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LEBERBLÜMCHEN t
Das Leberblümchen ist eine kleine blaublühende Pflanze, die bevorzugt in Wäldern im Halbschatten wächst. Sie war und ist eine wichtige Pflanze in der Volksheilkunde. Alle Teile der frischen Pflanze sind giftig, getrocknet ist sie ungiftig. Da die Pflanze selten geworden ist, steht sie unter Naturschutz und darf nicht mehr in der Natur gesammelt werden. Das Leberblümchen wurde zur Blume des Jahres 2013 gewählt. Das Leberblümchen, genauer Gewöhnliches Leberblümchen, auch Dreilappiges Leberblümchen genannt, ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Hahnenfußgewächse. H. nobilis ist die verbreitetste von insgesamt sieben Arten in der Gattung Hepatica. Alle Arten sind mehrjährige, niedrige Kleinstauden mit einer oftmals ganzjährig sichtbaren Blattrosette. Sie blühen zeitigen Frühjahr bzw. zu Beginn der Vegetationsperiode in höheren Gebirgslagen. Die Blütenfarbe ist oft ein auffälliges Azurblau. Es treten blau, rosa, violett oder weiß blühende Pflanzen auf, sehr selten auch mit gefüllten Blüten. In Mitteleuropa ist nur die Unterart H. nobilis var. nobilis weit verbreitet. Ihre 6 bis 8 beschriebenen Unterarten kommen in Europa, O-Asien (z.B. var. japonica) und in O-Nordamerika (z.B. var. acuta) vor. Der Gattungsname Hepatica wie auch der deutsche Trivialname beziehen sich auf die Gestalt der Laubblätter. Die Laubblätter erinnern im Umriss an die Form der menschlichen Leber und begründeten früher nach der Signaturenlehre den Glauben an die Heilkraft bei Leberleiden. Typischerweise wächst es in der Humusschicht über lehmigen kalkhaltigen Waldböden in Buchen und Eichenwäldern (z.B. Thüringen) aber auch auf Sandböden (z.B. Mecklenburg, Branden-burg). Es bevorzugt schattige bis halbschattige Lagen. Die Stiftung Naturschutz Hamburg kürte das Leberblümchen zur Blume des Jahres 2013. Bei Förster findet sich der Ausspruch: Hepatica nobilis, das heimische Leberblümchen, ein ewiger Schatz halbschattiger Vorfrühlingsgärtchen.

Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Leberkrankheiten, Gallenkrankheiten
Heilwirkung: blasenziehend, harntreibend, leberschützend, schleimlösend, schmerzlindernd
Anwendungsbereiche: Pflanzenheilkunde: Blasenprobleme, Bronchitis, Gallensteine, Husten, Kehlkopfentzündung, Leberschwellung, Leberschwäche, Lungenprobleme, Milzschwellung, Nierenprobleme, Rheuma, Tuberkulose, Verdauungsbeschwerden, Wunden, Homöopathie: Bronchitis, Rachenkatarrh
wissenschaftlicher Name: Anemone hepatica, Anemone tribola, Hepatica nobilis, Hepatica tribola
Pflanzenfamilie: Ranunculaceae = Hahnenfußgewächse
englischer Name: Hepatica, Liver Flower, Liverleaf
volkstümlicher Name: Auswärts, Blaumblume, Ebenauskraut, Edel-Leberkraut, Fastenblume, Feigerl, Guldenleberkraut, Güldenleberkraut, Haselmünichkraut, Hasenwurz, Blaue Herzblume, Blaues Herzblumenkraut, Herzfreude, Herzkraut, Herzleberkraut, Himmelsterndln, Hirschklee, Herzblümli, Hümmistern, Josefibleamel, Leberblattl, Leberblümchen, Leberkraut, Leberwindblume, Märzblom, Märzblümchen, Osterbleaml, Schneekadeln, Blaue Schlüsselblumen, Schwarzblätterkraut, Sohn-vorm-Vater, Staudenbleaml, Sternleberkraut, Vorwitzchen, Vorwitzerchen, Vorwitzkraut, Blaue Windblume, Windrosenkraut
Verwendete Pflanzenteile: Blüten, blühendes Kraut
Inhaltsstoffe: Anemonin, Anthocyane, Emulsin, Flavonolglykoside, Gerbstoffe, Harz, Hepatisaponin, Lactonglucoside, Protoanemonin, Saponine
Sammelzeit: März bis Mai
Kontraindikation: Schwangere und Stillende
 
