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Parakresse
Die Parakresse ist eine schöne Pflanze mit leuchtend gelben Blüten und einem roten Zentrum. Darüber hinaus hat diese Pflanze einen ungewöhnlichen Effekt, wenn man die frischen Blätter oder Blüten kaut. Im Mund fühlt es sich an, als ob man ein Brausepulver gegessen hätte, ein schneller Wechsel zwischen süß, sauer und salzig, der Speichelfluss wird gesteigert und die Zunge und der Mundraum werden leicht betäubt. Nach ein paar Minuten lässt die Wirkung nach.
Die Parakresse ist Gemüse und Heilpflanze.
Mit Jambu [ʒãˈbu] wird in Nordbrasilien die Pflanzenart Acmella oleracea bezeichnet. Irreführend ist die zuweilen verwendete deutsche Bezeichnung Parákresse, die eine Zugehörigkeit zur Familie der Kreuzblütengewächse suggeriert. A. oleracea ist nur aus Kultur bekannt, als Heimat wird Peru vermutet. Sie wird im Englischen wegen ihrer schmerzbetäubenden Wirkung toothache plant (Zahnwehpflanze) genannt, wegen der Form der Blütenköpfchen findet sich auch die Bezeichnung eyeball plant (Augapfel-Pflanze). Ebenfalls der Form der Blütenköpfchen wegen wird sie, wie einige andere Pflanzenarten, im Deutschen Husarenknopf genannt. Andere volkstümliche Namen sind Parakressekraut und Prickelknopf. In Großhandelsmärkten kann man die Blütenköpfe als Sechuan-Buttons kaufen. Sie haben allerdings eine geringe Haltbarkeit.
Zumindest zwei weitere Arten der Gattung Acmella werden ebenfalls als „Jambu“ bezeichnet, haben aber keine größere Bedeutung für den kommerziellen Anbau.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Adstingens, Anästhetikum, Antiphlogistikum
Heilwirkung: antibakteriell, antiviral, betäubend, entzündungshemmend, immunstärkend, speichelflußfördernd
Anwendungsbereiche: Volksheilkunde: Abwehrschwäche, Blutparasiten, Borreliose, Candida Albicans, Gicht, Insekten, Malaria, Mundschleimhautentzündung, Pilzinfektionen, Rheuma, Zahnfleischentzündung, Zahnschmerzen
wissenschaftlicher Name: Spilanthes oleracea L., Acmella oleracea
Pflanzenfamilie: Korbblütengewächse = Asteraceae
englischer Name: eyeball plant, paracress, toothache plant
volkstümlicher Name: Husarenknopf, Jambú, Parakresse, Parakressenkraut, Parákresse, Prickelknöpfe
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Blüten
Inhaltsstoffe: ätherische Öle, Cerotinsäure, Fette, Gerbstoffe, Harze, Phytosterol, Scharfstoffe, Spilanthen, Spilanthol
Sammelzeit: Freiland: Juni bis Oktober, Topf: das ganze Jahr
 
Anwendung
Gekochte Jambu-Blätter werden im Norden Brasiliens für verschiedene traditionelle Gerichte verwendet, vor allem in Verbindung mit Tucupi, z. B. Pato no Tucupi (Ente und Jambu-Gemüse, gekocht in Tucupi), oder die Suppe Tacacá, eine Brühe aus Tucupi, mit eingesalzenen Garnelen, Jambu und Goma (zu einer geleeartigen Masse verrührte Maniokstärke), beides kulinarische Spezialitäten in der Region Belém. Jambu-Blätter erzeugen ein für den europäischen Gaumen ungewohntes prickelndes, leicht betäubendes Gefühl an der Zungenspitze.
Jambu-Blättern wird eine entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben; antibakterielle Effekte konnten allerdings nicht nachgewiesen werden. Die Pflanzen werden in der Volksheilkunde gegen Rheuma, Gicht, Zahnfleischentzündungen und Hautpilz eingesetzt. Wenn die Blätter roh zerkaut werden, beginnt es nach wenigen Sekunden auf der Zunge zu prickeln ähnlich der Wirkung von Brausepulver, wobei sich ein aromatischer Kräutergeschmack ausbreitet.
Der Geschmack ist ungewohnt, es erinnert an Brausepulver ohne die Süße. Kurz nach dem Kauen von frischen Blättern oder den Blüten hat man ein prickelndes säuerliches Gefühl im Mund, die Speichelproduktion wird stark gesteigert. Für einige Minuten ist der Mundraum leicht betäubt. In einigen Regionen wird dieser Effekt genutzt um extrem scharfe Speisen (Chili/Pepperoni) essen zu können. Die Pflanze wird auch in der Homöopathie eingesetzt.
Salat
Blüten und geschnittene Blätter in normale Salate geben. Stärkt das Immunsystem und hilft bei Entzündungen im Mund und Rachen.
Breiumschlag
Ein frischer Brei aus den Blättern auf schmerzende Stellen (z.B. bei Rheuma/Gicht) legen, hilft auch bei Pilzinfektionen.
Blätter kauen
Frische Blätter oder Blüten kauen, hilft gegen Entzündungen um Mundraum.
