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Wirbeldost
Der Wirbeldost ist ein rosa blühender Lippenblütler mit schwachem aromatischem Duft. Die Blätter eignen sich für Tees und Salate, die eine schwache Verdauung und empfindlichen Magen stärken. Auch bei Bienen und Schmetterlingen ist der Wirbeldost beliebt, daher ist diese anspruchslose sonneliebende Pflanze gut für den Naturgarten geeignet.
Der Gemeine Wirbeldost, auch Gewöhnlicher Wirbeldost genannt, ist eine Pflanzenart der Gattung Wirbeldost in der Familie der Lippenblütler.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Verdauungsschwäche
Heilwirkung: adstringierend, appetitfördernd, herzwirksam, magenstärkend, schleimlösend, schweißtreibend, windtreibend
Anwendungsbereiche: Blähungen, Herz, Magen, Verdauung
wissenschaftlicher Name: Clinopodium vulgare, Satureja vulgaris
Pflanzenfamilie: Lippenblütler = Lamiaceae
englischer Name: Common Savory, Wild Basil
volkstümlicher Name: Borsten-Bergminze, Borstige Bergminze, Gemeine Kölme, Wirbeldost
Verwendete Pflanzenteile: Blätter
Inhaltsstoffe: ätherische Öle, Betulin, Caryophyllene, Germacren
Sammelzeit: April-Juli
 
Anwendung
Gewürz
Die frischen oder getrockneten Blätter können als Gewürz Speisen zugegeben werden, hilft bei der Verdauung. Die frischen Blätter können Salaten beigegeben werden.
Tee
1 Teelöffel mit 250ml kochendem Wasser übergießen, abdecken und 10 Minuten ziehen lassen, abseihen. Stärkt die Verdauung.
Medizinische Verwendung
Der Wirbeldost wird in der Volksmedizin als stopfendes, herzstärkendes, wind- und schweißtreibendes, schleimlösendes Mittel eingesetzt. In der bulgarischen Volksmedizin wurde der Wirbeldost zur Wundheilung verwendet. Opalchenova und Opreshkova untersuchten seine antibakteriellen Wirkungen. Ein anderes bulgarisches Team, Dzhambazov, Daskalova, Monteva und Popov untersuchte die Wirkungen eines Clinopodium vulgare-Extraktes zur Hemmung des Tumorwachstums. Junge Triebe vom Wirbeldost enthalten Betulin. Betulin ist antientzündlich, antibakteriell, antiviral, hepatoprotektiv und antitumoral. Damit wird der Wirbeldost zu einer interessanten Heilpflanze.
Weitere Verwendungen
Die frischen oder getrockneten Blätter können als Gewürz Speisen zugegeben werden, sie helfen bei der Verdauung. Die frischen Blätter können Salaten beigefügt werden. Außerdem kann das Kraut als Teerersatz und zur Gewinnung von gelben und braunen Farbstoffen verwendet werden.
 
Geschichtliches
Wurde vor allem als Gewürz und zum Aromatisieren von Tees oder als Tee-Ersatz genutzt. Die Blätter dienten als gelb-brauner Farbstoff. Wird heute in Natur- und Wildgärten als Nektarquelle für Schmetterlinge und Bienen angebaut.
Eine Pflanze Clinopodium wird bereits im 1. Jahrhundert nach Christus vom römischen Arzt und berühmtesten Pharmakologen des Altertums Pedanios Dioscurides im 99. (109.) Kapitel Περὶ κλινοπόδιου (= Über Clinopodium) des III. Buches beschrieben. Dioscurides schreibt: Das Klinopodium ... hat Blätter ähnlich denen des Quendels und Blüten, die Bettfüßen in gewisser Weise gleichen. ... Das Kraut und die Abkochung davon wird gegen die Bisse giftiger Tiere, gegen Krämpfe, innere Rupturen und Harnzwang genommen. Einige Tage hindurch genommen, befördert es die Monatsblutung, treibt den Embryo hinaus und vertreibt auch gestielte Warzen. Der Name Clinopodium leitet sich daher von griechisch κλίνη = das Lager, Bett, πούς-ποδός = Fuß ab: die Form der Blüten des Wirbeldostes ähnelt den Knäufen antiker Bettfüße.