Anwendung
Das Leberblümchen wird überwiegend getrocknet eingesetzt, da das Gift (Protoanemonin) der frischen Pflanzenteile äußerlich die Haut reizt und innerlich Gastroenteritis (akute Magen-Darm-Entzündung) und Nephritis (Nierenentzündung) hervorrufen kann.
Tee
1 Esslöffel getrocknetes Kraut wird mit 250ml kaltem Wasser übergossen und 6-10 Stunden ziehen gelassen. Abseihen und schluckweise über den Tag verteilt trinken, wirkt bei Leber- und Gallenkrankheiten. Es wird kein heißes Wasser genommen, weil der Tee unerträglich bitter schmeckt.
Tinktur
5 gehäufte Esslöffel getrockneten blühenden Krautes werden zerkleinert und in 500ml Korn angesetzt. 3-4 Wochen bei Zimmertemperatur ziehen lassen, anschließend abseihen. Eingenommen werden 10 Tropfen auf einem Stückchen Zucker, wirkt bei Leber- und Gallenkrankheiten.
Wein
Das getrocknete Kraut wird in Wein aufgekocht und abgeseiht. Der sehr bittere Wein dient der Blasen- und Nierenreinigung.
Frische Pflanze
Die hautreizende Wirkung der frischen Pflanze wurde früher zum Blasenziehen bei Rheuma eingesetzt. Eine Methode, die heute nicht mehr angewendet werden sollte.
Heilkräftige Pflanzenteile
Das blühende Kraut ohne Wurzel oder die Blüten zur Blütezeit. Die Trocknung erfolgt im Schatten.
Heil- und Wirkstoffe
Die flüchtige, stickstofffreie Verbindung Anemonol wäre ein örtlich sehr reizendes und erregendes Gift, wodurch eine Lähmung des Zentralnervensystems ausgelöst werden könnte. Es zerfällt jedoch nach gutem Trocknen in die ungiftigen Anemon- und Isoanemonensäuren sowie in das ebenfalls ungiftige Anemonin. Die Leberblümchenblätter wie auch die Blüten dürfen daher niemals unmittelbar nach dem Ernte verwendet werden, sondern müssen sorgfältig getrocknet werden. In Blatt und Blüte ist ferner noch ein spaltbares Glykosid Hepatrilobin, ferner Invertin, Saccharose, Emulsin, Harz und Gerbstoff enthalten.
Heilwirkung
Die leberartige Form der Blätter gab der mittelalterlichen Signaturlehre genug Anlass, die Pflanze als Leberheilpflanze zu erklären. Sie galt als klassischer Beweis für die Richtigkeit dieser Lehre, die aber auch sehr oft über das Ziel schoss und die unwahrscheinlichsten Farben und Formen als Signum (Zeichen) deutete. Die von Paracelsus, Bock, Matthiolus und von Haller aufgestellte Behauptung, dass das Leber-blümchen leber- und milzeröffnend sowie wassertreibend wirke, wurde von der modernen Naturheillehre bestätigt. Wir verwenden den richtigen bereiteten Tee bei Leberstauung, Leberschwellung, allgemein Gallenleiden und bei Gallensteinen, besonders bei Gallengrieß, sowie bei Milzschwellung und allgemeinen Nieren- und Blasenleiden.
Anwendung: Die Leberblümchen (Blüten und Blätter oder die Blüten allein) werden nur gut getrocknet verwendet und ist der Tee nur kalt durch 6-8 Stunden anzusetzen, abzuseihen und schließlich leicht anzuwärmen. Er ist zuckerlos und schluckweise zu trinken, 2 Teelöffel für 1 Tasse, 2 Tassen am Tage. Da der heiße Aufguss sehr bitter und unangenehm schmeckt und außerdem Magenbeschwerden auslösen kann, ist nur der kalte An-satz herzustellen. Auch der reine Blütentee ist als kalter Ansatz zu bereiten und hilft gegen unfreiwilligen Harnabgang.
Die Leberblümchentinktur ist in der Herstellung einfach:
Eine gute Handvoll getrockneten blühenden Krautes wird zerschnitten, in ½ - ¾ l Kornbranntwein durch etwa drei Wochen bei Zimmerwärme angesetzt und schließlich abgeseiht. Bei Leber-, Gallen- und bei Nierenleiden nehme man 3mal täglich 10-15 Tropfen auf einem halben Stück Zucker ein.
Anwendung in der Volksheilkunde
Beliebt ist in der Volksheilkunde der Verwendung des Leberblümchentees gegen Bluthusten bzw. Lungenblutungen wie überhaupt bei chronischen Kehlkopf- und Lungenkrankheiten. Die bereits genannten Anwendungsgebiete Leber und Galle stamme ursprünglich alle aus der Volksheilkunde.
Die frischen grünen Blätter bei genannten Krankheiten zu kauen und den Saft auszuziehen und zu schlucken ist absolut abzulehnen.
Das Leberblümchen wird in der Volksheilkunde als Tee gegen Gelbsucht anwendet.
Anwendung in der Homöopathie
Die frische Pflanze wird in der Homöopathie gegen den Bronchitis und Rachenkatarrh mit Fremdkörpergefühl eingesetzt. Die homöopathische Essenz Hepatica dil D1, täglich 3mal je 10 Tropfen wirkt heilend bei chronischen Reizerscheinungen der Luftröhre und des Rachens, bei Bronchitis und bei Husten.
Anwendung in der Tierheilkunde
In der bäuerlichen Tierheilkunde wird der Leberblümchentee dem Vieh bei Leber- und Blasenleiden eingegeben. Der falsch bereitete Teeabsud schmeckt sehr bitter und wird daher vom Vieh nur sehr unwillig angenommen.
 
