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Meisterwurz
Im späten Mittelalter galt die Meisterwurz als Allheilmittel, wie man unschwer am Namen erkennen kann. Sie war hochverehrt und wurde nicht nur für medizinische Zwecke, sondern auch als Zauberwurzel eingesetzt. Später geriet die Meisterwurz in Vergessenheit, möglicherweise, weil man sie so leicht mit anderen Doldenblütlern verwechseln kann. Erst als Hildegard von Bingen und ihre Kräutermedizin wiederentdeckt wurde, stieg auch wieder das Interesse an der Meisterwurz, die von Hildegard möglicherweise sehr geschätzt wurde.
Meisterwurz, auch Kaiserwurz und Ostruz genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Haarstrang. Sie ist vor allem im Alpenraumverbreitet und als Heilpflanze bekannt.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Husten
Heilwirkung: antibakteriell, beruhigend, blähungswidrig, harntreibend, schleimlösend, tonisierend
Anwendungsbereiche: Abszesse, Asthma, Blähungen, Bluthochdruck, Bronchitis, Erkältungen, Epilepsie, Fieber, Gallenprobleme, Gebärmutterkrämpfe, Geschwüre, Gicht, Grippe, Heuschnupfen, Leberschwäche, Magenprobleme, Ödeme, Rheuma, Wassersucht, Wechseljahresbeschwerden, Wunden, Zahnfleischbluten, Zahnschmerzen, Zungenlähmung
wissenschaftlicher Name: Peucedanum ostruthium (oder Imperatoria struthium)
Pflanzenfamilie: Doldenblütler = Apiaceae
englischer Name: Masterwort
volkstümlicher Name: Anstrenze, Beizenkraut, Beizichrut, Bergwurz, Durstwurz, Haarstrang, Haischwurz, Horstminze, Kaiserwurzel, Magisterwurz, Ostrutwurz, Rauschwurz, Sirenenwurzel
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel, Wurzelstock
Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Gummi, Harz, Imperatorin, Kumarine, Furocumarine, Ostin, Ostruthin, Ostrutol, Oxipeucedanin, Peucedanin, Stärke
Sammelzeit: März bis April, September bis Oktober
 
Anwendung
Meisterwurz wird traditionell als Heilpflanze verwendet - war in der Antike aber offenbar unbekannt. Hildegard von Bingen kannte zwar eine Heilpflanze, die sie Astrencia nennt, dabei könnte es sich aber ebenso gut um die Große Sterndolde handeln. Im 16. Jahrhundert zumindest wurde die Meisterwurz Astrenz genannt, wohingegen die Große Sterndolde Schwartz Astrenz genannt wurde. Klar ist, dass Conrad Gessner 1560 den Anbau des Meisterwurzes empfiehlt, und sich die Meisterwurz bis in das 19. Jahrhundert vielfach in Gärten findet. Der Wurzelstock enthält zwischen 0,18 und 0,78% (in Extremfällen bis 1,4%) Ätherische Öle, der größte Teil davon (etwa 35,2%) ist Sabinen. Weitere Bestandteile sind 1,3% Oxypeucedanin (C13H12O2), 0,5% Ostruthin (C18H20O8), 0,3% Ostruthol (C24H24O8) und 0,1% Osthol (C12H18O2). Ostruthin ist ein Kumarin für das 2003 eine inhibierende Aktivität gegen verschiedene Mykobakterien nachgewiesen wurde. Aus den Wurzeln wurden Pillen, Pulver, Dekokte, Aufgüsse oder Salben gefertigt, die als Universalmittel bei Bronchialkatarrh, Asthma, Delirium tremens, Epilepsie, ansteckenden Krankheiten, Dermatophytosen, zur Wundbehandlung, bei Magenbeschwerden, als Gegengift, bei Wassersucht oder Zahnschmerz verwendet wurden. Meisterwurz war auch Bestandteil des Spiritus carminativus Sylvii. Auch im Orvietan war sie enthalten, einem aus vierundfünfzig verschiedenen Kräutern zusammengesetzten Allheilmittel. Aus ihr wird besonders in Gebirgsgegenden Schnaps und auch Kräuterkäse hergestellt. In Tirol wurde zur Weihnachtszeit die Stube mit der Wurzel ausgeräuchert. Die Wurzel diente zum ‚Vertreiben von Hexen.