 
Pflanzenbeschreibung
Der Wirbeldost ist in Europa heimisch. Er wächst bevorzugt an sonnigen Stellen, Wegrändern, Gebüschsäumen und Waldlichtungen. Die mehrjährige behaarte Pflanze wird zwischen 40 und 80 Zentimeter hoch. Die gegenständigen Blätter sind oval bis länglich und bis 5 cm lang. Die rosaroten bis dunkelrosa-roten Lippenblüten erscheinen zwischen Juli und September. Die Blüten sind etwa 2cm groß und befinden sich an dichten Scheinquirlen. Aus den Blüten entwickeln sich bis in den Herbst die Samen in Nüßchen.
Der Gewöhnliche Wirbeldost wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 20 bis, meist 30 bis 60 Zentimetern. Vom holzigen Wurzelstock gehen Ausläufer aus. Der Wirbeldost ist schwach aromatisch. Der aufsteigende Stängel ist mehr oder minder ästig und abstehend behaart. Die Blätter sind kreuzgegenständig, kurz gestielt, eiförmig und schwach gekerbt bis ganzrandig. Die ein bis vier Scheinquirle werden von einer Hülle umgeben, die aus langbewimperten borstigen Blättern besteht und von den tragenden Laubblättern überragt wird.
Die Blütezeit reich von Juli bis Oktober. 10 bis 20 Blüten stehen zu in dichten Scheinquirlen zusammen. Meist blühen nur wenige Blüten eines Quirls gleichzeitig. Neben zwittrigen Blüten kommen auch kleinere weibliche Blüten oder auch rein weibliche Pflanzenexemplare vor. Die Blüten sind zygomorph mit doppelter Blütenhülle. Die purpurfarbenen, oder gelegentlich weißen Kronblätter sind 10 bis 15 Millimeter lang, außen flaumig behaart, mit leicht gekrümmter Kronröhre. Die Klausenfrüchte zerfallen in Klausen. Die kastanien-braunen Klausen sind kugelig und etwa 1 Millimeter lang.
Verwechslungsmöglichkeit
Nichtblühende Pflanzen ähneln dem Oregano. Im Unterschied zum Oregano sind beim Wirbeldost die Laubblätter auf der Unterseite nicht punktiert.
 
Anbautipps
Im Frühling aussäen und nur ganz leicht mit Erde bedecken. Der Standort sollte sonnig sein und keine Staunässe haben. Der Wirbeldost verbreitet sich über den ausläuferartigen Wurzelstock von selbst weiter.
 
Sammeltipps
Die frischen Blätter für Salate. Kraut mit den Blätter für Tees an einem luftigen Ort im Bündel trocknen. Die getrockneten Blätter vom Kraut abstreifen.

