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FÄRBERGINSTER
Der Färber-Ginster ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler. Diese Heil- bedeutend. Die im Folgenden aufgeführten Charakteristika gelten insbesondere für die weiter verbreitete Unterart Genista tinctoria subsp. tinctoria, den Gewöhnlichen Färber-Ginster.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Ödeme
Heilwirkung: blutreinigend, harntreibend
Anwendungsbereiche: Gicht, Harnsteine, Herzbeschwerden, Menstruationsfördernd, Rekonvaleszenz, Rheuma, Verstopfung, Wassersucht
wissenschaftlicher Name: Genista tinctoria
Pflanzenfamilie: Hülsenfrüchtler = Fabaceae
Verwendete Pflanzenteile: Blühendes Kraut
Inhaltsstoffe: Chinolizidinalkaloide, Cytisin
Sammelzeit: Mai bis Juli
 
Nutzung
Bereits die Römer verwendeten den Färber-Ginster zum Färben von Leinen und Wolle. Eine bedeutende Rolle spielte er auch in England. Als Farbstofflieferant werden Zweige, Blätter und Blüten verwendet. Sie enthalten die gelben Farbstoffe Genistein und Luteolin. Die Ernte erfolgt meist vor der Blüte. Die Farbe ist lichtecht. Die Färbung erfolgt auf vorgebeizter Wolle. Durch Beizen mit Alaun wird die Wolle zitronengelb, durch Nachbehandlung mit Eisen(II)-sulfat dunkelbraun, mit Kupfersulfat olivgrün. Durch eine Überfärbung von Färberwaid stellte man in England das Kendalgrün her. Die Malfarbe Schüttgelb wurde durch Anrühren mit Alaun und Schlämmkreide hergestellt.
Verwendung als Heilpflanze
Als Heildroge werden die getrockneten, zur Blütezeit geernteten Zweige verwendet. Als Wirkstoffe werden genannt: Chinolizidinalkaloide wie Cytisin, Methylcytisin, Anagyrin; Flavonoide; Isoflavone wie Genistein; Gerbstoffeund ätherische Öle in geringen Mengen. Der Färber-Ginster wirkt als Diuretikum und wird daher unterstützend zur Behandlung von Erkrankungen eingesetzt, bei denen eine erhöhte Harnmenge erwünscht ist, wie beispielsweise bei Nierengrieß oder zur Vorbeugung gegen Harnsteine. Der Gehalt an Genistein, einem Phytoöstrogen, das an den Östrogen-Rezeptor von Brustkrebszellen bindet hat diese Pflanzenart in neuerer Zeit wieder interessant gemacht: Über eine möglicherweise vorbeugende Wirkung des Isoflavons bei der Entstehung von Brustkrebs wird diskutiert; ebenso über die potentiell schützende Eigenschaften bei der Entstehung von Osteoporose. In der Homöopathie gehören Kopfschmerzen, Verdauungsschwäche und Hautausschläge zu den An-wendungsgebieten des Färber-Ginster.
 
Pflanzenbeschreibung
Insgesamt ist diese Art sehr variabel.
Der Färber-Ginster wächst als aufrechter oder aufsteigender und buschig verzweigter Halbstrauch, der Wuchshöhen von 20 bis 60 Zentimetern erreicht. Die kräftige Pfahlwurzelweist eine Länge von bis zu 1 Meter auf. Die tief gefurchten Zweige besitzen eine grüne, angedrückt behaarte oder kahle Rinde und sind immer dornenlos. Die wechselständigen Laubblätter sind wintergrün. Die einfache und ganzrandige Blatt-spreite ist bei einer Länge von etwa 45 (50) Millimetern und einer Breite von etwa 10 Millimeter lanzettlich bis elliptisch. Die mit kurzen Nebenblätter sind linealpfriemlich.
Die Blütezeit reicht von Mai bis August. In endständigen, 3 bis 6 Zentimeter langen, traubigen Blütenständen stehen viele Blüten zusammen. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der Kelch ist kahl bis behaart. Die 8 bis 16 Millimeter lange, gelbe Krone ist kahl. Die Hülsenfrüchte sind kahl. Fruchtreife ist von August bis September.

GAMANDER-EHRENPREIS
Der Gamander-Ehrenpreis, auch Männertreu, Frauenbiss, Katzenäuglein oder Wildes Vergissmeinnicht genannt, ist eine Pflanzenart in der Familie der Wegerichgewächse.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Abszesse, Altersjucken, Ekzeme, Gicht, Hautprobleme, Husten, Juckreiz, Leberprobleme, Magenprobleme, Nierenprobleme, Rheuma, Wunden, blutreinigend, harntreibend, schweißtreibend
wissenschaftlicher Name: Veronica chamaedrys
Pflanzenfamilie: Braunwurzgewächse = Scropholariaceae
Verwendete Pflanzenteile: blühendes Kraut
Sammelzeit: Mai und Juni
 