Die Meisterwurz kann man ähnlich einsetzen wie die Engelwurz (Angelika).  Man kann einen Tee kochen oder sie als Tinktur verwenden. Auch einen Wein kann man mit der Meisterwurz aufkochen und ihn dann bei verdorbenen Ma-gen einnehmen.
Tee
Für einen Meisterwurz-Tee übergießt man ein bis zwei Teelöffel Meisterwurz mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen. Anschließend abseihen und den Meisterwurztee in kleinen Schlucken trinken. Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich. Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschließend kann man wieder sechs Wochen lang Meisterwurztee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Meisterwurzwirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.
Tinktur
Um eine Meisterwurztinktur selbst herzustellen, übergießt man Meisterwurz in einem Schraubdeckelglas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen. Von dieser Tinktur nimmt man ein bis drei mal täglich 10-50 Tropfen ein. Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen. Die Tinktur wird zur Stärkung der Verdauung verwendet und bei Erkältungskrankheiten. Wenn Beschwerden durch die Wechseljahre besonders frühzeitig einsetzen, kann Meisterwurztinktur sie lindern. Die Meisterwurztinktur kann man auch verwenden, um bei Zahnfleischbluten das Zahnfleisch abzutupfen. Auch für die anderen Anwendungsgebiete der Meisterwurz kann man die Tinktur innerlich oder äu-ßerlich anwenden.
Dampfbad
Bei Husten und Bronchitis kann man ein Dampfbad mit der Meisterwurz durchführen. Dazu gibt man ein bis zwei Esslöffel fein geschnittene Wurzelstücke der Meisterwurz in eine hitzefeste Schüssel und übergießt sie mit etwa 1 Liter kochendem Wasser. Die Schüssel stellt man auf einen Tisch. Dann beugt man sich über die dampfende Schüssel und zieht ein großes Handtuch über Kopf und Oberkörper, damit der Dampf erhalten bleibt. Der heiße Dampf wird 10 bis 15 Minuten lang inhaliert. Anschließend trocknet man sich gründlich ab.
Breiumschlag mit Wurzelbrei
Mit Meisterwurz-Pulver kann man einen Breiumschlag zubereiten. Dazu gibt man etwas warmes Wasser zu dem Meisterwurzpulver und macht daraus einen Brei. Diesen Brei gibt man auf schlecht heilende Wunden, Geschwüre oder Abszesse. Dann legt man eine Kompresse auf den Brei und fixiert den Breiumschlag mit einer Mullbinde oder Pflaster.
 
Wirkung
Dank der ätherischen Öle wirkt die Meisterwurz schleimlösend und erleichtert die Atmung. Die antibakterielle Wirkung hilft dabei, bakterielle Bronchitis abzuheilen. Die gleiche Wirkungsweise hilft auch bei schlecht heilenden Wunden, Entzündungen und anderen bakteriellen Infektionen. Unter anderem durch die Bitterstoffe und die ätherischen Öle wird die Verdauung angeregt und die Gallensaftproduktion gefördert. Blähungen werden gelindert.
Nebenwirkungen
Aufgrund der Furocumarine kann der Hautkontakt mit der Meisterwurz bei empfindlichen Menschen hautreizend wirken. Daher sind auch allergische Reaktionen nicht ausgeschlossen.
