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Glockenheide
Die Glockenheide ist eine Erika, allerdings sind die rosa Blüten um einiges größer als die des bekannten Heidekrauts. Die Glockenheide findet sich vor allem in den nördlichen Teilen Europas in Feuchtgebieten und Mooren, daher auch der Name Moor-Glocken-Heide. Mit dem Rückgang der Feuchtgebiete und Moore wird diese schöne Pflanze immer seltener, daher ist sie in einigen Gegenden geschützt und darf nicht gesammelt werden. Die Glockenheide wächst aber als ansehnliche Zierpflanze problemlos auf feuchten und nährstoffarmen Böden im Garten. Die getrockneten Blüten erleichtern als Tee das Abhusten.
Die Glocken-Heide, auch Moor-Glockenheide genannt, gehört zu den Heidekrautgewächsen. Die Bezeichnungen Doppheide (Stormarn), Toppheide und Dopphehe (Ibbenbüren) beziehen sich auf die Form der Blütenkrone. Dopp bedeutet so viel wie hohle Rundung. Weitere Namen sind Sumpfheide, Torfheide, Suerheid (bergisch), Forchheide und Frühlingsheide.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Auswurfförderung, Fieber
Heilwirkung: antiinflammatorisch, antiproliferativ, auswurffördernd, entzündungshemmend, fiebersenkend, gewebevermehrungshemmend, krebsvorbeugend
Anwendungsbereiche: Blasenerkrankungen, Blasensteine, Bronchitis, Dickdarmkrebs, Expektorans, Fieber, Husten, Krebs
wissenschaftlicher Name: Erica tetralix L.
Pflanzenfamilie: Heidekrautgewächse = Ericaceae
englischer Name: Bog heather, Cross Leaved Heath
volkstümlicher Name: Echte Glocken-Heide, Gemeine Glockenheide, Glockenheide, Moor-Glocken-Heide, Sumpfheide
Verwendete Pflanzenteile: Blüten
Inhaltsstoffe: Catechingerbstoffe, Flavanoide, Mineralstoffe, Saponine, Ursolsäure
Sammelzeit: Juni-August
 
Anwendung
Tee
1-2 Teelöffel getrockneter Blüten mit 250ml heißem Wasser übergießen, abgedeckt ein paar Minuten ziehen lassen, abseihen. Hilft beim Abhusten, bei Fieber und Entzündungen und soll gegen Dickdarmkrebs helfen.
frische Blüten
Frische Blüten mit ihren Pollen helfen bei Fieber und sind stärkend.
 
Geschichtliches
Die Pflanze wurde von Bewohner der Feuchtgebiete gegen fiebrige Erkrankungen eingesetzt und die frischen Triebe als Gemüse gegessen. Die Blüten mit ihren eiweiß- und vitaminreichen Pollen wurden als Nahrungsergänzung gegessen. Einige Bestandteile der Pflanze helfen gegen Tumorwachstum im Dickdarm.
 
Pflanzenbeschreibung
Der immergrüne Zwergstrauch erreicht Wuchshöhen zwischen 15 und 50 Zentimetern. Die nadelförmigen Blätter werden 3 bis 6 Millimeter lang. Sie stehen quirlständig und sparrig abstehend am Stängel. Sie sind steifhaarig bewimpert und am Rand umgerollt. Der Blütenstand ist kopfig-doldig und besteht aus fünf bis fünfzehn Einzelblüten. Die Kelchblättersind vierteilig und 2 bis 3 Millimeter lang. Ein Außenkelch fehlt. Die Krone der Blüten ist 6 bis 9 Millimeter lang, rosa und eiförmig zylindrisch. Sie schließt die acht Staubblätter ein. Die Glockenheide blüht von Juni bis September. Die Glocken-Heide ähnelt der Irischen Heide, deren Blüten aber deutlich größer sind.
Die Glockenheide ist in den nördlichen Teilen oder Höhenlagen von Europa heimisch und selten. Sie wächst bevorzugt auf nährstoffarmen und feuchten Böden, z.B. Moore. Die mehrjährige Pflanze wird zwischen 10 und 60 Zentimeter hoch. Die Pflanze ist behaart. Die schmalen Blätter sind etwa 5 mm lang. Die weißen (sehr selten), rosa bis fleischroten Blüten erscheinen zwischen Juni und September. Etwa 5-15 Blüten sind an einem köpfigen Blütenstand. Die Blüten haben eine Länge von etwa 5 bis 9 mm. Aus den Blüten entwickeln sich bis Herbst die Samen in einer behaarten vielsamigen Kapsel.
 