 
Geschichtliches
Die Parakresse ist eine Kulturpflanze, die in Südamerika vermutlich aus Acmella alba (Peru) gezüchtet wurde. Andere sehen die Heimat in Madagaskar. In vielen Gegenden wird noch heute der Salat, scharfe Speisen und Gemüsegerichte mit der Parakresse ergänzt. Wegen des erstaunlichen Effekts beim Genuss der rohen Blätter findet diese Pflanze in den letzten Jahren auch in Europa viele Freunde. Oft als Partyspass in Salaten.
 
Pflanzenbeschreibung
Acmella oleracea ist eine einjährige, krautige Pflanze. Die Laubblätter sind einfach und haben einen gekerbten Blattrand. Es werden körbchenförmige Blütenstände gebildet. Die Früchte sind Achänen. Diese Art ist sehr frostempfindlich.
Die Parakresse ist eine Kulturpflanze und in Südamerika heimisch. Sie wächst bevorzugt an sonnigen und warmen Standorten. Die einjährige bis mehrjährige Pflanze wird bis zu 40 Zentimeter hoch. Die Blätter sind oval und etwa 5 cm lang. Die rotbraunen Blüten erscheinen zwischen Mai und Oktober. Mit zunehmender Reife werden die Blütenstände länger und gelb, dabei behalten diese noch einige Zeit eine rote Mitte, die zum Schluss verschwindet. Die Blütenstände haben einen Durchmesser von 1 cm und werden bis zu 2-3 cm lang. Aus den Blüten entwickeln sich bis in den Spätherbst die Samen.
 
Anbautipps
Die eigene Aufzucht aus Samen ist schwierig. Aussaat im Frühling auf nährstoffreichen Boden, den Boden feucht halten. Die Pflanze verträgt keinen Frost, die Temperatur sollte immer über 10°C liegen. Am besten in Tontöpfen kultivieren, im Sommer auf Balkon oder Terasse und im Winter ins Zimmer oder Wintergarten, so hält die Pflanze länger. Nur sehr wenig düngen. Die Parakresse ist bei Schnecken und Raupen sehr beliebt.
 
Sammeltipps
Die Blätter und Blüten können über einen längeren Zeitraum geerntet werden. Man verwendet die frischen Blätter und Blüten. Man kann die Blätter und Blüten auch an einem warmen und luftigen Ort trocknen.

Melisse
Die Zitronenmelisse oder Melisse ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Melissen innerhalb der Familie der Lippenblütler. Sie stammt aus dem östlichen Mittelmeerraum. Als pharmazeutische Droge werden die Laubblätter verwendet. Sie wurde zur Arzneipflanze des Jahres 1988 gekürt.
Die Melisse ist eigentlich eine südeuropäische Pflanze. Da sie aber so vielfältige Heilwirkungen hat, wird sie schon lange in mitteleuropäischen Gärten angebaut. Im Mittelalter musste sie sogar per Verordnung in jedem Klostergarten angebaut werden, weil sie schon damals für sehr wertvoll und unentbehrlich gehalten wurde. Sie riecht beim Zerreiben leicht zitronenartig, daher wird sie auch oft Zitronenmelisse genannt. Wenn sie einmal in einem Garten heimisch geworden ist, wuchert sie Jahr für Jahr vor sich hin und bietet sich als Haustee und vielfältige Medizin an. Das Haupteinsatzgebiet der Melisse ist die Beruhigung des Nervensystems, womit sie gegen nervöse Herzbeschwerden, Schlafstörungen, Unruhe, Reizbarkeit und viele andere nervlich bedingte Beschwerden helfen kann. Die Melissen  sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Lippenblütler. Die etwa vier Arten sind vom Mittelmeerraum bis zum westlichen Malesien verbreitet. Die bekannteste Art dieser Gattung ist die Zitronen-Melisse. Die Bezeichnung Melisse ist aus dem griechischen Wort für Honigbiene abgeleitet. Weil Bienen von der Pflanze scheinbar angezogen werden, wurde früher vor Bienenhäusern oft Melissen angepflanzt. Die Bienenkästen selbst wurden zusätzlich auch mit dem Pflan-zensaft ausgerieben, der aufgrund der antiseptischen Wirkung der Ausbreitung von Krankheiten entgegenwirken sollte.
Melisse oder Zitronenmelisse ist ein feines, aromatisches Küchenkraut. Melisse eignet sich nicht nur als Tee, sondern auch als Kraut für verschiedenste Gerichte. Besonders für jene, die mit einem Zitronenaroma verfeinert werden sollen. Melisse ist beliebt für Salate und Fischgerichte. Wie jedes frische Kraut, sollte Melisse nicht mitgaren, da sich durch die Hitze die ätherischen Öle verflüchtigen und der feine Geschmack verloren geht. Melisse eignet sich ideal für den Küchenkräutergarten oder auch für ein sonniges Plätzchen am Fensterbrett.
Tipp: Für Melissentee überbrüht man Melisse mit kochendem Wasser und lässt diesen ca. 10 Minuten ziehen. Ein wenig mit Honig süßen.
Der erfrischende, süße und zitronige Geschmack der Melisse hat ihr den Namen Zitronenmelisse eingebracht. Bis zu einem Meter hoch wird ihre Staude, wobei die Zitronenmelisse ziemlich schnellwüchsig ist. Melisse verfügt über einen immens hohen Anteil an ätherischen Ölen. Neben ihrer medizinischen Bedeutung, wo sich die Melisse in Form von Tee, Badeextrakten und Melissengeist einen Namen gemacht hat, eignet sie sich auch als Küchenkraut hervorragend.
