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TAUBENKROPF-LEIMKRAUT
Das Taubenkropf-Leimkraut wächst auf Magerrasen und Böschungen und hat einige Unterarten. Auffallend sind die aufgeblasenen kugeligen weißen Blüten, die man schon von weitem erkennen kann. Aus den Wurzeln wurde früher eine Seifenlauge gekocht und die stoffwechselanregenden jungen Triebe wie Gemüse gegessen. Als Heilpflanze ist das Taubenkropf-Leimkraut heute von geringer Bedeutung, aber es ist eine wertvolle Pflanze für den Wildpflanzengarten und Futterquelle für die Nachtfalter. Das Taubenkropf-Leimkraut auch Gewöhnliches Leimkraut, Aufgeblasenes Leimkraut, Klatschnelke, Blasen-Leimkraut oder Knirrkohl genannt, ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Nelkengewächse. Obwohl diese Wiesenpflanze zur Gattung der Leimkräuter zählt, ist sie nicht klebrig. Vom Namen Taubenkropf-Leimkraut her kann diese Art leicht mit dem Taubenkropf oder Hühnerbiss verwechselt werden, der auch eine ähnliche Blütenform aufweist.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: erweichende und pflegende Seifenlauge
Heilwirkung: erweichend, stoffwechselanregend
Anwendungsbereiche: Augenentzündung, Hautkrankheiten, Stoffwechsel
wissenschaftlicher Name: Silene vulgaris, Silene cucubalus
Pflanzenfamilie: Nelkengewächse = Caryophyllaceae
englischer Name: Bladder Campion
volkstümlicher Name: Aufgeblasenes Leimkraut, Knirrkohl, Taubenkropf-Leimkraut
Verwendete Pflanzenteile: frische Triebe, Kraut, Wurzel
Inhaltsstoffe: Bitterstoffe, Mineralstoffe, Saponine, Vitamine
Sammelzeit: Wurzel: jederzeit, junge Triebe: Frühling
 
Anwendung
Taubenkropf-Leimkraut als tiefwurzelnde, anspruchslose Staude ist eine ideale Pflanze für Stein- und Wildgärten. Da sie den ganzen Sommer blüht, kann sie an geeigneter Stelle als Blickfang dienen. Sie gedeiht dabei am besten in trocknen, sonnigen, kalkhaltigen Bereichen. Dort benötigt die weitgehend winterharte Pflanze weder Dünger noch muss sie bewässert werden. Als langblühende Pflanze in Wildgärten ist sie eine wertvolle Futterquelle für Nachtfalter. Früher wurde aus den Wurzeln Seifenlauge gekocht. Junge Triebe kann man vor der Blüte pflücken und wie Gemüse verwenden oder roh zu einem Salat geben sowie als frisches Wildkraut für einen interessanten süßlichen Geschmack nach Lakritze und Erbsen in den letzten 5 Minuten Garzeit einem Gericht hinzufügen. Als Heilpflanze ist das Taubenkropf-Leimkraut heute ohne Bedeutung. Es galt jedoch als anregend für den Stoffwechsel. In einer Untersuchung über lokale Ernährungsgewohnheiten im Mittelmeerraum wurde Auszügen aus den Blättern aber eine positive Wirkung bei Diabetes Typ 2 zugesprochen.
Frühjahrskur
Junge Triebe als Gemüse oder Suppeneinlage regen den Stoffwechsel an.
Waschung
Die Wurzelabkochung kann zu Waschungen oder Bäder von spröder, trockener und leicht entzündeter Haut eingesetzt werden.
Frischsaft
Der frische Saft der Pflanze diente früher als Augentropfen bei Bindehautentzündung. (Nicht anwenden!)
 
Geschichtliches
Die Abkochung der Wurzel diente als Seife und Waschlauge. Die jungen Triebe dienten als Gemüse. Heute im Wildpflanzengarten eine wichtige Futterquelle für die Nachtfalter.
 