Anbautipps
Die Glockenheide liebt feuchten, nährstoffarmen Boden z.B. sandiger Torf. Die Umgebungsluft sollte nicht zu trocken sein.

Sammeltipps
Die Glockenheide ist selten und in einigen Gegenden geschützt, grundsätzlich sollte die Pflanze nicht in der Natur gesammelt werden. Für Tee die Blüten schnell an luftigem und schattigen Ort trocknen.
 
Farn
Die Farne sind eine Gruppe von Gefäßsporenpflanzen, die die Schwestergruppe der Samenpflanzen bilden. Die Farne umfassen alle Gefäßsporenpflanzen exklusive der Bärlapppflanzen. Somit zählen zu ihnen die Schachtelhalme, die Gabelblattgewächse, die Natternzungengewächse, die Marattiaceae und die Echten Farne. Sie werden häufig als Monilophyten bezeichnet, die Bezeichnungen Monilophyta oder Moniloformopses sind jedoch keine gültigen Taxon-Bezeichnungen. Es gibt weltweit rund 12.000 Arten, die meisten davon in den immerfeuchten Tropen. In Europa sind etwa 171 Arten, in Mitteleuropa etwa 101 Arten beheimatet.
Farn ist eine der ältesten Pflanzen der Erde. In Urzeiten (Karbon: Vor ca. 350 Mill. Jahren) wurde der Farn so groß, wie heutzutage die Bäume. In schattigen Ecken entrollt er sich im Frühjahr spiralig und gibt dann mit seinen großen fiedrigen Blättern dem Wald bzw. der Schattenstelle den typischen Flair. Früher wurde der Farn als heilige Pflanze für allerlei magische Zwecke eingesetzt. In der Medizin ist sein bekanntestes Einsatzgebiet die Vertreibung von Würmern. Da der Farn leicht giftig ist, sollte man jedoch von Selbstversuchen mit selbstzubereiteten Mitteln Abstand nehmen. Äußerlich angewendet ist der Farn ungiftig und wird als Tinktur gerne bei Rheuma, Krämpfen und anderen Schmerzen eingesetzt.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Würmer (Achtung giftig!), Äußerlich (z.B. als Tinktur aus der Wurzel): Rheuma, Gicht, Nervenschmerzen, Wadenkrämpfe, Krampfadern, krampfhafte Kopfschmerzen, Äußerlich (z.B. als Kissen mit Blättern): Rheuma, Gicht
wissenschaftlicher Name: Aspidium filix-mas
Pflanzenfamilie: Wurmfarngewächse = Dryopteridaceae
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel für Tinktur, Blätter für Kissen
Inhaltsstoffe: Filmaron, Filicin, Phloroglucin, ätherische Öle
Sammelzeit: Blätter: Hochsommer, Wurzel: Spätsommer
 