 
Magische Anwendung
Das Räuchern mit der Wurzel sollte Hexen vertreiben. In Tirol wurde zu diesem Zweck traditionell in der Weihnachtszeit mit der Meisterwurzel geräuchert. Wenn man die Wurzel mit sich trägt, soll das Kraft verleihen. Sowohl die Körperkraft als auch die Willenskraft sollen gestärkt werden. Kühe und Pferde fütterte man unter anderem mit der Meisterwurz, um sie zu beruhigen.
 
Geschichtliches
In der Heilkunde der Antike war die Meisterwurz unbekannt, wahrscheinlich, weil sie eine Alpenpflanze ist und nicht in den Mittelmeerländern heimisch ist.
Ob Hildegard von Bingen die Meisterwurz kannte, ist heute umstritten. Möglicherweise ist mit der Pflanze, die sie als Astrencia kannte, nicht die Meisterwurz, sondern die Große Sterndolde gemeint. Ab spätestens 1560 ist die Meisterwurz jedoch als Heilpflanze bekannt und wird sehr geschätzt. Man verwendete sie seit damals bis ins 19. Jahrhundert in vielerlei Anwendungen, unter anderem auch als Teil von Universalheimitteln, z.B. im Orvietan, einer späten Abwandlung des Theriaks. Beliebt waren Salben, Tinkturen, Pulver, Pillen, Abkochungen und Tees aus der Meisterwurz. Am Namen Meisterwurz kann man auch erkennen, wie sehr die Pflanze einst geschätzt wurde. Für einige Jahrhunderte galt sie sogar als Allheilmittel. Weil sie jahrhundertelang auch gerne in Gärten angebaut wurde, gibt es auch im Mittelgebirge oder Flachland manchmal wild wachsende Exemplare der Meisterwurz. Diese entkamen vor geraumer Zeit den Gärten der Anwohner.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Meisterwurz wächst in den Alpen, Pyrenäen und anderen Gebirgen Mitteleuropas. Sie gehört zur Familie der Doldenblütler und ähnelt der Engelwurz. In der Antike am Mittelmeer war die Meisterwurz gänzlich unbekannt, das deutet darauf hin, dass sie dort nie wuchs. In Mitteleuropa hat sie sich hingegen stark verbreitet, wohl weil sie im Mittelalter in vielen Gärten angebaut wurde und dann verwildert ist. Sie bevorzugt Bachufer und feuchte Wiesen über 1.000 Höhenmetern, um zu wachsen. Auch an Stellen, wo der Schnee im Frühling noch lange liegen bleibt, gedeiht die Meisterwurz gut. Besonders häufig findet man die Meisterwurz auf den sogenannten Hochstaudenfluren. Die Meisterwurz wird bis zu 90 cm hoch. Sie hat eirunde, dreilappige Blätter, die an der Spitze eingekerbt sind. Ihre Blüten sind flache, weiße oder zartrosa Dolden, die im Juli bis August aufblühen.
Achtung! Bei Menschen mit empfindlicher Haut, kann der Kontakt mit der Meisterwurz Wiesendermatitis auslösen.
Der Meisterwurz ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 100 Zentimetern erreicht. Meisterwurz strömt einen starken würzigen Geruch nach Möhren und Sellerie aus. Der „Wurzelstock“ ist dick spindelförmig, braun und milchend. Er treibt unterirdische Ausläuferaus. Die Sprossachse steht aufrecht, ist stielrund und gerillt. Im Inneren ist sie röhrighohl und an der Außenseite kahl, außer unter den Dolden, wo sie rauflaumig behaart ist. Die Laubblätter sind grasgrün und kahl oder an der Blattunterseite, besonders an den Blattrippen, borstigflaumig behaart und am Rand borstig bewimpert. Das Laubblatt ist bis zu 30 Zentimeter lang und bis zu 34 Zentimeter breit. Die unteren, basalen Laubblätter sind häufig fast doppelt dreizählig. Die Abschnitte erster Ordnung sind gestielt und tief (fast bis zum Grund) dreiteilig. Die Lappen sind elliptisch bis lanzettlich, zugespitzt und zwischen 5 und 10 Zentimeter lang sowie 4 bis 7 Zentimeter breit. Der Spreitenrand ist ungleich doppelt gesägt mit derber Stachelspitze an den Zähnen. Die oberen Laubblätter sind in der Regel nur einfach dreischnittig, auf großen, aufgeblasenen, fast häutigen Scheiden sitzend.
Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Die Blütenstände sind große, flache bis zu 50-strahlige Dolden. Die Strahlen sind dünn, kantig, ungleich lang und innerseits fein rauflaumig behaart. Die Döldchen sind reichblütig. Die Blütenstiele sind sehr dünn, fast glatt und deutlich länger als die Früchte. Hüllblätter fehlen oder sind zuweilen einblättrig vorhanden. Die wenigen Hüllchenblätter sind borstlich, krautig und fast glatt. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni-Juli bis August. Die Blüten sind zwittrig. Der Kelchsaum ist verwischt. Die Kronblätter sind weiß oder rötlich, etwa 1 bis 1,5 Millimeter lang und zwischen 0,75 und 1 Millimeter breit. Sie sind fast glatt, sehr schwach oder stumpf papillös, breit verkehrt-eiförmig und am Grunde leicht genagelt. Die Spitze ist ausgerandet und mit einem eingeschlagenen, spitzen Läppchen versehen. Der Fruchtknoten ist oberständig und kegelförmig gewölbt, der Griffel ist zwischen 1 und 1,5 Millimeter lang. Die Narbe ist kopfig. Die Spaltfrucht, Doppelachäne genannt, ist weiß-gelblich mit bräunlicher Scheibe, fast kreisrund, zwischen 4 und 5 Millimeter lang und ebenso breit. Die Spitze ist etwas ausgerandet und stark zusammengedrückt. Die drei Rückenrippen der Teilfrüchte sind im Querschnitt dreikantig vorspringend, und stumpflich durch große Buchten voneinander getrennt. Die dünnen Randflügel sind sehr breit, fast so breit wie der Gehäusedurchmesser an der breitesten Stelle. Das Gewebe der Fruchtwand ist teilweise fein getüpfelt, aber parenchymatisch und kaum wesentlich verdickt.
 
Anbautipps
Da die Meisterwurz eine Gebirgspflanze ist, gedeiht sie nicht immer an beson-ders warmen Standorten in der Ebene. In kühleren Gegenden oder im Mittel-gebirge sind die Chancen besser, dass sich die Meisterwurz wohl fühlt. Die Meisterwurz braucht einen feuchten möglichst humosen Standort in der Sonne oder im Halbschatten. Am einfachsten ist die Vermehrung durch Teilung der Wurzelstöcke im Herbst. Man kann im Handel auch fertige Pflanzen kaufen. Die Anzucht mit Samen ist mühsam, weil die Meisterwurz ein Kaltkeimer ist und die Samen daher eine Kältephase brauchen, bevor sie keimen. Aber selbst mit aus-reichend Kälte keimen sie nur zögernd.
 
Sammeltipps
Achtung! In manchen Gegenden ist die Meisterwurz geschützt und darf nicht geerntet werden.
Da die Meisterwurz sehr leicht mit anderen Doldenblütlern, unter anderem dem hochgiftigen Schierling, verwechselt werden kann, sollte man sie nur sammeln, wenn man sich mit der Bestimmung absolut sicher ist. Die ganze Pflanze und vor allem der Wurzelstock riechen stark würzig und aromatisch. Der Duft liegt zwischen Engelwurz und Sellerie. Im Vergleich dazu riecht der Schierling eher nach Mäuseharn! Im späten Herbst oder zeitigen Frühjahr kann man den Wurzelstock ausgraben. Teile davon belässt man am besten in der Erde, damit die Pflanze später wieder neu austreiben kann. Nach der Ernte werden die Wurzelteile gewaschen, geschnitten und an einem trockenen und schattigen Ort getrocknet.