Beschreibung
Der Gamander-Ehrenpreis wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 30 Zentimetern. Sein Wurzelwerk besteht im Wesentlichen aus sproßbürtigen Wurzeln. Am niederliegenden oder aufsteigenden, runden Stängel. laufen an jedem Internodium zwei einander gegenüberliegende weiße zottige Haarleisten (Trichome) herab. Sie entspringen an den Knoten zwischen der Basis beider Laubblätter. Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind sitzend. Die Blattspreite ist bei einer Länge von 2 bis 3 Zentimetern sowie einer Breite von 1 bis 3 Zentimetern herzeiförmig, eiförmig oder breitelliptisch. Die Blattoberseite ist meist fast kahl und die Blattunterseite vorwiegend auf den Nerven und am Rand behaart. Der Blattrand ist mehr oder weniger tief, oft unregelmäßig gekerbt bis gesägt; die Zähne sind stumpf bis abgerundet.
Die Blütezeit liegt zwischen April bis Juli. Jeweils etwa 10 bis 20 Blüten stehen in seitenständigen, traubigen Blütenständen zusammen. Die Deckblätter sind länglich -lanzettlich. Der drüsig kurz behaarte Blütenstiel ist mehr oder weniger aufrecht und 4 bis 6 Millimeter lang. Die zwittrigen Blüten sind vierzählig mit doppelter Blütenhülle. Von den vier fein behaarten, länglich-lanzettlichen Kelchblätter sind die vorderen etwas größer als die hinteren. Die vier himmelblauen und dunkler geaderten Kronblätter sind etwas ungleich, daher ist die 10 bis 14 Millimeter breite Blütenkrone zygomorph. Der Schlund und die Kronröhre sind weiß. Bei den zwei Staubblättern sind Staubfäden sowie Staubbeutel blau. Die zweiklappige Kapselfrucht ist dreieckig-herzförmig. Die Griffel sind blau, so lang wie die Frucht und verdicken sich spitzenärts etwas. Die Narbe ist weißlich. Die Samen sind schüsselförmig und etwa 1 Millimeter lang.

BACHBLÜTE ROCK ROSE
Der Solarplexus schmerzt oder fühlt sich wie ein Stein  
Bei diesen Menschen schmerzt der Solarplexus oder fühlt sich an wie ein Stein
Mit der Blüte schmerzt der Solarplexus nicht mehr und fühlt sich auch nicht mehr an wie ein Stein

BACHBLÜTE ROCK WATER
Ich bin mir selbst streng                              
Diese Menschen sich zu sich selbst sehr streng
Mit der Blüte können sie das strenge abstreifen

Die Ausleitungsverfahren
Beim Aderlass wir dem Körper an einer der drei Hauptvenen in der Armbeuge Blut entnommen. Dabei darf das Blut von selbst ausfließen. Früher wurde mit einem „Aderlassmesser“ geschnitten, heute mittels Kanüle punktiert. Dadurch soll der gesamte Körper entgiftet und von krankmachenden Stoffen gereinigt werden. Hildegard gibt sehr genau an, in welchen Fällen der Aderlass hilfreich ist und auch, wer keinesfalls „zur Ader gelassen“ werden darf. Dazu muss diätetisch eine Menge beachtet werden und der Patient braucht Ruhe. Einmal jährlich soll der Gesunde einen Aderlass machen lassen, am besten „im dritten Monat“ des Jahres und in den ersten sechs Tagen nach Vollmond.
Heute wird er Aderlass von manchen Ärzten der Ganzheitsmedizin angeboten. Grundsätzlich sollen durch den Aderlass auch die Selbstheilungskräfte im Körper angeregt werden.
Das Schröpfen
Das Schröpfen ist zu jeder Zeit gut und nützlich, damit die schädlichen Flüssigkeiten und schleimigen Säfte im Menschen verringert werden.                Hl. Hildegard
Das Schröpfen wird mit Hilfe von speziellen Schröpfgläsern durchgeführt, das sind Glaskugeln, die an bestimmten Stellen des Körper – je nach Leiden – angebracht werden. Die Kugeln sind mit angewärmter Luft gefüllt. Wenn die Luft abkühlt, entsteht ein Vakuum und das Glas saugt sich an der Haut fest. Auf diese Weise werden durch die Poren der Haut Gift- und Schlackenstoffe abgesaugt. Neben dieser Methode des „trockenen Schröpfens“ gibt es Hildegard auch ein „nasses Schröpfen“, das heute aber kaum angeboten wird. Hildegard empfiehlt das Schröpfen bei einer Vielzahl von Leiden. Heute wird es vor allem bei Rückenproblemen, Hexenschuß, Ischias und Kopfschmerzen angeboten.

Krankheiten der Bewegungsorgane
Gelenkrheumatismus
Auch beim chronischen Gelenkrheumatismus wirkt Kneipp bei der Heilung wieder darauf ein, daß die Verhärtungen aufgelöst und die Kranken Stoffe ausgeschieden werden.
Wenn nur einzelne Gelenke vom Rheumatismus befallen sind, hatte ich es für das Beste und Zweckmäßigste, sie mit Wickeln von Heublumen-, Haferstroh oder Fichtenreisersabsud zu behandeln. Diese Wickel können von
einer Dreiviertelstunde bis zu zwei Stunden dauern, wenn sie jedoch länger als eine Stunde dauern, muß das Tuch erneut in den Absud getaucht werden, weil sich entweder zu viel Wärme entwickelt und dann das Übel noch schlimmer wird oder weil die Wirkung des Wickels aufhört und dann eher Kälte eintritt, was wiederum schädlich ist.
So notwendig die warmen Wickel sind, so darf man jedoch die kalten Anwendungen nicht unterlassen, einerseits, weil bei solchen Erkrankungen der ganze Körper leidet und gekräftigt werden muß und andererseits, weil ja auch das kalte Wasser löst und heilt, so daß kalt und Warme Anwendungen im Wechsel vorzunehmen sind.
Je nachdem also der Kranke kräftiger oder schwächer ist, kann er täglich ein oder zweimal einen Wickel nehmen, ferner eine oder zwei Gießungen auf den leidenden Körperteil und dann täglich oder jeden zweiten Tag eine Anwendung auf den ganzen Körper, bei großer Schwäche eine Waschung, sonst aber einen Schenkel- oder Rückenguß oder ein Halbbad.

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