Tanne
Die Tannen bilden eine Pflanzengattung in der Familie der Kieferngewächse. Je nach taxonomischer Auffassung werden heute entweder 40 Arten oder 47 Arten sowie etliche Gruppen hybriden Ursprungs oder Varietäten, die alle in der gemäßigten Zone der Nordhalbkugel und zumeist in Gebirgsregionen vorkommen, unterschieden. Praktisch alle Tannen können in ihnen zusagenden Lebensräumen zumeist End- oder Klimaxgesellschaften bilden und sind auch auf guten Standorten konkurrenzstarke Nadelbäume. Dabei sind Tannen sowohl dominante als auch kodominante Bäume von Nadel- und Mischwäldern montaner Höhenstufen der (kalt)gemäßigten Breiten und Subtropen sowie auch Charakterarten in Grenzökotonen der alpinen Baumgrenze subtropischer Hochgebirge. Mit maximalen Wuchshöhen von 20 bis 90 m und Stammstärken von 1 bis 3 Meter, wobei Weißtannen unter günstigen Bedingungen über 6 m Umfang erreichen können, sowie einem Lebensalter von 200 bis 800 Jahren gehören Tannen zu den großen Waldbäumen, wenn auch in ihren Lebensräumen teilweise größere Bäume vorkommen. So gehören die Holzerträge pro ha auch zu den absolut höchsten und das relativ leichte jedoch relativ feste Tannenholz aller großwachsenden Arten wird für viele unterschiedliche Anwendungen genutzt, insbesondere als Konstruktionsholz.Alle Tannen bilden streng monopodiale Wuchsformen mit durchgehender Hauptachse. Sie haben eine etagenweise Verzweigung mit sehr harmonischen Kronenformen, die sie mit ihren weichen Nadelblättern und dem daraus hergestellten Schmuckreisig auch zum klassischen Weihnachtsbaum macht. Tannen sind nach den Kiefern die am weitesten verbreitete und artenreichste Gattung in der Familie der Kieferngewächse. Ihre einzelnen Vertreter bilden die essentiellsten mesophilen Vertreter der borealen und temperaten Wälder der Nördlichen Hemisphäre. Tannen haben hohe Ansprüche an Wasserversorgung und Feuchtigkeit und tolerieren weder besonders hohe noch sehr tiefe Temperaturen, sie meiden auch immer Standorte mit stagnierendem Wasser. Diese Eigenschaften bestimmen die zönotische Position der Tannen als Elemente von zumeist oberen Lagen von Gebirgswäldern, wo sie gemeinsam mit Fichte, Hemlock, Douglasie und Kiefer den Bereich der dunklen Nadelbaumwälder bilden. Da Tannen in der Natur wie unter künstlichen Bedingungen untereinander leicht hybridisieren, wobei einzelne Arten geologisch selbst kontinentale Grenze zwischen Asien und Nordamerika überbrückt haben, ist die taxonomische Gliederung der Gattung komplex und bis heute nicht vollständig geklärt. In Mitteleuropa ist die Weißtanne heimisch. In naturnahen Wäldern Mitteleuropas ist die Tanne fast ausschließlich in Buchenwäldern beigemischt und aufgrund ihrer besonders günstigen Wurzelentwicklung und Schattentoleranz wesentlich für die Stabilisierung und Aufwertung des Bergmischwaldes. Regional gelten Tannen als Zukunftsträger der Holzindustrie, da sie gegenüber der Fichte durch höhere Trockenresistenz und geringere Windwurfanfälligkeit Vorteile beim Globalen Klimawandel bietet. Der Waldbau setzte beispielsweise in Deutschland seit den 1990ern verstärkt auf die Verjüngung der Weißtanne; der Anteil der Tanne bei den Jungbeständen stieg nach Angaben der Bundeswaldinventur um 20 % bei einer gleichzeitigen deutlichen Zunahme der Altbestände. Ein deutlicher Vorteil ergibt sich bei der Tanne zu Fichte insbesondere in trockenen Gebieten sowie bei ökologisch ausgerichteter Waldwirtschaft. Tannen können im Plen-terwald gepflegt werden und haben Vorteil in der Bodenpflege, in dem die leicht humifizierbare Nadelstreu nicht zur Bodenversauerung beiträgt. Im Allgemeinen sind Tannen nach den Douglasien die forstwirtschaftlich zweitwichtigsten Kieferngewächse. Die Gemeine Fichte wird zwar auch Rot-Tanne genannt, gehört aber wie auch die Zimmertanne oder die Sicheltanne nicht zu den Tannen.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Blasenentzündung, Bronchitis, Erkältung, Frühjahrsmüdigkeit, Gelenkentzündung, Grippe, Husten, Muskelrheuma, Sehnenscheidenentzündung, Skorbut, Zahnfleischbluten, blutreinigend, durchblutungsfördernd, harntreibend, schweißtreibend, wurmtreibend
wissenschaftlicher Name: Abies alba oder Abies pectinata
Verwendete Pflanzenteile: Knospen
Sammelzeit: Frühjahr
 
Nutzung
Medizin
Die hellgrünen Tannenspitzen im Mai – Maigrün – sind nicht nur essbar, sondern ein altes Medikament und Hausmittel gegen Husten. Sie enthalten heilsame Enzyme. Man konserviert sie als Sirup. Aus den Monoterpenen der Nadeln gewinnt man von verschiedenen Arten ein bekanntes und angenehm harzig riechendes ätherisches Öl. Dieses wird in Badezusätzen oder zu Saunaaufgüssen verwendet. Tannenwälder ergeben auch in der Imkerei eine wichtige Bienentracht. Sortenreiner echter Tannenhonig gehört zu den teuersten Honigen.