Anwendung
Heilkräftige Pflanzenteile
Man sammelt die Wurzelstöcke im Spätherbst. Die im Sommer gesammelten Wurzelstöcke sind fast völlig wirkungslos. Am Wurzelstock werden die Blattstiele, soweit sie markig sind, beibehalten und nur gestutzt. Die Wurzelfasern und Schuppen werden abgekratzt. Die Wurzelstöcke müssen im Dunkeln getrocknet werden. Die guten Stücke erkennt man an der grünlichen Bruchfläche.
Die Wirksamkeit der Wurzelstöcke ist sehr vom Standort abhängig und sind Wurzelstöcke von höheren Lagen immer vorzuziehen.
Heil- und Wirkstoffe
Die in den Wurzelstöcken enthaltenen Filixsäure (Filicin) und Filmaron sind Nerven- und Muskelgifte. Diese beiden Gifte wirken lähmend auf die Muskulatur von Eingeweidewürmern, besonders Bandwürmern (Taenia) und auf den gefährlichen Hakenwurm (Ancylostomum). Von der richtigen Anwendung dieser beiden Giftstoffe hören wir im Kapitel Heilwirkung. Weitere Heil- und Wirkstoffe sind das Albaspidin, Phloraspin, Aspinol, Stärke, Zucker und fettes Öl.
Heilwirkung
Die Bandwurmkur mit der Farnkrautwurzel führt oft zu keinem Erfolg oder zu Vergiftungserscheinungen. Schuld daran ist in beiden Fällen die nicht genaue Einhaltung der diesbezüglichen Vorschriften.
Die beiden Giftstoffe Filicin und Filmaron sind in ihrer Wirkung dadurch charakterisiert, dass sie zwar bei den genannten Darmparasiten eine sofortige Lähmung auslösen, nicht aber sofortige nachteilige Vergiftungserscheinungen beim Menschen selbst bewirken.
Erst bei längerer Anwesenheit im menschlichen Organismus werden diese Gifte sehr Vergiftungserscheinungen sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Sehstörungen, Krämpfe und Bewusstseinstrübungen bis zu 4 Wochen.
Diese Vergiftungserscheinungen treten somit nicht nur bei Überdosierung auf, besonders, wenn der Wurmfarnextrakt überdosiert verwendet wird, sondern auch dadurch, dass diese Gifte nach ihrer Einwirkung auf die Würmer zu lange im menschlichen Organismus verbleiben!
Es ist daher unerlässlich – und dies wird leider zu wenig befolgt -, dass wir etwa 1 Stunde nach der jeweiligen Einnahme des Farnkraut-Wurmfarnmittels ein Abführ-mittel einnehmen, um eine restlose Darmentleerung zu bewirken, somit die gelähmten Würmer, als auch die genannten Giftstoffe aus dem Darm ableiten.
Die Wurmfarnkur ist daher richtig durchzuführen:
Als Einleitung vor der eigentlichen Behandlung hat man 2 Tage zuvor mit einer flüssigen Diät, nur Suppen oder Milch, zu beginnen. Als Suppen verwende man Gemüsesuppen (Porree- oder Zwiebelsuppen) aber keine Fleischbrühe.
Am 3. Tage vormittags nehme man ein Abführmittel (z.B. Faulbaumrinde, streiche das Mittagessen oder die Jause und am Abend gibt es nur reichlich Heringssalat von gesalzenen Hering mit viel Zwiebel und reichlich Knoblauch. Alle diese einleitenden Maßnahmen schwä-chen die Würmer.
Die Einnahme der Farnkrautwurzel geschieht nun entweder in Form des fein gestoßenen Pulvers der Wurzel – am ungefährlichsten – oder in Form des Wurmfarnextraktes, beide aus der Apotheke beziehbar, können angewendet werden.
Man nimmt am 4. Tag, dem eigentlichen Beginn der Kur, am Morgen eine Tasse ungesüßten, schwarzen Kaffee ein und innerhalb des Vormittags und im Laufe des Nachmittags je eine ärztlich verordnete Dosis (Pulver oder Extrakt oder Kapseln) ein. 1 Stunde nach der jeweiligen Einnahme der Dosis wird ein rasch wirkendes Abführmittel empfohlen. Man nehme 1 Tasse Sennesblätter, auf keinen Fall Rizinusöl, ausnahmsweise echtes Karlsbader Salz. Der Arzt wird die entsprechende Dosis, ob der Patient ein Kind, ein Jugendlicher oder ein Erwachsener ist, bestimmen.
Man achte beim Wurmabgang, ob auch der Kopf des Wurmes abgegangen ist, wenn nicht, darf man diese Kur erst nach 2-3 Wochen wiederholen. Zur Ver-hinderung des Erbrechens trinke man ½ Stunde vor Beginn des Einnehmens des Wurmfarnmittels eine Tasse ungesüßten Mokka, unmittelbar nach dem Einnehmen einen Schluck unverdünnten Himbeersaft.
Wird die Kur genau befolgt, werden wir die Würmer mit diesem Naturheilmittel los und erleiden keinerlei Unpäßlichkeiten oder gar eine der oben angeführten Vergiftungserscheinungen.
Mit der Farnkrautwurzel werden auch sehr gute Heilerfolge bei beginnender Tuberkulose von Jugendlichen erzielt sowie bei skrofulösen Erkrankungen wie Drüsenschwellung, Gelenkschwamm u.a. Diese Heilbehandlung muss jedoch genau der Arzt verordnen und überwachen.
Den Schreibkramp beseitigt man wirkungsvoll mit wiederholten Einreibungen mit dem ätherischen Extrakt aus der Wurzel.
Anwendung in der Volksheilkunde
In der Volksheilkunde gilt das Farnkraut als ein gutes Rheumamittel. Man bereitet Bäder aus einer Abkochung von frischen Stängeln und reibt an-schließend noch mit dem Wurzelextrakt die schmerzenden Stellen ein. Nach dem Bad ist Bettruhe erforderlich.
In der Volksheilkunde wird auch als wirksames Mittel gegen Rheuma  und Hexenschuss eine Bettunterlage unmittelbar unter dem Leintuch mit getrockneten Farnwedel empfohlen. Diese Unterlagen müssen öfter erneuert werden.
Bei Krampfadern werden Fußbäder empfohlen. Man kocht in 3 Liter Wasser etwa ½ kg frische Wurzelstöcke und Blätter ab und bereitet damit wiederholte Fußbäder, so warm die möglich. Dieses Badewasser kann man durch drei Tage verwenden und braucht nur immer aufgewärmt werden.
Anwendung in der Tiermedizin
Farnkraut-Wurmfarnextrakte haben einen guten Erfolg bei der Bekämpfung der Leberegelseuche ausgelöst, die schon große Schäden in der Viehwirtschaft aus-löste. Die Hinzuziehung eines Tierarztes ist unbedingt nötig.
 