Unscheinbar ihr erster Eindruck, auffällig jedoch ihr Geruch: Die Zitronenmelisse verströmt einen angenehm aromatischen Duft nach Zitrus. Sie wird in der Küche als vielfältiges Würzkraut eingesetzt – nicht nur zu Süßem. Melisse harmoniert mit Süßspeisen, Desserts und Marmeladen, aber auch pikanten Zubereitungen wie z.B. Fisch oder Huhn. Verwenden sollte man sie eher nur frisch, denn so schmeckt sie am aromatischsten . . .
Die Zitronenmelisse ist eines der klassischen Küchen- und Heilkräuter, die in keinem Garten oder auf dem Balkon fehlen darf. Das milde, zart nach Zitronen duftende Aroma, macht die Zitronenmelisse zu einem der beliebtesten und vielseitigsten Gewürzkräuter. Die in der Melisse enthaltenden Inhaltsstoffe helfen außerdem bei nervöser Unruhe oder bei Magenbeschwerden.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Unruhe, Nervosität
Heilwirkung: anregend, antibakteriell, aufmunternd, beruhigend, entspannend, krampflösend, kühlend, pilzhemmend, schmerzstillend, schweißtreibend, virushemmend
Anwendungsbereiche: Angstzustände, Appetitlosigkeit, Asthma, Augenringe, Blähungen,  Blutergüsse, Bronchitis, Erkältung, Fieber, Geschwüre, Gicht, Grippe, Herzbeschwerden (nervöse),  Husten, Insek-tenstiche, Ischias, Kopfschmerzen, Lippen-Herpes, Magenkrämpfe, Magenleiden,  Menstruationsfördernd, Menstruationsbeschwerden,  Migräne,  Milchstau, Neuralgien,  Ohrenschmerzen,  Periodenkrämpfe, Quetschungen, Reizbarkeit, Rheuma, Schlafstörungen,  Sodbrennen, Unruhezustände,  Unterleibskrankheiten, Wechseljahresbeschwerden, Wunden, Zahnschmerzen
wissenschaftlicher Name: Melissa officinalis
Pflanzenfamilie: Lippenblütler = Lamiaceae
englischer Name: Balm
andere Namen: Bienenfang, Bienenkraut, Bienensaug, Citronenmelisse, Darmgichtkraut, Englische Brennessel, Gartenmelisse, Hasenohr, Herzbrot, Herzkraut, Herztrost, Honigblum, Immenchrut, Ivenblatt, Limonikraut, Mutterkraut, Mutterwurz, Nervenkräutel, Pfaffenkraut, Riechnessel, Salatkräutle, Spanischer Salbei, Wanzenkraut, Zahnwehkraut, Zitronenkraut, Zitronella, Zitronen-Melisse
falsche Schreibweisen: Melise
Verwendete Pflanzenteile: das ganze Kraut
Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Bitterstoff, Gerbstoff, Gerbsäure, Harz, Schleim, Glykosid, Saponin, Thymol
Sammelzeit: Juni / Juli
Inhaltsstoffe, Geruch und Geschmack: Die ätherischen Öle der Zitronenmelisse befinden sich in ihren Drüsenhaaren und Ölgängen. Das Aroma zeichnet sich durch eine intensive Zitrusnote aus. Die Hauptbestandteile des ätherischen Öls sind Citral, Citronellal und Kampfer. Die getrockneten Blätter verlieren rasch an Aroma und enthalten nur noch sehr wenig bis kein Citral und Citronellal. Die Zitronenmelisse liefert viel an dem Mineralstoff Eisen.
 
Anwendung
Die Melisse gehört zu den Kräutern, die in der Volksheilkunde fast gegen alle Arten von Beschwerden ver-wendet wird. Die Schulmedizin spricht der Melisse hingegen nur eine förderliche Wirkung gegen Unruhe und Schlafstörungen zu.
Innerlich als Tee
Aufgrund ihres angenehmen Zitronenaromas und ihrer vielfältigen Wirkungen eignet sich die Melisse sehr gut zur Anwendung als Tee. Man kann sie sowohl als reinen Melissentee trinken oder auch in Teemischun-gen, wo sie die Mischung geschmacklich aufwertet. Abends hilft Melissentee, auf Wunsch mit Honig, beim Zur-Ruhe-kommen und Einschlafen. Morgens oder bei Abgespanntheit wirkt Melissentee hingegen belebend und erfrischend und gibt Stärke. Das ist kein Widerspruch, denn Entspannung und Kräftigung passen durchaus zusammen. Bei Erkältung hilft die Melisse die Atmung zu verbessern und eventuelles Fieber besser auszuhalten. Sogar bei Asthma kann Melissentee die Atmung erleichtern. Melisse hilft auch bei der Verdauung und wirkt entkrampfend auf Magen und Darm. Nach längerer Krankheit kann sie den Appetit steigern. Sie kann auch Kopfschmerzen und Reizungen des Nervensystems lindern, was für ihren Einsatz gegen Neuralgien, Reizbarkeit und Unruhe spricht. Auch bei Menstruationsbeschwerden kann die Melisse hilfreich sein. Sie entkrampft die Unterleibsorgane, sodass Schmerzen während der Periode schwinden. In den Wechseljahren kann die Melisse gegen viele der typischen Beschwerden helfen. Vor allem wenn man nachts nicht einschlafen kann, oder auch tagsüber von Unruhe oder schlechter Laune geplagt wird, hilft ein Melissentee wieder zur eigenen Mitte zu finden. Auch gegen die typischen Hitzewallungen und das Herzklopfen kann man die Melisse einsetzen. Kommen wir zu einem besonders wichtigen Einsatzgebiet der Melisse: der nervösen Herzschwäche. Wenn man ärztlich abgeklärt hat, dass das Herz organisch gesund ist, kann man mithilfe der Melisse die Beschwerden lindern, die aufgrund innerer Unruhe oder anderen innerlichen Gründen bestehen können.