Christbaum
Als klassische Christbäume werden in Deutschland vor allem die Nordmann-Tanne, sowie in Nordamerika, aber inzwischen auch vermehrt in Europa, die amerikanische Edel-Tanne und die Colorado-Tanne dafür in Plantagen angebaut. Außerdem wird von Tannen Schmuckreisig gewonnen. Die Weihnachtsbaumplantagen und die für die Weihnachtsbaumproduktion empfohlenen Arten werden in allen wichtigen Anbauländern (Großbritannien, Dänemark, Deutschland, verschiedene Bundesstaaten der USA wie Idaho, Oregon, Pennsylvania) in Anbauversuchen (sogenannte Provenienz Versuche) auf Eignung getestet. Dabei werden regional unterschied-liche Arten empfohlen.
Heilkräftige Pflanzenteile
Von der Fichte sammelt man im Frühjahr die junge Knospen, solange sie in den braunen Schüppchen halbwegs eingehüllt sind. Diese jungen Knospen sollen sich mit dem Daumen und Zeigefinger noch leicht zerreiben lassen und geben einen stark balsamischen, harzigen Geruch von sich. Der Geschmack ist etwas bitter, harzig, reizend. Das Harz und die ausgewachsenen Nadeln werden zwischen Juni und August gesammelt. Sowohl die jungen Knospen und Frühjahrsnadeln als auch die ausgewachsenen Nadeln verlieren durch Lagern rasch relativ hohen Vitamin C Gehalt.
Bei der Teebereitung durch Aufguss, selbst von frisch geernteten Knospen und Nadeln, tritt ein Vitamin C Verlust von etwa 50% ein. Nicht sogleich verwendete Knospen und Nadeln würden daher einen noch höhere Vitamin C Verlust erleiden.
Das Splintholz junger Zweige gewinnt man im Mai und Juni. Der Hauptbestandteil des Harzes ist das Terpentin. Dieses wird der größeren Ergiebigkeit wegen hauptsächlich von den Kiefern gewonnen, in der Heilwirkung sind jedoch das Harz und auch das Terpentin aller Nadelholzarten gleichwertig. Das Terpentin enthält etwa 15 bis 20% ätherisches Öl (Oleum Terebinthinae) und etwa 70% reines harz (Resina Pini) nebst einigen anderen Inhaltsstoffen, wie Bornylacetat, Pinen, Limonen u.a.
Heilwirkung
Neben dem hohen volkswirtschaftlichen Wert der Nadelhölzer haben alle (Fichte, Tanne, Kiefer, Lärche, Wacholder) auch arzneilich eine ansehnliche Bedeutung und vielseitige Verwendung.