Aus einem „Kreuterbuch“ des 18. Jahrhunderts
Im Sommer gepflücktes, gebündelt auf einem Dachboden aufgehängtes und gut getrocknetes Farnkraut, lege man zur Obsternte in die Obstregale im luftigen, trockenen Keller. Das nur in einer Schichte darauf gelagerte Obst hält sich lange gesund und frisch und wird nicht so rasch von Lagerungsschäden befallen. Diese Farnkrautunterlage muss im nächsten Jahr erneutert. (Vom Autor jahrelang erfolgreich befolgt.)
 
Merkmale
Die Farne besitzen alle Merkmale der Gefäßsporenpflanzen. Sie haben eine besondere Form der Gefäßbün-del: Das Protoxylem ist auf bestimmte Lappen des Xylemstrangs beschränkt. Daher kommt auch der Name Monilophyta: Lateinisch moniliformis bedeutet „halsbandförmig“.
Botanik
Der ausdauernde, mit braunen Stielresten bedeckte Wurzelstock liegt fast an der Erdoberfläche. Die jungen Blätter sind anfangs eingerollt und entfalten sich erst allmählich. Der Wedel ist doppelt gefiedert, Stiele und Rippen sind mit braunen Schuppen bedeckt. Die Teilblättchen sind selbst wieder in kleine gesägte Läppchen geteilt. Auf deren Unterseite sitzen die runden Fruchthäufchen in zwei Reihen. Die Pflanzen ist blütenlos.
Geruch und Geschmack
Der Geruch der Wurzelstöcke ist eigentümlich, widerlich. Der Geschmack ist süßlich bis etwas bitter und zusammenziehend.
Samenreife
Die Sporen reifen von Juni bis August.
Standort
Das Farnkraut kommt in fast allen Wäldern Europas vor. Vielfach auf steinigen Hängen und Schlägen von der Ebene bis in die Hochregionen.