Innerlich als Tinktur
Aus den Blättern der Melisse kann man auch eine Tinktur zubereiten. Diese Tinktur kann man gegen die gleichen Beschwerden einsetzen wie Melissentee. Allerdings entfällt dann die entspannende Wirkung, die das Trinken eines warmen Tees ausüben kann.
Äußerliche Anwendung
Melissen-Tee kann man auch äußerlich als Umschlag oder Kompresse anwenden. Dazu tränkt man ein Baumwolltuch mit Melissentee und legt es auf die betroffene Stelle. Mit solchen Melissenumschlägen kann man Geschwüre, Beulen, Blutergüsse, Insektenstiche, aber auch Nervenentzündungen und Milchstau bei stillenden Müttern behandeln. Auch der käufliche Melissengeist eignet sich für die äußerliche Anwendung. Man kann damit rheumatische Beschwerden, Prellungen und Gliederschmerzen lindern.
Nutzung
Die Zitronenmelisse wird als Gewürz- oder Arzneipflanze und als Bienenweide angebaut. Die Blätter werden als Küchengewürz verwendet. Extrakte aus den Blättern werden zu Kräuterlikören verarbeitet. Zum Aromatisieren von kalten Getränken, Salaten und Saucen sowie Kompotten wird Melisse verwendet. Tee und Wein kann man aus ihr herstellen. Melissentee soll beruhigend wirken und verdauungsfördernd sein. Am aromatischsten ist Zitronenmelisse vor der Blüte.
Als Droge werden die Blätter (Melissae folium) verwendet. Die traditionelle Verwendung ist die Unterstützung der Magenfunktion und bei nervlicher Belastung. Präparate wie Teeaufgüsse, Flüssig- oder Trockenextrakte aus der Melisse wirken beruhigend und krampflösend. Sie werden bei Einschlafstörungen und Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt. Häufig werden sie in Teemischungen mit anderen beruhigend wirkenden Drogen eingesetzt. Bäder werden bei Entzündungen der Haut und der Genitalorgane eingesetzt, aber auch als Entspannungsbäder. Weitere Anwendungsgebiete sind Gallenleiden und hypertone Dyskinesie.
Aufgrund des Gehaltes an Phenolcarbonsäuren-Derivate, vor allem Rosmarin-äure, haben Melissenblätter eine antimikrobielle und antivirale Wirkung. Dies wird in Salben zur Behandlung von Herpes simplex eingesetzt. In der Volksmedizin wird die Zitronenmelisse auch gegen Erkältungskrankheiten und Kreislaufschwäche eingesetzt. Im Handel ist reines Melissenöl aufgrund des hohen Preises (rund 6000 Euro pro kg) selten erhältlich, meist sind es Ersatzöle wie Citronellaöl, Zitronengrasöl oder Verfälschungen (Indisches Melissenöl).
Als sogenannte Klostermelisse wird sie dem hochprozentigen (79 Vol.-% Alkohol) Klosterfrau Melissengeist zugesetzt.
Ätherisches Öl
Das ätherische Öl der Melisse ist extrem teuer, weil man sehr viele Pflanzen braucht, um auch nur geringe Mengen davon herzustellen. Daher wird das käufliche Melissenöl meistens teilweise aus der Zitrone oder der javanischen Citronella gewonnen. Das echte Melissenöl hilft, äußerlich als Creme angewandt, gegen Lippenherpes. Die Bläschen vermehren sich nicht mehr und vorhandene Bläschen heilen schneller ab. In der Duftlampe kann man es zur Entspannung verdampfen lassen.
Verwendung als Heilkraut
Große Aufmerksamkeit genießt die Zitronenmelisse seit Jahrhunderten als Heilkraut. Bereits Ärzte in der Antike wussten um die beruhigende, stimmungsaufhellende Heilwirkung der Zitronenmelisse. Populär war die Zitronenmelisse auch bei Hildegard von Bingen.
Die Melisse ist auch in der Medizin ein wichtiges Phytotherapeutikum. Die Blätter und Blüten der Pflanzen enthalten vor allem ätherische Öle wie Citral, Geraniol und Nerol sowie einige therapeutisch wirksame Gerbstoffe wie die Rosmarinsäure. Weitere Inhaltsstoffe der Pflanze sind Flavonoide (v.a. Luteolin und Apigenin) sowie Kaffeesäure.
Nebenwirkungen
Bei der Einnahme von Melissentee oder Melissenpräparaten sind in der Regel keine Nebenwirkungen zu erwarten. Vor längeren Autofahrten sollte allerdings auf die Einnahme höherer Dosen verzichtet werden, da dies zu Schläfrigkeit führen kann.