Aus den oben beschriebenen jungen Knospen bzw. jungen Nadeln und Treibspitzen bereitet man einen Aufguss (mit heißem, nicht mehr kochendem Wasser überbrühen und 5 bis 10 Minuten ziehen lassen) und trinkt diesen TANNENWIPFERLTEE, wie er im Volksmunde gerne genannt wird, am besten mit Honigbeigabe warm gegen lästigen Husten, Katarrh, gegen grippöse Erscheinungen und Influenza. Auch gegen Blasenkatarrh und als Blutreinigungstee wird er gerne verwendet. Sehr warm im Bett getrunken, wirkt der Tee schweißtreibend. Dieser Tee weist ferne sehr gute Erfolge gegen die sogenannte Frühjahrsmüdigkeit auf, einer Erscheinung gegen Winterausgang und Frühlingsbeginn, die durch bedingten Mangel an Vitamin C ausgelöst wird. Um diese Zeit, da noch keine Frischgemüse für die nötige Vitamin C Zufuhr sorgen, sprossen bereits die jungen Triebe unserer Nadelholzbäume. Daher können wir durch regelmäßig Teegenuss des Tannenwipferltees die Frühjahrsmüdigkeit wirkungsvoll bekämpfen. Auch die übrigen Mangelkrankheiten, wie Zahnfleischblutungen, Skorbut, die Möller-Barlowsche Krankheit, lassen sofort nach, wenn dieser Tee regelmäßig getrunken wird. Zur Bereitung dieses Tannenwipferltees – für den man die Knospen und die jungen Triebe nicht nur die Fichte und Tanne, sondern auch er Kiefer und Lärche verwenden kann – nimmt man 1 bis 2 Teelöffel voll dieser Knospen und Treibe für 1 Tasse Wasser. Die Süßung erfolgt am besten mit Honig oder Rohrzucker.
Von großer Bedeutung ist die Verwendung des Terpentinöles zu Heilzwecken. Dieses wirkt reizend und vermag, auf die unverletzte Haut gebracht, die Durchblutung der Haut zu steigern, ja sogar Entzündungen und Blasenbildungen hervorzurufen. In diesem Sinne kann das Terpentinöl zur Steigerung der Hautdurchblutung mit entsprechender Tiefenwirkung herangezogen werden. Da die Einwirkung auf die Haut nicht nur reizend, sondern auch ableitend wirkt, werden wir terpentinölhaltige Einreibungen zur Bekämpfung des schmerzhaften chronischen Muskelrheumatismus, der Gelenks- und Sehnenentzündungen, nicht zuletzt aber auch zur Beseitigung von Stauungsödemen der Haut anwenden.
Als blasenziehendes Mittel können wir jedoch Terpentinöl nicht verwenden. Wird das Terpentin unter die Haut gebracht, bildet sich eine Entzündung mit örtlichen Gewebszerstörungen. Bei Blutvergiftungsprozessen sowie bei eitrigen Infektionen bewirkt eine Einspritzung von Terpentin unter die Haut, infolge der dadurch ausgelösten Entzündungen, nicht nur eine erhöhte Durchblutung, sondern das Terpentinöl wirkt auch keimtötend (antiseptisch), bzw. hemmend auf die Ausbreitung der Krankheitserreger. Besonders bei schlecht heilenden Wunden ist gar eine sichtbare Wendung zum Besseren festzustellen.
Von der innerlichen Verwendung des Terpentinöles bzw. von terpentinölhaltigen Zubereitungen sei gesagt, dass diese die Durchblutung der Schleimhäute des MagenDarmkanas fördern und auf die Gallen- und Nierentätigkeit anregend wirken. Die Harnausscheidung wird angeregt und der Urin erhält einen veilchenartigen Geruch. Das Terpentinöl wirkt auch wurmtreibend. Die innerlich einzunehmenden Gaben sind jedoch vom Artz genau zu bestimmen, da bei Überdosierung Erbrechen, Durchfall, Nierenreizung und Schleimhautentzündung die Folgen sein können!