Geschichtliches
Das Leberblümchen ist eine beliebte Heilpflanze in der Volksheilkunde, vor allem bei Leberleiden, was ihr den Namen gab. Auch die Blattform, die an die Leber erinnern soll, zeigt nach der mittelalterlichen Signaturenlehre die Wirksamkeit bei Leberleiden an. Die Leber wird geöffnet und geheilt. Auch als Zauberpflanze als Schutz gegen Krankheit war das Leberblümchen beliebt. Die ersten drei Blüten, die man findet, sollen gegessen das ganze Jahr bei Fieber schützen. Heute hat das Leberblümchen als Heilpflanze kaum noch eine Bedeutung, zumal die Pflanze in der Natur geschützt ist. In Gärten findet man das Leberblümchen als Zierpflanze, die als eine der ersten blühenden Pflanzen den Frühling ankündigt.
 
Pflanzenbeschreibung
Das Leberblümchen ist in fast ganz Europa heimisch, sowie in Nordamerika, Japan und Korea. Sie wächst bevorzugt auf kalkreichen Böden in Wäldern. Die mehrjährige Pflanze wird zwischen 5 und 20 Zentimeter hoch. Die blauweißen, blauen bis violetten Blüten erscheinen zwischen Februar und April, die Blüten haben 6-8 Blüten-blätter. Die grundständigen Blätter sind 3-lappig, lederartig und erscheinen nach der Blüte. Alle Pflanzenteile sind giftig (Protoanemonin). Die Pflanze steht unter Naturschutz.
Botanik
Die mehrjährige Pflanze, 5-15cm hoch werdend, hat einen reichverzweigten Wurzel-stock und bringt zunächst nur die langgestielten Blütenstängel mit den so lieblichen blauen Blüten hervor. Die Hüllblätter haben das Aussehen eines wirklichen Kelches. Die während des Blühens sich entfaltenden, langgestielten und unterseits behaarten Blätter werden später lederartig und sterben erst im nächsten Frühjahr nach der Blüte ab. Die nektarlose, sternförmige Blüte ist hell- oder dunkelblau, selten rötlich oder weiß. Die Staubblätter sind fast weiß.
Geruch und Geschmack
Das Leberblümchen ist fast geruchlos, der Geschmack ist bitter.
Blütezeit
März – April, in Hochlagen April – Mai
Standort
Wir treffen die Pflanze in schattigen Wäldern und Hainen, zerstreut oder massenhaft auftretend an, Kalk- und Lehmböden bevorzugend.
Das Leberblümchen ist eine überwinternd grüne, ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhe beträgt 10 bis 25 cm. Es übersteht den Winter mit Überdauerungsknospen, die sich unmittelbar an der Erdoberfläche in den Blattachseln und im Schutz der überdauernden Blätter befinden und gehört deshalb zu den wintergrünen Hemikryptophyten. Es besitzt ein kurzes, schräg im Boden liegendes, dunkelbraunes Rhizom, das mit schuppenförmigen Niederblättern besetzt ist. Die Wurzeln des Leberblümchens reichen bis zu 30 Zentimeter tief ins Erdreich. Deshalb wird das Leberblümchen zu den Tiefwurzlern gezählt. Dem Rhizom entspringen nach der Blüte oder gegen Ende der Blütezeit die