Bachblüten
Erwartung von Fehlschlägen durch Mangel an Selbstvertrauen (Larch)
Sie erwarten schon im vornherein Fehlschläge durch einen Mangel an ihrem Selbstvertrauen
Mit der Larch können sie diese Haltung rückgängig machen
Bachblüten
Mut und Tapferkeit (Mimulus)
Diese Menschen ist der Mut und die Tapferkeit verloren gegangen
Mit der Bachblüte können sie den Mut und die Tapferkeit wiedererlangen
Sinnvolle Einsatzmöglichkeiten von NEM
Pauschal kann nicht gesagt werden, wer NEM benötigt. Im Zweifel kann ein Nährstoffdefizit mittels klinischer Untersuchungen überprüft werden.
In einigen Situationen kann der Einsatz von NEM sinnvoll sein.
Wie z.B.
-     Schwangere, Stillende
-     Kinder, Jugendliche
-     Senioren
-     Chronische Krankheit
-     Einseitiger Ernährung
-     Leistungssportler
Nahrungsergänzungsmittel (NEM), die zu den Lebensmitteln zählen (genauer: ein Konzentrat von Nähr- oder sonstigen Stoffen mit ernährungsspezifischer bzw. physiologischer Wirkung) sind nicht bei einem klinischen Mangel indiziert, betonte Prof. Hans Konrad Biesalski, Universität Hohenheim. Vielmehr dienen sie der Vorbeugung eines Mangels, in erster Linie bei Menschen mit erhöhtem Bedarf an Mikronährstoffen oder eingeschränkter Zufuhr.
Altbekannt, aber immer noch erwähnenswert, ist der erhöhte Bedarf von Schwangeren an Folsäure zur Verhinderung von Neuralrohrdefekten. Biesalski, der auf der Sitzung den Pro-Part übernahm, empfahl bereits bei Frauen mit Kinderwunsch die Folsäure-Supplementation. Er riet anstelle der standardmäßigen Folsäure-Supplementation zur Einnahme von Multivitaminpräparaten. In einer Studie wurde durch Gabe eines Multivitaminpräparats versus Placebo und Folsäure/Eisen-Supplementation der Anteil von Kindern mit geringem Geburtsgewicht verringert. In einer Metaanalyse von 41 Studien reduzierte sich ebenso die Zahl der Fehlbildungen bis zu 50%. Auch Biotin, das „new kid in the block“ der Vitaminfor-scher, sei für die fetale Entwicklung relevant, so Biesalski. Einen gesteigerten Bedarf an Mikronährstoffen haben auch Krebspatienten oder adipöse Menschen (Vitamine D, B12, Folsäure sowie Mg, Fe, Cu, Zn) , eine verringerte Resorption ist bei Patienten mit Kurzdarm und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen zu berücksichtigen, erinnerte Biesalski. Eine wichtige Risikogruppe seien außerdem Senioren, bei denen eine Mangelernährung weit verbreitet sei.
Defizite bestünden hier vor allem bei den Vitaminen A, B und D. Die Hautsynthese von Vitamin D sei bei Senioren im Vergleich zu jüngeren Menschen deutlich reduziert. Auch Trend-Diäten, die Einnahme sogenannter Fat-Replacer und vegetarische, besonders vegane Ernährung können zu einer Unterversorgung führen, betonte Biesalski und eröffnete damit Prof. Peter Stehle aus Bonn, die Vorlage zu seinem Kontra-Part.
NEM könnten kein Ersatz für eine unausgewogene Ernährung sein, betonte der Ernährungsphysiologe, und ein Nährstoffmangel könne durch geeignete Auswahl von Lebensmitteln behoben oder verhindert werden. Zudem sei noch in keiner Interventionsstudie durch Zufuhr von (hoch dosierten) NEM bei Menschen ohne Mangel an Mikronährstoffen ein präventiver Effekt erzielt worden. Zudem gebe es zu wenige Daten zur langfristigen Sicherheit von NEM. Nicht einmal die optimale Dosierung sei bekannt und wegen großer individueller Unterschiede oft auch schwer zu klären. Es gebe auch nur wenige kritische Nährstoffe. Stehle nannte Folsäure (in allen Altersgruppen) sowie Vitamin D, vor allem bei Kleinkindern und Senioren. Vehement sprach sich der Ernährungsphysiologe gegen die Zufuhr sekundärer Pflanzenstoffe in Kapselform wie Polyphenole, Catechin oder konjugierte Linolsäure aus. Es existierten keine Referenzwerte und der Versorgungsstatus in der Bevölkerung sei nicht zu bewerten, eine Zufuhr solcher Wirkstoffe also nicht begründbar.

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