Das Terpentinöl bzw. die terpentinölhaltigen Zubereitungen werden auch zu Inhalationen bei Erkrankungen der Atmungsorgane empfohlen, so bei allen chronischen und eitrigen Erkrankungen der Luftwege, bei Bronchialkatarrh, Bronchitis, entzündlichen Lungenprozessen, ja selbst bei infektiösen Zerstörungen des Lungengewebes (Lungengangrän) und bei Lungentuberkulose, sofern es sich bei letzterer Krankheit nicht um zu fortgeschrittene fieberhafte Prozesse handelt.
Zur Inhalation nimmt man 1 Teelöffel Terpentinöl auf ¼ Liter heißes Wasser. Auch kann man eine Handvoll Fichtennadeln einmal aufkochen und die aufsteigenden Dämpfe inhalieren.
Schließlich sei noch hingewiesen, dass die anregende und heilende Wirkung des Terpentinöles für Badezwecke in Form von Badeextrakten großen Zuspruch hat. Diese Bäderzusätze lösen eine verstärkte Durchblutung sowohl bei lokalen Erkrankungen mit einer mangelhaften Durchblutung, als auch bei tiefergelegenen Krankheitsprozessen aus, sei es bei schlecht heilenden Wunden, rheumatischen und gichtischen Erkrankungen, Muskelverhärtungen und Leberstauung oder zur notwendigen Stärkung der Abwehrkräfte durch bessere Durchblutung des Gesamtorganismus, sowie zur restlosen Ausheilung von Lungenerkrankungen.
Die bessere Durchblutung des Gesamtorganismus bewirkt nicht zuletzt eine Stoffwechselförderung, Leistungssteigerung des Gesamtorganismus und damit erhöhtes Wohlbefinden.
Es darf nicht unerwähnt bleiben, dass eine Reihe von Badeextrakten sich als grobe Fälschungen erwiesen haben, die nicht nur wertlos sind, sondern auch gesundheitliche Störungen zur Folge haben. Derlei Badeextrakte erwirbt man nicht von unbekannten Vertretern oder Hausierern, sondern besorgt sie in der Drogerie oder Apotheke.
Man kann sich auch FICHTENNADELBÄDER selbst bereiten, indem man dem Badewasser die abgeseihte ganz leichte Abkochung einiger Handvoll Fichten-, Tannen- oder Kiefernadeln, grüner Fichten-, Tannen- oder Kiefernzapfen oder deren junge Zweigspitzen zusetzt.
Abschließend sei noch erwähnt, dass das Terpentinöl auch äußerlich in Form von Salben als natürliches Hautreizmittel verwendet werden kann, teils zur Anregung schlecht heilender Wunden, teils zur Anregung schlecht heilender Wunden, teils zur Behandlung von rheumatischen Leiden und anderen Muskelerkrankungen.
Auch hier erwerbe man nicht Erzeugnisse fragwürdiger Herkunft, sondern lasse sich vom Arzt beraten und besorge das Präparat in der Apotheke bzw. Drogerie.
Anwendung in der Homöopathie: In der Homöopathie werden aus den verschiedenen Nadelholzarten wie Fichte, Schwarzfichte, Schierlingstanne, sowie aus den verschiedensten Kiefernarten Tinkturen hergestellt, die für die oben genannten Krankheiten und Leiden ebenfalls anzuwenden sind.
Aus alten Kräuterbüchern und Volksheilkunde
Der Splint ganz junger Zweige, gekaut, wirkt harntreibend und wird dieses Mittel auch gegen Ausschläge, Skorbut oder gegen Würmer verwendet.
Ein vorzügliches Mittel für Erkältete, Bronchitiker, Lungensüchtige und Engbrüstige ist der TANNENWIPFERLSIRUP: Man sammle zeitlich im Frühjahr, womöglich von frisch von frischgefällten Bäumen, die gerade zum Austreiben anfingen, einige Kilogramm Fichten- oder Tannen- bzw. Kiefernknospen gut verdeckt sind und erhitze diese Masse bei nicht starkem Feuer, möglichst rasch und unter ständigem Verrühren zu einem dicken Brei.