Pflanzenbeschreibung
Das Taubenkropf-Leimkraut ist in Europa heimisch. Sie wächst bevorzugt auf Magerrasen und Böschungen. Die mehrjährige Pflanze wird 20 und 60 Zentimeter hoch. Die blaugrünen Blätter sind eiförmig bis lanzettlich. Die aufgeblasenen kugeligen Blüten erscheinen zwischen Mai und September. Die Kronblätter sind 2teilig und weiß, selten rosa. Aus den Blüten entwickeln sich zwischen Juli und Oktober die hellbraunen 2 mm großen Samen.
Taubenkropf-Leimkraut ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von meist 20 bis 50 (15 bis 60) Zentimetern erreicht. Die Wurzeln können bis in eine Tiefe von 1 Meter eindringen. Jedes Pflanzenexemplar besitzt einige wenige oder nur einen einzelnen aufsteigend oder aufrechten Stängel, der im oberen Bereich verzweigt ist. Die oberirdischen Pflanzenteile sind kahl und nicht klebrig drüsig. Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind glatt, bläulich grün und eiförmig bis lanzettlich und am oberen Ende zugespitzt. Die Grundblätter sind bis zu 4 Zentimeter lang und 1,2 Zentimeter breit. Die Stängelblätter sind etwa 7 Zentimeter lang sowie 2,5 Zentimeter breit. Die Blütenstände sprießen zusammen mit zwei gegenständigen Blättern aus einem Knoten am Stängel.
Die Blütezeit reicht von Mai bis Mitte September. Der endständige, gabelige Blütenstand enthält mehrere (3 bis 20) aufrechten bis leicht nickende Blüten. Auffälligerweise blicken alle Blüten eines Wuchsortes meist in eine Richtung. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig. Die fünf Kelchblätter bilden eine charakteristische weiße oder hellrosafarbene, stark vernetzte 20-nervige Kelchröhre. Die Kelchröhre ist 1 bis 2 Zentimeter lang und nicht zylindrisch wie bei anderen Leimkraut-Arten, sondern aufgeblasen, daher der Trivialname Taubenkropf. Die fünf 15 bis 25 Millimeter langen etwa zu einem Drittel eingeschnittenen Kronblätter haben bei offener Blüte einen Durchmesser von etwa 1,5 Zentimetern. Sie erscheinen wachsartig und sind feinpulvrig beschichtet. Es ist keine Nebenkrone vorhanden. Die Blüten können weiblich, männlich oder zwittrig sein. Jede weiblich veranlagte Blüte trägt am Fruchtknoten drei lange Griffel. Die zehn Staubblätter und die Griffel ragen aus der Blüte heraus. Die kugelige Kapselfrucht öffnet sich oben mit in der Regel sechs zuerst aufrechten, dann nach außen gebogenen Zähnen und entlässt die Samen. Die grauen Samen sind bei einer Länge von etwa 1,5 Millimetern nierenförmig und fein stachelig.
 
Anbautipps
Die Samen im frühen Frühling direkt an den gewünschten Standort aussäen. Die Pflanze ist ein Wärmekeimer (20°C) und braucht zum Keimen eine feuchte Erde. Der Standort sollte trocken und sonnig sein. Der Boden sollte kalkig und lehmig sein.
 
Sammeltipps
Für das Frühjahrsgemüse werden die jungen Triebe geerntet, solang diese kleiner als 5cm sind. Für die Seifenlauge wird die Wurzel ausgegraben, gereinigt und an einem warmen, luftigen Ort getrocknet. Dicke Wurzeln sollten in Stücke geschnitten werden.

FRAUENHAARFARN
Der Frauenhaarfarn gehört zur Familie der Frauenhaarfarngewächse, deren Vertreter vorwiegend in den Tropen vorkommt. Einzig der Frauenhaarfarn ist in Mitteleuropa heimisch. Die Blätter des Frauenhaarfarns sind mehrfach gefiedert. Man kann den Frauenhaarfarn vorwiegend bei Husten und Erkältungen anwenden. Äußerlich angewandt hilft er auch gegen Stiche von Insekten und auf der Kopfhaut gegen Haarschuppen. Der Frauenhaarfarn, auch Venushaar genannt, ist eine der weltweit häufigsten und verbreitetsten Farnarten. Er gehört zur Gattung der Frauenhaarfarne. Er ist die einzige Frauenhaarfarnart, die in Europa vorkommt. Es sind oder waren zum Teil auch nur regional, auch folgende Bezeichnungen gebräuchlich: Frähenhor (Siebenbürgen), Frauenhaar, Frauenzopf, Güldenwiderthon (Rendsburg), Jungfrawenhaar (mittelhochdeutsch), Minnenhaar (mittelhochdeutsch) und Vrowenhaar (mittelniederdeutsch).
 
Steckbrief
Heilwirkung: beruhigend, blutreinigend, schleimlösend, tonisierend, Husten, Keuchhusten, Erkältung, Muttermilch fördernd, Insektenstiche, Schuppen
wissenschaftlicher Name: Adiantum capillus-veneris
englischer Name: Maidenhair Fern
volkstümliche Namen: Venushaar
Verwendete Pflanzenteile: Blätter
Inhaltsstoffe: Ätherische Öle, Bitterstoff, Gerbsäure, Schleim
Sammelzeit: Frühling und Sommer
 
Nutzung
Medizin
Bei Husten, Erkältung, Heiserkeit oder Bronchialkatarrh kann ein Aufguss oder eine Alkoholtinktur aus den Wedeln der Pflanze eingenommen werden.
 
Beschreibung
Es handelt sich um grazile Farne, deren Wedel von einem kurzen, kriechenden Stämmchen entspringen, das mit goldbraunen bis mittelbraunen häutigen Schuppen bedeckt ist. Die Wedel sind hängend bis aufrecht und überhängend. Meist wachsen sie relativ dicht. Sie sind 15–75 cm (meist 20–35 cm) lang und im Umriss dreieckig bis lanzettlich. Sie sind unregelmäßig zwei- bis dreifach gefiedert, wobei die einzelnen Fiederabschnitt in ihrer Form zwischen rhombisch, fächerförmig oder keilförmig schwanken, insgesamt aber ungefähr so lang wie breit sind. Der vordere Rand der Fiederchen ist nur sehr wenig gelappt. An ihrer Basis sind die sehr zarten Fiederchen schmal oder breit keilförmig verschmälert. Die Achsen der Wedel sind dünn, glänzend, und zumindest nahe der Basis, meist aber weit hinauf, dunkel gefärbt.