Leberblümchen t
Das Leberblümchen ist eine kleine blaublühende Pflanze, die bevorzugt in Wäldern im Halbschatten wächst. Sie war und ist eine wichtige Pflanze in der Volksheilkunde. Alle Teile der frischen Pflanze sind giftig, getrocknet ist sie ungiftig. Da die Pflanze selten geworden ist, steht sie unter Naturschutz und darf nicht mehr in der Natur gesammelt werden. Das Leberblümchen wurde zur Blume des Jahres 2013 gewählt.
Das Leberblümchen, genauer Gewöhnliches Leberblümchen, auch Dreilappiges Leberblümchen genannt, ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Hahnenfußgewächse. H. nobilis ist die verbreitetste von insgesamt sieben Arten in der Gattung Hepatica. Alle Arten sind mehrjährige, niedrige Kleinstauden mit einer oftmals ganzjährig sichtbaren Blattrosette. Sie blühen zeitigen Frühjahr bzw. zu Beginn der Vegetationsperiode in höheren Gebirgslagen. Die Blütenfarbe ist oft ein auffälliges Azurblau. Es treten blau, rosa, violett oder weiss blühende Pflanzen auf, sehr selten auch mit gefüllten Blüten. In Mitteleuropa ist nur die Unterart H. nobilis var. nobilis weit verbreitet. Ihre 6 bis 8 beschriebenen Un-terarten kommen in Europa, O-Asien (z.B. var. japonica) und in O-Nordamerika (z.B. var. acuta) vor.
Der Gattungsname Hepatica wie auch der deutsche Trivialname beziehen sich auf die Gestalt der Laubblätter. Die Laubblätter erinnern im Umriss an die Form der menschlichen Leber und begründeten früher nach der Signaturenlehre den Glauben an die Heilkraft bei Leberleiden. Typischerweise wächst es in der Humusschicht über lehmigen kalkhaltigen Waldböden in Buchen und Eichenwäldern (z.B. Thüringen) aber auch auf Sandböden (z.B. Mecklenburg, Brandenburg). Es bevorzugt schattige bis halbschattige Lagen. Die Stiftung Naturschutz Hamburg kürte das Leberblümchen zur Blume des Jahres 2013. Bei Förster findet sich der Ausspruch: Hepatica nobilis, das heimische Leberblümchen, ein ewiger Schatz halbschattiger Vorfrühlingsgärtchen.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Leberkrankheiten, Gallenkrankheiten
Heilwirkung: blasenziehend, harntreibend, leberschützend, schleimlösend, schmerzlindernd
Anwendungsbereiche: Pflanzenheilkunde: Blasenprobleme, Bronchitis, Gallensteine, Husten, Kehlkopfentzündung, Leberschwellung, Leberschwäche, Lungenprobleme, Milzschwellung, Nierenprobleme, Rheuma, Tuberkulose, Verdauungsbeschwerden, Wunden, Homöopathie: Bronchitis, Rachenkatarrh
wissenschaftlicher Name: Anemone hepatica, Anemone tribola, Hepatica nobilis, Hepatica tribola
Pflanzenfamilie: Ranunculaceae = Hahnenfußgewächse
englischer Name: Hepatica, Liver Flower, Liverleaf
volkstümlicher Name: Auswärts, Blaumblume, Ebenauskraut, Edel-Leberkraut, Fastenblume, Feigerl, Guldenleberkraut, Güldenleberkraut, Haselmünichkraut, Hasenwurz, Blaue Herzblume, Blaues Herzblumenkraut, Herzfreude, Herzkraut, Herzleberkraut, Himmelsterndln, Hirschklee, Herzblümli, Hümmistern, Josefibleamel, Leberblattl, Leberblümchen, Leberkraut, Leberwindblume, Märzblom, Märzblümchen, Osterbleaml, Schneekadeln, Blaue Schlüsselblumen, Schwarzblätterkraut, Sohn-vorm-Vater, Staudenbleaml, Sternleberkraut, Vorwitzchen, Vorwitzerchen, Vorwitzkraut, Blaue Windblume, Windrosenkraut
Verwendete Pflanzenteile: Blüten, blühendes Kraut
Inhaltsstoffe: Anemonin, Anthocyane, Emulsin, Flavonolglykoside, Gerbstoffe, Harz, Hepatisaponin, Lactonglucoside, Protoanemonin, Saponine
Sammelzeit: März bis Mai
Kontraindikation: Schwangere und Stillende
 
Anwendung
Das Leberblümchen wird überwiegend getrocknet eingesetzt, da das Gift (Protoanemonin) der frischen Pflanzenteile äußerlich die Haut reizt und innerlich Gastroenteritis (akute Magen-Darm-Entzündung) und Nephritis (Nierenentzündung) hervorrufen kann.