Für je 1 Kilogramm Knospen geben man ¼ l Kilogramm Zwiebeln, ¼ Kilogramm Kanndiszucker und ¼ Kilogramm Honig hinzu, alles nochmals gut verrührend, bis eine sirupartige Masse entsteht. Diesen Sirup füllt man in weithalsige Gläser, am besten Einsiedegläser, Weck- oder Rexgläser, verschließe sie gut mittels Pergamentpapier oder Glasdeckel und bewahre sie kühl, dunkel und trocken auf.
Das so hergestellte Heilmittel sollte in jedem Haushalt bereitstehen und sogleich bei Beginn von Erkrankungen der Atmungsorgane oder bei Lungenschwäche, sowie bei Neigung zu Bronchialtatarrhen teelöffelweise eingenommen werden. Es würden in vielen Fällen langwierige Leiden vermieden werden. Ist der Sirup in den Gläsern hart geworden, so gebe man die Gläser von Entnahme von Sirup in ein warmes Wasserbad. Der Sirup wird wieder flüssig. Wird trotz aller Sorgfalt der Sirup etwas schimmelig, entferne man eine dünne Schichte der Oberfläche und lege ein in Weingeist gut getränktes Pergamentpapier darauf. Die Meinung der Volksheilkunde, das dieser so wertvolle Tannenwipferlsirup in der Heilkraft zeitlich unbegrenzt sei, somit einige Jahre aufbewahrt werden könne, ist allerdings nicht richtig. Er soll innerhalb eines Jahres verbraucht und jedes Jahr im Frühjahr wieder bereitet werden.
Anwendung in der Tiermedizin
Terpentinöl oder terpentinhaltige Präparate, flüssig oder in Salbenform, werden in der Tiermedizin zur Wunden- und Geschwürbehandlung erfolgreich angewendet.
 
Beschreibung
Alle Tannenarten sind immergrüne tiefwurzelnde Bäume mit einem geraden, säulenförmigen Stamm. Die konische Krone wird aus regelmäßigen Etagen von relativ kurzen, horizontalen Ästen gebildet. Wenige Arten bleiben mit einer Wuchshöhe von 20 Metern relativ klein, die meisten Arten sind aber in ihren Lebensraum dominante Waldbäume und gehören dann oft zu den größten Waldbaumarten (die Europäische Weiß-Tanne gilt als größter Baum des Kontinents). So erreichen die meisten Tannen Wuchshöhen zwischen 40 und 70 Metern, für manche amerikanische Arten sind aber auch Wuchshöhen von 90 Metern verbürgt. Der Stamm der monopodial wachsenden Tannen wird in der Regel 1 bis 2 Meter dick (bis zu 3 Meter).
Mit wenigen Ausnahmen haben Tannen ein pfahlfömiges Wurzelsystem. Dieses wird unabhängig vom Bodentyp entwickelt. Für die Purpur-Tanne ist dagegen ein flaches Wurzelsystem kennzeichnend. Sie ist daher wenig sturmresistent. Von allen Nadelbaumarten leisten die Tannen auf den waldbaulich schwierigen, sauerstoffarmen Böden (Staunässe, Pseudogley, Ton) den weitaus besten vertikalen Aufschluss.
Die Borke ist in der Jugend zumeist glatt, oft grau, nur bei Abies squamata auch schon in der Jugend schuppig, zerfällt aber im Alter zumeist in kleine Platten.
Die nadelförmigen Blätter sind flach und leicht biegsam und tragen auf der Unterseite oft zwei helle Stoma-Bänder. Die Nadeln werden acht bis elf Jahre alt. Mit ihrem verbreiterten Fuß sitzen sie unmittelbar auf den Ästen. Sie unterscheiden sich dadurch z. B. von Fichten.