neu angelegten, grundständigen Laubblätter. Die langen Blattstiele weisen bei jungen Blättern noch eine dicht glänzende, weiße und weiche Behaarung auf. Die Blattspreite ist in drei Lappen geteilt und erinnert im Umriss an die menschliche Leber, worauf der frühere Artname Hepatica triloba Chaix und nach der Signaturenlehre der deutsche Trivialname basiert. Die Lappen besitzen abgerundete oder leicht zugespitzte Blattzipfel und können bis zur Hälfte der Spreite eingeschnitten sein. Die Blattoberseite der leicht ledrigen Blätter ist dunkelgrün gefärbt; die Blattunterseite ist dagegen purpur-violett getönt.
Die behaarten, rötlich-braunen Blütenstandsschäfte wachsen aufrecht. Beinahe direkt über den drei kelchartigen, grünen Hochblättern, die die Blütenknospen schützend umhüllen und damit die Schutzfunktion des fehlenden Kelchs übernehmen, sitzen die langgestielten Blüten. Die endständigen Blüten sind zwittrig, radiärsymmetrisch und besitzen einen Durchmesser von 15 bis 30 mm. Die sechs bis neun gleich gestalteten Blütenhüllblätter sind blau bis blauviolett gefärbt, selten kommen Exemplare mit weißer oder purpurfarbener Blütenhülle vor. Die blaue Farbe wird durch den Anthocyanfarbstoff Cyanidin erzeugt. Ein Kreis weißlicher Staubblätter umgibt das Blütenzentrum. Im Zentrum der Blüte befinden sich zahlreiche freie Fruchtblätter. Sie sind grün gefärbt, länglich geformt und besitzen eine kopfige Narbe. Die Blütezeit erstreckt sich von März bis April, womit das Leberblümchen zu den im Frühling am frühesten blühenden Pflanzen gehört. Bei Regenwetter und am Abend schließen sich die Blüten. Die häufige Öffnung erfolgt durch Wachstumsbewegungen der Blütenhüllblätter, wodurch diese sich täglich etwas verlängern und während der Gesamtblütezeit auf etwa das Doppelte der ursprünglichen Größe anwachsen. In einer Sammelfrucht stehen mehrere einsamige Nüsschen zusammen.
 
Anbautipps
Die Pflanze ist schwierig zu kultivieren. Das Saatgut muss für etwa einen Monat zwischen -5°C und 0°C gelagert werden, erst dann ist es keimfähig. Die Keimzeit kann von einen Monat bis zu einem Jahr betragen, die Keimtemperatur liegt bei etwa 10°C. Sinnvoll ist daher die Anzucht in Töpfen. Statt Samen kann man das Leberblümchen durch Wurzelteilung vermehren. Das Leber-blümchen gerne eine Mischung aus kalkiger Erde, Lehm und Kompost aus Laub. Der Boden sollte feucht sein. Die kleinen Pflanzen erst dann auspflanzen, wenn keine Fröste mehr zu erwarten sind. Zwar kommt das Leberblümchen mit Sonne und Schatten klar, aber am liebsten mag es Halbschatten. Das Leberblümchen sondert über die Wurzel Stoffe ab, die Pflanzen in der Umgebung am Wachstum hindert. Mag das Leberblümchen den Standort, so vermehrt es sich zu einem großflächigen Bestand.
 