Verwendung als Küchen- und Gewürzkraut
Die Melisse gilt in der Küche als hervorragendes Gewürzkraut. Das Kraut mit ihrem zart herben, leicht zitronigen und frischen Geschmack ist eine Bereichung für viele Speisen. Sie ist sowohl für Süßspeisen als auch für deftige und herzhafte Gerichte geeignet.
Wofür kann Melisse in der Küche verwendet werden?
Herstellung von Sirup
für Bowle und Cocktails
fruchtige Kräuterlimonaden
für Kuchen und Torten
Eis und Sorbet
als Gewürzkraut für Fisch und Kartoffeln
Pesto
Salate
Marinaden
Eine hervorragende Möglichkeit Melisse zu nutzen und haltbar zu machen, ist die Herstellung eines Zitronenmelissen-Sirups. Hierzu benötigt man lediglich Zucker, Wasser, Zitronensäure und frische Zitronen.
Zitronenmelisse ist ein ausgezeichnetes Kraut für Fisch. Am besten kommt das Aroma der Zitronenmelisse zur Geltung, wenn die Blätter schonend verarbeitet werden, indem sie z.B. in einem Päckchen zusammen mit dem Fisch im Ofen gegart werden. Wesentlich kräftiger kommt das Aroma zum Tragen, wenn die zerkleinerten Blätter erst kurz vor dem Servieren zum Essen dazugegeben werden.
Ebenso harmoniert Zitronenmelisse zu frisch zubereiteten Salaten - egal, ob Blattsalate oder fruchtige Obstsalate. Hier sind jedoch zugunsten des Aromas frisch von der Pflanze gezupfte Blätter dem getrockneten Kraut vorzuziehen. Getrocknete Melisse büßt einiges an Aroma ein.
Immer mehr im Kommen sind zudem Rezepte für Marmeladen, Gelees und Konfitüren, die Zitronenmelisse als Zutat einsetzen. Auch für andere Süßspeisen wie Melissen-Sorbet oder Melisseneis ist das Kraut ganz hervorragend geeignet.
Da sich die Melisse, bis auf Ausnahmen, zum Trocknen relativ gut eignet, kann man das Kraut ganzjährig nutzen. Die Stängel werden nach Abschneiden in kleinen Sträußchen zusammengebunden und „kopfüber“ an einem dunklen, luftigen Ort aufgehängt. Schon nach wenigen Wochen sind die Blätter durchgetrocknet und können genutzt werden. Allerdings ist das Aroma etwas weniger intensiv als frische Blätter.
Verwendung und Zubereitung
In der Küche werden die Blätter der Zitronenmelisse sowie ihre Triebspitzen frisch verwendet. In getrocknetem Zustand sind sie nur bedingt als Gewürz geeignet, da sie nur noch sehr wenig bis kein ätherisches Öl aufweisen. Die frischen Blätter können im Kühlschrank einige Tage bzw. im Tiefkühlfach einige Monate aufbewahrt werden. Die getrocknete Ware unbedingt luftdicht und lichtgeschützt nur maximal ein Jahr lagern.
Zitronenmelissenblätter ergänzen Süßspeisen, Desserts und Marmeladen, sie harmonieren darüber hinaus mit pikanten Zubereitungen, z.B. Fisch, Huhn oder Gemüse. Auch für Salate, Suppen und Saucen kann die Zitronenmelisse verwendet werden. Ebenso kann man die gehackten Blätter unter Joghurt und Topfen mischen. Besonders erfrischend schmeckt die Zitronenmelisse in Getränken oder Teeaufgüssen.
Tipp: Um das Aroma bestmöglich zu erhalten, sollten Melissenblätter nicht mitgekocht, sondern erst kurz vor dem Servieren beigemengt werden.
 
Pflanzenkunde
Die Zitronenmelisse zählt zu den Lippenblütengewächsen, ihre Blüten sind weiß oder gelb. Sie wächst als Staude zirka 90 Zentimeter hoch. Ihre dreieckigen bis ei- oder herzförmigen Blätter sind leicht behaart und am Rand gezahnt, die Stängel vierkantig und ebenso dünn behaart.
Geläufige Synonyme der Zitronenmelisse sind:
Bienenblatt/-kraut/-fang
Herztrost/-kraut
Honigblatt
Zitronenkraut/Zitronelle
Tipp: Die Zitronenmelisse mag es sehr sonnig und braucht einen nährstoffreichen Boden. Sie wird bis zu vier Jahre alt und ist winterfest.