Tee
1 Esslöffel getrocknetes Kraut wird mit 250ml kaltem Wasser übergossen und 6-10 Stunden ziehen gelassen. Abseihen und schluckweise über den Tag verteilt trinken, wirkt bei Leber- und Gallenkrankheiten. Es wird kein heißes Wasser genommen, weil der Tee unerträglich bitter schmeckt.
Tinktur
5 gehäufte Esslöffel getrockneten blühenden Krautes werden zerkleinert und in 500ml Korn angesetzt. 3-4 Wochen bei Zimmertemperatur ziehen lassen, anschließend abseihen. Eingenommen werden 10 Tropfen auf einem Stückchen Zucker, wirkt bei Leber- und Gallenkrankheiten.
Wein
Das getrocknete Kraut wird in Wein aufgekocht und abgeseiht. Der sehr bittere Wein dient der Blasen- und Nierenreinigung.
Frische Pflanze
Die hautreizende Wirkung der frischen Pflanze wurde früher zum Blasenziehen bei Rheuma eingesetzt. Eine Methode, die heute nicht mehr angewendet werden sollte.
Homöopathie
Die frische Pflanze wird in der Homöopathie gegen den Bronchitis und Rachenkatarrh mit Fremdkörpergefühl eingesetzt.
 
Geschichtliches
Das Leberblümchen ist eine beliebte Heilpflanze in der Volksheilkunde, vor allem bei Leberleiden, was ihr den Namen gab. Auch die Blattform, die an die Leber erinnern soll, zeigt nach der mittelalterlichen Signaturenlehre die Wirksamkeit bei Leberleiden an. Die Leber wird geöffnet und geheilt. Auch als Zauberpflanze als Schutz gegen Krankheit war das Leberblümchen beliebt. Die ersten drei Blüten, die man findet, sollen gegessen das ganze Jahr bei Fieber schützen. Heute hat das Leberblümchen als Heilpflanze kaum noch eine Bedeutung, zumal die Pflanze in der Natur geschützt ist. In Gärten findet man das Leberblümchen als Zierpflanze, die als eine der ersten blühenden Pflanzen den Frühling ankündigt.
 
Pflanzenbeschreibung
Das Leberblümchen ist in fast ganz Europa heimisch, sowie in Nordamerika, Japan und Korea. Sie wächst bevorzugt auf kalkreichen Böden in Wäldern. Die mehrjährige Pflanze wird zwischen 5 und 20 Zentimeter hoch. Die blauweißen, blauen bis violetten Blüten erscheinen zwischen Februar und April, die Blüten haben 6-8 Blütenblätter. Die grundständigen Blätter sind 3-lappig, lederartig und erscheinen nach der Blüte. Alle Pflanzenteile sind giftig (Protoanemonin). Die Pflanze steht unter Naturschutz.