Sammeltipps
Das Sammeln in der Natur ist nicht erlaubt, da die Pflanze geschützt ist. Gesammelt werden nur die oberirdische Teile. Blüten zuerst im Jahr. Die Blüten werden schnell in den Schatten gebracht und dort getrocknet. Beim Sammeln muss man mit dem Hautkontakt vorsichtig sein, da das Protoanemonin zu heftigen Hautreaktionen (Hahnenfuß-Allergie, Hahnenfuß-Dermatitis oder Wiesen-Dermatitis) mit Blasenbildung führen kann. Wenn die Pflanze getrocknet wird, verliert sich das Gift.

MAHONIE t
In Europa wächst die Mahonie meist in Parkanlagen oder Gärten, kommt aber auch verwildert vor. Dass man die Mahonie auch nutzen kann, ist den meisten Menschen unbekannt. In Nordamerika, der Heimat der Mahonie, wird sie von den Indianern schon lange als Heilpflanze eingesetzt. Vor allem ihre Wirkung zur Stärkung und für das Verdauungssystem ist verbreitet. Aber sogar gegen Schuppenflechte soll die Mahonie wirken, wenn man sie als Salbe anwendet. Die Gewöhnliche Mahonie oder Stechdornblättrige Mahonie ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Mahonien innerhalb der Familie der Berberitzengewächse. Sie kommt ursprünglich aus dem westlichen Nordamerika und ist in Europa verwildert anzutreffen. Sie wird als Ziergehölz in Parks und Gärten verwendet.
 
Steckbrief
Heilwirkung: antibakteriell, blutreinigend, harntreibend, kräftigend, Appetitlosigkeit, Magenschleimhautentzündung (Gastritis), Verdauungsschwäche, Verstopfung, Darmentzündung, Galle treibend, Nierenschwäche, Augenkrankheiten, Rachenentzündung (zum Gurgeln), Schuppenflechte
wissenschaftlicher Name: Mahonia aquifolium
englischer Name: Blue Barberry
Pflanzenfamilie: Berberitzengewächse = Berberidaceae
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel, Wurzelrinde, Früchte
Inhaltsstoffe: Gerbsäure, Harz, Berberin, Palmatin, Vitamin C (Früchte)
Sammelzeit: Wurzeln: Frühjahr und Spätherbst, Früchte: Herbst
 
Anwendung
Die Gewöhnliche Mahonie in den gemäßigten Gebieten fast weltweit als Zierpflanze in Parks und Gärten verwendet. Sie wächst sowohl in sonnigen als auch in halbschattigen Standorten. Mit verschiedenen Berberitzen-Arten bildet die Gewöhnliche Mahonie verschiedene Arten der Hybridgattung Berberitzenmahonie (×Mahoberberis). Die Gewöhnliche Mahonie ist nicht ohne Weiteres zu verwerten, da die meisten Pflanzenteile giftig sind. Die Wurzeln enthalten bis zu 1,5% Berberin sowie diverse weitere Alkaloide. Der Alkaloid-Gehalt der Beeren liegt bei etwa 0,05%; sie sind essbar und werden z. B. für die Herstellung von Marmeladen und Fruchtweinen, sowie in der Mischung mit anderen säurearmen Fruchtarten als Farbkomponente verwendet. Die Beere hat einen Zuckeranteil von 9,8g/100g und Fruchtsäure von 4,87g/100 ml. Des Weiteren enthält sie verschiedene Vitamine, u. a. Vitamin C und Mineralstoffe. In der Literatur finden sich Hinweise auf die medizinische Verwendung von Pflanzenextrakten, insbesondere des darin enthaltenen Berberins zur Bekämpfung von Haarschuppen und Schuppenflechte, möglicherweise auch Akne. Der Extrakt aus Rinde und Wurzel wird in der traditionellen Literatur und in der Homöopathie bei Hautausschlag empfohlen. Die Gewöhnliche Mahonie blüht schon zeitig im Frühjahr (ab März) und stellt damit eine frühe Nektar- und Pollentracht für Bienen und Hummeln dar. Die Gewöhnliche Mahonie kann zum Färben von Wolle, Seide und Baumwolle verwendet werden. Die Beeren färben blau-violett, die innere Rinde und gelben Wurzeln gelb.
Die Mahonie wird traditionell bei den Ureinwohnern Nordamerikas als Heilpflanze eingesetzt. Die sauren Früchte sind ein sanftes aber wirksames Abführmittel. Sie sollten nicht im Übermaß genossen werden, weil sie in großen Mengen Brechduch-fall verursachen können. In kleinen Mengen kann man die Früchte aber essen, wahl-weise roh oder gekocht. Auch als Marmelade kann man sie zubereitet. Getrocknet kann man sie für die ganzjährige Nutzung aufheben. Die Früchte sind sehr reich an Vitamin C. Die Wurzel und die Wurzelrinde kann man als Tee gegen Verdauungsbe-schwerden trinken. Solch ein Tee wirkt zudem kräftigend und stärkt die Nierenfunk-tion. Bei Halsschmerzen kann man Mahonientee zum Gurgeln nehmen. Auch bei Schuppenflechte wurden positive Wirkungen beobachtet, wenn man aus der Wur-zelrinde der Mahonie eine Salbe zubereitet. Das Berberin der Mahonie soll sogar eine tumorbekämpfende Wirkung haben.
Achtung! In größeren Mengen kann man die Wurzel als giftig betrachten, weil sie Durchfälle auslösen kann.
Hinweis: Die Mahonie sollte nicht zusammen mit Süßholz angewandt werden, weil sich die Wirkungen gegenseitig aufheben.
 
