinen Senfkeimlinge wachsen schnell und schmecken angenehm würzig scharf. Am besten zieht man Senf-Sprossen als Grünkraut, ähnlich wie Kresse. Dazu kann man eine doppelte Lage Küchentücher in einer flachen Schale befeuchten und darauf die Senfsamen ansäen. Meist schon am nächsten Tag keimen die ersten kleinen Pflänzchen. Immer wenn die Küchentücher trocken werden, gießt man sie mit frischem Wasser. Nach 5 bis 7 Tagen hat man hübsche kleine Pflanzen mit grünen Keimblättern. Man kann die Keimblätter und Stängel abschneiden und im Salat, Kräuterquarks oder auf Brot essen. Senfsprossen enthalten viele Vitamine und regen die Verdauung an.
Achtung!  Zu intensiver Senfgenuss kann zu Reizungen der Magenschleimhaut und der Nieren führen.
Senfpflaster
Die bekannteste äußerliche Anwendung von Senf ist das Senfpflaster. Senfpflaster gibt es in unterschiedlichen Formen: Senfbreiumschlag, Senfkompresse, Senfpapier Beim Senfbreiumschlag wird Brei aus Senfmehl und warmem Wasser als Umschlag aufgelegt. Er hat eine besonders intensive Wirkung Senfbreiumschlag. Bei der Senfkompresse wird ein Tuch in Senftee befeuchtet und dann aufgelegt. Die Senfkompresse ist milder als der Breiumschlag. Senfpapier kann man in Apotheken kaufen oder bestellen. Meistens ist käufliches Fertig-Senfpflaster schwächer als ein Breiumschlag. Alle Arten von Senfpflaster werden wegen ihrer hautreizenden und durchblutungsfördernden Eigenschaften angewendet. Die Durchblutung wird hierbei nicht nur direkt in der Haut, sondern auch im darunterliegenden Gewebe verstärkt. Daher können Entzündungsprozesse in den Gelenken und inneren Organen durch die Erwärmung und Durchblutung beeinflusst werden.
Folgende Gesundheitsbeschwerden werden traditionell gerne mit Senfpflastern behandelt: Gelenkentzündungen, Nervenentzündungen, Krämpfe und Koliken, Innere Entzündungen, Kopfschmerzen (Nacken behandeln)
Bei Gelenkentzündungen, eventuell aber auch anderem Entzündungen, sollte man berücksichtigen, dass sie im akuten Stadium häufig eher Kühlung brauchen als Wärme. Festsitzende chronische Entzündungen profitieren jedoch von einer wärmenden Anwendung. Am besten probiert man vor dem Einsatz eines Senfpflasters zunächst aus, ob Wärme der persönlichen Entzündung guttut.
Achtung!  Empfindliche Körperstellen wie Gesicht oder Brüste dürfen nicht mit einem Senfpflaster behandelt werden.
Volksheilkunde
Die Volksheilkunde kennt außerdem Senfbäder, Senf-Essig-Brei, Senfsalbe, Senf mit Lavendelgeist
Homöopathie
Die Homöopathie setzt Senf unter dem Namen Sinapis bei Symptomen ein, die denen ähneln, die unverdünnter Senf bewirken kann. Homöopathische Einsatzgebiete für Sinapis sind beispielsweise: Heuschnupfen, Schnupfen, Sodbrennen
In der Laienhomöopathie kann man Sinapis in den Potenzen D3 bis D12 anwenden.
 
Geschichtliches
Senf wird schon seit Menschengedenken als Gewürzpflanze benutzt. Der Einsatz der scharfen Körner ist im Mittelmeerraum und auch in Asien bekannt und beliebt. In Mitteleuropa wird der Senf unter anderem schon 1543 von Leonard Fuchs beschrieben und gegen Epilepsie, geschwollene Milz und langwierige Gebresten empfohlen.
 