Tannenarten sind einhäusig getrenntgeschlechtig, es gibt weibliche und männliche Zapfen an einer Pflanze. Die Zapfen finden sich nur in den obersten Zweigen am Wipfel und stehen immer aufrecht am Zweig (im Gegensatz zu den hängenden und als Ganzes herabfallenden Fichtenzapfen). Die Achse (Spindel) des Zapfens verbleibt am Baum, während die Schuppen einzeln abfallen. Folglich können auch keine herabgefallenen Tannenzapfen gesammelt werden. Die geflügelten Samen reifen im Zapfen. Keimpflanzen haben vier bis zehn Keimblätter. Die Stellung und Entwicklung der Zapfen ist nicht nur für die Gattungsabgrenzung essentiell, ihre Form ist auch eines der wichtigsten mor-phologischen Unterscheidungsmerkmale zwischen den einzelnen Arten.
Tannenholz ist weich, in der Regel geruchslos, cremeweiß bis lohfarben. Kern- und Splintholz sind praktisch nicht unterscheidbar. Die Holzfasern sind gerade, mit einem graduellen Übergang zwischen Früh- und Spätholz. Harzkanäle werden in der Regel nicht gebildet.
Botanik
Die Tanne wächst ebenfalls kerzengerade empor, doch ist die Krone schirmartig, nach oben sich verbreiternd. Der Stamm hat eine glatte, weißliche Rinde und schuppt sich nicht ab wie bei der Fichte. Die Nadeln der Tanne sind flacher, an der Spitze ausgerandet, auf der Unterseite mit zwei weißen Längsstreifen versehen, sie stehen nicht wie bei der Fichte gedrängt um den Zweig herum, sondern sind kammartig nach zwei Seiten des Zweiges ausgerichtet. Die Tanne ist ebenfalls einhäusig, die weiblichen Blüten wachsen sich zu einem stum-pfen, walzenförmigen und aufrecht stehenden Zapfen aus.
Die Tanne wird bis 60ml hoch.
Der Geruch der Tannensprossen ist angenehm, harzig, deren Geschmack ist etwas bitter, terpentinartig, harzig. Das Splintholz hat den gleichen Geruch und Geschmack.
Blütezeit
Im Mai
Sammenreife
In September, Oktober
Standort
Sowohl die Fichte als auch die Tanne sind europäische Waldbäume. Die Fichte geht im Gebirge bis zur Waldgrenze hinauf, während die Tanne die tiefgründigen Ebenen und schattigen, feuchten Täler bevorzugt.

Bachblüten
Ich bin undiplomatisch, weil ich zu direkt bin (Rock Water)
Diese Menschen können und sind undiplomatisch, da sie zu direkt sind
Mit Rock Water können sie die undiplomatische Art der Direktheit abstellen
Bachblüten
Meine Gedanken sind sprunghaft (Scleranthus)
Die Gedanken dieser Menschen sind sehr sprunghaft
Mit der Blüte können sie das sprunghafte der Gedanken mindern
Speiseöl
Die Pflanzenwelt ist reich an ölhaltigen Samen, Saaten, Kernen, Keimen und Früchten.
Eine der ältesten Ölquellen sind die Früchte des Ölbaums.
Geschmack, Aroma und Farbe eines Öles werden bei Pflanzen durch die Pflanzenart und das Herstellungsverfahren bestimmt.
Welche Speiseöle eignen sich zum Kochen, Braten, Backen? Welche für Salate und Süßspeisen? Wie erkenne ich gute Öle? Wir fassen zusammen, was Sie über Öle wissen sollten.
Das Wichtigste in Kürze:
Als grobe Faustformel gilt: Nutzen Sie kaltgepresste Öle für die kalte Küche, raffinierte Öle für die heiße Küche. Mit einigen Einschränkungen sind aber auch kaltgepresste Speiseöle zum Braten und Frittieren geeignet.
Lagern Sie Speiseöle dunkel und kühl. Wenn kein solcher Raum zur Verfügung steht, am besten im Kühlschrank.
Wenn Sie Speiseöl entsorgen müssen, dann in einem Gefäß über den Restmüll – gießen Sie es nicht in den Abfluss!

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