Pflanzenbeschreibung
Ursprünglich kommt die Mahonie aus dem Westen Nordamerikas. In Europa wächst sie in Gärten und verwildert. Die Mahonie ist ein Strauch, der bis zu einen Meter hoch wird. Ihre glänzenden Blätter sind immergrün und haben kleine Stacheln an den Rändern. Die Form der Blätter erinnert an die Stechpalme. Im Frühling blühen dichtstehende gelbe Blüten, die in Trauben stehen. Daraus reifen runde Beeren, die bläulich sind und bereift wie Pflaumen. Die Beeren schmecken sauer. In großen Mengen verursachen die Beeren Brechdurchfall.
Die Gewöhnliche Mahonie wächst als selbstständig aufrechter, vielstämmiger, unbewehrter, immergrüner Strauch und erreicht Wuchshöhen von bis etwa 1,8 Metern. Die lederharten, bis 30 Zentimeter langen Laubblätter sind unpaarig gefiedert. Die Blättchen sind bis 8 Zentimeter lang und sitzen zu 5 bis 13 auf der Blattspindel. Sie sind oberseits glänzend dunkelgrün, unterseits heller gefärbt, ihr Rand ist zum Teil stark gewellt und jederseits mit 10 bis 20 Stachelzähnen besetzt. Die Laubblätter sind im Winter manchmal tief bronzerot gefärbt.
Die Blütezeit reicht von März bis Juni. Die aufrechten, dichten, bis zu 8 Zentimeter hohen, traubigen Blütenstände stehen zu dritt bis viert zusammen. Die duftenden, zwittrigen Blüten sind dreizählig, gelb und manchmal rot überlaufen. Die drei Kronblätter sind goldgelb. Wie auch bei anderen Berberitzengewächsen kann man bei der Gewöhnlichen Mahonie den seltenen Mechanismus von reizbaren Staubblättern studieren, die etwa bei Berührung durch ein In-sekt explosionsartig in Richtung Narbe schnellen und somit ihren Blütenstaub am Besucher festheften. Die Früchte reifen ab August. Die bei Reife purpur-schwarzen, bläulich bereiften Beeren sind gut erbsengroß, kugelig und enthalten zwei bis fünf Samen. Die Samen sind rotbraun. Die Beeren sind essbar und schmecken stark sauer; sie haben einen dunkelroten Saft.