Das Leberblümchen ist eine überwinternd grüne, ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhe beträgt 10 bis 25 cm. Es übersteht den Winter mit Überdauerungsknospen, die sich unmittelbar an der Erdoberfläche in den Blattachseln und im Schutz der überdauernden Blätter befinden und gehört deshalb zu den wintergrünen Hemikryptophyten. Es besitzt ein kurzes, schräg im Boden liegendes, dunkel-braunes Rhizom, das mit schuppenförmigen Niederblättern besetzt ist. Die Wurzeln des Leberblümchens reichen bis zu 30 Zentimeter tief ins Erdreich. Deshalb wird das Leberblümchen zu den Tiefwurzlern gezählt. Dem Rhizom entspringen nach der Blüte oder gegen Ende der Blütezeit die neu angelegten, grundständigen Laubblätter. Die langen Blattstiele weisen bei jungen Blättern noch eine dicht glänzende, weiße und weiche Behaarung auf. Die Blattspreite ist in drei Lappen geteilt und erinnert im Umriss an die menschlche Leber, worauf der frühere Artname Hepatica triloba Chaix und nach der Signaturenlehre der deutsche Trivialname basiert. Die Lappen besitzen abgerundete oder leicht zugespitzte Blattzipfel und können bis zur Hälfte der Spreite eingeschnitten sein. Die Blattoberseite der leicht ledrigen Blätter ist dunkelgrün gefärbt; die Blattunterseite ist dagegen purpurviolett getönt.
Die behaarten, rötlich-braunen Blütenstandsschäfte wachsen aufrecht. Beinahe direkt über den drei kelchartigen, grünen Hochblättern, die die Blütenknospen schützend umhüllen und damit die Schutzfunktion des fehlenden Kelchs übernehmen, sitzen die langgestielten Blüten. Die endständigen Blüten sind zwittrig, radiärsymmetrisch und besitzen einen Durchmesser von 15 bis 30 mm. Die sechs bis neun gleich gestalteten Blütenhüllblätter sind blau bis blauviolett gefärbt, selten kommen Exemplare mit weißer oder purpurfarbener Blütenhülle vor. Die blaue Farbe wird durch den Anthocyanfarbstoff Cyanidin erzeugt. Ein Kreis weißlicher Staubblätter umgibt das Blütenzentrum. Im Zentrum der Blüte befinden sich zahlreiche freie Fruchtblätter. Sie sind grün gefärbt, länglich geformt und besitzen eine kopfige Narbe. Die Blütezeit erstreckt sich von März bis April, womit das Leberblümchen zu den im Frühling am frühesten blühenden Pflanzen gehört. Bei Regenwetter und am Abend schließen sich die Blüten. Die häufige Öffnung erfolgt durch Wachstumsbewegungen der Blütenhüllblätter, wodurch diese sich täglich etwas verlängern und während der Gesamtblütezeit auf etwa das Doppelte der ursprünglichen Größe anwachsen. In einer Sammelfrucht stehen mehrere einsamige Nüsschen zusammen.
 
Anbautipps
Die Pflanze ist schwierig zu kultivieren. Das Saatgut muss für etwa einen Monat zwischen -5°C und 0°C gelagert werden, erst dann ist es keimfähig. Die Keimzeit kann von einen Monat bis zu einem Jahr betragen, die Keimtemperatur liegt bei etwa 10°C. Sinnvoll ist daher die Anzucht in Töpfen. Statt Samen kann man das Leberblümchen durch Wurzelteilung vermehren. Das Leberblümchen gerne eine Mischung aus kalkiger Erde, Lehm und Kompost aus Laub. Der Boden sollte feucht sein. Die kleinen Pflanzen erst dann auspflanzen, wenn keine Fröste mehr zu erwarten sind. Zwar kommt das Leberblümchen mit Sonne und Schatten klar, aber am liebsten mag es Halbschatten. Das Leberblümchen sondert über die Wurzel Stoffe ab, die Pflanzen in der Umgebung am Wachstum hindert. Mag das Leberblümchen den Standort, so vermehrt es sich zu einem großflächigen Bestand.