Pflanzenbeschreibung
Der Weiße Senf ist in Europa heimisch. Ursprünglich kommt der Senf aus dem Mittelmeerraum. Er wächst bevorzugt auf kalkreichen Böden. Verwildert kommt er an Flussufern und Kiesböden vor. Die einjährige Pflanze wird bis zu 150 Zentimeter hoch. Im Frühjahr sprießt aus den Samen innerhalb weniger Tage eine kleine Keimling-Pflanze. Der Keimling entwickelt sich rasch und bildet bald borstige, etwas gelappte Blätter.
Im oberen Bereich des Stängels werden die Blätter schmaler, bis sie ganz oben schließlich lanzettlich werden. Zwischen Juni und August erscheinen die gelblichen Blüten. Sie stehen in Doldentrauben und haben jeweils vier Blütenblätter, was ihre Zugehörigkeit zur Kreuzblütler-Familie zeigt. Aus den Senf-Blüten entwickeln sich bis zum Herbst die Samen. Die Samen sind gelblich und befinden sich in schmalen Schoten.
Der Weiße Senf wächst als einjährige krautige Pflanze und kann Wuchshöhen von bis zu 120 Zentimetern erreichen. An ihren kantigen, verzweigten Stängeln sitzen formenreich gegliederte, gezähnte, rau behaarte Laubblätter. Die oberen Laubblätter sind gestielt und fiederspaltig geteilt bis gefiedert.
Die Blütezeit liegt im Juni bis Juli. Zahlreiche Blüten sind in einem lockeren, schirmtraubigen Blütenstand an-geordnet. Die zwittrigen Blüten sind vierzählig. Die vier freien Kronblätter sind gelb. Die Schoten stehen waagerecht vom Stängel ab. Die Schoten haben einen Durchmesser von etwa 4 Millimeter, sind borstig behaart und enthalten vier bis acht Samen. Das Ende der Schoten bildet ein flachgedrückter Schnabel (samenloser Schotenteil), der etwa gleich lang wie der Rest der Schote ist. Der Schnabel ist oft säbelartig gekrümmt. Insgesamt ist die Schotengestalt ein gutes Erkennungsmerkmal dieser Art. Die hellgelblichen Samen sind rund.
 
Anbautipps
Senf ist einfach anzubauen. Weißer Senf wird unter dem Namen Gelbsenf gerne als Bodenverbesserer an-gebaut, denn er wächst sehr schnell und lockert den Boden auf. Der Boden sollte am besten kalkreich sein, jedoch ist der Senf sehr anspruchslos und gedeiht in vielen Böden. Im Frühjahr sät man den Senf einfach im Freiland aus. Bei halbwegs angenehmen Temperaturen sieht man schon nach wenigen Tagen die ersten Pflänzchen aus der Erde sprießen. Die Senfpflanzen wachsen schnell und brauchen kaum Pflege. Wenn sie groß geworden sind, sichert man sie am besten mit Schnüren, damit sie bei Wind nicht umfallen. Bis die Samen reif sind, vergeht letztlich doch einige Zeit. Je nach Witterung kann man im Frühherbst mit reifen Samen rechnen. Die Schoten sind dann hellgelb und trocken.
 
Sammeltipps
Um die Samen zu ernten schneidet man die Pflanzen mit den reifen Samenschoten vorsichtig ab. Über einer Schüssel oder in einer großen Plastiktüte schüttelt man die Pflanzen, bis sich die Schoten öffnen und ihre Samen freigeben (dreschen). Man kann die Samen auch aus den Schoten pulen, aber das ist eine mühsame Angelegenheit.