BACHBLÜTE ELM
Vorübergehende Unzulänglichkeitsgefühle durch Erschöpfung  
Diese haben vorübergehende Unzulänglichkeitsgefühle durch die Erschöpfung
Mit der Bachblüte können sie diese Unzulänglichkeitsgefühle durch Erschöpfung entgegenwirken
BACHBLÜTE GENTIAN
Ich bin ein skeptischer Mensch          
Diese Menschen sind zu oft sehr skeptisch
Hier können sie dies skeptische Art abbauen
Hildegards Lebens- und Heilmittel
Fisch
In ihrer Physica hat sich Hildegard von Bingen ausführlich mit Fischen und ihren Lebens- und Ernährungsgewohnheiten befasst. Sie unterscheidet im Wesentlichen drei Fischarten, deren Wert für die menschliche Ernährung (Subtilität) von der Qualität ihres Futters abhängt:
+ Fische, die sich am Boden eines Gewässer aufhalten, „durchwühlen den Grund wie die Schweine die Erde. Das Fleisch dieser Fische ist etwas weich und schwach und sie sind nicht gesund zum Essen“.
+ Fische, die sich meist in mittleren Wassertiefen aufhalten, ernähren sich von gesunden Pflanzen (Algen, Wasserpflanzen), ihr Verzehr hat daher eine gesundheitsfördernde Wirkung auf den Menschen.
+ Fische, die sich vorwiegend an der Wasseroberfläche aufhalten, „suchen ihre Nahrung im Schaum und in viel Schmutz der Oberfläche und daher ist ihr Fleisch weich und schwach und sie sind nicht gesund zum Essen“.
Für Kranke und Gesunde gleichermaßen wertvoll gelten bei Hildegard Barsch, Dorsch, Gold- und Rotbarsch, Kabeljau, Hecht, Zander, Saibling, Wels, Äsche und Hering.
Nur für gesunde Menschen verträglich sind hingegen Bachforelle, Bitterling, Karpfen, Blaufelchen und Lachs. Für ganz ungeeignet zum menschlichen Verzehr hält Hildegard Aal, rohen Hering, Scholle und Salm.
Die Verträglichkeit und Wirkung der Fischmahlzeit hängt, wie bei allen Lebensmitteln, von ihrer Zubereitung ab. So taugt beispielsweise der frisch gefangene Hering „nicht zum Essen, weil er den Körper zum Anschwellen bringt und eitrig macht. Grün gegessen ist er Gesunden und Kranken schädlich. Salzhering schadet weniger, Gesunde können damit fertig werden, Kranken schadet er aber. Gebratener Hering ist heilsamer als gekochter.“

Der Fußdampf
Die Arbeit, welche der Kopfdampf am Oberkörper vornimmt, leistet der Fußdampf dem Unterkörper, in erster Linie den Füßen.
TECHNIK
Der Patient entkleidet den Unterkörper und setzt sich auf einen Stuhl, auf den zuerst eine Wolldecke und dann ein Leintuch gebreitet werden. Ein Gefäß, z.B. eine kleine Wanne oder ein großer Topf, wird mit siedendem Wasser bzw. Kräuterabsud gefüllt und mit geschlossenem Deckel vor den Kranken gestellt. Der Abstand zwischen den Gefäß und den Füßen soll für den Patienten bequem sein. Dann wird der Deckel abgenommen und ein Lattenrost oder ein paar Holzbrettchen quer über das Gefäß gelegt, auf das der Patient nun seine Füße stellt. Die Decke mit dem Leintuch wird so um den Unterkörper des Patienten und das Gefäß gelegt, daß kein Dampf verlorengeht, sondern nach oben zu den Füßen und Beinen aufsteigt.
Der Dampf kann verstärkt werden, wenn nach einigen Minuten ein erhitzter Ziegelstein in das heiße Wasser gegeben wird:
Man lasse die Steine nicht ins Wasser fallen, diese müßte ein Spritzen und Brandwunden absetzen. Wenn der heiße Stein in das Wasser kommt, braust es stark auf, die Hitze wird vermehrt und so auch der Dampf gesteigert. Man kann dieses auch beim Kopfdampf tun, wenn ein besonders starker Dampf notwendig ist.
Nach fünf bis sechs Minuten rinnt der Schweiß schon über die Füße und wenn Füße und Schenkel ungefähr 18-20 Minuten vom Dampf umgeben sind, so wird recht viel kranker und fauler Stoff aufgelöst und ausgeleitet.
Kneipp rät auch hier wieder, den Fußdampf nicht zu oft anzuwenden: Einmal die Woche ist ausreichend und nie mehr als zwei Anwendungen pro Woche.

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