BACHBLÜTE WILD OAT
Es drängt einen immer wieder zu neuen Projekten          
Diese Menschen drängt es immer wieder zu neuen Projekten
Mit der Bachblüte können sie den Drang herunterschrauben und fangen nicht immer neue Projekte an

BACHBLÜTE WILD ROSE
Man hat innerlich resigniert, obwohl die äußeren Umständen gar nicht so hoffnungslos oder negativ sind                   
Diese haben innerlich resigniert, obwohl die äu0eren Umstände gar nicht einmal so hoffnungslos oder negativ sind
Hier kann die Blüte helfen die Resignation abzuschütteln

Die Ernährungslehre und das Verdauungssystem
Der Mensch soll sich durch richtige Ernährung gesund erhalten und seinen Körper widerstandsfähig machen. Deshalb gilt es – so Hildegard in ihrer Ernährungslehre (auf die in diesem Band im ersten großen Kapitel ausführlich eingegangen wird) -, in allem Maß zu halten, im Essen, Trinken und Schlafen. Die Ernährung allgemein beschreibt Hildegard von Bingen folgendermaßen:
DIE ERNÄHRUNG
„Wenn der Mensch isst und trinkt, dann führt eine vitale, vernünftig geregelte Zugkraft im Menschen den Geschmack, den feineren Saft und den Geruch der Speisen und Getränke aufwärts zu seinem Gehirn und erwärmt es, indem es seine feinen Gefäße ausfüllt. Die übrigen Bestandteile dieser Speisen und Getränke, die in den Magen gelangen, erwärmen das Herz, die Leber und die Lunge, sie ziehen von diesem Geschmack, den feinen Saft und den Geruch in ihre feinen Gefäße, sodass diese davon ausgefüllt, erwärmt und ernährt werden, wie wenn man ein völlig vertrocknetes Darmstück in das Wasser legt und es dadurch weich wird, aufquillt und sich auffüllt. Wenn als ein Mensch isst und trinkt, werden seine Gefäße mit dem Saft von den Speisen und Getränken ausgefüllt und erwärmt und jeder Saft wärmt in den Gefäßen das Blut und die Flüssigkeit und das Blut, das im Fleisch ist, zieht vom Saft in den Gefäßen seine rote Farbe an.“

Verdauungs- und Unterleibserkrankungen
Durchfall (Diarrhöe)
Es wird wohl wenige Menschen geben, welche den Durchfall nicht aus Erfahrung kennengelernt haben. Es ist überhaupt kein Stand und kein Alter von diesem Übel ausgenommen und dasselbe ist allgemein bekannt.
Der Durchfall tritt sehr häufig ein, wenn man kalte Getränke zu sich nimmt, bei großer Hitze ziemlich viel kaltes Wasser oder ungegorenes Bier, vor allem aber wenn man Most trinkt oder unreifes Obst genießt. Dadurch gibt es im Magen eine Revolution, welche sich durch Kollern und Schmerzen kundgibt, dieser Aufruhr hört so lange nicht auf, bis durch einen ordentlichen Durchmarsch alles Unbrauchbares beseitigt ist.
Ganz besonders gerne stellt sich Durchfall ein, wenn man auf fette Speisen viel Wasser trinkt. Es gibt auch viele Leute, welche die eine oder andere Speise durchaus nicht vertragen können und wenn sie selbe genießen, bekommen sie Durchfall. Es gibt auch viele Leute, die bei kleineren oder größeren Aufregungen, bei Furcht und Angst Durchfall bekommen, schwache Kinder bekommen leicht solche Anfälle, wenn sie gestraft werden oder selbst schon aus bloßer Furcht vor der Strafe.
Wenn sich der Durchfall nur zwei- bis dreimal wiederholt, so hat sich nicht viel zu bedeuten, es kann dem Organismus sogar genützt haben, wenn durch die Naturpolizei die unbrauchbaren Stoffe ausgeschieden wurden. Wenn aber der Durchfall mehrere Tage hindurch dauert, so wird der Natur viel entzogen, sie wird schlaffer, es tritt eine größere Untätigkeit ein, der Appetit wird geringer, die Kräfte nehmen ab und ein solcher Durchfall bringt für den menschlichen Körper bedeutende Nachteile. Rührt der Durchfall von einem schwachen Magen oder einem Gebrechen in den Gedärmen her, was anzunehmen ist, wenn er sich öfter ohne alle Veranlassung einstellt, so muß vor allem dahin gewirkt werden, daß die krankhaften Stoffe aus dem Magen und den Gedärmen entfernt werden und daß sie weder im Magen noch in den Gedärmen etwas duldet, was nach und nach einen Durchfall herbeiführen könnte.

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