 
Geschichtliches
Schon Dioskurides und Plinius Sekundus (23 –79 n. Chr.) empfahlen die Melisse in der Antike als Heilkraut. Laut Plinius galt der frische Melissensaft mit Honig vermischt als Mittel gegen den grauen Star. Ausserdem empfahl er sie gegen Hysterie. Die Araber schätzten die Melisse für ihre entspannende Wirkung auf das Nervensystem, ihre angstlösende Wirkung unter anderem auch gegen Kopfschmerzen und ihre Wirkung zur Stärkung des Herzens. Im 10. Jahrhundert kultivierten die Araber die Melisse in Spanien, von wo aus sie sich auf die Reise nach Mitteleuropa und die dortigen Klöster machte. Karl der Große (748 - 814 n.Chr.) befahl in seiner Verordnung Capitulare de villis, dass die Melisse in jedem Klostergarten angebaut werden sollte. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Melisse auch Hildegard von Bingen (1098-1179 n.Chr.) vertraut war, die sie unter dem Namen Binsuga zur Stärkung und Erfreuung des Herzens empfahl. Außerdem sagte sie der Melisse nach, dass sie angenehme Träume und guten Schlaf bringe. Auch Paracelsus (1493-1541 n.Chr.) schätzte die Melisse für ihre günstige Wirkung aufs Herz. Die Herzwirkung der Melisse war im Mittelalter aufgrund der Signaturenlehre allgemein anerkannt. 1611 wurde der Melissengeist, der von Angehörigen des Karmeliter-Ordens zusammengestellt worden war, in Paris eingeführt und dort bekannt gemacht. Der Klosterfrau-Melissengeist wurde 1775 von der Nonne Maria Clementine zusammengestellt und ist heute noch sehr beliebt. Melissengeist enthält Alkohol und eine Mischung verschiedener ätherischer Öle, darunter auch das ätherische Öl der Melisse.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Melisse kommt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, wo sie wild wächst. Schon im Mittelalter wurde sie in Mitteleuropa in den Klostergärten angebaut. Heute wird sie häufig in Hausgärten und Bauerngärten kultiviert. Da sie viel verwendet wird, wird sie auch kommerziell angebaut. Die Melisse wächst bevorzugt in sonniger und windgeschützter Lage, daher liebt sie Weinbaugegenden mit mildem Klima. Sie braucht genügend Feuchtigkeit. Die mehrjährige Melisse sprießt im März oder April aus dem Boden und sieht zuerst ähnlich aus wie eine Taubnessel oder Minze, mit denen sie auch verwandt ist, aber am zitronenartigen Geruch kann man sie deutlich erkennen. Die Blätter sind eiförmig und am Rande eingekerbt, sie wachsen gegenständig angeordnet am Stängel. Bis Ende Juni, Anfang Juli werden die MelissePflanzen bis zu 70 cm hoch und verzweigen sich, sofern sie genügend Platz dafür haben. Dann erscheinen weiße Lippenblüten quirlförmig angeordnet zwischen den Blattetagen in den Blattachseln.
Die Melissen-Arten sind ausdauernde, krautige Pflanzen. Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die einfachen Blattspreiten sind meisteiförmig mit gesägtem Blattrand. Die grünen Pflanzenteile duften bei Berührung zitronenartig.
Die Zitronenmelisse ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die 25 bis 30 Jahre alt werden kann und Wuchshöhen von 20 bis 90, selten 120 Zentimetern erreicht. Sie bildet ein Rhizom, von dem kurze, unterirdische Ausläufer abgehen. Sie duftet mehr oder weniger stark nach Zitronen.
Die Behaarung ist meist spärlich, die Pflanzen können auch fast kahl sein (Indument). Die selbständig aufrechten bis aufsteigenden Stängel sind verzweigt und mit 0,5 Millimeter langen Drüsenhaaren und 1 bis 2 Millimeter langen, abstehenden drüsenlosen Haaren besetzt.
Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist 1,5 bis 3,5 Zentimeter lang. Die einfache Blattspreite ist bei einer Länge von 2 bis 6, selten 9 Zentimetern sowie einer Breite von 1,5 bis 5, selten 7 Zentimetern breit-eiförmig bis rhombisch oder länglich mit gestutzten oder keilförmigen Spreitengrund und stumpfem oder kurz zugespitztem oberen Ende. Der Blattrand ist grob und ziemlich regelmäßig kerbig gesägt.
Jeweils wenig Blüten, stehen in blattachselständigen Scheinquirlen zusammen. Die Tragblätter sind laub-blattähnlich, aber kleiner. Die Deckblätter sind winzig. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind röhrig bis glockenförmig verwachsen. Der Kelch hängt nach der Anthese. Der mehr oder weniger behaarte Kelch besitzt 13 Nerven und ist zweilippig mit einer flachen, kurz-dreizähnigen Ober- und einer zweizähnigen Unterlippe. Die weißen, gelblich-weißen bis gelben, rötlichen oder blassrosafarbenen Blütenkronen sind zweilippig. Die Kronröhre ist aufwärts gebogen und oberhalb der Mitte bauchig erweitert. Der Schlund besitzt keinen Haarkranz. Die Oberlippe ist aufrecht oder zurückgebogen, flach bis wenig gewölbt, ausgerandet. Die Unterlippe ist dreilappig. Staubblätter und Griffel sind länger als die Kronröhre, daher sichtbar. Es gibt vier fruchtbare Staubblätter, zwei längere und zwei kürzere, die zusammenneigen. Die Griffeläste besitzen ungefähr die gleiche Länge und sind zurückgebogen. Die glatten Klausen sind eiförmig.
Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Drei bis sieben Blüten stehen in Halbquirlen zusammen in den Achseln der oberen Laubblätter. Der Blütenstiel ist 2 bis 6 Millimeter lang. Die Vorblätter sind 2 bis 5 Millimeter lang, ganzrandig und eiförmig-lanzettlich.
Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der 7 bis 9 Millimeter lange Kelch ist mit abstehenden weichen Haaren sowie kurzen Drüsenhaaren besetzt und zweilippig. Seine Oberlippe hat kleine Zähne, die Unterlippe lanzettlich-dreieckige, begrannte Zähne. Die Krone ist 8 bis 15 Millimeter lang, zu Beginn der Anthese blassgelb, später weiß bis rötlich.