BACHBLÜTE VINE
Ich bin ein eigensinniger Mensch                          
Diese Menschen können sehr eigensinnig sein
Mit der Bachblüte können sie das eigensinnige ablegen
BACHBLÜTE WALNUT
Man hat eine wichtige Lebensentscheidung gefällt, es fehlt nur noch der letzte Schritt zur Verwirklichung                  
Sie haben wichtige Lebensentscheidungen gefällt, leider fehlt es nur noch der letzte Schritt zur Verwirklichung
Walnut hilft sich zu verwirklichen
Hildegards Lebens- und Heilmittel
Wildgemüse
GUNDELREBE
Bis ins 17. Jahrhundert war die Gundelrebe die Bierherstellung. Dann führten englische Mönche den Hopfen ein, der die Gundelrebe beim Bierbrauen zunehmend ersetzte. Aus dieser zeit stammt die im Volksmund noch gebräuchliche Bezeichnung Gartenhopfen.
In der germanischen Mythologie galt die Gundelrebe, auch Gundermann genannt, als Zauber- und Heilpflanze. Ihr wurden Kräfte zur Abwehr böser Geister zugeschrieben, weshalb man Sträuße und Kränze aus Gundelrebe um Haus und Hof aufhängte. Sie ist ein weitverbreitetes mehrjähriges Kraut, das unter Gebüschen, an Waldrändern und in Hausnähe wächst.
Hildegard von Bingen betont die Grünkraft der Gundelrebe. Sie empfiehlt sie vor allem bei körperlichen und seelischen Erschöpfungszuständen: „Die Gundelrebe hat die Kräfte von Gewürzen, weil ihre Grünkraft sanft und nützlich ist, sodass ein Mensch der schon lange leidet und vom Fleisch gefallen ist, in einem mit Gundelrebe warm gemachten Wasser baden soll und er soll auch (dieses Kraut)n in einem Breigericht oder mit Fleischgerichten oder in Pfannkuchen gekocht oft essen und es wird ihm gar nicht nützen, weil der gute Saft den Menschen innerlich ausheilt.“ Darüber hinaus können die Blätter der Gundelrebe als zutaten zu Kräuterbutter und Salaten verwendet werden. Die Gundelrebe ist Bestandteil der traditionellen Gründonnerstagsuppe. Dazu werden Wild- und Gartenkräuter (Gundelrebe, Brennnessel, Bärlauch, Löwenzahn, Gänseblümchen, Wegerich, Knoblauch, Zwiebel) angedünstet, gekocht und anschließend püriert. Zum Schluss wird die Kraftsuppe zur Stärkung während der Fastenzeit mit Sahne, Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.

Der kurze Wickel
Der kurze Wickel kann, je nach gewünschter Wirkung, entweder kalt, warm/heiß oder mit Zusätzen verabreicht werden.
Der kurze Wickel beginnt unter den Armen und reicht beinahe bis an die Knie. Unter allen Wickeln ist er wohl der wichtigste. Wie er der wichtigste ist, so muss er auch am sorgfältigsten behandelt werden.  Wer diesen Wickel recht anzuwenden versteht und auch so oft gebraucht, als er notwendig ist, der erreicht wirklich Unglaubliches, wenn er aber nicht recht angewendet wird, dann geht es auch hier wie mit allen Verkehrtheiten, er wird keinen Nutzen bringen, sondern eher Schaden anstiften.
TECHNIK
Wolldecke und Zwischentuch werden auf dem Bett wickelfertig ausgebreitet. Das Innentuch wird in Wasser getaucht, gut ausgewrungen und ebenso ausgebreitet.
Nun legt sich der Kranke auf das Tuch, welches gut unter die Arme und hinunter bis zu den Knien reichen muss, dasselbe wird jetzt zuerst von der einen Seite über den Leib gelegt und zwar auf das genaueste anliegend und dann von der anderen Seite, ebenso wieder fest anliegend, so dass sich beide Enden übereinander schließen.
Die beiden äußeren Tücher werden ebenfalls über dem nassen Tuch eingeschlagen.
Ist der Kranke so gewickelt, so wird er mit einer Decke oder mit einem Oberbett gut zugedeckt. Es soll jeder nach dem Wickel eine halbe bis eine Stunde im Bett bleiben, worauf meistens ein ruhiger Schlaf eintritt.
Die Anwendung dauert etwa 1 – 1 ½ Stunden. Kneipp empfiehlt 1 – 2 Anwendung wöchentlich. Nur in besonderen Fällen, bei denen eine rasche Ausleitung notwendig ist, sollte der Kurzwickel öfter angewendet werden.
Achtung: Für schwache Leute, Magere, welche im ganzen wenig Korpulenz haben, taugt der Kurzwickel nicht und wenn er öfter angewendet würde, so würde die Kraft rasch nachlassen, weil der Natur zu viel entzogen würde.

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