 
Sammeltipps
Das Sammeln in der Natur ist nicht erlaubt, da die Pflanze geschützt ist. Gesammelt werden nur die oberirdische Teile. Blüten zuerst im Jahr. Die Blüten werden schnell in den Schatten gebracht und dort getrocknet. Beim Sammeln muss man mit dem Hautkontakt vorsichtig sein, da das Protoanemonin zu heftigen Hautreaktionen (Hahnenfuß-Allergie, Hahnenfuß-Dermatitis oder Wiesen-Dermatitis) mit Blasenbildung führen kann. Wenn die Pflanze getrocknet wird, verliert sich das Gift.

Bachblüten
Du bist verbittert, missgünstig und rachsüchtig (Willow)
Diese Menschen sein sehr verbittert, auch missgünstig und leider auch rachsüchtig
Mit der Blüte können sie die Verbitterung, Missgünstigkeit und das Rachsüchtige ein ende setzen
Bachblüten
Man bringt fast jedes Opfer, um seinen inneren und äußeren Seelenfrieden aufrecht zu erhalten und Konfrontationen zu vermeiden (Agrimony)
Sie bringen sehr viel bzw. fast jedes Opfer, nur den inneren und äußeren Seelenfrieden aufrecht zu erhalten und scheuen Konfrontationen
Mit der Agrimony scheuen sie keine Konfrontationen mehr und bringen auch kein Opfer mehr wegen dem eigenen Seelenfrieden
Vitamine
Die Vitamine sind für den menschlichen Organismus lebensnotwendig. Der Körper kann sie, Vitamin D ausgenommen, nicht selbst synthetisieren. Obwohl sie keine Energie liefern, sind sie trotzdem notwendig für die Aufrechterhaltung wichtiger Funktionen im Stoffwechsel und müssen somit der Nahrung zugeführt werden.
Vitamine sind organische Verbindungen, die ein Organismus nicht als Energieträger, sondern für andere lebenswichtige Funktionen benötigt, die jedoch der Stoffwechsel nicht bedarfsdeckend synthetisieren kann. Vitamine müssen mit der Nahrung aufgenommen werden, sie gehören zu den essentiellen Stoffen. Pflanzen benötigen normalerweise keine zusätzlichen Vitamine, sie können alle für sie notwendigen organischen Stoffe selbst synthetisieren.
Einige Vitamine werden dem Körper als Vorstufen, sogenannte Provitamine zugeführt, die der Körper dann erst in die Wirkform umwandelt. Man unterteilt Vitamine in fettlösliche (lipophile) und wasserlösliche (hydrophile) Vitamine. Chemisch bilden die Vitamine keine einheitliche Stoffgruppe. Da es sich bei den Vitaminen um recht komplexe organische Moleküle handelt, kommen sie in der unbelebten Natur nicht vor. Vitamine müssen erst von Pflanzen, Bakterien oder Tieren gebildet werden. Namentlich unterschieden werden die Vitamine durch Benennung mit verschiedenen Buchstaben.
Bei unterschiedlichen Tieren gelten zum Teil verschiedene Substanzen als Vitamine. So können etwa die meisten Tiere Vitamin C selbst produzieren, anstatt es mit der Nahrung aufnehmen zu müssen. Trockennasenprimaten, zu denen auch Menschen zählen, einige Familien in der Ord-nung der Fledertiere und Sperlingsvögel, alle Echten Knochenfische sowie Meerschweinchen können dies nicht, weil ihnen das Enzym L-Gulonolactonoxidase fehlt. Somit ist Vitamin C für die meisten Tiere kein Vitamin, sondern ein Metabolit. Katzen benötigen ebenfalls Retinol (oder Vitamin A1), nehmen aber eine Sonderstellung ein, da sie im Gegensatz zu fast allen anderen Tieren β-Carotin nicht in Retinol umwandeln können.

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