Die Klausen sind 1,5 bis 2 Millimeter lang, kastanienbraun und verschleimen, wenn sie feucht werden. Sie sind 2 bis 3 Jahre lang keimfähig. Das Tausendkorngewicht beträgt 0,6 g.
Verschiedene Unterarten - verschiedene Düfte
Charakteristisch für die Zitronenmelisse ist der zitronenartige Duft der Blätter, der wahrgenommen werden kann, wenn man vorsichtig die Blätter entlang streift oder die Blätter zwischen den Fingern zerreibt. Bei der Unterart Melissa officinalis ssp. altissima ist der Duft jedoch weniger angenehm ausgeprägt. Verantwortlich für den Duft sind mikroskopisch kleine Öldrüsen, die die ätherischen Öle enthalten und entsprechend absondern.
 
Anbautipps
Die Melisse kann man in Töpfchen ansäen. Sobald sie gekeimt ist und etwa fünf bis zehn Zentimeter groß, kann man sie an einem warmen, geschützten Platz auspflanzen. Der Boden sollte durchlässig sein und ausreichend gegossen werden. Damit die Melisse an Kraft gewinnt und im Folgejahr gestärkt neu austreibt, sollte man sie im ersten Jahr noch nicht allzu stark beernten. Wenn sich die Melisse wohl fühlt, treibt sie im nächsten Jahr wieder aus. Es reicht, wenn man allzu aufdringliche andere Pflanzen von ihr fernhält, damit sie von Jahr zu Jahr kräftiger und üppiger wird.
Die Zitronenmelisse ist eine pflegeleichte Pflanze, die nur wenige Ansprüche stellt. Sie kann gut in einem Kräutergarten integriert werden oder einfach auf Balkon oder Terrasse kultiviert werden.
Standort und Boden
Das Kraut gedeiht sowohl an halbschattigen Standorten wie auch an vollsonnigen, wobei das namensgebende Zitronenaroma an Plätzen in der Sonne stärker ausgebildet wird. Der Boden sollte locker und humusreich sein.
Aussaat
Bereits im Spätwinter können die Samen der Zitronenmelisse in die Erde gebracht werden. Allerdings nur in Pflanzschalen im warmen Haus. Wichtig ist, dass die Samen nicht mit Erde bedeckt werden. Da Melisse ein Lichtkeimer ist, genügt es, die Melissensamen leicht in die Erde reinzudrücken. Bis sich die erste Sprößlinge zeigen, vergehen mitunter zwei bis drei Wochen. Im Freiland oder auf dem Balkon können die Samen bis Ende Mai ausgesät werden. Im Freiland sollten Pflanzabstände von wenigstens 20 x 20 cm eingehalten werden.
Melisse kann auch hervorragend in Kräuterspiralen angebaut werden. Die Pflanze sollte hier in einer Zone mit nährstoffreicher, humoser Erde gepflanzt werden. Das Kraut ist ein guter Nachbar zu den meisten anderen Kräuter, mit Ausnahme des Wermuts.
Düngung
In normaler, fruchtbarer Gartenerde wird für gewöhnlich kein zusätzlicher Dünger benötigt. Wächst die Pflanze mehrere Jahre am selben Ort, können kleine Gaben Kompost oder Hornspäne eingearbeitet werden. Topfkulturen können bei entsprechender Vordüngung und ausreichend Platz im Topf durchaus ein Jahr ohne Dünger auskommen.
Gießen
Die Erde bzw. der Boden sollten immer leicht und ausreichend feucht gehalten wer-den. Kurze Trockenheitsphasen übersteht der Lippenblütler jedoch problemlos. An heißen Sommertagen kann es bei jüngeren Pflanzen notwendig sein, sowohl morgens und abends zu gießen. Allerdings sollte nur soviel gegossen werden, dass die oberen 10 bis 15 cm feucht sind. Zu viel Wasser im Boden kann zu Wurzelfäule führen.
Vermehrung
Im Frühjahr kann man, wenn bereits vorhandene Pflanzen großzügig zurückgeschnitten worden sind, aus dem Rückschnitt Stecklinge ziehen. Die Stecklinge werden bis auf die obersten grünen Blätter von anderen Blättern entfernt und in An-zuchterde gepflanzt. Ansonsten sät sich die Melisse in der Regel oft selber zur Genüge aus.
Eine andere Art der Vermehrung ist die Teilung. Zitronenmelisse bildet ähnlich wie Schnittlauch ganze Horsten, die man mühelos verjüngen kann, indem man die Pflanze ausgräbt und den Wurzelstock teilt und anderenorts wieder einpflanzt.
Pflege und Überwinterung
Viel Pflege benötigt die Zitronenmelisse über das Jahr gesehen kaum. Regelmäßig gießen, im Frühjahr und Herbst mit Kompost düngen sind die wesentlichen Maßnahmen. Auch im Winter sind keine weiteren Vorkehrungen notwendig. Lediglich Pflanzen, die in Töpfen und nicht direkt im Garten in der Erde wachsen, sollten abgedeckt werden oder zum Überwintern an einen kühlen, hellen Platz im Haus untergebracht werden. Außerdem ist die Zitronenmelisse eine wachstumsfreudige Pflanze, die ohne Weiteres bis zu drei Mal im Jahr kräftig gestutzt werden kann und immer wieder neu austreibt.
Krankheiten und Schädlinge
Mögliche Krankheiten, von denen die Melisse befallen werden kann, sind der Mehltau sowie der Rost. Beim Mehltau zeigen sich auf den Blätter die typischen weißen Beläge. Braunrote Flecken auf Zitronenmelissen deuten hingegen auf Rost, eine Pilzerkrankung, die zahlreiche Kräuter betrifft, vor allem in sehr feuchten Sommern. Im Fall vom Rost helfen meist keine Hausmittel, sondern nur ein großzügiger Schnitt der Pflanze. Bei häufigem Befall kann ein Auswechseln der Erde bzw. des Bodens hilfreich sein. Mitunter sind auch ein zu dichter Bewuchs oder zu viel Feuchte verantwortlich für den Befall.
Ernte
Der Rückschnitt kann entweder als Steckling verwendet werden oder für die Verwendung als Küchen- oder Teekraut getrocknet werden. Optimal für den Rückschnitt ist der Zeitpunkt vor der Blüte, die Blätter sind am aromatischsten, weil die Pflanze ihre Energie noch nicht in die Blüten übergegangen ist.
 
Sammeltipps
Man kann die Melisse im Juni vor der Blüte zurückschneiden, dann treibt sie buschiger wieder aus. Im September kann man sie ein zweites Mal zurückschneiden. Die Melissen sollte man am frühen Nachmittag schneiden. Die Blätter und oberen blühenden Triebe sollte man möglichst wenig anfassen und zügig im Schatten trocknen. Die getrockneten Pflanzen sollte man nicht in Metalldosen aufbewahren und auch nicht anderweitig mit Metall berühren.

Bachblüten
Man lässt sich leicht zu etwas überreden, was man eigentlich gar nicht wollte (Centaury)
Sie lassen sich leicht zu etwas überreden, was sie eigentlich nicht wollen
Hier können sie ihr eigenen willen kräftigen und lassen sich nicht mehr so leicht überreden
Bachblüten
Die eigene Gutwilligkeit wird leicht ausgenutzt (Centaury)
Diese eigene Gutwilligkeit wird von vielen sehr leicht ausgenutzt
Mit der Bachblüte können sie die gutwillige Art abstreifen und lassen sich von niemanden mehr ausnutzen
Warum essen wir?
„Wenn wir Hunger haben“, möchte man antworten, aber so einfach ist es meist nicht.
Die Verhaltenswissenschaft unterscheidet zwischen Primär- und Sekundärbedürfnissen.
Primärbedürfnisse
Darunter versteht man die ursprüngliche Motivation, sich bedarfsgerecht zu ernähren. D.h. die Nahrungsaufnahme wird über Hunger- und Sättigungssignale gesteuert.
Sekundärbedürfnisse
-     Die Nahrungsaufnahme wird im Laufe des Lebens mit emotionalen Erfahrungen verknüpft
-     Soziokulturelle Faktoren prägen unsere Eß-Motive
Wäre unser Eßverhalten nur von unsere Primärbedürfnissen bestimmt, dann käme es wohl kaum zu Übergewicht und Adipositas.
Warum wir essen müssen
Die Nährstoffe Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette sowie Vitamine, Mineralstoffe und Wasser haben im Körper viele unterschiedliche Funktionen. Sie versorgen den Körper jeden Tag mit lebens-wichtigen Substanzen, liefern Energie und halten im Idealfall gesund und fit.
Ist die Nahrung „optimal“, versorgt sie den Körper mit allen Nährstoffen in der nötigen Menge, die der Körper braucht, um abgebaute und ausgeschiedene Stoffe auszugleichen. Außerdem liefert sie die dafür benötigte Energie.
Nährstoffe und Energie für den Körper
Die Nahrungsinhaltstoffe sind notwendig, um alle Strukturen des Körpers (wie Muskeln, Gewebe, Organe etc.) mit dem zu versorgen, was sie brauchen, und verschiedenste Prozesse ablaufen zu lassen. Bestimmte Stoffe gelten als essenzielle (lebensnotwendige) Nahrungsbestandteile. Sie sind für den Körper besonders wichtig, da sie nicht selbst gebildet werden können, sondern mit der Nahrung aufgenommen werden müssen (z.B. bestimmte Vitamine, Fettsäuren und Aminosäuren).
Im Körper finden laufend Auf-, Ab- und Umbauprozesse statt. Für diese Vorgänge und die damit im Zusammenhang stehenden Funktionen (wie Wachstum, Erhalt der Körpertemperatur, Atmung oder Muskelarbeit) benötigt der Körper Energie. Diese wird durch den Abbau bestimmter Nährstoffe (Kohlenhydrate, Fette, Eiweiß) sichergestellt.
Hinweis: Wer auf Dauer mehr Energie mit der Nahrung zuführt, als der Körper verbraucht, nimmt zu. Wer langfristig weniger Energie mit der Nahrung zuführt, als er verbraucht, nimmt ab. In beiden Situationen kann eine unausgewogene Ernährung zu Mangelerscheinungen führen. Daher ist es wichtig, dass neben den energieliefernden Bestandteilen in jedem Fall ausreichend Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente mit der Nahrung aufgenommen werden.

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